AMD Athlon X4 860K, A10-7860K und A10-7870K im Test

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A10-7860K – cTDP und Overclocking

Mit den Kaveri-APUs (z.B. A8-7600 und A10-7850K) führte AMD ein Feature ein, dass die Kunden bisher nur aus dem Notebook-Segment oder dem Server-Bereich kannten. Mit Hilfe der konfigurierbaren Wärmeverlustleistung (configurable Thermal Design Power, kurz cTDP) soll dem Kunden die Möglichkeit gegeben werden, den Betrieb an die gewünschte Leistungsaufnahme und auch Leistungsfähigkeit des Kühlsystems anzupassen. Dass sich trotz cTDP kurze Belastungsspitzen bei der Leistungsaufnahme ergeben können, sollte immer beachtet werden. Unterdimensionierte Netzteile sollte man trotz heruntergeregelter Leistungsaufnahme nicht unbedingt verwenden. Da nicht alle APUs dieses Feature bieten, haben wir uns bei der A10-7860K-APU diesen Punkt noch einmal vorgenommen. Wie entwickelt sich die Rechenleistung, wenn die TDP nur noch 45 statt 65 Watt betragen soll?

Sowohl die CPU- als auch GPU-Leistung werden gedrosselt, wobei bei letzterer Wechselwirkungen auftreten können. Im Mittel zeigt sich, dass die knapp 30-prozentige Senkung der thermischen Verlustleistung für eine Reduzierung der Rechenleistung zwischen 8 und 14 % verantwortlich ist. Das TDP-Limit wird eingehalten, indem die Taktraten gesenkt werden. Bei Anwendungen, die nur einen Kern belasten, sehen wir nun „nur” noch 3.800 anstatt 4.000 MHz CPU-Takt, bei Mehrkernanwendungen schwanken die Werte zwischen 3.000 und 3.500 MHz anstatt 3.800 MHz. Aber auch die GPU wird ausgebremst. Der GPU-Takt pendelt zwischen nunmehr 570 bis 760 MHz.

Als K-Modell mit offenen Multiplikatoren bietet sich der A10-7860K ebenfalls an, um Übertaktungsversuche durchzuführen. Dieses Mal setzen wir auf moderate Einstellungen und versuchen, das maximale Ergebnis ohne eine Erhöhung der Spannungen zu erreichen. Einen in unseren Tests stabilen Betrieb konnten wir mit folgenden Parametern erreichen:

  • maximale Kernspannung: 1,3875 V
  • CPU-Takt: 4.300 MHz (43 x 100 MHz; +8 % ggü. Turbo-Takt bzw. +19 % ggü. Basistakt)
  • GPU-Takt: 900 MHz (+18 %)
  • Northbridge-Takt: 1.900 MHz (+18 %)
  • Application Power Management (APM): deaktiviert

Auf eine Deaktivierung des Heruntertaktens bei gleichzeitiger CPU- und GPU-Last haben wir in diesem Fall verzichtet. Im Mittel müsste mithilfe des Übertaktens eine annähernde Leistungssteigerung von 18 % gegenüber der Werkseinstellung zu erreichen sein, solange die Speicherbandbreite nicht der limitierende Faktor wird.

Bei CPU-lastigen Anwendungen sehen wir, dass die 18 % nahezu erreicht werden. Trotz des Turbo-Modus ist das Ergebnis jedoch beachtlich. Die Leistung der integrierten Grafikeinheit steigt im Mittel um 10 % an. In Spielen sind ungefähr 8 % höhere Bildwechselraten zu erkennen, bei GPGPU-Berechnungen sind entsprechend der Taktsteigerung 18 % höhere Werte zu sehen. Wichtig für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit ist auch der Northbridge-Takt. Bei stark parallelisierten Vorgängen wie eben gleichzeitige CPU- und GPU-Berechnungen kann die Verbindung zwischen den Recheneinheiten und dem Speicher zum limitierenden Faktor werden.

Durch die Übertaktung und das Deaktivieren des Power-Managements steigt der Energiebedarf an. Bei CPU-lastigen Anwendungen steigt die Leistungsaufnahme um 11 % gegenüber der Standardeinstellung an, bei kombinierten Anwendungen für CPU und iGPU ergibt sich ein Plus zwischen 24 und 28 %.

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