Details und Analyse der Zen-Architektur nach der Hot-Chips-Konferenz

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Diskussion/Ausblick

AMD ist sicht­lich zufrie­den mit sei­ner neu­en CPU-Archi­tek­tur und zumin­dest auf dem Papier darf man die­ser Zufrie­den­heit bei­stim­men. Über­all wur­de ver­grö­ßert, ver­brei­tert und ver­bes­sert, um das schier Unmög­li­che zu ermög­li­chen – deut­lich mehr Rechen­leis­tung bei erheb­lich weni­ger Ener­gie­be­darf. Alle Kugeln hat AMD sicher noch nicht ver­schos­sen, so beton­te Mike Clark im Rah­men sei­ner Aus­füh­run­gen zum SMT-Design bezüg­lich eini­ger sta­tisch auf die Threads auf­ge­teil­ter Kom­po­nen­ten, dass dies in die­ser Genera­ti­on so ent­schie­den wur­de. Es bleibt also noch Raum für Opti­mie­run­gen.

Span­nend wer­den die Fra­gen nach den erziel­ba­ren Takt­ra­ten und AMDs Modell- und Preis­po­li­tik. Bei letz­te­rem wäre es aus Kun­den­sicht wün­schens­wert, wenn sich AMD bei den 8-Kern­mo­del­len ohne SMT unge­fähr an Intels Quad­cores mit SMT ori­en­tie­ren wür­de, also im Preis­be­reich von 300–350 Euro. Dies ist nicht uto­pisch, da durch den sehr wahr­schein­li­chen Ein­satz von High-Den­si­ty-Libra­ries die Die-Flä­che für eine 8-Kern-CPU mit 16 MiB Cache ver­hält­nis­mä­ßig klein aus­fal­len wird. Die Mul­ti-Thread-Leis­tung wür­de über der eines i7 mit nur 4 Ker­nen (8 Threads) lie­gen und somit bei ähn­li­chem Preis das bes­se­re Ange­bot dar­stel­len. Soll­te die Leis­tung deut­lich bes­ser aus­fal­len, wird AMD sicher­lich auch eher 400 Euro auf­ru­fen wol­len. Auch wird man Intels Reak­ti­on abwar­ten müs­sen. Intels Kon­to­stand lie­ße star­ke Preis­nach­läs­se ohne wei­te­res zu, bis­her wur­den sie nur nicht dazu gezwun­gen. Soll­ten die 8-Kern-Zens zu teu­er für die Mas­se der Kun­den wer­den, blie­be als bil­li­ge Alter­na­ti­ve noch die Zen-APU mit deak­ti­vier­ter GPU. Nach­dem die­se erst­mals über L3-Cache ver­fü­gen, bestün­de der Nach­teil gegen­über Sum­mit Ridge nur in Form der vier Ker­ne und deren 8 MiB L3. Aller­dings wird die Zen-APU erst im 2. Halb­jahr 2017 erwar­tet, da in Form von Bris­tol Ridge zuvor noch der letz­te Ver­tre­ter der Bull­do­zer­ge­nera­ti­on sei­nen Ein­stand für den Sockel AM4 fei­ert.

Alles in allem scheint AMDs Ziel auf­zu­ge­hen, mit Zen ein aus­ba­lan­cier­tes Design anbie­ten zu kön­nen. Nichts erscheint als zuviel oder zu wenig. 256-Bit-FPUs wären sicher­lich “nett”, wür­den jedoch infol­ge der nöti­gen Ver­brei­te­run­gen der Cache- und Spei­cher­sub­sys­te­me die Design-Balan­ce kip­pen, da die INT-Ein­hei­ten nicht von der Ver­brei­te­rung pro­fi­tie­ren. Des­wei­te­ren wür­den sie die maxi­mal erreich­ba­re Takt­fre­quenz limi­tie­ren, da eine AVX-256-Bit-Ein­heit unter Vollast auf dem Die lokal für einen Span­nungs­ab­fall sorgt. Gleich­zei­tig steigt bei Vollast auch die ther­mi­sche Belas­tung in Form von Abwär­me. Das Zusam­men­spiel von ande­ren AMD-Fähig­kei­ten wie den High-Den­si­ty-Liba­ries und den adap­ti­ven Span­nungs­re­ge­lun­gen lässt somit auf ein gelun­ge­nes, run­des End­pro­dukt hof­fen.

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