AMD FreeSync 2 mit LFC und HDR

Kurz vor der CES 2017 hat AMD sein Vorhaben „FreeSync 2” öffentlich vorgestellt. FreeSync ist AMDs Implementierung der Funktion Adaptive Sync des DisplayPort-Standards. Mit Hilfe dieser Funktion kann der Monitor innerhalb gewisser Grenzen seine Bildwechselrate der Framerate eines Spiels anpassen, sodass weder Framedrops noch Tearing auftreten und das Bild auch bei niedriger Framerate noch flüssig erscheint. FreeSync steht in Konkurrenz zu NVIDIAs G-Sync-Technologie, ist aber im Gegensatz dazu ein offener Standard.

Mit FreeSync 2 plant AMD nun ein paar entscheidende Erweiterungen zu FreeSync. So sollen „Low Framerate Compensation” (LFC) und „High Dynamic Range” (HDR) Pflicht werden für Monitore, die FreeSync 2 unterstützen. LFC sorgt dafür, dass Spiele auch bei Frameraten unterhalb des FreeSync-Wirkungsbereichs des Monitors noch einigermaßen flüssig und Tearing-frei laufen. Das Feature war schon bei aktuellen FreeSync-Monitoren unter der Voraussetzung nutzbar, dass der obere FreeSync-Wert mindestens 2,5-mal so hoch war wie der untere FreeSync-Wert. Bei einem Monitor mit einem FreeSync-Bereich von 48 bis 60 Hz war das nicht der Fall, bei einem mit 35 bis 144 Hz dagegen schon. Bei FreeSync 2 wird es Pflicht.

Dasselbe gilt für „High Dynamic Range” (HDR), zu Deutsch „Bild mit hohem Dynamikumfang” oder „Hochkontrastbild”. So werden Bilder bezeichnet, die einen größeren Farbraum haben als sRGB, was z.B. in Computerspielen bessere Schwarzwerte und lebhaftere Farben ermöglicht. Als Zuckerl obendrauf soll FreeSync 2 auch noch den erhöhten Input-Lag durch das bisher notwendige Tone-Mapping (Reduzierung oder Umrechnung des HDR-Bildes auf Ausgabegeräte mit niedrigerem Farbumfang) senken. Und das Beste daran: FreeSync 2 wird nicht nur auf kommenden AMD-Grafikkarten laufen, sondern soll von allen Radeon-Grafikkarten unterstützt werden, die bisher auch FreeSync konnten; das sind Grafikkarten mit GCN-GPUs ab der zweiten Generation.

Die Hauptlast zur Unterstützung des neuen Standards müssen daher die Monitor-Hersteller tragen. Das ist einerseits begrüßenswert, da so ein Standard entsteht, der den Monitoren eine gewisse Qualität abverlangt und den bisherigen Wildwuchs im HDR-Bereich (unterschiedliche Codierungen) unterbindet. Einen gravierenden Nachteil hat FreeSync 2 jedoch: Es muss explizit vom Spiel unterstützt werden! Während bei FreeSync 1 das Spiel selbst keine Kenntnis davon haben musste, dass Adaptive Sync aktiv ist – es wurde rein zwischen Grafiktreiber und Monitor ausgehandelt – müssen Spiele, die FreeSync 2 unterstützen sollen, eine FreeSync-2-API eingebunden haben. Es wird also nicht wie bisher jedes beliebige Spiel automatisch in den Genuss des Features kommen, sondern ausschließlich jene neuen Spiele, deren Hersteller FreeSync 2 explizit einplanen. Das könnte ein großer Hemmschuh werden bei der Verbreitung.