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MusicIsMyLife
15.10.2008, 12:21
<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3145&w=o" border="1" alt="Titelbild: Overclocking im Wandel der Zeiten"></center>

Früher - früher war alles besser. Eine Aussage, die beim Thema Übertakten (Neudeutsch: Overclocking) wohl nicht zutrifft. Oder doch?

Fakt ist, dass es mittlerweile einen echten Boom in der Overclocking-Szene gibt. Es gibt Communities wie die <a href="http://www.awardfabrik.de" target="_blank">AwardFabrik</a> oder <a href="http://www.benchbrothers.de" target="_blank">BenchBrothers</a>, die sich ausschließlich mit dem Betrieb von Hardware außerhalb der Spezifikationen befassen. Es gibt mit <a href="http://www.theoverclocker.com/" target="_blank">The Overclocker</a> und <a href="http://www.syndrome-oc.net/octv.php" target="_blank">O/C TV</a> Overclocking-Magazine und auch Hersteller wie <a href="http://www.asus.de" target="_blank">ASUS</a> und <a href="http://www.quantum-force.net/" target="_blank">FOXCONN</a> haben dieses Gebiet für sich entdeckt. Nicht zu vergessen <a href="http://www.hwbot.org/" target="_blank">hwbot.org</a> und <a href="http://www.ripping.org/" target="_blank">Ripping.org</a>, wo man jeweils Ranglisten für verschiedenste Benchmarks vorfindet.

Auch in der Community von Planet 3DNow!, welche in Sachen Übertakten eher konservativ eingestellt ist, wird <a href="http://www.planet3dnow.de/vbulletin/showthread.php?p=3748882#post3748882">aktuell heiß darüber diskutiert</a>.

Grund genug, sich einmal dem Thema Übertakten früher und heute zu widmen.

Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=Männersport?]
Das Thema Übertakten ist nicht neu. Bereits seit vielen Jahren bietet sich die Möglichkeit, einzelne Komponenten eines PCs außerhalb der Spezifikationen zu betreiben. Doch von dem Level, welches aktuelle PCs an Möglichkeiten für das Verändern von Einstellungen bieten, konnte man zu Urzeiten des Übertaktens nur träumen.

Wer früher ein gutes OC-Ergebnis erzielen wollte, brauchte neben dem notwendigen Wissen von dem, was er tat, außerdem noch eine gesunde Portion Risikofreude, wenn möglich Lötkenntnisse sowie lange Fingernägel (zumindest waren diese von Vorteil). Denn wer den Multiplikator einer CPU oder dessen Frontsidebus verändern wollte, musste sich in Anfangszeiten mit kleinen, unhandlichen DIP-Schaltern herumärgern (die man in der Tat mit langen Fingernägeln am Besten bedienen konnte). Für Spannungsveränderungen jeglicher Art blieb meist nur der Einsatz eines Lötkolbens, um mit verlöteten Widerständen am Spannungsregler die ausgehende Spannung zu manipulieren. Ab ins BIOS und schnell mal ein paar derartige Einstellungen verändern war damals nicht möglich, <a href="http://www.planet3dnow.de/cgi-bin/newspub/viewnews.cgi?category=1&id=978269026">denn es gab diese Optionen im BIOS schlichtweg nicht</a>.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3134&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: DIP-Switches"></center>

Abit und <a href="http://www.planet3dnow.de/artikel/hardware/8kha/3.shtml">EPoX</a> waren zwei Mainboard-Hersteller, die sich frühzeitig mit dem Thema Overclocking befassten. So gab es bei den Mainboards dieser Produzenten sehr früh BIOS-Optionen für Multiplikator, Spannung, Speichertakt und Speichertimings. Von der heutigen Optionen-Vielfalt war man aber noch immer meilenweit entfernt. Interessant ist dabei, dass bereits damals auch das Untertakten unterstützt wurde – weniger Takt und/oder weniger Spannung verhalfen bereits damals zu einer niedrigeren Stromrechnung.

Trotz allem hieß es noch immer: Mut zur Lücke! So bedeutete es beispielsweise bis kurz vor Ende der Sockel A-Ära, dass beim Anheben des Frontsidebusses auch der PCI-Takt mit angehoben wurde. Viele junge Übertakter werden damit nicht einmal mehr etwas anfangen können, aber „damals“ war dieses Wissen essentiell. Der PCI-Bus besaß in dieser Zeit eine weitaus größere Bedeutung als heute, da de facto nahezu alle Onboard-Geräte (so sie es denn überhaupt gab) über diesen Bus angebunden waren. Und so konnte bei zu hohem FSB schon mal die Festplatte urplötzlich leer sein, weil der Controller aufgrund eines zu hohen PCI-Taktes aus dem Tritt kam und auf der Festplatte nur Datensalat ankam. Oder die spärlich vorhandenen USB-Ports waren plötzlich nicht mehr nutzbar, da sie nirgends mehr angezeigt und angesprochen werden konnten. Oder die Verbindung mit der Außenwelt brach ab, weil Netzwerkkarten bei zu hohem PCI-Takt den Dienst quittierten. Oder, oder, oder.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3131&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Voltmod"></center>

Mit der Einführung von Chipsätzen mit fixem PCI-Takt wurde das Leben leichter. Einmal, weil man sich um derlei Abhängigkeiten keine Gedanken mehr machen musste, und dann, weil es mittlerweile zur Ausnahme wurde, dass Optionen <b>nicht</b> im BIOS zur Verfügung standen. Der Lötkolben musste immer seltener ausgepackt werden und auch sonst bekam man beim Kauf eines Mainboards fast alles mitgeliefert, was man zum erfolgreichen Übertakten benötigte. Die Zeit, in der Übertakten viel Grundwissen und Fingerfertigkeit benötigte, ging somit langsam zu Ende. Der „Männersport“ wurde langsam aber sicher zum Breitensport.
[break=Irrtum der Massen?]
Wer übertaktet, wird bisweilen schon mal belächelt (und das ist noch verharmlost ausgedrückt). Man braucht teilweise ein dickes Fell, um über Beschimpfungen wie „OC-Kiddie“ oder ähnliches hinweg zu sehen. Doch viele vergessen bei derlei Äußerungen, dass es unter anderem auch die Enthusiasten sind, die den Fortschritt in puncto Optionen-Vielfalt bzw. Performance bringen. Beispiel gefällig?

<u>Performance Level</u>

Wer mit einem Core 2-Prozessor arbeitet und sich mit dem Thema Übertakten des Prozessors beschäftigt hat, wird den Begriff Performance Level mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal gehört oder gelesen haben. Performance Level bedeutet, dass verschiedene Chipsatz-Register geändert werden, die einen Einfluss auf die Speicherlatenz – und somit Performance – haben. Mittlerweile ist diese Option im BIOS sehr vieler Mainboards mit Intel P35- bzw. X48-Chipsatz zu finden.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3138&w=o" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Performce Level via Memset"></center>

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3147&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Performce Level via BIOS"></center>

Dem Einzug ins BIOS vorausgegangen sind diverse Untersuchungen sowie Registervergleiche von Usern des Xtremesystems.org-Forums, die Performance-Veränderungen bei verschiedenen BIOS-Versionen bzw. verschiedenen Mainboards verglichen haben. Jetzt, einige Monate später, gehört eine derartige Option zum guten Ton eines jeden Enthusiasten-Mainboards – und jeder User kann davon profitieren.

Auch waren es die Enthusiasten, die als erstes auf veränderbare Multiplikatoren und Spannungen im BIOS gedrängt haben. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt: Diese Optionen sind heute gang und gäbe. Auch feste PCI-/AGP-/PCI Express-Takte sind heute nicht mehr wegzudenken, wovon alle profitieren.

<u>Industriell gefertigte Kühler</u>

Ein weiteres Thema, wo Enthusiasten ihre Finger im Spiel haben, sind die Kühlmöglichkeiten, welche heutzutage nutzbar sind.

Ob das große, leise und leistungsstarke Luftkühler oder die Vielzahl der erhältlichen Wasserkühler sind - kaum jemand denkt beim Kauf eines modernen Kühlers an die Anfangstage von Wasserkühlung und Co. Wer eine Wasserkühlung (neudeutsch: WaKü) haben wollte, sollte Anfangs gut darin sein Metall zu bearbeiten und zu löten. Denn im Laden gab es keinerlei solcher Produkte zu kaufen und so war selberbauen angesagt. Dies änderte sich erst, als Kühler wie beispielsweise der <a href="http://www.hartware.de/review_278.html" target="_blank">Innovatek innovaCOOL Rev. 3</a> in größeren Stückzahlen produziert und einem größeren Publikum zugänglich wurden.

Fortan erblickten unzählige Wasser- und später auch sehr leistungsstarte Luftkühler das Licht der Welt. Und zwar soviele, dass es mit Internetseiten wie <a href="http://www.watercoolplanet.de/index.php" target="_blank">Watercoolplanet.de</a> sogar Projekte gibt, die sich fast ausschließlich mit dem Thema Kühlung beschäftigen.

Wo würden wir heute stehen, wenn es keine Enthusiasten gäbe? Hätten wir es mit derart umfangreichen BIOS-Optionen zu tun? Würde es derart viele industriell gefertigte Kühler geben? Oder Heatpipes? Oder, oder, oder?

<u>Burn baby, burn</u>

Natürlich gibt es in den Annalen des Übertaktens auch so manche Geschichte, die zum Schmunzeln anregt. Eine davon dürfte zweifelsohne der Burn In sein. Auch heute noch stolpert man manchmal über diese beiden Worte, die in früheren Zeiten durchaus als Mittel zum Erreichen eines höheren OC-Ergebnisses herangezogen wurden.

Bei einem Burn In wurde die CPU mit niedrigem Takt, dafür aber hoher Spannung über längere Zeit einer starken Auslastung (in der Regel Prime 95) ausgesetzt. Einige User schworen darauf, nach einem Burn In ein höheres Übertaktungspotenzial erzielt zu haben oder bei gleichem Potenzial die VCore etwas absenken zu können.

Hiermit oute ich mich als Author dieses Artikels: Ja, ich habe ebenfalls 1x einen Burn In ausprobiert. Mit dem Ergebnis, dass meine Stromrechnung für 48 Stunden mit einem stromfressenden PC belastet wurde - aber keinen sonstigen Erfolgen. ;) So erging es übrigens auch den meisten anderen Usern, die dieses Verfahren ausprobierten.
[break=Vom Enthusiast zum Mitarbeiter]
Einige vertreten die Meinung, dass Enthusiasten Nerds/Freaks ohne soziale Kontakte sind, die nie (oder zumindest nur selten) Tageslicht sehen. Nun, für einige mag das auch in der Tat zutreffen, es gibt aber (zum Glück) auch ganz andere Beispiele. Hat schonmal jemand die Namen Peter Tan und/oder Sami Maekinen gehört? Nein?

<center><b>Peter Tan</b></center>
<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3136&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Peter Tan"><br><i>Peter Tan bei einem Overclocking-Event in Athen</i></center>

Peter Tan, im Internet bekannt unter den Nicknames „Shamino“ bzw. „LardArse“, ist einer der weltbesten Übertakter. Mit seinem fundierten Wissen und elektronischem Verständnis hat er sich in der Overclocking-Community verdient gemacht. So ist es kein Wunder, dass er zwischenzeitlich für FOXCONN arbeitete und dabei für den Start der Quantum Force-Serie mit verantwortlich war. „Performance without Compromise“ heißt der Slogan dieser an Enthusiasten gerichteten Mainboard-Serie, was wie die Faust auf's Auge passt. Mittlerweile steht Peter Tan in Diensten von EVGA. Shamino ist im Übrigen für seine "sauberen" Benchmark-Setups berühmt-berüchtigt ;) :

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3137&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Benchmark-Aufbau Peter Tan"></center>

<center><b>Sami Maekinen</b></center>
<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3132&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Sami Maekinen"><br><i>Sami Maekinen bei einem von ATI organisierten Overclocking-Event im Februar 2005 (eines der ersten derartigen Events überhaupt)</i></center>

Sami Maekinen werden einige vielleicht unter dem Pseudonym „macci“ kennen. Er war es, der jeweils als erster die Marke von 10.000 Punkten im 3DMark01 und später im 3DMark03 durchbrechen konnte. Auf sein Konto geht jedoch auch das erstmalige Durchbrechen der 6 GHz-Marke (damals zusammen mit The_Stilt) und beispielsweise die Übertaktung eines Pentium 4 Northwood von 100 Prozent mit Luftkühlung – „damals“ echte Meilensteine. In der Zwischenzeit arbeitete Sami Makkinen bei ATI und nach deren Aufkauf durch AMD stieg er zum Marketing Manager der Chipsatz-Abteilung auf.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3133&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Sami Maekinen"><br><i>Sami Maekinen in einem <a href="http://de.youtube.com/watch?v=i_q_9a4zDps" target="_blank">Video auf YouTube</a> bei der Vorstellung von AMD Overdrive</i></center>

Diese beiden Beispiele zeigen, dass aus einem (häufig umstrittenen) Hobby auch durchaus ein beruflicher Werdegang entstehen kann, was letztendlich der gesamten PC-Userschaft zugute kommt. Natürlich bilden diese Beispiele klar die Minderheit, sie zeigen jedoch das Potenzial, welches in einem Hobby stecken kann.
[break=Hersteller und OC]
In den letzten Monaten erlebte die Overclocking-Community einen wahren Boom. So veranstalteten <a href="http://www.xtremesystems.org/forums/showthread.php?t=197146" target="_blank">Intel</a>, <a href="http://www.nordichardware.com/Articles/?skrivelse=540" target="_blank">ASUS</a>, <a href="http://gooc2008.gigabyte.com.tw/index_en.html" target="_blank">Gigabyte</a> und <a href="http://www.msi.eu/oc/index.php" target="_blank">MSI</a> allein in diesem Jahr verschiedenste Events, auf denen Übertakter ihr Können unter Beweis stellen konnten. Die Gewinner des Gigabyte OC-Contest bekamen beispielsweise einen Scheck in Höhe von 5.000 Dollar überreicht, meist ging es jedoch um hochwertige Hardware.

Doch warum diese Entwicklung?

Der entscheidende Aspekt hierfür dürfte in der Bereitschaft der Enthusiasten zu finden sein, für absolute High End-Hardware Unsummen an Geld zu bezahlen. Keine andere Käufergruppe ist bereit, Hardware für teures Geld zu kaufen und dennoch stets (natürlich mit meist massivem Wertverlust der „Alt“-Hardware) auf die nächste Generation umzusteigen.

Das bedeutet für die Hersteller, dass auf der einen Seite gute Gewinne erzielt werden können und auf der anderen Seite (bei guten Produkten) eine Menge Publicity im Internet winkt. Nehmen wir hierfür als derzeit gutes Beispiel das X48-Mainboard ASUS Rampage Extreme. Dieses Mainboard (aktueller Verkaufspreis ab 298 Euro) ist zum Renner unter den Enthusiasten geworden. Viele steigen von anderen hochpreisigen Modellen um, weil ASUS es geschafft hat, eine exzellente Performance mit einer enormen Übertaktbarkeit zu kombinieren. Die durch diese Konstellation entstehende Aufmerksamkeit führt zu immer mehr verkauften Mainboard-Exemplaren, was für ASUS ein einträgliches Geschäft darstellen dürfte (genaue Zahlen liegen uns jedoch nicht vor).

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3140&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Foxconn BlackOPS"><br><i>Das Foxconn BlackOPS (<a href="http://geizhals.at/deutschland/a339166.html" target="_blank">ab ca. 280 Euro</a>) hat es seit Erscheinen des ASUS Rampage Extreme schwer.</i></center>

Daher ist es kein Wunder, dass man eine komplette Community möglichst intensiv binden und unterhalten möchte. Als Ergebnis gibt es immer mehr Events, welche durch Hersteller organisiert werden.

Ein anderer Aspekt ist die Eigendynamik, die ein Hardware-affines Internet-Forum entwickeln kann. So gibt es seit Ende 2006 die <a href="http://www.awardfabrik.de" target="_blank">AwardFabrik</a>, welche sich Hardware mit dem Schwerpunkt Overclocking widmet. Innerhalb von rund 2 Jahren konnte man etwa 1.800 User für die Anmeldung im Forum begeistern. Zudem richtete das Team der AwardFabrik im letzten Jahr erstmals die AwardFabrik Overclocking-Meisterschaft (AOCM) aus, welche Ende Oktober in die zweite Runde startet.

Verfolgt man die Ankündigungen sowie die diversen Vorbereitungs-Threas im Forum der AwardFabrik, so wird man feststellen, dass diese Veranstaltung einen überwältigenden Zuspruch findet. Die Kapazitäten des Vorjahres-Events wurden bereits mehrfach aufgestockt, um der Nachfrage nachkommen zu können.

Für die Hersteller sind derartige Events natürlich doppelt wertvoll: Ohne in den teils immensen Organisationsaufwand eingebunden zu sein, können sie mit relativ wenig Aufwand in Form von Sach- und/oder Geldpreisen viel Aufsehen erhalten. Da ist es kein Wunder, dass die Organisatoren der AwardFabrik Preise im Wert von rund 10.000 Euro zusammentragen konnten.

Nach der AOCM wird das Internet mit Berichten der AwardFabrik selbst und von Besuchern durchzogen, was erneut für Resonanz sorgt. Und so dreht sich die Spirale der Eigendynamik immer weiter….
[break=moderne Kühlmethoden]
Ebenso wie das Overclocking selbst haben sich auch die Kühlmethoden weiterentwickelt. Wie bereits auf Seite 3 beschrieben, war früher eine Wasserkühlung schon so ziemlich das Höchste der Gefühle, wobei man meist selbst für den Bau des Kühlers sorgen musste – industriell gefertigte Wasserkühler gab es anfänglich nicht. Wer nicht zu den Bastlern gehörte (oder zumindest Freunde hatte, die das für einen erledigt haben), musste sich mit teils lauten Luftkühlern herumschlagen. Kühler wie heute, die zum Teil sogar passiv betrieben werden können, gab es ebenso wenig wie leise Lüfter.

Nach und nach kam jedoch Schwung in diese Industrie. Es wurden leistungsstarke (und gleichzeitig leise) Luftkühler entwickelt, es gab leise Lüfter und immer besser werdende Wasserkühler. Schließlich hielt auch die Kompressorkühlung Einzug in Alltagssysteme, da Asetek und E.C.T. (vormals nVentiv) fertige Anlagen mit relativ einfacher Handhabung lieferten. Wer solch ein System besaß, war im absoluten Extrembereich unterwegs – zumindest bis vor kurzem.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3146&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: industriell gefertigte Kühlungen"><br><i>Eine Mach 2 kühlt den Prozessor, zwei Wasserkühler halten ein CrossFire-Gespann kühl</i></center>

Mittlerweile kann man mit einer Kompressorkühlung vom Schlage einer E.C.T. Mach II GT allerdings in Sachen Benchmark-Ergebnisse keinen Blumentopf mehr gewinnen. Der Grund hierfür ist simpel: Es gibt schlichtweg andere Wege, um die Komponenten noch wesentlich kälter zu bekommen.

Die wohl alltagstauglichste Methode ist dabei die sogenannte Kaskade. In einer solchen Anlage werden mehrere Kompressoren „in Reihe“ betrieben, was für deutlich tiefere Temperaturen sorgt. Eine zweistufige Anlage kann somit relativ einfach -100 Grad erreichen, was für eine Mach II (unter Last ca. -30 Grad) unerreichbar ist. Doch auch deutlich weniger als -100 Grad sind mit Kaskaden erreichbar. So sind -130 Grad mit mehr oder weniger Aufwand technisch machbar und realistisch (natürlich nur bei entsprechendem Geldbeutel).

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3141&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Kaskade"><br><i>-100 Grad beim Einsatz: Das Verdampfer-Element einer zweistufigen Kaskade.</i></center>

Wer derartige Temperaturen erreichen will und dafür eine Kaskade nutzt, muss sich jedoch über den Stromverbrauch einer solchen Anlage im Klaren sein. 1 bis 1,5 kW sind „normal“, was über einen längeren Zeitraum deutlichen Niederschlag auf der Stromrechnung findet. Zudem sind Anlagen dieser Leistungsklasse in der Regel alles andere als leise, sodass ein Silent-PC damit nicht realisierbar wäre (wenn man überhaupt auf eine derartige, wahnwitzige Idee käme).

Wenn man es noch extremer will, kommt man um flüssigen Stickstoff nicht mehr herum. Früher nur relativ selten benutzt, gibt es heute keinen Benchmark-Weltrekord mehr, der nicht mit Hilfe des "flüssigen Goldes" entstanden ist. Dabei ist der Bezug, die Lagerung sowie die Handhabung der rund -196 Grad kalten Flüssigkeit alles andere als einfach. Denn die chemischen Eigenschaften von flüssigem Stickstoff (kurz umgangssprachlich LN2) haben es in sich.

Je Liter LN2 werden – je nach Lieferant – zwischen 0,50 und 5 Euro fällig. Eine riesige Spanne, die wohl in der spärlichen Verfügbarkeit begründet liegt. Hier wird zugeschlagen, wenn keine Konkurrenz zu fürchten ist. Doch der Preis ist dabei noch eine relativ sichere und planbare Größe. Schwieriger ist dabei der Umgang, da Stickstoff beim Verdampfen ein um ein vielfaches größeres Volumen annimmt. Daher darf die Flüssigkeit nach dem Abfüllen in keinem fest verschlossenen Behälter aufbewahrt werden, da der Druck im Behälterinneren sonst zu groß werden würde. Zudem ist reiner Stickstoff schwerer als normale Luft. Gast LN2 in einem geschlossenen Raum aus, wird die Luft und somit der Sauerstoff nach oben verdrängt. Wird die Konzentration des LN2 zu hoch, besteht in geschlossenen Räumen Lebensgefahr für die Nutzer. Ausreichend große Räume sowie eine gute Durchlüftung sind somit essentiell!

Gefährlich ist auch die reine Handhabung des Mittels. Aufgrund der tiefen Temperaturen sowie der großen Wärmekapazität darf flüssiger Stickstoff nicht mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen. Kälte-Verbrennungen bis hin zum völligen Verlust von Extremitäten könnten die Folge sein. Kältehandschuhe sowie spezielle Brillen gehören daher zur Grundausstattung eines jeden Nutzers dazu!

Neben dem Stickstoff selbst benötigt man noch spezielle Kühler, sogenannte Pots. Diese speziellen Metall-Kühler haben alle mehr oder weniger die gleiche Form: Ein zumeist runder Zylinder mit massivem Boden. Aufgrund der offenen Bauform kann das System nur im liegenden Zustand damit ausgestattet werden. Da LN2 zusätzlich flüchtig ist und somit häufig nachgekippt werden muss, ist solch ein Aufbau auch aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit nicht alltagstauglich (oder hat jemand Lust, während des Spielens ca. alle 15 Sekunden einen Schwall Stickstoff nachzukippen? ;) ). Zum Aufstellen von Benchmark-Rekorden ist jedoch jedes Mittel recht.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3142&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: flüssiger Stickstoff"><br><i>Nach längerem Einsatz bildet sich Schnee am Kühler.</i></center>

Doch es gibt auch noch andere Probleme, mit denen man sich im Extrembereich herumschlagen muss.
[break=Probleme im Extrembereich]
Ein Feind des Extrem-Overclockers ist das Kondenswasser.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3143&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Kondenswasser"><br><i>Nach längerem Gebrauch bildet sich fast unweigerlich an einigen Stellen Kondenswasser.</i></center>

Wenn man Komponenten unterhalb der Raumtemperatur betreibt, bildet sich unweigerlich Kondensat, was an elektronischen Teilen natürlich tunlichst vermieden werden sollte. Um dem entgegen zu wirken, muss das Gebiet um die gekühlte Komponente möglichst gut von der Umgebungsluft isoliert werden. Hierfür nutzt man meist Armaflex – ein Schaumstoff, welcher eine hohe Wärmeisolierung besitzt. Dank dieses Schutzes kann man Kondenswasser (je nach Güte der Isolierung) fast völlig vermeiden.

<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3135&w=o" border="1" alt="Overclocking im Wandel der Zeiten: Isolierung"><br><i>Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Eine gute Isolierung dauert seine Zeit.</i></center>

Doch auch die Komponenten halten zum Teil Überraschungen bereit. So sorgen Overvoltage Protection (OVP) sowie Overcurrent Protection (OCP) gerne für unschöne Momente, wenn man sich auf Punktejagd befindet. Die OVP sorgt dafür, dass sich das System bei zu hoher Spannung der CPU abschaltet, während die OCP das System vor zu hoher Auslastung schützt. Beides sind wichtige Instrumente zum Schutz des Systems, im Extrembereich hingegen, wo man ohnehin permanent mit dem Verlust von Hardware rechnen muss, sind solche Mechanismen eher hinderlich. Kein Wunder, dass entsprechende Hardware-Modifikationen, die OVP und/oder OCP entgegenwirken, schnell die Runde im Internet machen.

Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte Cold-Bug bzw. die erweiterte Form Cold-Boot-Bug. Beide Bugs haben – wie der Name bereits vermuten lässt – mit Kälte zu tun. Wer also die Worte „Cold-Boot-Bug bei -135 Grad“ liest, der hat soeben die Information erhalten, dass eine CPU X bei -135 Grad (oder kälter) nicht mehr bootet. Cold-Bug bedeutet wiederum, dass eine CPU X ab einer bestimmten Temperatur den Dienst komplett einstellt (und das System im wahrsten Sinne des Wortes einfriert). Meist liegen zwischen Cold-Bug (CB) und Cold-Boot-Bug (CBB) noch ein paar Grad, was aber von Prozessor zu Prozessor unterschiedlich ist. Hier heißt es ausprobieren.

AMD-Prozessoren haben noch eine besondere Form des Cold-Bugs: Dieser tritt sowohl in Abhängigkeit von Temperatur als auch in Abhängigkeit vom verwendeten Referenztakt auf. Hier scheint oftmals der Speichercontroller den Dienst zu quittieren, wenn eine Temperatur X unterschritten wird, gleichzeitig aber ein Referenztakt Y genutzt wird. Auch diese beiden Faktoren sind von Prozessor zu Prozessor unterschiedlich und müssen in akribischer Kleinstarbeit ausgetestet werden. Wobei es bei einer aktuellen AMD-CPU durchaus vorkommen kann, dass der Cold-Bug bereits bei niedrigen Plus-Graden auftritt. Der Phenom 9950, welcher für den <a href="http://www.planet3dnow.de/cgi-bin/newspub/viewnews.cgi?category=1&id=1219748248">SuperPI 1M-Weltrekord auf AMD-Seite</a> benutzt wurde, wollte beispielsweise bei weniger als -10 Grad nicht mehr arbeiten.

Egal, welche Plattform man momentan benutzt: Sowohl bei Intel als auch bei AMD gibt es den Cold-Bug, welcher es niemandem leicht macht. Speziell dann nicht, wenn man mit einer Kühlung wie beispielsweise einer Kaskade arbeitet, die keine variable Temperatur besitzt. Somit wird jeder erste Versuch mit einer neuen CPU zum Glücksspiel.
[break=Ausblick zur 2. AOCM]
Wie bereits auf Seite 5 dieses Artikels angedeutet, findet am letzten Oktober-Wochenende (25. bis 26.10.) die 2. AwardFabrik Overclocking-Meisterschaft (AOCM) statt. Diese Veranstaltung will (und wird) an den Erfolg der ersten Ausgabe im vergangenen Jahr anknüpfen.

<center><img src="http://www.awardfabrik.de/images/pics_threads/prophet/aocm_2008/banner/aocm_ohne_sponsoren_animation.gif" alt"Offizielles Banner der AOCM"><br><i>Das offizielle Banner der AOCM.</i></center>

In Minfeld (bei Karlsruhe) steht an besagtem Wochenende eine große Mehrzweckhalle zur Verfügung, in denen sich dutzende gleichgesinnte im freundschaftlichen Wettkampf üben werden. Die Crew der AwardFabrik hat in mühevoller Kleinarbeit 8 Wettbewerbe erdacht, an denen jeder teilnehmen (und gewinnen) kann – egal, ob derjenige mit einem Alltagssystem antritt oder einen offenen Benchmark-Aufbau mit Extremkühlung nutzt. Jeder hat Chancen auf den Sieg, da es verschiedene Wettbewerbsklassen gibt, in denen nicht immer das dickste Portemonnaie zählt.

Auf dem Plan stehen:
<ul><li>bester Overclocker: an 5 identischen PCs muss ein möglichst schneller SuperPI 1M-Durchlauf erreicht werden</li><li>CPU-Z-Validation: das prozentual höchste Übertaktungsergebnis gewinnt</li><li>schnellster Aquamark 3-Run luftgekühlt</li><li>schnellster Aquamark 3-Run wassergekühlt</li><li>schnellster Aquamark 3-Run extremgekühlt</li><li>Casemodding-Contest</li><li>Hardware-Weitwerfen</i><li>Forenwettkampf: in verschiedenen Disziplinen treten jeweils zwei Teilnehmer pro Forum gegeneinander an</li></ul>
Aufgrund der Auswahl der Contests zeigt sich, dass jeder eine reelle Chance hat, Preise zu gewinnen. Zum Einen, weil ein Teil der Hardware gestellt wird, zum Anderen, weil es verschiedene Klassen gibt.

Auch Planet 3DNow! wird in Minfeld vor Ort sein. Ich als Autor dieses Artikels werde zusammen mit meinen Kollegen von <a href="http://www.benchbrothers.de" target="_blank">BenchBrothers</a> vor Ort sein und gemeinsam werden wir – wie im Vorjahr – am Wettbewerb „schnellster Aquamark 3-Run extremgekühlt“ teilnehmen. Ziel ist es, Platz 2 aus dem Vorjahr zu verteidigen – und nach Möglichkeit den Platz an der Sonne anzugreifen. Bereits seit einigen Wochen heißt es daher: Organisieren, testen und ausprobieren. Denn aufgrund der beschriebenen Probleme, auf die man im Extrembereich treffen kann, muss man für ein derartiges Event gut vorbereitet sein, um eine Siegchance zu haben. Wir werden sehen.

Wer sich mit dem Gedanken eines Besuches oder gar einer Teilnahme trägt und sich über die Veranstaltung informieren möchte, der kann dies unter <a href="http://www.awardfabrik.de/forum/showthread.php?t=4300" target="_blank">diesem Link</a> tun.
[break=Schattenseiten]
Auch, wenn dieser Artikel - zugegebenermaßen - pro Overclocking ausgerichtet ist, so hat natürlich die Entwicklung der letzten Jahre ihre Schattenseiten.

<u>dick - dicker - Portemonnaie</u>

Wer heutzutage in der Benchmark-Welt vorn mitspielen will, braucht eins: Geld! Einfach in einen Laden zu gehen, eine CPU, ein Mainboard, RAM und eine Grafikkarte zu kaufen, reicht heutzutage leider nicht mehr aus.

Auf der einen Seite spricht die Natur einiger Benchmarks dagegen.Wer den Rekord im 3DMark03 brechen möchte, kommt um 2 Radeon HD 4870X2 samt Intel Core 2 Duo-Prozessor und Intel-Chipsatz nicht herum. Für den 3DMark Vantage dürfen es hingegen gern 3 NVIDIA GTX280 samt SLI-Mainboard und ein Core 2 Extreme sein. De facto gibt es kein Setup mehr (und sei dies noch so teuer), mit welchem man in allen "gängigen" Benchmarks Rekorde brechen kann.

Auf der anderen Seite heißt es bei vielen Komponenten selektieren. Ein Prozessor "von der Stange" reicht bei weitem nicht mehr aus. Wer eine gute CPU haben will, muss üblicherweise mehrere Exemplare kaufen, durchtesten und wieder verkaufen. Das ist einerseits beim Kauf ein großer finanzieller Aufwand (besonders dann, wenn es Premium Hardware sein muss), und andererseits ist der Verlust bei der Veräußerung fast vorprogrammiert.

<u>Vitamin "B"</u>

Aufgrund der gerade eben genannten finanziellen Problematik sind Beziehungen heute enorm wichtig. Man muss Leute kennen, die wiederum Leute kennen, die....

Jeder Overclocker nimmt Unterstützung, die ihn nach vorn bringt, gern an. Sei es durch Samples, die gestellt werden, sei es durch die Möglichkeit der Selektion oder ähnliches. In vergangenen Jahren lief das noch etwas anders, wenngleich Beziehungen noch nie geschadet haben. ;)

Doch alles Jammern hilft hier nicht: Wer schnell sein will, muss zahlen. Ein Motto, was sich auch 1:1 auf die Autotuner-Gemeinde übertragen lässt. Auch hier muss jede Menge Geld investiert werden, auch hier gibt es Liebhaber und Hasser. ;)
[break=Und in Zukunft?]
Voraussagen können wir natürlich nichts (könnten wir dies, wäre der Lotto-Jackpot unser), eine Prognose können wir jedoch stellen.

Aufgrund der Tatsache, dass viele Hersteller in den letzten Monaten "Geschmack" an Overclocking-Events und der entsprechenden Klientel gefunden haben, ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung noch eine Weile fortsetzt. Es wird wahrscheinlich weitere Events geben, die um Aufmerksamkeit und Prestige ringen. Gleichzeitig könnte es womöglich zu einer Art "Overclocker-Handel" kommen: Erfolgreiche Enthusiasten werden von Herstellern umworben und mit Angeboten bedacht, wenn sie exklusiv mit Produkten eben dieses Herstellers benchmarken.

Auf der anderen Seite wird die Overclocking-Community wahrscheinlich weiter zusammenrücken. Es werden sich forenübergreifende Gemeinschaften bilden, um mit gemeinsamen Aktionen mehr Aufmerksamkeit zu erregen und gleichzeitig mehr Unterstützung bei Herstellern zu erreichen.

Die Hersteller werden auch zukünftig das Overclocking fördern und mit immer mehr und immer tiefgreifenderen Optionen im BIOS das letzte Quäntchen Performance zum Abruf bereitstellen. Mit Intels Core i7- sowie AMDs Deneb-Prozessoren wird es einmal mehr neue Optionen geben, die von den sogenannten "Early Adopters" genau unter die Lupe genommen werden, um anschließend Erfahrungen mit der breiten Masse zu teilen. Was folgen wird ist die Adaption durch die breite Masse.

Und so dreht sich das Karussel munter weiter, ohne, dass derzeit ein Ende in Sicht ist. Allerdings muss man klar sagen, dass diese Entwicklung nicht ewig anhalten kann und wird. Doch wann es soweit sein wird, ist aus heutiger Sicht nicht vorhersehbar.
[break=Fazit]
<center><img src="http://www.planet3dnow.de/photoplog/file.php?n=3145&w=o" border="1" alt="Titelbild: Overclocking im Wandel der Zeiten"></center>

Egal, wie man dem Thema Übertakten als PC-User gegenübersteht: Ohne Enthusiasten, die ihre Hardwarekomponenten außerhalb der Spezifikationen betreiben, wären heute einige Dinge nicht so, wie sie tatsächlich sind. Dabei kann man immer die Frage stellen, wie groß der Einfluss der Overclocker nun wirklich ist. Fakt ist, dass Erkenntnisse von der Industrie gerne adaptiert werden (Beispiel Performance Level) oder man gar eine Arbeitskraft aus der Enthusiasten-Riege verpflichtet. Das alles führt dazu, dass die Entwicklung der Hardware nicht unbedingt langsamer vonstatten geht.

Hersteller haben für sich entdeckt, dass der geneigte Overclocker eher bereit ist, den einen oder anderen zusätzlichen Euro auszugeben und versuchen damit einen weiteren Absatzmarkt zu erschließen – mit guten Gewinnmargen versteht sich. Kein Wunder also, dass Events wie die AwardFabrik Overclocking-Meisterschaft kräftig gefördert werden. Wobei dies wahrscheinlich erst der Anfang ist, da in den letzten Monaten ein drastisches Umdenken bei den Herstellern stattgefunden hat und es noch jede Menge Aufholbedarf gibt.

Aufgrund der "Kauf-Wut" von Enthusiasten profitieren auch mitunter "normale" PC-User. Denn wer High-End-Hardware kauft, muss sie in den meisten Fällen auch irgendwann wieder abstoßen. Meist funktioniert das nur über einen deftigen Preisnachlass, wodurch sich oftmals ein stolzes Sümmchen sparen lässt. Und üblicherweise liegt die Halbwertzeit von Premium-Hardware bei wenigen Monaten (und bisweilen sogar nur Wochen). Aktuelle Hardware zu vernünftigen Preisen ist also durchaus möglich.

Und obwohl sich die Benchmark-Welt in den letzten Jahren in Bezug auf den notwendigen Mitteleinsatz in eine unschöne Richtung entwickelt hat, so wird Eines weiterhin bleiben: Gute Ergebnisse, egal ob mit einer 50 Euro- oder einer 1.000 Euro-CPU, werden von der Enthusiasten-Community gewürdigt. Hier hält man genauso zusammen, wie dies in anderen Hobby-Bereichen der Fall ist. Zudem sollte man auch - sofern man Overclocking als Hobby betreibt - eines nicht vergessen: Es ist und bleibt (zumindest für die meisten) ein Hobby, wo der Spaß im Vordergrund stehen sollte.

Selbstverständlich erhebt dieser Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dazu ist in den vergangenen Jahren auf dem beschriebenen Sektor einfach zuviel geschehen, um dies auf wenigen Seiten abzuhandeln. Vielmehr möchten wir mit dem heutigen Artikeln eine kleine Zeitreise unternehmen, um auch den vielen jungen Forenmitgliedern einen Einblick zu gewähren, wie es "früher" so zuging. Gleichzeitig freuen wir uns auf eine angeregte Diskussion in den Kommentaren zum Artikel.

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