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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vista Vista/Windows 7 schlecht programmiert?


chewie
14.09.2010, 19:23
Ich stelle fest, dass viele komfortable Funktionen bei Windows 7 (und auch schon bei Vista) fehlen. Ich will mal ein Beispiel machen: Fonts konnte man bisher immer durch Doppelklick auf das Symbol anschauen. Das Font-Fenster konnte man mit Esc wieder schließen.

Seit Vista ist das nun nicht mehr möglich. Jetzt muss man das umständliche Alt+F4 anwenden oder auf das "X" klicken, um das Fenster zu schließen.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Ich denke, der Komfort ist wegprogrammiert worden. Vielleicht, um Verbesserungspotenzial für spätere Versionen zu haben? Was meint ihr?

Dalai
14.09.2010, 19:42
Ich denke, der Komfort ist wegprogrammiert worden.Ich denke anders und zwar analog zum Geld: mein Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders. Der Komfort wird an anderen Stellen Einzug gehalten haben, in meiner bisherigen Erfahrung meist eher dort, wo ich ihn nicht gebrauchen kann...

Es gibt aber schon deutliche Verbesserungen an einigen Stellen, u.a. beim Jugendschutz/Kindersicherung, wie ich feststellen durfte. Dessen Einstellungen passen genial auf den Einsatzzweck: Tablet-PC für die Firma zur Maschinenüberwachung und die Mitarbeiter sollen wirklich nur bestimmte Programme nutzen dürfen und nicht im Netz surfen oder sonstige Spielchen. Das ging bei XP nur recht umständlich über die Gruppenrichtlinien zu regeln.

Aber darauf zu schließen, dass Vista oder Win7 schlecht programmiert wären, halte ich für zu hoch gegriffen. Schließlich ist ein OS mehr als eine GUI. Fehler und Ungereimtheiten sind natürlich enthalten (wie man in meinem Thread (http://www.planet3dnow.de/vbulletin/showthread.php?t=376205) nachlesen kann), aber die gab's in der bisherigen Windows-Entwicklung auch. Klar ist aber auch: je komplexer ein System wird, desto mehr Möglichkeiten für Fehler gibt es.

MfG Dalai

chewie
14.09.2010, 19:46
Der Komfort wird an anderen Stellen Einzug gehalten haben, in meiner bisherigen Erfahrung meist eher dort, wo ich ihn nicht gebrauchen kann...

Wow, das ist eine gute Sichtweise, mit der ich was anfangen kann! Danke fürs Posten. ;-)

Oi!Olli
14.09.2010, 22:33
Jein.

Scheinbar scheinen die Programmierer und die Designer sowie die Verantwortlichen bei MS über zu wenig Speicherplatz zu verfügen.

Das was sie an einer Stelle verbessern verschlimmern sie an einer anderen Stelle so wie Dalai es schon sagte.

Die Superbar zum Beispiel ist klasse. Dafür fehlt aber der Papierkorb im Explorer den muss man jetzt mühsam auswählen. Die Systemwiederherstellung zu konfigurieren ist auch nerviger geworden.

SPINA
14.09.2010, 23:08
Jetzt muss man das umständliche Alt+F4 anwenden oder auf das "X" klicken, um das Fenster zu schließen.Ich finde das gut so. So wird die Bedienung vereinheitlicht. Drück man z.B. beim Internet Explorer unter Windows XP Escape, tut sich doch auch nichts.

Wenn Microsoft etwas verschlechtert hat, dann ist es nach meinem Dafürhalten eher die Windows Suche. Das lag aber wohl z.T. an den Kartellämtern.

yourgreatestfear
15.09.2010, 01:52
Eins vorweg: Schlecht programmiert ist Win7 nicht.

Bedienung der Alltagsfunktionen ist unter Win7 etwas komfortabler geworden und die zugrundeliegende Software wird den allgemeinen Ansprüchen an Performance, Sicherheit und Stabilität mehr als gerecht. In Bezug auf Konfiguration und Kontrolle des Systems hat MS aber einen riesen Rückschritt gemacht. Zusammengehörige Einstellungen die früher in einem Fenster mit wenigen Controls zu erreichen waren, wurden nun in einem Chaos von Fenstern und redundanten Pfaden verstreut. Extrem ist auch der Zwang zu Diensten und Daten, die keine Sau im normalen Leben will/braucht. Keine Ahnung welches Gras die Entwickler geraucht hatten. Noch nie zuvor hat man so lange allein damit verbracht Dinge zu deaktivieren, bevor man stressfrei mit dem Windows arbeiten kann.

Man verstehe mich bitte nicht falsch. Wenn man einmal damit durch ist, dann kann ein Windows 7 sogar Spaß bei der Arbeit und in der Freizeit machen. Aber der Weg dahin ist langwierig und frustrierend. Ich wünscht, dass ein Windows der Zukunft wieder alternative Installationen zulässt: Minimal, Standard, Voll und Benutzdefiniert (mit detaillierter Paketauswahl wie man es von Linux oder ansatzweise von früheren Windoofs kennt). Mindestens eine Deppenversion und eine Arbeitsversion getrennt angeboten, anstatt wie heutzutage für den Preis einer Professional eine Deppenversion mit noch mehr Unsinn zu bekommen. Schon ziemlich vermessen von MS alle Anwender und Systeme in einen Topf zu werfen, statt zielgruppen- und hardwaregruppengerechte Installationen und Bedienungsoberflächen zu erlauben.

Dalai
15.09.2010, 15:16
Ich wünscht, dass ein Windows der Zukunft wieder alternative Installationen zulässt: Minimal, Standard, Voll und Benutzdefiniert (mit detaillierter Paketauswahl wie man es von Linux oder ansatzweise von früheren Windoofs kennt).Sowas gibt's schon und nennt sich unbeaufsichtigte (unattended) Installation. Ich gebe zu, dass die Erstellung einer solchen deutlich vereinfacht werden müsste, aber prinzipiell ist es möglich ;).

Schon ziemlich vermessen von MS alle Anwender und Systeme in einen Topf zu werfen, statt zielgruppen- und hardwaregruppengerechte Installationen und Bedienungsoberflächen zu erlauben.Das tun sie und auch wieder nicht. Siehe oben: es gibt bereits für den willigen und fähigen Admin die Möglichkeit, Windows an die Bedürfnisse anzupassen, aber ich bin bei dir, dass die Installation selbst einen Button "Benutzerdefiniert" oder "Expertenoptionen" oder so anbieten sollte.

Zum Abschluss noch etwas, wo der Komfort deutlich gelitten hat bzw. gar nicht mehr vorhanden ist: der Bootmanager. Dessen Einstellung ist einfach eine absolute Katastrophe. Ich "durfte" mich seit Montag damit beschäftigen, sitze also heute schon den dritten Tag dran, ein Image eines Tablet-PCs auf einen anderen Tablet zu übertragen. Inzwischen weiß ich, wie der BCD zu bedienen ist. Komisch, bei Linux wird immer über die Kommandozeile geschimpft, aber BCD schießt echt den Vogel ab... 8-(

MfG Dalai

yourgreatestfear
15.09.2010, 16:31
Das Thema unattended Installation bzw. das WAIK ist genau der Punkt den ich mit stundenlangem Aufwand meinte. Problem ist auch, das eine derart beschnittene Installation im Nachhinein recht statisch ist, keine Möglichkeit mit Boardmitteln Komponenten nachzuinstallieren falls Anforderungen sich ändern etc.

Ich benutz übrigens RT Se7en Lite um meine Installationsmedien anzupassen, genau die Paketauswahl wünscht ich mir aber jederzeit verfügbar in der Systemsteuerung von Windows.

Den größten Horror bereitet mir aber ständig der Fenster- und Dialoghorror in der Netzwerk/Gruppen/Freigabekonfiguration meines Tablet PC. Das Gerät wechselt nunmal häufig zwischen zwei statischen LANs, einer WLANumgebung und einer UMTS-Einwahl mit entsprechend unterschiedlichen Freigaben, Kennungen etc. Einmal sich durch den konfusen Systemsteuerungswald durchklicken geht noch, aber wenn man das häufig wiederholen muss nervts nur noch.

Ein weiteres Rätsel von Windows 7 sind mir auch die hohen DPCLatenzen. Im Vergleich zu meiner XP-Workstation sind die Latenzen einer Standardinstallation von Win7auf neuerer Hardware (beides Sockel775 Intelchipsatz) gleichmal um den Faktor 8 schlechter, bei einer angepassten Installation immerhin noch um den Faktor 4.

Dalai
15.09.2010, 16:41
Problem ist auch, das eine derart beschnittene Installation im Nachhinein recht statisch ist, keine Möglichkeit mit Boardmitteln Komponenten nachzuinstallieren falls Anforderungen sich ändern etc.Hä? Klar kann man Komponenten nachinstallieren. Die Antwortdatei gibt doch nur den Installationszeitpunkt wieder, Änderungen aber trotzdem zulässt.

Den größten Horror bereitet mir aber ständig der Fenster- und Dialoghorror in der Netzwerk/Gruppen/Freigabekonfiguration meines Tablet PC.Da muss ich zustimmen. Schon die Beschreibung des Arbeitsplatznetzwerks und Heimnetzwerks unterscheidet sich nicht oder nur marginal - echt klasse, was MS da gebaut hat. Ich hab ein Netzwerk und fertig, ich unterscheide da nicht. Am Anfang musste ich die Beschreibungen erstmal 10 Minuten wiederholt lesen und hatte es dann immernoch nicht gepeilt.

Das Gerät wechselt nunmal häufig zwischen zwei statischen LANs, einer WLANumgebung und einer UMTS-Einwahl mit entsprechend unterschiedlichen Freigaben, Kennungen etc. Einmal sich durch den konfusen Systemsteuerungswald durchklicken geht noch, aber wenn man das häufig wiederholen muss nervts nur noch.Keine Ahnung, ob NetSetMan (http://www.netsetman.com/) noch unter Win7 tut, aber evtl. ist der was für dich.

MfG Dalai

yourgreatestfear
15.09.2010, 16:59
Hä? Klar kann man Komponenten nachinstallieren. Die Antwortdatei gibt doch nur den Installationszeitpunkt wieder, Änderungen aber trotzdem zulässt.


Genau lesen bitte: mit Boardmitteln! Ich rede einfach von einer ständig präsenten Möglichkeit windowseigene Pakete zu entfernen/hinzuzufügen ohne Googlesuchen, Thirdpartytools und/oder umständliche Kopier/Registrierungsexzesse.

PS: Schau ich mir al an das Tool, danke.

nebula
15.09.2010, 17:22
Denke mal könnte dies meinen. "lange suchen brauch man da auch nich"
http://img693.imageshack.us/img693/6875/winfunc.png

Dalai
15.09.2010, 17:33
Denke mal könnte dies meinenKorrekt. Genau das meine ich - und dieses Ding ist auch nach einer Unattended aufruf- und nutzbar.

MfG Dalai

yourgreatestfear
15.09.2010, 17:34
Ja, wieder einer reingefallen. Du weisst schon das dieser Kram die Scheisse in den meisten Fällen nicht wirklich entfernt, sondern nur deaktiviert und Links darauf entfernt? Und das auch nur von einem Teil der Dinge die Thirdpartyanbieter zugänglich machen?

Dalai
15.09.2010, 17:42
Ich verstehe dich nicht. Egal, wie ich das OS installiert habe, die Komponenten sind mit Thirdparty-Tools immer bearbeitbar. Und viel kleiner wird eine Installation durch Entfernen des IE auch nicht... Der größte Brocken ist schließlich WinSxS mit irgendwas um die 6 GB bei x64 - oder kannst du das mit deinen Tools auch reduzieren?

MfG Dalai

yourgreatestfear
15.09.2010, 17:49
Ich verstehe dich nicht. ...

Problem ist eher, dass Du nicht vollständig liest was ich schreibe. Ich sage doch ausdrücklich, dass es mit Thirdparty etc. alles möglich ist und ich es auch mehrfach selbst bei meinen Maschinen anwende. Aber ich als oller PC-Nutzer erwarte von einem OS mehr Modularität mit allgemein zugänglichen Boardmitteln. Ich beschwere mich über die Umständlichkeit und miese Ergonomie bei Konfiguration und Kontrolle, nicht darüber dass meine Wünsche nicht umsetzbar wären.

PS: Was die Auswahl unter WindowsFunktionen betrifft. Die ist ein Witz in Anbetracht der vorhanden Tools, Dienste und unnötigen Abhängigkeiten, welche in Windows rumoxidieren.

SPINA
15.09.2010, 17:52
Ein weiteres Rätsel von Windows 7 sind mir auch die hohen DPCLatenzen.Ist mir auch schon aufgefallen. Windows NT 6.x macht wohl aggressiver Gebrauch von den Möglichten, die ACPI bietet.

Schaltet man Cool 'n' Quiet sowie C1E im BIOS ab, so nähern sich die Werte auf meinem System weitgehend denen von Windows NT 5.x an.
Du weisst schon das dieser Kram die (...) in den meisten Fällen nicht wirklich entfernt (...)Es ist aber dadurch Segen und Fluch zugleich. Man denke zum Beispiel an das überaus praktische Anytime Upgrade.

Erst Heute habe ich bei Windows 7 Home Premium einen Professional Key eingeben und zwei Minuten später, war es schon umgestellt.

Dalai
15.09.2010, 18:00
OK, dass es mit Bordmitteln nicht geht, ist ein richtiger Punkt. Deswegen ist es aber trotzdem möglich, Komponenten nachzuinstallieren, falls Anforderungen sich ändern (deine Worte, lediglich um "Bordmittel" erleichtert). Daran ist nichts statisch. Wenn du eben deine Unattended mit Thirdpartys über die von MS gegebenen Möglichkeiten hinaus modifizierst, musst du damit leben, das auch im Nachhinein tun zu müssen. MS hat es eben (leider) nicht vorgesehen, sich analog zu Linux Pakete installieren/entfernen zu können. Den Komfort gab es aber nie so richtig. Auch wenn man bei Win9x ein paar Komponenten wie Spiele, WordPad (ab)wählen konnte, geht heute bei Win7 auch nicht viel mehr.

MfG Dalai

SPINA
15.09.2010, 18:04
Man könnte vielleicht die rudimentären Windows Live Essentials (http://explore.live.com/windows-live-essentials) als Schritt in diese Richtung Betrachten.

http://www.abload.de/img/essentialsbcn3.png

nebula
15.09.2010, 18:07
Da gibts übrigens bald neues.
http://explore.live.com/windows-live-essentials-beta

http://www.winsupersite.com/live/wlwave4.asp

yourgreatestfear
15.09.2010, 18:21
Gut das ihr das erwähnt, im Grunde nichts dagegen zu sagen. Wenn man damit mittelfristig endlich mal wieder zu einer klaren Trennung von Anwendungssoftware und Betriebssystem zurückfindet wäre so etwas zu begrüßen.



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