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Des Rechners neue Kleider

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Eine berufliche Neuorientierung schleift als Begleiterscheinung nicht selten einen Wechsel der Umgebung hinter sich her, sei dies geografisch oder anderweitig. In meinem Fall bleibt zwar die Geografie unangetastet, nicht jedoch meine bis dato doch recht heterogene Arbeitsumgebung, bestehend aus einem Desktop mit Windows Vista, einem Notebook mit Mac OS X und einem gemeinsam mit meiner Frau genutzten Netbook mit Windows XP. Denn mein zukünftiger Brötchengeber setzt ausschließlich auf Linux, genauer gesagt auf SuSE Linux, und die gewieften unter unseren Lesern werden die Abwesenheit jeglicher Linux-Couleur in meiner Arbeitsumgebung sicherlich bereits entdeckt haben. Da ich einen Großteil der Zeit aus dem heimischen Büro heraus arbeiten werde, jedoch auch unterwegs Einsätze zu bewältigen habe, bedeutet dies, dass ich zwei meiner Arbeitsgeräte, Desktop und Netbook, auf openSUSE 11.1 umstellen muss. Das Notebook mit Mac OS X bleibt erhalten, da es für Tätigkeiten wie dem Verfassen und Layouten von Artikeln, oder der Bildbearbeitung und -verwaltung, benötigt wird.

Nun gibt es für diese Problemstellung logischerweise mehrere Lösungsansätze. Zwei Konstanten sind jedoch fest gegeben. Erstens wäre ein ständiges Hin- und Herbooten zwischen Windows und openSUSE wenig praktikabel und zweitens beschwert sich meine Frau schon heute zurecht über die Anzahl der Computer in unserem Haushalt. Da das Netbook gemeinsam genutzt wird, muss das installierte Windows XP für meine Frau erhalten bleiben. Der Desktop soll jedoch, auf lange Sicht, vollständig auf openSUSE migriert werden.

Alteingesessenen Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich zusammen mit tomturbo für die Administration des Planet 3DNow! Servers verantwortlich bin. Eine nicht unerhebliche Vorbelastung in puncto Linux ist also durchaus vorhanden, allerdings war meine Devise bis dato eine sehr schwarz/weiße. Denn entsprechend meinen bisherigen Erfahrungen war Linux hervorragend geeignet für Server und quasi ohne ernst zu nehmende Alternative. Meine Erfahrungen mit Linux auf dem Desktop sprechen aufgrund der unterschiedlichen Anforderungsprofile eines Desktops und Servers jedoch eine völlig andere Sprache: hier empfinde ich es den Alternativen Windows und Mac OS X gegenüber unterlegen. Dadurch bedingt beschränkt sich meine Erfahrung mit Linux also fast ausschließlich auf die Einrichtung und Verwaltung von Servern, meine letzte „Linux auf dem Desktop“ Erfahrung liegt schon mehrere Jahre zurück. Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass dieser letzte Versuch, genauso wie schon alle anderen zuvor, spektakulär scheiterte.

Dass diese neue (und diesmal aufgrund der Art der Anstellung höchstwahrscheinlich endgültige) Umstellung meiner Arbeitsgeräte von Windows auf Linux also trotz jahrelanger Linux-Erfahrung nicht leicht wird, war mir von Anfang an klar. Im Unterschied zu allen bisherigen Experimenten gibt es diesmal jedoch eine zusätzliche Motivation. Denn wo es bisher eine rein privat motivierte Umstellung der Arbeitsumgebung war und der Weg zurück immer offen stand, ist die Motivation diesmal beruflich und somit ohne erkennbaren Weg zurück. Die Erfolge und Misserfolge werde ich in einer Art Tagebuch festhalten und regelmäßig veröffentlichen, bis der Umstieg komplett durchgezogen ist.
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Kommentare

  1. Avatar von Riddler82
    openSUSE... naja. gibt schlimmeres Ich persönlich nutze auf meinem Zweit-PC schon seit einiger Zeit nur noch Linux (in wechselnden Distribtionen, meist aber Ubuntu oder Mandriva, faulheit siegt ) und könnte mir sogar einen völligen Umstieg auf Linux vorstellen. Was mich persönlich davon abhält, ist eigentlich nur die Tatsache, dass ich gerne mal ne Runde zocke, was unter Linux so ziemlich der größte Schwachpunkt ist. Ansonsten habe ich bis einen ziemlich exotischen DVB-T-Stick und meinen alten (mittlerwile defekten) Multifunktionsdrucker so ziemlich alles unter Linux hinbekommen .

    Ich wünsche dir alles gute bei deinem (erzwungenen) Umstieg, und vielleicht wirst du ja sogar positiv überrascht, von Linux als Desktop-OS.
  2. Avatar von Onkel Homie
    Deine Erfahrungen kann ich so auch nur teilen.
    Auf allen Servern die ich so aufgesetzt habe, war Linux immer die deutlich bessere Wahl. Aber als Desktop..ich habe es mehrfach probiert und teste es auch immernoch, abber bisher war dann am Ende Windoos doch wieder der klare Sieger. Auf meinem Thinkpad läuft aktuell hauptsächlich ein Kubuntu, aber auch da nerven mich immernoch diverse Sachen, so dass ich wieder überlege zurückzugehen zum guten alten XP.

    Mit openSuse hab ich nur rel. wenig Erfahrungen, aber die die ich machen musste, waren auch nicht unbedingt die besten :(

    Von daher schon mal viel Erfolg von meiner Seite und hoffentlich klappt die Umgewöhnung bei dir besser :)
  3. Avatar von mj
    Es muss klappen, gibt ja keine wirkliche Alternative. Das könnte der Schub an Extra-Motivation sein, der mir bisher noch gefehlt hat. Bisher läuft alles einigermaßen, obwohl ich schon genügend Material für die nächsten "Folgen" gesammelt habe. Häufig sind es unglaublich nervige Dinge, die ich unter Windows seit zehn Jahren nicht mehr erlebt habe, teilweise aber auch richtig heftige Brocken.

    Aber danke für die Motivation, ich werde es ruhig und mit unglaublicher Geduld angehen und hoffen, dass es möglichst schmerzlos endet

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