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Nero24.

Monster machen Spaß

Bewertung: 2 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
In den letzten Jahren habe ich den Blog auf Planet 3DNow! meistens benutzt, um mir den Frust über irgendein Hardware-Thema von der Seele zu schreiben. Heute ist das mal genau anders herum: ich hatte einen heiden Spaß mit einem High-End Gaming-PC, den ich für Tenshi (vor 10 Jahren hier Mainboard-Tester) gebaut habe. Nicht, dass das Bauen eines PCs ein besonders hervorzuhebender Umstand wäre bei mir. Aber es ist lange her, dass ich so ein Über-2000-EUR Monster "in da Reißn hatte" wie man in Bayern so schön sagt, und ich hatte schon fast vergessen, wieviel Spaß das macht!

Für folgende Konfiguration hat sich der User entschieden:
- Intel Core i7 5820K 6 Kerne / 12 Threads
- Scythe Ninja 3 Heatpipe Tower-Kühler
- 32 GB DDR4-2133 Crucial Quad-Channel RAM
- MSI LGA2011-v3 Mainboard mit M2.PCIe 32Gbps Slot
- 256 GB Samsung NVMe-SSD für OS und Programme
- 2 TB Seagate SSHD für Daten und Games
- NVIDIA GeForce GTX 980 Ti 6 GB (Gainward Phoenix semipassiv)
- Cooler Master 750 W 80PLUS-Gold Netzteil
- Aerocool DS 200 weiß Tower gedämmt, schlichte Eleganz ohne Bling-Bling

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Nun ja, ganz so simple wie bei einem 300 EUR Office-SoC war die Installation natürlich nicht. Unzählige Kabel wollen sauber versteckt werden, damit das ganze ein Gesicht hat (auch ohne Window-Kit Ehrensache) und die Installation und Abstimmung der unzähligen Devices, sowie die Stabilitätstests sind ungleich umfassender.

Die härteste Nuss war aber die Installation auf der NVMe-SSD. Der User wollte seine Windows 7 Lizenz zu Windows 10 updaten, ergo musste erstmal Windows 7 auf den PC installiert und aktiviert werden; kein leichtes Unterfangen ohne integrierten NVMe-Treiber. So musste erstmal ein Windows 7 Datenträger mit integrierter NVMe-Unterstützung gebastelt werden, der von UEFI gebootet werden kann. Das allein hat schon einige Stunden gedauert, weil die unzähligen Anleitungen dafür immer an irgendeiner Stelle nicht funktioniert haben.

Am Ende hab ich's dann doch hingekriegt und der Lohn der Mühe sind Benchmark-Werte wie diese:

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Von Ordner zu Ordner auf dem selben Laufwerk kopiert die NVMe eine große Datei mit fast 600 MB/s - also Lesen und Schreiben gleichzeitig; eine Disziplin, die HDDs wegen ihrer Mechanik regelmäßig in den Kriechgang versetzt, und selbst bei meinen sonst üblichen SATA-SSDs wie der Sandisk Ultra II sind hier selten mehr als 100 MB/s drin wenn der SLC-Cache aufgebraucht ist. Ein Hammer-Teil das Ding, allerdings auch nicht ganz billig.

Da der PC über üppige 32 GB RAM verfügt, noch dazu superschnell per Quad-Channel angebunden, habe ich eine Konfigurationsvariante wieder ausgepackt, die ich vor Jahren öfter genutzt hatte, als es galt, bei 32-Bit-Systemen das RAM über der 4 GB Barriere nutzbar zu machen: die RAM-Disk. Eine 4 GB große RAM-Disk schmälert den nutzbaren Arbeitsspeicher bei 32 GB kaum, stellt aber einen virtuellen Datenträger zur Verfügung, dessen Leistungsfähigkeit sogar NVMe-SSDs blass aussehen lässt:

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Die RAM-Disk ist prädestiniert für Sachen wie TEMP-Verzeichnis oder sonstige "Notizen" für Zwischendurch wie (De-)Muxen von Streams, was den netten Nebeneffekt hat, dass der TEMP-Ordner nicht zumüllt, weil er nach einem Reboot automatisch wieder leer ist.

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Wie gesagt: Eine wahre Freude so ein Gerät. Manch einem sträuben sich bei soetwas natürlich die Nackenhaare ob der Dekadenz. Hätte es nicht ein üblicher Gaming-PC aus der 1000-EUR-Klasse auch getan? Das mag sein. Andererseits ist dieser User einer, der nicht alle paar Monate, ja nicht einmal alle 2 Jahre über ein Upgrade nachdenken möchte, um ein neues Spiel in Max-Details spielen zu können. Der macht solche Aktionen alle ~5 Jahre und will dann seine Ruhe haben; und das geht halt nur, wenn man dann ordentlich zugreift.

Ein bißchen Wehmut schwingt bei mir hier aber auch mit, denn frühere High-End PCs habe ich aus Athlon K7 1 GHz gebaut, aus Athlon 64 FX oder Phenom II X6. Doch die Zeiten sind leider seit einigen Jahren vorbei, dass man einem Poweruser mit höchsten Ansprüchen guten Gewissens eine AMD-Plattform hinstellen konnte. M2.PCIe 32Gbps, DDR4, geschweige denn Quad-Channel, entweder mehr als 4 Threads ODER integrierter PCIe 3.0 Controller - alles Fehlanzeige bei AMD ATM.
Ich würde mich freuen, wenn mein nächstes Projekt dieses Schlages auf einem AMD Zen-Prozessor mit 16 Threads fußen würde und man einen User nicht überzeugen muss, warum ein AMD-System für seine Zwecke doch auch passend wäre, sondern - wie damals zur Athlon-Zeit - der User den AMD unbedingt WOLLEN will

Aktualisiert: 21.10.2015 um 15:42 von Nero24.

Kategorien
Planet 3DNow! , Blog , User-Review

Kommentare

  1. Avatar von OBrian
    genau, weniger müssen müssen, wieder können können und vor allem wollen wollen!
    Aber macht wohl auch mehr Spaß, wenn die Teile wer anders bezahlt

    Hauptsächlich die veraltete AM3+-Plattform schreckt ja inzwischen ab, da wird AM4 zwangsläufig einen gewaltigen Sprung darstellen. Hoffentlich gibt es so bald wie möglich wenigstens Bristol Ridge, dann kann man sich diesbezüglich schon mal sanieren. Die NVMe-SSDs sind ne gute Sache.
  2. Avatar von Unbekannter Krieger
    Man hätte ja eine Fury oder Fury X verbauen können, dann wäre der Wehmut schon nicht mehr ganz so groß gewesen.
  3. Avatar von Nero24.
    Zitat Zitat von Unbekannter Krieger
    Man hätte ja eine Fury oder Fury X verbauen können, dann wäre der Wehmut schon nicht mehr ganz so groß gewesen.
    Hätte man, wenn nicht zwingend mehr als 4 GB VRAM auf dem Lastenheft des Users gestanden hätten. Mit der aktuellen HBM-Generation der Fury ist aber leider bei 4 GB Schluss und eine R9 390X 8 GB ist kein Gegener für die 980 Ti
    Aktualisiert: 22.10.2015 um 10:08 von Nero24.
  4. Avatar von Unbekannter Krieger
    VRAM ist was anderes (letzter Absatz des Einführungstexts): https://de.wikipedia.org/wiki/Video_..._Access_Memory
    Naja, es muss ja nichts Sinnvolles auf dem Zettel stehen (HBM vs. GGDR5 in Sachen Belegung/Bedarf). Doch wenn man sich trotzdem dran halten muss...
  5. Avatar von Unbekannter Krieger
    So musste erstmal ein Windows 7 Datenträger mit integrierter NVMe-Unterstützung gebastelt werden, der von UEFI gebootet werden kann. Das allein hat schon einige Stunden gedauert, weil die unzähligen Anleitungen dafür immer an irgendeiner Stelle nicht funktioniert haben.

    Am Ende hab ich's dann doch hingekriegt
    Möchtest du vllt. noch schildern, wie du es hinbekommen hast oder alternativ die ISO zum Download anbieten (falls das rechtlich unbedenklich ist)?
  6. Avatar von Blutengel
    sauber

    ich rüste auch erst alle 4jahre PC nach aber nicht mit so viel Geld.

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