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Bristol Ridge Notebook Kurztest - das HP 15-ba021ng

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Nachdem wir in den News schon seit Wochen über neue Laptops mit Bristol Ridge APU berichten, hatte ich heute die Gelegenheit, zum ersten Mal ein solches Gerät selbst in Händen zu halten: das HP 15-ba021ng. Für ein echtes Review im P3D-Style war die Zeit zu knapp. Daher möchte ich meine Eindrücke hier im Blog schildern für alle, die es interessiert.

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Ausstattung
Das HP 15-ba021ng ist ein Notebook mittlerer Größe mit einem 15,6" 16:9 Display. Ungewöhnlich für ein AMD-basierendes Gerät hat HP ein entspiegeltes non-glare Full-HD Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel verbaut. Wer teuere IPS-Panels gewöhnt ist, den haut das natürlich nicht vom Hocker, gegenüber dem, was jedoch sonst so in der Preisklasse verbaut wird, sticht das Display durchaus positiv hervor.

Das Herz des Geräts ist ein AMD A10-9600P "Bristol Ridge". Der CPU-Teil ist mit 2,4 GHz Basistakt spezifiziert und kann bei Bedarf und TDP-Budget bis 3,3 GHz hochtakten. Im Leerlauf reduziert sich der Takt auf 1,2 GHz.

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Anders als der direkte Vorgänger Carrizo ist das Bristol Ridge Notebook mit DDR4-Speicher bestückt, idealerweise in diesem Fall mit zwei Modulen, um das Dual-Channel Speicher-Interface der APU nutzen zu können. Leider lässt HP den Speicher nur mit 933 MHz takten, das RAM läuft also im DDR4-1866-Modus, obwohl zwei DDR4-2133 Module verbaut sind. Die Einbußen sind jedoch minimal gegenüber dem, was HP sich bei früheren Modellen schon geleistet hat, z.B. DDR3-1333 Single-Channel statt DDR3-1600 Dual-Channel und ähnliches. Nachtrag: die 12/15 W Modelle von Bristol Ridge sind tatsächlich nur für DDR4-1866 freigegeben. Erst die Laptop-Modelle bis 35 W dürfen mit DDR4-2400 arbeiten.

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Wie so oft bei AMD-Notebooks verlässt sich der Hersteller nicht nur auf die in der APU sowieso integrierten iGPU, die im Falle des A10-9600P ein GCN-v3-Chip mit 384 Shader-Einheiten wäre, die auf den Namen Radeon R5 hört, sondern verpflanzt zusätzlich noch eine dedizierte GPU mit 2 GB RAM, laut Produktdaten eine Radeon R7 M440 mit 320 Shader-Einheiten.

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Dann jedoch wird's lustig: in den Produktdaten steht ausschließlich die Radeon R7 M440, jedoch ist die integrierte Radeon R5 dennoch aktiv. Lässt man Windows 10 die Grafiktreiber automatisch installieren oder nimmt den AMD-Treiber von der HP-Homepage, wird aus der Radeon R7 M440 im Geräte-Manager eine Radeon R8 M445DX, da die beiden GPUs ins Crossfire geschaltet werden sofern man es nicht deaktiviert.

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Installiert man hingegen den aktuellen Treiber 16.7.3 von der AMD-Homepage, verschwindet die Crossfire-Sektion im Treiber und es bleibt nur noch die Umschaltbare Grafik übrig. Die dedizierte Karte heißt dann im Geräte-Manager auch nicht mehr Radeon R8 M445DX, sondern Radeon R7 M340.

Ab Werk verbaut HP eine 1 TB große 2,5" Festplatte, bei diesem Exemplar von HGST, mit 5400/min; Standardkost also. Dieses Exemplar jedoch wurde auf eine 2,5" SSD umgebaut, sodass ich keine Aussage treffen kann wie sich das System mit der HDD anfühlt. Umgebaut auf die SSD - in diesem Fall eine Samsung 750 mit 250 GB - bootet das System pfeilschnell und reagiert sehr flink auf jegliche Eingaben. Allerdings ist der Umbau auf SSD nicht ganz trivial - doch dazu gleich mehr.

Die Schnittstellen bestehen aus 3 USB-Ports, einem Kartenleser, einem HDMI-Port, einem LAN-Anschluss und einer Klinke. Zudem ist ein optisches DVD-RW-Laufwerk verbaut.

Für die Kommunikation mit dem Netzwerk stellt HP dem User Technik von vorgestern zur Verfügung: einen 100-Mbit-Fast-Ethernet-Controller sowie einen 802.11n 1x1 Controller, der ausschließlich im 2,4 GHz Band funken und somit maximal 150 Mbit/s erreichen kann. 5 GHz, ac oder Dual-Band? Fehlanzeige! Wenn der Laptop LAN und WLAN nur zum Internet-Surfen nutzt, wird's wohl reichen, da auch diese Schnittstellen noch immer schneller sein sollten als die meisten Internet-Zugänge. Für einen Einsatz im LAN, z.B. kopieren großer Dateien auf eine NAS, Zugriff auf einen Firmenserver, usw., ist das Gerät sicher nicht erste Wahl. Da reißt's der 4.0 Bluetooth-Controller auch nicht mehr raus.

Wartung
Ein ganz düsteres Kapitel ist auch das Thema Wartung. HP sieht keine Wartungsklappe vor. Wer das Gerät trotzdem öffnen will, z.B. um die langsame Festplatte durch eine SSD zu ersetzen, muss an der Unterseite alle Schrauben lösen - zwei davon sind versteckt hinter den Gummifüßchen - und das optische Laufwerk ausbauen.

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Aber auch dann kann die Halbschale nicht einfach abgenommen werden, da sie mit dem Tastatur-Cover verklipst ist. Um das zu lösen, muss vorsichtig mit einem stabilen aber nachgiebigen Werkzeug die Verbindung aufgehebelt werden, am besten mit einer Scheckkarte, die anschließend aber zerstört ist. Und oft sollte man das auch nicht machen, da die Clips irgendwann nicht mehr einrasten. Zudem dürfte natürlich die Garantie dahin sein, wenn man das Gerät trotz nicht vorgesehener Wartungsklappe öffnet.

Leistung
Bristol Ridge verwendet die gleichen Excavator-Kerne wie der Vorgänger Carrizo. Ergo gibt es in Sachen Leistung keine Überraschungen. Der Unterschied liegt darin, dass AMD Bristol Ridge aufgrund einiger Tricks und Optimierungen, die wir im Launch-Artikel ausführlich beschrieben haben, bei gleicher TDP höher takten kann. So kam der direkte Vergänger A8-8600P nur auf 1,6 GHz Basistakt, der A10-9600P jedoch taktet nun mit 2,4 GHz, also um satte 50 % höher, und kann bis 3,3 GHz boosten.

Hier ein paar Werte aus Cinebench 11.5 und 15:

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Eindrücke aus der Praxis
Das angenehme non-glare Full-HD Display wurde bereits erwähnt. Da kein IPS-Panel verbaut wurde, sind die Farben natürlich blickwinkelabhängig, sodass man das Display wie üblich bei TN-Panels möglichst im rechten Winkel zum Blickfeld aufklappen sollte.

Zum Geschwindigkeitseindruck mit der serienmäßigen HDD kann ich keine Angaben machen, da das Gerät sofort auf SSD umgebaut wurde - was eigentlich jedem Anwender zu empfehlen ist, der nicht terabyteweise Daten zu speichern hat. Die 4 Excavator-Kerne bieten jederzeit genügend Bums für tägliche Anwendungen. Bei Spielen, was durchaus möglich ist, soll der Crossfire-Modus die Leistung verbessern, kann aber auch zu Problemen führen, wenn für das Spiel kein CF-Profil existiert. Im Zweifel kann man Dual-GPU auch einfach abschalten und nur die iGPU nutzen, was allen Nichtspielern ans Herz gelegt sei.

Im UEFI des Laptops gibt es wie bei den meisten HP-Geräten die Option "Fan always on"; diese ist standardmäßig Enabled. Man kann sie auch abschalten, in der Hoffnung ein extrem leises Gerät zu erhalten. Allerdings dauert es bei diesem Modell sehr lange bis der Lüfter abschaltet, und das auch nur, wenn es komplett im Leerlauf ist. Ein wenig herumklicken auf dem Desktop genügt schon, um den Lüfter wieder zu aktivieren. Insgesamt ist der Lüfter zwar nicht wirklich laut unter Volllast, dreht allerdings schon bei geringer Last ziemlich schnell, was rasch nerven kann wenn man es anders gewohnt ist.

Ein Greuel ist wie erwartet das Thema WLAN. Obwohl der Speedport W724V nur 2 Meter entfernt steht, dauert es ewig bis größere Dateien transferriert sind. Das Öffnen des ca. 300 MB großen AMD Treiberpakets von der NAS dauert knapp eine Minute, das Kopieren dieses Pakets via Explorer pendelt um 6 MB/s herum. Nutzt man den LAN-Anschluss geht es mit 11 MB/s immerhin fast doppelt so schnell. Das daneben stehende Lenovo E555 mit Gb-LAN jedoch schnipt dasselbe File mit 105 MB/s von der NAS, was kaum mehr als 3 Sekunden dauert. Was hat sich HP nur dabei gedacht, im Jahr 2016 solche Schnittstellen zu verbauen. Unbrauchbar für alles, was über Internet-Surfen hinaus geht!

Fazit
So bleibt der Eindruck am Ende zwiegespalten. Einerseits ist das entspiegelte Full-HD Display sehr angenehm, der AMD A10-9600P für flottes Arbeiten abseits von Encoding und Gaming weit ausreichend und die gefühlte Arbeitsgeschwindigkeit dank nachgerüsteter SSD sehr flott. Positiv auch, dass HP zwei RAM-Module verbaut, um Dual-Channel zu aktivieren, was in der Vergangenheit bei HP eher unüblich war.

Auf der Negativseite stehen zahlreiche ärgerliche Kleinigkeiten wie der relativ laute Lüfter, das RAM, das langsamer getaktet wird als spezifiziert (DDR4-1866 statt 2133) (max. Takt bei 12/15 W Modellen gem. AMD-Vorgabe!) und die fehlende Wartungsklappe. Ein No-Go sind natürlich die Netzwerk-Controller von vorgestern. Für 469 EUR inklusive Windows 10 x64 Lizenz ist das Gerät im Marktumfeld aber dennoch ein faires Angebot.

Anregung für den Hersteller: die 1 TB HDD raus und eine 250 GB SSD rein, zeitgemäßes Gb-LAN und ac-WLAN, dafür die dedizierte Grafikkarte einsparen und das Gerät wäre ein Volltreffer. Aber so...

Aktualisiert: 25.08.2016 um 10:38 von Nero24.

Kategorien
P3D-Review , User-Review

Kommentare

  1. Avatar von stolperstein
    Moin Nero,

    hält die APU den Takt bei Belastung oder fährt er den mit der Zeit zurück?
    Wenn, dann könnte man vielleicht mit den AMD MSR Tweaker gegensteuern. Mit "kräftigen" untervolten habe ich meiner A8 7050 beigebracht auch bei konstanten Vollastbetrieb immer mit 3,0 Ghz zu laufen satt auf 2,2 Ghz oder weniger zurückzufallen.

    Meine Batch Datei sieht so aus:
    AmdMsrTweaker.exe turbo=1 APM=1 P7=11@0.800 P6=13@0.800 P5=16@0.825 P4=19@0.95 P3=22@0.95 P2=24@1.00 P1=27@1.025 P0=30@1.025
    Original Settings:
    AmdMsrTweaker.exe P7=11@0.825 P6=13@0.85 P5=16@0.90 P4=19@0.975 P3=22@1.0375 P2=24@1.035 P1=27@1.075 P0=30@1.1125

    Viele Grüße,
    stolpi
    Aktualisiert: 24.08.2016 um 19:24 von stolperstein
  2. Avatar von E555user
    Der BKDG zu Carrizo definiert 1866MHz maximal für zwei SODIMM Module. Wenn HP mehr anbieten würde wäre das genau genommen schon Overclocking per BIOS-Default (mein E555 hält sich z.B. nicht an die AMD BKDG Vorgaben).
    Carrizo ist da DDR3, BristolRidge DDR4, beides aber gleiche Familie (AFAIK)

    Die dedizierte GPU ist bei R7-M440 die gleiche wie bei R7-M340. Es sind also nur die Hardware-IDs im Installationspackage von AMD daran schuld, dass die GPU und APU-GPU-Combo nicht entsprechend unter neuem Namen gefunden wird. Dass AMD jetzt nicht für jede Laptop-Konfig die Crossfire-Möglichkeiten hinterlegt ist nachvollziehbar. Irgenwie aber auch ärgerlich, dass dieses nicht automatisch anhand der gefundenen GPU Units ermittelt wird. Es wäre schön wenn irgendwann Laptop-spezifische GPU-Treiber der Vergangenheit angehören würden....Aber wenn HP nichtmal die Combo als R8 M445DX bewirbt war das vielleicht auch nur ein Fehler in den früheren Treibern bei HP und Microsoft.
    Eigentlich hat sich bislang bewährt die APU GPU bei Games nicht zu nutzen, weil die Kühllösungen nicht auf einen grossen Hotspot ausgelegt sind sondern Intel typisch auf CPU mit extra GPU. Dann ist Gaming-Last ein separater GPU-Chip besser weil man die APU/CPU dann nicht so schnell ins Throtteling zwingt. Bei Desktops sind die APUs nicht vom Throtteling betroffen.... Mit richtigem Laptop-Design massgeschneidert für APU ginge das vielleicht auch....(vielleicht) aber hoffentlich wird das mit 14nm gelöst...
    Aktualisiert: 24.08.2016 um 21:09 von E555user
  3. Avatar von Nero24.
    Der BKDG zu Carrizo definiert 1866MHz maximal für zwei SODIMM Module. Wenn HP mehr anbieten würde wäre das genau genommen schon Overclocking per BIOS-Default (mein E555 hält sich z.B. nicht an die AMD BKDG Vorgaben).
    Carrizo ist da DDR3, BristolRidge DDR4, beides aber gleiche Familie (AFAIK)
    Du hast Recht (auf gewisse Weise *g*): der A10-9600P ist tatsächlich nur für 1866 MHz Speichertakt spezifiziert, egal ob DDR4 oder DDR3 Das gilt anscheinend für alle Notebook-Bristol-Ridges, die mit 12/15 W spezifiziert sind. Die Modelle bis 35 W dagegen dürfen bis DDR4-2400 heizen

    Werde das im Blog korrigieren! Vielen Dank!
  4. Avatar von mmoses
    im Fazit die Wartungsklappe vergessen
    Mir fiele noch ein, "bitte 13"Version nachschieben"
  5. Avatar von Nero24.
    Zitat Zitat von mmoses
    im Fazit die Wartungsklappe vergessen
    Ähm - nö?
  6. Avatar von mmoses
    Sörry, da bin mal ich bei der Textanalyse gescheitert
  7. Avatar von HITCHER
    Schade auch, dass sie nicht statt der extra Grafikkarte gleich einen A10-9630P mit höherer TDP eingebaut haben.
    Verglichen zum Beema A8-6410 (ebenfalls 15W TDP, aber nur 2 CU), schaut dann einfach nicht viel mehr Rechenleistung heraus, weil dafür auch mehr el. Verlustleistung nötig wäre. Von nichts kommt halt nichts, aber das Potential für noch etwas mehr Rechenleistung wäre sicher vorhanden.

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