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    350-420W Roundup - 4 günstige Netzteile im Test



    Vor kurzem wurden auf Planet 3DNow! sechs günstige Gehäuse mit integrierten PC-Netzteilen getestet. Heute widmen wir uns einigen Geräten in einer vergleichbaren Preisklasse, wobei wir dieses Mal ausschließlich Netzteile begutachten. Hierzu haben wir die Modelle be quiet! System Power 350 W, Kiss Quiet KS 420 W, Jou Jye JJ-A350APU 350 W und LC Power LC8400P Metatron Assembler 400 W über Amazon.de bezogen. Bis auf eine Ausnahme verfügen alle Geräte bereits über eine aktive Leistungsfaktorkorrektur. Dennoch kostet keines von diesen mehr als 35 EUR - gemessen am günstigsten geizhals.de-Anbieter. Welche Vor- und Nachteile derartige Modelle mit sich bringen und ob auch in dieser Preisregion empfehlenswerte Produkte angeboten werden, klären wir auf den folgenden Seiten. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich

    be quiet! System Power 350 W
    Kiss Quiet KS 420 W
    Jou Jye JJ-A350APU 350 W
    LC Power LC8400P Metatron Assembler 400 W

    [break=be quiet! System Power 350 W - Überblick]


    Beim System Power S6 mit 350 W von be quiet! handelt es sich um ein PC-Netzteil für Systembuilder, weshalb - abgesehen von der gesetzlichen Gewährleistung - kein Garantieanspruch für Endkunden besteht. Dennoch erfreut sich das Gerät großer Beliebtheit. Immer wieder gibt es anfragen, ob die System-Power-Modelle empfehlenswert sind. Da das Modell ideal zu den anderen in diesem Roundup passt, haben wir das Netzteil mit aufgenommen. Das S6 erhielt die 80Plus-Zertifizierung und verfügt über active PFC. Dem einfachen Karton werden lediglich das Netzteil selbst und ein Kaltgerätekabel beigelegt. Die Schrauben zur Befestigung des Netzteils im Gehäuse werden bei vorkonfigurierten PCs wohl von anderen Quellen bezogen, etwa über den Gehäusehersteller.



    Die beiden +12-V-Ausgänge sind mit je 18 A belastbar und können insgesamt 300 W leisten. Mit 150 W sind +3,3 V und +5 V (je 23 A) relativ stark ausgelegt, was bei einem Office-PC sicherlich auch nichts Falsches ist. Dagegen fällt +5 VSB mit 2 A verhältnismäßig schwach belastbar aus. Die Stromaufnahme beträgt in unserem Netz maximal 4 A.



    Yate Loon ist der Hersteller des verwendeten Lüfters mit Gleitlager. Wir werden dieser Marke in unserem Roundup noch öfter begegnen, da die Modelle überwiegend günstig sind. Die Modellnummer lautet D12SL-12. Es handelt sich demnach um einen 120-mm-Lüfter mit 47 CFM und maximal 1350 RPM. Dabei sollen maximal 28 dB erreicht werden. Alle sieben Lüfterblätter sind sehr scharfkantig verarbeitet.





    Entgegen der Erwartungen wurde das Netzteil schwarz lackiert. Das gleichfarbige Lüftergitter ist eine herkömmliche Variante und trägt das be-quiet!-Logo in der Mitte. Auch an einer der beiden Seiten ist der eingestanzte Schriftzug "be quiet!" zu lesen. Wie üblich sind die Entlüftungslöcher wabenförmig. Über der Kaltgerätekupplung befindet sich ein schmaler Netzschalter. Mit 14 cm entspricht die Bautiefe dem geringstmöglichen Wert eines ATX-Netzteils.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 40 cm) 1x 4-pin (ca. 40 cm) - 1x SATA, 2x HDD, 1x FDD (ca. 30, 40, 60, 75 cm)
    - - - 2x SATA, 1x HDD (ca. 45, 60, 75 cm cm)
    - - - -
    - - - -
    - - - -


    Ein Unterschied zu den meisten regulären Endkundenprodukten ist die Aufteilung der Stecker auf die Leitungsstränge. Die SATA- und HDD Anschlüsse werden versetzt und mit unterschiedlichen Abständen zueinander installiert. Insgesamt verfügt das S6 über drei SATA-, drei HDD- und einen Floopy-Stecker. Ein Anschluss für Grafikkarten wird nicht zur Verfügung gestellt, wobei im Falle eines Adaptergebrauchs zwei HDD-Anschlüsse belegt werden müssten. Mit 40 cm fallen die Mainboard-Anschlüsse sehr kurz aus, allerdings wird ein solches Netzteil vermutlich auch eher in Mini-Towern eingesetzt. Ein längerer 4+4-pin-Stecker für die CPU wäre aber eine sinnvolle Erweiterung gewesen.

    [break=be quiet! System Power 350 W - Elektronik und Messungen]




    Wie die Bezeichnung "S6" bereits verrät, gehört das Modell zur selben Generation wie das Pure Power L6 gleicher Leistung, zu dem es weitestgehend baugleich ist. be quiet! setzt bei diesem von FSP gefertigten Netzteil auf einen Flusswandler mit Halbbrücke. Beinahe jedes "Mittelklassenetzteil" verfügt über einen vergleichbaren Aufbau. Mit der Variation an Komponenten lassen sich damit beinahe alle Bereiche von 80Plus-Standard bis -Gold abdecken. Auf den Netzeingang folgen ein 4-poliger Netzschalter, ein Ferritkern an den beiden Leitern, vier Y-Kondensatoren, ein X-Kondensator, eine Längs- und zwei Gleichtaktdrosseln zur Störunterdrückung. Ein MOV als passiver Überspannungsschutz wird nicht verbaut. Auf die Gleichrichterbrücke im GBU-Gehäuse folgt der Vorregler mit einem Primärkondensator von Teapo (LH). Die verwendete PFC-Diode von NXP hat eine höhere Sperrverzugszeit als etwa die Varianten in vielen 80Plus-Bronze-Netzteilen. Das ist ein Grund für die etwas geringere Effizienz.

    Der Hauptransformator wird von einem High- und einem Low-Side-Transistor mit Strom gespeist. Es handelt sich um eine asynchrone Halbbrücke aus den beiden MOSFETs 2SK3568 mit einem hohen Einschaltwiderstand. Damit werden höhere Schaltfrequenzen als beim Eintaktflusswandler möglich, allerdings muss der Trafo noch magnetisch ausgesteuert werden. Die Transistoren können auch eine niedrigere Spannungsfestigkeit aufweisen. Diese Schaltung ist sehr verbreitet, erneut werden Unterschiede also nur durch einzelne Bauteile erreicht. Sekundärseitig wird +3,3 V über eine Sättigungsdrossel geregelt. Sämtliche Gleichrichterdioden werden im TO-220-Gehäuse verbaut und mit Wärmeleitfolien an die Kühlkörper angeschlossen. Die Lüftersteuerung wird auf einer separaten Platine über den ausgangsseitigen Speicherdrosseln installiert. Viele Elkos im Sekundärschaltkreis kommen von CapXon.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Rattern und Zirpen +2,73 % (9 mV) +0,40 % (7 mV) +0,75 % (11 mV) 69,49 % / 0.866 0,5 °C
    10 % minimales Rattern und Zirpen +2,42 % (12 mV) +0,40 % (13 mV) +0,75 % (15 mV) 77,75 % / 0.880 1,6 °C
    20 % minimales Lüfterrattern +2,12 % (14 mV) +-0,00 % (15 mV) +0,92 % (19 mV) 83,21 % / 0.917 2,5 °C
    50 % minimales Lüfterrattern +1,52 % (22 mV) -0,60 % (25 mV) +1,42 % (31 mV) 85,86 % / 0.925 3,4 °C
    80 % Lüfterrattern +0,91 % (31 mV) -1,20 % (33 mV) +1,42 % (51 mV) 85,58 % / 0.934 5,2 °C
    100 % Lüfterrattern +0,30 %(35 mV) -1,60 % (39 mV) +1,58 % (59 mV) 84,52 % / 0.938 6,4 °C
    110 % Lüfterrattern +0,00 % (41 mV) -1,80 % (42 mV) +1,75 % (61 mV) 83,73 % / 0.940 8,5 °C
    Crossload 1 - +1,52 % +2,00 % -2,92 % - -
    Crossload 2 - +0,00 % -6,20 % +8,67 % - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,2 °C), angegeben in °C.


    Die Lautstärke entspricht nicht unbedingt dem, was wir von be quiet! gewohnt sind, was vor allem am günstigen Yate-Loon-Lüfter liegen dürfte. Der Lüfter dreht nie wirklich schnell, daher dominiert das Rattern des Lagers. Dieses wird sicher nicht bei jedem Modell auftreten, aber wenn, dann ist das Geräusch sehr penetrant. Ein weiterer Kritikpunkt ist das schlechte Crossload-Verhalten. Bei einem PC-Netzteil, dass +5 V und +12 V über denselben Schaltkreis regelt, sind diese Werte nicht ungewöhnlich. Dennoch steigert sich bereits bei einer ausgeglichenen Last die anliegende Spannung auf +12 V, während +5 V trotz der Anhebungen etwas unter den Sollwert sinkt. Das wird aber erst während des zweiten Crossload-Tests wirklich deutlich, bei dem +5 V so deutlich unter dem Sollwert liegt, dass es auf 6,20 % unter den Sollwert angehoben wird. +12 V landet dann bei 13,04 V.

    Der Wirkungsgrad fällt mit bis zu 86 % sehr hoch aus. Auch bei hoher Last sinkt die Effizienz nur minimal, zudem werden bereits bei 10 % Last beinahe 78 % erreicht, was für ein 80Plus-Standard-Netzteil sehr gut ist. Darüber hinaus bleibt die Restwelligkeit stets innerhalb der ATX-Spezifikation. Mit 0,84 % wird auf +5 V noch das höchste Ergebnis erreicht, was angesichts der Preisklasse kein schlechtes Ergebnis ist. Auf +12 V sind die Resultate aus prozentualer Sicht am in ATX vereinbarten Maximalwert noch besser. Auch die Temperaturwerte könnten kaum besser sein.

    [break=Jou Jye JJ-A350APU 350 W - Überblick]


    Das zweite 350-W-Netzteil kommt von Jou Jye und trägt die Bezeichnung JJ-A350APU. Im Lieferumfang des Produkts sind ein Kaltgerätekabel, vier Schrauben und ein Benutzerhandbuch enthalten, das alle notwendigen Informationen enthält. Zu den Produkteigenschaften zählen laut Hersteller die geringe Lautstärke des 12-cm-Lüfters, die aktive Leistungsfaktorkorrektur und die umfangreichen Schutzfunktionen (SCP, OVP und OPP). Wie an der bunten Verpackung zu sehen ist, handelt es sich bei dem PC-Netzteil um ein Produkt für den Retailmarkt.



    Mit 110 W sind +3,3 V und +5 V verhältnismäßig schwach ausgelegt. Die Ausgänge sind mit maximal 21 A bzw. 17 A belastbar. Die beiden +12-V-Ausgänge mit je 15 A können zusammen 300 W leisten, ähnlich wie beim be quiet! System Power. Auch hier beträgt die Stromaufnahme 4 A. 115 VAC wird auf dem Etikett nicht erwähnt, grundsätzlich sollte das Modell aber auch in diesem Netz funktionieren.



    Jou Jye verwendet beinahe denselben Lüfter wie bei quiet!, also ein Modell von Yate Loon mit einem günstigen Gleitlager. Letztere haben keine besonders hohe Lebenserwartung. Spätestens wenn das Gleitmittel aufgebraucht ist oder es zu Mischreibung kommt, sind die Modelle auch nicht mehr leise. In der Preisklasse bis 50 EUR und teilweise noch darüber hinaus sind diese Lüfter aber der Standard. Die Kosten für eine bessere Variante wären, gemessen daran, dass es nur eine Einzelkomponente ist, sehr hoch.





    Das Netzteil ist mausgrau und verfügt über ein Lüftergitter, an dessen Rand nicht mal Kinderfinger durchpassen würden. Wie üblich sind die Entlüftungslöcher wabenförmig. Außerdem ist versetzt neben der Kaltgerätekupplung ein Netzschalter zu finden. Wie bei be quiet! wird auf einen Sleeve verzichtet. Ob das stört, muss sicherlich jeder für sich entscheiden. Allerdings fehlt auch eine Kabelmuffe, um die Leitungen zu schützen. Durch die fehlende Lackierung ist das Modell geringfügig scharfkantiger als das Gehäuse der be-quiet!-Variante.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 30 cm) 1x 4-pin (ca. 35 cm) - 3x SATA (ca. 35, 50, 65 cm)
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 35, 50, 65 cm)
    - - - -
    - - - -
    - - - -


    Die Leitungsstränge sind etwas kürzer als bei be quiet!, ansonsten ist die Konfiguration quantitativ identisch. Das Gerät verfügt über einen 4-pin-CPU-, drei SATA-, drei HDD- und einen FDD-Stecker. Die Abstände zwischen den Peripherie-Anschlüssen betragen diesmal 15 cm. Auch hier fehlt ein Anschluss für Grafikkarten. Manche werden ihn vermissen, andere nicht. Der 30 cm lange 24-pin-Strang ist allerdings noch zu verbessern. Außer in HTPCs und dergleichen wird man im Regelfall auf Adapter zurückgreifen müssen. Sämtliche Leitungen haben einen sehr geringen Leitungsquerschnitt (20 AWG nach amerikanischer Einteilung).

    [break=Jou Jye JJ-A350APU 350 W - Elektronik und Messungen]




    Das Jou-Jye-Gerät entspricht weitestgehend dem, was wir bereits bei be quiet! gesehen haben. Eingangsseitig werden zwei Gleichtakt-, eine Längsdrossel, zwei X-Kondensatoren, vier Y-Kondensatoren und ein MOV verwendet. Damit ist die Filterung etwas besser aufgebaut als bei be quiet!. Hinter der Gleichrichterbrücke GBU406 kommt ein Vorregler mit einem Aishi-Kondensator zum Einsatz. Diese Elko-Marke wird auch im Sekundärschaltkreis überwiegend verwendet. Der PFC/PWM-IC mit der Beschriftung CM680585X wird hochkant verlötet und hat alle Pins auf einer Seite. Die bereits erwähnten Sicherheitsfunktionen werden über eine Schaltung mit einem IC von Sitronix realisiert.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Rattern und Zirpen +1,82 % (5 mV) +2,20 % (4 mV) -1,08 % (8 mV) 59,79 % / 0.784 1,1 °C
    10 % Lüfterrattern +1,82 % (9 mV) +1,80 % (12 mV) -1,08 % (12 mV) 71,90 % / 0.814 2,2 °C
    20 % Lüfterrattern und -rauschen +1,21 % (23 mV) +1,40 % (19 mV) -1,08 % (33 mV) 78,23 % / 0.888 2,5 °C
    50 % Lüfterrattern und -rauschen +0,30 % (35 mV) +-0,00 % (27 mV) -0,75 % (69 mV) 80,93 % / 0.943 5,0 °C
    80 % Starkes Lüfterrauschen und Zirpen -0,61 % (44 mV) -1,80 % (48 mV) -0,58 % (79 mV) 79,15 % / 0.959 8,1 °C
    100 % Starkes Lüfterrauschen und Zirpen -1,21 % (55 mV) -2,40 % (53 mV) -0,75 % (84 mV) 77,13 % / 0.961 10,9 °C
    110 % Starkes Lüfterrauschen und Zirpen -1,81 % (59 mV) -1,80 % (54 mV) -0,42 % (92 mV) 75,55 % / 0.964 13,9 °C
    Crossload 1 - +1,52 % +1,00 % -2,50 % - -
    Crossload 2 - -1,81 % -2,80 % +3,75 % - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (23,6 °C), angegeben in °C.


    Die Restwelligkeit und Rauschspannung liegt teils außerhalb der ATX-Spezifikation. Auf +3,3 V werden etwa 1,18 % erreicht, wobei 1 % der Gesamtspannung (hier allerdings 50 mV, da 5 V häufig die Quelle ist) nach ATX als Maximum festgelegt wurde. Trotzdem hat auch dieses Netzteil den Lasttest ohne größere Probleme überstanden. Der Wirkungsgrad erreicht wie gewohnt bei 50 % den höchsten Wert, wobei das Netzteil häufig etwas unterhalb der Anforderungen von 80Plus liegt. 2-3 Prozentpunkt mehr wären nötig gewesen, um bei 115 VAC das entsprechende Zertifikat zu erhalten. Die Spannungsregulation ist zufriedenstellend, wobei das Crossloadverhalten wieder nur mittelmäßig ausfällt. Da sich der Lüfter etwas schneller dreht, wird das Rattern bei hoher Last vom Rauschen der Luft übertönt. Die Geräuschkulisse ist also eine etwas andere als bei be quiet!. Das konstante Rauschen ist etwas lauter, subjektiv aber auch angenehmer.

    [break=LC Power Metatron Assembler 400 W - Überblick]


    Im Lieferumfang sind die notwendigen Schrauben zur Installation, ein Kaltgerätekabel und ein Faltblatt mit Installations- und Sicherheitshinweisen enthalten. Bei letzterem fällt die deutsche Übersetzung allerdings nicht immer korrekt aus. Zu den Produkteigenschaften zählen ein "superleiser 120mm-Lüfter", die 80Plus-Zertifizierung, der laut Angabe geringe "Standby-Verbrauch" und die aktive Leistungsfaktorkorrektur. Der Hersteller ist ähnlich wie bei vielen der neueren Geräte Great Wall, nachdem sich LC Power von HuntKey verabschiedet hat.



    Mit 236 W sind die beiden +12-V-Ausgänge mit je 16 A Belastbarkeit sehr schwach ausgelegt. Dagegen fällt die Gesamtleistung von +3,3 V und +5 V vergleichsweise hoch aus. Diese Ausgänge sind mit 28 A bzw. 26 A belastbar. Auf der linken Seite des Etiketts ist das Zeichen für China Export zu sehen. Es handelt es sich also nicht um einen Hinweis zur CE-Konformität und damit Erfüllung der EU-Richtlinien, die hierzulande auf der gesetzlichen Ebene (etwa das EMVG) umgesetzt wurden.



    In diesem Netzteil kommt derselbe Lüfter zum Einsatz wie bei be quiet!. Es handelt sich also um ein Modell mit Gleitlager von Yate Loon. Erneut sind die sieben Lüfterblätter relativ schlecht verarbeitet, allerdings verzichtet LC Power im Gegensatz zu manch anderem Hersteller in diesem Roundup auf eine Luftleitfolie. Inwieweit sich letztere positiv auf den Luftstrom auswirkt, ist schwierig zu beantworten. Der Hintergedanke ist stets derselbe: Mit der Luftleitfolie sollen Luftverwirbelungen am Auslass vermieden werden, die aufgrund der abzuführenden Luft und der Frischluft in diesem Bereich entstehen. Faktisch wird dadurch aber auch die Kühlfläche deutlich verkleinert. Die Luft strömt dann zwar an der Luftleitfolie entlang in das Netzteil, der Luftdruck fällt aber sozusagen an ihr ab.





    Das PC-Netzteil wurde komplett schwarz lackiert und das gewundene und leicht überstehende Lüftergitter mit dem LC-Power-Logo erinnert zunächst an HuntKey. Die wabenförmiggen Entlüftungslöcher fallen sehr groß aus, dementsprechend leicht lässt sich die Front eindrücken. Große Entlüftungslöcher sind einerseits förderlich für den Luftstrom, andererseits nimmt die Schirmdämpfung ab, was schlecht für die elektromagnetische Verträglichkeit ist. Dieser Nachteil muss aber nicht zwangsweise zu inakzeptablen Ergebnissen führen. Die Lösung von LC Power hat schlicht ein paar kleinere Vor- und Nachteile.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 45 cm) 1x 4-pin (ca. 45 cm) 1x 6/8-pin (ca. 45 cm) 2x SATA (ca. 65, 80 cm)
    - - - 2x SATA (ca. 45, 60 cm)
    - - - 2x HDD (ca. 45, 60 cm)
    - - - 2x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75 cm)
    - - - -


    Mit einem 6/8-pin-Stecker, vier SATA- und gleichermaßen vielen HDD-Anschlüssen ist das Modell verhältnismäßig gut ausgestattet. Auch die Länge der Leistungsstränge mit den Mainboardsteckern ist zufriedenstellend, wenn man das Gerät in einem Midi-Tower verbauen möchte. Ebenfalls sehr erfreulich ist die asynchrone Aufteilung der SATA-Anschlüsse, was auch bei den HDD-Steckern umgesetzt werden könnte. Der 24-pin-Strang wurde gesleevt.

    [break=LC Power Metatron Assembler 400 W - Elektronik und Messungen]




    Nach dem Öffnen fallen vor allem die kleinen Speicherdrosseln auf, die daran zweifeln lassen, ob dieses Modell wirklich 400 W leisten kann. Dem Etikett nach zu urteilen scheint 400 W nur die Spitzenleistung zu sein. Da die Angaben bei den diversen Händlern und der Produktname aber irreführend sind, werten wir das Produkt auch als 400-W-Netzteil, da der unwissende Käufer im Zweifel gutgläubig von dieser Leistung ausgeht. Die Spielchen der Hersteller werden in diesem Roundup nicht berücksichtigt. Eingangsseitig wird das Netzteil mit vier Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren, einem Ferritkern an den Leitern, zwei Gleichtakt- und einer Längsdrossel ausgestattet. Ein Varistor als passiver Überspannungsschutz fehlt.

    Hinter der Gleichrichterbrücke GBU406 kommt eine Leistungsfaktorkorrektur mit aktiven Bauelementen zum Einsatz, wie wir sie bei den anderen Probanden bereits gesehen haben. Der Elko ist mit 270 Mikrofarad etwas größer als bei den anderen Modellen (180 Mikrofarad). Dagegen fällt die Speicherdrossel, die beim Öffnen des PFC-Transistors (MDP18N50) gespeist wird, sehr klein aus. Mit großen Drosseln wird die Restwelligkeit gering, mit kleineren besteht dagegen nicht die Gefahr, dass der Stromanstieg zu stark begrenzt wird. Grundsätzlich ist die Größe aber abhängig vom Spitzenstrom, weshalb die Variationen auch nicht unbegrenzt möglich sind und der Strom die Spule nicht in die Sättigung treiben darf. Daher ist die Größe (Kern und Wicklung) ein Indiz für die geringe Leistung des Gerätes. Als PFC-Diode kommt das Modell BYC8600 zum Einsatz.

    Der Trafo wird von den Strömen aufmagnetisiert, die die beiden Transistoren FQP9N50C durch die Primärwicklung treiben. Mit 0,8 Ohm ist deren Einschaltwiderstand auf der Strecke Drain-Source sehr hoch. Das ist eine der Positionen, an denen sich 80Plus-Bronze-Netzteile unterscheiden. LC Power verwendet sekundärseitig Kondensatoren von Teapo, CapXon (hier Feststoffkondensatoren) und einer uns unbekannten chinesischen Marke. Das Kernmaterial der +3,3-V-Drossel ist ein etwas besseres als bei den anderen, wenn man die Kernverluste als qualitativ relevantes Kriterium heranzieht. Ein Sitronix-IC verfügt über die notwendigen Schutzschaltungen. Das Tastverhältnis der Transistoren wird über den IC CM6800TX auf einer einlagigen Zusatzplatine eingestellt.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Zirpen +3,03 % (7 mV) +0,60 % (9 mV) +2,25 % (12 mV) 70,82 % / 0.832 1,8 °C
    10 % minimales Rauschen und Zirpen +2,73 % (11 mV) +0,20 % (13 mV) +2,25 % (12 mV) 78,57 % / 0.856 2,1 °C
    20 % Zirpen und minimales Rauschen +2,73 % (17 mV) +-0,00 % (20 mV) +2,25 % (18 mV) 82,81 % / 0.927 4,3 °C
    50 % Zirpen und minimales Rauschen +1,82 % (28 mV) -0,80 % (29 mV) +2,42 % (17 mV) 83,48 % / 0.948 5,2 °C
    80 % Starkes Rauschen und Zirpen +1,21 % (30 mV) -2,20 % (29 mV) -0,58 % (20 mV) 82,10 % / 0.972 6,1 °C
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    Crossload 1 - - - - - -
    Crossload 2 - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (23,4 °C), angegeben in °C.


    Als wir versucht haben, das Netzteil mit Volllast zu betreiben, schaltete sich das Gerät ohne Folgeschäden aus. Auch zu den Crossloadtests konnten wir das Gerät nicht überreden. Bis dahin waren die Restwelligkeit und die Temperatur gering. Mit +3,03 % startet +3,3 V etwas hoch, befindet sich aber wie die anderen Spannungen innerhalb der ATX-Spezifikation. Am Ausgang +12 V liegt bei hoher Last eine höhere Spannung an als bei niedriger. Da das Netzteil bei "50 %" Last 83,48 % Wirkungsgrad erreicht und auch bei geringerer Last knapp über 80 % liegt, scheint das 80Plus-Zertifikat gerechtfertigt zu sein. Zumindest sind unter der Berücksichtigung einer anderen Netzspannung größere Puffer vorhanden, um die Anforderungen bei 115 V zu erfüllen. Bei 5 % Last ist das Gerät sogar besser als be quiet!. Das betrifft auch die Lautstärke, obwohl sogar derselbe Lüfter verwendet wird. Hier scheinen wir ein Modell mit einem etwas besser verarbeiteten Lager erwischt zu haben, was bedeutet, dass das Ergebnis nicht unbedingt repräsentativ ist. Ein Rattern war während der gesamten Testzeit nicht zu vernehmen. Allerdings machen sich die unterdimensionierten Drosseln bemerkbar, welche Nebengeräusche erzeugen. Das zeugt von einem Betrieb nahe der Sättigung.

    [break=Kiss Quiet KS-420W 420 W - Überblick]


    Kiss Quiet ist eine neue Marke von Fusitec aus Duisburg. Unter diesem Namen werden unter anderem auch Lüfter angeboten. Aus diesem Grund haben wir das KS-420W mit 420 W eingekauft, welches der mit Abstand günstigste Proband unseres Tests ist. Laut Herstellerangabe ist das Netzteil "Windows 7 Ready", was natürlich keinen Sinn macht. Zu den Produkteigenschaften zählen die passive Leistungsfaktorkorrektur, alle wichtigen Schutzfunktionen und 2 Jahre Garantie. Laut Spezifikation erreicht das KS-420W "ueber 70 % Effizienz im Normalbetrieb". Das hört sich nach einem geringen Wert an, wobei wir in der Preisklasse vor allem qualitative Kriterien untersuchen. Die Erwartungen an den Wirkungsgrad sind hier ohnehin eher gering.



    Die Ausgänge aus gemeinsamen Quellen werden nicht mit einer Gesamtleistung angegeben. Diesmal steht 420 W allerdings ganz eindeutig als Nennleistung in der Tabelle, was wir bei LC Power vermisst haben. Die Ausgänge +3,3 V und +5 V sind mit je 25 A belastbar, bei +12 V1 und V2 sind je 22 A möglich. Für die Kalkulation der Lasten haben wir die Stromstärken in ein angemessenes Verhältnis zur Gesamtleistung gesetzt, um eine (einigermaßen) korrekte Last nach ATX zu erreichen.



    Beim 120-mm-Lüfter von Flyalpine (oder auch Huizhou City Zhuobang Electronics Co., Ltd.) handelt es sich um ein Modell mit Gleitlager. Die Bezeichnung lautet DF1202512SELI, was auch der Modellnummer eines Sunbeam-Lüfters entspricht. Gibt man die Zahlenfolge bei einer Suchmaschine ein, findet man auch einen EKL-Lüfter. Die Stromaufnahme beträgt 0,16 A.





    Das KS-420W wurde nicht lackiert, wobei das schwarze Lüftergitter und der weiße Lüfter einen durchaus ansehnlichen Kontrast bilden. Die Bautiefe beträgt 14 cm, was in diesem Roundup keine Seltenheit ist. Mit dem roten Schalter wird der Spannungsverdoppler aktiviert und deaktiviert. In jedem Fall sollte dieser auf "220 V" (eigentlich 230 V) stehen, wenn das Modell in Deutschland angeschlossen wird. Unter der Kaltgerätekupplung befindet sich wie abermals ein schmaler Netzschalter.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 35 cm) 1x 4-pin (ca. 35 cm) 1x 6-pin (ca. 35 cm) 1x HDD, 1x SATA, 1x HDD (ca. 35, 50, 65 cm)
    - - - 1x SATA, 1x HDD, 1x FDD (ca. 35, 50, 65 cm)
    - - - -
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    Wie bei den meisten PC-Netzteilen fallen die Leitungslängen auch hier sehr kurz aus. Sowohl der 24-pin-, der 4-pin, als auch der 6-pin-Strang sind 35 cm lang. Für ein 420 W Netzteil verfügt das Gerät auch über erstaunlich wenige Peripherie-Stecker. Zwei SATA- und drei HDD-Anschlüsse sind deutlich weniger als das LC Power mit "400 W" bietet. Immerhin sind die Stecker so aufgeteilt, dass nie zwei gleiche Steckerarten auf derselben Länge zu finden sind. Erneut wurden die Leitungsstränge nicht mit einem Sleeve versehen.

    [break=Kiss Quiet KS-420W 420 W - Elektronik und Messungen]




    Dass Kiss-Quiet-Produkt erinnert an alles, nur nicht an ein 400-W-Netzteil. Mit zwei Y-Kondensatoren, einem X-Kondensator und zwei Gleichtaktdrosseln ist die EMI-Filterung schlecht ausgestattet, wobei man hinzufügen muss, dass sich die Schaltungen deutlich von denen bei be quiet!, Jou Jye und LC Power unterscheiden, weshalb auch die leitungsgebundenen Störungen nicht identisch sind. Dennoch fällt auf, dass an allen Ecken gespart wurde. Der PE-Leiter wird beispielsweise an einer Befestigungsschraube des PCBs installiert. Viele Bauteile, die im Schaltplan offenbar vorgesehen waren, wurden ebenfalls nicht verbaut. Zur Krönung des ganzen verbaut Kiss Quiet eine gefälschte PFC-Drossel. Genauer gesagt wurde ein kleines Gehäuse mit einer gelben Folie umwickelt. Das Gewicht wurde mit mehreren Metallplatten nachgestellt. Das Modell verfügt damit nicht über die vorgeschriebene Leistungsfaktorkorrektur gemäß EMVG und darf nicht in Deutschland verkauft werden.



    Statt einer Gleichrichterbrücke schaltet der Hersteller vier einzelne Dioden so, dass die Wechselspannung in eine pulsierende Gleichspannung übersetzt wird. Hierzu kommt sowohl an Phase eine Diode samt Rückführung mittels einer weiteren Diode über Masse, als auch eine Diode an Masse mit einer Rückführung über Phase zum Einsatz. Damit wird die Spannung auch gleichgerichtet, wenn die Pole alle halbe Periode ihre Polarität wechseln. Diese Dioden können jeweils durchschnittlich einen Effektivwert von 3 A gleichrichten. Zur Überwachung der Ausgänge kommt der IC SD6109 zum Einsatz, der sich physikalisch im Sekundärschaltkreis befindet. Regelabweichungen werden über die Steuerlogik als längere oder kürzere Einschaltdauer der Transistoren umgesetzt, um die Spannungspulse zu verlängern oder zu verkürzen. Hierzu wird die Schaltung über einen Trenntrafo an die Primärseite angebunden. Bei den heutigen Kupferpreisen würde man eher Optokoppler einsetzen. Der Transformator ERL-339955 verfügt über eine Mittelanzapfung. Er wird von den beiden Transistoren 13007 im TO-220-Gehäuse gespeist. Wie üblich werden die Gleichrichterdioden auf der Sekundärseite mit einem Keramikkondensator und einem Widerstand vor Überschwingungen geschützt.

    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % minimales Rauschen +2,42 % (14 mV) +3,00 % (18 mV) -0,75 % (25 mV) 59,42 % / 0.448 1,1 °C
    10 % minimales Rauschen +2,42 % (24 mV) +2,60 % (28 mV) -0,25 % (38 mV) 69,75 % / 0.520 2,2 °C
    20 % Lüfterrauschen +2,12 % (33 mV) +2,20 % (36 mV) -0,25 % (54 mV) 75,77 % / 0.553 3,3 °C
    50 % Rauschen und Fiepen +1,21 % (41 mV) +1,20 % (44 mV) -0,42 % (59 mV) 77,00 % / 0.584 6,4 °C
    80 % - - - - - -
    100 % - - - - - -
    110 % - - - - - -
    Crossload 1 - - - - - -
    Crossload 2 - - - - - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (23,4 °C), angegeben in °C.


    Sowohl der Wirkungsgrad, als auch der Leistungsfaktor sind erwartungsgemäß sehr gering. Was die Effizienz betrifft, können wir die Aussagen von Kiss Quiet aber bestätigen, dass durchschnittlich mehr als 70 % erreicht werden. Bei allen anderen Kriterien fällt das Netzteil durch. Das Modell kann nur etwa die Hälfte der angegebenen Leistung erbringen. Darüber hinaus ist die Restwelligkeit vergleichsweise hoch und auf +5 V liegt eine Spannung mit +3,00 % über dem Sollwert an. Die letztere Eigenschaft ist nicht wirklich kritisch, zeigt aber, dass die kleineren Ausgänge hier noch stärker belastbar wären. Für einen modernen PC ist das eine eher ungünstige Aufteilung, die hier noch extremer zu sein scheint als bei den anderen Modellen. Immerhin geht das Modell nicht kaputt, da die notwendigen Schutzschaltungen im IC aktiv werden. Alleine die fehlende Leistungsfaktorkorrektur nimmt dem Gerät aber jegliche Existenzberechtigung in Europa.

    [break=Fazit]


    be quiet! System Power 350 W

    Das be quiet! System Power mit 350 W zählt zu den besseren Netzteilen im Preisbereich unter 30 EUR. Der angekündigte Wirkungsgrad gemäß 80Plus ist zu bestätigen. Zumindest bei 230 V Netzspannung erreicht das Modell ca. 83 % bei 20 % Last, fast 86 % bei 50 % Last und etwa 85 % bei 100 % Last. Abgesehen von der Überspannung auf +3,3 V und dem sehr schlechten Crossload-Verhalten fällt die Spannungsregulation zufriedenstellend aus. Mit 41 bzw. 42 mV ist die Restwelligkeit auf den kleineren Ausgangsspannungen relativ hoch. Darüber hinaus rattert der Lüfter bei jeder Last, was von be quiet! eigentlich nicht zu erwarten wäre. Allerdings sind günstige Gleitlager eine Voraussetzung, um in diesem Bereich überhaupt die Produkte einer A-Marke anbieten zu können. Ein Stecker für Grafikkarten wäre allerdings eine gute Erweiterung gewesen. Trotz allem ist das be quiet! System Power mit 350 W durchaus empfehlenswert, zumal die Elektronik qualitativ den Pure Power L6 entspricht. Zu beachten ist lediglich, dass bei Privatkunden nur die gesetzliche Gewährleistung und die freiwillige Garantie des Händlers (sofern vorhanden) in Anspruch genommen werden kann. be quiet! gewährt keine separate Garantie für Endkunden mit den entsprechenden Serviceleistungen.

    Jou Jye JJ-A350APU 350 W

    Das Jou Jye JJ-A350APU mit 350 W ist ein mit sehr wenigen Steckern ausgestattetes PC-Netzteil, welches vom Aussehen her an OEM-Netzteile erinnert. Dennoch handelt es sich hier um Retail-Ware mit dem entsprechenden Lieferumfang. Die Dokumentation der Leistungsdaten ist vollständig, was sich banal anhört, hier aber keine Selbstverständlichkeit ist. Auch die Elektronik mit dem Halbbrücken-Flusswandler entspricht weitestgehend dem, was bei be quiet! verbaut wird. Weder der Crossload-Test noch die Überlast sind ein Problem für das Gerät. Des Weiteren erreicht das Modell immerhin eine durchschnittliche Effizienz von knapp unter 80 %, bei 50 % Last sogar 80,93 %. Einzig die hohe Restwelligkeit ist hier zu bemängeln. Zumindest für Office-PCs ist das Jou Jye JJ-A350APU mit 350 W aber geeignet und durchaus eine Überlegung wert. Für alles andere fehlt entweder der Grafikkartenstecker oder die notwendigen Leitungslängen. Mit 30 cm ist der 24-pin-Strang besonders kurz.

    LC Power Metatron Assembler 400 W

    Das LC Power Metatron Assembler 400 W überzeugt mit vergleichsweise langen Anschlüssen und vielen Steckern. Die Leitungsstränge für die Mainboard-Stecker sind nämlich 45 cm lang. Nicht zuletzt wird ein Grafikkartenstecker zur Verfügung gestellt. Mit vier SATA- und gleichermaßen vielen HDD-Steckern ist das Netzteil gut ausgestattet. Etwas irreführend sind die Leistungsdaten und der Produktname, da das Gerät die angegebene Leistung von 400 W nicht dauerhaft erbringen kann. Es scheint sich eher um ein Modell mit 300 W und entsprechenden Leistungspuffern zu handeln. Die Methodik von LC Power, das zumindest auf dem Produkt zu verschweigen, ist der einzige größere Kritikpunkt. Das Gerät selbst wäre abgesehen davon absolut empfehlenswert. Das Zirpen der Drosseln ist nur bei hoher Last deutlich hörbar. Hätte LC Power das Modell als 300-W-Gerät spezifiziert, wäre die Lautstärke in allen Bereichen akzeptabel gewesen. Der Wirkungsgrad liegt teilweise über 83 % und die Restwelligkeit ist äußert gering. Problematisch für LC Power aber gut für den Kunden ist, dass be quiet! oder dessen Hersteller FSP im Preisbereich um 35 EUR etwas seriösere Angebote machen.

    Kiss Quiet KS-420W 420 W

    Das Kiss Quiet KS-420W 420 W ist abgesehen davon, dass es sich bei (realer) Überlast abschaltet und keine Beschädigungen verursacht, absolut nicht empfehlenswert. Es verfügt nicht über die vorgeschriebene Leistungsfaktorkorrektur, zumal der Wirkungsgrad geringer ist, als bei den anderen Probanden in diesem Testfeld. Dabei ist allerdings zu erwähnen, dass der Hersteller auch nicht mehr als etwa 70 % Wirkungsgrad verspricht. Außerdem kostet das Modell weniger als die anderen Testkandidaten. Das reicht aber natürlich nicht aus, um uns zu überzeugen und um alle Fehler zu rechtfertigen. Zwar fällt der Lieferumfang angemessen aus, doch ist die Anzahl der Anschlüsse zumindest verbesserungswürdig. Mit 35 cm sind viele der Leitungsstränge sehr kurz. Bei mehr als 50 % Last schaltet sich das Gerät aus. Durchgefallen.

    Persönlicher Kommentar von Martin Kaffei:

    Unser Gesamtfazit wird besonders durch die Erlebnisse mit Kiss Quiet geprägt. PFC nicht zu verbauen, ist eine Sache. Eine andere ist es, die PFC-Drossel mit einigen Hilfsmitteln nachzuahmen, um den Eindruck einer funktionierenden Leistungsfaktorkorrektur zu erwecken. Einfach "vergessen" wurde PFC also nicht, wobei man unterstellen könnte, dass nur der Produzent in China Bescheid wusste. Ob das die Bundesnetzagentur überzeugen wird? Nur einen sexy Typ auf die Verpackung zu klatschen reicht heute jedenfalls nicht mehr aus!

    Bei allen anderen Geräten können wir zumindest bestätigen, dass es im Bereich um 30 EUR etwas besser als früher aussieht. Generell verfügen alle Schaltnetzteile über Schutzfunktionen. LC Power, Jou Jye und be quiet! setzen auf eine aktive Leistungsfaktorkorrektur mit allen Vorzügen und Nachteilen, die dieser Schritt mit sich bringt. Kleinere und auch größere Mängel konnten wir bei allen Geräten feststellen, insbesondere was den Lüfter betrifft. Die Yate-Loon-Modelle sind sehr günstig und damit für diese Preisklasse prädestiniert. Allerdings geben die meisten der hier verwendeten Lüfter ein Rattern von sich. Das ist zu kritisieren, da die Nebengeräusche teils sehr penetrant sind.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 20:39 Uhr)

  2. Die folgenden 29 Benutzer sagen Danke zu soulpain für diesen nützlichen Beitrag:

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