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    Antec HCP-1000 Platinum 1000W



    Auf Planet 3DNow! wurden schon viele teurere Antec-Netzteile getestet, die grundsätzlich überzeugen können. Dennoch scheint Antec immer noch eine Schippe drauflegen zu können und präsentiert mit dem HCP Platinum 1000 W sein erstes 80-PLUS-Platinum-Netzteil im hohen Leistungsbereich. Dieses verfügt über vollmodulare Anschlüsse, einen "flüsterleisen" 135-mm-Lüfter und eine hohe Leistung auf den +12-V-Ausgängen. Die folgenden Seiten werden zeigen, ob das Modell die älteren HCP-Modelle übertreffen kann. Wir bedanken uns bei Antec für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich nicht möglich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Dem Paket werden die modularen Anschlüsse in einer Stofftasche beigelegt. Darüber hinaus sind die vier Schrauben, ein Kaltgerätekabel und diverse Kabelbinder mit Klettverschluss im Lieferumfang enthalten. Der Begleitzettel enthält keine wesentlichen Informationen und verweist auf die Homepage des Anbieters. In dem voraussichtlich hohen Preisbereich hätten wir uns ein umfangreiches Benutzerhandbuch gewünscht. Das Netzteil selbst wird durch eine Tasche vor Staub und Kratzern geschützt. Wie die Verpackung zeigt, gewährt Antec sieben Jahre Garantie auf das Produkt. Ein besonderes Merkmal aller HCP-Modelle ist die hohe Belastbarkeit der jeweiligen +12-V-Ausgänge, daher ist der Name HCP (= High Current Pro) sicherlich passend.



    Wie das Etikett zeigt, leisten die vier +12-V-Ausgänge 1000 W, was der Gesamtleistung entspricht. Das liegt daran, dass die kleineren Ausgänge über +12 V gespeist werden. +3,3 V und +5 V sind laut Herstellerangabe mit je 25 A belastbar und können zusammen 130 W leisten. Das mag sich nach wenig anhören, allerdings werden moderne Systeme hauptsächlich über +12 V versorgt. Einige Logikschaltungen werden über +3,3 V gespeist, für Festplatten wird unter anderem auch +5 V benötigt. Insgesamt ist der Leistungsbedarf aber niedrig. Gemäß des Aufklebers beträgt die maximale Stromaufnahme 6,5 A.



    Antec verwendet einen Lüfter von Delta Electronics, der auch die Elektronik fertigt. Zuvor wurden Lüfter von ADDA oder Sanyo Denki verwendet. Beim AFB1312M handelt es sich um einen Lüfter mit 135 mm Durchmesser und einem Kugellager. Die sieben Lüfterblätter sind nicht sehr gut verarbeitet, zumal das Lager etwas zum Rattern neigt. Wie beim HCP-1200 hätten wir gerne einen Sanyo-Denki-Lüfter gesehen. Diese sind zwar nur mit 120 mm verfügbar, erreichen aber ebenfalls einen hohen Luftdurchsatz, zumal ein 80-PLUS-Platinum-Netzteil auch bei geringeren Umdrehungen nicht sonderlich warm werden sollte.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]


    Antec Antec Antec Antec Antec Antec


    Mit dem kantigen Lüftergitter, der matten Oberfläche und dem gelben Antec-Schriftzug ist das Modell exakt so wie die anderen HCP-Netzteile gestaltet wurden. Die Bautiefe beträgt 19 cm, wobei die hervorstehenden Steckersockel das Gerät noch verlängern. Weniger überraschend fallen die Entlüftungslöcher wabenförmig aus. Neben der Kaltgerätekupplung wurde ein Netzschalter installiert. Sämtliche Steckerbuchsen wurden beschriftet, die roten sind für alle Arten von +12-V-Stecker geeignet. Daher wird auch der 24-pin-Anschluss aufgeteilt. Das Etikett befindet sich auf der Unterseite.



    Im Gegensatz zu den meisten anderen modularen Antec-Netzteilen lassen sich hier alle Leitungsstränge gleichzeitig anschließen. So sollte es im Idealfall auch sein. Dafür muss der Kunde eben auch mit einem ganzen Wulst an Anschlüssen kämpfen. Alle Leitungen sind auf einer Seite schwarz (wohl aus ästhetischen Gründen), während auf der anderen die ATX-typischen Farben zu sehen sind. Das Sleeving ist erneut eher günstig, was bei den teils dunklen Leitungen aber kaum noch auffällt.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 4+4-pin, 1x 8-pin (ca. 65, 65 cm) 2x 6/8-pin (ca. 55, 55 cm) 3x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - 2x 6/8-pin (ca. 55, 70 cm) 3x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - 2x 6/8-pin (ca. 55, 70 cm) 3x SATA (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - - 3x HDD (ca. 55, 70, 85 cm)
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 55, 70, 85, 100 cm)


    Sechs Grafikkartenstecker sind sehr zufriedenstellend und auch die beiden CPU-Stecker können bei bestimmten Mainboards sehr nützlich sein. Etwas enttäuschend ist die Anzahl der SATA-Anschlüsse, da andere Anbieter hier zwölf Stück offerieren. Ähnliches gilt für die HDD-Stecker. Jeder zusätzliche Abgriff, jeder verlängerte Strang und jede zusätzliche Last gefährdet allerdings auch die 80-PLUS-Platinum-Zertifizierung. Über den höheren Spannungsabfall wird auch eine höhere Verlustleistung umgesetzt, daher ist der Schritt durchaus verständlich. Dennoch wird es nicht jeden Leser begeistern, dass dieser Schitt der Preis für den höheren Wirkungsgrad ist. Die Leitungslängen sind ganz klar auf größere Gehäuse ausgelegt, was auch das wahrscheinlichste Einsatzgebiet ist.

    [break=Elektronik/Technik]


    Antec verwendet einen Resonanzwandler, dessen Eingang aus einer Vollbrückenschaltung besteht. Zum einen erlaubt der zeitversetzte Spannungsverlauf, bei Nullspannung zu schalten und zum anderen wird die Leistung erhöht und der Transformator voll ausgesteuert, da die Vollbrücke im Gegensatz zur typischen asynchronen Halbbrücke von + her die Primärwicklung speist und diese aus der Gegenrichtung wieder entmagnetisiert wird. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades fallen die Kühlkörper relativ klein aus, wobei das Design trotzdem immer noch sehr viel Platz einnimmt und das Gehäuse komplett ausfüllt.

    Antec Antec


    Eingangsseitig werden zwei X-Kondensatoren und Tiefpässe aus Gleichtaktdrosseln und Y-Kondensatoren zur Störunterdrückung verwendet. Ein Varistor als passiver Überspannungsschutz wurde ebenfalls umgesetzt. Der Phasen- und der Neutralleiter wurden um einen Ferritkern gewickelt. Im Vorregler befindet sich zudem ein Thermistor als Einschaltstrombegrenzung, der zur Abkühlung von einem Relais überbrückt wird. Da der Trafo nur wenige cm neben dem Eingang liegt, wurde eine Metallfolie zur Abschirmung aufgestellt und mit einem kleinen Leiter an Masse angebunden.

    Antec Antec


    Im Vorregler werden die PFC-Transistoren von einem IC angesteuert, der allerdings nicht das Tastverhältnis bei den Transistoren der Vollbrücke einstellt. Für den Resonanzwandler wird ein zweiter IC auf der Sekundärseite implementiert. Zur hohen Effizienz trägt die PFC-Diode von CREE (C3D10060) mit quasi nicht vorhandener Sperrverzugszeit bei. Im Zwischenkreis werden zudem zwei hochwertige Nippon-Chemicon-Kondensatoren verwendet. Die Vollbrücke besteht aus zwei identischen Transistor-Pärchen mit dem Modell 65F6110 von Infineon. Mit 0,11 Ohm ist deren Einschaltwiderstand sehr gering.

    Antec Antec


    Direkt hinter dem Trafo-Ausgang liegt eine kleine Platine mit den MOSFETs zur Gleichrichtung, was auch den Kühlkörper an dieser Stelle erklärt. Dahinter liegen mehrere +12-V-Leiterbahnen, die mit zahlreichen (Feststoff-)Kondensatoren und Ringkernspulen zur DC-Filterung bestückt wurden. Von dort aus führen kurze und breite Pfade zum PCB mit den modularen Anschlüssen. Dort wiederum wird +12 V nach Bedarf auf +5 V und +3,3 V übersetzt.

    [break=Messungen]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Minimales Lüfterrattern +1,21 % (8 mV) +2,00 % (11 mV) +1,92 % (12 mV) 79,42 % / 0.844 1,2 °C
    10 % Minimales Lüfterrattern +1,21 % (9 mV) +1,40 % (12 mV) +1,83 % (13 mV) 89,80 % / 0.882 2,3 °C
    20 % Minimales Lüfterrattern +0,61 % (10 mV) +1,20 % (14 mV) +1,58 % (14 mV) 90,71 % / 0.913 3,6 °C
    50 % Lüfterrattern und -rauschen -0,91 % (11 mV) +1,00 % (15 mV) +1,42 % (17 mV) 92,36 % / 0.971 5,2 °C
    80 % Lüfterrattern und starkes Rauschen -0,91 % (11 mV) -0,20 % (15 mV) +1,00 % (19 mV) 91,94 % / 0.982 7,1 °C
    100 % Lüfterrattern und starkes Rauschen -1,21 %(13 mV) -0,20 % (16 mV) +0,58 % (20 mV) 91,22 % / 0.987 8,6 °C
    110 % Lüfterrattern und starkes Rauschen -1,21 % (15 mV) -0,40 % (18 mV) +0,17 % (21 mV) 90,52 % / 0.989 9,9 °C
    Crossload 1 - +1,52 % +1,20 % +0,08 % - -
    Crossload 2 - -1,21 -0,80 % -0,08 % - -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A. Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Entlüftungslöchern und der Raumtemperatur (22,4 °C), angegeben in °C.


    Erwartungsgemäß fällt der Wirkungsgrad sehr hoch aus, wobei wir Zweifel haben, dass das Netzteil bei 115 V grundsätzlich immer dem 80-PLUS-Platinum-Zertifikat entsprechen würde. Zumindest für das 230-V-Netz fallen die Werte mit bis zu 92 % Wirkungsgrad ausgezeichnet aus. Das äußert sich auch bei der Temperatur, wobei das auch dem ratternden Lüfter zu verdanken ist, der relativ schnell aufdreht. Dafür konnten wir quasi keine elektronischen Nebengeräusche vernehmen, die störend wären. Sehr beeindruckend ist die niedrige Restwelligkeit auf allen Ausgängen. Auf +12 V werden kaum mehr als 20 mV erreicht, bei den kleineren Ausgängen sieht es sogar noch etwas besser aus. Zudem ist der Leistungsfaktor stets hoch und erreicht maximal 0,989. Dank der geregelten Ausgänge liegen selbst während des Crossload-Tests noch beinahe optimale Spannungen an.

    [break=Zusammenfassung]


    Das Antec HCP-1000 Platinum mit 1000 W ist ein leistungsstarkes PC-Netzteil mit hoher Effizienz. Die Anzahl der Anschlüsse und die Informationen auf dem Begleitzettel sind noch zu optimieren. Die Elektronik des Modells fällt ausgesprochen hochwertig aus. Während des Lasttests erreichte das Netzteil beinahe perfekte Werte, wobei der Lüfter zum Rattern neigt und relativ schnell aufdreht.

    Im Inneren des Netzteils verwendet Antec bzw. dessen Hersteller Delta Electronics hochwertige Komponenten wie japanische Kondensatoren (Nippon-Chemicon, Rubycon), überwiegend Glasfaserplatinen und moderne Transistoren von Infineon. Auch über die notwendigen Sicherheitsmechanismen verfügt das Gerät. Nicht zuletzt ist die Spannungsregulation optimal, was vor allem an den beiden Tiefsetzstellern für +5 V und +3,3 V und der üppigen Dimensionierung aller Bauteile liegt. Im Eingangsbereich setzt Antec eine gut ausgebaute EMI-Filterung samt Varistor als Überspannungsschutz um. Mit der Vollbrücke kann Antec die Leistung erhöhen, während der Schwingkreis ZVS ermöglicht und damit den Wirkungsgrad steigert.

    Wie der Lasttest zeigte, erreichte Antec mehr als 92 % Wirkungsgrad und selbst bei 5 % Last kratzte es bereits an der 80-%-Marke. Allerdings sind die Ergebnisse gemessen an 80-PLUS-Platinum auch nicht spektakulär. An den Ausgängen fällt nur eine geringe Spannung ab; mit -1,21 % ist +3,3 V bei Überlast noch am weitesten vom Sollwert entfernt. Dennoch bewegt sich selbst dieser Wert deutlich innerhalb der ATX-Spezifikation. Der Δϑ zur Raumtemperatur liegt selbst bei Überlast knapp unter 10 °C, wobei der Lüfter auch sehr schnell drehen muss, damit dieser Wert erreicht wird. Selbstverständlich kann man von einem 1000-W-Netzteil nicht erwarten, dass es bei Volllast leise ist, zumal die Grafikkarten in einem passenden System meist sogar noch lauter sind. Allerdings stört der Lüfter bereits bei geringer Last durch sein schlecht verarbeitetes Lager. Beim HCP-1200 hatte Antec noch einen 80-mm-Lüfter von Sanyo Denki eingesetzt, der etwas leiser war. Der schlechteste +12-V-Ausgang erreicht mit 21 mV die höchste Restwelligkeit und Rauschspannung, was aber immer noch sehr niedrig ist.

    Zur direkten Konkurrenz zählen das Enermax Platimax 1200 W, das Super Flower Golden King Platinum 1000 W und das Seasonic Platinum 1000 W. Ausnahmslos alle verfügen über eine attraktivere Steckerauswahl. Mit elf bis 14 SATA-Steckern werden die neun Stück von Antec deutlich überboten. Enermax und Seasonic bieten zudem mehr HDD-Anschlüsse. Lange Anschlussleitungen ab 55 cm offerieren dafür alle Probanden. Auch lassen sich bei Antec diesmal alle Leitungsstränge gleichzeitig anschließen. Dennoch fällt es unter diesen Umständen schwer, das Modell von Antec zu empfehlen. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass das HCP-1000 Platinum auch ein wenig mit dem HCP-1200 konkurriert, welches ähnlich effizient ist, den besseren Lüfter verwendet und erneut mehr Stecker bietet. Wenn sich Antec durchsetzen möchte, wären einige Verbesserungen notwendig (wie bei den EarthWatts Platinum). In Sachen Wirkungsgrad ist das Modell kaum besser als die bisherigen Lösungen bzw. genauso gut. Ein Kaufargument ist aber die hochwertige Elektronik. Wer vor allem darauf achtet, wird mit Antec sicherlich nichts falsch machen, zumal die Messwerte sehr überzeugend sind.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 20:24 Uhr)

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