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    Super Flower Golden Green Pro 400W



    Obwohl 80 PLUS Gold mittlerweile schon fast zum Standard im höheren Preis- und Leistungsbereich zählt, haben sich kleine PC-Netzteile mit dieser Zertifizierung noch immer kaum durchgesetzt. In der Leistungsklasse bis 500 W dominieren be quiet! und FSP den deutschen Markt, aber auch Super Flower bietet entsprechende Lösungen an. Von letzterer Marke stellen wir heute das Golden Green Pro mit 400 W Leistung vor. Dieses Modell haben wir über Amazon.de bezogen, um garantiert kein modifiziertes Muster zu erhalten. Auf den folgenden Seiten werden wir zeigen, ob die am Markt verfügbaren Modelle empfehlenswert sind. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Im Lieferumfang enthalten sind ein Kaltgerätekabel, vier Schrauben und ein knappes Benutzerhandbuch. Das Gerät ist laut Angabe EuP-Ready (eigentlich ErP) und soll über hochwertige Komponenten von Nippon-Chemicon und Infineon verfügen. Wie bereits erwähnt gehört es zudem zu den wenigen PC-Netzteilen in dieser Leistungsklasse, die das 80-PLUS-Gold-Zertifikat tragen. Darüber hinaus verfüge das Modell über die Schutzfunktionen OVP, OPP und SCP, nicht jedoch OCP. Der Hersteller gibt an, dass es sich hier um eine "Overclock Version" handelt. Das Netzteil könne demnach bis 500 W Ausgangsleistung "übertaktet" werden, wobei dann nur noch 80 PLUS Silver erreicht würde. Selbstverständlich hat die Frequenzmodulation durchaus etwas mit der Last zu tun, wirklich "übertaktet" wie bei Prozessoren wird das Gerät aber natürlich nicht. Hierbei handelt es sich um eine sehr fragwürdige und fast schon belustigende Marketing-Idee.



    Wie das Etikett zeigt, können die Ausgänge +3,3 V und +5 V mit jeweils 18 A belastet werden. Zusammen leisten diese lediglich 90 W, was selbst für ein modernes 400-W-Netzteil relativ wenig ist und ggf. bei der Systemkonfiguration berücksichtigt werden muss. Ein einziger +12-V-Ausgang leistet 396 W, was beinahe der Nennleistung entspricht. Allerdings werden davon auch noch die 90 W für die kleineren Ausgänge abgezweigt. Gemäß dem Aufdruck ist der CrossFire-Betrieb mit zwei Ati-Grafikkarten möglich.



    Super Flower setzt bei der Kühlung auf einen Lüfter von Globe Fan mit der Modellnummer S1202512L, wobei das L am Ende bereits verrät, dass die Umdrehungszahlen vergleichsweise niedrig ausfallen. Das Modell verfügt über sieben transparente Lüfterblätter. Letztere mögen einigen Lesern gefallen, allerdings sei gesagt, dass diese sehr starr sind und sich dadurch mitunter markante Nebengeräusche entwickeln können. Das sogenannte DURO-Bearing ist im Grunde ein Gleitlager mit anderem Namen. Der Hersteller gibt allerdings an, dass hier effektiver das Austreten von Flüssigkeit (sprich Öl) verhindert wird. Außerdem geht aus einer Grafik bei Globe Fan hervor, dass einige Vertiefungen am Schaft angebracht wurden, ähnlich den Rillen bei HDB-Lüftern. Damit sei eine MTBF von 60.000 Stunden möglich.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]


    Super Super Super Super Super Super


    Die Abmessungen des Gehäuses betragen 145 mm (L) x 150 mm (W) x 86 mm (H), womit das Gerät relativ kurz ist. Aufgrund der geringen Nennleistungen und der festen Anschlüssen ist das aber auch nicht verwunderlich. Passend zum Lüfter ist die schwarze Oberfläche leicht glänzend, aber auch empfindlich für Fingerabdrücke. Kratzer sind dagegen kein großes Problem. Die wabenförmigen Entlüftungslöcher fallen sehr groß aus und das Lüftergitter trägt das Super-Flower-Logo in der Mitte. Zudem befindet sich an einer der beiden Flanken ein großer grüner Aufkleber mit dem Seriennamen. Wie üblich befindet sich ein Netzschalter unterhalb der Kaltgerätekupplung.



    Wie das Bild zeigt, verfügt dieses Modell über eine Kabelmuffe, um die Leitungsstränge vor Reibung zu schützen. Der 4+4-pin-Stecker für die CPU erhielt einen blauen Steckerkopf; die GPU-Anschlüsse sind rot. So lassen sich beide +12-V-Varianten besser unterscheiden, was für Laien sicherlich sehr hilfreich ist. Hinzu kommt die eindeutige Beschreibung der Steckertypen. Auch auf der Rückseite ist das Netzteil komplett schwarz. Diese Seite bekommt man nach dem Einbau aber ohnehin nicht zu Gesicht, wenn ein herkömmliches Gehäuse gewählt wird. In manchen Fällen wird das Modell allerdings auch auf der Unterseite mit dem Lüfter nach unten verbaut .

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 4+4-pin (ca. 60 cm) 1x 6/8-pin, 1x 6-pin (ca. 50, 65 cm) 3x SATA (ca. 45, 60, 75 cm)
    - - - 2x SATA, 1x HDD (ca. 45, 60, 75 cm)
    - - - 2x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75 cm)
    - - - -
    - - - -


    400 W Leistung ist selbst bei leistungsstarken Spielerechnern kein Problem und genau auf dieses Einsatzgebiet wurde das Netzteil ausgelegt. Die langen Anschlussleitungen sind für größere Gehäuse geeignet. Der 4+4-pin-Stecker etwa ist 60 cm lang und die Peripherie-Leitungsstränge erreichen ausnahmslos 75 cm Länge. Darüber hinaus verfügt es über zwei Grafikkartenstecker, auch wenn sich beide einen Strang teilen müssen. Das Modell ist damit auch für leistungsstärkere Grafikkarten geeignet, die beide Stecker benötigen, aber nicht voll ausnutzen. Eine GTX 680 oder Dual-Chip-Grafikkarten sollten sicherlich nicht angeschlossen werden. Für Floppylaufwerke und Lüftersteuerungen wurde noch ein FDD-Stecker integriert. Das Sleeving ist relativ hochwertig, was den guten Gesamteindruck der Anschlusskonfiguration abrundet.

    [break=Das Schaltungsdesign]


    Die Elektronik des PC-Netzteils unterscheidet sich etwas von dem, was wir in dieser Leistungsklasse gewohnt sind. Der Leistungsfaktor-Vorregler und der netzseitige Filter sind noch mit den Varianten aus typischen 80-PLUS-Bronze-Geräten vergleichbar und der Trafo wird mit einer Halbbrücke beschaltet. Spätestens dann hat dieses Modell aber nicht mehr viel mit den meisten Geräten gemeinsam, da es auf einen Resonanzwandler setzt. Zwischen dem Transistoren-Paar aus zwei Infineon-Modellen (mit einem sehr geringen Drain-Source-Widerstand, was in der Sättigungsphase, also dem Strommaximum, sehr günstig ist) und der Primärwicklung des Haupttransformators befindet sich ein Schwingkreis. Dieser besteht aus einem Kondensator und einer Spule in Reihe. Schaltet der erste Transistor durch, wird der Kondensator über die Spule geladen und entlädt sich wieder, sobald der Transistor nicht mehr leitet, also auch keine Spannung mehr angelegt wird. Kommt der zweite Transistor zeitversetzt in die Sättigung, wird der Kondensator erneut von Masse her (also mit umgekehrter Polarität) geladen. Dazwischen ist die Primärwicklung angeschlossen und wird bei jedem Umladen gespeist. Durch die synchrone Beschaltung sind im Gegensatz zum üblichen Flusswandler mit einer asynchronen Halbbrücke keine Dioden zum Aussteuerung der Hauptinduktivität erforderlich. Ein kleiner Unterschied zu den Lösungen von Enermax und Seasonic ist allerdings, dass Super Flower keine zweite Spule verwendet, um die Streuinduktivität zu erhöhen. Diese wird üblicherweise separat parallel zur Primärwicklung geschaltet, lässt sich aber genauso gut im Trafo selbst umsetzen, was die Größe des Modells erklärt.

    Im idealen Schwingkreis gleichen sich die kapazitiven und induktiven Widerstände vollständig aus, sodass ein rein ohmscher Wirkwiderstand wirkt. Damit es zu diesem Resonanzfall kommt, ist die richtige Frequenz einzustellen. In dem Fall würden sich die Amplituden von Strom und Spannung nicht mehr verkleinern. Unter diesen Bedingungen ist die beste Ausbeute möglich, da die Spannung am Trafo ihr Maximum erreicht. Die Verzögerung durch den Schwingkreis hat dabei zwei wesentliche Vorteile: Mit dem nahezu sinusförmigen Stromverlauf der Schaltung an sich ist die EMV-Problematik der Flanken mit hoher Transkonduktanz kein Thema mehr. Außerdem eilt der Strom der Spannung nun hinterher und die Transistoren lassen sich exakt beim Nulldurchgang einschalten, was die Verlustleistung beim Schalten minimiert. In der Phase, wo einer der Transistoren voll leitend ist, kommt wie gesagt noch der niedrige Drain-Source-Widerstand hinzu. Da Schaltnetzteile bei unterschiedlichen Arbeitspunkten stabil sein müssen und unterschiedlich viel Strom abgeben, wird unter Last auch bei diesem Wandlertyp die Ansteuerung der Transistoren komplexer. Die Hersteller variieren die Schaltfrequenz über die Treiberschaltung, was sich unmittelbar auf die komplexen Wechselstromwiderstände im Schwingkreis auswirkt. Da letzterer mit der Primärwicklung einen Spannungsteiler bildet, fällt bei der eingestellten Frequenz also entweder mehr Spannung am Trafo oder am Schwingkreis ab. Bei geringer Last wird wiederum wird das Tastverhältnis variiert, da der Resonanzwandler hier nicht sehr effektiv arbeitet.



    Hinter der Kaltgerätebuchse wurden die Anschlüsse durchgehend mit Schrumpfschläuchen isoliert. Der Netzfilter auf der Hauptplatine besteht aus drei X-Kondensatoren, vier Y-Kondensatoren und zwei Gleichtaktdrosseln. Super Flower scheint sehr auf die Impedanz seiner X-Kondensatoren zu vertrauen, da eine Gegentaktdrossel fehlt. Wirklich kompensieren kann man letztere aber nicht zwangsweise, da der Frequenzgang bei rein kapazitiver Last nicht derselbe ist. Ein Thermistor dient als Einschaltstrombegrenzung und wird von einem Relais überbrückt, damit erstere Komponente abkühlen kann, falls kurz nach der Erwärmung ein erneutes Einschalten auf eine kurzzeitigen Unterbrechung der Spannung folgt. Leider fehlt ein MOV als passiver Überspannungsschutz, auch wenn nicht zu leugnen ist, dass der PFC-IC über eine entsprechende Funktion verfügt. Bis die greift, könnten aber schon Teile der Schaltung zerstört worden sein, da der IC die Werte im Zwischenkreis abgreift.



    Aus diesem Blickwinkel lassen sich sehr gut die Platinen aus Epoxidharz und Hartpapier begutachten, die gegenüber den Varianten in den leistungsstärkeren Versionen qualitativ etwas abfallen. Der PFC-IC sitzt auf einem kleinen PCB im hinteren Teil. Letzteres wurde einlagig ausgeführt, da der IC ausschließlich den Zwischenkreis überwacht und die Transistoren dort ansteuert. Trotzdem scheint die Schaltung nicht optimal zu sein, da die Gate-Anschlüsse der Transistoren (6R190C6) mit Ferritperlen besetzt wurden. Hinter der Gleichrichterbrücke GBU806 erfolgt die aktive Leistungsfaktorkorrektur. Für den Resonanzwandler verbaut Super Flower einen eigenen IC mit der Bezeichnung SF29601. Beim Primärkondensator handelt es sich um ein Modell von Nippon-Chemicon mit 270 Mikrofarad und 85 °C (SMQ-Serie). Bei den Geräten für die Presse wurden hier überwiegend 105-°C-Modelle verwendet, wobei der Unterschied in der Realität ohnehin gering ist. In Sachen Impedanz, Verlustwinkel und Ripplestromfestigkeit unterscheiden sich die Varianten jedenfalls kaum.



    Auf der Sekundärseite erfolgt die Gleichrichtung über eine Synchrongleichrichtung aus zwei IPP041N04N. Ein Teil des Stroms wird für die beiden Tiefsetzsteller bereitgestellt, die sich das längliche PCB mit den kleinen Kühlkörpern teilen. Diese nehmen sehr viel Platz ein, weshalb eine Folie für die nötige Trennung zu +12 V sorgt. +12 V wird mit einer ganzen Armada an Kondensatoren von Nippon-Chemicon beschaltet (KZH-Serie). Zusätzlich erfolgt die Entstörung über Stabkerndrosseln. Da +12 V elektrisch gesehen nicht aufgeteilt wird (auch wenn es mehrere Lötaugen an verschiedenen Positionen gibt) und ohnehin einer einzigen Spannungsquelle entstammt, hat Super Flower etwas kreiert, was gemeinhin als "Single Rail" bekannt ist. Dadurch sollen keine Inkompatibilitäten aufgrund einer ungünstigen Aufteilung entstehen. Allerdings fehlt hier auch der Überstromschutz OCP. Sicherlich kann man argumentieren, dass bei einem deutlichen Überstrom der Unterspannungs- oder Überlastschutz aktiv werden kann. Gerade letzterer wird ziemlich schnell aktiv, da +12 V ohnehin (fast) die gesamte Last trägt. Es mag aber auch Bedingungen geben, unter denen die anderen Schutzmechanismen nicht sofort greifen. Man könnte sagen, dass Super Flower auf viele Fehlerfälle vorbereitet ist, aber nicht auf alle, weshalb wir diesen Schritt nach wie vor kritisieren. Der Hauptgrund für das Fehlen ist nämlich kaum die fehlende Notwendigkeit, sondern die damit verbundene Verlustleistung, da an den Messwiderständen für OCP auch immer eine Spannung abfällt.

    [break=Lasttest]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC Δϑ **
    ----------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------- ---------
    5 % Minimales Rauschen und Zirpen +1,82 % (7 mV) +2,20 % (7 mV) +2,08 % (12 mV) 80,72 % / 0.813 -0,1 °C
    10 % Minimales Rauschen und Zirpen +1,82 % (14 mV) +2,20 % (12 mV) +1,92 % (17 mV) 87,18 % / 0.859 0,3 °C
    20 % Minimales Rauschen und Zirpen +1,52 % (16 mV) +2,00 % (16 mV) +1,92 % (24 mV) 90,04 % / 0.920 1,0 °C
    50 % Minimales Rauschen und Zirpen +0,91 % (18 mV) +1,20 % (17 mV) +1,58 % (29 mV) 91,27 % / 0.969 1,9 °C
    80 % Minimales Rauschen und Zirpen +0,30 % (19 mV) +0,40 % (17 mV) +1,42 % (32 mV) 91,18 % / 0.975 2,9 °C
    100 % Lüfterrauschen +0,00 % (20 mV) +0,60 % (21 mV) +1,42 % (37 mV) 89,43 % / 0.988 4,7 °C
    110 % - - - - - -
    Crossload 1 - +-0,00 % +1,80 % +0,66 % - -
    Crossload 2 - +-0,00 % +1,00 % +1,50 % - -

    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim spezifizierten Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim spezifizierten Maximalwert und 12 V bei 1 A.
    ** Δϑ entspricht der Temperaturdifferenz zwischen den Messwerten an den Entlüftungslöchern und der zum Testzeitpunkt gemessenen Raumtemperatur (24,8 °C), angegeben in °C.


    Der Test des Netzteils hielt einige Überraschungen bereit. Das Gerät schaltete sich bei 110 % Last nach nur 5 Minuten ab. Hierbei waren die anliegenden Spannungen identisch zu 100 % Last. Zudem wurden hier eine Effizienz von 88,52 % und eine Temperatur von 30,5°C erreicht. Wir haben die Messwerte nicht in die Tabelle eintragen, damit deutlich wird, dass das Modell diesen Test nicht bestanden hat. Allerdings ist zu vermuten, dass das Ausschalten durch die ungünstige Lastverteilung entstanden ist. Wie wir auf der folgenden Seite noch sehen werden, sind +3,3 V und +5 V deutlich stärker belastbar, als das Etikett vermuten lässt.

    Abgesehen davon sind viele der Messwerte sehr zufriedenstellend und haben teils einen echten Seltenheitswert. Bei geringer Last konnte durch die Luftbewegung sogar eine Temperaturdifferenz von -0,1 °C zur Raumtemperatur gemessen werden. Die Temperaturen im Raum waren nicht überall exakt gleich, weshalb diese theoretisch nicht mögliche Differenz zustande kam. Dennoch zeigt dieser Wert und auch die Ergebnisse bei hoher Last, dass dieses Modell nicht einmal ansatzweise warm wird. Probeweise haben wir aber auch bei Volllast den Lüfter angehalten und nach dem Wiedereinschalten in der Luftströmung 50 °C gemessen. Sicherlich wäre hier ein Übertemperaturschutz von großem Nutzen gewesen. Mit dem Lüfter zur Kühlung gibt es dagegen keinen Anlass zur Kritik, was angesichts des hohen Wirkungsgrades auch verständlich ist. Bereits bei 5 % Last erreicht Super Flower 80,72 % Effizienz. Maximal werden 91,27 % erreicht, was allerdings nicht das beste Ergebnis unter den 80-PLUS-Gold-Netzteilen darstellt. Bei Volllast knickt das Modell auch etwas ein. Dennoch waren alle Messwerte sehr erfreulich, zumal der Leistungsfaktor gemessen an der Eingangsspannung stets sehr hoch ist. Es ist auch zu erwähnen, dass der Lüfter trotz der guten Kühlung meist sehr leise ist.

    Selbst bei der kurzzeitigen Überlast konnten wir einen Wert von 3,30 V auf +3,3 V und 5,03 V auf +5 V messen, was in Sachen Belastbarkeit eine deutliche Sprache spricht. +12 V liegt erwartungsgemäß bei deutlich über 12,00 V. Auch in Sachen Restwelligkeit können die Ergebnisse überzeugen. Auf den kleineren Ausgängen werden kaum mehr als 20 mV erreicht, in relativen Bezügen zur Gesamtspannung sieht es auf +12 V sogar noch besser aus. Dort werden 0,31 % Restwelligkeit erreicht. Nur wenige PC-Netzteile wie das Seasonic X-Series 460 W schneiden hier noch besser ab. Generell wird die Ausgangsspannung nur von kleinen Transienten durchsetzt, die wir vernachlässigen.


    *Minimalwert bei 10 % Last


    Wir haben den jeweils besten und den jeweils schlechtesten Wert beim Wirkungsgrad mit den Ergebnissen von anderen PC-Netzteilen verglichen und stellen fest, dass Super Flower mit den aktuellen Konkurrenten mithalten kann. Genaugenommen ist das Ergebnis bei niedriger Last sogar etwas besser als bei Seasonic, da wir letzteres nur bei 10 % Last und mehr getestet haben. Bei den anderen Probanden entspricht der niedrigste Wert den Messungen bei 5 % Last. Unter diesen Bedingungen ist das 80-PLUS-Platinum-Netzteil von Antec kaum besser als die 80-PLUS-Gold-Produkte. Erst bei 50 % Last liegt der Unterschied bei ca. 1,50-2,00 %. Da Seasonic und Super Flower ein ähnliches Schaltungsdesign verwenden, scheint sich zu bestätigen, dass sich der Resonanzwandler in der modernen Variation mit PWM auch bei niedrigen Lasten lohnt und die aktive Klemmung von FSP nicht fürchten muss. Das FSP Aurum, welches ebenfalls ein Mitbewerber ist, fehlt in diesem Vergleich, da wir es noch nicht selbst testen konnten.

    [break=Ergänzende Messungen]
    Belastung Maximale Belastbarkeit Spannung Wirkungsgrad
    --------------------- -------------------------------------- ------------------------ ------------------------
    Überlast +3,3 V * 35 A 3,29 V -
    Überlast +5 V * 39 A 4,91 V -
    Überlast +12 V * 40 A 12,01 V -
    50 W ** - - 87,87 %
    Low Load *** - - 79,03 %
    Ultra Low Load **** - - 41,67 %

    * Bei Überlast stellen wir auf den Ausgängen folgende Lasten ein und erhöhen den Wert auf einem Ausgang solange, bis sich das PC-Netzteil ausschaltet oder ein Fehler eintritt.
    -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 1,00 A; +3,3 V, +5 V und +12 V: 1 A
    ** -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 0,20 A; +3,3 V und +5 V: 1A und +12 V: 3,3 A
    *** -12 V: 0,02 A; +5 VSB: 1,00 A; +3,3 V, +5 V und +12 V: 1 A
    **** Alle Ausgänge werden mit 0,01 A belastet.


    Wir haben gemessen, wie lange es dauert, bis das Netzteil die Ausgangsspannungen stabilisiert hat und die Power-Good-Spannung anlegt, damit der Prozessor nicht zurückgesetzt wird. Nach ATX sind Messwerte zwischen 0,1 und 0,5 Sekunden erforderlich. Im Test wurden 310 ms erreicht, womit der Wert innerhalb der Spezifikation liegt. Zudem haben wir einen Überlasttest durchgeführt, bei dem wir die Last auf einem Ausgang solange erhöht haben, bis sich das Netzteil ausschaltet. Beim Versuch +12 V zu belasten müssen wir hinzufügen, dass ein einzelnes Lastmodul nicht mehr als 40 A einstellen kann. Die Belastbarkeit dürfte demnach noch höher liegen, da sich das Netzteil hier nicht abschaltete. Aber auch +3,3 V und +5 V lassen sich sehr stark beanspruchen. Wir wissen allerdings nicht, welcher Schutzmechanismus aktiv wurde. Der Unterspannungsschutz wurde mit Sicherheit nicht aktiv (weshalb wir OCP auch für sinnvoll halten), da sich die Messwerte nahe des Optimums befanden.

    Darüber hinaus haben wir Messungen vorgenommen, bei denen die Belastbarkeit in absoluten Zahlen festgelegt wurde und nicht variiert wird. Damit schaffen wir absolut vergleichbare Testbedingungen, wobei hinzuzufügen ist, dass der Arbeitspunkt bei einem Netzteil vielleicht etwas besser ist und bei einem anderen etwas schlechter. Dementsprechend ist ein Netzteil nicht gleich als schlecht zu bezeichnen, wenn es in diesem Szenario schlecht abschneidet. Unser Fokus liegt nach wie vor auf den Herstellerangaben, da sich der Kunde an diesen orientieren können soll. Bei absoluter Minimallast erreicht Super Flower nicht einmal 50 % Wirkungsgrad, was aber normal ist. Ansonsten scheint der Resonanzwandler auch bei geringer Last gut zu funktionieren, wenn bei den Transistoren die Pulsweite moduliert wird und die FM inaktiv wird.

    [break=Fazit]


    Das Super Flower Golden Green Pro 400 W ist ein modernes PC-Netzteil, dessen Messwerte überzeugen. Der Wirkungsgrad fällt stets hoch aus und die Restwelligkeit gering. Den Überlasttest besteht das Modell nicht. Die Elektronik ist hochwertig, wobei ein Überstromschutz noch zu ergänzen ist, auch wenn die anderen Schutzmechanismen greifen. Die Steckeranzahl entspricht den Erwartungen an ein 400-W-Netzteil. Mit den langen Leitungssträngen und den beiden Grafikkartensteckern ist das Gerät für Spielerechner prädestiniert.

    Die Elektronik unterscheidet sich sehr von dem, was wir von anderen 400-W-Netzteilen gewohnt sind - im positiven Sinne. Mit dem Resonanzwandler und der Synchrongleichrichtung auf der Sekundärseite hat das Modell viel Ähnlichkeit zu den hochwertigen Geräten von Seasonic und Enermax. Nur diesen muss sich das Modell auch geschlagen geben. Super Flower verwendet durchgehend japanische Kondensatoren, was besonders deshalb in den Mittelpunkt gestellt werden sollte, da wir diesen Probanden selbst gekauft haben. In der Presseversion wird allerdings ein Primärkondensator mit einer maximalen Temperatur von 105 °C verbaut. Der Netzfilter ist gut ausgebaut, wobei der MOV als passiver Überspannungsschutz fehlt. Darüber hinaus ist der fehlende Überstromschutz zu bemängeln, wobei in den meisten Szenarien eine andere Schutzfunktion greift. Mit Ausnahme der hohen Temperatur bei gestopptem Lüfter schaltet sich das Netzteil in allen Sicherheitstests ordnungsgemäß aus.

    Selbst bei geringer Last ist das PC-Netzteil sehr effizient. Bei 5 % Last wurden knapp 81 % erreicht und bei unserem neu eingeführten "Low-Load-Test" sind immer noch fast 80 % möglich, obwohl die Lastverteilung möglicherweise nicht optimal war. Beim idealen Arbeitspunkt erreicht Super Flower 91,27 % Wirkungsgrad. Die einzelnen Ausgänge sind mit je 30-40 A belastbar. Das spricht einerseits für den fehlenden Überstromschutz, andererseits scheint das Modell selbst unter schlechten Konditionen noch stabil arbeiten zu können. Die anliegenden Spannungen erreichen jedenfalls den Sollwert oder kaum schlechtere Ergebnisse. Auch in beiden Crossload-Tests zeigt Super Flower die Qualitäten der separaten Regelung. Nicht zuletzt liegt die Restwelligkeit bei unter 25 mV bei den kleineren Ausgängen und bei weniger als 40 mV bei +12 V. Auch wenn die transparenten Lüfterblätter etwas starr sind und dadurch etwas andere Geräusche produzieren als normale Lüfter, sind die Umdrehungszahlen so gering, dass wir das Netzteil kaum hören können. Erst bei 100 % Last ist ein deutliches Lüfterrauschen zu vernehmen, darunter stört höchstens das minimale Zirpen der Elektronik. Leider schaltete sich das Golden Green Pro bei 110 % Last ab. Das ist keine Voraussetzung, um unseren Test zu bestehen, allerdings berücksichtigen wir bei den prozentualen Lasten die Lastverteilung auf dem Etikett, weshalb die Reserven eigentlich hätten ausreichen müssen.

    Das Modell verfügt über ein ansehnliches Sleeving, sofern man auf diese Dinge Wert legt. Zwei Grafikkartenstecker sind sehr zufriedenstellend in dieser Leistungsklasse. Darüber hinaus ist das Netzteil mit den mindestens 55 cm langen Leitungssträngen für größere Gehäuse geeignet. Der Strang mit dem 4+4-pin-Stecker erreicht beispielsweise 60 cm; die Peripherie-Leitungen sind durchgehend 75 cm lang. Fünf SATA- und drei HDD-Stecker sind weder besonders viel, noch besonders wenig für ein 400-W-Netzteil. Im Lieferumfang sind die notwendigen Utensilien zur Installation enthalten. Das Standard-Benutzerhandbuch fällt etwas knapp aus. Insgesamt liegt die Ausstattung im guten Durchschnitt und wurde sichtbar auf Spiele-PCs ausgelegt. Dual-Chip-Grafikkarten oder eine GTX 680 sollte man trotz der zwei GPU-Stecker aber nicht unbedingt anschließen, da sich beide Stecker einen Strang teilen. PCs mit einer GTX 570 oder der HD 7870 wären aber vorstellbare Konfigurationen.



    Zu den Konkurrenten zählen die bereits erwähnten X-Series-Modelle von Seasonic (auch wenn der Vergleich etwas hinkt), das FSP Aurum 400 W und das Antec EarthWatts EA-450 Platinum. Seasonic bietet mit dem X-400FL das hochwertigste Modell in diesem Bereich an, ist wegen der passiven Kühlung aber auch sehr teuer. In einem ähnlichen Preisbereich bewegt sich die Lösung von FSP, wobei die Steckerausstattung schlechter und der Lüfter etwas lauter ist als bei Super Flower. Im hohen Preisbereich kommt das 450-W-Netzteil von Antec hinzu, welches sogar mit 80Plus Platinum zertifiziert wurde, aber ebenfalls relativ laut ist. Dafür ist die Steckerkonfiguration hier sehr zufriedenstellend, zumal die Lösungen von Antec und FSP über mehr Schutzmechanismen verfügen. Daher fällt es trotz der guten Messwerte auch relativ schwer, das Super-Flower-Modell zu empfehlen, wenn diese teils durch das fehlende OCP erkauft werden. Allerdings schaltet sich das Netzteil im Fehlerfall bestenfalls auch aus anderen Gründen aus, weshalb es unter den meisten Bedingungen sicher sein sollte.

    Es ist durchaus beeindruckend und wegweisend, was Super Flower auf die Beine gestellt hat. Die niedrige Restwelligkeit und die hochwertige Elektronik sprechen für sich. Für den vertretbaren Preis ist das Golden Green Pro mit 400 W auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wir persönlich würden aber eher zu den Varianten von FSP raten, wenn auf Funktionen wie OCP (Over Current Protection) oder OTP (Over Temperature Protection) Wert gelegt wird. Wer mit der hohen Lautstärke nicht leben kann, sollte im Zweifel zur Variante von Seasonic greifen. Mehr Qualität und höhere Leistungsreserven bietet nach wie vor kein Anbieter.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 20:18 Uhr)

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