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TryPod
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 11.11.2001
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 2.603
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"Mulholland Drive" - Erklärung und ein Fazit - Zutritt auf eigene Gefahr
Hallo,
nachdem ich viel vom Film gelesen und mir die eine oder andere Filmkritik reingezogen habe, kam ich als Filminteressierter nicht länger um den Film herum. Fast überall hoch gelobt und als Geniestreich euphorisch bejubelt, muss der Film doch was taugen. Wichtig zu wissen: Ursprünglich sollte es eine vollständige Serie namens "Mulholland Drive" geben. Nach Sichtung des Materials allerdings schlugen die Bosse die Hände über den Köpfen zusammen und erklärten das Projekt für gestorben. Über Umwege landete Lynch dann in Frankreich (!), wo sich Geldgeber fanden, die es dem Regisseur ermöglichten, aus seinem Material durch nachträgliche Drehwochen und eine ordentliche Postproduction einen eigenständigen Kinofilm zu machen. Soviel dazu. Wichtig sind die drei oben gekennzeichneten Punkte "Frankreich", "nachträgliche Drehwochen" und "Postproduction". Genauso wie Filme aus Japan sofort als solche zu erkennen sind, sind auch französische Streifen zehn Meilen gegen den Wind wegen ihrer ganz eigenen Filmästhetik zu identifizieren. - Kann man mögen, muss man aber längst nicht... Zur Info "nachträgliche Drehwochen" und "Postproduction": Die Dreharbeiten verschiedener Handlungsstränge waren weit fortgeschritten, als das Nein der amerikanischen Finaziers kam. Das konnte und wollte Lynch nicht so ohne Weiteres hinnehmen. Also hat er - nachdem er die französischen Geldgeber in einem Zustand totaler geistiger Umnachtung überrumpelt hat - eine Geldquelle gefunden. ( - Man munkelt, dass es auch so gewesen sein könnte, dass die Franzosen ganz bewusst ihr O.K. gegeben haben , aber das sind unbestätigte Gerüchte... )Unterm Strich sind also vollkommen zusammenhanglose Szenen aneinandergereiht worden. Dabei gibt sich Lynch im Nachhinein ziemlich clever: Man solle sich seine eigene Interpretation zusammenbasteln. - Was freilich die einzige Möglichkeit ist, sich irgendwie einen Reim aus dem ganzen Quark zu machen. 1. Was hat der psychisch angeschlagene Typ und dessen Psychologe zu bedeuten? 1. a Wie passen die beiden in den restlichen Film? 1. b Weshalb hat der Typ solche Angst? 1. c Welche Rolle spielt dieser Penner? 1. d Weswegen stirbt der Typ, als er den Penner sieht? 2. Wer oder was ist der Cowboy? Ein Killer? Die "Graue Eminenz" im Hintergrund? 2. a Was soll das pseudo-bedeutungsschwangere Geschwafel von "Wenn Sie mich einmal wiedersehen, haben sie es richtig gemacht. Wenn Sie mich zweimal wiedersehen, haben Sie es nicht richtig gemacht."? 2 c. Weswegen geht das Licht pseudo-mysteriös an, als der Cowboy auftritt - und genauso pseudo-mysteriös aus, als der Cowboy geht? 3. Wer ist der Typ im Rollstuhl, der nur durch die Glaswand mit sich reden lässt? 3. a Irgendwie damit in Zusammenhang könnten (!) diese Anrufe zu Beginn sein. Was soll das? 3. b Weswegen soll diese Blonde "die Richtige" sein? 3. c Wer will, dass die Blonde "die Richtige" ist? Und warum will er es? 4. Was ist das für ein Vorsprechen von Betty? In welchem Zusammenhang steht das zum restlichen Film? 5. Weswegen bringt der Killer den einen Typen in dessen Büro um? 5. a Was ist das für ein schwarzes Buch, das wichtig zu sein scheint? 6. Weswegen soll die Schwarzhaarige in der Limousine umgebracht werden? 6. a Wer sind die Killer, vor denen sie Angst hat? 7. Was ist das "Silencio"? Es gäbe noch viel mehr in Frage zu stellen. Alles in allem ein zusammenhangloser Unsinn. Die nachträglichen Dreharbeiten sollten wohl alles wie einen Traum erscheinen lassen. Aber das ist dann doch ein bisschen zu billig. "Betty" ist plötzlich "Rita". "Rita" ist plötzlich "Camilla". - Alles ist ein Trauma / eine Halluzinazion. - Ähem, wirklich nicht ganz so prall... Ich mache ja auch keinen Film aus lauter zusammenhanglosen Urlaubs- und Familienfilm-Schnipseln, drehe am Ende eine Selbstmordszene und behaupte, alles sei ein Traum gewesen. Und ein Geniestreich... Deswegen ist "Mulholland Drive" ganz klar *Ich habe ganz und gar nichts gegen offene Filmenden. Und es macht mir auch nichts aus, wenn am Ende eines Films nicht alles aufgeklärt wird. Und ich finde z. B. "Memento" wirklich genial. Aber "MD" ist totaler Murks, der als intellektueller Streifen hingestellt wird. Wie man verschiedene Handlungsstränge zu einem stimmigen Ganzen zusammenführt und am Ende bzw. während des Films trotzdem ein Aha-Erlebnis beim Zuschauer erreicht, zeigen zum Beispiel die Filme "11:14", "Memento" und "Identität". - Bitte jetzt keine Kommentare nach dem Motto "Die drei Filme kann man doch gar nicht vergleichen"! Das ist mir klar, es geht auch weniger um den Inhalt als vielmehr darum, ein stimmiges Ende auf die Beine zu stellen. |
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Posting #2 (im Thread / einzeln) |
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suppenzorro
Moderation
![]() Registriert seit: 10.09.2001
Ort: 7 Weltmeere
Beiträge: 7.968
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hab kein bock, deinen ganzen text durchzugehen und es ist auch einige jahre her, als ich den film gesehen habe, aber mir hat er auf jeden fall sehr gut gefallen, ich kann auch damit leben, dass viele fragen nicht geklärt wurden
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Posting #3 (im Thread / einzeln) | |
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gast2901648
Gast
Beiträge: n/a
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Zitat:
Ich hab gestern "A Bullet in the ****" (keine Jugendfreigabe - nicht John Woo!!! . <Schwedischer Film> ) geschaut , laut Bewertung ein "Nihilistischer Urschrei" , konnte mir dann doch die letzten 20 Minuten nicht mehr ansehen . Naja , ich kann nur bedingt mit diesen dogmatisierten "wir wollen unbedingt was kunstvolles kreieren" Filmen anfangen . Is jetzt zwar alles etwas durcheinander was ich schreibe , aber vergebt mir und gebt Gorbatschow die Schuld .
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Posting #4 (im Thread / einzeln) |
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Onkel Homie
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 26.03.2003
Ort: Dortmund
Beiträge: 7.535
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Selbiges gilt auch für mich (obwohl ich deinen Text gelesen hab *g*).
An deiner Stelle würde ich einfach mal im Netz nach den klassischen Interpretationen suchen. Der Film war auch in der Tat nicht nur als Kinofilrm geplant, allerdings auch anders als von dir geschildert. Denn er sollte nur der Pilotfilm zur Serie sein, insofern müssen sogar einige Rätsel offen bleiben. Doch die Serie wurde halt nie produziert. Gut nicht jeder mag solche Filme, kann ich vollkommen verstehen, aber alles gleich als Schwachsinn hinzustellen... Nu ja, jedem seine Meinung. Ich finde den Film recht gut, wobei ich auch im Leben nicht behaupten würde alles verstanden zu haben. Ist ein weiteres Puzzle das erst mal gelöst werden muss
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Posting #5 (im Thread / einzeln) |
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-scallywag-
Admiral
Special ![]() Registriert seit: 11.11.2001
Ort: Madchester
Beiträge: 1.332
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ich habe den Film bereits 10 mal oder so gesehen.
Ich verstehe ihn fast komplett. Auch einen Teil deiner Fragen könnte ich beantworten, tue ich aber nicht. Klar ist Platz für Interpretationen. Aber du begehst einen großen Fehler: Klar war eine Serie geplant, aber der Film ist mitnichten einfach nur ein Mix aus aneinander geklatschen Szenen. Die ganze Serie war so ausgelegt. Der Film ist einfach nur "das Ganze" in komprimierter Form, mit einem modifizierten Ende. Ok, ein paar Tipps zu deinen Fragen: Zu 1: Schau mal wer in dem Rastaurant arbeitet. Zu 2: Streiche das Wort "Pseudo" erst mal. Dann kommste vielleicht drauf. Achte am Ende des Filmes vor allem wer alles auf der Party ist. Vielleicht macht es dann klick Und das Stichwort "Traum/Wirklichkeit" ist ganz gut.Zu 3: Der Typ im Rollstuhl ist der große Macker Hollywoods. Lynch lässt sich nicht gerne vorschreiben was er zu tun und zu lassen hat. Deshalb gibt es in vielen Filmen "symbolsich" immer zu sehen wie Hollywood wirklich funktioniert. Interessant auch weil eine ganze Serie von Mulholland Drive abgelehnt wurde. Die Blonde ist einfach " die Richtige", was soll man da erklären? Es ist doch nur ihr Traum! Zu. 7. Das Silencio ist dieses Theater wo die beiden in der Nacht sind. Ein sehr guter Hinweis auf den eigentlichen Handlungstrang des Filmes. Letztendlich hat Lynch gesagt das es keine Erklärung geben soll und jeder einen anderen Film in Mulholland Drive sehen soll. Genau das macht auch den Film aus!!!Schon Lost Highway gesehen? |
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Posting #6 (im Thread / einzeln) | |||
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TryPod
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 11.11.2001
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 2.603
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Zitat:
Zitat:
Sagen wir, du glaubst, ihn verstanden zu haben. Zitat:
Das ist ja in meinen Augen das Billige: Die "Auflösung" ist darin zu suchen, dass alles nur ein Traum ist? Ähem, das hatten die sogar in den 80ern bei "Dallas" besser gelöst, als sich nach etlichen Folgen rausstellte, dass der schnuckelige Bobby gar nicht tot war, sondern alles nur von der anderen im Dallas-Clan geträumt wurde. Nee, ich trau mich nicht. Ich schätze mal, dass auch der Streifen für mich "zu hoch" ist. @ all Ich habe mal eine andere Interpretation für den Film gefunden. Was sagt ihr dazu: Der Anfang ist wichtig (durch seine bunten Bilder und die gefeierte Diane), um zu verstehen, dass alles, was nun folgt, ein Traum ist. Diane ist nun Betty und Camilla ist Rita im Traum. (Ich nenne sie bei den Namen aus der Realität). In dem Traum kann sie ihre Sehnsüchte und Wünsche ausleben: Der von Diane in der Realität beauftragte Mord ist schiefgelaufen. Camilla lebt doch noch, trifft zufällig auf Diane und lernt sie lieben. Und Diane hat ihren zukünftigen Mann, den Regisseur, vergessen. Diane ist erfolgreich und talentiert und ist der starke Part neben Camilla. (Schöne heile Welt, aber halt nur eine Traumwelt.) Der Regisseur wird praktisch gezwungen (im Traum durch die Mafia), Dianes Talent endlich zu entdecken, das sie zu haben glaubt. Und bei der eigenartigen Szene, wo der Regisseur seine Frau mit einem anderen erwischt, symbolisiert diese Frau, Camilla, die sich in dieser Szene gegen ihn und für Diane (verkörpert von deren Affäre im Bett, Name fehlt mir nicht ein) entscheidet. Logisch finde ich auch das, der Psychiater im Cafe die Rolle des Killers und der verängstigten Mannes die Rolle von Diane einnimmt. Aber was soll die Frau über die er sich so erschreckt? Also entweder ist es das Böse, oder sie sieht die gestürzte (und bald tote) Camilla, die sie gerade zum Tode verurteilt hat, dadurch dass Sie den Killer angeheuert hat. Und das erschreckt sie so sehr. Der tolpatschige Killer (die Szene, in der er die drei Leute erschießt), könnte auch Teil des Traumes sein, indem sie hofft das sie einen Deppen als Killer angeheuert hat, der den von ihr beauftragten Mord an Camilla bestimmt vermasseln wird. Der Cowboy symbolisiert auch den Auftragskiller und Diane in einer Person. Der Regisseur wird dazu angehalten darüber nachzudenken, ob er Camilla wirklich heiraten will (die Frage mit der richtigen Besetzung hat nichts mit dem Film, sondern mit seiner zukünftigen Entscheidung, ob er Camilla heiraten will, zu tun) und damit die Affäre zwischen Camilla und Diane wirklich zerstören will. (Es ist schließlich das einzige Glück, was Diane im "erfolgreichen und glamourösen" Hollywood noch geblieben ist.) Im Silencio merkt sie selbst im Traum, dass es nur ein Traum ist. So, also die ersten 2/3 des Films sind also nur ein Traum, aber dieser Traum fängt eigentlich erst an, nachdem sie weiß, dass die Affäre vorbei ist, auf der Party war, wo sie erfuhr, dass Camilla und der Regisseur heiraten wollen, der Auftragskiller von ihr bestellt wurde und sie in ihrem heruntergekommenen Appartment sich zwischen Vorwürfen, Liebeskummer, Angstzuständen selber befriedigt. In ihrer durch den Traum immer größerer werdenden Angst vor dem was sie getan hat, dieser sich in Wahnsinn umschlägt, indem sie anfängt verworrenes Zeug zu träumen. Ihre erträumte Scheinwelt zerbricht und sie Realität und Traum nicht mehr unterscheiden kann. Zum Beispiel von dem älteren Ehepaar (welches ihre oder Camillas Eltern aus der Realität sein könnte, die sie für ihre Tat bestrafen wollen) bei dem die Schuldgefühle so groß werden, das sie schlußendlich aus dem Tod in ihrem Traum Realität wird, indem sie zur Waffe greift und sich selbst erschießt. In dem Moment endet alles für Diane, es gibt keine Realität mehr und auch keinen Traum, denn sie ist tot................... Ende. Das habe ich von hier ( allerdings um etwa 234 Rechtschreibfehler bereinigt). |
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Posting #7 (im Thread / einzeln) |
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Onkel Homie
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 26.03.2003
Ort: Dortmund
Beiträge: 7.535
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Die Traumtheorie ist auch recht verbreitet, sthet u.a. bei Wikipedia. Dort ist auch etwas von einer "Freudschen Wunscherfüllung" zu lesen.
Für mich machen die unterschiedlichen Interpretationen den Film auch gerade so spannend. Zu Lost Highway: Der gefällt mir noch besser. ist aber etwas anders gestrickt. Während man bei Mulholland Dr. zumindest die meiste Zeit des Films das gefühl hat eine "normale" Story zu sehen, die dann am Ende komplett umgeworfen wird, ist Lost Highway an sich die ganze Ziet komplett durcheinander. Gängige Theorie ist, dass dort jemand auf dem elektrischen Stuhl sitzt und im Moment seines Todes sein Leben an sich vorbeiziehen sieht. Tja eine Erklärung von vielen und mir machts Spaß ![]() Ich wollte mir auch immer schon mal Twin Peakes besorgen, denn die DVD Box ist ja nicht mehr so teuer. Die Serie wird ja auch als ziemlicher Kultklassiker gelobt und ich hab auch schon mal 2 oder 3 Folgen gesehen die ich ganz gut fand. |
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Posting #9 (im Thread / einzeln) |
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soulmanager@W:E
Vice Admiral
Special ![]() Registriert seit: 29.01.2002
Ort: Stonegate
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Posting #10 (im Thread / einzeln) |
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ghostadmin
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 11.11.2001
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Posting #11 (im Thread / einzeln) |
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TryPod
Grand Admiral
Special ![]() Registriert seit: 11.11.2001
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 2.603
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Hallo auch,
IMHO ist das Problem bei Filmen, die einen derartigen Interpretations-Spielraum lassen, dass sich stets die Frage stellt, was denn alles interpretiert werden soll. Wenn derartig winzige Nebensächlichkeiten wie die Bedienung im Cafe (in der Szene, die den psychisch Labilen mit seinem Psychologen zeigt) eine Rolle spielen sollen, warum dann nicht auch die eine dunkelhaarige Nachbarin, die Betty und Rita (als Betty noch Betty war und Rita Rita ) sagt, sie wohne jetzt in einem anderen der Häuser? Und wieso erkennt diese dunkelhaarige Nachbarin weder Rita als Rita noch Betty als Rita? Vielleicht ist das ein ganz wichtiger und geradezu elementarer Punkt im Film.Unklar ist nach wie vor, weswegen und vor allem welche Rolle der Cowboy spielt. Wenn alles nur ein Traum ist, weswegen träumt Betty dann, sie habe ein erfolgreiches Vorsprechen, von dem alle begeistert sind? Dieser Handlungsstrang muss doch irgendeine Bedeutung haben. - Ich meine, wesentlich winzigere Kleinigkeiten haben offenbar eine Bedeutung, weswegen diese Szene nicht? Und welche Rolle spielt der Killer? Ich meine nicht die Szene, in der der Killer von Rita (die vorher Betty hieß) angeheuert wird, sondern die Szene, in der der eine Typ und die beiden Unbeteiligten erschossen werden. Was soll diese Szene? Und was ist das für ein kleines, schwarzes Buch, das offenbar mehrere kaltblütige Morde wert ist? Haben die Ermordeten eine metaphorische Bedeutung? Oder die Art, wie sie sterben? Das sind alles absolut berechtigte Fragen, denn offensichtlich hat Lynch den Film derart perfekt durchdacht, dass nicht eine einzige Kleinigkeit dem Zufall überlassen wurde. Anders gefragt: Aus welcher winzigen Kleinigkeit muss / soll ich Schlüsse ziehen, da sie von Bedeutung sind? Und welche winzigen Kleinigkeiten sind unbedeutend? Zwei interessante Kleinigkeiten: Als der Psychologe zusammen mit dem psychisch Kranken im Cafe sitzt, habt ihr mal darauf geachtet, was auf diesen gelben Zetteln steht, die direkt bei denen an die Cafe-Scheiben geklebt sind? Und was da drauf steht, wenn nachher Rita und der Killer auf den selben Plätzen im Cafe sitzen? ![]() Und auch nicht uninteressant: Was hängt neben der Lampe, als der Cowboy erstmals in Szene tritt? |