Guter Speicher muss nicht teuer sein - diesen Fakt haben vor einigen Tagen zwei getestete Speicherriegel aus dem Hause takeMS bewiesen. takeMS ist jedoch nicht der einzige Hersteller, der günstigen Speicher ohne technischen Schnickschnack anbietet.

MDT, ebenfalls ein deutscher Hersteller, ist in einschlägigen Hardwareforen kein unbeschriebenes Blatt. MDT genießt den Ruf, Speicher mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten. Die Spezifikationen sowie der Preis machen ihn zu einem direkten Konkurrenten von den kürzlich getesteten takeMS-Riegeln.

Wir hatten in den letzten Tagen die Möglichkeit, uns ein DualChannel-Kit DDR2-800 näher anzuschauen und zu überprüfen, ob dieser Ram ähnliches Potenzial bietet, wie es die Riegel von takeMS getan haben.

Viel Vergnügen beim Lesen!

[break=Testsystem und Testaufbau]
Testsystem

Für Speichertests kommt bei Planet 3DNow! folgende Referenzhardware zum Einsatz:


  • AMD Athlon64 3800+ mit Boxed-Kühler

  • Foxconn C51XEM2AA

  • SAPPHIRE X1800XT

  • 80 GB Hitachi 7K250 (SATA, 7200 U/min, 8 MB Cache)

  • Seasonic S12 600

  • Yeong Yang YY-5602 Miditower



Verwendete Software

In der folgenden Tabelle sind die grundlegendsten Anwendungen aufgeführt, die bei uns zum Einsatz kommen.

verwendete Software/TreiberVersion/Bemerkungen
Windows XP Professional32 Bit, Service Pack 2
DirectX9.0c, Dezemberupdate 2005
ChipsatztreibernForce-Treiber Version 6.66
GrafikkartentreiberCatalyst 6.4 + Control Center
Prozessortreiber1.3.2.16
SiSoft Sandra2007 lite SP1
Sciencemark232 Bit
WinRAR3.60 Beta 6
Cinebench2003
3DMark03Build 3.6.0 Professional Edition, ohne Feature Tests
3DMark06Build 1.0.2 Advanced Edition, ohne Feature Tests
PCMark05Build 1.1.0 Advanced Edition
Aquamark31024 x 768 x 32
Doom3 Demo1024 x 768 x 32, Ultra Details
Doom3 Demo1280 x 1024 x 32, Ultra Details
Doom3 Demo1600 x 1600 x 32, Ultra Details
SuperPI1M, Mod 1.4


Damit alle Speicherriegel mit gleichen Voraussetzungen starten, wir vor dem Testbeginn das Betriebssystem mittels Image-Backup wiederhergestellt.

[break=Speicher im Detail]


  • Hersteller: MDT

  • Webseite: www.MDT.de

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  • DDR2-SDRam mit 240 Pins

  • spezifiziert für DDR2 800 mit 5-5-5-18 bei 1,8 Volt

  • SPD programmiert bei DDR2 800 bei 5-5-5-18

  • 2x 1024 MB












  • Im Gegensatz zu takeMS liefert MDT das DualChannel-Kit in einer einfachen Verpackung aus.

    Auf dem letzten Bild sehen die Speicherchips zudem etwas "ungesund" aus, als ob sie kleine Löcher hätten. Dies täuscht jedoch und liegt wahrscheinlich an ungünstigem Licht beim Fotografieren. Die Oberfläche war/ist etwas rauh - diese Tatsache hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb des Speichers.



    Das SPD wird mit Timings von 5-5-5-18 programmiert. Da MDT den Speicher offiziell lediglich mit CL5 spezifiziert, gehen wir von den im SPD programmierten Timings von 5-5-5-18 als spezifizierte Timings aus. Auch zur Spannung macht MDT keine Angaben, weshalb wir an dieser Stelle von JEDEC-konformen 1,8 Volt Speicherspannung ausgehen.

    [break=Stabilität]

    Selbstverständlich muss jeder Speicher auch Stabilitätstests über sich ergehen lassen. Hier ein kurzer Überblick über das, was jeder Speicher bei uns fehlerfrei durchlaufen muss:

    StabilitätstestVersion/Bemerkungen
    Orthos (SP2004)1 Instanz, ca. 8 Stunden über Nacht
    3DMark03 im LoopDemo-Loop ca. 4 Stunden mit Sound
    Memtest86+ca. 4 Stunden


    Stabilität beim heutigen Testkandidaten

    Da wir die beiden MDT-Riegel mit nur 1,825 Volt betrieben haben, waren wir sehr gespannt, ob sie unseren Stabilitätsparcours überstehen. Aber auch dieser Parcours stellte keine Hürde für den Speicher dar und alle Tests wurden erfolgreich absolviert. Daher können wir den beiden Speicherriegeln eine tadellose Stabilität bescheinigen.

    [break=Benchmarks]

    Sandra 2007


    • Hersteller: SiSoftware

    • Webseite: www.sisoftware.co.uk

    • Bereich: Synthetisch

    • Schwerpunkt: Speicherbandbreite und -latenz

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    Sandra CPU Streaming



    Sandra FPU Streaming



    Im Bandbreitentest von SiSoft Sandra platziert sich unser heutiger Testkandidat im Mittelfeld - im direkten Kontakt zum Preis-/Leistungskonkurrenten von takeMS.

    Bei diesem Test sei angemerkt, dass die Bandbreite weitab von dem liegt, was DDR2-800 in einer DualChannel-Konfiguation zu leisten im Stande ist. Diese Tatsache ist jedoch plattformbedingt. Da wir einen Athlon64-SingleCore verwenden, ist die Bandbreite stark limitiert.

    Sandra Speicherlatenz



    An dieser Stelle waren wir erstmals überrascht. Eine Latenz von nur 81 ns hätten wir nicht erwartet, lässt das Ergebnis doch alle anderen getesteten Speicher weit hinter sich.

    Doch so oft wir den Test auch wiederholten, an den Ergebnissen änderte sich nichts.

    Sciencemark


    • Hersteller: Dr. Timothy Wilkens & Alex Goodrich

    • Webseite: www.sciencemark.de

    • Bereich: Synthetisch

    • Schwerpunkt: Memory-Controller Performance

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    Sciencemark Speicherbandbreite



    Auch beim Bandbreitentest von Sciencemark platzieren sich die MDT-Riegel im Mittelfeld.

    Sciencemark Speicherlatenz



    Im Gegensatz zur SiSoft Sandra-Latenz bewegt sich diese im Sciencemark-Test auf normalem Niveau.

    [break= Benchmarks – Fortsetzung]

    WinRAR


    • Hersteller: Rarsoft

    • Webseite: www.WinRAR.de

    • Bereich: Anwendungen

    • Schwerpunkt: ALU, Speicherlatenzen

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    Im WinRAR - wohl bekannt für seine intensive Speicherabhängigkeit - kann der MDT-Speicher scheinbar seine exzellente Latenz von SiSoft Sandra bestätigen. Dabei wird der direkte Konkurrent von takeMS deutlich überflügelt.

    Cinebench


    • Hersteller: Maxon

    • Webseite: www.maxon.net

    • Bereich: Anwendungen

    • Schwerpunkt: CPU-Performance

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    Cinebench zählt zu den prozessorintensiven Anwendungen. Daher kann sich kein Speicherkit in Szene setzen.

    SuperPI


    • Hersteller: Kanada Lab. University of Tokyo

    • Webseite: www.ecc.u-tokyo.ac.jp

    • Bereich: Anwendungen

    • Schwerpunkt: CPU-Performance

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    Auch im SuperPI 1M erzielt unser MDT exakt das gleiche Ergebnis wie die Riegel von takeMS.

    [break=Benchmarks – Fortsetzung]

    3DMark03/06 + PCMark05


    • Hersteller: Futuremark

    • Webseite: www.futuremark.com

    • Bereich: Synthetisch

    • Schwerpunkt: System-Performance

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    3DMark03



    3DMark06



    PCMark05



    In den Futuremark-Benchmarks platziert sich der Speicher von MDT unauffällig auf mittleren bzw. im Falle von 3DMark03 auf hinteren Plätzen. Der Rückstand zur Spitze beträgt jedoch nirgends mehr als einen Prozentpunkt.

    Aquamark 3


    • Hersteller: Massive Development

    • Webseite: www.aquamark3.com

    • Bereich: Grafik-Performance

    • Schwerpunkt: CPU-, FPU- und Speicher-Performance

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    Aquamark3 reagiert sehr stark auf hohen Speichertakt und/oder gute Timings. Somit ist es kein Wunder, dass sich die Speicherkits mit den Timings von 4-4-x-x vorn platzieren. Unter den mit CL5 spezifizierten Speicherriegeln belegt der MDT Platz 1 und überflügelt damit natürlich den direkten Konkurrenten takeMS.

    Doom 3


    • Hersteller: id Software

    • Infoseite: auf Planet 3D Games

    • Bereich: Gaming

    • Schwerpunkt: Grafik-Performance (Grafikkarten lastig)

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    Auch im sehr grafiklastigen Doom3 zeigt unser Speicher gute Ergebnisse und kann bei einer Auflösung von 1024 x 768 sogar alle anderen CL5-Speicherkits hinter sich lassen.

    [break=Overclocking]

    MDT stellt keinen OC-Ram her. Speicherriegel dieser Marke sollen beim Endkunden den spezifizierten Takt bei spezifizierten Timings bringen. Dennoch wollen wir wissen, welches Takt- und Timing-Potenzial in den beiden getesteten MDT-Riegeln stecken.

    Um den maximalen Speichertakt zu ermitteln, booten wir unser Testsystem ins Windows und erhöhen dort mittels nTune Schritt für Schritt den Referenztakt. Nach jeder Veränderung lassen wir SuperPI 4M durchlaufen. Wird der Test fehlerfrei bestanden, gehen wir zum nächsten Taktschritt über. Solange, bis der Test nicht mehr fehlerfrei durchläuft.

    Speichertakt



    Mit der niedrigsten Spannungseinstellung von 1,825 Volt bietet der Speicher ein ansehnliches Taktpotenzial, scheitert aber knapp an der Marke von DDR2-900. Der direkte Konkurrent von takeMS ist an dieser Stelle weit entfernt.



    Nach einer Erhöhung der Speicherspannung auf 2,2 Volt können wir den Takt auf sehr gute DDR2-940 anheben. Zwar fällt der Speicher weiter hinter takeMS zurück, für den gezahlten Preis ist die gezeigte Leistung aber dennoch sehr ordentlich.

    Für die Ermittlung der maximal möglichen Speichertimings gehen wir wie folgt vor: Ausgehend von den Standardtimings des Speichers werden im BIOS Schritt für Schritt die Timings verschärft. Nach jeder Verschärfung starten wir Memtest86+ und absolvieren einen kompletten Durchlauf. Ist dieser Durchlauf fehlerfrei, machen wir den nächsten Schritt. Solange, bis in Memtest Fehler auftauchen.

    Um in das nachfolgende Diagramm aufgenommen zu werden, ist ein kompletter Memtest86+-Durchlauf notwendig, welcher ohne Fehler absolviert wurde.

    Speichertimings



    In puncto Timings zeigen sich die MDT-Riegel als sehr störrisch. An der Cas Latency konnte überhaupt nicht gedreht werden, RAS-to-CAS ließ sich immerhin auf 4 verschärfen. Die weniger kritischen Timings Tras und Trp konnten immerhin auf niedrigste Werte eingestellt werden.

    Interessant ist, dass der Speicher unbeeindruckt von einer Spannungserhöhung blieb und sowohl bei 1,825 Volt als auch bei 2,2 Volt exakt gleiche Ergebnisse lieferte. Timingfetischisten dürfen hier also keine Wunder erwarten.

    generelle Anmerkung: Die hier gezeigten Takt- und Timing-Ergebnisse stellen lediglich Richtwerte dar. Wir verzichten absichtlich auf stundenlange Stabilitätstests, da die Ergebnisse in der Praxis von Speicherriegel zu Speicherriegel unterschiedlich ausfallen. Keiner der hier erzielten Werte ist 1:1 auf ein anderen PC übertragbar, sodass unsere Übertaktungstests lediglich einen kurzen Überblick über das Potenzial der jeweiligen Testkandidaten geben sollen, nicht aber eine komplette Lösung.

    [break=Fazit]


    Nach dem Test von zwei Speicherriegeln aus dem Hause takeMS hatten wir es heute erneut mit zwei Speicherriegeln zu tun, die ausdrücklich nicht Übertakter als Zielgruppe haben. Die getesteten MDT-Riegel haben als Spezifikation DDR2-800 mit CL5 und sollen damit problemlos funktionieren - für alles andere übernimmt MDT keine Garantie.

    Der Betrieb des Speichers innerhalb der Spezifikationen verlief völlig problemlos. Selbst die oftmals schwierig zu erreichende Stabilität bei lediglich 1,825 Volt Speicherspannung stellte für die MDT-Riegel keine Hürde dar.

    Zudem entsprach die Leistung des Speichers voll und ganz den Erwartungen und wurde im Fall der SiSoft Sandra-Speicherlatenz sowie dem WinRAR-Ergebnis sogar übertroffen. In allen anderen Benchmarks liefern sich MDT und takeMS ein Kopf an Kopf-Rennen - mal gewinnt der Eine, mal der Andere.

    In puncto Übertaktbarkeit liefert auch MDT gute Ergebnisse ab, muss sich jedoch vom direkten Konkurrenten takeMS geschlagen geben. Interessant an unseren Übertaktungstests ist die Tatsache, dass die Speicherriegel bei den Timings überhaupt nicht von einer Spannungserhöhung profitiert haben und daher sowohl bei 1,825 Volt als auch bei 2,2 Volt exakt gleiche Ergebnisse liefern.

    Nichts desto trotz bekommt der Käufer eine tadellose Leistung für unter 70 Euro pro 2 Gigabyte (Preisvergleich starten...). Obendrein gibt es ein ordentliches Taktpotenzial, weshalb hier beherzt zugegriffen werden kann.

    Insgesamt liegen sowohl takeMS als auch MDT sehr dicht beieinander. Die Entscheidung für oder gegen einen dieser beiden Kandidaten dürfte letztendlich reine Geschmackssache sein, weshalb wir auch dem MDT-Speicherkit unseren Editor´s Choice Award verleihen.




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