Titelbild zum Foxconn A7DA-S


Die Vorstellung von AMDs neuem IGP-Chipsatz 790GX liegt bereits einige Wochen zurück (wir berichteten). Zu diesem Zeitpunkt konnte uns leider kein Mainboard-Hersteller mit einem Pressesample versorgen, sodass warten angesagt war, bis wir ein Review über ein 790GX-basiertes Mainboard präsentieren können.

Vor einigen Tagen trudelte dann (endlich) ein erstes Mainboard mit AMD 790GX-Chipsatz von Foxconn ein, welches wir sofort genau unter die Lupe nahmen. Der Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Chipsatz selbst. Beim 790GX handelt es sich im Prinzip um einen 780G im neuen Gewand, welcher zudem mit einer Southbridge SB750 kombiniert wird. Die SB750 widerum soll dank ACC (Advanced Clock Calibration) Overclockers Dream sein.

Im heutigen Artikel haben wir uns intensiv mit dem Foxconn A7DA-S auseinandergesetzt und es in Planet 3DNow!-Manier auf Herz und Nieren überprüft. Dabei konnten wir - wie üblich - einige interessante Erkenntnisse erlangen, die wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen.

Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=Der Chipsatz]
Wie alle AMD-Chipsätze für den Sockel AM2+ besitzt auch der 790GX das klassische zwei-Chip-Design und besteht somit aus der Northbridge 790GX und der Southbridge SB750. Wobei sich die Bezeichnung "Northbridge" in diesem Fall auf den Teil des Chipsatzes bezieht, der die Position der klassischen Northbridge einnimmt. Technisch gesehen ist die "echte" Northbridge (Speichercontroller + L3-Cache) im AMD Phenom beheimatet. Sowohl bei der North- als auch bei der Southbridge handelt es sich nicht unbedingt um die Neuerfindung des Rades sondern vielmehr um weitere Evolutionsstufen des 780G bzw. der SB700. Doch werfen wir zunächst einen Blick auf das Chipsatzdiagramm:

Chipsatzdiagramm
(ein Klick auf das Bild öffnet eine größere Version in einem neuen Fenster)


Der wohl größte Unterschied der 790GX-Northbridge ist der erhöhte GPU-Takt der integrierten Grafikeinheit. Dem User stehen nun 700 MHz statt derer 500 MHz beim 780G zur Verfügung. Dementsprechend wird auch die Bezeichnung der IGP von vormals HD 3200 auf HD 3300 "angehoben".

Die Northbridge liefert insgesamt 26 PCI Express-Lanes mit der Spezifikation 2.0, wovon 16 Lanes für eine Grafikkarte bzw. 2x 8 Lanes für eine CrossFire-Kombination reserviert sind. 6 weitere Lanes stehen für zusätzliche Geräte wie zum Beispiel Onboard-Sound und LAN, aber auch PCIe x1-Slots, zur Verfügung. Die verbleibenden 4 Lanes werden für die Anbindung der SB750 mittels A-Link Express II verwendet. Die Kommunikation zwischen Chipsatz und Prozessor erfolgt mittels Hyper Transport 3.0.

Hybrid CrossFire ist auch beim 790GX verfügbar, wenngleich sich die Kombinationsmöglichkeiten noch immer auf die Grafikkarten der HD 2400- sowie HD 3400-Serie beschränken. Dagegen wird der beim 780G noch optionale Sideport-Memory zum de facto-Standard bei 790GX-Mainboards - hier allerdings unter der Bezeichnung "Performance Cache". Die Mainboardhersteller haben hierbei die Wahlmöglichkeit zwischen DDR2 sowie DDR3, jeweils mit einer 16 Bit breiten Anbindung an die IGP.

Der separate Performance Cache führt dazu, dass bei der Nutzung der integrierten HD 3300 in vielen Szenarien nicht per UMA-Technologie auf den RAM zurückgegriffen werden muss, was dem System einen Bandbreitenvorteil bringt. Sollte der zusätzliche Speicher nicht ausreichen, wird im Bedarfsfall auch auf den RAM zurückgegriffen - aber eben nur im Bedarfsfall.

Die integrierte Grafikeinheit des Chipsatzes verfügt über zwei unabhängige Displaycontroller. Auf der einen Seite steht der analoge VGA-out, auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit zur Nutzung von DVI, HDMI oder Display Port. Da der 790GX auch als HTPC-Lösung gedacht ist, hat AMD eine UVD Video-Beschleunigungseinheit verbaut, die neben MPEG2 und H.264 auch VC1 komplett hardwarebeschleunigt wiedergeben kann.

Auch in puncto Southbridge-Features hat sich etwas getan. Gegenüber der SB600 wurde die Anzahl der SATA-Ports auf 6 und die Anzahl der USB-Ports auf 14 (12x USB 2.0, 2x USB 1.1) erhöht. Außerdem kommen bei der SB750 Raid 5 sowie Raid 10 hinzu. Verzichtet wird nach wie vor auf ein Netzwerkinterface. Somit müssen Mainboardhersteller zusätzliche Chips verbauen, um diese Funktionalität überhaupt bereitstellen zu können.
[break=Advanced Clock Calibration (ACC)]
Neben den eher als Facelift anmutenden Änderungen der SB750 gegenüber der SB700 gibt es ein weiteres, bis dato exklusives Feature der Southbridge SB750: Advanced Clock Calibration (kurz ACC). Durch die direkte Verbindung von 6 Pins des Prozessors mit der Southbridge soll es möglich sein, das Übertaktungsergebnis des Phenom-Prozessors um bis zu 300 MHz zu steigern - soweit die Theorie.

In der Praxis ist dieses Feature für einen Redakteur ein zweischneidiges Schwert. Denn in erster Linie wird das Übertaktungs-Ergebnis eines Systems durch:
  • ein gutes und effizientes Layout
  • hochwertige Komponenten
  • eine ausreichend dimensionierte Spannungsversorgung
  • stabile Spannungen
  • ein gut programmiertes BIOS

erreicht. Da im Vergleich zu einem Mainboard mit SB600 neben dem Tausch der Southbridge selbst auch Design-Änderungen sowie BIOS-Änderungen notwendig sind, gibt es faktisch kein Mainboard, was bis auf die Southbridge identisch ist. Daher ist es nahezu unmöglich, die Aussage zu beweisen, dass ACC allein für ein gesteigertes OC-Ergebnis verantwortlich ist - und nicht etwa andere (höherwertigere) Komponenten, ein verbessertes Layout oder ähnliche Aspekte.

Daher verzichten wir in diesem Artikel darauf, uns exzessiv mit ACC auseinander zu setzen. Denn a) steht das Overclocking in unseren Artikeln nicht im Haupt-Fokus, b) haben wir den verwendeten X4 9850 BE noch auf keinem anderen Mainboard voll ausgereizt (was einen Vergleich unmöglich macht) und c) lässt sich keine Aussage treffen, ob ein eventuell hoch ausfallendes OC-Ergebnis auf ACC allein oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist.

Nichts desto trotz steht selbstverständlich auch ein kurzer OC-Test auf dem Plan - wie bei jedem unserer Mainboard-Tests. Jedoch - wie bereits erwähnt - ohne exzessive Erkundung des ACC-Features.
[break=Lieferumfang]
Lieferumfang Foxconn A7DA-S


In der Verpackung finden wir neben unserem Testsample noch folgendes Zubehör:

  • 1x Handbuch (englisch)
  • 1x Schnellinstallationsanleitung
  • 1x Treiber-CD
  • 1x I/O-Blende
  • 2x SATA Datenkabel (gerade)
  • 2x SATA Stromadapter (für je ein Gerät)
  • 1x Floppy-Kabel
  • 1x IDE-Kabel
  • 1x eSATA-Slotblende

Das Zubehör fällt für ein Mainboard im Preissegment von 125 Euro nicht allzu umfangreich aus. Hier dürfte es ruhig etwas üppiger zugehen (z.B. 4 SATA-Datenkabel, 4 SATA-Stromadapter mit je zwei Anschlussmöglichkeiten, SATA-Datenkabel mit gewinkelten Steckern).

Kritik müssen wir an dieser Stelle am beiliegenden Adapter von SATA zu eSATA üben. In der Praxis ist der Adapter nahezu unbrauchbar, wenn man ihn ordnungsgemäß im Gehäuse verbauen will. Das genutzte Kabel ist zu kurz und dank des geraden SATA-Steckers, welcher im eingebauten Zustand zur Gehäusefront zeigt, ist es nicht möglich, das Slotblech ohne "Gewalt" an der Gehäuserückwand zu verschrauben. Zwar kann man das Slotblech verschrauben, dabei strafft man das Kabel jedoch so sehr, dass die Krafteinwirkung des Steckers auf Dauer vermutlich zum Defekt des SATA-Ports führen wird.

Ein um ca. 10 Zentimeter längeres Kabel würde hier alle Probleme beseitigen und einen sorglosen Einsatz ermöglichen.
[break=Spezifikationen]
Prozessor
  • Sockel AM2 / AM2+
  • unterstützt AMD Athlon 64, Athlon 64 X2, Athlon 64 FX und Sempron
  • unterstützt AMD Phenom
  • unterstützt Cool'n'Quiet
  • unterstützt Prozessoren mit einer TDP von 140 Watt
  • offizielle CPU-Support-Liste des Herstellers
Chipsatz
  • Northbridge AMD 790GX
  • Southbridge AMD SB750
Speicher
  • 4x 240 Pin DDR2-Speicherslots (maximal 8 GByte)
  • 128 Bit Dual Channel-Architektur
  • unterstützt DDR2 400 / 533 / 667 / 800 / 1066 DIMMs
VGA
  • integrierter HD 3300 Grafikchip (700 MHz GPU-Takt)
  • 128 Mbyte DDR3 SidePort-Memory (DDR3-667)
PCI / PCIe Slots
  • zwei PCIe x16-Steckplätze (im CrossFire-Betrieb elektrisch x8 / x8)
  • zwei PCIe x1-Steckplätze
  • zwei PCI-Steckplätze
Serial ATA
  • 5x SATA 300 Mbyte/s
  • unterstützt Raid 0 / 1 / 5 / 10 / JBOD
  • 1x eSATA
  • unterstützt Hotplug und Native Command Queuing (NCQ)
IDE
  • ein IDE-Anschluss
  • bis zu 2 Geräte mit UDMA 133 / 100 / 66 / 33
IEEE 1394
  • Via VT6308S
  • unterstützt bis 400 Mbit/s
  • unterstützt 2 Geräte
Netzwerkadapter
  • Broadcom BRCM5284
  • über PCIe angebunden
  • unterstützt 10 / 100 / 1000 Mbit/s
  • unterstützt Wake-On-LAN
Audio
  • Realtek 7.1 Audio CODEC ( ALC888 )

Lüfteranschlüsse
  • CPU-Lüfter
    • 1 Anschluss
    • 4 Pin PWM
    • regelbar
  • Gehäuselüfter
    • 2 Anschlüsse
    • 4 Pin PWM
    • 1 Anschluss regelbar
Interne I/O-Anschlüsse
  • 2x PCIe x16
  • 2x PCIe x1
  • 2x PCI
  • 1x Floppy
  • 6x SATA (davon 1x eSATA)
  • 1x IDE
  • 4x USB 2.0 pinheader (für 8 Ports)
  • 1x Front Audio pinheader
  • 1x IEEE1394 pinheader
  • 1x CD In
  • 1x Frontpanel pinheader
  • 1x SPDIF out
  • 1x IrDA pinheader
  • 1x COM pinheader
Backpanel-Anschlüsse
  • 1x PS/2 Tastaturanschluss
  • 1x PS/2 Mausanschluss
  • 1x DVI-D-Port
  • 1x Audio (6 Anschlüsse)
  • 1x RJ-45 LAN
  • 4x USB 2.0
  • 1x VGA
  • 1x IEEE1394
  • 1x HDMI
Formfaktor
  • ATX 305 x 244 mm
RoHS*
  • RoHS-konform

*RoHS steht für "Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment". Diese Direktive verhindert innerhalb der EU den Einsatz von neuer elektrischer und elektronischer Hardware, welche über erhöhte Mengen an Chrom, Blei, Kadmium, Quecksilber, PBB und PBDE verfügen. Die RoHS-Direktive ist am 01.07.2006 in Kraft getreten.
[break=Layout]
Auf dieser und der folgenden Seite betrachten wir das Layout unseres heutigen Samples etwas näher.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Das Mainboard aus der Totalen. Es kommt mit einem schlichten blauen PCB daher.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Der rechte obere Teil der Hauptplatine beherbergt wie üblich die Speicherslots. Wer Dual Channel nutzen möchte, muss die Slots gleicher Farbe bestücken.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Säuberlich aufgereiht zwischen dem Retention Modul der CPU und dem oberen Ende der Heatpipe findet der User die verbauten Solid State-Kondensatoren vor. Doch nicht nur an dieser Stelle verwendet Foxconn Feststoffkondensatoren, diese kommen auf dem gesamten Mainboard zum Einsatz.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Gemäß ATX-Spezifikation sind bis zu 7 Erweiterungsslots möglich. Foxconn verzichtet beim A7DA-S auf einen dieser Slots und verbaut statt dessen nur derer 6 (2x PCIe x16, 2x PCIe x1 sowie 2x PCI).

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Die Southbridge SB750 bekommt einen kleinen passiven Kühler ohne Heatpipe-Anbindung spendiert. Die Bauform ist flach gehalten, sodass auch PCBs langer Erweiterungskarten problemlos darüber hinwegpassen.

Links neben dem Kühler wird der gesockelte BIOS-Chip platziert, rechts neben dem Kühler befindet sich der CMOS-Clear-Jumper.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Wie bereits bei vergangenen Mainboard-Reviews zu sehen, wird der Platz unterhalb des unteren PCI-Slots gern für weitere Anschlussmöglichkeiten genutzt. So platziert Foxconn hier (von links nach rechts) den CD-In, SPDIF out, FireWire sowie 4 zusätzliche Pfostenstecker für USB-Ports.
[break=Layout - Fortsetzung]
Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Rechts neben den Pfostensteckern für weitere USB-Ports platziert Foxconn je einen Power- sowie Reset-Button. Darüber befinden sich die Anschlussmöglichkeiten für das Frontpanel.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Die 6 verbauten SATA-Ports sind allesamt gewinkelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mainboards ist es hier jedoch möglich, selbst SATA-Stecker mit Halteklammern zu verwenden.

Oberhalb der Ports befinden sich noch weitere Pfostenstecker, diesmal für eine COM-Schnittstelle.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Für die Bereitstellung der FireWire-Funktionalität zeichnet ein VIA VT6308S verantwortlich. Der Netzwerk-Chip stammt aus dem Hause Broadcom und trägt die Bezeichnung "BRCM5284".

Oberhalb des oberen PCIe x16-Slots ist ein zusätzlicher Stromanschluss zu erkennen. Dieser sollte bei der Nutzung eines CrossFire-Gespanns bestückt werden.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Noch ein seitlicher Blick auf die Heatpipe-Lösung samt 5 Phasen Spannungsversorgung. Der Abstand des Retention Moduls zur Heatpipe-Konstruktion ist dabei relativ gering, sodass es unter Umständen zu Kompatibilitätsproblemen mit großen Prozessorkühlern kommen kann.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Ein Blick auf das Profil des Northbridgekühlers. Trotz seines zerbrechlichen Aussehens ist der Kühler sehr stabil und ausreichend dimensioniert.

Bild zum Layout Foxconn A7DA-S


Nun noch der obligatorische Blick auf das I/O-Panel des Foxconn A7DA-S. Geboten werden folgende Anschlussmöglichkeiten:
  • PS/2 Maus- sowie Tastaturanschluss
  • VGA
  • DVI (single Link)
  • HDMI
  • 4x USB 2.0
  • 1x IEEE1394
  • 1x RJ-45
  • 6x Audio

Positiv fällt das Vorhandensein von DVI und HDMI auf. Somit kann der geneigte User Bilder ohne Qualitätsverlust digital ausgeben.
[break=BIOS]
Nächster Schritt: Ein Blick ins BIOS.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Obwohl optisch als Award-BIOS verkleidet, handelt es sich hierbei um ein AMI-BIOS.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Im ersten Untermenü, "System Information", werden die angeschlossenen Laufwerke angezeigt. SATA und IDE wird dabei vorbildlich getrennt.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


In den "Advanced BIOS Features" können alle Einstellungen zum Bootvorgang des Mainboards vorgenommen werden.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


"Fox Intelligent Stepping" ist die Anlaufstelle für nahezu alle Taktraten des Systems. Hier lässt sich der Referenztakt, der Takt der integrierten Grafikeinheit sowie der HT-Link konfigurieren.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Der Referenztakt kann zwischen 190 und 400 MHz eingestellt werden, der IGFX-Takt zwischen 150 und 999 MHz und der Multiplikator der CPU bis zu 25.

Zudem ist in diesem Menü das neue Advanced Clock Calibration zugänglich, was pro CPU-Kern die rechts angezeigten Optionen zulässt.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


In den "Voltage Options" gibt es bei allen zur Verfügung stehenden Spannungen nur die Möglichkeit, Erhöhungen vorzunehmen. Ein Herabsetzen der Spannungen aus dem BIOS heraus ist somit nicht möglich.

Dabei lässt sich die Prozessorspannung um bis zu 0,775 Volt und die Speicherspannung um bis zu 0,6 Volt anheben. Auch der Speichercontroller kann mit bis zu 0,3 Volt mehr versorgt werden.
[break=BIOS - Fortsetzung]
Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Unter "CPU Configuration" lässt sich Cool'n'Quiet sowie C1E aktivieren bzw. deaktivieren. Zudem bekommt man hier einen Überblick über den verbauten Prozessor.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


In den "Advanced Chipset Features" gibt es weitere Untermenüs rund um die Speichereinstellungen.

Zudem lässt sich hier der Speicher der Onboard-Grafik verwalten. Gewählt werden kann zwischen Sideport Memory, UMA oder Sideport Memory in Verbindung mit UMA - einzig eine Option zur alleinigen Nutzung des Sideport Memories fehlt.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Im Untermenü "DRAM Timing Configuration" lassen sich die Speichertimings einstellen. In unseren Tests wurden alle Veränderungen der Speichertimings korrekt übernommen, was nicht bei allen Mainboards der Fall ist.

Eine Optioin für 1T/2T Command fehlt hingegen ganz.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Alle Onboard-Geräte können in den "Integrated Periphals" konfiguriert werden. Selbstverständlich lassen sich die SATA-Ports der SB750 auch im AHCI-Modus betreiben. Bei der SB600 war AHCI noch ein großes Sorgenkind, weshalb einige Mainboardhersteller erst gar keine Option im BIOS bereitstellten - nicht so bei der SB750.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Das "Power Management Setup" bietet alle Einstellungen für den Start, den Standby sowie das Abschalten des PCs. Positiv fällt auf, dass "Resume by LAN" eindeutig benannt ist - und nicht wie bei anderen Mainboards teilweise üblich unter "PCIe PME" versteckt wird. Wer also Wake-On-LAN nutzen will, muss diese Einstellungen nur auf "Enabled" setzen und schon kann es losgehen.

Bild zum BIOS Foxconn A7DA-S


Im Menü "PC Health Status" erhält man einen Überblick über Spannungen, Temperaturen und Lüfterdrehzahlen. Die Prozessorlüfter sowie ein Gehäuselüfter können zudem geregelt werden.

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass eine grundlegende Option im BIOS fehlt: Der Takt der im Phenom integrierten Northbridge lässt sich nicht verstellen, was beim Overclocking von Nicht-BE-CPUs schnell zum Flaschenhals werden kann.

User von Phenoms im B2-Stepping haben zudem keine Möglichkeit, den Erratum 298-Fix im BIOS zu deaktivieren. Hier bleibt nur einer der Wege, welche wir in unserem Artikel "AMD Phenom ohne TLB-Fix - so geht's" beschrieben haben.
[break=Das Testsystem im Überblick]
Die verwendete Hardware auf einen Blick:
  • Prozessor: AMD Phenom 9850 BE
  • Arbeitsspeicher:
    • 4x 2 Gbyte OCZ PC2-6400 (5-5-5-15 2T)
    • 2x 1 Gbyte Corsair TWIN2X2048-8500C5DF (5-5-5-15 2T)
  • Grafikkarte: NVIDIA 9800 GTX
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatten:
    • Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200 u/min, Betriebssystem)
    • Maxtor 6E040L0 (IDE, 7.200 u/min)
    • 2x Maxtor 4D080H4 (IDE, 5.400 u/min, Raid0 am STLab PCI-Raidcontroller)
    • Hitachi P7K500 (SATA, 7.200 u/min, per USB bzw. eSATA angeschlossen)
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000

Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
Windows Vista Ultimate
64 Bit, Service Pack 1
DirectX
10, Juni-Update 2008
Grafikkartentreiber
ForceWare 175.19
Grafikkartentreiber
Catalyst 8.8 (für IGP)
Prozessortreiber
aktuelle Version, nur bei Bedarf
Chipsatz-/Mainboardtreiber
aktuelle Version des Herstellers
RightMark Audio Analyzer
RMAA 6.1.1
HDTune
2.55
netio
netio für Windows, Version 126
Everest
4.50, Build 1336
WinRAR
3.71d
XMPEG
5.03, Build 5.0.8.84
XviD
1.2.-127
Avidemux
2.4.3
POV-Ray
3.7, Beta 27
Cinebench
R10, 64 Bit
Crysis
Demo
Crysis Benchmark Tool
1.0.0.5
UT3
Demo
UT3-Bench
0.2.0.35
Doom 3
Demo
Quake 3
Quake 3 Arena
q3bench
v2.00 Public Beta
3DMark Vantage
Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
PCMark Vantage
Advanced, Build 1.0.0


Bei jedem zu testenden Mainboard installieren wir Windows Vista mit Service Pack 1 neu, um alle Probanden mit gleichen Voraussetzungen testen zu können. Zudem wird das System nach erfolgter Installation gründlich aufgeräumt, die Auslagerungsdatei auf 2048 Mbyte festgesetzt, der Autostart bereinigt und die Festplatten defragmentiert. Wer mehr Informationen zur verwendeten Hardware bzw. Software bekommen möchte, kann einen Blick in unseren Artikel "So testet Planet3DNow!" werfen.
[break=Stabilitätstests]
Jedes Mainboard muss umfangreiche Stabilitätstests durchlaufen. Nur so können wir sicher sein, dass der jeweilige Kandidat auch im realen Leben alle Anforderungen bewältigt. Wir achten bei den Tests darauf, dass so viele Komponenten wie möglich belastet werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Stabilitätstests.

StabilitätstestVersion/Bemerkungen
Prime95 64 Bit (Version 25.6 Build 6)4 Instanzen, ca. 8 Stunden über Nacht
3DMark03 im LoopDemo-Loop ca. 8 Stunden mit Sound
großes Archiv von SATA zu IDEverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von IDE zu PCI-Raidverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von PCI-Raid zu SATAverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von SATA zu USBverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von USB zu SATAverschieben mit anschließender CRC-Prüfung


Während Prime 95 blend mit voller CPU-Auslastung läuft, verschieben wir ein großes RAR-Archiv auf die verschiedenen Festplatten und unterziehen es nach jedem Vorgang einer CRC-Prüfung. Treten keine Fehler auf, wird der nächste Speicherort "angesteuert". Wurden alle Hürden genommen, starten wir 3DMark03 und lassen den Demo-Loop gleichzeitig mit Prime 95 laufen. Den 3DMark03 nutzen wir deshalb, weil er nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre der systemkritischste 3DMark von Futuremark ist.

Dadurch erlangen wir eine größtmögliche Gesamtauslastung des Systems. Hitzeentwicklung und Stromverbrauch sind in dieser Konstellation am Höchsten, was in puncto Stabilität die Spreu vom Weizen trennt. Wird eine Nacht in diesem Parallelbetrieb überstanden, haben wir nichts mehr zu meckern.

Stabilität bei unseren Testkandidaten

Die Stabilitätstests beim Foxconn A7DA-S stellten uns leider vor ein Rätsel. Denn im ersten Anlauf wollte unser System mit Speicher-Vollbestückung von 8 Gbyte nicht so, wie wir es erwarteten. Aber der Reihe nach.

Die erste Konfiguration des Systems zur Installation von Windows wurde mit 2x 2 Gbyte RAM durchgeführt. Die Installation sowie die Einrichtung des Betriebssystems verlief ohne Probleme und auch grundlegende Stabilitäts-Tests verliefen planmäßig. Das System war im BIOS korrekt konfiguriert (nach dem Zusammenbau zuerst Load Optimized Defaults, dann alle notwendigen Settings) und war bereit für die Stabilitätstests.

Doch als anschließend die beiden verbleibenden Speicherriegel eingesetzt wurden, zeigte sich das System unter Last sehr instabil. Prime 95 Blend brachte innerhalb der ersten Minute Rechenfehler auf mindestens einem Kern hervor (meist mehrere), um innerhalb von Sekundenbruchteilen nach den Fehlern komplett einzufrieren. Danach half nur ein kompletter Reset. Einzeln funktionierten alle Riegel in allen Slots - nur eben nicht in der Konfiguration von 4x 2 Gbyte.

Da wir das System zum ersten Mal im Echt-Einsatz im Rahmen eines Mainboard-Reviews hatten, blieben 2 mögliche Ursachen übrig:

1. Der Speichercontroller unseres Phenom 9850 BE verträgt sich nicht mit 4 doppelseitig bestückten Modulen bei DDR2-800.
2. Das Foxconn A7DA-S hat in der Tat Stabilitätsprobleme bei Vollbestückung.

Als erstes tauschten wir den 9850 BE gegen unseren "altgedienten" Phenom 9700 ES aus und testeten erneut. Diese CPU kam deshalb zum Einsatz, weil wir damit auf dem Referenz-Mainboard Gigabyte GA-MA790FX-DQ6 bereits die Vollbestückung mit 8 Gbyte erfolgreich betrieben haben. Erstes Fazit: Keine Probleme bei Vollbestückung. Also simulierten wir einen 9850 BE, in dem wir den TLB-Fix deaktivierten, den Takt auf 2.500 MHz erhöhten und auch die Spannung auf 1,3 Volt anhoben - genau mit diesen Einstellungen hatte der 9850 BE Probleme. Aber auch hier gab es keine Rechenfehler oder gar Freezes zu beobachten.

Als letzte Gegenkontrolle setzten wir wieder den originalen Phenom 9850 BE ein und starteten erneut einen Versuch. Zu unserer Verwunderung traten hier ebenfalls keine Probleme mehr auf, weshalb letztendlich alle Stabilitätstests bestanden wurden.

Woran es im ersten Anlauf scheiterte, ist nicht nachvollziehbar oder gar reproduzierbar. Eine Theorie ist, dass mit der Nutzung von Load Optimized Defaults nach dem Einsetzen des 9700 ES einige nicht zugängliche Einstellungen gesetzt wurden, die auch beim Wechsel zum 9850 BE noch zum Tragen kommen. Für diese Theorie spricht, dass nach einigen Übertaktungsversuchen der Onboard-Grafik der gesetzte Wert von 800 MHz (statt der originalen 700 MHz) selbst nach einem CMOS-Clear noch präsent ist. Möglicherweise funktionieren hier einige grundsätzliche BIOS-Routinen nicht oder nicht richtig.

An dieser Stelle sind wir wie bereits erwähnt relativ ratlos. Fakt ist aber, dass das System trotz korrekter Konfiguration im ersten Anlauf nicht so stabil war, wie wir das voraussetzen. Und diesen Sachverhalt können wir unmöglich unter den Tisch fallen lassen, wenngleich wir dafür keine eindeutige Ursache benennen können.
[break=Cool'n'Quiet]
Ein Blick auf die korrekte Funktion von Cool'n'Quiet darf natürlich auch nicht fehlen.

Cool'n'Quiet Foxconn A7DA-S - Load


Nutzt man keine Stromsparmechanismen, taktet die CPU nahezu perfekt mit 2,5 GHz. Die Betriebsspannung von 1,3 Volt wird dabei leicht unterschritten, was der Hitze- und letztendlich auch der Geräuschentwicklung durch den Kühler entgegenkommt.

Cool'n'Quiet Foxconn A7DA-S - Idle


Auch mit aktiviertem Cool'n'Quiet taktet die CPU korrekt und perfekt mit der Vorgabe von 1.250 MHz. Die Betriebsspannung liegt auch hier leicht unter der Vorgabe von 1,05 Volt.
[break=Onboard Sound Signal]
Zu einem ausführlichen Mainboard-Review gehört selbstverständlich auch die Überprüfung der Signalqualität des Onboard-Sounds.

Gerade die vom Mainboardhersteller verwendeten Bauteile sind nicht selten für eine gute oder auch schlechte Signalqualität verantwortlich. Des Öfteren kommen billigere Digital-Analog Wandler zum Einsatz. Auch der verwendete Treiber spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

RightMark Audio Analyzer


Wir überprüfen unsere Testsamples mit Hilfe des RightMark Audio Analyzer. Die Ergebnisse lassen allerdings nur ein Fazit in Bezug auf die Signalqualitäten der Onboard Sounds zu - weitere Features wie 5.1 Sound, EAX etc. sind nicht Gegenstand dieser Prüfung.

TestRealtek High Definition Audio (Referenz)Realtek High Definition Audio
Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB:+0.01, -0.02+0.09, -0.13
Noise level, dB (A):-87.1-87.1
Dynamic range, dB (A):87.287.1
THD, %:0.00290.131
THD + Noise, dB (A):-79.9-52.8
IMD + Noise, %:0.0150.255
Stereo crosstalk, dB:-57.4-84.7
IMD at 10 kHz, %:0.0140.305


Frequency response

RightMark Audio Analyzer - Frequency response

Noise level

RightMark Audio Analyzer - Noise level

Dynamic range

RightMark Audio Analyzer - Dynamic range

Intermodulation distortion

RightMark Audio Analyzer - Intermodulation distortion

Stereo crosstalk

RightMark Audio Analyzer - Stereo crosstalk


Die Bewertungen im Einzelnen:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB:+0.09, -0.13Very good
Noise level, dB (A):-87.1Good
Dynamic range, dB (A):87.1Good
THD, %:0.131Average
THD + Noise, dB (A):-52.8Poor
IMD + Noise, %:0.255Average
Stereo crosstalk, dB:-84.7Very good
IMD at 10 kHz, %:0.305Average
General performance:-Good


Richtig überzeugen kann die Signalqualität des Onboard-Sounds beim Foxconn A7DA-S leider nicht. Zwar steht insgesamt ein Gut zu Buche, hier konnten wir in letzter Zeit aber schon wesentlich bessere Ergebnisse beobachten (wie man nicht zuletzt an den Ergebnissen des Referenz-Mainboards sieht). Hier besteht eindeutig Verbessereungspotenzial seitens Foxconn, was hoffentlich mit einem kommenden BIOS-Update und/oder zukünftigen Treibern ausgeschöpft wird.

Eine ausführliche Erklärung der in der Messung verwendeten Begriffe findet der Interessierte bei unserer Partner-Site Hard Tecs 4U.
[break=HDTune (IDE, SATA)]
Kommen wir nun zu den Benchmarks. Alle Tests wurden in zwei Konfigurationen durchlaufen und in den Diagrammen jeweils farblich gekennzeichnet. Dafür eine kurze Legende:
  • rot: Ergebnis des aktuell getesteten Mainboards unter Verwendung der Referenz-Hardware
  • hellblau: Ergebnis des Referenz-Mainboards unter Verwendung der Referenz-Hardware
  • dunkelblau: Ergebnis des aktuell getesteten Mainboards unter Verwendung der Onboard-Grafik (statt 9800 GTX)


Für die Messung der Schnittstellenperformance nutzen wir das kostenlose Tool HDTune in der Version 2.55. HDTune lässt eine sehr detaillierte Sicht der Dinge zu, wobei wir uns auf die Kernaspekte der Burst-Rate sowie die Prozessorauslastung konzentrieren.

HDTune


IDE-Performance

HDTune: IDE Burst


HDTune: IDE Prozessorlast


In puncto IDE-Performance kann sich das Foxconn A7DA-S jeweils vor das Referenz-Mainboard setzen.

SATA-Performance

HDTune: SATA Burst


HDTune: SATA Prozessorlast


Die SATA-Performance sieht auch gut aus, wenngleich sich das A7DA-S mit aktivierter IGP im Burst knapp geschlagen geben muss.
[break=HDTune (PCI, USB, eSATA)]
Auch ein Blick auf die PCI-, USB- und eSATA-Performance darf nicht fehlen.

PCI-Performance

HDTune: PCI Burst


HDTune: PCI Prozessorlast


Bei der PCI-Bandbreite hat sich im Vergleich SB600 zu SB750 einiges getan. Die Bandbreite fällt ca. 10 Prozent höher aus als beim Vorgänger.

Leider fehlt aufgrund des Systemwechsels ein eindeutiger Vergleichswert zu anderen Chipsätzen (z.B. nForce 780a SLI). Diesen "Missstand" werden wir jedoch versuchen, so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.

USB-Performance

HDTune: USB Burst


HDTune: USB Prozessorlast


Beim USB-Burst hat sich hingegen nicht viel getan. Positiv fällt jedoch die etwas niedrigere CPU-Last auf.

eSATA-Performance

HDTune: eSATA Burst


HDTune: eSATA Prozessorlast


Die Ergebnisse des eSATA-Tests sind mit Vorsicht zu genießen. Im Gegensatz zum Referenz-Mainboard kam beim Foxconn A7DA-S nur der mitgelieferte Adapter von SATA zu eSATA zum Einsatz (natürlich nur, weil Foxconn keinen eSATA-Port am I/O-Panel zur Verfügung stellt). Aus diesem Grund handelt es sich de facto um eine Direktverbindung eines normalen SATA-Ports mit unserem externen Festplattengehäuse, bei welcher der Adapter lediglich die Wandlung der Steckerform übernimmt.

Da ein solches Konstrukt aufgrund der Einfachheit möglicherweise bessere Ergebnisse erzielt als ein Anschluss, für welchen elektrische Leitungen quer über das gesamte PCB des Mainboards gelegt werden müssen, können die Ergebnisse nicht im gleichen Kontext betrachtet werden.
[break=netio]
Mit netio lässt sich die Bandbreite auf Basis des TCP/IP-Protokolls überprüfen. Das Ergebnis wird dabei in Kbyte sowohl für das Senden als auch das Empfangen ausgegeben und lässt somit eine detailliertere Auswertung zu.

netio


Ein Gigabit-LAN-Anschluss kann per Definition maximal 128.000 Kbyte/s senden bzw. empfangen.

Netzwerkperformance

Netzwerkbandbreite Windows - Tx


Netzwerkbandbreite Windows - Rx


Während die Ergebnisse beim Datenempfang quasi pari zum Referenz-Mainboard ausfallen, hinkt der auf dem Foxconn A7DA-S verbaute Netzwerk-Chip Broadcom BRC5284 beim Senden ein gutes Stück hinterher.

Anders, als es die Ergebnisdiagramme vermuten lassen, bereitete uns der netio-Test einiges Kopfzerbrechen. Denn mit dem aktuellen Treiber der Foxconn-Homepage beliefen sich die Ergebnisse auf ca. 14.500 Kbyte Tx sowie ca. 65.000 Kbyte Rx - Werte, mit denen sich kein Netzwerknutzer zufrieden geben würde, wenn per Definition maximal 128.000 Kbyte möglich sind.

Nach einigen Tests sowie einem Treiberwechsel hin zu dem Treiber, welcher auf der Mainboard-CD mitgeliefert wird, standen die obigen Ergebnisse zu Buche. Doch damit ist noch nicht alles zum Broadcom-Chip gesagt, welcher die Netzwerkfunktionalität auf dem A7DA-S bereitstellt.



Für die Messung der Prozessorlast verwenden wir die Windows Leistungsanzeige. Der netio-Benchmark wird dafür mit allen vorgefertigten Paketgrößen durchgeführt (1k, 2k, 4k, 8k, 16k, 32k), was etwa eine Minute dauert. Während dieser Zeit messen wir die durchschnittliche Prozessorauslastung.

Prozessorlast Netzwerkverkehr Windows


Fast 23 Prozent Prozessorlast während des Netzwerkverkehrs sind definitiv zu hoch. Doch diese Durchschnittszahlen verraten noch nicht alles:

Prozessorlast Netzwerkverkehr Windows
(Ein Mausklick auf das Bild öffnet eine größere Version im neuen Fenster.)


So sieht die Verlaufskurve der Prozessorlast während des Tests aus - ein Parabelflug in einem Flugzeug kann kaum gleichmäßiger ausfallen. Immer, wenn Daten von der Gegenstelle empfangen wurden, stieg die CPU-Last auf bis zu 45 Prozent an. Wurden hingegen Daten gesendet, pendelte die Prozessorlast bei Werten um 5 bis 10 Prozent - im normalen Bereich also.

Diese extremen Schwankungen sind eindeutig auf den verwendeten Treiber zurückzuführen. Denn mit dem ursprünglich installierten Treiber der Foxconn-Homepage (und der damit verbundenen niedrigen Leistung) ergaben sich ca. 5 Prozent durchschnittlche Prozessorlast bei Netzwerkverkehr.

Wenn es mit einem Treiber-Update gelingen könnte, die Vorteile beider genutzen Treiber zu vereinen (niedrige Prozessorlast beim Homepage-Treiber und gute Transferleistungen beim mitgelieferten Treiber), so könnte man von einer gelungen Umsetzung sprechen. Bisher ist dies jedoch nicht der Fall, weshalb wir in Kontakt mit Foxconn stehen.
[break=Everest Memory Benchmark]
Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 4.50 mit Build 1.336 zum Einsatz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Speicherdurchsatz: Schreiben


Speicherdurchsatz: Kopieren


Speicherlatenz


In Sachen Speicherperformance liegen alle Ergebnisse relativ dicht beisammen. Das heute getestete Foxconn A7DA-S gerät lediglich bei der Lese-Bandbreite und bei der Speicherlatenz leicht im Hintertreffen. Dies ist jedoch keine große Überraschung, da wir bereits in der Vergangenheit Szenarien beobachten konnten, in denen Mainboards mit ingetrierter Grafik beim Test der Speicherbandbreite sowie der Latenz leichte Nachteile hatten. Insofern ist hier alles im grünen Bereich und das Sample schneidet augenscheinlich sehr gut ab. Ein Grund für den geringen Rückstand könnte beim Sideport Memory zu suchen sein. Denn dieser ist dafür da, den RAM zu entlasten - was beim Everest-Benchmark goldrichtig ist.
[break=WinRAR, XMPEG, Avidemux, H.264]
Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

WinRAR"


WinRAR


Im WinRAR muss sich der heutige Proband relativ deutlich geschlagen geben. Auch hier konnten wir in der Vergangenheit leichte Unterschiede zwischen Mainboards mit IGP und Mainboards ohne IGP beobachten. Doch der hier aufgetretene Rückstand ist für unseren Geschmack etwas zu groß.



XMPEG + XviD / Avidemux + h.264

Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere widerum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt abzubilden. Während XMPEG mit dem aktuellen XviD-Codec kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

XMPEG


XMPEG + XviD


Der Encoding-Test mittels XMPEG sorgte ebenfalls für Kopfschütteln. Nach unzähligen Durchläufen bei konstanten Ergebnissen stellt sich derzeit die Frage, ob das Referenz-Mainboard in diesem Test extrem schlecht oder unser heutiges Testsample extrem gut abschneidet. Eine Antwort auf diese Frage können wir erst im nächsten Review geben, wenn wir Ergebnisse eines weiteren Mainboards präsentieren.



Avidemux


Avidemux + H.264


Avidemux zeigt widerum ein einheitlicheres Bild, wobei es ganz leichte Nachteile für unseren heutigen Kandidaten gibt.



Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes mit h2.64-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

Perfmon


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Die Prozessorlast spricht dagegen wieder für das Foxconn-Mainboard, da es sich in Normalkonfiguration deutlich in Szene setzen kann. Zwar fällt es mit aktivierter IGP leicht zurück, für eine Onboard-Grafik ist das Ergebnis dennoch vollkommen in Ordnung.
[break=POV-Ray, Cinebench]
Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

POV-Ray


POV-Ray


Beim Rendern mit POV-Ray gibt es keine nennenswerte Unterschiede.



Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der aktuellen Version R10. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern und dann auf allen Kernen laufen, notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Während unser heutiger Proband sowohl bei der Single-Core-Berechnung als auch bei der Multi-Core-Berechnung schneller als das Referenz-Mainboard abschneidet, reicht es beim Multiprocessor-Speedup nicht für Platz 1. Das ist allerdings kein Problem, da das System insgesamt schneller und effizienter arbeitet und zudem die Unterschiede nur denkbar knapp ausfallen.
[break=Crysis]
Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

Crysis


Sicher könnte man darüber nachdenken, immer häufiger anzutreffende Auflösungen im Widescreen-Format zu nutzen. Da wir mit diesem System jedoch keine Grafikkarten testen und die Vergleichbarkeit lediglich unter den Mainboards bzw. Prozessoren gegeben sein soll, bleiben wir den bisher genutzten Auflösungen treu.

Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


In allen 3 getesteten Auflösungen setzt sich das Foxconn-Sample vor unser Referenz-Mainboard. Je kleiner dabei die Auflösung, desto deutlicher der Vorsprung.

Interessant ist auch, dass selbst die IGP noch für 5 FPS in einer Auflösung von 1024x768 bei hohen Details gut ist. Natürlich fehlt hier durch den Systemwechsel momentan der Vergleich mit anderen Onboard-Lösungen. Nach dem nächsten Review sollte es jedoch etwas Licht im Dunkel rund um diese Frage geben.
[break=UT3]
Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - statt dessen skaliert das Spiel gut mit der Anzahl der Prozessorkerne und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

UT3


Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebautet Frame-Limiter deaktiviert.

UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Unreal Tournament 3 zeigt ein ähnliches Bild wie Crysis. Auch hier ist unser Testsample durchweg schneller als die Referenz. Die IGP stößt dabei mit niedrigen Auflösungen sogar in spielbare FPS-Regionen vor.
[break=Doom 3]
Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Wieder kommen die 3 bekannten Auflösungen mit "Ultra Details" zum Einsatz. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälschen.

Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Die Doom 3-Benchmarks zeigen ein nicht ganz einheitliches Bild. Hier kann sich das A7DA-S nur in einer Auflösung von 1280x1024 vor die Referenz setzen, bei anderen Auflösungen muss es sich geschlagen geben.
[break=Quake 3]
Einige werden beim Lesen der Überschrift "Quake 3" schmunzeln. Verständlich, denn dieses Spiel hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Als aktuell kann man es also nicht mehr bezeichnen. Doch warum nutzen wir diese Software noch immer?

Quake 3 reagiert wie kaum ein anderes Programm auf das Memory-Subsystem eines PCs. Ob Speichertakt, Latenzen oder verschiedene Speicherbestückungen - es gibt kaum eine Situation, in der Quake 3 nicht darauf reagiert. Damit erhebt sich dieses Tool zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Benchmark-Parcours.

Quake 3


Für unsere Benchmarks nutzen wir "Q3Bench" und lassen die Map "Demo001" in den Auflösungen 640x480 mit normalen Details sowie 1024x768 mit maximalen Details jeweils 2x durchlaufen. Gewertet wird der zweite Durchlauf, da das Ergebnis des ersten Durchlaufs durch das erstmalige Laden verfälscht wird.

Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Ein äußerst kurioses Bild zeigt sich auch beim altgedienten Quake 3. In der kleinen Auflösung von 640x480 schlägt die IGP HD 3300 sogar unser Referenzsystem mit einer 9800 GTX, bricht bei höherer Auflösung dann aber (wie bei einer IGP üblich) ein.

Es sieht so aus, als wäre die seit jeher gewählte Auflösung von 640x480 dank der Performance der Onboard-Grafikchips derart systemlimitiert, dass es keinen Unterschied macht, ob eine diskrete Grafikkarte oder die IGP genutzt wird. Diesen Sachverhalt werden wir in den nächsten Reviews weiter verfolgen.
[break=3DMark Vantage, PCMark Vantage]
Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause derzeit heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

Futuremark bietet mit 3DMark Vantage bzw. PCMark Vantage zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows Vista laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund des verwendeten Monitors nicht zugänglich).

3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


Das Foxconn A7DA-S kann im 3DMark Vantage Performance die Marke von 6.000 Punkten knacken und setzt sich damit an Platz 1. Die IGP - für den 3DMark Vantage völlig unterdimensioniert - muss sich erwartungsgemäß mit dem letzten Platz begnügen.



Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Speicher- sowie HDD-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

Da während des Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Festplatte tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 5 Gbyte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


PCMark Vantage Memory


PCMark Vantage HDD


Insgesamt schafft es unser Proband nicht, sich vor das Referenzmainboard von Gigabyte zu setzen. Die Onboard-Grafik muss sich hingegen mit etwas Abstand auf dem letzten Platz einreihen, was jedoch nicht verwundert, da die Onboard-Lösungen auch in der Vergangenheit leichte Nachteile hatten.

Nachdem nun alle Benchmarks hinter uns liegen, fällt etwas auf: Kommt es zum Punkt Prozessorlast, steht das System mit aktivierter IGP fast immer einen Tick besser da als bei Verwendung der Referenz-Karte 9800 GTX. Eine mögliche Erklärung könnte hier der Grafik-Treiber sein, welcher auf ATI-Seite einen Hauch weniger CPU-Last erzeugt als der NVIDIA-Treiber für die 9800 GTX. Allerdings fallen die Unterschiede sehr gering aus, weshalb es hier keiner weiteren Nachforschung bedarf.
[break=Leistungsaufnahme]
Wieviel Strom verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems.

Den Anfang macht ein Durchlauf des 3DMark Vantage im Performance-Preset. Hier messen wir mit einer Stoppuhr die Zeit vom Klick auf den Button "Run Benchmark" bis zur Ausgabe des Ergebnisses (der Durchlauf erfolgt ohne Feature Tests). Die in dieser Zeit verbrauchte Energie wird ins Verhältnis zur Zeit gesetzt und die durchschnittliche Leistungsaufnahme errechnet.

Leistungsaufnahme 3DMark Vantage


Der Benchmark-Durchlauf in Normal-Konfiguration dauerte 9:37 Minuten, wobei in dieser Zeit 40 Wattstunden verbraucht wurden. Der Durchlauf mit aktivierter Onboard-Grafik dauerte 10 Sekunden länger und endete mit einem Verbrauch von 25 Wattstunden.

Äußerst positiv fällt dabei der Vergleich zwischen dem Referenz-Mainboard mit AMD 790FX-Chipsatz sowie unserem heutigen Testkandidaten in Normalkonfiguration aus. Über 20 Watt werden im Vergleich beider Mainboards eingespart - und das, obwohl es der Test einer Platine ohne IGP gegen eine Platine mit IGP ist.

Für die restlichen Messungen stellen wir keine besonderen Durchschnitts-Rechnungen an. Hier wird lediglich der Wert vom Messgerät abgelesen, bei welchem sich das System nach kurzer Zeit einpegelt.

Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Auch unter 2D-Auslastung genehmigt sich das Foxconn A7DA-S rund 20 Watt weniger.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Die Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb fällt ebenfalls sehr deutlich zugunsten der Foxconn-Platine aus.

Leistungsaufnahme während S3


Leistungsaufnahme abgeschalten


Die abschließenden Messungen im S3-Standby sowie im abgeschaltenen Zustand lassen erneut keinen Zweifel daran, dass sich bei den Chipsätzen von AMD seit dem Erscheinen des AMD 790FX einiges getan hat. Obwohl der 790GX im Gegensatz zum 790FX noch eine integrierte Grafikeinheit mitbringt, benötigt er wesentlich weniger Strom, was letztendlich dem Geldbeutel und ggf. auch der Geräuschkulisse durch weniger Kühlungsaufwand zugute kommt.
[break=Erkenntnisse]
Auf dieser Seite haben wir - wie es unsere Leser gewohnt sind - einige Aspekte zusammengetragen, die auf den vergangenen Seiten bisher nicht angesprochen werden konnten, dennoch wichtige Erkenntnisse darstellen.

AspektErgebnis
KondensatorenherstellerSolid State (Hersteller nicht erkennbar)
funktioniert S3ja
funktioniert S1ja
funktioniert S1 & S3nicht einstellbar
funktioniert Ruhezustandja
Bootmanager vorhandenja (Aufruf mit ESC)
PCIe x16 anders nutzbar (getestet mit Broadcom NetXtreme PCIe x1)ja (nur oberer x16-Slot)
funktioniert Wake-On-LAN (Broadcom BCM5284)ja
funktioniert AHCIja
Default-Einstellung USB Legacy-SupportEnabled
verwendeter TaktgeneratorICS9LPRS477CKL
zum Test verwendete BIOS-Version879F1P04
v. 13.08.2008
Produktseitewww.FoxconnChannel.com
Preisab ca. 125 Euro


Overclocking

Wie bereits angekündigt, haben wir uns nicht exzessiv mit dem ACC-Feature der SB750 beschäftigt, da dies nicht der Hauptaugenmerk unserer Reviews ist. Dennoch darf ein kurzer OC-Test nicht fehlen, wobei wir lediglich den maximal erreichbaren Referenztakt ermitteln.

Foxconn A7DA-S: OC-Ergebnis


230 MHz sind dabei nicht wirklich als gut zu bezeichnen. Allerdings müssen wir zur Ehrenrettung von Foxconn sagen, dass es das erste Mainboard ist, auf dem unser neuer Referenz-Prozessor über den Referenztakt übertaktet wird. Somit lässt sich nicht sagen, ob das Ergebnis möglicherweise am Prozessor selbst liegt. Diese Frage wird sich ebenfalls in kommenden Reviews eindeutig beantworten lassen.

Eine weitere Erklärung zum mäßigen OC-Erfolg könnte die Problematik sein, dass sich der Northbridgetakt nicht einstellen lässt.

Foxconn A7DA-S: OC-Ergebnis


Dank Multiplikator 10 befindet sich der Northbridgetakt bei 230 MHz Referenztakt bereits bei 2,3 GHz, was möglicherweise ebenfalls als Ursache in Frage kommt.

DDR2-1066

Das Fehlen eines Screenshots mit einem Speichertakt von DDR2-1066 lässt für den Leser nur einen Schluss zu: Die Einstellung funktioniert schlichtweg nicht. Zwar lässt sich die Option im BIOS setzen, nach einem Neustart verbleibt der Takt hingegen bei DDR2-800.

Speicher-Vollbestückung

Foxconn A7DA-S: Speicher-Vollbestückung


Bestückt man das A7DA-S mit 4x 2 Gbyte RAM, so wird zwar der Takt gemäß SPD gewählt, die Timings werden jedoch auf entspannte 6-6-6-18 gesetzt. Übrigens passiert das auch auf dem Referenz-Board von Gigabyte in exakt gleicher Weise.

GPU HD 3300

Foxconn A7DA-S: GPU HD 3300


So meldet GPU-Z die Daten der IGP des 790GX-Chipsatzes.

Wir haben auch ein paar kurze Versuche unternommen, die IGP des 790GX zu übertakten. Dank der zugänglichen Option im BIOS konnten wir 770 MHz GPU-Takt für Benchmarks erreichen, was einer Taktsteigerung von genau 10 Prozent entspricht. Die Performance im 3DMark03 (der wohl grafiklastigste 3DMark) stieg dabei um ca. 3,2 Prozent.

IRQ

Foxconn A7DA-S: IRQ-Belegung


Windows Vista hat eine andere Art der IRQ-Verteilung, weshalb es deutlich mehr IRQs gibt als unter Windows XP. Die Geräte auf dem Screenshot müssen ihren IRQ teilen, alle anderen Geräte erhalten jeweils einen eigenen.
[break=Fazit]
Titelbild zum Foxconn A7DA-S


Neues Board, neuer Chipsatz - mit allem, was dazugehört. So in etwa könnte das Kurzfazit zum heutigen Review ausfallen. Etwas ausführlicher betrachtet hatten wir es heute mit dem Foxconn A7DA-S zu tun, welches auf AMDs 790GX-Chipsatz basiert. Das heutige Review stellt zugleich die Artikel-Premiere des Chipsatzes im Rahmen der Mainboard-Reviews auf Planet 3DNow! dar.

Während der Tests fielen uns einige Aspekte auf, die eine abschließende Beurteilung des Mainboards schwierig machen. Grundsätzlich funktionierte das Mainboard gut und brachte im Alltagsbetrieb keine Fehler hervor. Doch sobald man ins Detail ging, konnte man über allerhand Kleinigkeiten stolpern, die man bei einem Mainboard der Preisklasse von ca. 125 Euro nicht erwarten würde. Das fängt beim "sehr übersichtlichen" Lieferumfang an, führt über ein viel zu kurzes Kabel am SATA-zu-eSATA-Adapter sowie Treiberprobleme beim onboard-LAN (und damit einhergehend einer hohen CPU-Last) und endet schließlich bei Stabilitätsproblemen mit Speichervollbestückung, die letzendlich durch einen doppelten CPU-Tausch (9850 BE zu 9700 ES und zurück zum 9850 BE) wie vom Winde verweht wurden.

Um ein absolut empfehlenswertes Mainboard zu werden, muss beim BIOS noch etwas Arbeit investiert werden. So sollte eine Option für die Deaktivierung des TLB-Fixes bei Phenoms im B2-Stepping ermöglicht werden und für alle Phenoms sollte es eine Option zur Justierung des Northbridgetaktes geben. Ferner sollte auch der spezifikationsgerechte Betrieb von DDR2-1066 funktionieren. Wünschenswert wäre auch eine Option, die es ermöglicht, beim Betrieb der Onboard-Grafik ausschließlich den Sideport Memory zu nutzen - bisher funktioniert das nicht und es muss zwingend zusätzlicher UMA-Speicher verwendet werden.

Äußerst positiv fiel die Leistungsaufnahme unseres Probanden gegenüber dem Referenzmainboard mit AMD 790FX-Chipsatz auf. Egal, ob im Idle-Betrieb oder unter Last - das Foxconn A7DA-S benötigt durch die Bank wesentlich weniger Strom als die Referenz aus dem Hause Gigabyte. Und das, obwohl der verbaute 790GX sogar eine onboard-Grafik "mitschleppen" muss. Diese Ergebnisse haben Freude bereitet und stellen eine gute Messlatte für zukünftige Reviews dar.

Die Performance der Onboard-Grafik ist ebenfalls positiv zu bewerten. Hier zeigt sich, dass moderne IGPs mittlerweile eine Performance erreicht haben, die durchaus als spieletauglich eingestuft werden kann - wenn man Abstriche bei der Auflösung und den Qualitätseinstellungen in Kauf nimmt. So erreicht die HD 3300 im Doom 3 sowie in Unreal Tournament jeweils Frameraten jenseits der magischen 25 FPS-Grenze bei einer Auflösung von 1024x768 - und das bei High (UT3) bzw. Ultra (Doom 3) Details. Langsam aber sicher werden IGPs zur echten Alternative für Gelegenheits-Spieler ohne exorbitante Ansprüche an die Bildqualität.

Das fanden wir gut :)
  • gute Ergebnisse bei den Messungen zur Leistungsaufnahme
  • sehr gute Performance der integrierten Grafikeinheit
  • durchweg gute Performance des Mainboards


Das fanden wir nicht so gut :(
  • spärlicher Lieferumfang
  • anfängliche Stabilitätsprobleme (nach Prozessortausch nicht wieder aufgetreten)
  • Treiberprobleme beim LAN-Anschluss (entweder hohe CPU-Last oder geringe Transferleistung)


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