AMDs K10, Codename "Barcelona", stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Obwohl man es bei AMD sicherlich gerne anders nennen würde, war der als
TLB-Bug bekannt gewordene Fehler (Erratum 298) ein Desaster größten Ausmaßes. Der K10 ist somit nicht nur für
verlorene Marktanteile verantwortlich zu machen, sondern auch für einen enormen Vertrauensverlust im diesbezüglich sehr sensiblen Servermarkt. Denn bekanntermaßen ist es bedeutend schwieriger einmal verlorenes Vertrauen wieder herzustellen, als ohne jegliche Basis selbiges aufzubauen.
Es ist also kein leichtes Erbe, das der in 45 nm gefertigte Nachfolger des Barcelona anzutreten hat. Wie ein Phoenix aus der Asche soll der Shanghai sich erheben und AMD zu neuen Rekordmarktanteilen und gewinnreichen Quartalen führen - das letzte ist immerhin schon 2 Jahre her. Der im Vorfeld um den Prozessor ausgelöste Hype war enorm - von
35 Prozent mehr Leistung bei 30 Prozent weniger Energiebedarf war die Rede. Genaue Informationen blieb AMD der schreibenden Zunft jedoch bis zur letzten Sekunde schuldig und erst am Vortag des offiziellen Launchs kamen die ersten Details ans Licht.
Doch worauf genau gründet sich die Hoffnung AMDs? Schließlich handelt es sich beim Shanghai um keinen nagelneuen Prozessor, sondern lediglich eine Weiterentwicklung des K10-Kerns, der wiederum eine Weiterentwicklung des K8-Kerns ist, der wiederum eine Weiterentwicklung der letzten echten Neuentwicklung aus dem Haus AMD ist, dem K7-Kern des original AMD Athlon.
AMDs größter Trumpf ist mit Sicherheit die Beibehaltung des bisherigen Sockels. Der Shanghai läuft - ein BIOS-Update vorausgesetzt - auch in jedem Barcelona-kompatiblen Sockel F Mainboard. Im Detail gibt es dennoch einige Verbesserungen, auch wenn sich diese offensichtlich darauf beschränken, dem K10 ein neues und hoffentlich besseres Gesicht zu verpassen.
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