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    AMD K6-2+ gegen AMD Duron - Treffen der Generationen



    Die AMD K6 Familie entwickelt sich langsam aber sicher zum VW Käfer der IT-Welt: Hoffnungslos veraltert, technisch unterlegen, aber dafür ausgereift, billig und vor allem zeitlos KULTIG. Der K6 will und will einfach nicht abtreten. Wie hoch der K6 noch immer im Kurs steht, zeigen die Mondpreise, die bei den einschlägigen Internet-Auktionshäusern dafür bezahlt werden. Wer sich durchringen kann, seinen K6-III 450 zu versteigern, kann von dem Erlös 2 neue (!!) Duron 650 kaufen. Es ist wirklich unglaublich, was dort vor sich geht.

    Bei näherem Hinsehen werden die Gründe dafür schnell klar. Viele User haben ein Sockel 7 System zu Hause stehen, was auch kein Wunder ist, hat diese Ära doch überdurchschnittlich lange gedauert. Dazu meist noch ein Gehäuse samt Netzteil nach AT-Standard und SDRAM PC-100 oder gar PC-66. Wer hier auf einen Duron oder Athlon aufrüsten möchte, der kann den Großteil seiner Komponenten aus dem Fenster werfen. Die auf den ersten Blick geringen Kosten eines Duron von ca. 180 DM addieren sich mit Board, Gehäuse, Netzteil und Speicher ruckzuck auf 900,- DM. Von schnellerer Grafikkarte oder größerer Festplatte mal ganz abgesehen. Genau hier kann ein Prozessor der AMD K6 Familie die Lösung sein, arbeitet er doch in praktisch jedem Sockel 7 Board, das seit Beginn verkauft wurde und die entsprechende Versorgungsspannung bereitstellen kann. Absolute High-End Performance darf man von solch einer Aufrüstung natürlich nicht erwarten. Ein Käfer ist kein Ferrari.

    Doch wie beim VW Käfer wird dieser plötzlich auch unter technischen und praktischen Aspekten wieder interessant, wenn man einen New Beetle daraus macht. Genau das hat AMD mit dem K6-2 getan. Produktion in 0.18 micron statt 0.25 micron, einige (nicht alle!) enhanced 3DNow! Befehle des Athlon implementiert, Taktfrequenz erhöht, Stromverbrauch verringert und schon hat man mit dem neuen AMD K6-2+ einen Prozessor, der den direkten Vergleich mit der modernen Konkurrenz nicht mehr zu scheuen braucht.

    Aus diesem Grund habe ich beschlossen, einen umfassenden Vergleichstest zwischen dem AMD K6-2+ und dem AMD Duron zu fahren. Der Vergleich ist fair, sind doch beide die kleinen Brüder der Topmodelle in der jeweiligen Familie: der K6-2+ der des K6-III+ und der Duron der des Athlon. Das einzige Problem ist auf den ersten Blick die Taktfrequenz. Der kleinste Duron wurde mit 600 MHz ausgeliefert, der schnellste K6-2+, der in Deutschland real zu bekommen ist, taktet mit 500 MHz. Doch dank seiner 0.18 micron Bauweise und mit Hilfe eines guten Kühlers ist es überhaupt kein Problem, den K6-2+ stabil mit 600 MHz zu betreiben. Vorsicht ist nur bei den Abmessungen des Kühlers geboten. Bei vielen Super 7 Boards befinden sich Konsensatoren sehr nahe neben dem CPU-Sockel, sodaß es unmöglich ist, einen Thermaltake Orb oder einen Alpha Kühler zu verwenden. So auch bei meinem Testboard, dem Asus P5A-B. Gottlob habe ich einen Kühler gefunden, der gerade eben in diese Kondensatoren-Allee hineingepaßt hat: der Coolermaster DP5-6H51. Mit 41°C unter Vollast hielt er den K6-2+ auch mit 600 MHz schön kühlt.

    [BREAK=Testsysteme]

    Testsysteme


    CPUAMD K6-2+ 500 @ 600 MHzAMD Duron 600
    FSB-Takt

    100 MHz

    100 MHz DDR
    vCoresoll / ist2,0 V / 2,3 V1,5 V / 1,5 V
    L1 Cache Data /Code32KB / 32 KB 2 wege assoziativ64KB / 64 KB 2 wege assoziativ
    L2 Cache unifiedFullspeed128 KB 4 wege assoziativFullspeed64 KB 16 wege assoziativ exkl.
    SockelSuper7SockelA
       
    MainboardAsus P5A-B Rev. 1.04Asus A7V Rev. 1.01
    BIOS-Version

    1011 Beta 2

    1004D

    MainboardSpannung

    3,5 V

    3,5 V
    ExternerL3 Cache512 KB write-back-
    ChipsatzALi Aladdin V Rev. EVIA KT133

    Northbridge

    ALi M1542

    VIA VT8363

    Southbridge

    ALi M1543C

    VIA VT82C686A
    AGP-Treiber

    1.68

    4.04
    Busmaster-Treiber

    3.56

    Windows Standard
    RAM128 MB SDRAM PC-100 2-2-2128 MB SDRAM PC-133/100 2-2-2
    GrafikkarteELSA Gladiac GTSELSA Gladiac GTS

    Chipsatz

    nVidia GeForce 2 GTSnVidia GeForce 2 GTS

    Speicher

    32 MB SDRAM @ 166 MHz DDR32 MB SDRAM @ 166 MHz DDR

    Treiber

    nVidia Detonator 6.31Final

    nVidia Detonator 6.31 Final
    3D API

    DirectX 7.0a

    DirectX 7.0a

    Betriebssystem

    Windows 98SE

    Windows 98SE

    MonitorSamsung SyncMaster 700pSamsung SyncMaster 700p
    1024x768@ 100 Hz@ 100 Hz
    800x600@ 120 Hz@ 120 Hz
    640x480@ 160 Hz@ 160 Hz
    vsyncOFFOFF
    QuakeIII

    Version 1.17 + ShugashackDLLs

    Version 1.17 + Shugashack DLLs

    Einstellungen

    Grafikstufe "Normal"
    1. 640x480x16x16TQ
    2. 1024x768x32x32TQ Trilinear, max. Texturqualität

    Grafikstufe "Normal"
    1. 640x480x16x16TQ
    2. 1024x768x32x32TQ Trilinear, max. Texturqualität
    3DMarks

    Standard Benchmarks mitvorgegebenen Auflösungen

    Standard Benchmarks mitvorgegebenen Auflösungen
    Gamestar

    Alle Optionen ON, GouraurdShading, Z-Buffer sortieren, Lineares Mipmapping,Alpha-Blending

    Alle Optionen ON, Gouraurd Shading,Z-Buffer sortieren, Lineares Mipmapping, Alpha-Blending
    WinACE

    Version 2.0 Beta 2
    Max. Kompression, 4096 Buffer

    Version 2.0 Beta 2
    Max. Kompression, 4096 Buffer

    FlasKMPEG

    Version 0.594, DivX Fast Motion, MP3
    LQ: MXX iDCT, Nächster Nachbar
    HQ: IEEE1180, HQ Bibukisch

    Version 0.594, DivX Fast Motion, MP3
    LQ: MXX iDCT, Nächster Nachbar
    HQ: IEEE1180, HQ Bibukisch

    SETI@Home

    Version 3.0 CLI
    Bench-WU von Planet 3DNow!

    Version 3.0 CLI
    Bench-WU von Planet 3DNow!



    [BREAK=Kompatibilität]

    Kompatibilität: AMD K6-2+


    Um es gleich vorwegzunehmen: der K6-2+ läßt sich nicht auf x-beliebigen Sockel/Super 7 Mainboards einsetzen. Das BIOS muß die CPU erkennen, ansonsten bricht es den Startvorgang nach der CPU-Erkennung ab. So geschehen beim Gigabyte GA-586 HX, das einen 80486 DX66 gefunden zu haben glaubte und sich weigerte, damit zu booten. Beim Tyan S1590 Trinity AT blieb der Bildschirm gleich komplett schwarz. Die meisten Hersteller bieten jedoch Beta-BIOS Versionen an, die den K6-2+ unterstützen. Eine gute Knowledge Base hierzu mit den neuesten BIOS-Versionen und Board-Infos finden Sie hier. Vom Boardhersteller selbst können sie keine Hilfe erwarten. Die meisten bestreiten den Support für den K6-2+ offiziell, obwohl es duchaus ein BIOS-Updates dafür gäbe. Hintergrund: AMD liefert den K6-2+ nur an Notebook-Hersteller, nicht jedoch an Endkunden und schon garnicht für den Desktop Bereich. Nach AMD's Vorstellungen soll diesen Part doch bitteschön der Duron übernehmen. Sämtliche K6-2+, die auf dem Markt zu bekommen sind, haben sich ihren Weg auf mehr oder minder inoffiziellen Kanälen in die Ladentheken gebahnt. Prüfen Sie also unbedingt vorher, ob Ihr Board für den K6-2+ tauglich ist, ehe Sie Geld dafür ausgeben und die Enttäuschung nachher groß ist.

    Kompatibilität: ALi Aladdin V


    Es ist fast beruhigend zu sehen, daß sich seit meiner Sockel 7 Zeit nichts, aber auch garnichts verändert hat. Der ALi Aladdin V Chipsatz ist nach wie vor eine launische Diva erster Güte, die mich schon vor 6 Monaten dazu bewogen hat, einen Ratgeber für die Konfiguration dieses Chipsatzes zu schreiben. Auch mit den neuesten ALi AGP Treibern und dem aktuellen nVidia Detonator weigerte sich die Furie standhaft, stabil mit der GeForce 2 GTS zusammenzuarbeiten. Wie gewohnt erstarrte ein 3D-Spiel (egal ob Direct3D oder OpenGL) nach spätestens 15 Minuten zu einem Stilleben. Wie in meinem damaligen Artikel nachzulesen handelt es sich hierbei (immer noch) um ein AGP-Timing Problem des Aladdin V in Verbindung mit einer nVidia AGP Grafikkarte.

    Sobald man jedoch die empfohlenen Tweaks aus dem Ratgeber beherzigt, verhält sich der ALi mit einem Schlag fromm wie ein Lämmchen. Plötzlich sind 6 Stunden 3DMark2000 Demo-Loop kein Problem mehr, der Porsche läßt sich wenn es sein muß 30 mal am Stück durch die Normandie chauffieren (Need for Speed 5) und selbst das AGP-lastige Quake III Quaver-Demo zaubert dem System nur noch ein müdes Lächeln auf die imaginären Lippen. Es ist schlichtweg unglaublich - um nicht zu sagen GEIL - mit welcher Selbstverständlichkeit sich eine GeForce 2 GTS auf diesem 24 Monate alten Mainboard betreiben läßt. Was diese Karte aus dem alten Super 7 System herauszuholen vermag, werden wir gleich im Anschluß sehen...

    Kompatibilität: Asus A7V


    Das Sockel A Mainboard Asus A7V für Duron/Athlon, das für diesen Vergleichstest herangezogen wurde, ist eines der besten und teuersten Exemplare seiner Zunft. Man könnte meinen, die gestellte Aufgabe sollte für das System kein Problem sein. Doch ich möchte nicht verschweigen, daß es unerwartete - ja geradezu unlogische Schwierigkeiten gab. Das System läuft bei mir im Alltag mit 850 MHz CPU- und 133 MHz RAM-Clock völlig ohne Probleme, oft über Tage hinweg Non-Stop, ohne auch nur einmal gebootet zu werden.

    Um den Duron mit dem K6-2+ vergleichen zu können, fuhr ich ihn natürlich auf seiner Defaultfrequenz von 600 MHz. Außerdem testete ich einmal mit 133 MHz RAM-Takt und einmal mit 100 MHz RAM-Takt, schließlich muß der K6-2+ auch mit PC-100 vorlieb nehmen, wieso also nicht auch den Duron unter vergleichbaren Bedingungen testen. Doch gerade damit gab es Ärger. Während die verwendeten Siemens PC-133 Module bei 133 MHz nicht einmal mit 2-2-2 Timing Probleme machten, gab es bei 100 MHz immer wieder völlig unerklärliche Freezes. Entweder verabschiedete sich 3DMark2000, Quake III Arena oder auf dem Desktop ließ sich plötzlich nur noch die Mouse bewegen, während alles andere samt NUM-Lock in Totenstarre verfiel. Diese Aussetzer ließen sich zwar nicht unmittelbar reproduzieren, aber insgesamt mußte ich das System für die Meßreihen mit 100 MHz Memorytakt viermal resetten. Erklärung habe ich keine dafür. Wenn ein RAM-Riegel mit 133 MHz tadellos arbeitet, sollte er das mit 100 MHz erst recht tun, schließlich ist der PC-133 Standard abwärtskompatibel. Da es sich hier jedoch offenbar um einen Einzelfall handelt (viele User fahren ja PC-100 auf dem A7V ohne Trouble), habe ich beschlossen, der Sache nicht weiter nachzugehen, weil es a.) für die Leistungswerte keine Relevanz hat und b.) ich die Speicher im Alltag ohnehin mit 133 MHz betreibe.

    [BREAK=Benchmarks]

    Benchmarks


    Doch nun genug der Vorrede. Der Kampf der Generationen oder "David gegen Goliath" soll beginnen. Ich habe die Meßreihen aufgeteilt in synthetische Benchmarks, Anwendungs- und Spiele-Tests. Die Leistungen des Duron 850 mit 133 MHz Memorytakt habe ich auf 100% genormt. Alle übrigen Werte mit 600 MHz Taktfrequenz haben sich danach zu orientieren. Als Balken kommt der 850er allerdings nicht explizit in den Diagrammen vor.

    Nur eines noch: Ich bekomme immer wieder gutgemeinte eMails, weil der Text nicht zum dazugehörigen Diagramm zu passen scheint. Die meisten Meßwerte tragen "fps" (Frames per Second / Bilder pro Sekunde) als Einheit oder sind einheitenlos. Hier gilt natürlich, je höher die Werte, desto besser das Ergebnis. Einige Tests jedoch liefern eine Zeit als Ergebnis. Selbstredend: je niedriger der Wert, desto besser. Ehe Sie das virtuelle Briefpapier hervorholen, kontrollieren Sie doch bitte, ob das Diagramm nicht etwa eine Zeit als Einheit trägt und sich die Relationen damit umgekehren.

    SiSoft Sandra 2001




    Gleich zu Beginn der Messungen die erste kleine Überraschung. Beim genormten synthetischen Dhrystone, der die Integer- und Logik-Einheit des Prozessor testet, hängt der K6-2+ den Duron ab. Für Insider kommt dieses Ergebnis nicht sonderlich überraschend, wurde die K6-Familie doch schon immer für seine vorzügliche ALU gelobt. Der Rest der Werte sieht den Duron deutlich im Vorteil. Den Whetstone gewinnt er aufgrund seiner besseren Fließkomma-Einheit und die Memory-Tests a.) wegen des Double Data Rate Frontside Busses und b.) aufgrund des besseren Speicher-Protokolls eines Sockel A Systems.

    Beim Blick zurück auf die Werte eines AMD K6-III fällt auf, daß hier auch die Größe des L2 Caches eine Rolle zu spielen scheint, was bei einem Streaming-Test doch überrascht. Der K6-III 450, der ja über 256 KB L2 verfügt gegenüber den 128 KB des K6-2+, erreichte auf einem sonst völlig identischen System knapp 200 MB/s, ein herkömmlicher K6-2 ohne L2 nur gut 115 MB/s. Die Daten, die Sandra durch die Gegend streamed, scheinen also nicht sonderlich groß zu sein, wenn ein paar KB Cache derart ins Gewicht fallen.

    Der MMX und 3DNow! Test dagegen ist unfair, denn hier wird nicht mit gleichen Waffen gekämpft. Während der K6-2+ auf Standard MMX und 3DNow! Befehle zurückgreift, kann der Duron mit den enhanced MMX- und 3DNow!-Befehlen des Athlon aus den Vollen schöpfen.

    [BREAK=Neumeier x86 Benchmark 4]

    Auch mein Neumeier x86 Benchmark aus dem Jahre 1996, der seither mit den höheren Versionsnummern nur vorsichtig an die kürzeren Rechenzeiten der neuen CPUs angepaßt wurde, ist ein synthetischer Benchmark. Allerdings haben die einzelnen Module im Gegensatz zu den rein synthetischen Dhrystones/Whetstones einen praktischen Bezug, sei es die Sortierung einer Liste, die Berechnung von Primzahlen oder ähnliches. Jedes Modul hat einen ganz bestimmten Schwerpunkt, der schon so manche Schwäche scheinbar perfekter CPUs aufgedeckt hat.



    Festhalten! Denn nun kommt es knüppeldick für den Duron. Bis auf die FPU lastigen "CoProSpeed" und "PrimJNneu" kann der K6-2+ den Duron in jeder Disziplin besiegen.

    "PrimJNold" und "PrimJNold2" waren von Anfang an das Schreckgespenst des Athlon, dessen Core der Duron ja besitzt. Mittels einer Schleife (einmal mit LOOP, einmal mit DEC/JMP) wird geprüft, ob eine bestimmte Zahl eine Primzahl ist. Der Inhalt der Schleife besteht nur aus einer Integer-Division und einem Vergleich, also ein absoluter Extremfall. Hier sind Low-Latency Prozessoren mit kurzer Pipeline gefragt. Damit kann der Athlon-Core nicht dienen und so wird er hier immer verdammt alt aussehen.

    Die Tests "Prim95" und "Sort95" verliert der Duron wegen eines Umstandes, den ich vor geraumer Zeit bedeutungsschwanger 'Celeron-Effekt' getauft habe, als der Celeron noch keinen L2 Cache hatte. Bei Prim95 werden Primzahlen mit Hilfe von bereits errechneten Daten bestimmt und bei Sort95 wird eine 10.000 Einträge umfassende Liste alphabetisch sortiert. In beiden Fällen sind die Daten zu groß, um in den L1/L2 Cache zu passen. Doch im Gegensatz zum Duron, der die Daten dann aus dem elend langsamen RAM holen muß, kann der K6-2+ auf seinen L3 Cache zurückgreifen und sowohl die 600er, als auch den 850er Duron zur Schnecke machen. Mit einem Athlon oder einem Pentium III wäre das Ergebnis anders ausgefallen, denn deren Cache ist groß genug, um die Daten komplett buffered zu halten.

    Bei den FPU-Tests hat der K6-2+ keine Chance. Bei "CoProSpeed" hält ihn noch einigermaßen über Wasser, daß hier Low-Latency gefragt ist. Bei "PrimJNneu" dagegen, wo die Befehle so angeordnet sind, daß der Duron von seiner Triple-FPU-Pipeline profitieren kann, hängt er den K6-2+ fast um den Faktor 3 ab!

    [BREAK=WinACE und SETI@Home]

    WinACE und SETI@Home


    Doch nun genug der Theorie! Ab jetzt geht es in die Praxis! Die Anwendungs-Benchmarks stehen auf dem Programm. Als erstes müssen die Protagonisten zeigen, wie schnell sie eine 42,5 MB große MPEG 2-Datei archivieren können. Damit die Festplatte hier nicht zum Flaschenhals wird, habe ich die höchste Kompressionsstufe und die maximale Wörterbuchgröße von 4096 KB gewählt.

    Außerdem gilt es, mit der Textversion des SETI@Home Client die Bench-WU, die vom Planet 3DNow! SETI-Team als Referenz verwendet wird, so schnell wie möglich zu analysieren.



    Man sieht auf den ersten Blick ein sehr zwiespältiges Ergebnis. Bei SETI hat der K6-2+ keine Chance gegen den Duron. Allerdings muß ich eines hinzufügen: während bei 3D-Benchmarks der externe L3 Cache des K6-2+ Systems keine nennenswerten Vorteile bringt (siehe hier), reagiert der SETI-Client extrem sensibel auf die Performance des Speichersubsystems. Ein Mainboard mit 1 MB Level 3 Cache ist bei diesem Test über 20 Minuten schneller, als diese Konfiguration. Dennoch: die Rechenleistung des SETI-Client wird intern in MFLOPS angegeben, was die Vermutung nahelegt, daß hier hauptsächlich Fließkomma-Arithmetik betrieben wird. Daher ist es kein Wunder, daß der Duron dem K6-2+ das Fell über die Ohren zieht.

    Ganz anders sieht die Sache dagegen bei WinACE aus. Hier hat der Co-Prozessor Sendepause, alle Berechnungen laufen über die Integer-Einheit. Unter diesen Voraussetzungen bedarf es schon eines Duron 850, um den K6-2+ 600 ganz knapp in die Schranken zu weisen. Die beiden 600er Duron-Systeme haben hier nicht den Hauch einer Chance.

    FlasKMPEG


    Das neue Videoformat MPEG 4 bzw. DivX gewinnt zunehmend an Bedeutung, ist es damit doch möglich, einen kompletten Spielfilm derart zu komprimieren, daß er auf eine einzige CD-ROM paßt. Entsprechend rechenintensiv ist das Encoden in dieses Format. Damit mir in der Zwischenzeit nicht noch mehr graue Haare wuchsen, mußten die Systeme nur das bereits oben erwähnte 42,5 MB große MPEG 2 File in halber NTSC-Auflösung konvertieren.



    Hier schlägt die Stunde des Duron. Sowohl in Low Quality Stufe über die MMX-, als auch in High Quality über die Fließkomma-Einheit kann der Duron den K6-2+ geradezu deklassieren. Hier eilt ihm kein L3 Cache und kein Low Latency Design zu Hilfe. Die Niederlage fällt schlichtweg vernichtend aus. Wer seine DVDs mit einem K6-2+ rippen und konvertieren will (als Sicherheitskopie versteht sich), kann sich auf lange Rechenzeiten gefaßt machen.

    [BREAK=3DMark]

    3DMark2000


    Der derzeit aktuelle Direct3D Benchmark 3DMark2000 soll die Spieletauglichkeit eines Systems überprüfen. Über dessen Aussagekraft wird allenortes heftig gestritten, verwendet er doch eine Grafikengine, die in keinem realen Spiel vorkommt und auch die T&L-Lastigkeit wird ihm häufig vorgeworfen. Doch das soll nicht Thema dieses Vergleichs sein. Tatsache ist, daß es DER 3D-Benchmark ist und daher habe ich ihn verwendet.



    Der K6-2+ sieht gegen den Duron kein Land. Bitte beachten Sie, daß die Balken immer auf 100% (Duron 850) normiert sind, die Länge also nur innerhalb der Meßreihe vergleichbar ist, nicht jedoch die Meßreihen untereinander. Dafür vergleichen Sie bitte die absoluten Ergebnisse rechts neben dem Diagramm. Dort sieht man, daß der K6-2+ bei Low Quality etwa so schnell ist, wie der Duron in Medium Quality. Dennoch: Gemessen an sonstigen Super 7 Systemen sind die 3752 3DMark des K6-2+ nicht übel.

    3DMark99 Max


    Den alten 3DMark99 Max halte ich persönlich für aktuelle Spiele wesentlich aussagekräftiger, als den 3DMark2000. Welches Game verwendet schon enhanced 3DNow! Befehle oder unterstützt T&L?



    Trotz der besseren Vorzeichen fällt die Niederlage des K6-2+ hier sogar noch größer aus, als beim 3DMark2000. Wahrscheinlich hat ihm die GeForce 2 GTS mit ihrer schnellen T&L-Einheit dort helfend unter die Arme gegriffen. Hier jedoch muß sich der Prozessor selbst um das Transforming und Lightning kümmern. Was verblüfft, ist, daß die CPU-Werte des K6-2+ garnicht soooo schlecht sind, mit Respektabstand bleibt er auf Tuchfühlung zum Duron. Unter dem Strich jedoch - also bei den Frameraten - sind dann zwei Klassen Unterschied. Vermutlich wird hier die Super 7 Architektur selbst zum Flaschenhals, die auf die Bewältigung der anfallenden Daten solch immens schneller Prozessoren und Grafikkarten nie ausgelegt war.

    Doch generell steckt hier irgendwo der Wurm, denn schon mit einer TNT2 und einem 450er K6-III erreichte man knapp 4000 Punkte beim 3DMark99Max, obwohl die CPU-Werte mit 7200 Punkten geringer waren, als jetzt. Warum ein 600er K6-2+ und eine GeForce 2 GTS hier 500 Punkte schlechter sein sollen, leuchtet mir nur schwer ein. Da ich das Ergebnis nicht fassen konnte, habe ich auch mit verschiedenen Detonator-Versionen experimentiert und Windows ein paar mal neu installiert - ohne, daß sich daran etwas geändert hätte. Vielleicht kann mir hier jemand den entscheidenden Tip geben.

    [BREAK=Gamestar und Quake III]

    Gamestar 1.0


    Trotz seines Alters eignet sich der Gamestar Benchmark immer noch hervorragend als Systemtest, denn die Szenerie ist derart simpel, daß die Grafikkarte hier nur bei hohen Auflösungen und 32 Bit zum Flaschenhals werden kann. Wenn man Auswirkungen von Speichertimings oder anderen BIOS-Parametern messen will, ist der Gamestar Benchmark erste Wahl.



    Auch hier das gewohnte Bild. Da der Gamestar im Gegensatz zu den 3DMarks nicht einmal den 3DNow! Befehlssatz unterstützt, bleibt der K6-2+ weit hinter dem Duron zurück. Zwei Dinge fallen jedoch auf. Erstens ist der Unterschied 100 MHz RAM zu 133 MHz relativ deutlich und zweitens rückt der K6-2+ dem Duron überraschend nah auf die Pelle, wenn man statt 'Hardware-Direct3D' die Option 'RGB-Emulation' wählt. Warum der K6-2+ hier derart aufschließen kann, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Interessant ist es allemal.

    Quake III Arena


    Der einzige verwendete Spielebenchmark, der OpenGL statt der DirectX-API verwendet, ist Quake III Arena. Auf Basis dieser Engine sind inzwischen zahlreiche Titel erschienen, sodaß dessen Relevanz in den letzten Monaten bedeutend zugenommen hat.



    Auch hier: keine Chance für den K6-2+ in niedrigen Auflösungen. Trotzdem! Wenn irgendwer jemals behauptet hätte, mit einem K6-System könne man 74 fps bei Quake III erreichen, der wäre von mir gnadenlos verspottet worden. Da die Grafikkarte sicher nicht der Flaschenhals ist, fällt die Framerate bei 1024er Auflösung in 32 Bit und höchsten Texturdetails kaum ab. Man kann also Quake III mit einem K6-2+ in den höchsten verfügbaren Texturdetails absolut flüssig spielen. Selbst die Map des Quaver-Demos, das ich diesmal nicht in die Wertung aufgenommen habe, bewältigt das System ohne einen einzigen Ruckler.
    [BREAK=Fazit]

    Fazit


    Der neue AMD K6-2+ hat das Zeug zum absoluten Kultobjekt. Niemals zuvor hat ein Prozessor aus einem Super 7 System mehr Leistungen geholt, als dieses Juwel. Klammert man die Spiele-Benchmarks aus, ist es wohl nicht vermessen, das Ergebnis als Sensation zu bezeichnen. Wenn man einen 850er Duron benötigt, um ein File schneller packen zu können, als ein Mitglied der good old K6-Family, dann ist das für mich schlichtweg unglaublich. Wer seinen PC nicht primär als Spielkonsole, sondern als schnelles Arbeitspferd nutzen will, der ist mit dem K6-2+ bestens bedient. Aufpassen sollte man bei Videoschnitt und anderen FPU-lastigen Aufgaben. Hier kann sich die Investition schnell als Fehler erweisen, wenn das System nicht die Leistungen bringt, die man von einem aktuellen 7th Generation System gleicher Taktfrequenz gewohnt ist.

    Ebenso möchte ich niemandem empfehlen, jetzt noch ein K6-System komplett neu aufzubauen. Der Preisvorteil ist zunichte, wenn man auch noch Board und Speicher kaufen muß, denn der K6-2+ 500 ist teuerer, als ein Duron 650. Seine Domäne ist die Aufrüstung eines betagten Pentium MMX oder K6 Systems mit geringsten Mitteln. Wer gelegentlich auch ein Spielchen wagen will, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, darf die Grafikkarte natürlich nicht vergessen. Eine 600 DM teuere GeForce 2 GTS in einem Super 7 System ist zugegebenermaßen ein Extremfall, der in der Praxis wohl nie vorkommen wird. Aus diesem Grund habe ich das System auch mit einer wesentlich billigeren Noname GeForce 2 MX getestet. Die Werte waren bei niedrigen Auflösungen absolut identisch, was auch kein Wunder ist, da diese Grafikkarten in einem K6-2+ 600 System garnicht an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stoßen. Nur in 1024x768x32 aufwärts und höchster Texturstufe machte sich das fehlende DDR-RAM der MX bemerkbar. Wer sein Super 7 System also auch 3D-fest machen will, kann guten Gewissens zu einer nur 300 DM teueren GeForce 2 MX greifen.

  2. Die folgenden 5 Benutzer sagen Danke zu Nero24. für diesen nützlichen Beitrag:

    Cashran (07.07.2012), deoroller (20.03.2012), Shadow79 (30.01.2014), Sje8607 (07.05.2013), stb271179 (18.10.2012)

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