Als ich den Kuma überraschenderweise Ende November in die Hand gedrückt bekam, war ich zugegebenermaßen zunächst etwas ratlos. Ein Prozessortest auf Planet 3DNow!, da können wir ja eigentlich fast nur verlieren. Schneidet der Prozessor gut ab, dann heißt es gleich "klar doch, ist ja eine AMD-nahe Seite". Schneidet der Prozessor schlecht ab, dann pendeln die Vorwürfe zwischen "ihr seid doch alle gekauft" und "ihr hab keine Ahnung" (was auch übrigens der Hauptgrund dafür ist, dass wir sehr lange Zeit kein Intel-Vergleichssystem hatten). Nichtsdestotrotz entschieden wir uns nach kurzer interner Beratung zumindest für einen
Kurztest, ähnlich dem
letzten Aufbäumen des K8-Kerns.
Zwölf Seiten später sind wir nun alle deutlich schlauer - ich weiß, dass ich einen Kurztest einer CPU, die noch dazu eine neue Architektur (ok, relativ neu... zumindest als Dual-Core) darstellt, nicht durchführen kann, ohne mich in tiefgründiger Theorie zu verhaspeln. Vor allem dann, wenn sich aufgrund der geänderten Zusammenstellung aus Cache-Stufen, Speichercontroller und Anzahl der Kerne architekturbedingte Besonderheiten ergeben, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Und Ihr wisst, dass der Kuma Licht und Schatten in sich vereint. Aus dem ursprünglich mit zwei Tagen Arbeit angesetzten Kurztest mit vielleicht zwei, drei Benchmarks ist eine ausführliche Architekturanalyse geworden und auf eine mir unerklärliche Art und Weise hat sich auch die Anzahl der Benchmarks vervielfacht. Den Aspekt "zwei Tage Arbeit" lasse ich lieber ganz außen vor, denn dass diese Einschätzung trotz aller Erfahrung äußerst naiv war, das gehört nicht zu den Dingen, die ich erst durch diesen Test gelernt habe.
The Good:
Das hat uns gefallen
- Performance durchweg höher als beim K8
- L3-Cache beschleunigt insbesondere Anwendungen mit mehreren gleichlaufenden Threads
- Gutes Undervolting-Potenzial - 3,1 GHz waren auch mit auf 1,300V reduzierter Kernspannung problemlos prime-stable möglich
The Bad:
Das hat uns weniger gefallen
- Unterstützung bisher noch von keinem Mainboard-Hersteller offiziell angekündigt
- Trotz nur zweier Kerne deckelt der Prozessor wie für den K10 üblich bei etwa 3.100 MHz
- Obwohl mit dem Phenom II ein neues dreistelliges Ratingmuster eingeführt wird (ein Schelm, wer bei der Ähnlichkeit zwischen Core i7 und Phenom II Namen was Böses denkt...), das auch für zukünftige Triple-Core und Dual-Core Phenom II basierte Prozessoren gelten soll, bleibt AMD bei den Athlon-Prozessoren weiterhin auf Kurs des großen Konfuzius Totalus. So gibt es den X2 nun in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen: als BE-2000, als 4000e/5000e, als mysteriöse 6000-Serie, als neue 7000-Serie und nicht zuletzt mit dem allseits bekannten Plus-Ratings als 4x00+/5x00+/6x00+. Welches Schweinderl hätten's denn gern?
The Ugly:
Das hat uns sehr gestört
- 95W TDP sind im Jahr 2009 für einen Dual-Core nicht zeitgemäß.
- Der zumindest zu Beginn überzogen hohe Preis - seinen Exotenstatus lässt sich der K10 gut bezahlen
- Ein Jahr zu spät - der richtige Zeitpunkt für die Einführung wäre vor einem Jahr gewesen und nicht weniger als einen Monat vor Einführung des Quad-Core Nachfolgers. Setzen, Sechs.
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