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Es war schwierig eine passende Einleitung für dieses Netzteil zu finden.
Denn es gibt viel über das Unternehmen dahinter zu berichten. Vom kleinen Betrieb zum großen Liebling der Enthusiasten als Teil der OCZ Technologie Group war es ein langer Weg. Und das Turbo-Cool 860W dürfte das beste Beispiel dafür sein, warum der Werdegang von PC Power & Cooling so interessant ist. Dabei muss man erwähnen, dass PC Power & Cooling seine Netzteile stets nach seinen eigenen Vorstellungen konstruiert. So trifft man sicherlich nicht jeden Geschmack. Zum einen bleibt man bei seinen konservativen Ansichten, zum anderen geht man aber auch technisch mit der Zeit. So hat etwa das aktuelle Modell der bekannten Baureihe schon seit jeher einen DC-DC Converter und verspricht sowohl eine hohe Effizienz als auch maximale Stabilität bei 50°C Umgebungsbedingungen. Offen bleibt noch, wie es sich mit der Lautstärke und dem inneren Aufbau genau verhält. Wie wir feststellen können, hält es bei der Bauweise nämlich auch einige Besonderheiten bereit. Als letztes Netzteil im fünfteiligen OCZ Paket behandeln wir nun also das Turbo-Cool 860W und prüfen, ob uns die relevanten Messwerte überzeugen konnten.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

[break=Lieferumfang und Verpackung]
Auch das Turbo-Cool 860W war Teil des Paketes mit fünf Netzteilen, das uns von OCZ zur Verfügung gestellt wurde. Hier die Links zu den anderen vier Stück:

OCZ ModXStream Pro 400, 500 und 700W
PC Power & Cooling Silencer Quad Black 750W

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Angeliefert wird das Netzteil in einem blauen Karton mit schwarzer Schattierung und hat die relevanten Produkteigenschaften, Besonderheiten als auch den Namensschriftzug des Fabrikates aufgedruckt. Auf einem Seitenteil wird zudem kurz auf die Firmengeschichte eingegangen, wenn auch in Englisch. Umhüllt wird das ganze wie üblich mit einer Schutzfolie.

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Beigelegt wurden 4 Befestigungsschrauben, eine kleine Installationsanleitung mit Warnhinweisen, ein individueller Testbericht mit Messungen, der Kaltgerätestecker und ein Aufkleber für das Gehäuse. Wie auch beim Silencer 750W sind dies keine besonders üppigen Beigaben, wobei der Testbericht eine interessante Abwechslung darstellt. Ein Siegel auf der letzen Seite von insgesamt zwei DIN-A4 Blättern bestätigt die Echtheit des Dokumentes. Und dennoch wäre ein umfangreiches Benutzerhandbuch in mehreren Sprachausgaben sicherlich sinnvoll gewesen.

PC Power Turbo-Cool Testblatt

[break=Produkteigenschaften]
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Spezifikationen im Überblick:

Das Turbo-Cool 860W verfügt über eine große +12V Schiene und hält drei Potentiometer bereit, über die sich die Spannungen manuell per Schraubendreher regulieren lassen.
Des Weiteren wurde es mit dem SLI, CrossFire und 80Plus Zertifikat ausgezeichnet. Als Besonderheit gibt man zudem die MTBF mit 200.000h an, was doppelt so lange ist, als herkömmlich und spezifiziert die volle Leistung sogar auf Umgebungstemperaturen von 50°C, was ebenfalls ungewöhnlich hoch ist. Die Maße betragen 85mm x 150mm x 150mm (H x L x B). Zu guter letzt hat die Garantiezeit eine Länge von 7 Jahren.

Leistung:

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Anschlüsse:

  • 1x 24-pin Jauptanschluss (50 cm)
  • 1x 4-pin Zusatzversorgung (60 cm)
  • 1x 8-pin Zusatzversorgung (60 cm)
  • 2x 6/8-pin PEG (60 cm)
  • 2x 6-pin PEG (60 cm)
  • 2x Molex; 1x Floppy (40, 55, 70 cm)
  • 3x Molex (50, 65, 80 cm)
  • 3x Molex (65, 80, 95 cm)
  • 3x SATA (50, 65, 80 cm)
  • 3x SATA (60, 75, 90 cm)


In der Länge wissen die Anschlüsse absolut zu gefallen, denn mit diesen weitreichenden Leitungen wird man selbst in großen Gehäusen keinerlei Probleme haben. Gleichermaßen angemessen ist auch die Anzahl der Stecker und insbesondere an Molexanschlüssen wird es einem nicht mangeln. Die Peripheriestecker wurden teils unummantelt belassen, damit dort die Flexibilität erhalten bleibt. Anbei tragen zwei getrennte CPU-Zusatzversorgungen dazu bei, das Netzteil auch auf Dual Socket Workstation Platinen verwenden zu können. Wie bei allen Netzteilen dieser Herkunft verzichtet man bewusst auf abnehmbare Anschlüsse.

Lüfter:

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Beim verbauten Lüfter handelt es sich um ein 80mm Modell von Delta Electronics mit der Produktnummer EFB0812EH bei 0.42A. Dieser setzt auf drei große Kühlblätter, die die Wärme nach außen ziehen.

[break=Designgrundlagen DC-DC Converter]
Momentan ist es in aller Munde und neuere High-End Netzteile werden mittlerweile überwiegend mit einem DC-DC (direct current to direct current) Converter bestückt. Der ein oder andere wird mit dieser Technologie aber nicht allzu viel anfangen können, weshalb wir noch mal kurz darauf eingehen.


Wie wir wissen, werden die Spannungen +3,3V, +5V und +12V normalerweise über eine einzige Quelle generiert, wobei +3,3V meist von +5V abgeleitet wird mit jeweils eigenen Filtereinheiten. Etwas anders ist es nun bei der DC-DC Nutzung. Hier generiert der Haupttransformator nur die überaus wichtige +12V Schiene und kann somit sein volles Leistungspotenzial theoretisch auf dieser Leitung ausgeben. Allerdings gibt es nun je einen Spannungswandler, der aus der Gleichspannung +12V die beiden kleineren Gleichspannungen ableitet.

Aus Platzgründen steht dabei meist eine eigene kleine Leiterplatte zur Verfügung, die Spulen und Kondensatoren, oftmals gar Feststoffkondensatoren, beinhaltet. Der Vorteil ist zum einen, dass man mit diesem Hilfsmittel derweil an die Effizienzgrenze von nahezu 90% vorstoßen kann, wenn man es gut umsetzt. Der Hauptgrund in früheren Tagen, die den Einsatz dieser eigentlich altbekannten Technik verhinderte, war, dass die Umsetzung damals noch recht ineffizient war. Einen Vorteil konnte man aber immer vorweisen: Die Stabilität. Wenn zur Korrektur der Leitungen die Spannung angehoben oder gesenkt wird, wären normalerweise alle Schienen betroffen. Das hat zur Folge, dass eine Spannung optimiert ist, während die andere fälschlicherweise mit beeinflusst wird und so schlechtere Werte erzielt. Mit der DC-DC Variante kann man also derartiges vermeiden, denn die Leitungen sind in Sachen Optimierung unabhängig.

[break= Grundlagen Elektronik]

Elektrolytkondensator


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Der klassische Elektrolytkondensator (kurz Elko) dient in der Leistungselektronik als Energiespeicher. Weiterhin werden sie sekundär als sogenannte Glättungskondensatoren eingesetzt, um Restwelligkeitsanteile kompensieren. Ein Qualitätsmerkmal ist also, wie sauber die ausgegebene Gleichspannung geglättet ist. Ein weiteres Kriterium ist dessen Lebensdauer, der in Stunden angegeben und einer bestimmten Temperaturgröße und Lastbedingungen zugeordnet ist. Typische Angaben sind hierbei 85°C bzw. 105°C, wobei ein Temperaturanstieg von 10°C im Netzteil die halbierte Lebensdauer zur Folge hat, weshalb 105°C Varianten bei gleicher Stundenangabe theoretisch doppelt so lange Leben. Aus dem Grund werden wir in unseren Tests auf dieses Detail achten. Außerdem bietet der Kondensator hohe Kapazitäten, angegeben in MicroFarad und ist daher für sein Anwendungsgebiet optimiert. Vor allem die Pendanten aus Japan gelten als besonders hochwertig, da diese ganz andere Qualitätsstandards befolgen als in China oder Taiwan, wo eher auf Kosten geachtet wird. Konkret äußert sich dass durch die Verwendung guten Elektrolyts und der besseren Versiegelung. Denn durch ein Leck könnte Elektrolyt verloren gehen, weshalb dass ein sehr wichtiger Faktor ist.


EMI Filtereinheit


Auftretende Störungen müssen durch eine eingangsseitig platzierte und aufwändige Schaltung kompensiert werden.


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Der X-Kondensator ist ein wesentliches Element der EMI-Filterung, da er Taktstörungen kurzschließt. Er ist rechteckig und meist gelb oder grün vor der Gleichrichterbrücke bzw. mit leicht abgerundeten Kanten in rot oder blau nach der Gleichrichterbrücke. Während dessen kann der Y-Kondensator Störungen über den Nulleiter ableiten. Dieser ist meist blau mit einer flachen, rundlichen Form.


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MOV (Metal Oxide Varistor) dienen zur Spannungsbegrenzung und stellen damit eine wichtige Schutzinstanz dar. Optisch ähneln sie ein wenig den Y-Kondensatoren, sind aber oftmals orange. Oftmals wird daran gespart, weshalb wir auch hier darauf achten, ob das Bauteil im PC-Netzteil realisiert wird.


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Die längliche Schmelzsicherung schützt die Komponenten von Überströmen. Der dünne Draht ist eine Sollbruchstelle und schmilzt bei zu hoher Belastung. Das Bauelement darf nicht überbrückt werden.


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Die Spulen, als eingesetzte Vertreter für Induktivitäten, stellen zum Teil einen Filter für Oberwellen dar, die nicht komplett unterdrückt werden können. Sie bestehen aus mehreren Drahtwindungen um einen Ferritkern und können zum bekannten Netzteilpeifen führen, wenn sie nicht gut genug angebracht werden. Denn wenn sie keinen halt haben, vibrieren in der Luft, was zu hochfrequenten Geräuschen führt. Entgegenwirken kann man dem Phänomen mit Klebstoffen, Epoxidharz oder auch Schrumpfschläuchen.


Transformatoren und Optokoppler


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Der Transformator arbeitet mit einer hochfrequenten Rechteckspannung und überträgt Spannungen auf ein anderes Niveau.


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Optokoppler haben einen ähnlichen Effekt wie Transformatoren, nur das deren Hauptaufgabe eben darin besteht. Die Rede ist von der galvanischen Trennung zweiter unabhängiger Stromkreise.


Transistoren und Dioden


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Die Transistoren (speziell Leistungs-MOSFET) sind Halbleiter, die in Schaltnetzteilen als Wechselrichter und Gleichrichter fungieren. Deren Vorteil liegt im schnellen und daher effizienten Schalten. Diese Halbleiter leiten/blockieren Ströme, stellt also eine Art Ventil dar. Zudem zerhacken sie die Spannung passend für den Transformator.


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Dioden werden als Gleichrichter von Wechselspannungen verwendet und sind die Bauteile im Netzteil, die die Spannung vor der Ausgabe final auf dieses Niveau bringen. Manchmal werden sie auch statt der Gleichrichterbrücke primär eingesetzt, sind dort aber eher ein Element in sehr günstigen Netzteilen.


Chips


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Es gibt drei wichtige Arten von relativ intelligenten Chips in primärgetakteten Schaltnetzteilen. Der PWM-Chip sorgt als Lastregler für eine hohe Effizienz und kontrolliert die Ausgangsspannungen. Ein zusätzlicher Sicherungschip, der gerne vergessen wird, beinhaltet die verschiedenen Schutzmechanismen. Je nach Art deckt dieser verschiedene Sicherungen ab, die zu unterschiedlichen Bedingungen in Kraft treten wie beispielsweise Kurzschlüsse oder Überlastungen. Der für die Lüfterregelung zuständige Chip bestimmt maßgeblich, wie schnell oder langsam der Lüfter dreht und mit welcher Anlaufspannung er gestartet wird. Je nach Ausrichtung kann man damit eine leisere, oder effektivere Kühlung erreichen.


[break= Grundlagen Messungen]
In unseren Test führen wir zu vielen Werten Messungen durch. Da nicht jeder weiß, was es mit den Begriffen auf sich hat, werden diese noch einmal kurz erklärt.

PFC

Die Werte zum PFC (Power Factor Correction), zu Deutsch Leistungsfaktorkorrektur, findet man bei unseren Berichten zu jedem Netzteil. Die Generatoren in den Kraftwerken erzeugen bekanntermaßen sinusförmige Spannungsverläufe. Nun ist es so, dass die Gleichrichterbrücke und die impulsartige Aufnahme der Kondensatoren zu Verzerrungen dieses sinusförmigen Bildes führen und Oberschwingungen generieren, die Störungen hervorrufen können. Man strebt es mit der Leistungsfaktorkorrektur an, diesen Effekt zu kompensieren und den Faktor nahe 1 zu bringen, was dem perfekten Abbild entsprechen würde. Wie nah man sich an der 1 bewegt, überprüfen wir. Anzumerken ist, dass eine aktive Lösung meist höhere und damit bessere Resultate hervorbringt, als eine passive.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad (auch Effizienz) zeigt auf, wie viel von der aufgenommenen Energie an das System ausgegeben wird. In einem Netzteil treten nämlich Verlustleistungen an den unterschiedlichen Bauteilen auf und wandeln sich in Abwärme um, die abgeführt werden muss. Die ermittelte Prozentzahl gibt Aufschluss darüber.

Restwelligkeit

Dass aus Wechselspannung im Netzteil letzen Endes eine geglättete Gleichspannung wird, ist jedem bekannt. Denn nur mit dieser können die PC Komponenten operieren. Was in der Theorie gut funktioniert, ist in der Praxis problematischer. Denn die Spannung kann abhängig von der Qualität nicht perfekt geglättet werden und hinterlässt Restwelligkeitsanteile. Je niedriger diese sind desto besser. Die Spezifikationen legen folgende Maximalwerte fest:

  • +12V 120mV
  • +5V 50mV
  • +3,3V 50mV
  • -12V 120mV
  • +5VSB 50mV

Auch wenn diese Angaben bei unseren Artikeln nicht immer genannt werden, überprüfen wir diese natürlich. Allerdings finden sie nur dann Erwähnung, wenn es sich um ein besonders niedriges (also gutes) oder hohes (also schlechtes) Resultat handelt. Bei allen Tests ohne Vermerk gilt, dass die Werte innerhalb eines unkritischen Bereiches liegen.

Spannungen: Toleranz

Von der optimalen Linie ausgehend sind bei den einzelnen Spannungen 5% nach oben und 5% nach unten hin als Toleranzgrenze gesetzt.
Daraus ergibt sich folgendes Bild:

  • +12V = 11.40V / 12.60V
  • +5V / +5VSB = 4.75V/ 5.25V
  • +3,3V = 3.14V / 3.47V


Für -12V gilt gesondert eine Schwelle von 10%.
Da dies mittlerweile sehr großzügig gesetzt ist, beurteilen wird nicht nur die Einhaltung der Werte, sondern auch, wie nah sie tatsächlich am Optimum sind.

Um hohe Belastungen zu simulieren und repräsentative Werte messen zu können, ist kein gängiges PC-System zum Einsatz gekommen, da sich die dort ermittelten Ergebnisse immer nur unmittelbar auf die Hardwarekombination beziehen lassen, zumal man viele der großen Fabrikate nur selten voll auslasten kann. Und ein Netzteil ist nur dann gut, wenn es die gesamte versprochene Leistung auch zu 100% bereitstellen kann, ohne in irgendeiner Weise Probleme zu verursachen. Hierzu wird die professionelle Teststation Chroma 8000 eingesetzt, um eine detaillierte Belastung in mehreren Stufen zu ermöglichen und wir mit Volllast bzw.10% Überlast alle relevanten Fähigkeiten überprüfen.

[break=Innenansicht]
Wenn wir nun zu den elektronischen Details übergehen, werden weitere Indizien zum Produzenten gesammelt, anhand derer die Verarbeitungsqualität und die Wahl der einzelnen Bauteile beurteilt werden kann. Bevor ein Netzteil nun aber geöffnet wird, ist der Sicherheitshinweis erforderlich, dass dieser Vorgang lebensgefährlich sein kann und davon abzuraten ist, wenn man ein solches Produkt als Privatkunde erwirbt. In den Kondensatoren kann sich immer noch Restspannung befinden, die sich bei Berührung entlädt.

Abhängig von der Kapazität benötigen diese üblicherweise eine Ruhepause von etwas mehr als einem Tag, damit sich die Spannung komplett abbauen kann. Jedoch lässt sich auch einfach der Stromstecker trennen, während man das Netzteil im AN Zustand behält, sodass sich die Restenergie in Richtung der Verbraucher (PC-Komponenten) verteilen kann. Ein sorgfältiger und vorsichtiger Umgang mit dem Gerät ist zudem erforderlich, um keine empfindlichen Bauteile zu beschädigen. Bei einem Eingriff erlischt außerdem die Herstellergarantie. Das Turbo-Cool 860W wird durch das Entfernen von fünf Schrauben geöffnet.

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Gleich nach dem Öffnen fällt die markante Struktur auf. Hier hat man ein intelligentes Platzmanagement umgesetzt, da sich die Anordnung der Bauteile stark von der gängigen Bauweise anderer Netzteile unterscheidet. Das Layout musste nämlich an die nur 15cm lange Bautiefe angepasst werden.

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Die geschirmte EMI-Filterung des namenhaften Filterherstellers High & Low Corporation wird durch mehreren X-Kondensatoren (drei), Y-Kondensatoren (zwei), Spulen (zwei) bzw. einem MOV ergänzt und ist sehr kompakt gebaut. Hier hat man weniger auf Masse, sondern mehr auf Qualität geachtet. Die X-Kondensatoren sind nach dem ENEC (European Norms Electrical Certification) Zertifizierungsschema beurteilt und mit dem entsprechenden Zeichen versehen worden. Dieses darf nur durch unparteiische Prüfinstitute, nach dem vom Hersteller erfüllten Qualitätssystem gemäß ISO 9000, ausgestellt werden und ist im europäischen Raum anerkannt. Primär finden wir einen Hitachi HU Kondensator von hoher Qualität vor, da dieser mit 105°C bei einer langen Lebensdauer spezifiziert ist. Die danach anzutreffende Gleichrichterbrücke ist an den Kupferkühlkörper befestigt worden, der wiederum die Wärme der angebrachten Halbleiter über eine Verbindungsplatte an den gegenüberliegenden, massiveren Aluminiumkühlblock weiterleitet.

PC Power Turbo-Cool Tec3

Eben diese Halblbeiter stammen von Infineon. Während dessen ist die Platine für die Lüftersteuerung kopfüber an den zweiten Aluminiumkühlblock weiter unten montiert. Der Haupttransformator ist rechts davon platziert und nicht wie sonst im zentralen Bereich. Ganz links unten folgt nun der Sekundärabschnitt mit der großen Leiterplatte für die Spannungswandler, an denen auch drei Potentiometer angebracht wurden. Diese Leiterplatte ist hochkant aufgestellt und spart so kostbaren Platz. Fast erinnert das gute Platzmanagement ein wenig an Tetris, bei der man die vorgegebenen Bauteile formgerecht unterbringen muss.

Zu guter letzt besteht die Ausgangsfilterung aus einigen Glättungskondensatoren guter Herkunft von Nippon-Chemicon. Das Gedränge wird dort schon etwas stärker erkennbar, aber die DC-DC Technologie erlaubt es, nur wenige Pufferkondensatoren integrieren zu müssen und war ein raffinierter Schachzug in der Konzeption. Sie machte es möglich, die zahlreichen Versorgungskabel für die Komponenten unterbringen zu können. Als wäre es selbstverständlich, wurden die Schaltkreise auf einer sehr hochwertigen Epoxidharzplatine aufgebracht. In jeder Ecke findet man nur eine erlesene Wahl an Komponenten und eine derartige Topologie haben wir nie zuvor gesehen. Möglicherweise handelt es sich um das bislang beste Netzteil in dieser Disziplin.

PC Power Turbo-Cool Tec1

PC Power Turbo-Cool Tec2


Ob die Messergebnisse der Optik ebenbürdig sind, werden unsere ermittelten Werte in den folgenden zwei Seiten genauer beleuchten.

[break=Messresultate Spannungen]
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Die Spannung +3,3V startet mit 1,81% Überspannung, um bei Überlast 3,63% unterhalb des Optimums zu liegen. Dem Spannungsabfall mag nicht die beste Regulation zu Grunde liegen, bewegt sich aber noch problemlos innerhalb der Spezifikation.

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Bei +5V zeigt sich ein Gesamtspannungsabfall von 5% vom höchsten bis zum niedrigsten Punkt, was ein solider Wert innerhalb der gesetzten Grenze ist und recht gut zu gefallen weiß.

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Mit geringer Last konnte bei der wichtigsten Schiene +12V ein leicht erhöhter Wert von 12,36V gemessen werden, während sie selbst bei Überlast nur um 0,66% unter das Optimum fällt und sich so äußerst stabil präsentiert. Gerade bei dieser bedeutenden Leitung ist das Abfall von insgesamt nur 3,66% beachtlich.

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Die kleine Spannung +5VSB präsentiert sich in unserem Messfeld am schwächsten, da sie auf 4,84V (3,2%) absinkt. Mit 4,2% Regulation über alle Lastbereich hinweg liegt aber auch sie noch im Rahmen der Spezifikation und zu guter letzt zeigt -12V ein ebenso stabiles Bild.

[break=Messresultate Kühlung, Leistungsfaktor und Wirkungsgrad]

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Das Turbo-Cool ist absolut kein leises Netzteil und hätte wenigstens bei geringer Belastung unter 23dBA Geräuschentwicklung bewerkstelligen können. Immerhin bleibt dieser Wert bis zur mittleren Last relativ konstant und steigt erst mit 3150 rpm bei 80% Last auf über 30dBA an. Bei Überlast werden gar 33 dBA erreicht.

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Hier dargestellt sind die beiden Hauptkühlblöcke mit ihrem Temperaturverlauf. Zwar haben wir zuvor die Lautstärke bemängelt, da ein leichter Temperaturanstieg unter geringer Last kaum dramatische Folgen hätte. Dennoch ist festzuhalten, dass die Resultate von der reinen Kühlkraft ausgehend überwältigend sind. Hier zeigt sich klar, dass das Niveau von Servernetzteilen erreicht wird, bei denen Stabilität durch eine effektive Kühlung nicht zu vernachlässigen ist. Erst bei 50% Last wird die 30°C Marke leicht überschritten und der Spitzenwert mit 45°C ist kaum als kritisch zu bezeichnen. Letztere Temperatur wird bei anderen Netzteilen nicht selten schon bei mittlerem Lastzustand erreicht. Hier hingegen stellt es den Maximalwert bei 10% Überlast dar.

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Die Leistungsfaktorkorrektur erwies sich bei 230VAC als absolut einwandfrei und kann schneller in den 0.9 Bereich vordringen, als es viele einfachere Produkte bewerkstelligen. Den nahezu perfekten Wert von 0.99 erreicht man bei der Überlastung des Netzteils, wobei sich der Leistungsfaktor auch schon zuvor in einem optimalen Areal widerspiegelt.

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Als positiven Abschluss unserer Messreihe präsentiert sich der Wirkungsgrad mit fast 88% als überdurchschnittlich gut und kann bereits bei 20% Last die 85% Effizienzmarke ankratzen. Somit steht dem Einsatz in sparsameren Systemen zumindest theoretisch nicht viel im Weg.

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Zur Übersicht zeigt diese Grafik nochmals die aufgenommene Leistung auf dem 230VAC Stromnetz, die der ausgegebenen Leistung gegenübergestellt wird. Der Output ist aufgrund der Verluste natürlich immer etwas kleiner und anhand der Differenz lässt sich die Effizienz ermitteln.

Auch wenn es selten Erwähnung findet, tritt nun der Fall ein, dass die Restwelligkeit zur Sprache kommt. Denn diese bewegt sich beim Turbo-Cool 860W in einem vortrefflichen Bereich von lediglich ein paar mV im einstelligen Wertebereich und steigt auch mit hoher Last nur gering an. Dieses Ergebnis zeigt nun entgültig, dass es sich hierbei nicht um ein einfaches Endkundengerät, sondern um einen Stromversorger für professionelle Ansprüche handelt. Weiteres dazu folgt nun mit allen Kriterien zusammengefasst in unserem Gesamtfazit.

[break=Fazit]
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Es ist einer dieser seltenen Momente, in denen man ein Netzteil im schlichten Gewand serviert bekommt und sich im Innern eine wahre Perle offenbart. Im Alltag eines Redakteurs öffnet man nämlich ein Netzteil nach dem anderen, um festzustellen, dass man die Konstruktion schon mal irgendwo gesehen hat. Nicht so beim Turbo-Cool 860W, welches individuell von PC Power & Cooling entworfen und seitens Wintact passend umgesetzt wurde. Auf diese Weise und mit der Kooperation beider Spezialisten wird man das besondere Design ausschließlich in diesem Produkt vorfinden können. Selbst vom größeren Turbo-Cool Modell setzt man sich mit der grundlegend anderen Topologie ab.

Kreativität und Einzigartigkeit sind die Stichworte, die uns beim Aufbau des Netzteils in den Sinn kommen. Man hat die Anordnung der Bauteile und die Kühlkonstruktion nahezu perfekt an den 80mm Lüfter angepasst. Zwar obliegt es dem Kunden, ob man die Geräuschentwicklung als Störung empfindet, aber zur objektiven Beurteilung muss man den Sachverhalt von mehreren Seiten beleuchten. Denn so laut das Turbo-Cool sein mag, so herausragend ist die geringe Temperaturentwicklung, die man der Lautstärke gegenüberstellen sollte. Weiterhin wäre eine so enge Anordnung der Elektronik mit einem großen vertikal montierten Lüfter gar nicht möglich gewesen, da untere Sektionen damit schwer zu erreichen wären. Zudem wird man beim Einsatz von mehreren Grafikkarten auch nicht unbedingt die leisesten Geräte vor sich haben, sodass sich die hohe Drehzahl des Lüfters etwas relativiert.

Bei der Wahl der Elektronik hat man nur bestmögliche Bauteile realisiert. Man paart einen 105°C Hitachi Kondensator mit langlebigen KY Kondensatoren von Nippon-Chemicon und bettet das ganze in eine hochwertige Epoxidharzplatine ein. Kupferkühlkörper und eine angemessene, speziell geschirmte EMI-Filterung zeigen uns, dass nirgendwo gespart wurde. Nicht zu vergessen ist, dass die DC-DC Technik schon lange in diesem Netzteil verewigt war, bevor es auch für andere Marken attraktiv wurde und in jüngster Zeit zu einem regelrechten Kult bei teureren Netzteilen geführt hat.

In Sachen Wertstabilität konnte man der Struktur das endgültige Sahnehäubchen aufsetzen. Die Werte waren bei den einzelnen Spannungen in einem sehr guten Bereich, vor allem bei der großen +12V Schiene. Und die Restwelligkeit bewegte sich im überaus beeindruckenden Bereich von ein paar mV. Beinahe 88% Wirkungsgrad sind ebenso überdurchschnittlich gut und da er bei geringer Last auch gut ausfällt, könnte man das Netzteil auch in kleineren Systemen verwenden, sofern man sich ein hochwertiges Stück Hardware gönnen möchte. Man kommt also nicht nur an das Silencer Quad Black 750W heran, sondern übertrifft es in dieser Disziplin sogar noch. Als ob das nicht schon genügend würde, entpuppt sich die Leistungsfaktorkorrektur für unser Stromnetz als sehr gut. Hier hat PC Power & Cooling insgesamt vortreffliche Arbeit geleistet.

Auch wenn es beim Lieferumfang keine zahlreichen Extras gibt, trifft das beigelegte Testblatt unsere Erwartungen. Man verzichtet auf weniger wichtige Inhalte und zeigt seinem Kunden zu jedem Netzteil eigens ermittelte Werte aus der Qualitätskontrolle.

Der Preis ist hoch für diese Leistung, aber wenn man eine hohe Qualität haben möchte und sich einen verlässlichen Stromversorger für seinen Computer ersehnt, ist das einfach zu verschmerzen. Sofern man nun noch auf abnehmbare Anschlüsse verzichten kann, erhält man ein exzellentes 860W Kraftpaket auf 150mm edelster Platinenbasis.

Das Turbo-Cool 860W lässt die Vorzüge eines Servernetzteils mit den Eigenschaften von Endkundengeräten verschmelzen und ist somit ein absolutes Referenzgerät, das derzeit seines gleichen sucht.

Persönliche Anmerkung des Autors

Bevor wir eine Empfehlung für das Netzteil aussprechen, möchte ich noch ein paar persönliche Worte an die Leser richten. Einen Award werden wir nicht oft und nur bei vortrefflichen Resultaten vergeben. Außergewöhnliche Technik und eine hervorragende Verarbeitung sind die Maßstäbe unserer Beurteilung. Wir möchten solche Auszeichnungen nicht aus geringem Anlass vergeben, womit der Begriff seine Besonderheit verlieren würde. Derartiges würde den Kriterien eines angemessenen Tests nicht gerecht werden und davon möchten wir uns abgrenzen.

Das ist das Niveau, für das Planet 3DNow! seit jeher steht und dass wir uns selbst gesetzt haben. Wir heben uns anerkennende Worte daher wirklich nur für die besten Produkte auf. Denn immerhin geht es um nichts Geringeres als euer Geld beim Kauf eines neuen Netzteils. Diesen Standard bieten wir euch im Rahmen der professionellen Umsetzung unserer journalistischen Arbeit.

Das Turbo-Cool 860W hat eine Auszeichnung wahrlich verdient und ich selbst verwende dieses Netzteil in meinem privaten Rechner.

Von meiner Seite aus bleibt zum Abschluss nur noch zu sagen, dass wir auf mehr solcher herausragender Produkte hoffen und beglückwünschen OCZ bzw. PC Power & Cooling für dieses geniale Stück Hardware.

Das PC Power & Cooling Turbo-Cool 860W erhält den Editors Choice Award!




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