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Als man uns fragte, welches Produkt wir gerne testen möchten, entgegneten wir zügig: „Die Signature Serie“. Nun wird sich der wissbegierige Leser fragen, warum wir unser Auge gerade auf diese Baureihe bestehend aus einem 650W und 850W Modell geworfen haben. Der Grund ist einfach. Antec präsentiert nicht nur ein äußerst edles Erscheinungsbild, wovon wir uns selbst überzeugen konnten, sondern wartet auch mit individuellen Stärken auf. Welche das sind, wo man eventuell nachbessern sollte und wie sich die Netzteile im Einzelnen schlagen erfahrt ihr in unserem gewohnt umfangreichen Testszenario. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und bedanken uns bei Korinna Dieck vom Lewis-Team, die uns die Modelle zur Verfügung gestellt hat.

Anzumerken wäre noch, dass Lewis eine PR Agentur ist, die vielerlei Branchen und so auch Antec hier in Deutschland vertritt. Seit der Gründung 1995 arbeitet man dabei stellvertretend für Marken wie etwa F-Secure, Sony und zahlreiche mehr. Wir freuen uns, auch in Zukunft miteinander kooperieren zu können.

[break=Verpackung, Lieferumfang und Produkteigenschaften]
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Angeliefert werden die Netzteile in einem schwarzen Karton, der sich aus Deckel sowie Boden zusammensetzt und von einem umhüllenden Papier mit dem Schriftzug des Unternehmens als auch der Serie zusammengehalten wird. Dieses scheinbar unwesentliche Detail der Verpackungsgestaltung bietet uns eine perfekte Überleitung zur Technologie.

Und zwar sind die Netzteile nach dem Sandwich-Prinzip aufgebaut, bei dem zwei große Leiterplatten gegenüber liegen und vom schwarz mattierten Gehäuse zusammengehalten werden. Dazu später mehr bei der Betrachtung der inneren Werte. Zu den weiteren technischen Eigenschaften zählt der DC-DC Converter, den wir bereits beim Turbo-Cool 860W betrachteten konnten und mittlerweile fast zum Standard ab der höheren Mittelklasse geworden ist. Weiterhin wurden diese Serie mit dem 80Plus Bronze Zertifikat ausgezeichnet, was für unser europäisches Stromnetz allerdings keine größere Bedeutung hat und wir es uns selbst natürlich nicht nehmen lassen wollen, den Wirkungsgrad zu überprüfen. Hinzu kommt eine aktive Leistungsfaktorkorrektur und man verfügt teils über ein modulares Kabelmanagementsystem, wobei die wesentlichen Anschlüsse fest installiert sind. Gekühlt wird das Konstrukt jeweils von einem 80mm Lüfter. Zu guter letzt wurden diese Fabrikate mit dem SLI-Zertifikat ausgezeichnet und weisen aktuelle Sicherungsmechanismen wie OVP (Over Voltage Protection), SCP (Short Circuit Protection) und OCP (Over Current Protection) auf.

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Der Lieferumfang gestaltet sich recht umfangreich. Denn neben den beigelegten Leitungen und den klassischen Beigaben wie dem Kaltgerätestecker oder den Befestigungsschrauben legt man ein gelungenes Benutzerhandbuch bei. Dieses enthält die spezifischen Produktvorzüge, eine Installationsanleitung mit Bebilderung und die Leistungsverteilung auf den spannungsführenden Schienen, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen. Als zusätzliches Präsent, das sich auch immer größerer Beliebtheit erfreut, legt man ein kurzes Beiblatt bei, dass die Funktionalität in der Qualitätskontrolle bescheinigt und eigens vom Tester unterschrieben wurde. Auf diesem Weg versucht man sicherlich Vertrauen zu schaffen und wir werden mit unserer hauseigenen Prüfstation natürlich noch einmal die Zuverlässigkeit kontrollieren.

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Die beiden Netzteile präsentieren sich in einem unaufdringlich lackierten Schwarzton mit dem Antec Logo oberhalb des Lüfters. Auf der Rückseite wurde die Gitterstruktur zur Belüftung integriert, die sich nicht wie mittlerweile üblich wabenförmig, sondern quadratisch gestaltet und rechts von den Sockeln für die Anschlüsse unterbrochen wird.

[break=Leistungsverteilung und Anschlüsse]
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Der Nidec Lüfter trägt die Modellnummer D08A-12PS3 06AH1 und hat eine Aufnahme von 0,5A. Vom Hersteller wird eine breite Palette an Modellen und Entwicklungen abgedeckt. Schließlich sind sie schon lange im Geschäft und können auf eine ereignisreiche Firmengeschichte zurückblicken.

Leistungsverteilung:

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Anschlüsse:



Anzumerken ist, dass sich beim 650W Modell gleichzeitig nur zwei zusätzliche Peripheriestränge und der 6-pin PEG Stecker anschließen lassen. Ein Molex, SATA und der 6/8-pin PEG Strang sind bereits fest installiert neben den Hauptleitungen. Während dessen kann man beim 850W Modell zwei zusätzliche PEG Stecker anschließen und ein weiterer mit 8-pins ist bereits fest angeschlossen. Der Kaltgerätestecker hat eine Länge von 170mm zuzüglich Kopfstück. Je nach Bedarf sind so für die meisten Ansprüche genügend Anschlüsse vorhanden, wobei man auch der 650W Version bereits vier Grafikkartenanschlüsse hätte spendieren können. Es wurde immerhin eine Kabelmuffe zur Stabilisierung realisiert.


[break= Grundlagen Elektronik]

Elektrolytkondensator


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Der klassische Elektrolytkondensator (kurz Elko) dient in der Leistungselektronik als Energiespeicher. Weiterhin werden sie sekundär als sogenannte Glättungskondensatoren eingesetzt, um Restwelligkeitsanteile zu kompensieren. Ein Qualitätsmerkmal ist also, wie sauber die ausgegebene Gleichspannung geglättet ist. Ein weiteres Kriterium ist die Lebensdauer des Bauteils, der in Stunden angegeben und einer bestimmten Temperaturgröße und Lastbedingungen zugeordnet ist. Typische Angaben sind hierbei 85°C bzw. 105°C, wobei ein Temperaturanstieg von 10°C im Netzteil die halbierte Lebensdauer zur Folge hat, weshalb 105°C Varianten bei gleicher Stundenangabe theoretisch doppelt so lange leben. Aus dem Grund werden wir in unseren Tests auf dieses Detail achten. Außerdem bieten Kondensatoren hohe Kapazitäten, angegeben in MicroFarad und sind daher für ihr Anwendungsgebiet mit höheren Lastströmen optimiert. Vor allem die Pendanten aus Japan gelten als besonders hochwertig, da sie ganz andere Qualitätsstandards befolgen als in China oder Taiwan, wo eher auf Kosten geachtet wird. Konkret äußert sich das durch die Verwendung guten Elektrolyts und der besseren Versiegelung. Denn durch ein Leck könnte flüssiges Elektrolyt auslaufen, weshalb dies ein sehr wichtiger Faktor ist.


EMI Filtereinheit


Auftretende Störungen müssen durch eine eingangsseitig platzierte und aufwändige Schaltung kompensiert werden.


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Der X-Kondensator ist ein wesentliches Element der EMI-Filterung, da er Taktstörungen kurzschließt. Er ist rechteckig und meist gelb oder grün und befindet sich vor der Gleichrichterbrücke, bzw. mit leicht abgerundeten Kanten in rot oder blau nach der selbiger. Währenddessen kann der Y-Kondensator Störungen über den Nulleiter ableiten. Dieser ist meist blau mit einer flachen, rundlichen Form.


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MOV (Metal Oxide Varistor) dienen zur Spannungsbegrenzung und stellen damit eine wichtige Schutzinstanz dar. Optisch ähneln sie ein wenig den Y-Kondensatoren, sind aber oftmals orange. Sehr häufig wird daran gespart, weshalb wir auch hier darauf achten, ob das Bauteil im PC-Netzteil realisiert wird.


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Die längliche Schmelzsicherung schützt die Komponenten vor Überströmen. Der dünne Draht ist eine Sollbruchstelle und schmilzt bei zu hoher Belastung. Das Bauelement darf nicht überbrückt werden.


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Die Spulen, als eingesetzte Vertreter für Induktivitäten, stellen Filter etwa für Oberwellen dar, die nicht komplett unterdrückt werden können. Darüber hinaus können diese aber auch als Speicher fungieren. Sie bestehen aus mehreren Drahtwindungen um einen Ferritkern und können zum bekannten Netzteilpeifen führen, wenn sie nicht gut genug angebracht werden. Denn falls die Drähte keinen Halt mehr haben, vibrieren sie in der Luft, was zu hochfrequenten Geräuschen führt. Entgegenwirken kann man dem Phänomen mit Klebstoffen, Epoxidharz oder auch Schrumpfschläuchen.


Transformatoren und Optokoppler


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Der Transformator arbeitet mit einer hochfrequenten Rechteckspannung und überträgt Spannungen auf ein anderes Niveau.


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Optokoppler haben einen ähnlichen Effekt wie Transformatoren, indem sie zwei unabhängige Stromkreise galvanisch trennen.


Transistoren und Dioden


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Die Transistoren (speziell Leistungs-MOSFET) sind Halbleiter, die in Schaltnetzteilen als Wechselrichter und Gleichrichter fungieren. Deren Vorteil liegt im schnellen und daher effizienten Schalten. Diese Halbleiter leiten/blockieren Ströme, stellen also eine Art Ventil dar. Zudem zerhacken sie die Spannung passend für den Transformator.


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Dioden werden als Gleichrichter von Wechselspannungen verwendet und sind die Bauteile im Netzteil, die die Spannung vor der Ausgabe final auf dieses Niveau bringen. Manchmal werden sie auch statt der Gleichrichterbrücke primär eingesetzt, sind dort aber eher ein Element in sehr günstigen Netzteilen.


Chips


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Es gibt drei wichtige Arten von relativ intelligenten Chips in primärgetakteten Schaltnetzteilen. Der PWM-Chip, meist in Kombination mit der PFC Steuerung, sorgt als Lastregler für eine hohe Effizienz und kontrolliert die Ausgangsspannungen. Ein zusätzlicher Sicherungschip, der gerne vergessen wird, beinhaltet die verschiedenen Schutzmechanismen. Je nach Art deckt dieser verschiedene Sicherungen ab, die in Abhängigkeit unterschiedlicher Bedingungen in Kraft treten, wie beispielsweise bei Kurzschlüssen oder Überlastungen. Der für die Lüfterregelung zuständige Chip bestimmt maßgeblich, wie schnell oder langsam der Lüfter dreht und mit welcher Anlaufspannung er gestartet wird. Je nach Ausrichtung kann man damit eine leisere, oder effektivere, Kühlung erreichen.


[break= Grundlagen Messungen]
In unseren Test führen wir zu vielen Werten Messungen durch. Da nicht jeder wissen kann, was es mit den Begriffen auf sich hat, werden diese noch einmal kurz erklärt.

PFC

Die Werte zum PFC (Power Factor Correction), zu Deutsch Leistungsfaktorkorrektur, findet man bei unseren Berichten zu jedem Netzteil. Die Generatoren in den Kraftwerken erzeugen bekanntermaßen sinusförmige Spannungsverläufe. Nun ist es so, dass die Gleichrichterbrücke und die impulsartige Aufnahme der Kondensatoren zu Verzerrungen dieses sinusförmigen Bildes führen und Oberschwingungen generieren, die Störungen hervorrufen können. Mit dem Leistungsfaktorkorrektur strebt man an, diesen Effekt zu kompensieren und den Faktor nahe Eins zu bringen, was dem perfekten Abbild entsprechen würde. Wie nah man die Eins tangiert, überprüfen wir. Anzumerken ist, dass eine aktive Lösung meist höhere und damit bessere Resultate hervorbringt, als eine passive.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad (auch Effizienz) zeigt auf, wie viel von der aufgenommenen Energie an das System ausgegeben wird. In einem Netzteil treten nämlich Verlustleistungen an den unterschiedlichen Bauteilen auf, die in abzuführende Wärmedie umgewandelt werden. Die ermittelte Prozentzahl gibt Aufschluss darüber, wie viel Prozent der Eingangsleistung in Ausgangsleistung umgewandelt werden und somit auch darüber, wie viel Energie in Wärme verpufft.

Restwelligkeit

Dass aus Wechselspannung im Netzteil letzen Endes eine geglättete Gleichspannung wird, ist jedem bekannt. Denn nur mit dieser können die PC-Komponenten operieren. Was in der Theorie gut funktioniert, ist in der Praxis problematischer. Denn Spannung kann abhängig von der Qualität nicht perfekt geglättet werden und hinterlässt Restwelligkeitsanteile. Je niedriger diese sind desto besser. Die Spezifikationen legen folgende Maximalwerte fest:

  • +12V 120mV
  • +5V 50mV
  • +3,3V 50mV
  • -12V 120mV
  • +5VSB 50mV

Auch wenn diese Angaben bei unseren Artikeln nicht immer genannt werden, überprüfen wir sie natürlich. Allerdings finden sie nur dann Erwähnung, wenn es sich um ein besonders niedriges (also gutes) oder hohes (also schlechtes) Resultat handelt. Bei allen Tests ohne Vermerk gilt, dass die Werte innerhalb des unkritischen Bereiches liegen.

Spannungen: Toleranz

Von der optimalen Linie ausgehend sind bei den einzelnen Spannungen jeweils 5% nach oben und 5% nach unten hin als Toleranzgrenze gesetzt.
Daraus ergibt sich folgendes Bild:

  • +12V = 11.40V / 12.60V
  • +5V / +5VSB = 4.75V/ 5.25V
  • +3,3V = 3.14V / 3.47V


Für -12V gilt gesondert eine Schwelle von 10%.
Da dies mittlerweile sehr großzügig gesetzt ist, beurteilen wird nicht nur die Einhaltung der Werte, sondern auch, wie nah sie tatsächlich am Optimum sind.

Um hohe Belastungen zu simulieren und repräsentative Werte messen zu können, ist kein gängiges PC-System zum Einsatz gekommen, da sich die dort ermittelten Ergebnisse immer nur unmittelbar auf die Hardwarekombination beziehen lassen, zumal man viele der großen Fabrikate nur selten voll auslasten kann. Und ein Netzteil ist nur dann gut, wenn es die gesamte versprochene Leistung auch zu 100% bereitstellen kann, ohne in irgendeiner Weise Probleme zu verursachen. Hierzu wird die professionelle Teststation Chroma 8000 eingesetzt, um eine detaillierte Belastung in mehreren Stufen zu ermöglichen und mit Volllast, bzw.10% Überlast, alle relevanten Fähigkeiten überprüfen.

[break=Grundlagen DC-DC Converter]
Momentan ist es in aller Munde und neuere High-End Netzteile werden mittlerweile überwiegend mit einem DC-DC (direct current to direct current) Converter bestückt. Der ein oder andere wird mit dieser Technologie aber nicht allzu viel anfangen können, weshalb wir noch mal kurz darauf eingehen.


Wie wir wissen, werden die Spannungen +3,3V, +5V und +12V normalerweise über eine einzige Quelle generiert, wobei +3,3V meist von +5V abgeleitet wird mit jeweils eigenen Filtereinheiten. Etwas anders ist es nun bei der DC-DC Nutzung. Hier generiert der Haupttransformator nur die überaus wichtige +12V Schiene und kann somit sein volles Leistungspotenzial theoretisch auf dieser Leitung ausgeben. Allerdings gibt es nun je einen Spannungswandler, der aus der Gleichspannung +12V die beiden kleineren Gleichspannungen ableitet.

Aus Platzgründen steht dabei meist eine eigene kleine Leiterplatte zur Verfügung, die Spulen und Kondensatoren, oftmals gar Feststoffkondensatoren, beinhaltet. Der Vorteil ist zum einen, dass man mit diesem Hilfsmittel derweil an die Effizienzgrenze von nahezu 90% vorstoßen kann, wenn man es gut umsetzt. Der Hauptgrund in früheren Tagen, die den Einsatz dieser eigentlich altbekannten Technik verhinderte, war, dass die Umsetzung damals noch recht ineffizient war. Einen Vorteil konnte man aber immer vorweisen: Die Stabilität. Wenn zur Korrektur der Leitungen die Spannung angehoben oder gesenkt wird, wären normalerweise alle Schienen betroffen. Das hat zur Folge, dass eine Spannung optimiert ist, während die andere fälschlicherweise mit beeinflusst wird und so schlechtere Werte erzielt. Mit der DC-DC Variante kann man also derartiges vermeiden, denn die Leitungen sind in Sachen Optimierung unabhängig.

[break=Innere Werte]
Wenn wir nun zu den elektronischen Details übergehen, werden weitere Indizien zum Produzenten gesammelt, anhand derer die Verarbeitungsqualität und die Wahl der einzelnen Bauteile beurteilt werden kann. Bevor ein Netzteil nun aber geöffnet wird, ist der Sicherheitshinweis erforderlich, dass dieser Vorgang lebensgefährlich sein kann und davon abzuraten ist, wenn man ein solches Produkt als Privatkunde erwirbt. In den Kondensatoren kann sich immer noch Restspannung befinden, die sich bei Berührung entlädt.

Abhängig von der Kapazität benötigen diese üblicherweise eine Ruhepause von etwas mehr als einem Tag, damit sich die Spannung komplett abbauen kann. Jedoch lässt sich auch einfach der Stromstecker trennen, während man das Netzteil im AN Zustand behält, sodass sich die Restenergie in Richtung der Verbraucher (PC-Komponenten) verteilen kann. In jedem Fall sollte man im spannungsfreien Zustand damit hantieren. Ein sorgfältiger und vorsichtiger Umgang mit dem Gerät ist zudem erforderlich, um keine empfindlichen Bauteile zu beschädigen. Bei einem Eingriff erlischt außerdem die Herstellergarantie, wenn der Garantieaufkleber beschädigt wird. Die Antec Netzteile werden mittels zwei Schrauben geöffnet.


Beim Betrachten des Innenraums, hier stellvertretend das 650W Modell, verdeckt die Sandwich-Bauweise zunächst das eigentliche Gebilde und wir können nur die Oberseite der Platine mit einer Schutzfolie als auch den PE Leiter lokalisieren. Wir müssen nun vier weitere Schrauben lösen, um die obere Leiterplatte abnehmen zu können.

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Antec Signature Elkos
Auf dieser ist der gesamte primäre Bereich angesiedelt. Die Kondensatoren stammen zu unserer Freude von Nippon-Chemicon (KMQ) als auch Rubycon (MXG) und teilen sich die Lastströme auf. Diese sind sicherlich sehr teuer und bieten dementsprechend gute Werte. Zudem sind sie kapazitiv sehr üppig gestaltet. Einige der Induktivitäten (Spulen) sind senkrecht auf das PCB geklebt worden und die Bauteile werden im Low-Profile Format gehalten. Ebenso die schwarz eloxierten Aluminiumkühlkörper werden kleiner als sonst dimensioniert. Im Eingangsbereich auf der linken Seite im Bild besteht die EMI Filterung aus drei Spulenkörpern, vier X-Kondensatoren -mit einem hinter der Gleichrichterbrücke installiert- sowie fünf Y-Kondensatoren. Auch an einen MOV hat man gedacht. Rechts daneben seht ihr übrigens den kleinen Transformator mit anschließenden Filterkomponenten für die Standbyspannung +5VSB.

Über einen Stecker wandert der Strom nun auf den Sekundärteil, wo zunächst der Transformator aus der Eingangsspannung +12V generiert. Diese teilt sich nun auf. Der eine Teil wird mit einer Spule und der dazugehörigen Filtereinheit für den Ouput vorbereitet, der andere bewegt sich durch die Gleichspannungswandler, die Spannungen in +5V und +3,3V umwandeln. Der DC-DC Converter befindet sich unter dem flachen Kupferkühlkörper. Weiter geht es mit den 16V Kondensatoren vom Typ KZH, während die 6,3V Elkos auf den Namen KZE hören. Beide sind von Nippon-Chemicon in der „low impedance“ Abteilung für PC-Schaltnetzteile kategorisiert und werden auf eine Lebensdauer von 1-5k bzw. 5-6k Stunden bei 105°C spezifiziert. Die KZM Serie wäre sicherlich noch besser gewesen, wobei die gewählten bereits die Ansprüche an eine hohe Qualität erfüllen. Schließlich zählen sie bereits zu der oberen Liga japanischer Herkunft. Währenddessen wird die zuständige Kontrolle für den Lüfter von einem Chip der ST Microelectronics Pallete übernommen. Abschließend macht der Mix aus Halbleitern von Infineon und Shindengen den guten Eindruck komplett.


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Die 850W Version arbeitet nach demselben Prinzip und unterscheidet sich lediglich in einzelnen Punkten geringfügig und bietet darüber hinaus die notwendigen Kapazitäten für den höheren Lastgrad.


[break=Messwerte]
Nach der interessanten Konstruktion mit vertretener Markenware wollen wir es uns nun nicht nehmen lassen, wie üblich die Wertestabilität aber auch den Wirkungsgrad zu ermitteln und das Kühlkonzept genauer zu beurteilen anhand konkreter Messwerte. Diese werden wie üblich mit der Chroma 8000 unter ATX konformen Belastungstests überprüft.

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  • 650W: 3,35 V 3,33 V 3,32 V 3,30 V 3,27 V 3,25 V
  • 850W: 3,36 V 3,35 V 3,30 V 3,25 V 3,21 V 3,20 V


Allgemein

  • 650W: 5,04 V 5,01 V 5,00 V 4,97 V 4,94 V 4,90 V
  • 850W: 5,03 V 5,00 V 4,98 V 4,92 V 4,87 V 4,83 V


Allgemein

  • +12V1: 12,11 V 12,07 V 11,97 V 11,94 V 11,90 V 11,86 V
  • +12V2: 12,10 V 12,07 V 11,96 V 11,95 V 11,90 V 11,85 V
  • +12V3: 12,09 V 12,05 V 11,98 V 11,95 V 11,89 V 11,82 V


Allgemein

  • +12V1 12,14 V 12,11 V 12,09 V 11,95 V 11,88 V 11,86 V
  • +12V2 12,13 V 12,10 V 12,07 V 11,94 V 11,90 V 11,87 V
  • +12V3 12,13 V 12,08 V 11,98 V 11,83 V 11,70 V 11,70 V
  • +12V4 12,13 V 12,10 V 12,20 V 11,83 V 11,73 V 11,71 V


Allgemein

  • 650W: 0,825 0,929 0,979 0,986 0,986 0,986
  • 850W: 0,878 0,952 0,988 0,990 0,990 0,990


Allgemein

  • 650W: 75,42 % 82,58 % 86,84 % 86,25 % 85,03 % 84,06 %
  • 850W: 77,74 % 84,42 % 86,81 % 86,04 % 84,31 % 83,59 %


Allgemein

  • 650W & 850W: 17dBA 17dBA 17dBA 20dBA 30dBA 33dBA
  • " & " : 700rpm 700rpm 1200rpm 2050rpm 3100rpm 3500rpm


Insgesamt ist der Verlauf der Werte bei beiden Modellen sehr ähnlich, aber nur bei der Lautstärke dank selbiger Lüftersteuerung identisch. Weiterhin zeigte sich beim 850W Fabrikat, dass +12V3 und +12V4 sehr stark absanken und das Gesamtergebnis negativ beeinflussen. Die Restwelligkeit bewegte sich in einem sehr guten einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich, weshalb sie hier Erwähnung findet. Der Wirkungsgrad ist mit (aufgerundet) 87% sehr gut und kann ohne Zweifel mit vielen Netzteilen mithalten. Ergänzt wird das ganze durch sehr wenig Geräuschentwicklung und dank der PWM Steuerung verursachten die Lüfter keine Nebengeräusche. Allerdings wirkt sich die Topologie auf die Temperaturen aus, was dazu führte, das etwa das größere Modell unter 50% Last bereits Temperaturen von 55°C hatte, die weiter anstiegen. Die Leistungsfaktorkorrektur ist zugunsten der 850W Variante angemessen und auch die kleinen Spannungen +5VSB bzw. -12V blieben innerhalb der vorgesehenen Spezifikation.

[break=Fazit]
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Was die Antec Signature Serie unabhängig vom Modell auszeichnet, ist eine nicht alltägliche Struktur der elektronischen Bauteile sowie eine nachvollziehbare Wahl der Komponenten. Es sind nicht die Kosten, die schmerzen, denn zwei große Leiterplatten für dieses ungewöhnliche Gebilde haben nun mal ihren Preis. Ferner ist das Engagement in die Richtung individueller Netzteile ein besserer Schritt, als dem Kunden Mittelmäßigkeit zu präsentieren, nur um die Marktpreise gering zu halten. Was aber etwas schmerzt, ist die Tatsache, dass man die Regulation nicht ganz an das grundsätzlich geniale Grundprodukt heranbringt. Die Spannungswerte waren passend innerhalb der Spezifikation, aber keine Perfektion, wie man sie sich für ein derart edel anmutendes Netzteil wünscht. Wenn man es marketingtechnisch betrachtet, stehen alle gehobenen Produkte mit DC-DC Converter und Kabelmanagement im direkten Konkurrenzkampf zueinander, auch wenn sie inhaltlich sonst nicht unterschiedlicher hätten sein können. Schließlich ist der Gleichstromwandler das Wort der Stunde, wobei man nicht vergessen darf, dass zu jeder Idee eine gute Umsetzung dazu gehört.
Jedenfalls gehören sehr viele Schaltkreise zu einem primärgetakteten Schaltnetzteil und so sollte man sicherlich immer das Produkt im Ganzen betrachten. Deshalb können auch Netzteile ohne diesen Wandler sehr gute Werte haben und auch die Konkurrenz mit besser umgesetzter DC-DC Technologie ist groß. Daher hätte man die Stabilität weiter optimieren müssen, um sich noch weiter abzusetzen. Zumindest der Kunde schaut nämlich auf den Preis und wird nicht unbedingt verstehen, warum das Produkt mehr als vergleichbare Netzteile kostet, ohne eine bessere Regulation aufzuweisen.

De facto ist die Wertestabilität aber annehmbar. Jedoch ist es hervorzuheben, dass das 650W Netzteil ein wesentlich besseres Bild offenbarte als es sein großer Kollege konnte. Denn bei der 850W Variante sank +12V relativ stark in die unteren Regionen ab. Doch genug der Kritik. Denn betont gut ist das Ergebnis mit den geringen Rippleströmen bei beiden Fabrikaten, was ohne Zweifel auf die hervorragenden Glättungseigenschaften der Kondensatoren und weiterer Filter zurückzuführen ist, die schon in ähnlicher Form beim aktuellen Referenzgerät, dem Turbo-Cool 860W, eingesetzt werden. Eine qualitativ angemessene Wahl lohnt sich und Antec hat hier eindeutig richtig gehandelt. Und einen positiven Effekt konnte die DC-DC Technik dann doch mit sich bringen: Den hohen Wirkungsgrad, der hier überdurchschnittlich gut ausfällt.

Auch wird die Antec Baureihe mit seinen teils abnehmbaren Anschlüssen und der patentierten PWM Kontrolle des 80mm Lüfters zu gefallen wissen, womit Antec beweißt, dass kleine Lüfter keine schnell drehenden Turbinen sein müssen. Das Kühlkonzept baut darauf auf, dass die Abwärme im Kanal zwischen den Platinen eingeschlossen ist und in der Laufbahn des Lüfters liegend nach außen transportiert wird. Dabei ist allerdings die etwas erhöhte Temperatur unter Last zu erwähnen, da man die Kühlkörper aus Platzgründen nicht so hoch ausbauen konnte. Allerdings sind die Werte noch nicht schädigend und die Käufer werden die nebengeräuschfreie Operation des Lüfters ohne leichtes Klackern zu schätzen wissen. Außerdem wird man das Netzteil im Praxisbetrieb kaum zu der Last bringen, wie wir es in diesem Testfeld vollzogen haben. Dann nämlich sind die Temperaturen moderater.

Wir können nun zusammenfassen, dass insbesondere die 650W Version durchaus beeindruckend war, während das 850W Modell etwas bessere Werte aufweisen könnte. Das einzige, was uns letzten Endes an der kleinen Variante zu kritisieren bleibt, ist die Anschlussanzahl, bei der vier PEG Stecker durchaus realisierbar gewesen wären. Gegen den Einsatz in einem starken System spricht angesichts der Bauqualität sicherlich nichts und die Besitzer werden ihre Freude am edlen Erscheinungsbild haben. Antec macht somit nicht nur ansprechende Gehäuse, sondern auch gute Netzteile. Oder anders gesagt: Die Signature Serie gefällt der Redaktion.

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