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Während man auf die neuen 80Plus Gold Netzteile noch etwas warten muss, vertreiben wir uns die Zeit nur allzu gerne mit der noch aktuellen Technologiespitze aus dem Hause Seasonic. Daher haben wir das M12D 750W von Maxpoint zur Verfügung gestellt bekommen, wofür wir sehr dankbar sind. Hiermit verfolgt der Hersteller derzeitige Trends und versucht mit hoher Leistung sowie abnehmbaren Anschlüssen die Herzen der Kunden für sich zu gewinnen. Auch die leise Kühlung mit einem speziellen Lüfter und hochwertige Kondensatoren japanischer Herkunft sollen laut Angaben dazu beitragen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Weshalb wir diese Produkteigenschaften genau untersuchen und das Netzteil in unserem gewohnt anspruchsvollen Stresstest ein wenig foltern werden. Wir wünschen unseren Lesern wie immer viel Spaß!

[break= Produkteigenschaften]
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Angeliefert wird das Produkt in einem schwarzen Karton, ergänzt von orangefarbenen Seitenteilen. Auf der Oberseite zeigen sich wie üblich der Namensschriftzug und der Serienname. Das 80Plus Silver Zertifikat daneben ist kaum zu übersehen, beeinflusst das Resultat des Artikels aber wenig, da wir die Effizienz lieber selbst bei 50Hz ermitteln.

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Zum Netzteil selbst werden ein Kaltgerätestecker, ein Stoffbeutel mit den zusätzlichen Anschlüssen als auch ein Tütchen mit den obligatorischen Schrauben und einem Seasonic Aufkleber beigelegt. Bei all den Aufklebern, die man zurzeit bei Hardware bekommt, fällt es schwer, noch einen freien Platz am Gehäuse zu finden.

Zu den Eckdaten zählen die integrierte DC-DC Technik, eine SLI als auch 80Plus Silver Zertifizierung und 5 Jahre Garantie. Ergänzt werden die Produkteigenschaften vom Sanyo Denki Lüfter, der aktiven Leistungsfaktorkorrektur und einer Effizienzangabe von bis zu 90%.

Leistung:




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[break=Anschlüsse]

M12D Leistung/Leitungen


Beim Seasonic M12D 750W lassen sich sehr viele Stecker optional anschließen, allerdings reichen die Sockel nicht für alle aus, sodass zwei Leitungsstränge übrig bleiben. Fest integriert sind neben den Hauptanschlüssen, ein SATA Strang und zwei PEG Stecker. Zwei weitere PEG Stecker lassen sich anschließen, womit das Netzteil gut ausgestattet ist. Insgesamt verfügt das Netzteil über satte neun Molex und elf SATA Anschlüsse. Es lassen sich folglich genügend Laufwerke anschließen. Wie man sieht, ist ein Molex zu 2x Floppy Adapter beigelegt. Nicht jeder benötigt diesen Anschluss noch, weshalb man ihn separat und unabhängig zu den sonstigen Leitungssträngen hinzugefügt hat.

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Damit eine Verwechslung auszuschließen ist, passen die Grafikkartenstecker nur in die vorhergesehenen 8-pin Sockel und sind zusätzlich mit einem gelben Schrumpfschlauch versehen worden. Ein versehentlicher Fehlanschluss ist somit auszuschließen, wozu auch die Beschriftung beiträgt. Alle Leitungen sind ummantelt, wobei einige freie Stellen die Flexibilität erhöhen. +12V1 und +12V2 lassen sich durch ihre Farbgestaltung des äußeren Mantels übrigens sehr leicht unterscheiden, da man die einen Leitungen komplett gelb und Masse schwarz, die anderen gelb/schwarz und Masse schwarz/weiß gestaltet hat.

[break= Grundlagen Elektronik]

Elektrolytkondensator


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Der klassische Elektrolytkondensator (kurz Elko) dient in der Leistungselektronik als Energiespeicher. Weiterhin werden sie sekundär als sogenannte Glättungskondensatoren eingesetzt, um Restwelligkeitsanteile zu kompensieren. Ein Qualitätsmerkmal ist also, wie sauber die ausgegebene Gleichspannung geglättet ist. Ein weiteres Kriterium ist die Lebensdauer des Bauteils, der in Stunden angegeben und einer bestimmten Temperaturgröße und Lastbedingungen zugeordnet ist. Typische Angaben sind hierbei 85°C bzw. 105°C, wobei ein Temperaturanstieg von 10°C im Netzteil die halbierte Lebensdauer zur Folge hat, weshalb 105°C Varianten bei gleicher Stundenangabe theoretisch doppelt so lange leben. Aus dem Grund werden wir in unseren Tests auf dieses Detail achten. Außerdem bieten Kondensatoren hohe Kapazitäten, angegeben in MicroFarad und sind daher für ihr Anwendungsgebiet mit höheren Lastströmen optimiert. Vor allem die Pendanten aus Japan gelten als besonders hochwertig, da sie ganz andere Qualitätsstandards befolgen als in China oder Taiwan, wo eher auf Kosten geachtet wird. Konkret äußert sich das durch die Verwendung guten Elektrolyts und der besseren Versiegelung. Denn durch ein Leck könnte flüssiges Elektrolyt auslaufen, weshalb dies ein sehr wichtiger Faktor ist.


EMI Filtereinheit


Auftretende Störungen müssen durch eine eingangsseitig platzierte und aufwändige Schaltung kompensiert werden.


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Der X-Kondensator ist ein wesentliches Element der EMI-Filterung, da er Gegentaktstörungen kurzschließt. Er ist rechteckig und meist gelb oder grün und befindet sich vor der Gleichrichterbrücke, bzw. mit leicht abgerundeten Kanten in rot oder blau nach der selbiger. Währenddessen kann der Y-Kondensator Gleichtaktstörungen unterdrücken. Dieser ist meist blau mit einer flachen, rundlichen Form.


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MOV (Metal Oxide Varistor) dienen zur Spannungsbegrenzung und stellen damit eine wichtige Schutzinstanz dar. Optisch ähneln sie ein wenig den Y-Kondensatoren, sind aber oftmals orange. Sehr häufig wird daran gespart, weshalb wir auch hier darauf achten, ob das Bauteil im PC-Netzteil realisiert wird.


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Die längliche Schmelzsicherung schützt die Komponenten vor Überströmen. Der dünne Draht ist eine Sollbruchstelle und schmilzt bei zu hoher Belastung. Das Bauelement darf nicht überbrückt werden.


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Die Spulen, als eingesetzte Vertreter für Induktivitäten, stellen Filter etwa für Oberwellen dar, die nicht komplett unterdrückt werden können. Darüber hinaus können diese aber auch als Speicher fungieren. Sie bestehen aus mehreren Drahtwindungen um einen Ferritkern und können zum bekannten Netzteilpeifen führen, wenn sie nicht gut genug angebracht werden. Denn falls die Drähte keinen Halt mehr haben, vibrieren sie in der Luft, was zu hochfrequenten Geräuschen führt. Entgegenwirken kann man dem Phänomen mit Klebstoffen, Epoxidharz oder auch Schrumpfschläuchen.


Transformatoren und Optokoppler


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Der Transformator arbeitet mit einer hochfrequenten Rechteckspannung und überträgt Spannungen auf ein anderes Niveau.


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Optokoppler haben einen ähnlichen Effekt wie Transformatoren, indem sie zwei unabhängige Stromkreise galvanisch trennen.

Transistoren und Dioden


Die Transistoren (speziell Leistungs-MOSFET) sind Halbleiter, die in Schaltnetzteilen als Wechselrichter und Gleichrichter fungieren. Deren Vorteil liegt im schnellen und daher effizienten Schalten. Diese Halbleiter leiten/blockieren Ströme, stellen also eine Art Ventil dar. Zudem zerhacken sie die Spannung passend für den Transformator.

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Dioden werden als Gleichrichter von Wechselspannungen verwendet und sind die Bauteile im Netzteil, die die Spannung vor der Ausgabe final auf dieses Niveau bringen. Manchmal werden sie auch statt der Gleichrichterbrücke primär eingesetzt, sind dort aber eher ein Element in sehr günstigen Netzteilen.

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Diese Abbildung zeigt eine Halbleiter Diode.


Chips


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Es gibt drei wichtige Arten von relativ intelligenten Chips in primärgetakteten Schaltnetzteilen. Der PWM-Chip, meist in Kombination mit der PFC Steuerung, sorgt als Lastregler für eine hohe Effizienz und kontrolliert die Ausgangsspannungen. Ein zusätzlicher Sicherungschip, der gerne vergessen wird, beinhaltet die verschiedenen Schutzmechanismen. Je nach Art deckt dieser verschiedene Sicherungen ab, die in Abhängigkeit unterschiedlicher Bedingungen in Kraft treten, wie beispielsweise bei Kurzschlüssen oder Überlastungen. Der für die Lüfterregelung zuständige Chip bestimmt maßgeblich, wie schnell oder langsam der Lüfter dreht und mit welcher Anlaufspannung er gestartet wird. Je nach Ausrichtung kann man damit eine leisere, oder effektivere, Kühlung erreichen.


[break= Grundlagen Messungen]
In unseren Test führen wir zu vielen Werten Messungen durch. Da nicht jeder wissen kann, was es mit den Begriffen auf sich hat, werden diese noch einmal kurz erklärt.

PFC

Die Werte zum PFC (Power Factor Correction), zu Deutsch Leistungsfaktorkorrektur, findet man bei unseren Berichten zu jedem Netzteil. Die Generatoren in den Kraftwerken erzeugen bekanntermaßen sinusförmige Spannungsverläufe. Nun ist es so, dass die Gleichrichterbrücke und die impulsartige Aufnahme der Kondensatoren zu Verzerrungen dieses sinusförmigen Bildes führen und Oberschwingungen generieren, die Störungen hervorrufen können. Mit dem Leistungsfaktorkorrektur strebt man an, diesen Effekt zu kompensieren und den Faktor nahe Eins zu bringen, was dem perfekten Abbild entsprechen würde. Wie nah man die Eins tangiert, überprüfen wir. Anzumerken ist, dass eine aktive Lösung meist höhere und damit bessere Resultate hervorbringt, als eine passive.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad (auch Effizienz) zeigt auf, wie viel von der aufgenommenen Energie an das System ausgegeben wird. In einem Netzteil treten nämlich Verlustleistungen an den unterschiedlichen Bauteilen auf, die in abzuführende Wärmedie umgewandelt werden. Die ermittelte Prozentzahl gibt Aufschluss darüber, wie viel Prozent der Eingangsleistung in Ausgangsleistung umgewandelt werden und somit auch darüber, wie viel Energie in Wärme verpufft.

Restwelligkeit

Dass aus Wechselspannung im Netzteil letzen Endes eine geglättete Gleichspannung wird, ist jedem bekannt. Denn nur mit dieser können die PC-Komponenten operieren. Was in der Theorie gut funktioniert, ist in der Praxis problematischer. Denn Spannung kann abhängig von der Qualität nicht perfekt geglättet werden und hinterlässt Restwelligkeitsanteile. Je niedriger diese sind desto besser. Die Spezifikationen legen folgende Maximalwerte fest:

  • +12V 120mV
  • +5V 50mV
  • +3,3V 50mV
  • -12V 120mV
  • +5VSB 50mV

Auch wenn diese Angaben bei unseren Artikeln nicht immer genannt werden, überprüfen wir sie natürlich. Allerdings finden sie nur dann Erwähnung, wenn es sich um ein besonders niedriges (also gutes) oder hohes (also schlechtes) Resultat handelt. Bei allen Tests ohne Vermerk gilt, dass die Werte innerhalb des unkritischen Bereiches liegen.

Spannungen: Toleranz

Von der optimalen Linie ausgehend sind bei den einzelnen Spannungen jeweils 5% nach oben und 5% nach unten hin als Toleranzgrenze gesetzt.
Daraus ergibt sich folgendes Bild:

  • +12V = 11.40V / 12.60V
  • +5V / +5VSB = 4.75V/ 5.25V
  • +3,3V = 3.14V / 3.47V


Für -12V gilt gesondert eine Schwelle von 10%.
Da dies mittlerweile sehr großzügig gesetzt ist, beurteilen wird nicht nur die Einhaltung der Werte, sondern auch, wie nah sie tatsächlich am Optimum sind.

Um hohe Belastungen zu simulieren und repräsentative Werte messen zu können, ist kein gängiges PC-System zum Einsatz gekommen, da sich die dort ermittelten Ergebnisse immer nur unmittelbar auf die Hardwarekombination beziehen lassen, zumal man viele der großen Fabrikate nur selten voll auslasten kann. Und ein Netzteil ist nur dann gut, wenn es die gesamte versprochene Leistung auch zu 100% bereitstellen kann, ohne in irgendeiner Weise Probleme zu verursachen. Hierzu wird die professionelle Teststation Chroma 8000 eingesetzt, um eine detaillierte Belastung in mehreren Stufen zu ermöglichen und mit Volllast, bzw.10% Überlast, alle relevanten Fähigkeiten überprüfen.

[break=Grundlagen DC-DC Converter]
Momentan ist es in aller Munde und neuere High-End Netzteile werden mittlerweile überwiegend mit einem DC-DC (direct current to direct current) Converter bestückt. Der ein oder andere wird mit dieser Technologie aber nicht allzu viel anfangen können, weshalb wir noch mal kurz darauf eingehen.


Wie wir wissen, werden die Spannungen +3,3V, +5V und +12V normalerweise über eine einzige Quelle generiert, wobei +3,3V meist von +5V abgeleitet wird mit jeweils eigenen Filtereinheiten. Etwas anders ist es nun bei der DC-DC Nutzung. Hier generiert der Haupttransformator nur die überaus wichtige +12V Schiene und kann somit sein volles Leistungspotenzial theoretisch auf dieser Leitung ausgeben. Allerdings gibt es nun je einen Spannungswandler, der aus der Gleichspannung +12V die beiden kleineren Gleichspannungen ableitet.

Aus Platzgründen steht dabei meist eine eigene kleine Leiterplatte zur Verfügung, die Spulen und Kondensatoren, oftmals gar Feststoffkondensatoren, beinhaltet. Der Vorteil ist zum einen, dass man mit diesem Hilfsmittel derweil an die Effizienzgrenze von nahezu 90% vorstoßen kann, wenn man es gut umsetzt. Der Hauptgrund in früheren Tagen, die den Einsatz dieser eigentlich altbekannten Technik verhinderte, war, dass die Umsetzung damals noch recht ineffizient war. Einen Vorteil konnte man aber immer vorweisen: Die Stabilität. Wenn zur Korrektur der Leitungen die Spannung angehoben oder gesenkt wird, wären normalerweise alle Schienen betroffen. Das hat zur Folge, dass eine Spannung optimiert ist, während die andere fälschlicherweise mit beeinflusst wird und so schlechtere Werte erzielt. Mit der DC-DC Variante kann man also derartiges vermeiden, denn die Leitungen sind in Sachen Optimierung unabhängig.


[break= Elektronische Komponenten und Topologie]
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Fahren wir nun mit dem wirklich interessanten Part fort. Bei der Betrachtung des Innenraums lässt sich eine neue Topologie feststellen, die mit den M12 nicht mehr viel zu tun hat. Jedoch erinnert die robuste Bauweise durchaus an diesen Vorgänger und lehnt sich weniger an die filigraner wirkenden M12II an. Das definiert sich durch die solide Epoxidharzplatine und die dichte Kühlkörperstruktur. Gerade im Primärteil verhindern einige der Aluminiumstifte den direkten Luftstrom nach unten hin. Wobei man davon ausgehen sollte, dass selbst im relativ dicht gedrängten Leistungsfaktor-Vorregler mit anliegenden Filterbausteinen keine bemerkbar großen Verlustleistungen entstehen.

Wie schon oft gesehen startet Seasonic mit der EMI-Filterung auf einer separaten Platine. Dort angebracht sind ein Y-Kondensatoren Paar zur Verbindung zwischen Hin- und Rückleiter an PE, ein X-Kondensator und eine stromkompensierte Filterspule. Weiter geht es auf der Hauptplatine, wobei der Start diesmal in der Kurve zum PFC Teil liegt. Dort liegen Schmelzsicherung, ein Metall Oxid Varistor, zwei ergänzende X-Kondensatoren und ganze drei Spulenkörper. Weiter hinten liegt zusätzlich ein weiteres Y-Kondensatoren Paar. Die Induktivität mit dem blauen Ferritkern wirkt etwas wacklig, weshalb etwas Klebstoff zur Stabilisierung am benachbarten X-Kondensator in gebecherter Form sinnvoll gewesen wäre. Auf Rückfrage bestätigte man uns, dass dies normalerweise auch üblich ist. Kein Problem, etwas eigens aufgetragener Kleber konnte aushelfen. In der Nähe befindet sich auch des Controlling mittels des CM6802BHG Chips auf einem kleinen PCB.

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In dem nun folgenden Schaltkreis, der dem eigentlichen Netzteil zur Spannungsanpassung vorgeschaltet ist, wird die Leistungsfaktorkorrektur gemäß EN61000-3-2 betrieben. Dort gestaltet sich die Wahl der Bauteile sehr interessant. Am kleinen Kühlkörper sitzen gleich zwei GBU806 Brückengleichrichter, die ihre Ausgabe an zwei lackgetränkte X-Kondensatoren, danach an zwei rote Speicherdrosseln der aktiven PFC Schaltung tätigen und von dort aus über die Halbleiterstrukturen ihre Energie an die zentral platzierten Kondensatoren weitergeben. Diese sind ebenfalls zu zweit und insgesamt ist dieser Abschnitt zur Leistungsaufteilung parallelisiert, was die potenzielle Leistungsfähigkeit erhöht. Die Primärkondensatoren selbst weisen eine Temperaturspezifikation von 105°C bei einer Spannungsfestigkeit von 400V auf und zählen dank der Herkunft bei Nippon Chemicon zur Premiumklasse. Während der höhere 390 microFarad aufweist, ergibt sich beim kleineren eine Speicherkapazität von 330 microFarad, was durch die Arbeitsweise ein beachtliches Spektrum von insgesamt 720 microFarad ergibt.

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Sekundär fällt uns die Analyse durch die enge Bestückung schon schwieriger. Vom Haupttransformator ausgehend geht der Hauptteil in die Diodengleichrichtung, Spule und Kondensatoren über, um als +12V ausgegeben zu werden. Ein kleiner Teil wandert über das daneben platzierte PCB, um in +5V und +3,3V umgewandelt zu werden. Dort finden wir diverse Feststoffkondensatoren vor. Wir sind höchst erfreut, dass an +12V ein großer Elektrolytkondensator der Klasse KZH verbaut wurde, da dieser das beste Modell der Serie mit einer Lebensdauer von bis zu 6000 Stunden unter guten Bedingungen darstellt. Ansonsten finden wir überwiegend KZE Fabrikate vor an den weniger belasteten Schienen. An entsprechende Schutzfolien, Leitungsmuffen, und Schrumpfschläuche hat man gedacht. Die Transistoren stammen mitunter von Diodes Incorporated, wie man sie schon zuvor in Seasonic bzw. PC Power & Cooling Fabrikaten angetroffen hat. Allerdings wirkt der Sekundärteil durch die Flut an Technik auch etwas chaotisch und manche der Bauteile sind etwas schief, was der Funktionalität an sich aber nicht schadet, solange keine Lötstellen gebrochen sind. Diverse Kondensatoren werden durch die erdrückende Leitungsvielfalt eben etwas gebogen. Hier zeigt sich, welche Vorteile das Design des Revolution85+ mit sich bringt, die durch ihre Platzierung weniger Ausgangsleitungen verlegen mussten. Komplettiert wird das ganze durch den konventionellen Sicherungschip PS223.

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Anschließend wirken auf der Leiterplatte für das Kabelmanagement nochmals einige Pufferkondensatoren des KY Fabrikates. Diese wurden längsseitig an der Platine entlang verklebt. An dieser Stelle wären weitere Aluminium Polymer Kondensatoren sinnvoll gewesen, die durch das feste Polymer eine höhere Materialdichte besitzen als die flüssigen Gegenstücke und physikalisch so kleiner dimensioniert werden können. Zumal diese, zugegebenermaßen teuren, Einzelstücke somit eine höhere Lebensdauer aufweisen, die auf der engen Rückseite zweckmäßig wären.

[break= Elektronik Fortsetzung]

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[break= Messwerte]
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Wie schon das Enermax Revolution85+ ist das Seasonic M12D bereits ab niedriger Last sehr effizient. Mit knapp 89% Wirkungsgrad unter 50% Belastung erreicht man jedoch nicht ganz dessen Niveau, kann sich aber von vielen Mittelklassenetzteilen absetzen.

Die Wertestabilität ist absolut gewährleistet, nur dass +3,3V mit 3,18V gegen Ende unseres Messvorganges etwas niedrig liegt. Ansonsten sind die Werte gut innerhalb der Spezifikation und 11,90V bilden das untere Spannungsniveau der beiden +12V Schienen, die insgesamt sehr stabil verlaufen.

Weniger ansprechend ist die mäßige Leistungsfaktorkorrektur, die selbst in der Spitze keine 0.99 erreicht. 0.973 bilden die obere Grenze, während man mit 0.954 unter geringer Last noch recht gut liegt und sich gut zu behaupten weiß.

Sehr ansprechend ist das Netzteil vor allem für die Liebhaber geringer Lautstärke, da der qualitativ gute Lüfter mit entsprechender Steuerung bei 770/800 rpm gerade mal 17dBA erreicht. Allerdings steigen bis 50% Last auch die Temperaturen auf 47°C. Erst danach beginnt der Lüfter stärker zu drehen und 45°C am Sekundärkühlkörper sind unter 110% Last wahrlich nicht schlecht. Dann muss man jedoch mit 31dBA bei 2300rpm leben können.

[break= Fazit]
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Das Seasonic M12D 750W konnte sich in unserer Messreihe und Untersuchung als robustes Netzteil mit annehmbar stabilen Werten und guter Effizienz beweisen, was leistungsstarken Systemen zu Gute kommt. Zur Zeit ist es für angemessene 180€ zu erhalten.

Es ist sehr hervorzuheben, dass Seasonic bei seinen High-End Produkten von den Standard ADDA Lüftern abgekommen ist und zu richtig teuren Modellen hingeht. Hier wird der wirklich gute Sanyo Denki San Ice 120 Lüfter verwendet, welcher für ausreichend Kühlung sorgt, dabei mit 17dBA unter mittlerer Last aber nur wenig Nebengeräusche zulässt. Wobei die geringe Drehzahl in diesem Zusammenhang von der Steuerung abhängt. Insgesamt dürfte das Netzteil also viele Kunden ansprechen. Zumal die Temperaturen im niedrigen Bereich liegen (47°C Maximum), selbst wenn die Bauteile recht nah beieinander angebracht wurden.

Auf Seiten der inneren Werte haben wir eine stämmige Kühlkörperstruktur und aktuelle Netzteiltechnik vorgefunden. Die Bestückung ist überwiegend japanischer Herkunft und langlebige Kondensatoren werden mit weiteren gut umgesetzten Filterbausteinen ergänzt. Darüber hinaus erfüllt der Gleichstromwandler seinen Zweck, während die hochwertige Epoxidharzplatine das Konstrukt zusammen hält. Auch die Parallelisierung mehrerer Bauteile führt zum Erfolg mit einer Lastaufteilung im Primärteil. Einzig sekundär wirkt das Netzteil durch seine chaotischen Verhältnisse etwas unsauber. Auf der anderen Seite war die Lötqualität recht ordentlich.

Die Spannung lag gut innerhalb der Spezifikation, konnte jedoch nicht ganz mit dem Tagan 680W mithalten. Seasonic hat sehr lange an der Optimierung des DC-DC Converters gearbeitet und die Integration in den Sekundärteil letzten Endes gemeistert, während Tagan die Umsetzung wohl etwas leichter fiel und sie dort gleich zu Beginn besser gelungen ist. 11.90V sind zwar ein hervorragender Wert auf +12V, wenn man allerdings die 12,03V als untersten Wert des Tagan betrachtet, hat man die Regulation dort eindeutig weiter perfektioniert.

Der Vorteil des M12D 750W ist aber ohne Zweifel, dass es dem Tagan gegenüber mehr Anschlüsse bietet und die Kunden abdeckt, die auf abnehmbare Anschlüsse nicht verzichten wollen. Somit ergänzt sich das Produktportfolio aus dem Hause Maxpoint sehr passend, wobei die Beurteilung aufgrund der Technik eher zu Gunsten des Superrock ausfällt. In jedem Fall erhält man mit dem Seasonic Fabrikat aber eine gute Forsetzung älterer Stärken in Kombination mit neuen Ideen.

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