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Nachdem es in den vergangenen eineinhalb Jahren beängstigend ruhig in unserer Gehäusesparte zuging, wollen wir dies nun ändern und werden zukünftig auch wieder verstärkt Gehäuse-Reviews für unsere Leser anbieten. Derzeit stehen wir mit einigen Herstellern in Kontakt und sind ziemlich zuversichtlich schnell wieder zu alter Qualität zurückzukommen.

Beginnen werden wir die "neue" Ära mit dem iSOLO 3134 aus dem Hause Gigabyte.

1986 als Forschungs- und Entwicklungsunternehmen in Taiwan gegründet ist Gigabyte dem Endverbraucher eher im Bereich Mainboards und Grafikkarten ein Begriff. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio neben Netzwerkprodukten oder Notebooks auch Gehäuse. Vor ca. 5 Jahren erschien das erste Gigabyte Gehäuse, das 3D Aurora und im April 2007 das erste Gehäuse der iSOLO Serie aus welcher wir Euch heute das iSOLO 3134 in der vierten Auflage genauer vorstellen möchten.

Vorab ein paar Eckdaten des Testprobanden, bevor wir ans Eingemachte gehen.

[BREAK=Technische Details & Zubehör]
Eckdaten und technische Details
ModeliSOLO 3134 GZ-AA4CBP (SJB)
MaterialFront Aluminium, Body SECC Stahl
FarbeSchwarz
Maße (B x H x T) 220mm x 440mm x 494mm
Anschlüsse2 x USB 2.0 / 1 x IEEE1394 / 1 Audio Set (AC"97/HD)
Einbauschächte5 x 5,25" extern, 1 x 3,5" extern, 4 x 3,5" intern
Kühlung1 x 120mm Front, 1 x 120mm Heck (beleuchtet)
Erweiterungskarten7
Gewichtca. 9 kg
Preisca. 90 Euro

Kommen wir zum Zubehör. Hier finden sich neben einem mehrsprachigen Benutzerhandbuch ein paar Mainboardabstandshalter, Schrauben zur Befestigung des Mainboards und des Netzteils, sechs Plastikschienen, um später die internen 3,5 Zoll Laufwerke zu befestigen, fünf selbstklebende Klammern zur Kabelbefestigung sowie eine Acrylglasscheibe, auf die wir später noch zu sprechen kommen.



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Verpackt kommt das Ganze sicher in Schaumstoff was wir begrüßen. Jeder kennt sicherlich die billigen Styroporverpackungen, mit denen immer noch viele Gehäuse gesichert werden. Schon beim Auspacken brechen die ersten Styroporteile ab und gefühlte Tausende von kleinsten Teilchen kleben durch die geringsten statischen Aufladungen am ganzen Körper fest und man bekommt sie kaum entfernt.




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Auf den nächsten Seiten werfen wir zunächst einen detaillierten Blick auf das Design und die äußeren Features.

[BREAK=Gigabyte iSOLO 3134 - Äußerlichkeiten (1)]

Die zweiteilige Frontpartie des iSOLO 3134 besteht komplett aus gebürstetem schwarzen Aluminium ohne übertriebene Schnörkel oder Kanten und hinterlässt somit schon einmal einen edlen Eindruck. Der Rest des Gehäuses besteht hingegen lediglich aus Stahl. Dezent optisch aufgelockert wird das Ganze durch eine vertikal aufgesetzte Chromleiste auf der Tür.



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Öffnet man die massive Tür mit dem Rechtsanschlag, wird einem der Blick auf das die externen Laufwerksschächte gewährt. Hiervon besitzt das iSOLO fünf 5,25 Zoll, sowie ein 3,5 Zoll. Die Laufwerksblenden sind aus Kunststoff. Ein Umbau der Tür auf Linksanschlag ist nicht möglich, womit man, wenn das Gehäuse links vom Arbeitsplatz steht immer über oder um sie herumgreifen muss.


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Im unteren Teil der Frontpartie finden wir einen chromfarbigen 25 mm großen Einschaltknopf, welcher einen angenehmen Druckpunkt hat und zusätzlich im laufenden Betrieb blau beleuchtet ist. Ein Resettaster ist nicht vorhanden. Darunter befindet sich weiterhin das Gigabyte Branding. Rechts und links in diesem Bereich gibt es vier kiemenartig angeordnete Lüftungsschlitze im Mesh Design welche mit jeweils zwei blauen LED´s für farbliche Akzente im Dunkel sorgen.


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Auf der Gehäuseoberseite finden wir verdeckt unter einer flexiblen Gummilasche das I/O Panel. Vorhanden sind zwei USB 2.0-, ein FireWire- sowie ein Audio-In/Out-Anschluss. Das Kunststoffteil sorgt dafür, dass kein Staub in die Anschlüsse gelangen kann. Die Lösung mit der Gummilasche ist mal etwas anderes als die gängigen unter Klappen versenkten oder gar offenen Anschlüsse, aber das Gummi ist sehr anfällig für Staub, welcher sich materialbedingt nur mit einem feuchten Lappen sauber entfernen lässt.


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[BREAK=Gigabyte iSOLO 3134 - Äußerlichkeiten (2)]

Kommen wir zur Rückseite. Das Netzteil wird unter dem Deckel eingebaut, darunter findet ein bereits vorinstallierter 120 mm Lüfter Platz. Schon von außen erkennt man, dass Gigabyte für die Erweiterungskarten auf eine schraubenlose Montage mittels Plastikclips setzt. Weiteres Extra sind zwei 30 mm große gummierte Schlauchdurchführungen, womit man ohne Probleme eine externe Wasserkühlung nutzen kann. Ein Feature, das Gigabyte schon vor 5 Jahren als einer der ersten Hersteller beim 3D Aurora hatte und was mittlerweile bei immer mehr Herstellern Verwendung findet.


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Weiter geht es zu den Seitenteilen. Während das rechte Seitenteil nichts außergewöhnliches bietet, hier findet man lediglich eine Einsparung um das Seitenteil besser nach hinten aus den Schienen herausziehen zu können, weshalb wir uns ein Bild sparen, sieht dies beim linken Seitenteil ganz anders aus.

Im Auslieferungszustand besitzt das linke Seitenteil ein Meshgitter. Als Extra hat Gigabyte aber eine Acrylscheibe mit im Karton beigelegt, sodass man das Meshgitter gegen die Acrylscheibe austauschen kann, um einen Blick auf das Innenleben zu haben. Ein Extra was sich der ein oder andere Hersteller noch teuer bezahlen lässt, aber zukünftig sicher immer mehr Nachahmer finden wird.

Für den Umbau müssen 8 Schrauben gelöst werden und dann kann man das Meshgitter vorsichtig aus den Plastikclips hebeln. Diesen Umbau sollte man aber nicht regelmässig machen, da wir uns nicht sicher sind wie oft die doch recht dünnen Plastikclips so einen Umbau aushalten bevor sie brechen. Ein weiteres Manko ist, dass bereits nach zweimaligem Wechsel trotz größter Vorsicht die Löcher ausgeleiert waren. Noch ein paar Mal wechseln und die Schrauben fassen gar nicht mehr.


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Das Gehäuse steht auf runden ca. 30 mm großen Füßen im Hifi-Look mit Moosgummiunterlage. Der Moosgummi verhindert zum einen ein Verrutschen auf glatten Untergründen wie Laminat oder Parket, zum anderen werden Vibrationen gedämmt. Sonst lässt sich hierzu nicht viel sagen. So viele Innovationen im Bereich der Füße gibt es derzeit nicht. Zudem gehören solche Lösungen bei Herstellern, die etwas auf sich halten, mittlerweile auch zum Standard.


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[BREAK=Gigabyte iSOLO 3431 - Innenleben (1)]

Nach dem Lösen der Seitenteile, welche über Thumbscrews fixiert werden, kann man schon mit dem Einbau beginnen. Das Netzteil wird wie bereits erwähnt und von außen auch sichtbar unter dem Deckel eingebaut. Zum besseren Halt liegt es auf einer Metalstrebe auf und wird dann von außen mit vier Schrauben fixiert. Der verfügbare Platz von der Gehäuserückwand bis zu den optischen Laufwerken beträgt 28 cm. Bei einem Enermax Galaxy wird es hier wohl knapp werden aber gängige Größen passen hier ohne Probleme.


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Darunter befindet sich ein 120 mm Lüfter, der schon von Werk aus mit vier blauen LEDs bestückt ist. Der Lüfter ist lediglich auf vier Pins gesteckt und ist somit auch schon vom Gehäuse entkoppelt. Der Abstand von der Gehäuserückseite bis zum Laufwerkskäfig beträgt ca. 27 cm und dann lässt sich der Stromanschluss für die Karte auch nur noch einstecken, indem man von vorn durch die freien Laufwerksschächte greift.


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Im vorderen Bereich befinden sich die Schächte für die 5,25 Zoll Laufwerke. Um diese einbauen zu können, ist es sinnvoll erst einmal die Frontblende zu entfernen. Dies geschieht, indem man einfach von innen die Halteclips ein wenig zur Seite biegt. Dann lässt sich die Blende nach vorn abnehmen. Im unteren Teil sind rechts und links vom 120 mm Front-Lüfter zwei Platinen verschraubt, auf denen sich die Leuchtdioden befinden, mit denen später die Lüftungsschlitze beleuchtet werden.



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[BREAK=Gigabyte iSOLO 3431 - Innenleben (2)]

Im Boden der Frontblende finden wir im übrigen einen durch Plastikclips gesicherten auswaschbaren Staubfilter.


 

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Der Abbau der Frontblende ist beim Einbau der 5,25 Zoll Laufwerke insofern sinnvoll, da man die obligatorischen Metalstreben durch Kippbewegungen herausbrechen muss. Aber die Frontblende ist hierbei im Wege, sodass man den Rahmen der Blende, welcher nur aus Kunststoff besteht, von innen her gleich zerkratzen würde. Dies würde man zwar später nicht sehen, aber schön ist es auf keinen Fall und es geht auf jeden Fall schneller wenn man die Blende entfernt. Hat man die Metalblenden nun entfernt, setzt man die Front wieder vors Gehäuse und kann dann die optischen Laufwerke von außen einbauen. Die Laufwerke liegen auf kleinen Metalstreben auf und werden dann von der Seite mit einem Plastikschienensystem arretiert.



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Der Einbauschacht für die 3,5 Zoll Laufwerke befindet sich im 90° Grad Winkel versetzt darunter. Zum Einbau werden einfach rechts und links die beiliegenden Führungsschienen an die Laufwerke gesteckt und können dann einfach in den Schacht gesteckt werden. Der Einbau im 90° Grad Winkel erleichtert es später einfach und problemlos die Laufwerke zu wechseln. Vor den Laufwerken sitzt der zweite 120mm Lüfter welcher für entsprechende Kühlung sorgen soll. Dieser ist nicht wie sein Pendant auf der Rückseite entkoppelt, sondern fest mit dem Gehäuse verschraubt.


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[BREAK=Gigabyte iSOLO 3134 - Einbau und Temperaturmessungen]

Der Einbau geht im Großen und Ganzen recht zügig von statten. Anwender, welche wie wir ein Netzteil ohne Kabelmanagement benutzen, müsse ein wenig fummeln, um nicht benötigte Kabel zu verstauen. Dies geschieht beim iSOLO am besten, indem man die überflüssigen Kabel in nicht genutzten Laufwerksschächten verstaut. Wer ein Netzteil mit Kabelmanagement benutzt ist hier auf jeden Fall flexibler.

Nachdem alles verkabelt und angeschlossen ist, konnten unsere Messungen beginnen. Für die Temperatur- und Lautstärkemessungen verwenden wir lediglich die vom Werk aus eingebauten Lüfter.

Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:


Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:


Idle-Temperaturen:


GehäuseCPUGPUPCBHDD1HDD2DBAußentemp
Gigabyte iSOLO 3134 38°37,6°36,6°32°27°39,5 15,3°

Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.


Temperaturen unter Last:


GehäuseCPUGPUPCBHDD1HDD2DBAußentemp
Gigabyte iSOLO 3134 53°39°37°33°27°39,515,3°

 


[BREAK=Fazit]

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Mit dem iSOLO 3134 hat Gigabyte ein Gehäuse auf den Markt gebracht, welches erst einmal nichts wirklich Neues bietet. Lobenswert ist die im Lieferumfang enthaltene Acrylscheibe. Hier wird es sicherlich noch ein wenig dauern, bis der Rest der Hersteller nachgezogen hat. Die Verarbeitung ist innen wie außen einwandfrei. Ein Einbau des Systems ist schnell erledigt, ohne dass man Angst vor Verstümmelungen an den Händen aufgrund scharfer Kanten im Innenraum haben muss. Die Seitenteile sitzen passgenau. Insgesamt hat Gigabyte Wert auf die vielfach unbeachteten Kleinigkeiten gelegt, Staubschutzfilter, Beschriftung des I/O Panels, eine massive Fronttür, hier wackelt oder klappert nichts.

Auch optisch weiß das iSOLO zu gefallen. Auf der einen Seite schlicht setzt es mit der dezenten blauen Beleuchtung durchaus Akzente, welche auch der Gamingfraktion sicherlich zusagen wird. Auch vom technischen Standpunkt aus betrachtet können wir das iSOLO auf jeden Fall bedenkenlos weiterempfehlen.

Zu guter letzt möchten wir uns an dieser Stelle noch bei Asrock für die Dauerleihgabe des von uns verwendeten Mainboards, dem AsRock A780FullHD, Gigabyte für die vorbildliche Informationspolitik, sowie Caseking für die schnelle Lieferung bedanken.



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