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    300-400W Roundup

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    Leute,
    es wird langsam Zeit, dass der Sommer wieder kommt. Und was käme einem da eher gelegen, als eine gemütliche Grillparty in der Abendsonne zum Abschluss eines gelungenen Tages. Nur bevor ihr zugleich Messer und Gabel zückt, sei gesagt, dass die Auswahl hier nicht aus Würstchen und Steaks besteht, sondern aus diversen Netzteilen, die wir ordentlich fordern werden. Für das eventuell auftretende Kokeln mit anschließendem Raucharoma sind die Konstruktionen jedoch selbst verantwortlich.

    Neben den verbreiteten Namen sind auch zahlreiche einfachere Fabrikate vertreten, für die wir Feuer und Flamme sind. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei durften wahrlich viele Produkte bis 400W beweisen, was sie können. Wir haben insbesondere nach günstigeren, moderat starken und aktuellen Netzteilen Ausschau gehalten, um euch einen guten Überblick auf den Budgetmarkt zu ermöglichen. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen und möchten gleich vorweg davor warnen, dass einige Textstellen gegebenenfalls etwas sarkastisch wirken könnten. Das ist natürlich reiner Zufall und absolut nicht beabsichtigt. Wir wollen schließlich keine schlechten Netzteile fertig machen (gelogen). Sollten die Vertreter der Billighersteller, die dies gerade lesen, allerdings ein schwaches Herz haben, bitten wir darum, mit geschlossenen Augen den Raum fluchtartig verlassen, den Notausgang gemäß Plan zügig zu verwenden und sich nachher vom Assistenten mitteilen zu lassen, wie der Test ausgefallen ist. Die Anbieter, die sich davon nicht angesprochen fühlen, sind herzlich dazu eingeladen, sich an der Betrachtung diverser Billignetzteile zu belustigen. Beim Eintreten eines Lachkrampfes und des Fallens vom jeweiligen Stuhl empfehlen wir die Konsultierung eines Facharztes. Aber auch bei den besseren Netzteilen werden wir natürlich Kritik üben, auch wenn es dort mehr um kleinere Verbesserungsmöglichkeiten geht, weniger um grobe Mängel.

    [break= Grundlagen Elektronik]

    Bevor wir in die Details der Netzteile gehen, möchten wir noch ein letztes mal den aktuellen Grundlagenteil präsentieren, der in den kommenden Reviews zunächst nicht mehr enthalten sein wird. In Planung steht für die Zukunft ein eigener Artikel mit Grundlagen und der Messmethodik, der dann nur noch in einem kurzen Absatz verlinkt wird.

    Elektrolytkondensator

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    Der klassische Elektrolytkondensator (kurz Elko) dient in der Leistungselektronik als Energiespeicher. Weiterhin wird er sekundär als so genannter Glättungskondensatoren eingesetzt, um Restwelligkeitsanteile zu kompensieren. Ein Qualitätsmerkmal ist also, wie sauber die ausgegebene Gleichspannung geglättet ist. Ein weiteres Kriterium ist die Lebensdauer des Bauteils, die in Stunden angegeben und einer bestimmten Temperaturgröße und Lastbedingungen zugeordnet ist. Typische Angaben sind hierbei 85°C bzw. 105°C, wobei ein Temperaturanstieg von 10°C im Netzteil eine halbierte Lebensdauer zur Folge hat, weshalb 105°C Varianten bei gleicher Stundenangabe theoretisch doppelt so lange leben. Aus dem Grund werden wir in unseren Tests auf dieses Detail achten. Außerdem bieten Kondensatoren hohe Kapazitäten, angegeben in MicroFarad (µF) und sind daher für ihr Anwendungsgebiet mit höheren Lastströmen optimiert. Vor allem die Pendanten aus Japan gelten als besonders hochwertig, da die Hersteller dort ganz andere Qualitätsstandards befolgen als in China oder Taiwan, wo eher auf Kosten geachtet wird. Konkret äußert sich das durch die Verwendung guten Elektrolyts und der besseren Versiegelung. Denn durch ein Leck könnte flüssiges Elektrolyt auslaufen, weshalb dies ein sehr wichtiger Faktor ist.

    EMI Filtereinheit

    Auftretende Störungen müssen durch eine eingangsseitig platzierte und aufwändige Schaltung kompensiert werden.

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    Der X-Kondensator ist ein wesentliches Element der EMI-Filterung, da er Gegentaktstörungen kurzschließt. Er ist rechteckig und meist gelb oder grün und befindet sich vor der Gleichrichterbrücke, beziehungsweise mit leicht abgerundeten Kanten in rot oder blau nach selbiger. Währenddessen kann der Y-Kondensator Gleichtaktstörungen unterdrücken. Dieser ist meist blau mit einer flachen, rundlichen Form.

    Allgemein

    MOV (Metal Oxide Varistor) dienen zur Spannungsbegrenzung und stellen damit eine wichtige Schutzinstanz dar. Optisch ähneln sie ein wenig den Y-Kondensatoren, sind aber oftmals orange. Sehr häufig wird daran gespart, weshalb wir auch hier darauf achten, ob das Bauteil im PC-Netzteil vorhanden ist.

    Allgemein

    Die längliche Schmelzsicherung schützt die Komponenten vor Überströmen. Der dünne Draht ist eine Sollbruchstelle und schmilzt bei zu hoher Belastung. Das Bauelement darf nicht überbrückt werden.

    Allgemein

    Die Spulen, als eingesetzte Vertreter für Induktivitäten, stellen Filter etwa für Oberwellen dar, die nicht komplett unterdrückt werden können. Darüber hinaus können sie aber auch als Speicher fungieren. Sie bestehen aus mehreren Drahtwindungen um einen Ferritkern und können zum bekannten Netzteilpeifen führen, wenn sie nicht ordentlich angebracht werden. Denn falls die Drähte keinen Halt mehr haben, vibrieren sie in der Luft, was zu hochfrequenten Geräuschen führt. Entgegenwirken kann man dem Phänomen mit Klebstoffen, Epoxidharz oder auch Schrumpfschläuchen.

    Transformatoren und Optokoppler

    Allgemein

    Der Transformator arbeitet mit einer hochfrequenten Rechteckspannung und überträgt Spannungen auf ein anderes Niveau.

    Allgemein

    Optokoppler haben einen ähnlichen Effekt wie Transformatoren, indem sie zwei unabhängige Stromkreise galvanisch trennen.

    Transistoren und Dioden

    Die Transistoren (speziell Leistungs-MOSFET) sind Halbleiter, die in Schaltnetzteilen als Wechselrichter und Gleichrichter fungieren. Deren Vorteil liegt im schnellen und daher effizienten Schalten. Diese Halbleiter leiten/blockieren Ströme, stellen also eine Art Ventil dar. Zudem zerhacken sie die Spannung passend für den Transformator.

    Allgemein

    Dioden werden als Gleichrichter von Wechselspannungen verwendet und sind die Bauteile im Netzteil, die die Spannung vor der Ausgabe final auf dieses Niveau bringen. Manchmal werden sie auch statt der Gleichrichterbrücke primär eingesetzt, sind dort aber eher ein Element in sehr günstigen Netzteilen.

    Allgemein

    Diese Abbildung zeigt eine Halbleiter Diode.


    Chips

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    Es gibt drei wichtige Arten von relativ intelligenten Chips in primärgetakteten Schaltnetzteilen. Der PWM-Chip, meist in Kombination mit der PFC Steuerung, sorgt als Lastregler für eine hohe Effizienz und kontrolliert die Ausgangsspannungen. Ein zusätzlicher Sicherungschip, der gerne vergessen wird, beinhaltet die verschiedenen Schutzmechanismen. Je nach Art deckt dieser verschiedene Sicherungen ab, die in Abhängigkeit unterschiedlicher Bedingungen in Kraft treten, wie beispielsweise bei Kurzschlüssen oder Überlastungen. Der für die Lüfterregelung zuständige Chip bestimmt maßgeblich, wie schnell oder langsam der Lüfter dreht und mit welcher Anlaufspannung er gestartet wird. Je nach Ausrichtung kann man damit eine leisere, oder effektivere, Kühlung erreichen.

    [break= Grundlagen Messungen]
    In unseren Test führen wir zu vielen Werten Messungen durch. Da nicht jeder wissen kann, was es mit den Begriffen auf sich hat, werden diese noch einmal kurz erklärt.

    PFC

    Die Werte zum PFC (Power Factor Correction), zu Deutsch Leistungsfaktorkorrektur, findet man bei unseren Berichten zu jedem Netzteil. Die Generatoren in den Kraftwerken erzeugen bekanntermaßen sinusförmige Spannungsverläufe. Nun ist es so, dass die Gleichrichterbrücke und die impulsartige Aufnahme der Kondensatoren zu Verzerrungen dieses sinusförmigen Bildes führen und Oberschwingungen generieren, die Störungen hervorrufen können. Mit der Leistungsfaktorkorrektur strebt man an, diesen Effekt zu kompensieren und den Faktor nahe Eins zu bringen, was dem perfekten Abbild entsprechen würde. Wie nah man die Eins tangiert, überprüfen wir. Anzumerken ist, dass eine aktive Lösung meist höhere und damit bessere Resultate hervorbringt, als eine passive.

    Wirkungsgrad

    Der Wirkungsgrad (auch Effizienz) zeigt auf, wie viel von der aufgenommenen Energie an das System ausgegeben wird. In einem Netzteil treten nämlich Verlustleistungen an den unterschiedlichen Bauteilen auf, die in abzuführende Wärme umgewandelt werden. Die ermittelte Prozentzahl gibt Aufschluss darüber, wie viel Prozent der Eingangsleistung in Ausgangsleistung umgewandelt werden und somit auch darüber, wie viel Energie in Wärme verpufft.

    Restwelligkeit

    Dass aus Wechselspannung im Netzteil letzen Endes eine geglättete Gleichspannung wird, ist jedem bekannt. Denn nur mit dieser können die PC-Komponenten operieren. Was in der Theorie gut funktioniert, ist in der Praxis problematischer. Denn Spannung kann abhängig von der Qualität nicht perfekt geglättet werden und hinterlässt Restwelligkeitsanteile. Je niedriger diese sind, desto besser. Die Spezifikationen legen folgende Maximalwerte fest:

    • +12V 120mV
    • +5V 50mV
    • +3,3V 50mV
    • -12V 120mV
    • +5VSB 50mV

    Auch wenn diese Angaben bei unseren Artikeln nicht immer genannt werden, überprüfen wir sie natürlich. Allerdings finden sie nur dann Erwähnung, wenn es sich um ein besonders niedriges (also gutes) oder hohes (also schlechtes) Resultat handelt. Bei allen Tests ohne Vermerk gilt, dass die Werte innerhalb des unkritischen Bereiches liegen.

    Spannungen: Toleranz

    Von der optimalen Linie ausgehend sind bei den einzelnen Spannungen jeweils 5% nach oben und 5% nach unten hin als Toleranzgrenze gesetzt.
    Daraus ergibt sich folgendes Bild:

    • +12V = 11.40V / 12.60V
    • +5V / +5VSB = 4.75V/ 5.25V
    • +3,3V = 3.14V / 3.47V


    Für -12V gilt gesondert eine Schwelle von 10%.
    Da dies mittlerweile sehr großzügig gesetzt ist, beurteilen wird nicht nur die Einhaltung der Werte, sondern auch, wie nah sie tatsächlich am Optimum sind.

    Um hohe Belastungen zu simulieren und repräsentative Werte messen zu können, ist kein gängiges PC-System zum Einsatz gekommen, da sich die dort ermittelten Ergebnisse immer nur unmittelbar auf die Hardwarekombination beziehen lassen, zumal man viele der großen Fabrikate nur selten voll auslasten kann. Und ein Netzteil ist nur dann gut, wenn es die gesamte versprochene Leistung auch zu 100% bereitstellen kann, ohne in irgendeiner Weise Probleme zu verursachen. Hierzu wird die professionelle Teststation Chroma 8000 eingesetzt, um eine detaillierte Belastung in mehreren Stufen zu ermöglichen und mit Volllast, bzw.10% Überlast, alle relevanten Fähigkeiten überprüfen.

    [break=Linkworld LKP19-35P 550W]
    Linkworld LKP19-35P 550W



    Gleich zu Beginn wollen wir mit dem scheinbar preiswertesten Netzteil dieser Runde starten. Das Linkworld mit 550W schlägt mit einem unwesentlichen Preis von 20€ zu Buche. Natürlich mag es zunächst verwundern, warum wir ein derartiges Netzteil in einem Roundup bis maximal 400W auftreten lassen. Der Grund ist einfach der, das dieses Netzteil in den günstigen Preisbereich fällt und man daher sehr gut Vergleiche zu teureren Modellen heranziehen kann. Der Preis birgt den Verdacht, dass zwangsläufig irgendwo gespart werden musste.

    Das edel anmutende High-End Produkt im galaktisch-futuristischen Grauton kommt in einem weißen, sehr kompakten Karton mit zusätzlichen roten sowie schwarzen Farbelementen daher und bezeichnet sich selbst als "Stability Power". Im Lieferumfang enthalten ist ein ganzer Kaltgerätestecker. Die Ausstattung ist daher wahrlich als üppig zu bezeichnen. ;-) In der näheren Betrachtung konnten wir vier Schrauben im Frontstück begutachten, die auf die passive Leistungsfaktorkorrektur hindeuten. Dabei sind die Entlüftungslöcher viereckig, statt wie seit langem üblich wabenförmig. Das metallene Lüftergitter steht leicht hervor, dafür spart man wenigstens nicht an einer stabilisierenden Kabelmuffe.

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    Nach dem Öffnen des Netzteils erstarkte sich das Bild unserer Vermutung, dass dieses Netzteil nicht gerade hohen qualitativen Standards entspricht. Die Bauteile sind ziemlich klein gestaltet und der Leitungsquerschnitt des Phasen- sowie des Rückleiters sind sehr gering gewählt, sodass man eine Spezifikation bis maximal 350W für wahrscheinlicher halten kann. Wobei die dichte, und für einen 120mm Lüfter fast kontraproduktive, Kühlrippenstruktur mit gebogenen Rippen durchaus für stärkere Abwärmeaufnahmen ausreichend gewesen wäre. Erst die Messungen werden aber wie üblich Aufschluss darüber geben, was das Produkt real hervorbringen kann. Weit weniger ansprechend als das ohnehin vorhersehbare Leistungsspektrum ist aber die Leitungsführung der PFC-Drossel. Man verlegt diese u-förmig durch das halbe Gehäuse, schön an den Wärmequellen der sekundären Gefilde entlang. Die Isolierung würde vermutlich sagen: "Ich schmelze dahin." Was wie die Liebeserklärung einer neurotisch vereinsamten Ehefrau gegenüber ihrem neuen Liebhaber klingt, führt hier gegebenenfalls zum Kurzschluss. Ein generelles Problem beim Platzmanagement des passiven Bauteils für die nahezu sinusförmige Korrektur. Anbei hat man auf die Verdrillung der Leitungen bzw. das Anbringen eines zusätzlichen Ferritkerns zur Entstörung verzichtet. Zur Kühlung trägt der Young Lin Lüfter mit der Modellnummer DFS122512M bei.

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    Doch der Reihe nach. Die Bauteile wurden auf einer sehr einfachen Hartpapierplatine aufgebracht und starten mit einer sehr minimalistischen EMI-Filterung aus zwei X-Kondensatoren, Spulen und Y-Kondensatoren, während man einen Metall Oxid Varistor vergeblich sucht. An einer der Stellen waren zwei Spulen nebeneinander vorgesehen, doch nur eine einzige mit vier Adern wurde integriert. Der Brückengleichrichter FL406 mit einer Temperaturspezifikation von -55°C to 125°C und 600 V Spannungsfestigkeit bei 4 A Stromfluss bekommt keinen separaten Kühlkörper spendiert. Mit zwei in Reihe geschalteten Fuhjyyu Kondensatoren hat man primär wohl mit die schlecht möglichste Wahl getroffen. Der MK Typus zeigt eine Temperaturverträglichkeit von 85°C bei nur 2000h auf und zählt damit schon zur "Long-Life" Kategorie des Herstellers, was besser klingt, als es in Wahrheit ist. Am ersten Kühlkörper treffen wie Transistoren von ATE an. Gleich geht es weiter mit den zentral platzierten Transformatoren und sekundär treffen wir einen Mix aus weiteren Fuhjyyu Variationen an. Trotz der vorgeschalteten PFC-Drossel ist das Netzteil erstaunlich leicht. Auch das Gehäuse besticht durch Einzigartigkeit, da sich die scharfkantigen Elemente sehr gut zum Schneiden von Grillgut eignen. Zu unserer Überraschung zeichnet sich die Lötqualität durch verhältnismäßig sehr gute Sauberkeit aus. Vollendet wird das ganze vom PWM Chip SG610D seitens System General, einen Sicherungschip hat man entgegen dessen nicht vorgesehen. Das verspricht interessant zu werden.

    Zum Abschluss noch eine kleine Liste, wo man überall auf Isolation verzichtet hat. Die Steckkontakte am Eingang sind nicht isoliert, sekundär fehlen Schrumpfschläuche, die Ausgangsleitungen am Kopf des Haupttransformators hat man nur teilweise ummantelt und gegen die Berührungen der Bauteile an der Gehäusewand wurde keine Schutzfolie berücksichtigt.

    [break=Casecom 400W]
    Wir hatten die Hoffnung fast aufgegeben, ein genauso schlechtes, ähm, wir meinen natürlich vergleichbar günstiges Netzteil wie das Linkworld zu finden. Doch da hatten wir noch nicht mit Casecom gerechnet. Unser neuer Hoffnungsträger definiert den Begriff "billig" auf eine völlig neue Art. Dabei findet sich der Hersteller oft in einfacheren Systemen oder Gehäuse/Netzteilkombinationen wieder. Daher ist es ohne eine entsprechende Verpackung oder Zubehör wie dem Kaltgerätestecker bei uns eingetroffen. Ein gutes Beispiel dafür, warum man beides lieber einzeln kauft und gezielter auswählen sollte. Das Netzteil selbst ist grau und mit einem sehr dünnen Gehäusematerial umgeben. Eine Kabelmuffe wurde realisiert, während längliche Belüftungslöcher den Luftstrom verbessern sollen. Die Leitungen sind unummantelt.



    Es ist definitiv ein Vertreter der alten Sorte, da +5V alleine 40A kapazitive Lasten vertragen kann laut Angabe, während die Maximalbelastung für +12V mit 18A heute nicht mehr üblich wäre. Das Alter lässt sich zusätzlich am AUX Stecker identifizieren. Beim Kühlkonzept setzt es auf einen horizontal zur Platine angebrachten 80mm Lüfter mit entsprechend dichter Kühlrippenstruktur in Richtung des Luftstromes.

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    Beginnen wir mit der Filtereinheit hinter dem Eingangsbereich. Auf einem separaten PCB wurden eine Spule und ein X-Kondensator angebracht. Ein weiterer und drei zusätzliche Y-Kondensatoren sitzen auf der Hauptplatine. Ein MOV fehlt, daran haben wir uns schon gewöhnt. Interessant ist, dass zwei weitere X-Kondensatoren im Design geplant, aber nicht umgesetzt wurden. Die Stellen sind einfach überbrückt. Einigen wird aufgefallen sein, dass ganz rechts im Bild ein Bauteil steht, das von der Optik fast einem Transformator ähnelt. Genau genommen handelt es sich um eine Drossel mit Kammerwicklung. Durch die Aufteilung auf mehrere Kammern kann man die Kapazität gering halten, was die Entstörwirkung verstärkt.

    Statt eines Brückengleichrichters fungieren Dioden für die einzelnen Netzspannungen, was sicherlich eine günstigere Variante ist. Primär sind in Reihe geschaltete Kondensatoren, wieder mit 85°C, wieder miserabel gewählt. Zur Leistungsfaktorkorrektur trägt die große stromkompensierte Drossel bei.

    Generell ist die Verarbeitung nicht überragend, auch wenn dem Leser zunächst die klare Anordnung auffallen wird. Das liegt aber nur daran, dass sehr wenige Bauteile angebracht wurden. Im Detail erkennen wir, dass die Füße der Transistoren teils schief sind. Wir entdecken hierbei einen Mospec S20C40C Stromrichter am sekundären Kühlkörper. Wie zu erwarten fehlt auch hier ein Sicherungschip komplett, der etwa den wichtigen Kurzschlussschutz oder Maßnahmen gegen Überspannung bzw. Überstrom enthalten würde.

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    Sekundärseitig nach dem Transformieren der einzelnen Spannungen geht es mit einer Gruppenfilterung weiter. Bestehend aus nur einer einzigen stromkompensierten Drossel und Kondensatoren fragwürdiger Hinkunft. Wieder mal ist der uns negativ in Erinnerung gebliebene Hersteller Fuhjyyu mit dabei, aber auch Sapcon und die Billigmarke JEE. Wie wir feststellen konnten, sind an +5V wie erwartet größere Varianten eingesetzt. Die Lötqualität der Pertinaxplatine ist mäßig, immerhin stimmen die Sicherheitsabstände der galvanisch getrennten Stromkreise. Mangels umfangreicher Entstörfilter mit sehr billigen Glättungskondensatoren besteht der Verdacht auf die Nichteinhaltung der EMV-Richtlinie 2004/108/EG und damit CE-Konformität.

    [break=LC Power LC6240 Super Silent 420W]
    LC Power ist wieder mit dabei. Auch hier haben wir im Grunde genommen eine Angabe mit 20W über unserem Limit beim Super Silent 420W. Der Kostenfaktor und bisherige Erfahrungen lassen jedoch vermuten, dass wir hier erneut ein Modell haben, das qualitativ weniger zufrieden stellend ist. Dennoch wollten wir dem Hersteller eine Chance geben, sich zu beweisen und werden die Messergebnisse objektiv beurteilen. Die Leitungen sind bis auf den 24-pin Stecker unummantelt, dafür aber sehr lang. Es wird mit Eigenschaften geworben, die eigentlich nichts Besonderes sind wie etwa der 120mm Lüfter zur Kühlung. Und laut Angabe soll das Produkt sehr leise sein. Wir vermuten, dass es im defekten oder ausgeschalteten Zustand tatsächlich leise ist. ;-) Die Verpackung ist mit einem Tragegriff ausgestattet und blauweiß gestaltet.



    Im Lieferumfang enthalten ist ein Kaltgerätestecker mit Kabelbinder, immerhin ein kurzes Benutzerbeiblatt und das Netzteil selbst. Dieses ist mit einem verchromten Gehäuse sogar recht nett anzusehen, aber dementsprechend empfindlich wirkt die Oberfläche. Auf einem Aufkleber steht anbei "We do the best".

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    Zunächst lies sich das Netzteil nicht von Hand öffnen, da es wohl Angst vor uns hatte. Der Akkuschrauber war jedoch ein überzeugendes Argument, sich uns zu beugen. Das Innere ist leider gewohnt schlecht. Chaos und unsaubere Verarbeitungstechniken fügen sich schnell zu einem negativen Eindruck zusammen. Hierbei besteht die EMI-Filterung aus zwei X-Kondensatoren, drei Y-Kondensatoren und zwei Spulen. Eine der letzteren beiden ist mit einem Schrumpfschlauch umgeben. Während dessen kommen die Primärkondensatoren von Teapo. Wer dabei an eine gute Marke denkt, hat durchaus recht, aber hierbei handelt es sich um den einfachen Snap-In Typ LXK und ist damit die billigste Variante aus der Serie. Die Schwere ergibt sich neben dem passiven PFC durch die recht massiven Kühlblocks (wer ineffizient arbeitet, muss viel Verlustleistung abführen) und die generell dichte Bestückung. Die beiden zusätzlichen Kühlblocks an den eigentlichen Kühlkörpern haben geriffelte Enden, was die Wärmeabfuhr begünstigt.

    Der Phasen- und Rückleiter sind sehr schön an Wärmequellen entlang verlegt, um möglichst viel Schaden nehmen zu können. Genau so, wie es sein soll. Die PFC Drossel ist interessanterweise gesteckt und nicht gelötet sowie mit nicht normgerechten Leitungen versehen worden. Denn statt zwei blauen Leitungen müsste die Phase einen Braunton aufweisen. Auch das AEC (arrangement of electronic components) fällt durch eine weniger durchdachte Struktur auf. Gerade Sekundärseitig stehen die Kondensatoren von Teapo und Capxon schief in einer mäßig erscheinenden Anordnung, mit zu viel Siliconkleber bespickt und viel zu eng beieinander. Von einer zusätzlichen Platine geht die grüne PS_ON Leitung aus mit den Komparatoren (AS339P) zwecks PWM-Steuerung von BCD Semiconductor. Schrumpfschläuche an den Ausgangsleitungen fehlen leider und die Lötqualität gestaltet sich sehr mäßig. Im Gegensatz zu den ersten beiden Probanden ist dieses Modell relativ schwer.

    [break=ToPower SilentEZ 350W]
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    Lange Zeit ist die Präsenz im Endkundemarkt durch die ODM Derviate etwas zurückgegangen, nun meldet sich ToPower unter eigenem Namen auf dem europäischen Markt zurück. Was mal abgesehen von dem kleinen Leistungsbereich der Serie auffällt, ist der Preis, wofür bereits abnehmbare Anschlüsse geboten werden. Als markantes Feature setzt man auf einen Schalter zur Lüfterkontrolle, der den Lüfter nach Betätigung auf die höchste Stärke aufdrehen lässt, wenn es der Benutzer für erforderlich hält. Eigentlich eine pfiffige Idee, zumal man die Kühlung damit nur verstärken kann, sodass keine Gefahren bestehen. Nichts desto trotz sind wir mit gesund konservativer Einstellung nicht der Meinung, dass man dem Käufer als potenziellen Laien die Entscheidungsfreiheit darüber geben sollte. Elementare Dinge wie die ausreichende Kühlung des Netzteils obliegen dem Hersteller.

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    Das Netzteil selbst wirkt durch seine verchromte Oberfläche sehr ansprechend, obgleich sich die eigenen Handabdrücke dort verewigen lassen. Die beigelegten Leitungen sind allesamt ummantelt.

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    Auch der Lieferumfang ist mit seinem Kaltgerätestecker und den diversen Kabelbindern sehr umfangreich für den Preisbereich. Stellt sich also die Frage, wie es mit der Elektronik aussieht.

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    Leider sieht man dem Inneren an, dass die Topologie nicht gerade zu den besten zählt. Die Elektronik ist kaum mit den High-End Netzteilen von ToPower zu vergleichen, die auf eine sehr hochwertige Epoxidplatien setzen und stets eine dichte Kühlkörperstruktur hatten. Normalerweise sollte man im Low-Budget Bereich seine Investitionen in die Elektronik stecken, anstatt in Äußerlichkeiten. Hier ist es genau andersrum.

    Wir möchten keinesfalls damit ausdrücken, dass die Elektronik miserabel wäre oder die nötigen Sicherungsvorkehrungen fehlen. Zumal uns einige der vorhergehenden Modelle weitaus mehr Augenkrebs beschert haben. Dennoch ist die Bestückung aus der unteren Reihe gewählt worden. So ist der Primärkondenastor von Capxon ein sehr günstiges Modell, sekundär setzt sich das durch die LE Serie von Hermei fort. Ihr kennt Hermei nicht? Das könnte daran liegen, dass diese billigen Fabrikate nicht gerade in prominenten Produkten ihren Platz finden- zu Recht wie wir finden. Die Baureihe ist mit 1000-3000h bei 105°C weitaus geringer spezifiziert als etwa die bekannte KY Serie von Nippon-Chemicon mit 4000-10.000h Lebensdauer unter normalen Lastbedingungen. Zur Ausgangsfilterung wurden wie für diese Klasse üblich zwei große Spulen eingesetzt. Immerhin verfügt auch die transiente Eigangsfilterung über einen MOV und lässt das Bild letzten Endes etwas besser ausfallen, als wir nach dem ersten Blick vermuteten. Nach diesem etwas durchwachsenen Eindruck ist es umso wichtiger zu ermitteln, was die Testwerte auf den folgenden Seiten ergeben werden, um eine Kaufentscheidung zu treffen.

    [break=Enermax Pro82+ 385W]
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    In einem Roundup dieser Art darf natürlich auch das Pro82+ 385W nicht fehlen. Dieses moderat große Netzteil kommt in einem schwarzen Karton daher und trägt das 80Plus Bronze Logo. Viel wichtiger ist noch das Abbild daneben, welches den Editor's Choice Award von Anandtech zeigt. Der Aufdruck "Extreme Silence" verspricht eine ähnlich geringe Lautstärke, wie wir sie bereits bei den anderen Modellen von Enermax ermitteln konnten.

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    Das Netzteil selbst ist schwarz lackiert und wirkt damit optisch sehr nett. Das goldene Lüftergitter trägt in der Mitte das obligatorische Enermax Logo. Die Entlüftungslöcher sind wie üblich wabenförmig.

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    Auch beim Lieferumfang spart man nicht und legt neben dem Kaltgerätestecker und den Befestigungsschrauben ein Benutzerhandbuch als auch Kabelbinder dazu.

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    Nach dem Öffnen sehen wir die übliche Enermax Topologie. Die Eingangsfilterung beginnt auf einer separaten Platine und setzt sich mit diversen Spulen auf der soliden Pertinaxplatine fort. Auch hier kann man nach wie vor die Befestigung der aktiven PFC-Drossel kritisieren. Sekundärseitig setzt man im Gegensatz zum starken 625W Modell auf eine Gruppenfilterung mittels zwei Filterspulen. Die 105°C Pufferkondensatoren machen abschließend ein gutes Bild.

    [break=Be Quiet Pure Power 300/350W]
    Allgemein


    Be Quiet hat speziell für den Einsatz in einfacheren Privat- oder Arbeitsrechnern die günstige Pure Power Serie raus gebracht. Da diese wie viele andere hier vertretene Modelle im Preisbereich um die 35€ liegen, ist es interessant zu betrachten, was man für das Geld realisiert hat. Angeliefert werden die beiden Netzteile in einem kompakten Karton.

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    Im Lieferumfang enthalten sind ein Benutzerheftchen, Kabelbinder, Schrauben sowie der obligatorische Kaltgerätestecker.

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    Die Netzteile selbst sind komplett schwarz gestaltet worden mit dem be quiet! Logo inmitten der Lüftergitter, welche erfreulicherweise nicht hervorstehen.


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    Aufgrund der Kosten ist das Netzteil der direkte Gegenspieler zum ToPower. Auch wenn es kein Kabelmanagement bieten mag, wirken die Pure Power etwas hochwertiger. Primär sehen wir den Teapo LH, wie schon bei HEC, nur dass dieses Modell ein sehr geringes Fassungsvermögen von 180microFarad hat (300W Modell im Bild). Es wurden genügend Filtermechanismen mit stromkompensierten Drosseln und verdrillten Leitungen realisiert. Wobei die Kühlkörper recht klein dimensioniert sind. Sekundär werden ebenfalls überwiegend Teapo Kondensatoren verwendet. Insbesondere die sekundär verwendeten SY mit 105°C bei 3000-6000h sind schon eine Steigerung gegenüber der Bestückung des ToPower Fabrikates.

    [break=HEC Win+ 400W]


    Kommen wir nun zum Vertreter seitens Compucase. Hierbei wurde uns ein Win+ 400W eingesendet. Unter dem Namen Cougar werden bald neue Netzteile erhältlich sein, die speziell auf die Endkundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Heute betrachten wir aber das aktuelle Fabrikat, das sehr gut das aktuelle Bild des Herstellers repräsentiert. Denn das Netzteil selbst braucht keine übermäßig glänzende Oberfläche oder sonstige optische Feinheiten, sondern konzentriert sich mehr auf die Basistechnik.

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    Die Verpackung zeigt auf, dass die Baureihe das 80Plus Bronze Zertifikat erhalten hat. Weiterhin verspricht die Aufschrift "Ultra Quiet" eine geringe Lautstärke, was wir natürlich überprüfen. Beigelegt werden ein Kaltgerätestecker, die Befestigungsschrauben und ein kurzes Beiblatt mit den wesentlichen Informationen zum Netzteil. Das Netzteil selbst ist schwarz gehalten. Nur in der Mitte steht das HEC Logo auf etwas hellerem Hintergrund.

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    Inhaltlich zeigt sich das Win+ recht simpel konstruiert, mit einer einfachen Kühlkonstruktion, die viel Luft in die unteren Bereiche vordringen lässt. Weniger ansprechend wirkt die übermäßige Verwendung von Klebstoffen zur Befestigung. Allerdings konnte man so die EMI Filterbausteine geschickt anbringen, da einige der Spulenkörper oberhalb der X-Kondensatoren installiert wurden. Insgesamt besteht die erste Filtereinheit wie üblich aus einer Schmelzsicherung, endlich ist auch ein MOV anzutreffen, zwei Spulen, drei X-Kondensatoren und zwei Y-Kondensatoren. Der Brückengleichrichter hat einen eigenen Kühlkörper spendiert bekommen. Direkt daneben befindet sich die Schwesterplatine mit dem PFC Controller für die aktive Leistungsfaktorkorrektur und der anschließenden Speicherdrossel. Und auch ein lackgetränkter X-Kondensator versteckt sich weiter unten. Primär treffen wir einen einfachen Teapo LH an, der auf 85°C spezifiziert ist.

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    Sekundärseitig geht es mit dem gesteckten Lüfteranschluss weiter und einer ergänzenden Platine mit weiterer Chipbestückung. Von ersterem ausgehend bewegt sich eine Leitungen zum zweiten Kühlkörper, an dem die Temperatursensorik befestigt ist. Ein kleiner Kondensator, der angeklebt wurde, versperrt die Sicht auf die Modellnummer des Chips. Zwei Filterspulen sind dort anzutreffen, eine für +3,3V und eine weitere für die größeren Spannungen. An den Ausgängen befinden sich nochmals Glättungskondensatoren von Teapo, mit denen HEC sicherlich gute Erfahrungen sammeln konnte. An entsprechende Abschirmmaßnahmen und Schrumpfschläuche wurde gedacht. Die Halbleiter stammen mitunter von Fairchild, die Optokoppler von Cosmo.

    [break=Corsair CX 400W]
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    Corsair ist nun schon etwas länger mit dabei und konnte sich einen guten Namen in der Netzteilbranche machen. Gerade das CX 400W wird mit viel Interesse verfolgt, da es ein noch relativ junges Produkt ist und ebenfalls in die untere Preiskategorie fällt. Angeliefert wird es in einem schmalen Karton, auf dem das Abbild des Netzteils zu sehen ist und die spezifizierte Leistung.

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    Zu den beigelegten Extras zählen der Kaltgerätestecker, Kabelbinder, die nötigen Schrauben, ein Corsair Aufkleber sowie ein übersichtliches Benutzerhandbuch.

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    Das CX 400W ist komplett schwarz gehalten, so auch das Lüftergitter und die Ummantelung sämtlicher Leitungen. Die Oberfläche wurde zusätzlich verpulvert, sodass diese sehr robust gegen Kratzer ist.

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    Im Inneren zeigt sich, dass Corsair eine recht offene, gut strukturierte Topologie gewählt hat. An den drei Kühlkörpern sind die entsprechenden Halbleiter positioniert. Im Eingangsbereich haben wir nach den verdrillten Aderpaaren gegen Interferenzen einen MOV, drei Spulen und diverse X- bzw. Y-Kondensatoren. Teils wurden diese auf einer separaten Platine aufgebracht. Beim Primärkondensator handelt es sich um den Hitachi HP3 mit 270 microFarad, wie wir ihn bereits bei Enermax des Öfteren gesehen haben. Sekundärseitig ist die Wahl der Glättungskondensatoren weniger hochwertig, hier hat man nämlich auf einfache Fabrikate der Ostor Corporation gesetzt. Wobei die des Typs RLS durch eine Angabe von 105°C bei 5.000h recht gut spezifiziert sind. Wie üblich in diesem Preisbereich wird eine Gruppenfilterung mittels zwei Ringkernspulen verwendet, wobei zwei verschiedenfarbige Wicklungen zwei Spannungen an einem Ferritkern repräsentieren.

    [break=Tagan Superrock 400W]
    Mit dabei ist auch das Tagan Superrock 400W, welches die Serie nach unten hin ergänzt und ebenfalls im Preisbereich um 50€ liegt, wie schon zuvor der HEC Pendant und das Enermax. Wir hatten bereits das Tagan 680W getestet, was einen sehr guten Eindruck hinterlassen konnte und waren gespannt, wie sich das kleinste Modell schlägt. Auch dieses Fabrikat wird in einem schwarzen Karton angeliefert, auf dem ein Rennwagen abgebildet ist und das Lüftergitter die Räder verziert.

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    Das Netzteil selbst ist ebenso schlicht wie der große Bruder und komplett in schwarz gehalten. In der Front sind einige Belüftungsschlitze und die Leitungen wurden komplett ummantelt. Zudem ist in der Mitte des Lüftergitters wie üblich der Name des Herstellers abgebildet.

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    Im Lieferumfang enthalten sind der Kaltgerätestecker, vier Befestigungsschrauben, zwei Kabelbinder und ein Benutzerhandbuch. Damit kann man das Produkt als gut ausgestattet bezeichnen, wenn man zum Vergleich die vorhergehenden Testmuster heran zieht.

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    Bei Betrachtung des Innenraumes können wir die bisher hochwertigste Wahl vorfinden. Wobei hochwertig relativ ist und sich leider nicht auf die Verarbeitung der Eingangsfilterung bezieht. Die chaotisch angebrachten Filterbausteine machen keinen guten Eindruck. Man integriert möglichst viele Komponenten auf einem kleinen Raum und befestigt diese mit diversen Klebstoffspritzern. Natürlich ist eine gut ausgebaute Technik erwünscht, vielleicht hätte man aber mehr Acht auf die Ästhetik legen können. An sich ist die Bestückung aber sehr angemessen.

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    Primär finden wir einen 105°C Kondensator seitens Nippon-Chemicon vor, was für diese Gefilde recht ungewöhnlich ist und als Augenfänger seine Wirkung entfaltet. Sekundär werden überwiegend Modelle der Marke Teapo aber auch Su'scon verwendet. Teapo wird sehr gerne gewählt, da sie nicht sonderlich teuer sind und bisher einwandfrei in Netzteilen funktioniert haben. Su'scon ist eine noch etwas einfachere Wahl, wurde aber nicht an den großen, stark belasteten Schienen angebracht.

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    Die Kühlrippen fächern sich breit auf, sind dabei nicht unbedingt voluminös, lassen jedoch genügend Frischluft durch, damit die kleineren Komponenten adäquat gekühlt werden. Zumal die Struktur relativ simpel ist und so kein allzu dichtes Gedränge herrscht. Gegen Interferenzen wurden die Leitungen um einen Ferritkern gewickelt, sodass diese eine Art kleine stromkompensierte Drossel bilden. Insgesamt können wir also festhalten, dass die Elektronik attraktiv gestaltet wurde und die Kritikpunkte eher sekundärer Natur sind. Auch wenn die Topologie dem 680W Modell gegenüber abgespeckt daher kommt, dafür aber keineswegs überladen wirkt.

    [break=Anschlüsse und Leitungslänge]

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    Es fällt zu Beginn auf, wie weit sich die Testmuster von Linkworld und Casecom von den anderen Netzteilen unterscheiden. Die Leitungsstränge sind extrem kurz und das Casecom bietet aufgrund seines alters lediglich Molexstecker, aber keine SATA Anschlüsse. Interessanterweise kann sich LC Power positiv absetzen und hat nicht nur mit die längsten Hauptanschlüsse, sondern auch die Floppystecker gehen hoch bis zu 105mm. Auch in großen Gehäusen bekommt man so keinerlei Probleme bei der Verlegung. Dafür bietet das HEC mehr SATA Anschlüsse als LC Power, auch wenn HEC und Enermax ihre 24-pin Hauptstecker ein wenig länger hätten gestalten können. Während Tagan und ToPower insbesondere durch ihre zwei Grafikanschlüsse auffallen und ihrerseits auch sonst viele Anschlussmöglichkeiten bieten. Enermax, ToPower und Tagan bieten vier SATA Stecker. Corsair ist ebenso gut aufgestellt mit langen Mainboardanschlüssen und behauptete sich nicht zu letzt aufgrund der diversen Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte.

    [break=+12V Spannungsstabilität]

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    [break=+3,3V, +5V und Leistungsfaktor]

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    Auch wenn der Spannungsverlauf des Casecom zunächst unnatürlich erscheinen mag, es handelt sich dabei nicht um einen Scherz! Die Spannung fällt bis 50% Lastzustand ins Bodenlose, während +12V sogar ansteigt. Die Stabilität bei +3,3V und +5V erinnert an den Aktienkurs diverser Banken. Zunächst lag die Vermutung nahe, eine Fehleinstellung hätte sich eingeschlichen, doch die Werte sind absolut korrekt. Kurz nachdem wir 50% Last erreicht hatten, schalteten wir das Casecom vorsorglich aus, da es todsicher abgeraucht wäre und sich die Anzeichen des Dahinsterbens bereits nach wenigen Minuten bemerkbar machten. Zwar besitzt die Chroma 8000 entsprechende Sicherheitsmechanismen, aber zur Sicherheit haben wir darauf verzichtet, es weiter zu belasten. Etwas derart abstraktes wie das Casecom haben wir nie vorher erlebt und möchten es auch nicht wieder erleben. Zumal die Restwelligkeitsanteile jenseits von Gut und Böse waren, da auf einer Schiene beispielsweise 180mV gemessen wurden.

    Interessanterweise blieb LC Power recht solide innerhalb der gesetzten Spezifikation, während bei Linkworld die Spannung sehr stark abfiel. Beide verabschiedeten sich aber bei 100% Last nach ermitteln der Werte und ließen sich folglich auch nicht überlasten. Stark überlasten ließ sich auch nicht das HEC und ToPower, welche aber korrekt abschalteten. Zumal kein Zwang besteht, die Überlast zu vertragen. Die kleinen Schienen fielen recht stark bei HEC ab, dafür machte +12V ein gutes Bild. Alle Werte blieben wie erwartet innerhalb der gesetzten Grenzen.

    Besonders stabil zeigten sich Corsair und Tagan, Enermax lieferte ebenfalls ein gutes Bild, brach aber bei +5V etwas ein. Corsair konnte mit der besten Wertestabilität bei +12V überzeugen.

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    Bei der Leistungsfaktorkorrekur ist Corsair ganz weit vorne, aber auch die anderen Netzteile wie Tagan oder Enermax liegen sehr nah am Optimum. Trotz aktiver Leistungsfaktorkorrektur liegt das ToPower zunächst weit zurück und holt erst gegen Volllast auf. Linkworld und Casecom erreichen beide nicht mal die Grenze von 0,8 aufgrund der passiven Lösung.

    [break=Effizienz, Lautstärke und Temperatur]
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    Legende


    Bei der Lautstärke fallen vor allem das Linkworld und das Casecom auf, die sehr schnell 30 dBA erreichen. Be Quiet, Tagan und Enermax sind die leisesten Vertreter. Der Wirkungsgrad hält keine großen Überraschungen bereit, da LC Power, Casecom sowie Linkworld auf dem hinteren Platz landen. Die beste Effizienz erreichten Tagan und knapp dahinter Enermax als auch HEC. Alle Temperaturen blieben innerhalb eines annehmbaren Bereiches mit Ausnahme des Casecom, welches aufgrund der hohen Verlustleistung auf 75°C Anstieg und beinahe zu explodieren drohte. ToPower hat ebenso keinen sonderlich leisen Vertreter ins Rennen geschickt, dafür bilden 45°C das obere Limit. HEC hatte ebenso herausragende Temperaturen, war allerdings auch leiser.

    [break=Zusammenfassung]
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    Nach der Begutachtung des Grillgutes, ähm, der Netzteile ist es an der Zeit, ein allumfassendes Fazit aus den bisherigen Messungen und Eindrücken zu erstellen. Es gab sowohl positive als auch negative Überraschungen. Viele Ergebnisse waren auch vorhersehbar. Gerade bei den einfachen Fabrikaten, da sich schnell die Frage auftat, wie man für geringe Preise scheinbar hohe Leistungen anbieten kann. In der Tat suggerieren viele Netzteile eine hohe Wattstufe, viel mehr als heiße Luft, gepaart mit ein paar Funken, kommt letzten Endes nicht dabei heraus. Eine Tendenz ist jedenfalls erkennbar: Leicht vergünstigte Markennetzteile mit einfacher Bestückung drängen die Billiggeräte immer weiter in den Hintergrund. Es fällt einfacher, mäßigen Produkten aus zu weichen. Aber es gibt sie noch, die rauchenden Feuerwerkskörper aus den Schmieden der Hölle selbst. Und das immer noch in einer Mehrzahl, denn der Enthusiastenmarkt ist kleiner, als viele annehmen. Viele Kunden werden immer noch das 20€ Netzteil beim Händler um die Ecke kaufen. Zumindest konnten wir nun euch als Leser einen Eindruck vermitteln, wie es im Budgetbereich aussieht: Chaotisch. Alleine an den Preisen kann man sich dort nicht festlegen. Es kommt nämlich darauf an, in welcher Hinsicht man als Hersteller spart. Ob an elementaren Dingen oder nur Äußerlichkeiten.

    Wir möchten an dieser Stelle nochmals erwähnen, dass einige der Probanden von unseren Lesern gewählt wurden und bedanken uns für die Teilnahme. Leider konnten wir nicht alle Modelle berücksichtigen, aber zumindest eine erlesene Auswahl, sodass wir einen bunten Mix an Testmuster begutachten durften.

    Wichtig bei der Auswahl war aber nicht zwangsläufig die Leistung, es sollten generell einfachere und gut bezahlbare Vertreter zeigen, was sie können. Grob gesagt gehen viele der Teilnehmer bis maximal 50€ oder bewegen sich sehr nah an dieser Zahl. Manche von diesen sind auch weitaus günstiger am Markt vertreten, was sich schnell in der Qualität widerspiegelte.

    Stellt sich nun die Frage, wer das Beste aus seinem Budget macht? Zur Übersicht haben wir nochmals Vor- und Nachteile aufgelistet, damit jeder von euch sein Traumnetzteil für den nächsten Arbeitsrechner oder kleinen Spielerechner aussuchen kann. Natürlich kommt es darauf an, welche Ansprüche man fest setzt und für den ältesten PC mit geringem Verbrauch braucht man nicht unbedingt das hochwertigste Produkt. Nur wenn die Höhe des Wirkungsgrades mit der Raumtemperatur konkurriert, sollte man sich eventuell Gedanken machen. Insofern kann es nur in unserem Sinne sein, die Auswahlmöglichkeiten genauer zu beleuchten und vermeintliche Schnäppchen als weniger passende Wahl zu identifizieren.

    Durchgefallen:

    7. Linkworld LKP19-35P 550W

    Positives

    • -%-

    Negatives

    • Mit das lauteste Netzteil
    • Mausgraues Gehäuse
    • Gehäuse mit geringer Materialdicke
    • Fehlende Isolierungen
    • Billigste Pertinaxplatine
    • Bricht bei Vollast ein
    • Keine Feinsicherung (Digitalchip)
    • Hervorstehendes Lüftergitter
    • passive Leistungsfaktorkorrektur
    • Minimalistische Ausstattung
    • Fragwürdige Leitungsverlegung
    • Keine Schrumpfschläuche
    • Billige Fuhjyyu Kondensatoren
    • Kontraproduktive Kühlrippenstruktur
    • Miserable Wertestabilität
    • Schlechter Wirkungsgrad
    • Nicht ummantelte Leitungen
    • Erstaunlich wenige Stecker für "550W"
    • Kurze Leitungsstränge
    • Zu einfache EMI-Filterung
    • Kein MOV
    • Billige Sekundärfilterung

    7. Casecom 400W

    Positives

    • Kabelmuffe

    Negatives

    • Mit das lauteste Netzteil
    • Mausgraues Gehäuse
    • Gehäuse mit geringer Materialdicke
    • Mäßige Lötqualität
    • Bricht bereits bei 50% ein
    • Uralte Leistungsverteilung
    • Keine Feinsicherung (Digitalchip)
    • passive Leistungsfaktorkorrektur
    • Keine Ausstattung
    • Kurze Leitungsstränge
    • Billige Fuhjyyu/Sapcon und JEE Kondensatoren
    • Miserable Wertestabilität
    • Schlechter Wirkungsgrad
    • Nicht ummantelte Leitungen
    • Recht wenige Anschlüsse
    • Zu einfache EMI-Filterung
    • Kein MOV
    • Sekundärseitige Gruppenfilterung

    6. LC Power Super Silent 420W

    Positives

    • Angemessener Lieferumfang
    • Lange Leitungsstränge
    • Bis Vollast stabil
    • Nett lackiertes Gehäuse....

    Negatives

    • ... dessen Oberfläche sehr empfindlich ist
    • Super Silent?
    • Mäßige Lötqualität
    • Keine Feinsicherung (Digitalchip)
    • passive Leistungsfaktorkorrektur
    • Chaos und unsaubere Verarbeitungstechniken
    • Bricht bei Vollast ein
    • Mäßige Anordnung der Bauteile
    • Schlechter Wirkungsgrad
    • Teils nicht ummantelte Leitungen
    • Kein MOV
    • Keine Schrumpfschläuche

    Bestanden:

    5. ToPower SilentEZ 350W

    Positives

    • Üppige Ausstattung
    • Abnehmbare Anschlüsse für wenig Geld
    • Angemessene Anschlussvielfalt
    • Saubere Verarbeitung
    • Ausreichende Filtermaßnahmen
    • Sehr stabil
    • Ansehnliche Gehäuseoberfläche...

    Negatives

    • ...an der Handabdrücke sichtbar sind
    • Teils sehr billige Komponenten
    • Billige Designgrundlage
    • Mäßige PFC Werte

    4. Enermax Pro82+ 385W

    Positives

    • Adäquate Abschirmmaßnahmen
    • Annehmbar gute Effizienz
    • Zahlreiche Filterbausteine
    • Ansehnliche Verarbeitung
    • Realistische Leistungsangaben
    • Nette Bestückung
    • Vernünftiger Kostenfaktor

    Negatives

    • Schwache +5V Leitung
    • Leicht hervorstehendes Lüftergitter
    • Kurze 24-pin Leitung

    4. Be Quiet Pure Power 300/350W

    Positives

    • Adäquate Abschirmmaßnahmen
    • Effiziente Umsetzung
    • Einfaches, aber funktionales Design
    • Gute Werte
    • Gute Verarbeitung
    • Ausreichende Filtermaßnahmen
    • Realistische Leistungsangaben
    • Zufrieden stellende Bestückung
    • Sehr guter Kostenfaktor

    Negatives

    • Nur für Arbeitsrechner geeignet (geringes Fassungsvermögen, keine GPU Anschlüsse)
    • Fehlende Schrumpfschläuche
    • Keine Kabelmuffe
    • Nicht ummantelte/ Kurze Leitungen

    3. HEC Win+ 400W

    Positives

    • Adäquate Abschirmmaßnahmen
    • Effiziente Umsetzung
    • Angemessene Anschlussvielfalt
    • Einfaches, aber funktionales Design
    • Solide Werte
    • Recht gute Verarbeitung
    • Ausreichende Filtermaßnahmen
    • Realistische Leistungsangaben
    • Zufrieden stellende Bestückung
    • Vernünftiger Kostenfaktor

    Negatives

    • Kurze 24-pin Leitung
    • Zu viel Klebstoff
    • Teils nicht ummantelte Leitungen

    2. Corsair CX 400W

    Positives

    • Adäquate Abschirmmaßnahmen
    • Annehmbar gute Effizienz
    • Angemessene Anschlussvielfalt und Leitungslänge
    • Praxiserprobtes und zuverlässiges Design
    • Nahezu perfekte Werte
    • Sehr saubere Verarbeitung
    • Ausreichende Filtermaßnahmen
    • Realistische Leistungsangaben
    • Zufrieden stellende Bestückung
    • Vernünftiger Kostenfaktor

    Negatives

    • Sekundärseitige Bauteilwahl

    1. Tagan Superrock 400W

    Positives

    • Adäquate Abschirmmaßnahmen
    • Annehmbar gute Effizienz
    • Angemessene Anschlussvielfalt und Leitungslänge
    • Zahlreiche Filterbausteine
    • Solide Werte
    • Insgesamt gute Verarbeitung
    • Realistische Leistungsangaben
    • Herausragende Bestückung (105°C Kondensatoren)
    • Vernünftiger Kostenfaktor
    • Geringste Geräuschentwicklung

    Negatives

    • Zu viel Klebstoff/Chaotisches Filtergefüge
    Schlusslicht in unserer Bewertung sind folglich Casecom und Linkworld auf Platz 7. Nicht nur, dass das Casecom nicht mal ansatzweise die volle Leistung erbringen konnte, beide dürften unserer Meinung nach gar nicht in der EU verkauft werden. LC Power hatte immerhin notwendige Entstörfilter, ist technisch aber stark veraltet und nicht gerade hochwertig bestückt. Trotz anfänglich guter Werte spielte es kurz nach messen der Ergebnisse bei 100% nicht mehr mit. Daher Platz 6. Wir raten von diesen Netzteilen ab, da sie wie erwähnt bei Volllast teils die Spezifikationsgrenzen unterschreiten. Als besonders erschreckend erwies sich das Casecom, welches den Verdacht ertragen muss, 2004/108/EG nicht zu erfüllen und das CE Zeichen somit zu unrecht zu tragen, was im Falle einer Bestätigung der EU Kommission den Tatbestand einer Straftat erfüllen würde. Zumal es bereits bei geringerer Last beinahe explodiert wäre und wir es kurz vorher noch retten konnten.

    Als weitaus funktionaler erwies sich das ToPower mit bestandener Überlast, welches aber inhaltlich zu Gunsten der Ausstattung spart und damit Platz 5 belegt. Auch wenn das Enermax mit Platz 4 lediglich im Mittelfeld liegt, ist es bereits ein großer Sprung nach vorne, wenn man es mit dem ToPower vergleicht. Nur die etwas schwache +5V Leitung und kleinere Mängel verhinderten eine höhere Position in der Wertung. Ebenso auf dem 4. Platz sind die Be Quiet Pure Power mit soliden Werten, welche sich aber ausschließlich für den Betrieb in einfachen Arbeitsrechnern eignen und daher nicht mit PCIe Steckern ausgestattet sind. Platz 3 geht an HEC, das mit soliden Messwerten unsere Testreihe abschließt, jedoch nicht ganz an die beiden besten Netzteile im Test heranlangte. So hatte das Corsair mit Platz 2 hervorragende Messwerte und konnte nur von Tagan bezwungen werden, welches der leiseste Stromversorger im Testfeld ist und weiterhin eine hochwertige Elektronik mit durchweg 105°C Kondensatoren bietet. Somit konnte das Tagan Platz 1 erreichen.

    [break=Der Sieger]
    Allgemein


    In der Zusammenfassung haben wir unsere Eindrücke bereits erwähnt und es kann sich jeder anhand der persönlichen Kriterien ein Gesamtbild formen. Auch wir möchten aber erwähnen, welches Netzteil uns am positivsten aufgefallen ist. Das Linkworld 550W, Casecom 400W und LC Power Super Silent kosten zwar nicht viel, bieten dafür aber auch fast garnichts. Es fehlt an wichtigen Eckpfeilern wie den Sicherungschips, angemessen qualitativen Bauteilen und zufrieden stellenden Filtermechanismen. Zumal sie ihre versprochene Leistung nicht einhalten und unter Last zusammenbrechen. Hier überwiegen die Kritikpunkte den positiven Aspekten, was ihnen den Status "Durchgefallen" einbrachte. Wobei wir loben können, dass LC Power so weit kommen konnte. Fragt sich nur, warum man es einsetzten sollte, wenn man für den gleichen Preis Netzteile höherer Qualität erwerben kann.

    Das ToPower SilentEZ 350W erwies sich besser als erwartet und bietet im Detail die notwendigste Ausstattung, ist aber nur mäßig bestückt und legt mehr Wert auf äußere Details. Nichts desto trotz ist die Idee dahinter nicht schlecht. Denn das günstige Netzteil nimmt den Billiganbietern mit der Preisregion bis 35€ zugleich den Wind aus den Segeln. Es bietet als einziges Modell bereits modulare Anschlüsse und ist besser als die drei zuerst genannten Produkte. Trotzdem hat das SilentEZ nicht viel mit dem sonst bekannten Produktspektrum von ToPower gemeinsam, die uns qualitativ wertiger erscheinen.

    Etwas anders verhält es sich da schon bei den Be Quiet Pure Power. Nicht nur, dass sie stabile Werte aufzeigen, sie zeigen auch noch eine geringe Geräuschentwicklung und setzen auf solide Basistechnik. Dabei liegt der Preis ebenso bei etwa 35€. Dafür muss man aber auf ummantelte Leitungen verzichten, zumal die Serie nicht für dedizierte Grafiklösungen konzipiert wurde. Wir raten davon ab, einen PCIe Stecker mittels Adapter zu realisieren. Wer einen solchen Anschluss benötigt, sollte zum Straight Power E6 350W greifen, welches dafür ausgelegt ist.

    Insgesamt sehr zufrieden sind wir mit dem HEC Win+, Corsair CX, Enermax Pro82+ und Tagan Superrock. Sie sind mit um die 50€ zwar etwas teurer, zeigen aber markante Unterschiede. Die ersten beiden leisten sich keine wesentlichen Schwächen, sind allerdings auch nicht ganz herausragend bestückt. Auf der anderen Seite konnte Enermax interessanterweise bei +5V die Spannung nicht stabil halten. Bleibt also noch das Tagan.

    Die Wahl des Siegers ist uns somit recht leicht gefallen und wir mussten nicht lange darüber nachdenken. Das Tagan Superrock ist sehr hochwertig bestückt für ein Netzteil, das kaum mehr als 55€ kostet. Insbesondere konnte die Wahl der Komponenten wie dem 105°C Kondensator aus Japan und die üppig bestückten EMI-Filterung begeistern.

    Doch diese Vorzüge bilden zugleich den größten Negativpunkt bei der Bewertung. Denn so viele Filterbausteine es beinhalten mag, der Verarbeitung können wir kein hohes Niveau attestieren. Auf dem kleinen PCB müssen viele Bauteile untergebracht werden und so schichtet man sie mit viel Klebstoff übereinander. Elektronisch funktional, optisch unsauber. Im Überblick wirkt das Netzteil aber dennoch gut strukturiert und es lassen sich keine großen Einsparungen feststellen. Man investiert viel Geld in die Elektronik und lässt das Äußere dafür schlicht, aber keinesfalls schlecht erscheinen.

    In Kombination mit dem angenehm leisen 120mm Lüfter, genügend/sehr langen Anschlüssen und dem vernünftigen Kostenfaktor hat man mit dem Tagan Superrock 400W einen zuverlässigen und zugleich ansprechenden Stromversorger. Und modernen Grafikkarten steht dank zweier Stecker auch nichts im Weg. Daher kann man das Tagan nun als wohlverdienten Sieger unserer Testreihe bezeichnen und als einer der besten Netzteile bis 400W.

    Als endgültige Bemerkung bleibt uns nur noch zu sagen, dass es sich lohnt, bis hoch in die 50€ Rubrik zu gehen, da man sonst zwangsläufig Einsparungen vornehmen muss. Wer weniger Ansprüche hat, findet einzeln, wenn auch stetig steigend, ein paar Markenprodukte in der niedrigeren Preiskategorie. Dort sollte man als Käufer aber stets vorsichtig agieren und nicht auf alle Angaben vertrauen.

    -> Kommentare

  2. Die folgenden 5 Benutzer sagen Danke zu soulpain für diesen nützlichen Beitrag:

    Frosdedje (05.07.2011), Madnimrod (13.04.2011), Metalhead85 (10.05.2012), schiggung (18.01.2011), Wetterauer (03.12.2010)

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