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Wer an die erste Generation des Tagan PipeRock denkt, wird gedanklich mit vielen LED konfrontiert. Von dezenter Beleuchtung konnte man nicht sprechen und der einstige Hersteller Topower hat seinen Glanz in den letzten Jahren etwas verloren. Doch mit der SuperRock Serie konnte man sich bei uns den Editor’s Choice Award ergattern. Dennoch gibt es natürlich immer noch viele Endkunden, die zumindest eine diskrete Beleuchtung bevorzugen und zum Beispiel abnehmbare Anschlüsse haben möchten. Genau dort setzt die PipeRock II Serie an und wir haben exklusiv ein Testmuster aus der ersten Sendung erhalten, um dieses wie gewohnt näher betrachten zu können. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und bedanken uns bei Maxpoint für die Bereitstellung!

[break=Produkteigenschaften]
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Das Produkt wird in einem schwarzen Karton mit rotem Streifen ausgeliefert, welches auffällig auf die Gleichstromwandlertechnik hinweist. Wir werden sehen, ob diese Methodik auch hier von Erfolg gekrönt ist. Weiterhin wird mit dem 80Plus Bronze Zertifikat geworben, einem Kabelmanagement und einer starken +12V Schiene, die aktuellen Systemen gerecht werden soll.

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Das Netzteil als solches ist wie schon bei den SuperRock Modellen komplett schwarz gehalten und das Lüftergitter steht nicht über. Wobei dieses Mal die Steckersockel in der Front Beachtung finden sollten. Außerdem ist der Schriftzug an der Seite im Betrieb diskret blau beleuchtet. Mit 18 cm Bautiefe ist dieses Modell aufgrund der Leiterplatte für das Kabelmanagement sehr lang. Ein Opfer, das man zur Integration dieser Eigenschaft bringen musste.

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Im Lieferumfang enthalten sind ein Kaltgerätestecker, die modularen Anschlüsse und ein Approval Sheet der Vorabversion. Speziell für uns Redakteure gab es noch ein Tütchen mit einem DC-DC Baustein, ein Lüftermodell sowie eine CD mit allen notwendigen Informationen. Beim finalen Endkundenprodukt wird dies natürlich anders gestaltet.

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[break=Anschlüsse]
Piperock II Leitungen


Wir finden es gut, dass man die Molexstecker immer weiter reduziert, da der Käufer eines High-End Rechners eher weniger auf alte Festplatten setzt. Höchstens noch auf ein betagteres Laufwerk. Den Floppy Stecker hätte man optional beilegen können, da man diesen mittlerweile eher als störend empfinden kann. Schon bei dieser Version werden neun SATA Anschlussmöglichkeiten geboten, was mehr als ausreichend für viele Komponentenkombinationen sein dürfte. Warum man bei diesem starken Stück Hardware auf vier Grafikanschlüsse verzichtet, ist uns aber ein Rätsel. Selbst wenn das Netzteil dadurch teurer wird, machen mehr Anschlussmöglichkeiten ein Produkt deutlich attraktiver, zumal man den höheren Kostenfaktor hier zusätzlich durch die abnehmbaren Anschlüsse rechtfertigen kann. Allerdings liegt uns momentan auch noch keine offizielle Preisempfehlung vor. Nur, dass diese Serie teurer als die Superrock Modelle werden wird, dürfte klar sein.

[break=Grundlagen DC-DC Converter]
Momentan ist es in aller Munde und neuere High-End Netzteile werden mittlerweile überwiegend mit einem DC-DC (direct current to direct current) Converter bestückt. Der ein oder andere wird mit dieser Technologie aber nicht allzu viel anfangen können, weshalb wir noch einmal kurz darauf eingehen.

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Wie wir wissen, werden die Spannungen +3,3V, +5V und +12V normalerweise über eine einzige Quelle generiert, wobei +3,3V meist von +5V abgeleitet wird mit jeweils eigenen Filtereinheiten. Anders bei der DC-DC Nutzung, hier generiert der Haupttransformator nur die überaus wichtige +12V Schiene und kann somit sein volles Leistungspotenzial theoretisch auf dieser Leitung ausgeben. Allerdings gibt es nun je einen Spannungswandler, der aus der Gleichspannung +12V die beiden kleineren Gleichspannungen ableitet.

Aus Platzgründen steht dabei meist eine eigene kleine Leiterplatte zur Verfügung, die Spulen und Kondensatoren, oftmals gar Feststoffkondensatoren, beinhaltet. Der Vorteil ist zum einen, dass man mit diesem Hilfsmittel derweil an die Effizienzgrenze von nahezu 90% vorstoßen kann, wenn man es gut umsetzt. Der Hauptgrund in früheren Tagen, die den Einsatz dieser eigentlich altbekannten Technik verhinderte, war, dass die Umsetzung damals noch recht ineffizient war. Einen Vorteil konnte man aber immer vorweisen: Die Stabilität. Wenn zur Korrektur der Leitungen die Spannung angehoben oder gesenkt wird, wären normalerweise alle Schienen betroffen. Das hat zur Folge, dass eine Spannung optimiert ist, während die andere fälschlicherweise mit beeinflusst wird und so schlechtere Werte erzielt. Mit der DC-DC Variante kann man derartiges vermeiden, denn die Leitungen sind in Sachen Optimierung unabhängig.

[break=Topologie]
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Wie bei allen aktuellen Tagan Netzteilen haben wir eine sehr gut strukturierte Anordnung der Bauteile. Man setzt dabei auf zwei Aluminiumkühlkörper, deren geriffelte Kühlrippen sich bis zum primären und sekundären Schaltkreis hin erstrecken.

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Aus diesem Blickwinkel sieht man gut die Integration eines zusätzlichen PCB für die Anschlusssockel der modularen Leitungsstränge. Die Lötqualität ist dabei durchgehend sauber mit nur wenig Kritikpunkten. Die Verbindungsleitungen zur Leiterplatte werden leicht unterhalb verlegt, mal abgesehen von denen der Hauptanschlüsse, die den klassischen Weg über Öffnung nehmen, an der leider keine Kabelmuffe realisiert wurde.

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Das Netzteil basiert auf dem TG-1000 Design, wird also bis in die höchsten Leistungsbereiche hinein verwendet, weshalb man in der Mitte Platz für einen optionalen Transformator lässt. Dadurch kann man die elektronischen Lasten geschickt durch Parallelisierung aufteilen. Was die punktuelle Wärmeentwicklung verringert, den theoretischen Leitungsquerschnitt und Kapazitäten erhöht und damit die Langlebigkeit auch bei starken Belastungen garantiert. Bei der hier vorliegenden 680W Version genügt jedoch ein einziger Transformator.

[break=Elektronik]

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Hinter dem Eingangsbereich startet man direkt mit einer hochwertigen Filterung gegen elektromagnetische Interferenzen durch einen Line Filter der High & Low Corporation. Über einen Tiefpass werden nur passende Frequenzen aufgenommen und Transienten abgeleitet. Während dessen ist die Erdung mittels einer Schraube oben am Gehäuse befestigt. Hinter dem Phasen- und Rückleiter sehen wir den MOV, direkt daneben die Schmelzsicherung gegen zu hohe Strombelastungen als Sollbruchstelle.

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Aus diesem Blickwinkel sehen wir sehr gut den kleinen Kühlkörper mit einem Halbleiter für den +5VSB Standbytransformator, sowie einige der transienten Filterbausteine wie etwa die gelben X-Kondensatoren und weitere Spulenkörper.

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Hinter der Gleichrichterbrücke liegt der Leistungsfaktor-Vorregler mit einer gut gewickelten Speicherdrossel. Zuvor sehen wir einen lackgetränkten X-Kondensator und auch ein Y-Kondensatorenpaar. Weiterhin verbergen sich einfache Drahtwiderstände unter den drei Schrumpfschläuchen.

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Dort nochmals der Bereich hinter dem Brückengleichrichter im Detail mit der verklebten PFC-Drossel des aktiven PFC, an der die Spannung sägezahnartig am Sinusverlauf entlang geführt wird, um den nahezu perfekten Verlauf trotz unlinearer Aufnahmen und impulsartiger Leistungsaufnahme der Kondensatoren zu imitieren.

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Auf einer Zusatzplatine zeigt sich der PFC Kontrollchip für die Steuerung der Halbleiter. Der LM339 Komparator kommt von Texas Instruments, welcher zwei Spannungsgrößen zwischen – und + vergleicht und die eine an die andere angleicht. Leider ist es auch hier wieder nicht der höherwertige LM139 oder 239 mit besserer Temperaturspezifikation, während das bis dato verwendete Modell bis 70°C einwandfrei operiert. Natürlich ist dies bereits ausreichend, aber an solchen Stellen, die oft keine Beachtung finden, zeigen sich oftmals Einsparungen. Schließlich muss ein Hersteller wirtschaftlich bleiben und derartig Einzelheiten fallen nicht so schnell auf.

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Mit hoher Zufriedenheit sehen wir drei parallelisierte Toshin Kogyo Elektrolytkondensatoren mit 450V Spannungsfestigkeit und einem Fassungsvermögen von je 180 microFarad, insgesamt also 540 microFarad. Man mag sich fragen, warum nicht auf ein großes Modell gesetzt wird. Aber zum einen wäre nicht genug Raum auf der flachen Ebene des Primärkreises und zudem begünstigt die Lastverteilung auch hier die geringere punktuelle Wärmeentwicklung und Lebensdauer der einzelnen Kondensatoren.

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Hier sehen wir den Sicherungschip PS332S für die (wer hätte es gedacht) Sicherungsmechanismen und die Mainboardkommunikation zum Startvorgang über die PS_ON Leitung. Der Hersteller macht einen konkreten Vorschlag zur Integration in den Schaltkreis, den wir dieses mal näher betrachten, da der verwandte Chip PS223 von Silicon Touch der prominenteste Baustein in vielen Schaltnetzteilen ist.

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Nun also zur Schaltkreisintegration des vergleichbaren PS223. Ganz links oben sehen wir die Leistungsübertragung in das sekundäre Gefilde mit anschließender Diodengleichrichtung und den Filtermechanismen von +12V1-2, +3,3V und +5V. Der Chip ganz unten prüft den Ist-Zustand der einzelnen Leitungen. ISXX (XX für die Spannung) ist der Input für die Überprüfungen des Überstromschutzes, VSXX für das Spannungsniveau. Anbei wird das Power Good Signal über PSON gesteuert. Dieser IC findet bei aktuellen Enermax Netzteilen Verwendung, wo mit dem „Save Guard“ geworben wird. Silicon Touch ist dahingehend Marktführer, weshalb die Betrachtung so interessant ist und viel Einfluss auf die Anordnung der gängigen Netzteilgestaltung hat.

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Von oben sehen wir links die Glättungskondensatoren von Teapo, wobei es sich leider nur um die SC Serie handelt mit einer Spezifikation von 3000h, welche nicht ganz an die SY Reihe heranreicht. Rechts daneben sehen wir die beiden Spannungswandler für +3,3V und +5V sowie die üppig dimensionierte Spule für +12V.

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Die Beschriftung der Epoxidharzplatine zeigt die Modellnummer TG-1000 und dass es sich dabei um die Revision C handelt.

[break=Messwerte]

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Bei den Messwerten wird man die Ähnlichkeit zum SuperRock 680W feststellen. Auch hier bleiben alle Spannungen auf einem guten Niveau und es würde schon fast an Blasphemie grenzen, den Verlauf bei +12V als Spannungsabfall zu bezeichnen. +5V startet zunächst etwas hoch, bewegt sich ansonsten aber innerhalb der Spezifikation. Die stärkste Tendenz nach unten zeigt jedoch +3,3V.

Bei der Lautstärke haben wir erneut vergleichbar gute Ergebnisse. In diesem Leistungsbereich wird man ohnehin nicht auf sonderlich leise Grafikkarten setzen und insofern wird sich das Tagan kaum bemerkbar machen. Die Temperaturen am wärmsten Punkt (Sekundärkühlkörper) lagen laut unserer Temperatursensorik stets unter 50°C, selbst bei Überlastung. Ansonsten kann man eher mit 40°C rechnen. Als Sahnehäubchen startet der Leistungsfaktor mit 0,91 sehr gut und endet bei etwas über 0,99. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Resultat unserer Messungen.

[break=Fazit]
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Wer das SuperRock 680W mochte, wird auch mit dem PipeRock II zufrieden sein, könnte man sagen. Jedoch sollte man beachten, dass die abnehmbaren Anschlüsse einen höheren Preis mit sich bringen werden und das Netzteil somit auch auf 18 cm verlängert wird.

Die unaufdringliche Beleuchtung des Namensschriftzuges fügt sich sehr gut in das edle Gesamtbild des Stromversorgers ein und auch sonst gibt es an der Ästhetik nicht viel zu bemängeln. Man hätte jedoch an eine Kabelmuffe zur Stabilisation denken können und vier PCIe-Stecker wären trotz einer damit verbundenen Preiserhöhung bereits vielen Konkurrenzprodukten überlegen. Weshalb die 680W Version eher für Dual-Chip Karten wie die 4870 X2 oder dergleichen geeignet ist, die mit nur zwei Steckern versorgt werden können. Wer vier Anschlüsse benötigt, wird daher zu stärkeren Modellen greifen müssen. Aber man flüsterte uns bereits, dass prinzipiell noch zwei Grafikanschlüsse hinzugefügt werden könnten, da entsprechende Anschlusssockel frei sind. Die Frage ist, in wie weit sich das im wirtschaftlichen Rahmen realisieren lässt und ob man die Stecker vielleicht separat erwerben kann.

Allerdings findet diesmal auch der Kunde sein Glück, der weniger Leistung benötigt und trotzdem nicht auf moderne Technik verzichten möchte. Und zwar in Form des 580W Netzteils, das ebenfalls erscheinen wird.

Bei der Elektronik finden wir eine hochwertige EP-Platine, solide Primärkondensatoren und üppige Filtermaßnahmen vor. Nur die Wahl der Glättungskondensatoren sekundär hätte durchaus noch hochwertiger ausfallen können. Ansonsten gibt es keinerlei Anlass für Kritik und die Verarbeitung ist hervorragend.

Wer einen für diese Leistungsgrade leise drehenden Lüfter sucht, wird hier fündig und das Kabelmanagement ist ein etabliertes Feature. Somit ist das Produktmanagement insgesamt sehr gelungen und das Tagan PipeRock II 680W konnte sich als durchweg hochwertiges Produkt beweisen, nicht zuletzt wegen sehr langen Leitungssträngen, was Benutzern großer Gehäuse gefallen dürfte. Mit ein wenig Feinschliff könnte man an mancher Stelle allerdings noch mehr aus dem Produkt rausholen.

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