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In Hilden sitzt die europäische Niederlassung der taiwanesischen Compucase Enterprise Co. Ltd, eigenen Angaben zufolge einem der weltweit größten Hersteller für Computergehäuse und Netzteile. Nachdem vor einigen Wochen schon Herr Verfürth aus Hilden in unserer Themenwoche zu Gast war und wir nun auch schon einen Blick auf die neue Cougar Netzteilserie werfen durften, wollten wir uns es natürlich nicht nehmen lassen auch zu schauen, was Compucase im Bereich Gehäuse zu bieten hat. Dafür hat man uns freundlicherweise den Cougar 98R9 Super Tower, einen Big Tower der von MicroATX bis hin zu EBB Boards alles aufnehmen kann, zur Verfügung gestellt. Ob Cougar bei dem Gehäuse, welches mit 184,90 Euro unverbindlicher Preisempfehlung nicht gerade günstig ist, in der Riege der High End Gehäuse mitspielen kann werden nachfolgene Seiten zeigen.

Vorab wie immer die technischen Daten:


[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Technische Daten]
 Eckdaten und technische Details
ModelCougar 98R9 Super Tower
MaterialAluminium, SECC Metall
FarbeSilber / Schwarz
Maße (B x H x T)230mm x 530mm x 535 mm
SSI / EEB / CEB / ATX / Micro-ATX
Anschlüsse2 x USB 2.0 / 1 x eSATA / 1 x FireWire / 1x je Audio IN/OUT
Einbauschächte

7x 5,25 Zoll (extern)
5x 3,5 Zoll (intern)

Kühlung1x 120 mm Front, 1x 120 mm Rückseite, optional 1 x 140 mm Top
Erweiterungskarten10
Gewichtca. 12,08 kg
Preisca 184,90 Euro

Die Abmessungen im Innenraum sind auf jeden Fall vollkommen ausreichend, neben einem Enermax Galaxy finden hier problemlos Erweiterungskarten bis zu 342 mm Länge Platz.

[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Zubehör]Kommen wir zum Zubehör. Neben einem Schraubensatz und einer Kurzanleitung findet sich noch ein 3,5 Zoll Einschub für einen 5,25 Zoll Schacht, sowie zwei Kantenschutzringe aus Kunststoff.

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Verpackt war der 98R9 Super Tower wie in der Regel üblich mit reichlich Styropor sowie einem vliesähnlichen Tuch.

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Auf den nächsten Seiten werfen wir wie immer einen Blick auf das Design und die äußeren Features.

 

[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Äußerlichkeiten (1)]

Die Fronttür mit dem Linksanschlag besteht aus einem breiten Aluminiumrahmen. Das innere des Rahmens besteht aus Meshgitter, welches jeweils im oberen, unteren und mittleren Bereich durch drei verspiegelte Querstreben unterbrochen wird. Weiteres Extra der Tür, sie lässt sich abschliessen um einen unbefugten Zugriff auf die 5,25 Zoll Laufwerke zu unterbinden und sie lässt sich problemlos entfernen, ohne das die Optik darunter leidet. Gehalten wird sie zuverlässig durch zwei kleine Magneten.

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Mittig in der Front findet sich zudem das Cougar Branding mit dem obligatorischen Panther.

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Der Deckel, welcher ganz leicht gewölbt nach hinten abfällt, verleiht dem 98R9 eine gewisse Dynamik. Im vorderen Bereich befindet sich eine kleine Ablagefläche, die mit dem schräg aufgesetzen I/O Panel endet. An Anschlussmöglichkeiten hat man hier zwei USB Ports, einen eSATA Anschluss, einen FireWire, sowie die obligatorischen Mikrofon- und Lautsprecheranschlüsse. Links befindet sich der Resetschalter, rechts der Powerbutton. Beide sind mit 1,5 cm Durchmesser recht großzügig dimensioniert und müssen doch mit einigem Druck betätigt werden, ehe sie Kontakt bekommen. Somit kann es nicht passieren, dass man aus Versehen mal den Resetknopf betätigt, wenn man einen USB-Stick oder ähnliches anschließen will. Im weiteren Verlauf des Deckels wurde ein leicht hervorgehobenes Trapezförmiges Meshgitter eingelassen welches ca. 35 cm Länge hat. Darunter finden wir den Einbauplatz für einen optionalen 140 mm Lüfter.


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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Äußerlichkeiten (2)]

Ein Blick auf die Rückseite und im ersten Moment bleiben keine Wünsche offen. Gleich zehn, mit Luftdurchlässen versehene Slotblenden für Erweiterungskarten, ein großer stabiler Griff für den Mainboardschlitten, optional vier Möglichkeiten für Schlauchdurchführungen, sowie ein 120 mm Lüfter, der im Dunkeln auch noch dezent blau leuchtet. So einen Anblick hat man selten.

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Doch gehen wir ins Detail. Die Seitenteile sind mit Rändelschrauben und einem Schiebemechanismus befestigt. Nachdem man die Rändelschrauben gelöst hat, muss man erst noch den Hebel in Pfeilrichtung bewegen, bevor man die Seitenteile entnehmen kann. Dahinter sehen wir den äußerst stabilen und ca. 15 cm hohen Griff, um den Mainboardschlitten nach hinten herausziehen zu können. Ein kleinerer Griff und dafür vier Rändelschrauben, um den Mainboardschlitten zu lösen wäre uns aber ehrlich gesagt lieber gewesen. Der Schlitten selber ist nämlich mit vier, zudem noch sehr kleinen Kreuzschlitzschrauben befestigt. Hier wären Rändelschrauben die bessere Wahl gewesen. Im Hintergrund sehen wir noch zwei der vier möglichen Schlauchdurchführungen. Diese müssen je nach Bedarf herausgebrochen werden und dann kann man den im Zubehör liegenden Kantenschutz einsetzen.

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Das Netzteil wird im 98R9 unter dem Gehäusedeckel befestigt, wobei die Netzteilblende unverständlicherweise in der linken unteren und der rechten oberen Ecke eine jeweils sehr scharfe Spitze aufweist. Links vom Netzteil sind nochmals optional zwei Kabeldurchführungen für eine externe Wasserkühlung vorhanden.

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Das linke Seitenteil hat ein trapezförmiges ca. 35 cm langes Meshgitter. Das rechte Seitenteil bietet nichts außergewöhnliches, weshalb wir uns ein Bild sparen. Beide Seitenteile werden wie bereits erwähnt über zwei Rändelschrauben und einen zusätzlichen Schiebemechanismus gehalten.

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Bleibt letztendlich noch die Gehäuseunterseite. Hier steht der 98R9 Super Tower auf zwei durchgehenden, großen stabilen und optisch schick an den Rest des Gehäuses angepassten Füßen, die dank kleiner Gummipuffer noch das Gehäuse vom Boden entkoppeln.

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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Innenleben (1)]

Nachdem man die Seitenteile gelöst hat, präsentiert sich der Innenraum des Cougar 98R9 Super Towers im klassischen Design. Oben unter den Gehäusedeckel kommt das Netzteil, unten rechts in den um 90° Grad gedrehten Käfig die 3,5 Zoll Laufwerke und darüber die 5,25 Zoll Laufwerke. Der Innenraum ist in Silber gehalten. Sehr schön aus dieser Perspektive auch zu sehen, der gewölbte nach hinten abfallende Deckel.

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Das Netzteil liegt auf einer verstellbaren Querstrebe auf, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Dank der Verstellbarkeit der Schiene unterliegt das Netzteil keiner Längenbeschränkung. Alle derzeit erhältlichen Netzteile finden hier sicheren Halt. Oberhalb des Netzteisl findet sich eine massiver Gummiblock zur Pufferung um eventuelle Vibrationen zu mindern. Die Querstrebe ist über zwei Rändelschrauben gesichert und lässt sich so schnell verstellen. Unterhalb der Netzteilauflage, sowie am Gehäuseboden sind weiterhin zwei Schräg verlaufende Streben vernietet worden, welche dem Mainboardschlitten die nötige Stabilität verleihen sollen.

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Weiterhin auf der Rückseite, der 120 mm Lüfter, welcher im Betrieb blau leuchtet. Er verfügt über einen Temperatursensor und einen 3-Pin-Anschluss, um ihn direkt an einen vorhandenen Mainboardanschluss oder an eine Lüftersteuerung anschliessen zu können. Bei den Erweiterungskarten hat man die Möglichkeit gleich zehn Stück zu verbauen, womit einem praktisch keine Grenzen mehr gesetzt sind. Cougar verwendet hier ein etwas anders Befestigungssystem. Und zwar können die Feststellklammern komplett entfernt werden. Nachdem man die Karte eingesetzt hat, werden die Klemmen einfach wieder eingehakt. Das ganz war zumindest bei unserer Karte sehr stabil, trotzdem empfehlen wir aus Gründen der Sicherheit die Erweiterungskarten mit Schrauben zu befestigen.

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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Innenleben (2)]


Der Käfig für die 3,5 Zoll Laufwerke ist um 90° Grad gedreht und kann nach dem Entfernen der Rändelschraube problemlos entnommen werden. Die Festplatten kommen beim Einbau in kleine Rahmen. Diese entnimmt man, indem man ganz einfach die beiden Bügel zusammendrückt. Danach zieht man die beiden Klemmen rechts und links ein wenig heraus, setzt die Festplatte ein und drückt die Klemmen wieder zusammen. Vier Metallstifte, mit einer Silikonscheibe für die Entkopplung, halten dann die Platte und sie kann einfach wieder in den Käfig geschoben werden.

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Vor dem Laufwerkskäfig sitzt ein 120 mm Lüfter zur Kühlung der Platten, wie auch der Lüfter auf der Rückseite besitzt er einen Temperatursensor und kann direkt am Mainboard oder einer Lüftersteuerung angeschlossen werden. Da der Lüfter nur gesteckt ist, kann er schnell gegen ein anderes Modell ausgetauscht werden, je nach persönlicher Vorliebe des Anwenders. Beleuchtet ist der Lüfter in der Front allerdings nicht.

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Über den 3,5 Zoll Laufwerkskäfig ist Platz für bis zu sieben externe 5,25 Zoll Laufwerke. Diese können ebenfalls schraubenlos befestigt werden.

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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Einbau und Inbetriebnahme]

Der Einbau der Komponenten beim Cougar Gehäuse ist denkbar einfach. Beim Einbau des Mainboards haben wir in unserem Fall auf den Mainboardschlitten verzichtet, da, auch wenn der Einbau simpel ist uns die Schrauberei zu lange gedauert hätte, um den Mainboardschlitten zu lösen. Bei ATX oder Mikro-ATX Boards ist dies auch gar nicht nötig, da genügend Platz im Gehäuse vorhanden ist. Verwendet man größere Mainboards ist der Einbau unter Verwendung des ausziehbaren Mainboardschlittens sicherlich die einfachere Lösung.

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Die Festplatten werden in die Kunsstoffrahmen gesteckt und einfach in den Käfig geschoben.

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Um die 5,25 Zoll Laufwerke einbauen zu können, öffnet man die Fronttür und kann die Meshblenden leicht durch zusammendrücken der zwei Klammern von vorn entfernen. Von innen sitzen kleine Schaumstoffmatten in den Blenden die als Staubfilter dienen. Leider lassen sie sich nicht entfernen, was ein reinigen recht umständlich macht. Dahinter befinden sich im übrigen zwar Metallblenden, diese sind aber allesamt verschraubt und müssen nicht erst umständlich herausgebrochen werden. Danach können die Laufwerke, welche von innen auf kleinen Streben, liegen ins Gehäuse geschoben werden bis sie einrasten.

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Schließlich folgt noch das Netzteil, die Grafikkarte und dann kann man auch schon mit der Verkabelung beginnen. Für das Kabelmanagement sind im Mainboardschlitten einige Durchbrüche vorhanden um die Kabel hinter dem Mainboardträger zu verstauen. Die Durchbrüche sind nicht mit einem Schutz versehen, aber trotzdem kann hier dank sehr sauberer Verabeitung nichts an den Kabeln aufscheuern. Bei anderen Gehäusen hat man oftmals das Problem, das man bei Netzteilen ohne Kabelmanagement nicht weiß, wie man die Kabel ordentlich verlegen soll, weil die Gehäuse schlichtweg zu klein waren und ohne Durchbrüche auf dem Mainboard, um die Kabel dahinter zu verstecken. Beim Cougar gibt es teilweise ein ähnliches Problem. Hier ist es aber genau anders herum gelagert. Das Gehäuse ist so groß, das man speziell das Stromkabel für die 3,5 Zoll Laufwerke quer durch das Gehäuse legen muss, weil sie einfach zu kurz sind um sie hinter dem Mainboardschlitten entlangführen zu können.


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Im Praxisbetrieb machten zudem die beiden Lüfter ein paar Probleme, der hintere hatte teilweise Anlaufschwierigkeiten, welche seltsamerweise am zweiten Tag komplett verschunden waren, der vordere deutlich vernehmbare Laufgeräusche. Diese werden aber durch den Boxed Lüfter und die Grafikkarte übertönt. Benutzer eines wassergekühlten Systems werden den Lüfter aber sehr wohl deutlich hören. Fertig sah das ganze System dann wie folgt aus:

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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Temperaturmessungen]

Nachdem schließlich alles verkabelt und angeschlossen war, ging es mit den Messungen los. Für die Temperatur- und Lautstärkemessungen verwenden wir lediglich die vom Werk aus eingebauten Lüfter, in diesem Fall also die beiden ab Werk eingebauten 120 mm Lüfter.
Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:

Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

Idle-Temperaturen:

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Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

Temperaturen unter Last:

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[BREAK=Cougar 98R9 Super Tower - Fazit]

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Der Cougar 98R9 hat ersteinmal alles, was das Herz sich wünscht. Reichlich Platz auch für lange Grafikkarten und Netzteile, vibrationsgedämmte Aufhängung der 3,5 Zoll Laufwerke. Werkzeugloser Einbau der 5,25 Zoll und 3,5 Zoll Laufwerke, zwei Lüfter, einer davon auch beleuchtet, sowie einen Mainboardschlitten. Kleinere Mängel sind in den Details zu finden. Hier wäre unter anderem die Tatsache, dass man zwar einen werkzeuglosen Einbau hat, aber der Mainboardschlitten leider nur mit vier wirklich winzigen Kreuzschlitzschrauben befestigt wurde. Rändelschrauben wären hier deutlich vorzuziehen gewesen. Auch die Temperaturen unter Last haben uns doch sehr gewundert bei einem Gehäuse dieser Größe. Hier war der, bzw. die Übeltäter aber schnell gefunden. Der vordere Lüfter schaufelt mit ~1200 U/min Luft ins Gehäuse, während der hintere diese mit ~700 U/min wieder aus dem Gehäuse herausbefördert. Wir haben einfach einmal die Lüfter umgetauscht und schon sind die Temperaturen unter Last um 5° Grad Celsius auf nur noch 58° Grad Celsius CPU-Temperatur gesunken, was die Annahme bestätigt, dass man nicht mehr kühle Luft in ein Gehäuse hineinbefördern sollte, als man wieder herausbefördert, da sich sonst Hitzenester bilden. Weiteres Manko, die zwei nadelspitzen Ecken an der Netzteilblende.

Alles in allem keine wirklich gravierenden Mängel wenn man sie kennt und weiß, wie im Fall der Lüfter, Abhilfe schaffen kann. Wir haben Compucase über die Mängel im Vorfeld informiert und schauen einfach mal, ob hier Abhilfe geschaffen wird. Was uns auch nicht wirklich überzeugen konnte, ist der anvisierte Preis von 184,90 Euro, hier bietet die Konkurenz wesentlich mehr für das Geld, sei es in Form von lackierten Innenräumen oder HotSwap. Da es sich hierbei aber erst um eine unverbindliche Preisempfehlung handelt, bleibt abzuwarten, ob der Preis wirklich so bestehen bleibt.

An dieser Stelle möchten wir uns noch bei AsRock für die Dauerleihgabe des A780FullHD, sowie bei Compucase für das Testmuster bedanken.



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