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FSP kann mittlerweile über 150 Netzteile vorweisen, die 80Plus zertifiziert sind. Im Endkundenbereich sind dahingehend vor allem die Epsilon und Everest Serien relevant. Genau diese haben wir uns näher angeschaut um zu beurteilen, ob auch mehr interessante Eigenschaften als die Effizienz geboten werden. Das Everest 80Plus 400W und Epsilon 80Plus 500W mussten nun zeigen, was sie können und ob der OEM Gigant auch mit eigenem Label im hart umkämpften Retailmarkt standhalten kann. Immerhin setzten diverse Marken wie Zalman, Sharkoon, Jersey, Be Quiet, günstigere OCZ-Modelle und teils Thermaltake sowie die hauseigene Marke Amacrox auf diesen Hersteller, weshalb wir sehr interessiert daran waren, wie sich die Mittelklasse von FSP schlägt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und bedanken uns bei FSP für die Bereitstellung!

[break=Produkteigenschaften]
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Während die Everest-Serie auf abnehmbare Anschlüsse setzt, kommt das Epsilon mit fest angeschlossenen Leitungssträngen daher. Markantes Merkmal sind unter anderem das 80Plus Zertifikat, eine Vier-Schienen-Rail bei +12V und grundlegend saubere Ausgangsspannungen. Und während das 400W Modell 375W alleine auf +12V bereitstellen kann, sind es beim 500W Gerät bereits 475W. +3,3V und +5V ergeben bei beiden zusammen 155W, während -12V und +5VSB zusammen 25W leisten können.

In diesem Fall wurde auch sehr detailliert angegeben, welche +12V Schiene für welche Applikation vorgesehen ist:

  • +12V1 : CPU 1
  • +12V2 : PCI-e 1/CPU 2
  • +12V3 : Mainboard/Peripherie
  • +12V4 : PCI-e 2


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Dem jeweiligen Paket beigelegt wurden ein Kaltgerätestecker, ein Aufkleber mit Logo, Kabelbinder und ein Benutzerhandbuch in mehreren Sprachen. Das Everest 80Plus hat noch die benötigten Leitungsstränge mit dabei.

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Beim Lüfter handelt es sich um ein gängiges ADDA Modell. Die Marke wird sehr oft in Netzteilen eingesetzt. Beispielsweise haben wir den Hersteller schon des öfteren in Seasonic Netzteilen angetroffen. Es waren nie die besten Lüfter am Markt, aber günstige Industrieprodukte, die für den Massenmarkt sehr gut geeignet sind. In diesem Fall handelt es sich um einen AD1212LB-A70GL mit 0,24A.

[break=Anschlüsse]
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Auffällig ist, dass die 400W Version von den Anschlüssen her genauso gut ausgestattet ist wie die 500W Variante. Beide Netzteile sind mit fünf SATA Steckern und je zwei Anschlüssen für die Grafikkarte sehr gut bestückt. Wir finden es jedoch schade, dass die Hauptleitung und die CPU Zusatzversorgung nur 40cm Länge vorweisen können. Dies sollte man gegebenenfalls überdenken, da man sich sonst den Weg in große Gehäuse versperrt. Manche BigTower mit eher ungünstigen Mainboardkombinationen schreien geradezu nach 50-60cm. Viele andere Hersteller stellen zudem Peripheriestecker mit bis zu 90cm bereit, während man sich hier mit bis zu 70cm zufrieden geben muss. Beim Everest ist neben den Hauptanschlüssen ein PCIe Anschluss fest installiert.

[break=Epsilon 80Plus 500W]
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Das Epsilon ist durchgehend blau lackiert, mit einem goldenen Lüftergitter verziert worden und hat eine Länge von 14cm, was den Einsatz in vielen engeren Umgebungen begünstigt.

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Beim Einblick in das Innere stellen wir die klassische 3-Kühlkörper-Topologie fest. Der Aufbau ist hervorragend und die Gliederung in die einzelnen Abschnitte ist verarbeitungstechnisch gut gelungen.

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Direkt hinter dem Eingangsbereich sind zwei Y-Kondensatoren und ein gängiger X-Kondensator befestigt worden, was sich auf der Platine mit weiteren Filterbausteinen fortsetzt. Eine zusätzliche Folie sorgt für die Abschirmung zum (physikalisch daneben liegenden) Sekundärschaltkreis. Normale Ringkerndrosseln weiter vorne kompensieren Gegentaktstörungen, stromkompensierte Drosseln weiter hinten wirken bei Gleichtaktstörungen. Zusammen bewirken sie also eine fast vollständige Entstörung. Sollten beispielsweise dennoch Gegentaktstörungen durchdringen, kann der X-Kondensator diese kurzschließen. Am mittleren Kühlkörper mit gebogenen Kühlrippen sitzt die Gleichrichterbrücke.

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Diese sorgt als unerwünschter Nebeneffekt für Verzerrungen auf der Wechselspannungsseite, die hier durch das aktive PFC kompensiert werden. Beim Primärkondensator handelt es sich wieder mal um einen Teapo LH mit 85°C, 420V und 390 Mikrofarad.

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Im Sekundärschaltkreis hinter den zwei Transformatoren kommt eine Gruppenfilterung zum Einsatz. +3,3V wird über eine eigene Speicherdrossel gefiltert. Speicherdrosseln glätten die hochfrequente Rechteckspannung des Schaltreglers. Zusätzliche hochkant gewickelte Kupferwicklungen wirken wiederum am Ausgang und Glättungskondensatoren gleichen Spannungsspitzen aus.

[break=Everest 80Plus 400W]
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Auch das Everest ist vollständig blau lackiert und mit einem goldenen Lüftergitter verziert worden. Allerdings sind 16,5cm Bautiefe aufgrund der Leiterplatte für das Kabelmanagement erforderlich. Äußerlich machen die zusätzlichen Steckersockel mit ordentlicher Kennzeichnung einen guten Eindruck.

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Das Innere ist nahezu identisch mit etwas feiner gewickelten Drosseln und primärseitig einem OST Kondensator, der ebenso eine Spannungsfestigkeit von 420V aufweist. Die Lötqualität am PCB des Kabelmanagements ist erstklassig. Generell konnte FSP hier eine gute Verarbeitungstechnik mit adäquaten Abschirmmaßnahmen zeigen.

[break=Messungen]

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Im Prinzip könnten wir bei unseren Messungen die Ausführungen des zuvor getesteten Sharkoon Netzteils übernehmen, da es an diese Serien angelehnt wurde. Während +3,3V und +12V niemals unter den Sollwert fallen und die zuletzt genannte Spannung auch nicht sonderlich hoch startet, fällt +5V etwas weiter ab und landet 0,8% unterhalb des Optimums, was immer noch hervorragend ist. Der Wirkungsgrad erscheint angemessen und kann selbst bei geringer Last 80% überschreiten.

Die Lautstärke steigt tendenziell langsam an, aber stetig. So kann man anfangs sehr gut mit anderen Probanden mithalten, im Gegensatz zu höheren Lastbereichen, wo die Lüfter schneller aufdrehen. In wirklich laute Bereiche dringen beide Modelle jedoch nicht vor.

[break=Fazit]
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Wir kennen das verwendete 3-Kühlkörperkonstrukt sehr gut, schließlich wird es seit einiger Zeit von FSP und nicht zuletzt in Netzteilen der ODM Kunden verwendet. Und selbst wenn das Design nicht mehr das aktuellste sein mag, kann es sich immer noch recht passabel gegen moderne Konkurrenzprodukte behaupten.

Bei höheren Lastbereichen sind beide Netzteile nicht ganz so leise wie manch anderes Produkt, auch die Leitungslänge ist noch zu verbessern. So sind 40cm bei den Hauptanschlüssen und 65cm als Maximallänge der Peripherieleitungen etwas kurz geraten. Für Benutzer eines BigTowers sind die beiden Probanden also weniger zu empfehlen.

Was wir aber feststellen können, ist eine gute Umsetzung, was die Spannungsstabilität betrifft. Prinzipiell können wir dort die selbe Aussage wie auch beim zuvor getesteten Silent Storm CM 460W von Sharkoon treffen. Von den Anschlüssen her sind sowohl das hier getestete Epsilon 80Plus 500W als auch das Everest 80Plus 400W gut bestückt. Im Gegensatz zu vielen anderen 400W Geräten besitzt das Everest nämlich bereits zwei Grafikkartenanschlüsse und beide bieten ausreichend PATA und SATA Stecker.

Insbesondere hält der Name bezüglich der Effizienz was er verspricht und wir sind auf kommende Produkte gespannt, die dahingehend noch höher spezifiziert sind. Allerdings muss man für die Qualität auch relativ viel bezahlen, da sich beispielsweise das Everest mit 75€ recht hoch eingependelt hat und damit das selbe Problem wie bei Sharkoon besteht. Wer dennoch den Preis bezahlen möchte, erhält mit beiden Netzteilen einen stabilen, wenngleich nicht mehr ganz neuen Stromversorger.

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