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Vor kurzem haben wir über das nette kleine SilverStone Strider 1500W berichtet mit den süßen vier Primärkondensatoren und der 80Plus Silver Auszeichnung. Doch auch in der Mittelklasse offeriert SilverStone diverse Serien und Modelle, die aktuellen Ansprüchen gerecht werden sollen. Wir haben uns das Strider 600W zukommen lassen. An dieser Stelle nochmals Danke an Caseking, wo die neuste Revision der Strider Baureihe aktuell verfügbar ist. Markant ist das vollmodulare Steckersystem, die schwarze Optik und das 80Plus Bronze Zertifikat. Wir werden nun überprüfen wie es mit den inneren Werten aussieht und ob die Testresultate ein adäquates Bild ergeben. Unseren Lesern wünschen wir viel Spaß beim Studieren des Reviews zum SilverStone Strider 600W.

[break=Produkteigenschaften]
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Die Verpackung ist mit einem praktischen Tragegriff ausgestattet worden, obgleich das Netzteil im Verhältnis zum 1,5KW starken Strider weder sonderlich schwer noch unhandlich ist. Es wird mit dem 80Plus Bronze Logo geworben, mit der starken +12V Schiene, den vollmodularen Leitungen sowie den zahlreichen Grafikkartenanschlüssen.

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Das Lüftergitter des Netzteil steht nicht hervor und ist farblich der schwarzen Lackierung des SilverStone Netzteils angepasst. Die Entlüftungslöcher sind wabenförmig und die Maße betragen 15 cm x 8,6 cm x 16 cm. Wobei für die Steckersockel nochmals 1,5 cm dazu kommen. Dabei fehlt interessanterweise der An/Aus Schalter. Weshalb dieser nicht vorhanden ist, können wir uns zumindest herleiten, wenn wir das Innere später genauer begutachten im Bezug auf die Platzverhältnisse.

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Der Lieferumfang gestaltet sich recht üppig, so sind Kabelbinder, Schrauben, Benutzerhefte und der Kaltgerätestecker neben dem Netzteil selbst vertreten. Die Leitungsstränge sind bereits vorab angeschlossen und die zwei bis drei nicht benötigten können bei Bedarf entfernt werden.

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Young Lin wird momentan in sehr vielen Netzteilen eingesetzt, insbesondere auch bei SilverStone und Enhance, worin sie sich durchaus bewährt haben. In dieserm Fall hat der Lüfter elf kleine Blätter und genehmigt sich 0,2A auf der +12V Schiene.

[break=Leistung, Leitungslänge und Anschlüsse]
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Erneut können wir feststellen, dass SilverStone nicht an der Leitungslänge spart. 55cm Länge beim Hauptstecker, der CPU-Zusatzversorgung und den PEG Steckern (obwohl dort zu kritisieren ist, dass es sich nur um 6-pin Anschlüsse handelt) sind auch für größere Gehäuse ausreichend. Das selbe Bild ergibt sich bei den Peripheriesteckern, zumal sechs PATA und SATA Stecker sehr zufrieden stellend sind. Die Leitungen selbst sind bis kurz vor den Steckern mit einer Nylonhülse versehen worden und schließen mit Schrumpfschläuchen an den Enden ab.

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Während +5V und +3,3V mit je 30A bestückt sind und zusammen 170W leisten, können die +12V Schienen je bis zu 32A verkraften und stellen zusammen 48A bereit, was 576W entspricht. Ein Großteil der Leistung kann also alleine über +12 generiert werden, was für aktuelle Systeme sehr vorteilhaft ist.

[break=Technik]

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Wer die Element Serie kennt, wird enorme Ähnlichkeiten zum Strider Modell feststellen. Zwei dünne, schwarz eloxierte Kühlkörper und ein weiterer für die Gleichrichterbrücke fächern sich mit ihren Kühlrippen zur Seite hin aus. Damit bieten sie eine breite Kühlfläche von oben herab, lassen aber noch genügend Luft durchdringen, damit die unteren Bereiche gut genug gekühlt werden. Rechts ist die gut verarbeitete Zusatzplatine zu betrachten. Die Bauteile wurden auf einer fr3 Standardplatine integriert.

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Weniger zufrieden sind wir mit der Verarbeitungsqualität, was die EMI-Filterung betrifft. Entsprechendes hatten wir auch bereits bei Tagan kritisiert. Man startet mit einem Zusatz-PCB hinter dem Eingangsbereich, auf dem sich eine Drossel und zwei Y-Kondensatoren befinden, wobei aus Platzgründen der X-Kondensator kopfüber montiert worden ist und wohl auch nicht genug Raum für den An/Aus-Schalter war. Weiter geht es auf der Hauptplatine mit einem MOV, zwei weiteren Drosseln, einem gebecherten und einem lackgetränkten X-Kondensator zur Kompensation von Gegentaktstörungen sowie einem Ferritkern zur Entstörung, um den der Phasen- und Rückleiter gewickelt ist. Noch weiter vorne befinden sich zusätzlich zwei Y-Kondensatoren, womit das Netzteil sehr gut ausgestattet ist. Etwas weniger Klebstoff hätte man in den Zwischenräumen anbringen können, auch wenn die Befestigung so sehr gut gewährleistet ist.

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Nach der großen PFC-Spule des Leistungsfaktor-Vorreglers folgt ein Nippon-Chemicon KMR Kondensator mit 105°C Spezifikation. In der Double-Forward Topologie mittels zweier MOSFET von ST-Microelectronics wird die Energie nun dem Haupttransformator zugeführt.

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Der Sekundärteil ist etwas ungewöhnlicher aufgebaut. Wie üblich wird +12V zwar über eine große Speicherdrossel gefiltert mit Ringkern, die kleinen Spannungen jedoch bekommen einen eigenen Spulenturm mit einem Stabkern und mehreren, getrennten Wicklungen für jede der Schienen. Überwiegend stammen die Glättungskondensatoren, die Spikes durch den Ladevorgang überbrücken, von Teapo oder Sus'con, wie wir sie schon des Öfteren bei SilverStone sehen konnten und unter den Bedingungen des Schaltnetzteils recht passabel operieren. Anbei stammt der Sicherungschip von Weltrend. An Schrumpfschläuchen, Isolierungen und Abschirmmaßnahmen mangelt es nicht. Alles in allem eine sehr schöne und wertige Konstruktion mit unwesentlichen Verarbeitungsmängeln.

[break=Testresultate]

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Der Spannungsverlauf ist überall gleichermaßen gut und der Abfall unter hoher Last fällt sehr gering aus. +5V startet am niedrigsten, kann sich aber recht stabil "einpendeln", während +12V eine Regulation von unter 2% aufweist. der Leistungsfaktor startet bei ca. 0,8 und erreicht 0,98 in der Spitze. Schon bei niedriger Last kann man fast an der 80% Effizienzmarke kratzen, über 87% bilden das obere Limit. Das 80Plus Bronze Zertifikat ist folglich mehr als gerechtfertigt.

[break=Fazit]

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Zusammenfassend haben wir einen konstanten Spannungsverlauf auf allen leistungsrelevanten Schienen und auch bei den anderen Messwerten kann das SilverStone Netzteil überzeugen. Auch wenn man die Hauptanschlüsse ohnehin anstecken muss, kann es für den Einbau durchaus vorteilhaft sein, ein vollmodulares Netzteil zu haben.

Im Inneren haben wir bekannte Bauteile und eine gleichermaßen vertraute Anordnung feststellen können. Viele Filterbausteine haben in diesem Fall allerdings auch den Nachteil, dass sie auf dem engen Raum eher unvorteilhaft angebracht wurden. Der 105°C Primärkondensator und die ein oder andere Änderung im Sekundärschaltkreis hinterlassen einen soliden Eindruck.


SilverStone Strider Resultat
Stabilität +3,3V und +5V
gut
Stabilität +12V
gut
Effizienz/-Spitze
84%/87%
Power Factor
~0,98


Sowohl die PCIe Anschlüsse als auch die CPU Zusatzversorgung und der Hauptanschluss für das Mainboard haben eine Länge von 55cm und mit bis zu 115cm bei den Peripherieleitungen ist das Netzteil gut für größere Gehäuse geeignet. Zwei Floppystecker erscheinen dabei unnötig, dafür sind sechs SATA und PATA Stecker eine willkommene Ausstattung. Die Bautiefe mit 16cm ist angesichts der Leiterplatte für das Kabelmanagement angemessen.

Alles in allem erhält man einen zuverlässigen Stromversorger mit guter Bestückung und langen Leitungen, der dazu noch nett aussieht und nur bei der Verarbeitung im Inneren etwas sauberer wirken könnte. Wirklich große Schwächen leistet sich SilverStone aber nicht, auch wenn man keine allzu großen Schritte nach vorne gegenüber den Element Netzteilen gewagt hat. Dafür hat die Serie auch keine Kinderkrankheiten und das vollmodulare Kabelmanagement ist sicherlich für viele Anwender ansprechend.

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