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Offiziell noch nicht einmal vorgestellt, aber schon bei uns in der Redaktion. In der letzten Woche traf aus dem Hause Lian Li, in gewohnt edler Aluminiumoptik, dass B25F ein.

Kenner wissen schon anhand des Namens, dass es sich hierbei nur um den Nachfolger des hierzulande sehr beliebten B25 handeln kann. Auf den folgenden Seiten wollen wir ein wenig auf die Änderungen zum Vorgänger eingehen und uns mit den inneren Werten befassen, um zu sehen, ob das B25F ähnlich erfolgreich werden kann, wie sein Vorgänger. Vorab können wir schon verraten, das Lian Li beim B25F auf schraubenlosen Einbau setzt und hierfür auch das patentierte System für die Erweiterungskarten zum Einsatz kommt, welches mittlerweile in allen neuen Modellen von Lian Li und Lancool Verwendung findet.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Jean-Pierre und Caseking. [BREAK=The Ring - Lian Li B25F - Technische Details & Zubehör]

Eckdaten und technische Details
ModelLian Li PC-B25F
MaterialAluminium
FarbeSchwarz
Maße (B x H x T) 210 x 450 x 490 mm
FormatATX, mATX
Anschlüsse2x USB 2.0, 1x eSATA, 1x je Audio IN/OUT
Einbauschächte3 x 5,25" extern, 1 x 3,5" extern in 5,25", 6 x 3,5" intern
Kühlung2x 120 mm (Front, 1.200 U/Min)

2x 140 mm (Deckel, 1.000 U/Min)
1x 120 mm (Rückseite, 1.500 U/Min)
Erweiterungskarten8
Gewicht 
Preisca. 190,- USD

Das B25F kam gewohnt sicher verpackt, wie die meisten Gehäuse. Der Karton selber ist von außen im Digitaldruck mit den neusten Features des B25F bedruckt und macht so schon Lust darauf, es schnellstmöglich auszupacken.

Kommen wir zum Zubehör.

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An Zubehör finden wir diverse Gummitüllen für Spezialschrauben, mit denen die Laufwerke entkoppelt werden, einen Piezo-Lautsprecher, einen Befestigungsbügel für das Netzteil, Plastikklemmen für das Kabelmanagement, sowie jede Menge kleiner Rändelschrauben, mit denen später das Mainboard auf dem Mainboardträger verschraubt wird. [BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Äußerlichkeiten (1)] Schon die Front weist zum Vorgänger B25 gravierende Änderungen auf. Wer den B25 noch kennt: Hier verbargen sich die externen Laufwerksschächte hinter einer Tür. Auf diese hat man beim B25F verzichtet. Das ganze ist Geschmackssache, aber wie wir finden, ist die Erreichbarkeit der Laufwerke dadurch einfacher. Je nachdem wo man das Gehäuse stehen hatte, musste man nicht nur erst eine Tür öffnen, sondern unter Umständen sogar noch um die Tür herum greifen. Der pyramidenförmige Deckel mit stumpfer Spitze liegt passgenau auf und lässt das B25F nicht ganz so kantig wie seinen Vorgänger wirken.

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Im oberen Teil finden wir drei externe 5,25" Einbauschächte, einer davon kann optional für ein externes 3,5" Laufwerk verwendet werden. Im unteren Teil der vom B25 schon bekannte Blue Ring - ein im laufenden Betrieb mit blauen LEDs beleuchteter Ring. Ansonsten ist die Front clean und wirkt somit sehr aufgeräumt ohne großartige Spielereien. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Das Fehlen der Fronttür bedeutet nämlich ein absolutes No-Go für beigefarbige externe Laufwerke. Wer will sich so eine edle Front schon verschandeln. Hier sind also entweder schwarze Laufwerke oder Stealthblenden aus dem Zubehör gefragt, die man beim Preis einkalkulieren sollte.

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Die Front selber ist leicht von vorne abnehmbar. Dahinter kommen zwei mit auswaschbaren Staubfiltern versehene schwarze 120 mm Lüfter zum Vorschein. Die Staubfilter lassen sich bequem mit zwei Fingern entfernen, da sie nur eingeklippt sind. Auch die Verkabelung für den Blue Ring ist sehr sauber gelegt.

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Sowohl das linke, als auch das rechte Seitenteil bietet keine Besonderheiten. Hier finden wir weder Fenster welche einen Blick ins innere gestatten, noch die pyramidenförmige Ausbuchtung, welche noch der B25 geboten hat. Von der Seite sieht man, dass die Front zahlreiche Lüftungschlitze an der Seite hat, durch welche die beiden Lüfter in der Front ihre Frischluft einsaugen können.

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[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Äußerlichkeiten (2)] Hier nun der Blick auf die Gehäuserückseite. Im oberen Teil sitzt ein 120 mm Lüfter mit abnehmbaren Lüftergitter. Das Gitter schützt vorm Hineingreifen, verursacht aber auch Strömungsgeräusche. Schön, dass sämtliche Lüfter schon mit gummiummantelten Schrauben vom Gehäuse entkoppelt sind. Unterhalb des Lüfters, die mittlerweile obligatorischen, weil fast überall anzutreffenden Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung. Das Netzteil sitzt auf dem Gehäuseboden.

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Das B25F verfügt über acht Slotblenden, welche allesamt für eine bessere Luftzirkulation geschlitzt sind. Die Temperaturunterschiede dürften hierbei allerdings im nicht messbaren Bereich liegen im Vergleich zu Slotblenden, welche nicht mit Lüftungsschlitzen versehen sind. Von daher kann man das Ganze wohl eher unter der Rubrik "Optisches Schmankerl" verbuchen.

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Auch der abnehmbare Gehäusedeckel wurde im Vergleich zum Vorgänger komplett überarbeitet. Hatte der B25 noch einen schlichten Deckel, so ist der Deckel beim B25F pyramidenförmig mit stumpfer Spitze. Im hinteren Teil des Deckels sitzen unter einem gelochten Lüftergitter zwei, mit nur 1.000 U/Min langsam drehende, schwarze 140 mm Lüfter, die die warme Luft aus dem Gehäuse saugen. Positiv zu vermerken: Der Deckel lässt sich leicht von oben abnehmen, um beispielsweise die Lüfter tauschen zu können. Negativ ist anzumerken, dass es keinen Staubfilter gibt. Im laufenden Betrieb kein Problem, aber wenn der Rechner nicht läuft, kann der Staub schön von oben durch das Lochgitter ins Gehäuse rieseln.

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Hatte der B25 das I/O-Panel noch schlecht erreichbar auf der rechten Gehäuseseite in Nähe des Bodens, so finden wir dieses jetzt leicht zugänglich in einer Vertiefung auf dem Gehäusedeckel wieder. An Anschlüssen stehen einem hier zwei USB 2.0, Audio IN-/Out und neu, statt dem FireWire ein E-SATA Port zur Verfügung. Leider fehlt uns auch hier eine Abdeckung, um die Anschlüsse vor Staub zu schützen. Auch der Power- und der Resettaster sind auf den Gehäusedeckel gewandert. Vorher waren diese in der Front hinter der Tür. Ein dezentes Lian Li Branding rundet das Ganze ab.

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Bleibt noch der Gehäuseboden, bevor wir uns dem Innenleben widmen. Der B25F steht auf vier Füßen, welche wie gewohnt bei Gehäusen in dieser Preisklasse im Hifi-Look gehalten sind. Unterhalb des Netzteils sitzt ein, wie in der Front nur eingeklippter auswaschbarer Staubfilter. Manko hierbei ganz klar: "enn man den Staubfilter entfernen will, muss man erst das ganze Gehäuse auf die Seite legen. Ein nach hinten ausziehbarer Staubfilter, wie ihn der kürzlich getestete Corsair Obsidian 800D oder auch der Xigmatek Midgard bietet wäre schöner gewesen.

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[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Innenleben (1)] Kommen wir zum Innenleben, welches auch einige interessante Details zu bieten hat. Die Laufwerke finden wie gewohnt auf der rechten Seite ihren Platz. Der Laufwerkskäfig für die 3,5" Laufwerke fasst sechs Datenträger. Gekühlt werden diese durch zwei 120 mm Lüfter welche vor dem Käfig sitzen. Für 5,25" Laufwerke stehen einem darüber drei Einbauplätze zur Verfügung. Das Netzteil sitzt auf der linken Seite auf dem Gehäuseboden. Soweit erst einmal nichts Ungewöhnliches oder gar Neues.

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Doch nun zu den Details. Die 5,25" Laufwerke verfügen über einen neuen Befestigungsmechanismus. Hierzu wird einfach der Metallhebel zur Seite geklappt, das Laufwerk wie gewohnt von der Frontseite her eingeschoben und der Riegel wird wieder eingeklappt und arretiert das Laufwerk. Optisch schick und mit nur einem Finger einfach zu betätigen, aber die Plasikclips, welche den Riegel einrasten lassen, wirken nicht wirklich sehr vertrauenerweckend, da sie recht dünn sind. Hier würde wohl nur ein Belastungstest die Frage klären, wie oft man den Hebel öffnen und schließen kann, bevor die Clips brechen. Allerdings werden 5,25" Laufwerke selbst bei Enthusiasten wohl wesentlich weniger oft gewechselt, als eine Grafikkarte, ein Mainboard oder andere Komponenten und daher sollte die Konstruktion sicherlich ab Werk ausreichend auf Stabilität geprüft worden sein.

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Für die 3,5" Zoll Laufwerke stehen einem wie gesagt, insgesamt sechs Einbauplätze zur Verfügung. Die Laufwerke werden um 90° Grad versetzt eingebaut und der Käfig ist unterteilt in zwei Zonen á drei Platten. Der ganze Käfig ist mit drei Rändelschrauben befestigt und kann, wenn man zum Beispiel seine 3,5" Zoll Laufwerke im 5,25" Zoll Schacht einbauen will, somit leicht entfernt werden. Auch ein eventueller Austausch der zwei 120 mm Lüfter, die die Festplatten kühlen, geht so leichter von statten.

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[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Innenleben (2)] Auch die Gehäuserückseite bietet etwas Neues und zwar den Befestigungsmechanismus für die Erweiterungskarten. Hier hat Lian Li ein ausgeklügeltes Konzept mit Metallbügeln neu entwickelt, das neben der althergebrachten Befestigung mittels Schrauben das derzeit stabilste am Markt sein dürfte. So etwas würden wir uns öfters wünschen. Bleibt die Frage, ob andere Hersteller hier nachziehen oder in wieweit Lian Li sich diese Methode hat schützen lassen und ob sie hierfür eine Lizenzierung herausgeben. Einzig die achte Slotblende wird herkömmlich nur mit einer Rändelschraube gesichert. Warum, ist uns ein wenig schleierhaft. Wer aber trotzdem nicht auf seine Schrauben verzichten will, der kann diese Konstruktion auch entfernen. Hierfür müssen auf der Rückseite lediglich vier Schrauben entfernt werden.

Oberhalb der Slotblenden sitzt mit einem Lüftergitter geschützt der 120 mm Lüfter. Er kann wie auch die zwei Top-Lüfter über einen 3-Pin-Anschluss direkt am Mainboard angeschlossen werden. Mit im Bild noch die große Öffnung auf dem Mainboardträger, welche ein Wechseln von verschraubbaren Kühlern ohne Ausbau des Mainboards unterstützen soll.

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Das Netzteil wird auf dem Boden befestigt und liegt auf zwei Moosgummistreifen auf. Darunter befinden sich kiemenartige Lüftungsschlitze durch die das Netzteil, sofern es mit dem Lüfter nach unten eingebaut ist, für die Eigenkühlung Luft ansaugen kann. Vor dem Netzteil ist auf dem Boden eine Plastikklemme mit acht Kabelaufnahmen für ein besseres Kabelmanagement.

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[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Einbau] Beim Einbau haben wir uns erst einmal keine Gedanken über eine bestimmte Reihenfolge gemacht, da das Gehäuse ausreichend Platz bietet. Wir haben mit dem Mainboard angefangen. Mainboardabstandshalter sind bereits einige vormontiert, so dass wir direkt loslegen konnten. Statt mit herkömmlichen Schrauben wird das Board mit Rändelschrauben befestigt. Schaut optisch schick aus, hat aber einen winzigen Haken. Die Rändelschrauben sind so klein, dass es bei großen Fingern nicht ganz einfach ist sie zwischen Kondensatoren oder ähnlichem ein zu schrauben. Als nächstes folgten die 5,25" Zoll Laufwerke. Hierzu haben wir die Front entfernt um die Blenden herausnehmen zu können, welche im Übrigen nur gesteckt sind.

Die Laufwerke werden von vorn ins Gehäuse geschoben und mit dem Hebel fixiert. Lässt sich der Hebel noch leicht öffnen, so muss man beim Schließen schon ein wenig fester drücken. Das bemerkten wir, als wir beim Kabelverlegen öfter mal an die Laufwerke stießen. Immer wieder sprang der Hebel auf, weil wir ihn nicht richtig geschlossen hatten.

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Als nächstes kam die Grafikkarte, was sich aber als Fehler erwies. Will man für das Netzteil die Klammer verwenden um es schraubenlos zu befestigen, so sollte man das Netzteil vor der Karte einbauen, weil sonst der Hebel, welcher zwischen Mainboardträger und Boden eingehakt wird nicht mehr den nötigen Hebelweg hat und mit der Grafikkarte kollidiert. Das Netzteil darf maximal 20 cm lang sein, ansonsten muss man die auf dem Boden befestigten Kabelführungen entfernen, dann stehen einem hier sogar ca. 30 cm Platz zur Verfügung. Hat man dies erledigt, kann die Grafikkarte wieder eingebaut werden. Der mechanische Befestigungsmechanismus hält die Karte bombenfest. An Platz stehen einem hier ca. 29 cm zur Verfügung, bevor der Käfig für die 3,5" Zoll Laufwerke beginnt. Entfernt man den Käfig sind es gar satte 40 cm.

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Zu guter Letzt kamen die 3,5" Zoll Laufwerke an die Reihe. Sie bekommen Spezialschrauben mit Gummipuffer spendiert, um Vibrationen auf das Gehäuse zu verhindern. Dann werden sie einfach in die Käfige geschoben und mittels eines an der Seite angebrachten Schiebers wird der ganze Käfig verriegelt.

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Nach der doch recht umständlichen Verkabelung mit den 5 Lüftern wozu dann doch diverse Adapter vonnöten waren, sah das Ganze wie folgt aus.

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[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Temperaturmessungen]Nachdem alles verkabelt und angeschlossen ist, konnten unsere Messungen beginnen. Für die Temperatur- und Lautstärkemessungen verwenden wir lediglich die vom Werk, in diesem Fall also fünf, vorinstallierten Lüfter.
Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:


Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

Idle:

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Load:

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Die Temperaturen sind wie man sieht alle sehr gut, einzig die Lautstärke ist zu bemängeln. Mittels eines Adapters von Zalman haben wir einmal zwei der fünf Lüfter auf 7V laufen lassen, was ungefähr ein db(A) ausmachte und wobei sich die CPU-Temperatur um ca. ein Grad Celsius verschlechtet hat. Die restlichen Temperaturen gingen hierbei um ca. zwei Grad in die Höhe. Hier ist also noch reichlich Spielraum vorhanden und man kann getrost die Lüfter auf 7V laufen lassen.

[BREAK=The Ring - Lian Li B25F- Fazit]
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Das Lian Li B25F konnte trotz kleinerer Mängel auf ganzer Linie überzeugen. Mit ein wenig Geschick ist komplett werkzeugloser Einbau möglich. Der Platz im Gehäuseinneren ist vollkommen ausreichend um ohne Verrenkungen alles einbauen zu können. Auch gerade im Bereich der 5,25" Zoll Laufwerke. Hier verlaufen über dem obersten Laufwerk die Anschlußkabel für das I/O-Panel im Deckel und bei manch anderem Hersteller wurde es hier schon des Öfteren bedenklich eng. Nicht so beim B25F. Die Temperaturen sind auch unter Last sehr gut. Der neue patentierte Verschlußmechanismus für die Erweiterungskarten dürfte so schnell von keinem Hersteller getoppt werden. Das ganze dann noch in gewohnt guter Verabeitungsqualität ohne scharfe Kanten oder Ecken.

Einziges Manko des B25F in unseren Augen, die sehr guten Temperaturen sind leider nur auf Kosten der Lautstärke erreicht worden. Gerade im Deckelbereich sind bedingt durch die kleinen Luftlocher erhebliche Strömungsgeräusche zu hören.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag an die Lian Li Entwickler möchten wir auch noch mit auf den Weg geben. Bei so viel Innovationen sollte einmal darüber nachgedacht werden, ob man nicht sämtliche Lüfter mit ausreichende langen Kabeln ausrüstet und diese gleich vorverlegt. Wir könnten uns gut vorstellen, auf der Rückseite, unter dem Deckel oder unterhalb der 3,5" Zoll Laufwerke einen Kabelverteiler zu befestigen von dem aus man nur noch mit einem einzigen Kabel an die Stromversorgung muss. Das Kabelverlegen der Lüfter wird hier nämlich zum Geduldsspiel.

Alles in allem hat uns das Lian Li B25F aber überzeugt und erhält somit in unseren Augen zu Recht unseren Editors Choice Award!


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