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Wir haben bereits einige der aktuellen Cougar Netzteile getestet, hauptsächlich im mittleren Leistungsbereich. Doch auch in den Regionen für Enthusiasten hat Cougar entsprechende Produkte mit Kabelmanagement zu bieten. Heute betrachten wir daher das CM 1000W näher, welches optisch identisch, technisch aber etwas anders als die kleineren Versionen ist. Wir bedanken uns bei Cougar für die Bereitstellung des CM 1000W und wünschen unseren Lesern wie immer viel Spaß!

[break=Produkteigenschaften]
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Das Netzteil selbst verfügt über ein größtenteils modulares Steckersystem, wurde mit dem 80Plus Bronze Zertifikat ausgezeichnet und ist wie die gesamte CM und Power Serie orange lackiert. Die Maße betragen stolze 150x180x86 mm, was angesichts des Leistungsbereiches noch moderat ist. Dort haben wir in der Tat schon längere Probanden gesehen. Beim 230V Netz soll die Effizienz bis zu 88% hoch sein, was wir natürlich überprüfen. Wie üblich wird zudem mit der aktiven Leistungsfaktorkorrektur geworben und einem moderat lauten 140 mm Lüfter.

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Im Lieferumfang des Paketes enthalten sind eine Tüte mit Befestigungsschrauben und einem Aufkleber, das Kaltgerätekabel, ein Benutzerhandbuch sowie drei Kabelbinder. Angesichts der Preislage hätte man dort eventuell mehr Extras beilegen können.

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Zu den weiteren Eigenschaften zählt die vom Hersteller genannte "Dual Transformer Technology", wobei dies sicherlich keine Neuheit ist. Trotzdem ist es sinnvoll, die Leistung hier aufzuteilen, um das Leistungsspektrum zu erhöhen und die punktuelle Wärmeentwicklung zu minimieren. Mit einem derartigen Aufbau bewerkstelligen es viele Hersteller, die 1000W Marke zu überschreiten und adäquat bereistellen zu können. Wobei die Ansteuerung teils unterschiedlich verläuft. Hier generiert ein Transformator je drei +12V Schienen, die mittels Gleichstromwandler zu +3,3V und +5V gewandelt werden.

[break=Anschlüsse und Leistung]


Um die 1KW auch ausnutzen zu können, verfügt das Netzteil über sechs PCIe Stecker, wobei die Hälfte davon auch 8-pins enthält. Zwei von diesen sind schon fest in den Kabelbaum integriert. Ergänzend dazu verfügt das Netzteil über 8 SATA Stecker. Im Gegensatz zur S-Serie wurde hier der Floppystecker noch fest an einem Molexstrang implementiert. Die Leitungslänge ist für die meisten Systeme ausreichend, insbesondere bei den Peripheriesteckern. Wobei man den übrigen Anschlüssen durchaus noch 5-10 cm mehr hätte spendieren können.

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3,3V und 5V bieten eine Maximalbelastung von 30A und können zusammen mit 175 W belastet werden, was bei aktuellen System mehr als ausreichend ist. Wobei der Fokus natürlich auf den großen 12V Leitungen zweier Quellen liegt und dort zusammengefasst 960W bereitgestellt werden können. Somit steht auch starken Rechnern mit mehreren Grafikkarten im CrossFire oder SLI Setup nichts im Weg.


[break=Das Innere]
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Wer das Innere betrachtet, stellt schnell fest, warum wir gewisse Ähnlichkeiten zur S-Serie erkannt haben. Natürlich handelt es sich um eine andere Topologie mit mehr parallelisierten Bauteilen, wie man schon an den zahlreichen Halbleitern im Primärteil sehen kann. Dennoch ist die Ausrichtung der Kühlkörper und die EMI-Filterung durchaus ähnlich. Wieder startet man mit einigen Komponenten auf der Zusatzplatine und einem zusätzlichen Ferritkern an den Leitungen, was sich auf dem eigentlichen PCB fortsetzt. Die markante Aufschichtung von zwei Spulen über zwei X-Kondensatoren wurde beibehalten. Ein Metall Oxid Varistor ist ebenso vertreten, womit das Netzteil solide gegen Störungen gewappnet ist. Isolierungen wie etwa Schutzfolien und Schrumpfschläuche wurden realisiert.

Im Leistungsfaktor-Vorregler finden wir einen üppig dimensionierten Kondensator von Nippon-Chemicon mit 105°C Spezifikation vor und ebenso eine sauber gewickelte und gegen Vibration verklebte Speicherdrossel vor. Darauf folgend wird die Spannung von den MOSFET zerhackt und den beiden Transformatoren (siehe auch Produkteigenschaften) zugeführt.

Sekundärseitig haben wir wieder eine quer zum Kühlkörper montierte Kühlplatte mit einigen Löchern, wobei ein etwas freizügigeres Kühlrippensystem durchaus sinnvoll gewesen wäre. Der Sekundärteil wirkt mit den beiden DC-DC Platinen ähnlich wie die S-Serie, nur dass hier am Ausgang überwiegend noch Elektrolytkondensatoren zu finden sind. Aber auch CapXon Feststoff-Modelle mit hoher Lebensdauer sind am Converter vorzufinden. Diese können dank des festen Polymers nicht auslaufen. Zudem wurden viele Entstördrosseln platziert und auf jeden Transformator folgt eine große Speicherdrossel gegen die hohen Frequenzanteile. Das Gesamtwerk wurde auf einer sehr hochwertigen Epoxidharzplatine aufgebracht. Der Weltrend IC ist mit den notwendigen Sicherungsmechanismen ausgestattet.

[break=Messwerte]
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Wie üblich liegen die zahlreichen +12V Schienen bei den Messungen etwas auseinander. Bis 50% Last fallen diese stark ab, danach gibt es nur unwesentliche Veränderungen, weshalb dort das Ergebnis moderat gut ausfällt. +3,3V und +5V starten etwa gleich hoch mit 2% Überspannungen und landen ca. 1,5% unterhalb des Sollwertes. Auch hier gibt es folglich keinerlei Probleme. Bei der Lautstärke startet das Netzteil zunächst sehr niedrig, muss allerdings viel Verlustleistung bei höheren Lasten kompensieren. Bei hoher Last wird daher die 30 dBA Marke überschritten.

Beim Leistungsfaktor verhält es sich ähnlich wie bei vielen anderen Netzteilen in unserem Versorgungsnetz. Dieser startet zunächst niedrig, immerhin aber über 0,8 und erreicht mehr als 0,98 in der Spitze, was absolut vertretbar ist. Der Wirkungsgrad fällt hingegen sehr durchschnittlich aus, was auch erklärt, warum der Lüfter ab mittlerer Last derart stark aufdreht. Zwar startet das Netzteil sehr hoch, erreicht jedoch maximal und eher knapp die 88% Marke. Im 115VAC Netz wurde daher das 80Plus Bronze Zertifkat vergeben. Insgesamt gibt es keine wirklichen Mängel, weshalb bei der Stabilität nichts gegen das Netzteil spricht, auf der anderen Seite sind viele der Werte kaum mehr als mittelmäßig.

[break=Fazit]
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Das CM 1000W ist ein stabiles Netzteil mit der bekannt auffälligen Gestaltung des Äußeren und setzt dabei auf adäquate Komponenten. Allerdings landet es mit den Testresultaten letzten Endes nur im Mittelfeld, ist dabei aber ab ca. 175€ vergleichsweise günstig.

Der Spannungsabfall ist in keinster Weise kritisch, auch wenn die Tendenz nach unten sichtbar ist. Weiterhin ist der Leistungsfaktor mit bis zu 0,98 zufrieden stellend und der Wirkungsgrad mit knapp 88% in der Spitze und sehr vertretbaren Werten bei geringer Last reiht sich in der guten Mitte ein.

Bei der Elektronik waren wir insgesamt recht zufrieden, da primär etwa ein 105°C Kondensator von Nippon-Chemicon und sekundärseitig teils Feststoffkondensatoren von CapXon eingesetzt wurden, wenn auch in etwas kleinerer Zahl als bei der S-Serie. Die Isolierungen wurden sinnvoll angebracht und die Filterung ist annehmbar. Die beiden Transformatoren, die hochwertige Platine und der DC-DC Converter wurden sinnvoll umgesetzt, jedoch ist dies kein seltenes Attribut in High-End Netzteilen.

Auch die sechs PCIe Stecker sind ein typisches Charakteristikum dieser Leistungsklasse, auf der anderen Seiten können wir abgesehen von den eher moderat langen Anschlüssen keine wirklich negativen Punkte finden, zumal genügend Peripherieanschlüsse geboten werden. Die Ästhetik mag Geschmackssache sein, wir finden die optische Gestaltung nach wie vor ansprechend und die Bautiefe mit 18 cm ist angesichts der Leistungsfähigkeit und Technik nicht kritisch zu betrachten. Gleichermaßen zeigt sich die Lautstärke unter geringer Last moderat und bleibt unter 20 dBA, dementsprechend laut wird es aber unter Volllast. Jedoch werden die meisten Benutzer ein derartiges Netzteil nur mittelstark auslasten, wie es bei der Dimensionierung vorgesehen ist und die gängigen Grafikkarten können dem Gerät in Sachen maximaler Lautheit Paroli bieten.

Alles in allem ist das CM 1000W ein Netzteil, dass sich so gut wie keine Schwächen leistet, aber andere Netzteile in ihren Fähigkeiten auch nicht übertrifft. Es ist eine günstige und optisch ungewöhnliche Ergänzung des Enthusiastenmarktes, die man sich ohne Bedenken kaufen kann.

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