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Die 550W Variante einer aktuellen AeroCool Baureihe haben wir bereits getestet und festgestellt, dass es abseits vom mäßigen Lieferumfang technische Vorzüge bietet. Nun werfen wir einen Blick auf das V12XT-800 und somit auf den High-End Bereich des Anbieters. Dort soll es anhand der besseren Ausstattungsmerkmale etwas anders aussehen. Ob allerdings auch dort die Elektronik überzeugen kann, ebenso wie die Messwerte, zeigt unser Test. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen des Testberichts!

[break=Produkteigenschaften]
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Bereits der große Karton und dessen Aufbau erinnert uns stark an das CM 1000 Watt von Cougar. Auch hier war wie beim E85 also die Herkunft bei HEC absehbar. Geworben wird vor allem mit optischen Spielereien, wie etwa der "Fingerprint-free Carbon fiber surface treatment" bei der Oberfläche oder den leuchtenden Steckerköpfen. Aber auch die Technik ist beim 18 cm langen Netzteil nicht zu kurz gekommen. So wird mit 80Plus Bronze, einem leisen und blau beleuchtetem 13.9 cm LED-Lüfter geworben. Weiterhin zählen die aktive Leistungsfaktorkorrektur und die MTBF von über 120,000 h zu den Eigenschaften und Sicherheitsmechanismen wie Over Current, Over Voltage, und Short-Circuit Protection werden angegeben.

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Während die Ausstattung anhand der verfügbaren Anschlüsse wie erwähnt besser sein soll, sind dem Lieferumfang hier auch nur das Kaltgerätekabel und die Befestigungsschrauben beigelegt. Immerhin sind auch zwei Kabelbinder mit Klettverschluss mit dabei.

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Wie schon angesprochen ist die Carbonoberfläche resistent gegen jegliche Fingerabdrücke, durch seine Perforierung im Karomuster optisch aber auch ansprechend. Die Entlüftungslöcher sind wabenförmig und der Netzschalter, stark an aktuelle Cougar Netzteile erinnernd, leuchtet im Betrieb blau. Ansonsten kommt ein klassisches Lüftergitter in schwarzem Lack zum Einsatz. Die Verarbeitung ist einwandfrei, ohne scharfkantige Ecken.

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Young Lin fertigt die Lüfter, was abzusehen ist. Als einer der größten Lüfterhersteller haben sie keinerlei Probleme mit der erforderlichen Menge zu den vereinbarten Konditionen - bei keinem Kunden. Auch Cougar und HEC setzen darauf wie viele andere, so etwa Enhance. Hierbei handelt es sich um einen DFS132512H. Wie beim CM 1000W drehte dieser ab 80 % sehr laut, welches damals die 30 dBA-Marke überschritten hatte. Die Regelung ist hierbei natürlich an die höhere Verlustleistung eines großen Netzteils angelehnt. Bis 20 % Last kann man die Geräuschentwicklung aber noch als angenehm bezeichnen.

[break=Leistung und Anschlüsse]
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Durch die DC-DC Topologie können theoretisch 780 Watt, also fast das ganze Leistungsvermögen auf + 12V bereitgestellt werden. In Anbetracht dessen, dass der Regelkreis immer auch über die kleineren Schienen belastet werden, gibt man dort nicht die volle Leistung an. Für +3,3 V und +5 V stehen insgesamt 150 Watt bereit, wobei die maximale Belastbarkeit mit je 30 A sehr hoch angesetzt worden ist.

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Die vier roten Ports beherbergen die PCIe Anschlüsse, wobei zwei bereits am Netzteil fest sitzen. Zwei modulare Sockel bleiben daher zum Aufrüsten frei. Der einzige Unterschied zu Cougar besteht in der Ummantelung der Leitungen, welche dort etwas simpler und billiger ausgefallen ist. Ansonsten erinnert das modulare Steckersystem sehr stark an die CM-Serie. Acht SATA, sechs PATA und vier PCIe Stecker (zwei davon mit 6/8-pin Köpfen) sind ein sehr zufrieden stellendes Angebot und die Hauptstränge sind 55 cm lang.

[break=Elektronik]
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Und siehe da, die dualen Transformatoren, die kleinen, mit hoher Frequenz angesteuerten Bauteile im Sekundärteil und die gelochte Kühlplatte lassen eine direkte Vergleichbarkeit mit dem CM 1000 von Cougar zu. Hierbei wurde ein wenig eingespart, worauf wir später noch zurück kommen, weshalb man das V12XT wieder mal als kleinen, günstigen Bruder der Cougar Serie bezeichnen kann. Das Innere ist gut gefüllt und erklärt die Bautiefe. Alle Komponenten wurden auf einer Epoxidharzplatine hoher Flammenfestigkeit aufgebracht und die Kühlkörper schwarz eloxiert. Beide Haupttransformatoren werden via Double Forward angesteuert und der +5 VSB Schaltkreis versteckt sich links unter der abgewinkelten Kühlfläche.

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Zwischen MOV und Gleichtaktdrossel mit Ferritkern wurden zwei Y-Kondensatoren eingespart. Ansonsten ist die Filterung hinter dem Eingangsbereich gewohnt gut, da ein Ferritkern zur Entstörung, diverse X-Kondensatoren und ausreichend Spulen platziert wurden. Beim Primärkondensator handelt es sich um einen sehr großen Teapo LH 85°C.

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Sekundärseitig kommen die vertrauten Anpec Controller zum Einsatz, CapXon 105°C Feststoffkondensatoren zur Spannungsglättung, diverse Schutzfolien und Schrumpfschläuche wurden ebenso platziert. Gerade die Platine für das Kabelmanagement wurde sehr gut abisoliert. Beide Transformatoren generieren zwei 12-V-Quellspannungen, die über zwei Speicherdrossel gefiltert werden und sich anschließend in +5 V und +3,3 V aufteilen.

[break=Messresultate]
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Vergleichbar mit Cougar brechen die +12-V-Schienen zunächst recht stark ein, können sich aber letzten Endes stabilisieren und das Gesamtniveau noch gut innerhalb der Spezifikation halten. Der Abfall mag optisch stark aussehen, letzten Endes ist der Verlauf aber stabil genug. +5 V fällt weniger als 1 % unter den Sollwert und +3,3 V startet zunächst ähnlich hoch, fällt dafür aber etwas mehr als 1 % unter 3,30 Volt.

Beim Wirkungsggrad erreicht es gemäß 80Plus Bronze über 88 %, bei 115 VAC waren es laut Testdokument nur einige Prozent weniger. Bereits unter geringer Last wird beinahe 82 % erreicht und hält sich auch danach kostant darüber. Im Bereich von 20-80 % Last operiert das Netzteil sehr gut. Der Leistungsfaktor steigt wie üblich kontinuirlich an, auch wenn er anfangs etwas höher liefen könnte und erreicht in der Spitze 0,98.

[break=Fazit]
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Ähnlich dem E85-550 kann man das V12XT-800 als ein leicht vergünstiges Cougar Netzteil bezeichnen, dass abgesehen vom Lieferumfang bei der Ausstattung an Anschlüssen weitaus mehr bietet, als sein kleiner Bruder mit 550 Watt. Weiterhin wurde die Optik sehr individuell gestaltet, obgleich dies stark nach dem Geschmack zu beurteilen ist.

Jedenfalls gefällt uns die unempfindliche, gegen Fingerabdrücke resistente und dennoch ansehnliche Oberfläche. Bei der allseits präsenten Belechtung wird jeder selbst entscheiden müssen, wie er diese Spielereien beurteilt. Schließlich sieht man sie auf jeder Seite. Den bleuchteten Netzschalter, den LED-Lüfter oder die leuchtenden Anschlüsse, wie das kurze Video aufzeigt. Für Modder mag diese jedenfalls ansprechend sein.



Kommen wir aber zu den wichtigeren Punkten. Die Bautiefe ist angesichts der Technik vertretbar, selbige wartet mit soliden taiwanesischen Kondensatoren und effizienten Anpec Controllern auf. Insbesondere haben uns die Abisolierungen der Zusatzplatinen gefallen und an den Ausgangsleitungen wurden Schrumpfschläuche als Kontaktschutz angebracht. Einzig die zwei wegrationalisierten Y-Kondensatoren und der etwas einfache 85°C Kondensator primär passen nicht ganz zum sonst ansprechenden Gesamtbild.

Der Wirkungsgrad liegt meist über 82 %, in der Spitze bei 88 % und auch der Leistungsfaktor liegt mit 0,98 letzten Endes sehr gut. +12 V bricht mit steigender Last etwas ein, liegt aber alles in allem noch innerhalb der Spezifikation, während +5 V sehr stabil ist. +3,3 V fällt zwar etwas stärker ab, wirklich dramatisch wird die Entwicklung dort aber auch nicht. Unter geringer Last ist die Lautstärke mit einem leichten Summen noch erträglich, bei steigender macht sich der Rotor sehr schnell bemerkbar und wird ab 80 % in jeder Hinsicht störend laut.

55 cm lange 24-pin Anschlüsse werden bei der Serie ebenso geboten wie vier PCIe Anschlüsse, zwei davon mit 6/8-pin Köpfen. Die Anzahl an SATA und PATA STeckern ist ebenso zufrieden stellend. Wobei der Sleeve nicht ganz so weich und markant wie bei Cougar sein mag, aber die farbliche Markierung in rot und schwarz ansonsten ihren Zweck erfüllt.

Alles in allem erhält man ein optisch ungewöhnliches Netzteil, das sicherlich seine Käufergruppe finden wird. Diese werden mit insgesamt angemessener Stabilität,etwas überdurchschnittlicher Effizienz als auch ausreichendenAnschlüssen versorgt. Wem die Ästehik nicht zusagt, findet sicherlich Alternativen. Wirklich einen Fehler macht mit dem V12XT-800 aber niemand, der in der Leistungsklasse fündig werden möchte. Weniger Einsparungen im Layout wären aber dennoch netter gewesen als eine nicht-ausschaltbare Beleuchtung.


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