Titelbild zum ECS A785GM-M


Am 04. August dieses Jahres - also vor fast vier Monaten - stellte AMD den neuen Mainstream-Chipsatz 785G vor. Seit dieser Vorstellung ist das Internet voll mit Reviews von Mainboards, die diesen Chipsatz verwenden. Interessierte Leser können sich über fast jede erdenkliche Frage informieren - allerdings nicht bei Planet 3DNow!.

Wir bekamen unser erstes 785G-Mainboard zwei Tage nach dem offiziellen Start zugeschickt, sodass unser erstes Mainboardreview gegen Ende August oder spätestens Anfang September hätte online sein sollen. Doch es kam alles anders. Wir stolperten über Stabilitätsprobleme, die zwar problemlos reproduzierbar jedoch nicht zu lösen waren. Eine E-Mail folgte der Nächsten. Unsere Probleme konnten aber beim Hersteller nicht nachvollzogen werden, doch man nahm die Angelegenheit sehr ernst. Statt die Probleme zu ignorieren bat man uns, sowohl unsere CPU als auch den verwendeten RAM in die Niederlande zu schicken. Und siehe da, mit der identischen Hardwarekombination konnte man endlich das Problem nachstellen - und nach mehreren Wochen sogar mit einem BIOS-Update beheben.

Um unsere Leser nicht ewig warten zu lassen, begannen wir Mitte Oktober damit, eine weitere 785G-Platine zu testen. Dabei handelte es sich um das ECS A785GM-M, welches wir heute vorstellen möchten - inklusive der Frage, die für Viele in Bezug auf AMDs 785G interessant ist: Wie steht es um die 2D-Leistung der integrierten Grafikeinheit beim Betrieb unter Windows XP? Sind die Performance-Probleme der Vorgänger behoben? Oder ist die IGP des 785G ebenso schlecht aufgestellt? Und auch die Frage, ob diese oder ähnliche Probleme unter Windows 7 auftreten, haben wir überprüft.

Viel Vergnügen beim Lesen!
[break=AMDs 785G]
Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf AMDs 785G.

Chipsatzdiagramm AMD 785G


AMD platziert den Chipsatz im Mainstream-Segment, was bereits auf dem von AMD zum Launch präsentierten Chipsatz-Diagramm zu sehen ist. Technisch gesehen bleibt es bei der klassischen Trennung von North- und Southbridge, wobei AMDs 785G die Northbridge darstellt, welche mit allen Southbridges der 700er-Serie kombiniert werden kann.

Großartige Veränderungen gibt es zum direkten Vorgänger, dem 780G, nicht. Eine sanfte Evolution führt dazu, dass DirectX 10.1 unterstützt wird (DirectX 10 beim 780G), die Anzahl der Stream-Prozessoren bleibt mit 40 ebenso identisch wie der Herstellungsprozess in 55 nm Strukturen. Damit einhergehend bleibt auch die Transistoren-Anzahl beider Chips mit rund 205 Millionen nahezu unverändert. Von den 22 zur Verfügung gestellten PCI Express 2.0-Lanes werden 16 für einen PCIe x16-Slot verwendet, die verbleibenden 6 Lanes können für zusätzliche Onboard-Komponenten genutzt werden. Eine Aufsplittung der 16 Lanes in 2x 8 Lanes und somit zur Unterstützung von Crossfire ist nicht möglich. Dieses bleibt somit den Chipsätzen ohne integrierte Grafik vorbehalten (z.B. AMD 790FX). Lediglich Hybrid Crossfire, die Kombination der integrierten Grafikeinheit mit einer Low Budget-Grafikkarte, ist möglich. Auch bei der integrierten Grafikeinheit selbst ändert sich nicht viel. Der bereits genannte DirectX 10.1-Support ist ein Aspekt, die Unterstützung des HDMI 1.3-Standards (bisher 1.2) sowie UVD 2.0-Unterstützung (bisher 1.0) sind zwei weitere, kleine Verbesserungen. In puncto Taktfrequenz bleibt hingegen alles beim Alten.

Aufgrund der geringen Unterschiede von 780G und 785G kann man als gut informierter Leser vermuten, dass auch der "Neuling" die gleichen Performanceprobleme unter Windows XP aufweist, wie der Vorgänger 780G. Spannend an dieser Frage ist natürlich auch, dass seit unserem Artikel "Die Causa RS780" Windows 7 veröffentlicht wurde. Mit Windows 7 rücken wir dem Treibermodell von Windows XP wieder ein Stück näher, sodass die Gefahr besteht, dass eventuell in Windows XP vorhandene Probleme auch unter Windows 7 auftreten könnten. Wir haben dieses Szenario mit identischer Hardware in drei verschiedenen Windows-Installationen untersucht und im bewegten Bild festgehalten. Doch dazu im Verlaufe des Artikels mehr, nun steht erst das ECS A785GM-M-Mainboard im Vordergrund.
[break=Lieferumfang]
Lieferumfang ECS A785GM-M


In der Verpackung finden wir neben unserem Testsample noch folgendes Zubehör:

  • 1x Handbuch (englisch)
  • 1x Schnellinstallationsanleitung (englisch)
  • 4x SATA Datenkabel (gewinkelt)
  • 1x IDE-Kabel (für zwei Geräte)
  • 1x I/O-Blende
  • 1x Treiber-CD
  • 1x eJIFFY-CD


Der Umfang des Zubehörs mutet verhältnismäßig spärlich an. Allerdings ist mehr Zubehör nicht zwingend nötig, man kann das Mainboard auch so problemlos in Betrieb nehmen. Lediglich eine weitere USB-Slotblende mit zwei Anschlüssen wäre als Ergänzung noch sinnvoll.
[break=Spezifikationen]
Prozessor
  • Sockel AM3
  • unterstützt AMD Athlon II, AMD Phenom II
  • unterstützt Cool'n'Quiet
  • unterstützt Prozessoren bis 140 Watt TDP
  • Prozessor-Support-Liste
Chipsatz
  • Northbridge AMD 785G
  • Southbridge AMD SB710
Speicher
  • 4x 240 Pin DDR3-Speicherslots (maximal 32 GB)
  • 128 Bit Dual Channel-Architektur
  • unterstützt DDR3 800 / 1066 / 1333 / 1600 DIMMs
VGA
  • integrierter HD 4200 Grafikchip
  • bis zu 512 MByte shared Memory
  • kein SidePort-Speicher
PCI / PCIe Slots
  • ein PCIe x16-Steckplatz
  • zwei PCIe x1-Steckplätze
  • ein PCI-Steckplatz
SATA / eSATA
  • SATA
    • 6x SATA 300 MByte/s
    • unterstützt Raid 0 / 1 / 10
  • eSATA
    • JMicron JMB362
    • 2x eSATA
IDE
  • ein IDE-Anschluss
  • bis zu 2 Geräte mit UDMA 133 / 100 / 66 / 33
IEEE 1394a
  • Via VT6315N
  • bis zu zwei Geräte
  • unterstützt bis 400 Mbit/s
Netzwerkadapter
  • Realtek RTL8111DL
  • über PCIe angebunden
  • unterstützt 10 / 100 / 1000 Mbit/s
  • unterstützt Wake-On-LAN
Audio
  • Realtek 7.1 Audio CODEC ( ALC888S )
Lüfteranschlüsse
  • CPU-Lüfter
    • 1 Anschluss
    • 4 Pin PWM
    • regelbar (nur mit 4 Pin-Anschluss)
  • Gehäuselüfter
    • 2 Anschlüsse
    • 3 Pin
    • regelbar
Interne I/O-Anschlüsse
  • 1x PCIe x16
  • 2x PCIe x1
  • 1x PCI
  • 6x SATA
  • 1x IDE
  • 3x USB 2.0 pinheader (für 6 Ports)
  • 1x Front Audio Pfostenstecker
  • 1x IEEE1394a Pfostenstecker
  • 1x SPDIF out Pfostenstecker
Backpanel-Anschlüsse
  • 6x USB 2.0
  • 1x Audio (6 Anschlüsse)
  • 1x RJ-45 LAN
  • 1x VGA
  • 1x DVI
  • 1x IEEE1394a
  • 1x HDMI
  • 2x eSATA
Formfaktor
  • Micro-ATX 244 x 244mm
RoHS*
  • RoHS-konform
*RoHS steht für "Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment". Diese Direktive verhindert innerhalb der EU den Einsatz von neuer elektrischer und elektronischer Hardware, welche über erhöhte Mengen an Chrom, Blei, Kadmium, Quecksilber, PBB und PBDE verfügen. Die RoHS-Direktive ist am 01.07.2006 in Kraft getreten.
[break=Layout]
Wenden wir uns nun dem Layout unseres heutigen Testkandidaten zu.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Beim ECS A785GM-M handelt es sich um ein Micro-ATX-Mainboard. Zwar handelt es sich dabei um ein Black Edition-Mainboard, das PCB kommt für diese Serie jedoch untypisch in dunkelbraun daher.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Wie üblich werden in der rechten oberen Ecke des Mainboards die Speicherslots platziert. Werden die Slots gleicher Farbe bestückt, so erhält man eine Dual-Channel-Konfiguration.

Links neben den Speicherslots befindet sich der regelbare Anschluss für den Prozessorlüfter, rechts daneben findet der 24-polige ATX-Anschluss sowie der IDE-Port seinen Platz.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Zwischen Prozessorsockel und I/O-Blende verbaut ECS einen sehr großen Mosfet-Kühler. Das ist insofern untypisch, als das dieser Kühler der Größte auf dem Mainboard ist. Weder North- noch Southbridge werden mit einem solch dimensionierten Kühler versehen. Möglicherweise ist das jedoch eine Maßnahme, um den Betrieb von Prozessoren mit einer TDP von 140 Watt gewährleisten zu können.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Im Vergleich zum Mosfetkühler wirkt der Northbridgekühler geradezu klein. Hinzu kommt, dass die einzelnen Kühlfinnen im unteren Teil des Kühlers lediglich die gleiche Höhe besitzen wie der benachbarte PCIe x1-Steckplatz. Durch die Kürzung der Finnen ist gewährleistet, dass PCIe x1-Erweiterungskarten im oberen Slot problemlos betrieben werden können und nicht mit dem Northbridgekühler kollidieren. Insgesamt steht ein Slot mit x16-Anbindung, zwei PCIe x1-Slots und ein PCI-Slot zur Verfügung. Selbst beim Einsatz einer Grafikkarte mit Dual-Slot-Kühler bleibt sowohl ein PCIe x1-Steckplatz als auch der PCI-Steckplatz nutzbar.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Der verwendete Southbridgekühler ist ebenfalls deutlich kleiner als der Kühlkörper auf den Mosfets. Er besitzt die gleiche Bauhöhe wie die Erweiterungsslots auf dem Mainboard, sodass lange Steckkarten problemlos darüber hinweg passen.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


An der unteren Kante des Mainboards sind traditionell viele Pfostenstecker für den Anschluss von zusätzlichen Geräten platziert. Beim ECS A785GM-M handelt es sich dabei um einen Anschluss für Front Audio, SPDIF out sowie FireWire.
[break=Layout - Fortsetzung]
Bild zum Layout ECS A785GM-M


Die rechte untere Ecke des Mainboards ist prall mit Features gefüllt. Neben den Pfostensteckern für sechs zusätzliche USB-Ports finden wir hier eine Postcode-Anzeige, die BIOS-Batterie, einen CMOS-Clear-Button, den gesockelten BIOS-Chip, je einen Power- und Reset-Button sowie einen Onboard-Lautsprecher vor.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Die sechs verbauten SATA-Anschlüsse sind gewinkelt. Die Halterung ist so gestaltet, dass selbst Kabel mit Halteklammern verwendet werden können. Direkt unter den Anschlüssen (hier links im Bild) wird zudem einer von zwei zusätzlichen Lüfteranschlüssen platziert.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Ein seitlicher Blick auf den Mosfetkühler zeigt die Ausmaße noch einmal genauer. Der Kühlkörper beherbergt vier Phasen der Spannungsversorgung sowie die Mosfets unter sich. Er ist deutlich höher als die Bauteile der Spannungsversorgung und endet direkt neben dem Retentionmodul des Prozessorsockels. Durch die Ausmaße ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit großvolumigen Kühlern zu Platzproblemen kommt, ziemlich hoch.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Trotz des Micro-ATX-Formfaktors müssen Nutzer des ECS A785GM-M nicht auf Zusatzfunktionen verzichten. Nebem dem Taktgenerator vom Typ ICS 9LPRS471CKL, welcher hier in der Mitte des Bildes zu sehen ist, werden weitere Zusatzchips verbaut. Links im Bild ist der JMicron JMB362 zu sehen, welcher die eSATA-Funktionalität bereitstellt. Ganz rechts oben am Bildrand ist VIAs VT6315N zu erahnen, der für FireWire zuständig ist.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Realtek zeichnet mit dem RTL8111DL (links) für Gigabit-LAN und mit dem ALC888S (rechts) für High Definition Audio verantwortlich.

Bild zum Layout ECS A785GM-M


Beim Blick auf das I/O-Panel fällt auf, dass sich ECS komplett von P/S2 verabschiedet hat. Statt dessen verbaut man neben einem VGA-, einem DVI- sowie einem HDMI-Port insgesamt sechs USB-Anschlüsse, zwei eSATA-Anschlüsse, einen FireWire-Port, einen RJ-45-Anschluss sowie die Audio-Anschlüsse.
[break=BIOS]
Weiter geht es mit dem obligatorischen Blick ins BIOS.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Der geneigte User wird von einem BIOS in Award-Optik begrüßt, es handelt sich jedoch um ein AMI-BIOS.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Im "Standard CMOS Setup" werden die angeschlossenen Laufwerke angezeigt. SATA und IDE werden getrennt vermerkt.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Das "Advanced Setup" bietet Einstellmöglichkeiten zum Stromsparen sowie zur Bootreihenfolge. Eine Option zur Deaktivierung des Vollbild-Bootlogos fehlt leider.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Im "Advanced Chipset Setup" kann die Onboard-Grafik konfiguriert werden. Zwischen 32 und 512 MByte Videospeicher können zugeordnet werden und die Taktrate der Onboard-Grafik lässt sich zwischen 150 und sagenhaften 2.000 MHz einstellen. Für ausreichend Luft in Sachen OC-Versuche sollte also gesorgt sein.

Die Optionen rund um die Onboard-Grafik sind im Übrigen nicht sichtbar, wenn eine NVIDIA-Grafikkarte im System steckt. In diesem Falle ist lediglich die Option "DCT Unganged Mode" im Menü zu sehen.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Das Untermenü "Integrated Periphals" hält alle Einstellungen rund um die Onboard-Komponenten bereit. Die SATA-Anschlüsse lassen sich im IDE, Raid- und AHCI-Modus betreiben.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Das "Power Management Setup" ist verhältnismäßig übersichtlich gestaltet. Es hält jedoch alle wichtigen Einstellungen bereit, die man zum Start, Standby und Abschalten eines Rechners benötigt.
[break=BIOS - Fortsetzung]
Bild zum BIOS ECS A785GM-M


"PC Health Status" ist die Anlaufstelle für einen Überblick über Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehzahlen.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Im Untermenü "Smart Fan Function" lassen sich Einstellungen zur Lüftersteuerung vornehmen. Der Prozessorlüfter lässt sich nur regeln, wenn ein PWM-Lüfter verwendet wird.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Wer Takte und Spannungen anpassen möchte, der muss sich ins "M.I.B II (MB Intelligent BIOS II)" begeben. Dort sind alle notwendigen Optionen zu finden. Im unteren Teil des Bildschirms werden zudem einige Eckdaten des Prozessors angezeigt.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Wer den Prozessor-Multiplikator bzw. den Northbridge-Multiplikator sowie die jeweiligen Spannungen ändern möchte, der muss zunächst die Option "CPU Frequency Ctrl" auf Enabled setzen. Erst dann kommen weitere Optionen zum Vorschein, die einen manuellen Eingriff zulassen. Diese Verfahrensweise hat allerdings zwei Einschränkungen:

1. Nur, wer einen Black Edition-Prozessor einsetzt, bekommt die Option "CPU Frequency Ctrl" angezeigt.
2. In unseren Tests mussten wir feststellen, dass das System den Bootvorgang verweigerte, wenn wir die Option auf Enabled setzten. Somit konnten wir während unserer OC-Tests nur mit Default-Parametern der CPU arbeiten, da manuelle Vorgaben nicht möglich waren.

Dieser Sachverhalt wurde selbstverständlich an ECS gemeldet, bisher haben wir aber noch kein in diesem Punkt funktionierendes BIOS erhalten.

Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Bild zum BIOS ECS A785GM-M


Im "M.I.B. II" gibt es noch das Untermenü "Memory Configuration". Hier lassen sich alle Speichereinstellungen vornehmen. Im unteren Teil werden zudem die aktuellen Settings der wichtigsten Timings angezeigt.

Während unserer Tests fiel auf, dass Tcl und Trc falsch gemappt waren. Setzte man beispielsweise Tcl auf 9, bootete der PC mit Tcl 7. Nach kurzer Rücksprache mit ECS konnte man uns ein BIOS zur Verfügung stellen, welches diese Probleme restlos behob.
[break=Das Testsystem im Überblick]
Die verwendete Hardware auf einen Blick:
  • Prozessor: AMD Phenom II X4 955 BE
  • Kühler: OCZ Vendetta 2
  • Arbeitsspeicher:
  • 4x 2 GByte Corsair PC3-12800 (9-9-9-27 2T) -> für Reviews von Sockel AM3-Mainboards
  • 4x 2 GByte OCZ PC2-6400 (5-5-5-15 2T) -> für Reviews von Sockel AM2+ -Mainboards
  • Grafikkarte: NVIDIA 9800 GTX
  • Netzteil: Seasonic S12-650
  • Festplatten:
    • Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200 u/min, Betriebssystem)
    • Maxtor 6E040L0 (IDE, 7.200 u/min)
    • 2x Maxtor 4D080H4 (IDE, 5.400 u/min, Raid0 am STLab PCI-Raidcontroller)
    • Hitachi P7K500 (SATA, 7.200 u/min, per USB bzw. eSATA angeschlossen)
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower
  • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000

Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
Windows Vista Ultimate
64 Bit, Service Pack 2
DirectX
10, Juni-Update 2008
Grafikkartentreiber
ForceWare 185.85
Prozessortreiber
aktuelle Version, nur bei Bedarf
Chipsatz-/Mainboardtreiber
aktuelle Version des Herstellers
Prime95
25.9, 64 Bit
RightMark Audio Analyzer
RMAA 6.1.2
HDTune
2.55
netio
netio für Windows, Version 126
Everest
5.00, Build 1650
WinRAR
x64 3.90 Beta 2
XMPEG
5.03, Build 5.0.8.84
XviD
1.2.-127
Avidemux
2.4.3
POV-Ray
3.7, Beta 32 (64 Bit)
Cinebench
R10, 64 Bit
Crysis
Demo
Crysis Benchmark Tool
1.0.0.5
UT3
Demo
UT3-Bench
0.2.0.35
Doom 3
Demo
Quake 3
Quake 3 Arena
q3bench
v2.00 Public Beta
3DMark Vantage
Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
PCMark Vantage
Advanced, Build 1.0.0


Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32 Bit- und 64 Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Spiele wechseln sich mit neueren ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst Distributed Computing spielt eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können und zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen PCs.
[break=Stabilitätstests]
Jedes Mainboard muss umfangreiche Stabilitätstests durchlaufen. Nur so können wir sicher sein, dass der jeweilige Kandidat auch im realen Leben alle Anforderungen bewältigt. Wir achten bei den Tests darauf, dass so viele Komponenten wie möglich belastet werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Stabilitätstests.

StabilitätstestVersion/Bemerkungen
OCCT 3.1.0 PerestroikaLinpack, 8 Stunden über Nacht
CrysisCPU-Benchmark, 8 Stunden im Loop
großes Archiv von SATA zu IDEverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von IDE zu PCI-Raidverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von PCI-Raid zu SATAverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von SATA zu USBverschieben mit anschließender CRC-Prüfung
großes Archiv von USB zu SATAverschieben mit anschließender CRC-Prüfung


Während OCCT Linpack läuft, verschieben wir ein großes RAR-Archiv auf die verschiedenen Festplatten und unterziehen es nach jedem Vorgang einer CRC-Prüfung. Treten keine Fehler auf, wird der nächste Speicherort "angesteuert". Wurden alle Hürden genommen, starten wir den Crysis CPU-Benchmark und lassen den Loop gleichzeitig mit OCCT laufen.

Die Erfahrungen mit AMDs Phenom II haben gezeigt, dass Abstürze sehr häufig beim Lastwechsel erfolgen. Daher verwenden wir als Stabilitätstest den in OCCT integrierten Linpack-Test, welcher mit unterschiedlicher CPU-Auslastung läuft. Zwischen 25 Prozent und 100 Prozent CPU-Auslastung werden verwendet und ständig gewechselt. Dieses Szenario kommt der Alltagsnutzung eines Systems sehr nahe. Wird eine Nacht in diesem Parallelbetrieb überstanden, haben wir nichts mehr zu meckern.

Stabilität bei unseren Testkandidaten

Unser Proband hat sämtliche Stabilitätstests ohne Probleme gemeistert und konnte während des kompletten Testszeitraumes ohne Absturz betrieben werden. Daumen hoch!
[break=Cool'n'Quiet]
Cool'n'Quiet ECS A785GM-M - Load


ECS hält sich beim A785GM-M sehr genau an die Vorgabe von 200 MHz Referenztakt. Die zugrunde liegende Betriebsspannung liegt minimal unter der CPU VID von 1,35 Volt.

Cool'n'Quiet ECS A785GM-M - Idle


Bei aktivierten Stromsparmechanismen wird sowohl der Takt als auch die Betriebsspannung korrekt verringert. Nach wie vor beläuft sich der Referenztakt auf 200 MHz, die Betriebsspannung liegt fast perfekt beim Vorgabewert von 0,975 Volt.
[break=Onboard Sound Signal]
Zu einem ausführlichen Mainboard-Review gehört selbstverständlich auch die Überprüfung der Signalqualität des Onboard-Sounds.

Gerade die vom Mainboardhersteller verwendeten Bauteile sind nicht selten für eine gute oder auch schlechte Signalqualität verantwortlich. Des Öfteren kommen billigere Digital-Analog Wandler zum Einsatz. Auch der verwendete Treiber spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

RightMark Audio Analyzer


Wir überprüfen unsere Testsamples mit Hilfe des RightMark Audio Analyzer. Die Ergebnisse lassen allerdings nur ein Fazit in Bezug auf die Signalqualitäten der Onboard Sounds zu - weitere Features wie 5.1 Sound, EAX etc. sind nicht Gegenstand dieser Prüfung.

TestRealtek High Definition Audio (Referenz)Realtek High Definition Audio
Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB:+0.01, -0.02+0.08, -0.09
Noise level, dB (A):-87.1-84.5
Dynamic range, dB (A):87.284.4
THD, %:0.00290.131
THD + Noise, dB (A):-79.9-52.8
IMD + Noise, %:0.0150.256
Stereo crosstalk, dB:-57.4-85.2
IMD at 10 kHz, %:0.0140.320


Frequency response

RightMark Audio Analyzer - Frequency response

Noise level

RightMark Audio Analyzer - Noise level

Dynamic range

RightMark Audio Analyzer - Dynamic range

Intermodulation distortion

RightMark Audio Analyzer - Intermodulation distortion

Stereo crosstalk

RightMark Audio Analyzer - Stereo crosstalk


Die Bewertungen im Einzelnen:

Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB:+0.08, -0.09Very good
Noise level, dB (A):-84.5Good
Dynamic range, dB (A):84.4Good
THD, %:0.131Average
THD + Noise, dB (A):-52.8Poor
IMD + Noise, %:0.256Average
Stereo crosstalk, dB:-85.2Excellent
IMD at 10 kHz, %:0.320Average
General performance:-Good


Eine ausführliche Erklärung der in der Messung verwendeten Begriffe findet der Interessierte bei unserer Partner-Site Hard Tecs 4U.

Die Testergebnisse des ECS A785GM-M stehen auf soliden Füßen, sind jedoch nicht überragend. Man kann selbst von einer Onboard-Lösung mehr erwarten, das erzielte Ergebnis ist aber im Hinblick auf das Preis-/Leistungsverhältnis des Mainboards in Ordnung.
[break=HDTune (IDE, SATA)]
Für die Messung der Schnittstellenperformance nutzen wir das kostenlose Tool HDTune in der Version 2.55. HDTune lässt eine sehr detaillierte Sicht der Dinge zu, wobei wir uns auf die Kernaspekte der Burst-Rate sowie die Prozessorauslastung konzentrieren.

HDTune


IDE-Performance

HDTune: IDE Burst


HDTune: IDE Prozessorlast


Die IDE-Performance liegt de facto gleichauf mit den bisher getesteten AM3-Mainboards.

SATA-Performance

HDTune: SATA Burst


HDTune: SATA Prozessorlast


Auch beim SATA-Burst gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den getesteten Platinen. Auffällig ist lediglich, dass beide ECS-Mainboards um ein paar MByte Burst-Rate besser dastehen, wenn die IGP verwendet wird.
[break=HDTune (PCI, USB, eSATA)]
Auch ein Blick auf die PCI-, USB- und eSATA-Performance darf nicht fehlen.

PCI-Performance

HDTune: PCI Burst


HDTune: PCI Prozessorlast


Weniger als ein Megabyte trennt alle Kandidaten bei der PCI-Burst-Rate. In Sachen Prozessorlast fallen die Unterschiede etwas deutlicher aus, wobei der heutige Testkandidat die letzten beiden Plätze belegt.

USB-Performance

HDTune: USB Burst


HDTune: USB Prozessorlast


ECS hat bei der USB-Performance zugelegt. Das A785GM-M liegt beim Burst nun gleichauf mit dem ASUS Crosshair III Formula. Die Prozessorlast fällt einmal mehr sehr ähnlich aus.

eSATA-Performance

HDTune: eSATA Burst


HDTune: eSATA Prozessorlast


Die durchschnittliche eSATA-Transferrate liegt bei allen Konfigurationen mit den beiden ECS-Platinen sehr dicht beieinander. Auch in Sachen Prozessorlast unterscheiden sich die ECS-Mainboards kaum, auch hier macht nur das ASUS Crosshair III Formula eine wesentlich bessere Figur.
[break=netio]
Mit netio lässt sich die Bandbreite auf Basis des TCP/IP-Protokolls überprüfen. Das Ergebnis wird dabei in Kbyte sowohl für das Senden als auch das Empfangen ausgegeben und lässt somit eine detailliertere Auswertung zu.

netio


Ein Gigabit-LAN-Anschluss kann per Definition maximal 128.000 Kbyte/s senden bzw. empfangen.

Netzwerkperformance

Netzwerkbandbreite Windows - Tx


Netzwerkbandbreite Windows - Rx


Zwar sind alle Kandidaten dicht beisammen, unser heutiger Proband setzt sich in Sachen Netzwerkperformance aber an die Spitze des Teilnehmerfeldes.

Für die Messung der Prozessorlast verwenden wir die Windows Leistungsanzeige. Der netio-Benchmark wird dafür mit allen vorgefertigten Paketgrößen durchgeführt (1k, 2k, 4k, 8k, 16k, 32k), was etwa eine Minute dauert. Während dieser Zeit messen wir die durchschnittliche Prozessorauslastung.

Prozessorlast Netzwerkverkehr Windows


Bravo kann man rufen, wenn es um die Prozessorlast bei Netzwerkverkehr geht. Denn die fällt deutlich niedriger als die Hälfte der anderen AM3-Boards aus, die wir bisher getestet haben. Hier hat ECS hervorragende Arbeit geleistet. Interessant ist zudem, dass bei Verwendung der IGP auch im heutigen Test die Prozessorlast niedriger ausfällt als bei Verwendung einer diskreten Grafikkarte.
[break=Everest Memory Benchmark]
Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 5.00 mit Build 1.650 zum Einsatz.

Everest


Speicherdurchsatz: Lesen


Speicherdurchsatz: Schreiben


Speicherdurchsatz: Kopieren


Speicherlatenz


Im Speicherbenchmark von Everest ist die getestete ASUS-Platine das Maß der Dinge. An dessen Werte kommt das ECS A785GM-M nicht heran, der Rückstand fällt aber nicht sonderlich groß aus.
[break=WinRAR, XMPEG, Avidemux, H.264]
Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

WinRAR"


WinRAR


Gleiches Bild im WinRAR-Benchmark. An den Primus von ASUS kommt man nicht ganz heran, die Konkurrenz aus eigenem Hause kann man hingegen knapp überflügeln.



XMPEG + XviD / Avidemux + h.264

Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere widerum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt abzubilden. Während XMPEG mit dem aktuellen XviD-Codec kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

XMPEG


XMPEG + XviD


Ein dicht gedrängtes Teilnehmerfeld können wir auch bei der Videobearbeitung mittels XMPEG beobachten.



Avidemux


Avidemux + H.264


Verwendet man Avidemux, so muss sich unser heutiger Proband knapp geschlagen geben.



Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes mit h2.64-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

Perfmon


CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


Auch in Sachen Prozessorlast reicht es nicht zu einem Spitzenergebnis.
[break=POV-Ray, Cinebench]
Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

POV-Ray


POV-Ray


Äußerst knapp geht es beim POV-Ray-Benchmark zu. Hier kann sich kein Kandidat richtig in Szene setzen.



Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der aktuellen Version R10. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern und dann auf allen Kernen laufen, notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

Cinebench


Cinebench 1 CPU


Cinebench x CPU


Cinebench Multiprocessor Speedup


Während es in der Einzel-Thread-Berechnung sehr eng zugeht, kann sich die 785G-Hauptplatine im X-CPU-Test in Szene setzen - allerdings nur, wenn eine diskrete Grafikkarte verwendet wird. Dann ist der Speedup-Faktor größer.
[break=Crysis]
Crysis ist ein DirectX 10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

Crysis


Sicher könnte man darüber nachdenken, immer häufiger anzutreffende Auflösungen im Widescreen-Format zu nutzen. Da wir mit diesem System jedoch keine Grafikkarten testen und die Vergleichbarkeit lediglich unter den Mainboards bzw. Prozessoren gegeben sein soll, bleiben wir den bisher genutzten Auflösungen treu.

Crysis 1024x768


Crysis 1280x1024


Crysis 1600x1200


Mit diskreter Grafikkarte belegt unser heutiger Kandidat in den niedrigen Auflösungen nur jeweils den letzten Platz. Wobei die Unterschiede kaum geringer ausfallen könnten. Nutzen wir die Onboard-Grafik, so muss sich die HD 4200 der HD 3300 des ECS A790GXM-AD3 deutlich geschlagen geben. Hier macht sich der fehlende Sideport-Speicher der 785G-Platine sowie der höhere Kerntakt des 790GX stark bemerkbar.
[break=UT3]
Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - statt dessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkernen und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

UT3


Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1024x768, 1280x1024 sowie 1600x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebautet Frame-Limiter deaktiviert.

UT3 1024x768


UT3 1280x1024


UT3 1600x1200


Mittendrin statt nur dabei ist der heutige Proband mit unserer 9800 GTX. In Sachen Onboard-Grafik ergibt sich das gleiche Bild wie bei Crysis.
[break=Doom 3]
Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Wieder kommen die 3 bekannten Auflösungen mit "Ultra Details" zum Einsatz. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälschen.

Doom 3


Doom 3 1024x768


Doom 3 1280x1024


Doom 3 1600x1200


Im Doom 3-Benchmark wiederholt sich das Szenario des Crysis-Tests. Mit diskreter Grafikkarte Platz 3, die IGP belegt jeweils Platz 2 in ihrer Kategorie.
[break=Quake 3]
Einige werden beim Lesen der Überschrift "Quake 3" schmunzeln. Verständlich, denn dieses Spiel hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Als aktuell kann man es also nicht mehr bezeichnen. Doch warum nutzen wir diese Software noch immer?

Quake 3 reagiert wie kaum ein anderes Programm auf das Memory-Subsystem eines PCs. Ob Speichertakt, Latenzen oder verschiedene Speicherbestückungen - es gibt kaum eine Situation, in der Quake 3 nicht darauf reagiert. Damit erhebt sich dieses Tool zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Benchmark-Parcours.

Quake 3


Für unsere Benchmarks nutzen wir "Q3Bench" und lassen die Map "Demo001" in den Auflösungen 640x480 mit normalen Details sowie 1024x768 mit maximalen Details jeweils 2x durchlaufen. Gewertet wird der zweite Durchlauf, da das Ergebnis des ersten Durchlaufs durch das erstmalige Laden verfälscht wird.

Quake 3 640x480


Quake 3 1024x768


Die gleiche Rangordnung treffen wir auch in Quake 3 an.
[break=3DMark Vantage, PCMark Vantage]
Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause derzeit heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

Futuremark bietet mit 3DMark Vantage bzw. PCMark Vantage zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows Vista laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund des verwendeten Monitors nicht zugänglich).

3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


3DMark Vantage Performance


Während es keine nennenswerten Unterschiede unter den Konfigurationen mit diskreter Grafikkarte gibt, so fällt der Unterschied von HD 3300 und HD 4200 mehr als deutlich aus. Auch hierfür dürfte der fehlende Sideport-Memory sowie der Taktunterschied ausschlaggebend sein.


Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Speicher- sowie HDD-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

Da während des Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Festplatte tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 5 Gbyte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

PCMark Vantage


PCMark Vantage gesamt


PCMark Vantage Memory


PCMark Vantage HDD


Etwas irritierend muten die Ergebnisse im PCMark Vantage an. Während die IGP-Konfiguration in allen Spielen das Nachsehen gegenüber dem 790GX-Chipsatz hat, fällt die Reihenfolge im Gesamtergebnis genau umgekehrt aus. Im Memory- sowie Festplatten-Ergebnis sind beide Lösungen de facto gleichauf.
[break=Leistungsaufnahme]
Wieviel Strom verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems.

Den Anfang macht ein Durchlauf des 3DMark Vantage im Performance-Preset. Hier messen wir mit einer Stoppuhr die Zeit vom Klick auf den Button "Run Benchmark" bis zur Ausgabe des Ergebnisses (der Durchlauf erfolgt ohne Feature Tests). Die in dieser Zeit verbrauchte Energie wird ins Verhältnis zur Zeit gesetzt und die durchschnittliche Leistungsaufnahme errechnet.

Leistungsaufnahme 3DMark Vantage


Der heutige Testkandidat erzielt ein minimal besseres Ergebnis als die Konkurrenz aus eigenem Hause, wenn eine diskrete Grafikkarte verwendet wird. Bei Verwendung der Onboard-Lösung fällt der Vorsprung etwas deutlicher aus.

Für die restlichen Messungen stellen wir keine besonderen Durchschnitts-Rechnungen an. Hier wird lediglich der Wert vom Messgerät abgelesen, bei welchem sich das System nach kurzer Zeit einpegelt.

Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


Auch unter 2D-Belastung fällt das Ergebnis in der gleichen Reihenfolge aus.

Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


Ohne Belastung und ohne Stromspareinstellungen liegt unser Proband mit IGP leicht vor dem 790GX-Mainboard, mit diskreter Grafikkarte knapp dahinter.

Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


Bei aktivierten Stromspareinstellungen (Cool'n'Quiet, C1E) liegt das A785GM-M generell leicht vor dem A790GXM-AD3. Das ASUS Crosshair III muss sich hier mit dem letzten Platz begnügen.

Leistungsaufnahme während S3


Leistungsaufnahme abgeschalten


Neben der hervorragenden Prozessorlast bei Netzwerkverkehr müssen wir ECS einmal mehr loben - und zwar für die Leistungsaufnahme des Mainboards im Standby bzw. im abgeschalteten Zustand. Denn diese Werte liegen sehr deutlich vor denen der Konkurrenz (aus teilweise eigenem Hause). Einmal mehr heißt es hier Daumen hoch.
[break=Erkenntnisse]
AspektErgebnis
KondensatorenrSolid State
spezifizierte Kondensatorentemperaturnicht erkennbar
funktioniert S3ja
funktioniert S1ja
funktioniert S1 & S3nicht einstellbar
funktioniert Ruhezustandja
Bootmanager vorhandenja (Aufruf mit F11)
PCIe x16 anders nutzbar (getestet mit Broadcom NetXtreme PCIe x1)ja
funktioniert Wake-On-LAN (Realtek RTL8111DL)ja
funktioniert AHCIja
Default-Einstellung USB Legacy-SupportEnabled
verwendeter TaktgeneratorICS 9LPRS471CKL
zum Test verwendete BIOS-Version785G717A
v. 17.07.2009
Produktseitewww.ECS.com.tw
Preisab ca. 65 Euro


Overclocking

Wie wir bereits bei der Erläuterung der BIOS-Bilder geschrieben haben, war es uns nicht möglich, den Prozessor- sowie den Northbridge-Multiplikator zu verringern, da die entsprechenden Optionen im BIOS bisher nicht funktionieren. Aus diesem Grund mussten wir uns bei den Overclocking-Tests mit den Standardwerten zufrieden geben, was den maximal erreichbaren Referenztakt natürlich stark einschränkte. Dennoch konnten wir dieses Ergebnis erzielen:

ECS A785GM-M: OC-Ergebnis


ECS A785GM-M: OC-Ergebnis


244 MHz Referenztakt sind angesichts der Tatsache, mit den Standardwerten bei Spannung, CPU- und NB-Multi arbeiten zu müssen, ein gutes Ergebnis. Limitierend dürfte hier vor allem der Prozessortakt sein, der mit über 3.900 MHz etwa 200 MHz über dem stabil arbeitenden Takt lief, der mit Default-VCore möglich ist.

DDR3-1600

DDR3-1600 wird von AMD offiziell nicht unterstützt, die entsprechende Option hingegen angeboten. Leider funktionierte diese Option beim A785GM-M nicht. Setzten wir diese Einstellung, so fuhr das System mit DDR3-800 hoch - also dem kleinsten zur Verfügung stehenden Speichertakt. Hier wird ECS mit kommenden BIOS-Updates hoffentlich noch nachlegen.

IRQ

ECS A785GM-M: IRQ-Belegung


Zum Abschluss unserer generellen Betrachtung darf natürlich ein Screenshot der IRQ-Verteilung nicht fehlen.
[break=Die Causa RS780 Continued]
Nach 25 langen Seiten eines Mainboard-Reviews wollen wir nun an den Punkt kommen, den wir bereits eingangs erwähnt haben: Die Frage, inwieweit sich die Performance der integrierten Grafiklösung des AMD 785G unter 2D verhält, wenn verschiedene Betriebssysteme zum Einsatz kommen. Der Stein des Anstosses hierzu ist in unserem Artikel "Die Causa RS780" zu finden.

Wer diesen sehr kontrovers diskutierten Artikel (noch) nicht gelesen hat, dem sei kurz der Inhalt erklärt: Die Onboard-Lösungen der Chipsätze AMD 780G sowie AMD 790GX bieten eine teilweise lausige Performance, wenn Windows XP zum Einsatz kommt. Webseiten ruckeln beim Scrollen, Bildbearbeitungsprogramme stocken und der Fensterwechsel dauert qäulend lange - ganz so, als sei man in Sachen PC-Performance um einige Jahre zurückversetzt worden. Die Krux daran: Die Symptome treten unter Windows Vista nicht auf, dort ist mit identischer Hardware ein problemloses Arbeiten möglich.

Da seit unserem Artikel mehrere Monate vergangen, AMDs 785G vorgestellt und auch Windows 7 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, haben wir den heutigen Mainboardtest genutzt, um einen Blick auf die Performance der Onboard-Lösung des 785G in drei verschiedenen Betriebssystemen zu werfen: Windows XP, Windows Vista und Windows 7. Da das Problem mit üppig ausgestatteten Systemen (leistungsstarke CPU, viel RAM) weniger stark ausgeprägt ist, haben wir uns ein System zusammengestellt, welches in dieser Form auch durchaus in Büros zum Einsatz kommen könnte. Folgende Hardware wurde verwendet:

  • Prozessor: AMD Athlon II X2 250
  • Mainboard: ECS A785GM-M
  • Kühler: OCZ Vendetta 2
  • Arbeitsspeicher: 2x 1 GByte OCZ PC3-12800 (DDR3-1333, 9-9-9-27 1T)
  • Grafikkarte: HD 4200 (IGP des AMD 785G)
  • Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 530 Watt
  • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200 u/min, Betriebssystem)
  • Gehäuse: Chieftec Mesh CH-01 Midi-Tower


Von diesem System haben wir eine CPU-Z-Validation angefertigt, bei der die Details der Taktraten zu sehen sind:

AMD 785G IGP-Test-Setup
(Ein Klick öffnet ein Fenster mit mehr Details.)


Nachdem das System zusammengebaut war, wurde jeweils ein frisches Windows installiert. Alle verfügbaren Service Packs, DirectX, aktuelle Chipsatztreiber sowie jeweils Catalyst 9.10 wurden anschließend installiert. Dann erfolgten in allen Fällen ein paar Anpassungen im Windows (Auslagerungsdatei auf 2 GByte festgesetzt, Firewall deaktiviert, Defragmentierung der Festplatte). Anschließend führten wir einige Benchmarks durch, deren Ergebnisse wir in drei Diagrammen aufbereitet haben.

IGP-Performance AMD 785G: BitBlt


IGP-Performance AMD 785G: ReverseBlt


IGP-Performance AMD 785G: Passmark2D Text


Verglichen mit den Benchmarkergebnissen im Artikel "Die Causa RS780" scheint sich bei der 2D-Performance unter Windows XP einiges getan zu haben. Doch der Schein trügt. Denn vergleicht man die erzielten Ergebnisse mit Windows Vista und Windows 7 so fällt ein nach wie vor eklatanter Unterschied in der Leistung auf. Kurzum: Auch AMDs 785G ist von der Problematik betroffen.

Äußerst interessant ist zudem ein Aspekt: Das ReverseBlt-Ergebnis unter Windows 7 liegt auf dem gleichen Niveau von Windows XP. Das bedeutet, dass auch Windows 7 in gewisser Weise betroffen ist, wenngleich sich im Alltag keine Beeinträchtigung gezeigt hat. Dennoch bestätigt sich die Befürchtung des Januar-Artikels, dass Windows 7 aufgrund seiner Ähnlichkeiten im Treibermodell ebenfalls betroffen sein konnte.

Im nun folgenden Video haben wir einmal eine kurze Szene vorbereitet, die eine simple Bildbearbeitung mittels einer Testverstion von Adobe Lightroom zeigt. Darin wird lediglich ein Bild rotiert. Doch bereits diese einfache Aktion führt unter Windows XP zu einem ruckeligen Bildaufbau, während unter Windows Vista und Windows 7 gleichermaßen kein Problem festzustellen ist.



Das komplette Szenario zeigt, dass AMD zwar eine bessere Performance unter Windows XP hinbekommen hat, dass aber im Gegenzug noch immer eklatante Unterschiede zu Microsofts neueren Betriebssystemen bestehen. XP-Treiber sind also nach wie vor problembehaftet. Und die Tatsache, dass die Performance in ReverseBlt unter Windows 7 nur knapp über der von Windows XP liegt, zeigt, dass sich dieses Problem nicht von selbst löst. Denn während man beim Unterschied von XP zu Vista noch mit dem Alter des XP-Betriebssystems argumentieren kann, so zählt dieser Vergleich zwischen Vista und 7 nicht - schließlich ist Windows 7 taufrisch.
[break=Fazit]
Titelbild zum ECS A785GM-M


ECS hat mit dem A785GM-M ein solides Mainboard produziert, was in fast allen Bereichen überzeugen kann. Gute Leistung gepaart mit einem für 785G-Mainboards mittleren Preis von etwa 65 Euro macht die Hauptplatine durchaus zu einem Kandidaten, den man beim Kauf in die engere Wahl nehmen sollte.

Überzeugen kann der heutige Proband bei der Prozessorlast während auftretendem Netzwerkverkehr sowie bei der Leistungsaufnahme im Standby-Betrieb und im abgeschalteten Zustand. In diesen Tests werden Ergebnisse erzielt, die die bisher getesteten AM3-Mainboards alt aussehen lassen. Neben diesen hervorragenden Teilergebnissen sticht das A785GM-M nirgends in den Ergebnissen hervor - weder positiv noch negativ. Die Performance fällt somit auf einem Niveau mit den anderen Mainboards aus.

Die heute getestete Hauptplatine stolpert in Sachen BIOS über Kleinigkeiten. So funktioniert die Option für DDR3-1600 nicht, die Speichertimings waren teilweise falsch gemappt (mittlerweile per BIOS-Update behoben) und die manuelle Vergabe von Prozessorparametern im Rahmen der OC-Tests funktionierte nicht. Sofern der Hersteller hier nachlegen kann, so rückt das Mainboard immer weiter an eine eindeutige Kaufempfehlung heran - denn der grundlegende Betrieb funktionierte völlig fehlerfrei.

Für viele unserer Leser dürfte auch die Frage interessant gewesen sein, inwieweit sich die Performanceprobleme der IGP mit dem 785G verändert haben. Leider müssen wir hier konstatieren, dass auch die HD 4200 des 785G die gleichen Probleme unter Windows XP aufweist, wie der Vorgänger HD 3200 des 780G. Mangelnde Performance führt zu teilweise ruckelndem Bildaufbau, was zu einem unrunden Gesamtgefühlt führt. Erleichtert können wir jedoch zur Kenntnis nehmen, dass Windows 7 trotz ähnlichem Treibermodell wie Windows XP deutlich besser positioniert ist. Nichts desto trotz zeigt sich in Teilen eine Parallele in den Benchmarkergebnissen zu Windows XP, was während unserer Tests jedoch keine gefühlten Auswirkungen hatte. Doch eines muss an dieser Stelle noch einmal klar gesagt werden: Wir haben es bei diesem Sachverhalt mit einem Chipsatz-Problem zu tun, nicht mit einem Mainboard-Problem. Die ungenügende Performance unter Windows XP ist demnach in keiner Weise ECS anzulasten.

Das fanden wir gut :)
  • hervorragende Leistungsaufnahme im StandBy bzw. im abgeschalteten Zustand
  • hervorragende Prozessorlast bei Netzwerkverkehr
  • sehr solides Gesamtpaket


Das fanden wir nicht so gut :(
  • einige BIOS-Optionen funktionieren (noch) nicht
  • nur durchschnittliche Signalqualität des Onboard-Sounds
  • Performanceprobleme der IGP unter Windows XP (Chipsatz-Problem)


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