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Nach den zahlreichen Einzeltests im Netzteilbereich steht nun wieder ein umfangreicher Roundup der höheren Leistungsklasse an. Dieser ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit innerhalb diesen Bereiches. Wie ihr feststellen werdet, haben wir dabei einen bunten Mix an Produkten berücksichtigt, von ganz billig bis sehr teuer, mit Kabelmanagement und ohne. Die Eigenschaften der Geräte gehen teilweise weit auseinander und so können wir sehen, was man aktuell für sein Geld bekommt. Um auch nicht immer die selben Marken dabei zu haben, wurde eine Auswahl an Herstellern berücksichtigt, die wir bislang noch nicht vertreten hatten.

Zur besseren Übersicht haben wir die Netzteile nicht nur gewohnt einzeln auseinander genommen, sondern auf der vorletzten Seite eine Tabelle zur Übersicht erstellt, die technische Daten aufzeigt und unseren Eindruck widerspiegelt. Wir hoffen, dass euch diese Art der Darstellung gefällt. Im Rahmen dieser Testreihe wird es wieder einen Sieger geben. Welches Netzteil diesen Platz belegt und ob es auch für einen Award reicht, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wie immer wünschen wir allen Usern viel Spaß beim Lesen des 15-seitigen Artikels!

Unser Dank für die Bereitstellung gilt insbesondere den Herstellern und Onlinehändlern Cougar, Seasonic, www.pc-cooling.de (Seventeam), www.caseking.de (CoolerMaster) als auch Jersey.

[break=CoolerMaster SilentPro-700]
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Als ersten Kandidaten haben wir das CoolerMaster SilentPro 700 W berücksichtigt, welches uns von Caseking bereitgestellt wurde. Das Netzteil bzw. die Serie mag bereits einige Zeit auf dem Markt sein, aber besonders unter dem Aspekt der Lautstärke soll sie Kundenwünsche genauso befriedigen, wie andere Silentnetzteile brandaktueller Baureihen. Grund genug also, diese unter die Lupe zu nehmen.

Zu den Produkteigenschaften zählen die +12 V Singlerail, die Kombination aus Aluminium- und Kupferkühlkörpern zur besseren Wärmeübertragung, die Flachbandleitungen und das 80Plus Zertifikat. Auch optisch soll das Produkt laut Angabe stilsicher sein durch seine schlichte Optik und dem Steckerpanel für die abnehmbaren Leitungen. Sehr schön gestaltet sich auch der Umfang der Extras, so wurden neben der Installationsanleitung Informationen auf eine CD gebrannt und mitgeliefert. Neben den Schrauben und dem Kaltgerätekabel wurden vor allem auch zwei Antivibrationsrahmen beigelegt. Wie groß deren Nutzen tatsächlich ist, kann man diskutieren, prinzipiell ist es aber eine nette Idee, die zum Produktbild passt.

Beim Lüfter handelt es sich um den DFS132512M mit 0,2 A Leistungsaufnahme von Young Lin Tech. Aufgrund der aufwendigen Kühlkonstruktion ist dieser Lüfter extrem leise geregelt. Zwar nimmt unter hoher Last die Verlustleistung zu, allerdings hält sich alles in einem gesunden Rahmen und das Netzteil wird seinem Namen gerecht. Unter geringer Last ist es kaum zu vernehmen, unter hoher dreht der Rotor kaum auf und man kann nur ein leises Betriebsgeräusch vernehmen. Das der Fokus auf der Lautstärke liegt, hat man bereits an den Antivibrationsrahmen gesehen und wurde hier fortgeführt. Nicht nur Marketingtechnisch hat man die Bedeutung des Wortes Silent folglich sehr gut realisiert.

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Das Netzteil mit seinem schlicht schwarz-grauen Design macht sich zusammen mit den Flachleitungen optisch sehr ansprechend, wenn man es edel mag. Die Entlüftungslöcher sind relativ klein und das silbernfarbene Lüftergitter mit dem Herstellerlogo sticht leicht hervor. Auch die Steckersockel im modularen Panel sind farblich getrennt, ohne allzu bunt zu wirken, was zu einem Stilbruch führen würde.

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Mit einer 50 A starken +12 V Singlerail lässt sich die Schiene nicht so ohne weiteres überlasten. Aber auch die kleinen Spannungen sind mit einer kombinierten Leistung von 165 W gut dimensioniert und für aktuelle Systeme mehr als ausreichend. Generell liegt der Fokus bei den SilentPro noch etwas stärker auf +3,3 V und +5 V als bei anderen Probanden.



Bis auf den 4+4-pin ATX Anschluss mit 50 cm sind der Hauptanschluss und die PCIe Stecker etwas kurz geraten. Zuletzt genannte sind zudem nur in niedriger Zahl vertreten, immerhin mit 6/8-pin Köpfen. Gleichermaßen könnte die maximale Länge der Peripherieleitung besser sein, sie liegen aber noch im ausreichenden Bereich. Optisch wird der Eindruck etwas durch die flachen Anschlussleitungen verbessert.

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Wie sie sehen, sehen sie nichts. Oder zumindest wenig. Von den zwei Kühlkörpern spreizen sich beidseitig große Aluminiumteile aus, die fast die gesamte Fläche verdecken. Somit wurde eine sehr große Kühlfläche erzeugt, wobei genügend Zwischenräume gelassen werden für die Luftzirkulation. Eine nahezu perfekte Kühlstruktur, die Enhance des öfteren verwendet. Zudem wurden an den Leistungstransistoren und der Gleichrichterbrücke einige zusätzliche Kühlkörper angebracht. Auf der Verpackung steht, es handle sich um Kupfer, dass die Wärme schneller aufnimmt. Farblich erinnert es mehr an Messing und wie effektiv diese Maßnahme ist, kann man diskutieren. Viel mehr werden die Kühlkörper dadurch nur breiter, was allerdings auch helfen kann. Trotz allem werden die Temperaturen an den Kühlkörpern intern gemessen und überprüft.

Die EMI-Filterung samt MOV ist gut ausgebaut, aber wie immer, für den Hersteller, etwas chaotisch platziert. So wurden zwei X-Kondensatoren kopfüber am Boden montiert und sind mit dem Eingangsbereich verbunden. Primärseitig wirkt die Basis mit zwei 85°C Kondensatoren etwas potenter als etwa das günstige Design, wie es bei den Sharkoon Rush Power verwendet wird. Sekundärseitig kommen 105°C Teapo Kondensatoren zum Einsatz und ausreichen Entstördrosseln mit geringer Eigenkapazität. Schrumpfschläuche wären allerdings sinnvoll gewesen.

Genauso könnte man bei einer 50 A starken Singlerail bereits über Shuntwiderstände nachdenken. Bei optisch und physikalisch getrennte Leitungen kommt ein lokales OCP (Over Current Protection) zum Einsatz. Das prüft nur den Stromanstieg über ein Zeitfenster auf der dafür festgelegten Leitung als begrenztes Transportmedium. Wenn die Belastung lange Zeit über dem eigentlichen Nennstrom (Sollwert) liegt oder eine Maximalgrenze erreicht, wird abgeschaltet. Gegen zu hohe Belastungen ist ein Netzteil mit SingleRail aber durch die entsprechende Dimensionierung gewappnet. Die maximal bereitstellbare Leistung steht in der Regel über dem realen Verbrauch des Rechners. Deshalb ist OCP nicht notwendig oder sinnvoll realisierbar. Bei SingleRails sind es etwa tatsächliche SingleRails, oder optisch getrennte Leitungen, die aber elektronisch zusammengeschaltet wurden. Bei Shunts (als passives Bauteil) geht es um die Überwachung und ggf. Regelung von den Strömen, die letzten Endes, unmittelbar nach den Ausgangsleitungen ausgegeben werden. Genauer gesagt messen diese eigentlich die Spannung, welche im Kurzschlussfall nahe 0 V gehen würde. Der Unterschied besteht also im Schutz des Netzteils bzw. dem Schutz einzelner Schienen vor hohen Strömen (OCP) oder im Schutz der PC-Komponenten vor hohen Strömen im Kurzschlussfall (Shunts).

[break=CoolerMaster SilentPro-700 Messungen]
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[break=Cougar CM-700]
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Mit dem Test des CM 700 W feiern wir eine kleine Premiere, da wir hiermit erstmals alle Leistungsklassen einer Marke begutachtet haben. Neben dem modularen Kabelmanagement wird vor allem mit dem 80Plus Bronze, dem Ati CrossFire und SLI Zertifikat geworben. Die Verpackung im orange-schwarzen Design verdeutlicht dies und zeigt zudem, dass eine aktive Leistungsfaktorkorrektur verwendet wird, wie es mittlerweile gängig ist.

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Das Netzteil selbst mit seiner orangen Lackierung trägt ein eingestanztes Cougar Logo an der Seite und setzt noch auf den grün beleuchteten Netzschalter. In Zukunft wird man darauf verzichten müssen da Energy Star 5.0 einen Verbrauch von 0,5 W im SoftOff vorschreibt und selbst eine LED-Beleuchtung noch zu viel schluckt. Wohlgemerkt ist damit nicht die Leistungsaufnahme in diesem Betriebszustand gemeint, sondern wirklich nur der Bedarf des Stromversorgers ansich. Die Entlüftungslöcher wabenförmig und die Anschlüsse mit dem gewohnt auffallenden Sleeve umgeben.

Ein mit Cougar gelabelter Ball-Bearing-Lüfter kühlt das CM 700 W. Dieser trägt die Bezeichnung DFB132512H und zieht 0,25 A aus +12 V. Wer sich an die kleineren Cougar Modelle zurück erinnert, wird feststellen, dass selbiger Rotor auch bei diesen zum Einsatz kommt. Vielleicht hätte man hier ein etwas besseres Modell angesichts der Preislage erwarten dürfen. Das äußert sich insofern, dass der Lüfter bis 50 % Last relativ leise dreht, dann aber derart stark anzieht, dass man ihn deutlich hören kann. Young Lin Tech als Produzent hat sicherlich noch potentere Lüfter auf Lager.

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Die beiden mit bis zu 30 A belastbaren +12 V Leitungen ergeben ein kombiniertes Leistungsspektrum von 648 W, während +5 V und +3,3 V 150W leisten können. Im Gegensatz zum DC-DC Konstrukt hat +3,3 V seinen Ursprung in der +5 V Zuleitung und wird davon abgeleitet. Deshalb sind diese von +12 V unabhängig. Die Standbyleitung ist mit 2.5 A dimensioniert.



Die Ummantellung der Leitungen ist gewohnt hochwertig, wobei ein etwas locker gesetzter Kabelbinder dazu führt, dass an zwei SATA-Leitungen selbige abrutschen kann. Dies ist allerdings wohl als Ausnahme zu betrachten, da dies das erste mal ist, dass wir auf derartiges treffen. Die 24-pin Hauptversorgung ist sehr lang, ebenso beeindruckt die Länge der Zusatzversorgung. Jedoch hätten die vier PCIe Stecker ebenfalls diese Maße erreichen können. Sechs SATA und PATA Anschlüsse sind ausreichend, wenn auch nicht überragend, wie wir später im Roundup sehen werden.

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Der innere Aufbau ist dem CM 550W prinzipiell sehr ähnlich, nur dass sich hier alles wuchtiger gestaltet und eine Epoxidharzplatine mit Glasfaserverstärkung das Bild prägt. Zuletzt genannte erweist sich als äußerst flammenresistent, bevor erste Beschädigungen der Leiterbahnen auftreten und sorgt durch die wasserabweisende Oberfläche für eine effektive Verhinderung von Kriechströmen. Generell ist die Elektronik sauber verarbeitet, eröffnet uns aber auch keine Überraschungen. Wie immer wurde bei Cougar mit besonders vielen Isoliermaßnahmen gearbeitet und die formgestanzten Kühlkörper ergeben eine größere Kühlfläche. Erwähnenswert sind die beiden Spulen hinter dem Eingangsbereich, die eine andere Funktion als die Gleichtaktdrosseln haben. Hier dienen sie dazu, die durch die Entstörkondensatoren entstandenen Ströme zu binden und damit den Stromanstieg auf den Leitern zu verhindern. Eine sinnvolle Maßnahme, wie sie bei vielen Herstellern eingesetzt wird und eine durchdachte Erweiterung der bisherigen Technik darstelllt. Wie so oft geht Cougar bei der Chipbestückung etwas eigene Wege und wählt Weltrend für die Sicherung und Mainboardkommunikation aus.

[break=Cougar CM-700 Messungen]
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[break=Seasonic X-750]
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Wir hatten das X-750W bereits in einem umfangreichen Einzeltest vorgestellt. Durch dessen Verfügbarkeit auf dem Markt haben wir es für diese Testreihe erneut berücksichtigt. So können wir es mit dem Marktpreis zum Vergleich ähnlicher Leistungen heranziehen. Weiterhin zählt zu den Produktmerkmalen das 80Plus Gold Logo als einziges Modell im Test. Weiterhin wird mit active PFC, dem vollmodularen Steckerpanel und 5 Jahren Garantie geworben.

Die Beigaben gestallten sich sehr konventionell, so sind ein Kaltgerätekabel, Befestigungsschrauben und eine Tasche für die modularen Anschlüsse vorhanden. Auch wurde dem Paket ein in grau gedrucktes Benutzerhandbuch und ein Augkleber mit Seasonic Logo beigelegt.

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Das Netzteil mit einer Länge von 16 cm hat sowohl Ent- als auch Belüftungslöcher, die wabenförmig sind. Somit wirkt das Netzteil wie aus einem Guss gefertigt. Das matte Schwarz ist sehr klassisch und wird schon seit Jahren für die Retailsparte verwendet.

Der 9S1212P4M61 ist ein San Ace 120 Modell von Sanyo Denki und zeichnet sich vor alle durch eine gute Verarbeitungsqualität aus. Scharfe Kanten oder ein klappriges Gestell findet man nicht vor. Im Betrieb sorgte die semi-passive Steuerung dafür, dass der Lüfter erst ab 20 % zu drehen beginnt. Erst ab 80 % Last wird das Geräusch nicht nur wahrnehmbar, sondern relativ laut. Sechs Lüfterblätter statten den Rotor aus.

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Durch den Gleichstromsteller liegt nicht nur die Mehrheit auf +12 V, sondern die gesamte Leistung, da diese auch als Quelle für +3,3 V und +5 V zu bezeichnen ist. Aufgrund der Mindestlasten im Regelkreis blieb man mit der Angabe von 744 W dennoch etwas unter dem Maximum. Den kleineren Schienen können insgesamt 125 W zugeführt werden.



Vier PCIe Stecker und eine Leitungslänge von 55 cm bei den Hauptanschlüsse sind Standard in dem Leistungsbereich. Sowohl ein 4-pin als auch ein 8-pin Mainboardanschluss für die CPU wurden integriert. Alle Leitungsstränge sind modular und die Ummantellung dieser gestaltet sich recht hochwertig. Auch die Anzahl der Peripherieanschlüsse ist zufrieden stellend.

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Im Netzteil kommen durchgehend Nippon-Chemicon 105°C Kondensatoren zum Einsatz, sekundärseitig überwiegend Feststoffmodelle mit höherer Materialdichte, welche nicht auslaufen können, und somit resistenter, aber auch umweltverträglicher als bauhohe Elektrolymodelle sind. Der Schwingkreis mit ZVS (Zero Voltage Swichting) erlaubt geringe Schaltverluste und ein verbessertes EMV-Verhalten trotz der hohen Frequenzen. Dies ist der geringen Steilheit des fast sinusförmigen Verlaufs zu verdanken. Für den kleinen Leistungsbereich, bei dem der LLC-Resonanzwandler mit Synchrongleichrichtern schwieriger auf ein Effizienzmaximum zu bringen ist, wird mit dem CM6901 auch ein klassisches Switching Regulated Circuit ermöglicht. Im Betrieb kann der Chip bei kleinen Lasten von der Frequenz-Modulation in PWM-Modi umschalten. Für die Synchrongleichrichtung werden nebenbei erwähnt auch viele MOSFET eingesetzt, die wegen ihres geringen Verlustwiderstandes (Drain-Source) gegenüber Dioden vorteilhaft sind. Eine sehr intelligente Umsetzung also, zumal die Lötqualität und die geringen Ströme (und damit wenige Zuleitungen mit geringer Restwelligkeit) eine saubere Verarbeitung ermöglichen. Das SMD (Surface Mounted Device) ist hingegen eher Marketing. Mit kleinen Bauteilen eine PCB-Fläche beidseitig nutzen zu können ist sinnvoll, bringt für den Kunden aber keine besonderen Vorteile.

[break=Seasonic X-750 Messungen]
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[break=CP-750]
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Das Combat Power wird von Inter-Tech vertrieben und ist aufgrund des günstigen Preises schon oft in den Foren diskutiert worden. Wir haben das Netzteil bereits einige Wochen im Besitz und möchten es nun zu Vergleichszwecken präsentieren. Zunächst erscheint das Äußere durch die glatt schwarze Oberfläche recht angenehm, selbige ist aber ansich auch nichts besonders und das vergoldete Lüftergitter wirkt wie ein Fremdkörper. Die Entlüftungslöcher sind wabenförmig.

Die Eigenschaften sind, nun ja, sehr überschaubar. Wie wir später noch sehen können, kommt lediglich eine passive Leistungsfaktorkorrektur zum Einsatz. Angeblich verfügt das Netzteil über vier potente +12 V Schienen und soll für aktuelle Systeme geeignet sein. Der Lieferumfang ist angesichts der 35 € sehr spartanisch, was ansich aber nichts über die Qualität aussagen muss. Mehr als nur die Schrauben und ein Kaltgerätekabel wären aber dennoch sinnvoll. Gerade ein Benutzerhandbuch sollte selbstverständlich sein.

Der Young Lin Tech Lüfter mit der Nummer DFS132512M wird vielen bekannt sein, da dieser in zahlreichen Netzteilen verwendet wird und der Hersteller für Scythe fertigt. Dennoch kommt es wie immer auf die Regelung an und die ist gelinde gesagt suboptimal. Denn während der Rotor bei ganz minimaler Last kaum auffällt, dreht er schon nach kurzen Belastungsschüben voll auf. Dazu kommen Nebengeräusche der PFC-Drossel. Daraus lässt sich ableiten, dass relativ viel Energie in Verlustleistung umgesetzt wird, was die nachfolgenden Messungen aufzeigen. Zumal diese noch eine andere Überraschung parat halten. Das Netzteil schafft zu keinem Zeitpunkt die angegebene Leistung; viel mehr entpuppt sich die Topologie als eine mit lediglich zwei schwachen +12 V Leitungen anstatt der angegebenen vier. Auf dem PCB ist dies ersichtlich. Generell werden wir gleich noch bei der Elektronik sehen, was sich eigentlich dahinter verbirgt. Jedenfalls konnten wir das Netzteil nur bis 80 % belasten, danach griff der Selbstschutz der Teststation. Ansonsten wäre das Gerät wohl komplett in Rauch aufgegangen. Einen Sicherungschip hat das Gerät freilich nicht. Auf einen erneuten Test haben wir danach verzichtet, mehr als 80 % kann es aber definitiv nicht liefern, während andere Hersteller hingegen mehr Reserven bieten, als sie angeben.

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Die kleineren Schienen sind mit laut Angabe 28 A recht stark belastbar und sollen zusammen 180 W leisten können. Die vier +12 V Schienen sind angeblich mit bis zu 20 A belastbar und können zusammen 650 W leisten. Insgesamt soll das Produkt so 750 W bereitstellen können.



Die Leitungslänge des Netzteils ist äußerst zufrieden stellend. Ein 60 cm langer Hauptanschluss und nochmals 5 cm längere PCIe Anschlüsse dürften bei keinem Gehäuse Probleme bereiten. Letztere beiden deuten zumindest darauf hin, dass eine gewisse +12 V Präsenz vorhanden sein muss. Warum man dem Gerät aber nur drei Molexanschlüsse spendiert, ist fraglich. Zumal nur der 24-pin Stecker ummantelt worden ist, der Rest dürfte gerade wegen seiner Länge keine Freude beim Verlegen bereiten.

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Der erste Blick verrät bereits, dass hier nicht die aktuellste Technik oder die hochwertigste Komponente zum Einsatz kommt. Doch wie sieht es mit der Leistung aus? Nun, auch wenn sie im Bild groß erscheinen mögen, sind die Kühlkörper ziemlich klein geraten wie auch die meisten Komponenten. Gerade sekundär sind angesichts der Ströme recht schwachbrüstige Leiterbahnen und wenige Ausgangsleitungen angebracht worden. Von den angegebenen vier +12 V Leitungen exisitieren in Wahrheit nur zwei und beide erwecken machen nicht den Eindruck, 650 W liefern zu können. Dennoch sind die Gleichrichterdioden und Kondensatoren angesichts unserer Erwartungen recht gut dimensioniert worden.

Der Netzfilter gestaltet sich noch zufrieden stellend, so sind drei X-Kondensatoren, vier Y-Kondensatoren und zwei Drosseln mit Kammerwicklung verwendet worden, wobei ein MOV wünschenswert gewesen wäre. Die Platine besteht aus recht einfachem Papier, wurde aber mit Phenolharz überdeckt. Zwei in Reihe geschaltete Primärkondensatoren teilen sich die Spannung auf, die PFC-Drossel wurde weiter hinten befestigt. Die Kondensatoren im sekundären Abschnitt tragen die Bezeichnung "BH".

Das es ein älteres und nicht sonderlich effizientes Layout ist, erkennt man auch an den vielen Drahtwiderständen und passiven Bauteilen, daher wenigen IC-Bausteinen und dem fehlenden, aktiven Sicherungschip. Die 200 V Primärkondensatoren vertragen jeweils 820 Mikrofarad, was sich zunächst sehr hoch anhört. Doch das aktive PFC bei anderen Netzteilen sorgt für etwas Entlastung des Primärkondensators, weshalb diese dort kleiner dimensioniert werden. Hier belastet hingegen ein etwas größerer Teil an Blindströmen weiterhin Leiterbahnen und Bauteile. Ungenutzte Energie also, die hier ihre negative Wirkung entfaltet. Immerhin können wir dem Netzteil die gut platzierten Schutzfolien anrechnen.

[break=CP-750 Messungen]
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[break=Jersey Modular Edition 750]
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Jersey, mittlerweile mit den Rechten bei der Acos GmbH, hat uns das modulare 750 Watt Gerät eingesendet, das momentan noch die "Spitzenklasse" des Herstellers vertreten soll. Zu den Produkteigenschaften zählen die abnehmbaren Anschlussleitungen sowie 80Plus Bronze (bzw. 80Plus bei den kleineren). Aktive PFC und ein laufruhiger 120 mm Lüfter sollen das Gesamtpaket aufwerten. Dem Paket beigelegt wurden zwei separate Kabelbinder, eine Benutzeranleitung, die notwendigen Befestigungsschrauben, ein Kaltgerätekabel sowie die modularen Anschlüsse.

Als Lüfter wird ein Modell von Protechnic eingesetzt, welcher die Nummer MGA12012XB-025 und genehmigt sich mit 0.52 A etwas mehr von der +12 V Leitung als die anderen Fabrikate. Das machte sich in unserem Test auch bemerkbar, da zwar die Kühlung, nicht aber die Lautstärke optimal ist. Während das Netzteil bei geringen Lasten noch im erträglichen Bereich liegt, dreht der Rotor recht schnell stark auf und ein leichtes Klackern lässt sich unter Höchstlast nicht vermeiden. Natürlich kommt es immer darauf an, ob das Kühlkonzept aufgeht und man muss in dieser Leistungsklasse generell mehr Verluste abführen, dennoch scheinen andere Netzteile mit weniger aus zu kommen, ohne dass dies zu Stabilitätsproblemen führt.

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Das Netzteil erhält eine schwarze Hochglanzoberfläche und trägt in der Mitte ein vergoldetes Lüftergitter mit dem Jersey-Logo. An den Seiten sind zusätzliche Belüftungslöcher platziert worden und die Entlüftungslöcher sind wabenförmig.

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Vier +12 V Schienen mit einer maximalen Belastbarkeit von je 20 A leisten mit den kleinen Schienen kombiniert 723 W, eine Einzelangabe nur für die +12 V Quellspannung fehlt jedoch. +3,3 V und +5 V erreichen zusammen 175 W. Eine genaue Aufteilung der +12 V Leitungen wird angegeben, so teilen sich V2 und V4 je zwei PCIe Anschlüsse, während V1 die CPU versorgt und V3 die grundlegende Versorgung des Mainboards obliegt.



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Im Inneren sehen wir ein gut strukturiertes und sauber verarbeitetes Netzteil der GLN-Serie. Neben zwei formgestanzten Kühlkörpern befindet sich ein dritter im mittleren Bereich, die allesamt relativ klein dimensioniert sind. Möglicherweise liegt hier der Grund für den starken Kühlaufwand. Primärseitig kommt ein 105°C Modell von OST zum Einsatz mit 470 Mikrofarad, während sekundärseitig unterschiedliche Teapo Kondensatoren verwendet werden, die eine relativ geringe Kapazität aufweisen. Der EMI-Filter ist gut aufgebaut und eine Schutzfolie trennt den Bereich vom Sekundärschaltkreis, allerdings fehlt ein MOV. Ansonsten kommt eine Standardplatine zum Einsatz und ein Silicon Touch Chip übernimmt die Sicherungsmechanismen. Einige Schrumpfschläuche wären noch eine sinnvolle Ergänzung. Die Sicherheitsabstände und die Verarbeitung mit der guten Lötqualität am Zusatz-PCB sind aber sehr zufrieden stellend.

[break=Jersey Modular Edition 750 Messungen]
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[break=Seventeam P-AF-750]
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Erstmalig vertreten ist die Marke Seventeam, die mittlerweile unter eigenem Namen auf dem deutschen Markt agiert. Bislang waren diese vor allem als OEM Zulieferant bekannt und zeichneten für die erste semi-passive Serie von NesteQ verantworlich. Das Modell P-AF-750, welches uns vom Onlienhändler pc-cooling bereitgestellt wurde, haben wir nun getestet. Selbige übernehmen als Distributor auch die PR-Arbeit, wie es häufig bei Herstellern der Fall ist, die keine entsprechende Außenstelle haben.

Und gleich beim Lieferumfang macht zeichnet sich kleiner ein Unterschied zu anderen Hersteller ab. Denn enthalten sind hier neben dem Benutzerhandbuch, den Schrauben und einem Aufkleber vor allem auch zehn Kabelbinder, wo andere vielleicht zwei oder drei beilegen. Andererseits fehlt ein Kaltgerätekabel, was sehr sinnvoll gewesen wäre, da es ein zur Inbetriebnahme erforderliches Extra darstellt.

Die Produktmerkmale gestalten sich hingegen sehr klassisch, so wird mit active PFC und japanischen Kondensatoren geworben als auch dem leisen 135 mm Lüfter. Neben der Version ohne Kabelmanagement, die wir nun betrachten, gibt es wahlweise auch die etwas teurere V-Force Reihe mit dieser Modifikation.

Der verwendete Lüfter kommt wieder mal vom populären Hersteller Young Lin. Schon bei den Scythe Slipstream haben diese die Zahl der Lüfterblätter auf neun erhöht, hier sind es sogar elf. Der Modellname lautet DFS 132512M und zieht im Betrieb 2,4 W. Hierbei wurde vor allem auf Kühlkraft geachtet, denn schon anfangs dreht der Lüfter sehr stark auf und hält sich bis in hohe Lastbereiche hinein auf einem hohe Niveau, sodass er später kaum noch aufdrehen muss, um die entstandene Wärme zu kompensieren.

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Das Netzteil kommt ohne optische Spielereien daher und ist schwarz lackiert worden. Die Entlüftungslöcher sind wabenförmig und die Ummantellung der Leitungen wurde mit einem günstig verarbeiteten Material realisiert. Ebenso ist das Lüftergitter schwarz und trägt das Logo des Herstellers.

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Bei der Leistungsfähigkeit orientiert man sich nicht an der früheren Spezifikation mit mehren 20 A starken +12 V Leitungen. Auch Enermax argumentiert damit, dass es kein Problem darstellt, Leitungen bis zu einer Maximalbelastung von 35 A absichern zu können. Entscheidend ist ohnehin nur, wie lange im Kurzschlussfall das Vielfache des Betriebsstromes wirkt, bevor Sicherungsmechanismen greifen. Jedenfalls liegt das Spektrum der Anschlussmöglichkeiten hier höher, da so eine Überlastung mit starken Grafikkarten und Zusatzmodulen verhindert wird.



Das P-AF stellt eine ungewöhnlich große Zahl an SATA Anschlüssen bereit, neun Stück sind mehr als genug, um eine Armada an Festplatten betreiben zu können. Die Bautiefe des Netzteils ist mit 16,5 cm vertretbar und auch die Leitungslänge weiß zu gefallen. Viele Hersteller sind (auch nach Gesprächen mit uns) darauf aufmerksam geworden, wie viele Kunden einen BigTower mit Kabelmanagementsystem besitzen und genau diese sind nun mal ein Teil der angestrebten Zielgruppe bei einem High-End Netzeil der hohen Leistungsklasse. So messen die vier PCIe Anschlüsse 60 cm, die Hauptanschlüsse 55 cm. Nur die zwei Floppyanschlüsse werden bei aktuelleren Systemen mitunter ungenutzt herumbaumeln. Aufgrund der Festanschlüsse kann man diese nicht abnehmen, während sie andere als Adapter beilegen. Wobei natürlich nicht verschwiegen bleiben soll, dass kleine Übergangswiderstände herrschen und Laien diese vielleicht nicht fest genug aufsetzen, wodurch die Kontaktfläche kleiner wird.

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Als für uns wichtigsten Faktor betrachten wir nun die verwendete Technik und gehen etwas näher darauf ein, um ein Bild von der Arbeitsweise bei Seventeam zu bekommen. Auch hier setzt sich das konservative Produktbild durch sehr üppig dimensionierte Bauteile und breite Kühlplatten fort. Die abgebogenen Aluminiumelemente im Sekundärschaltkreis lassen immer noch genügend Raum zur Luftzirkulation, wobei wir in diesem Abschnitt ein sehr eng besetztes PCB vernehmen. Dieser Eindruck entsteht durch die vielen Zuleitungen, die drei großen Speicherdrossel für jede der drei großen Betriebsspannungen und die zahlreichen Glättungskondensatoren von Nippon-Chemicon (KZE). Primärseitig kommt ein 85 °C Modell von Rubycon zum Einsatz.

Manche werden fragen, warum nicht auch 105 °C, aber zum einen ist Rubycon als solches schon ein Qualitätsmerkmal mit 5fach höheren Preisen und zum anderen gibt es sehr viele Faktoren bei Kondensatoren. Die japanischen Modelle neigen dank guter Formel weniger zur Fehleranfälligkeit, gute Abdichtungen halten das Elektrolyt dort, wo es sein soll. Außerdem kann man keine Temperaturspezifikation betrachten, ohne die zugehörige Zeit anzurechnen. Das hier verwendete Modell USC ist mit 400 V und 470 Mikrofarad angegeben. Zwar handelt es sich hier um eine Standardausführung, immerhin aber mit einer Angabe von 3000 h und teuer genug sind die Fabrikate damit immer noch.

Zum anderen muss das thermische Konzept und die Strombelastung hinzugerechnet werden. Im Primärkreis ist in der Regel mehr Raum und die Verlustleistungen sind gering, zumal das Modell , von oben herab gekühlt, nicht im Windschatten einer anderen Komponente steht. Ohnehin entlastet das aktive PFC den Primärkondensator.

Die EMI-Filterung ist mit ausreichenden Bauteilen bestückt und ein Metall Oxid Varistor fehlt nicht. Namentlich vier Y-Kondensatoren für Gleichtaktstörungen und zwei X-Kondensatoren für Gegentaktstörungen. Außerdem wurden drei Drosseln, eine davon stromkompensierend, platziert. Ein kleines Manko stellen die fehlenden Schutzfolien an den Seiten dar und einige der Spulen wurden in der Luft hängend verklebt. Das ist sicherheitstechnisch nicht ganz optimal, wobei man auch so ein sehr platzsparendes Layout schaffen kann, um einige Bauteile darunter zu platzieren.

Generell wird mit zwei Infineon 16N50C3 in Double Forward geschaltet mit bis zu 16 A Laststrom bei 25°C bzw. 10 A bei 100 °C und einem Operationsbereich bis 150°C. Der für die Wärmeabgabe relevante Verlustwiderstand um 25°C liegt bei 0,28 Ohm. Aufgebracht wurden alle Komponenten auf einer hochwertigen und verstärkten Epoxidharzplatine. Das Controlling innerhalb des CCM-PFC übernimmt ein FAN4800IN und die Schutzmechanismen ein PS223. Wobei auch der Fairchild IC neben der Steuerung der Leistungsfaktorkorrektur primärseitig einige Schutzaufgaben übernimmt und die Spannung kontrolliert, aber auch über eine Kurzschlussstrom-Rückregelung verfügt.

[break=Seventeam P-AF-750 Messungen]
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[break=Direktvergleich]
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Hinweis: Die Preise entsprechen gerundeten Summen der Preisvergleichsseiten und wurden beim Schreiben des Artikels erfasst. Eventuelle Änderungen können also aufgetreten sein. Für aktuelle Zahlen empfehlen wir geizhals.at/deutschland. Das Combat Power ist unter dem Namen "Diverse Netzteile 750W" gelistet.

[break=Beurteilung]
Nach diesem bunten Testfeld sind wir um einige Erfahrungen reicher. Billig kaufen lohnt sich nicht ist einer dieser Erkenntnisse. Zum einen muss man kein Kabelmanagement bieten, um überzeugen zu können. Zum anderen können wir festhalten, dass durch die vielen Hersteller und Konkurrenzsituationen die meisten der aktuellen Marken qualitativ angemessene Waren liefern. Durch die Selektion in den elektronischen Details und in der Ausstattung kann man jedoch immer noch Unterschiede vernehmen. Ein Netzteil hat sich hier deutlich abgehoben und wird zum Sieger ernannt. Ein anderes ist durchgefallen. Nur eines der hier vertretenden Netzteile setzt auf eine DC-DC Technik. Die Modelle haben wir nicht ganz unbewusst so gewählt, denn sie zeigen uns eines. Man kann auch ohne VRM effizient sein und das Modell mit Gleichstromwandler verzeichnete aus anderen Gründen einen so hohen Wirkungsgrad. Auch wenn es eine große Spannung auf dem Transportweg der Topologie einfacher macht, effizient zu sein, ist dies keine Voraussetzung und vor allem auch Marketing. Kommen wir nun zur Bewertung.

Beim Combat Power 750 W wollen Preis und Leistung nicht so recht zueinander passen. Wer sich einen High-End Rechner konfiguriert, hat mehr als 35€ in der Tasche und Qualität kann man nicht erwarten. Die Zielgruppe ist also eindeutig eine, die nicht weiß, was sie dort bekommt. Denn Fakt ist, bis in höhere Leistungsbereiche hat das Netzteil funktioniert, wenn auch nicht gut. Letzteres wird man als Kunde aber nicht merken, höchstens bei Langzeiterfahrungen, welche die Lebensdauer des Netzteils selbst oder die der Komponenten betreffen. Die Käufer werden meist einen einfacheren Rechner haben und sich über die scheinbar großen Reserven freuen. Dass es immerhin bis 80 % gehalten hat, liegt vor allem an den beiden +12 V Schienen. Diese halten sich etwas besser als die kleinen Leitungen und sind relativ aktuell dimensioniert. Letzten Endes wird man hier aber dennoch getäuscht, denn statt vier Schienen handelt es sich nur um zwei. Selbst wenn man das Netzteil aber als 400 W Produkt verkauft hätte, sind Leistungsfaktor und Effizienz entscheidend. Und für den gleichen Preis bekommt man ein be quiet! Pure Power 350 W, das Peak ganz sicher auch die 400 W Marke knacken könnte. Ganz ähnlich sieht es mit der Lautstärke aus. Der Käufer eines einfachen Systems belastet das Netzteil kaum, bringt man es aber richtig in Fahrt, muss der Lüfter die hohe Verlustleistung kompensieren und die PFC-Drossel beginnt zu brummen.

Das Jersey Modular Edition 750 W hinterlässt einen recht guten Eindruck. Die verwendete FSP-Technik sorgt für enorm stabile Leitungen, sowohl bei +3,3 V, +5 V und +12 V. Es zeigte die beste Regulation im Test. Auch die Elektronik bietet ausreichende Filtermaßnahmen, einen wertigen Primärkondensator und Isolierungen. Dennoch reicht es nicht, um voll und ganz zu überzeugen. Denn die Effizienz liegt mit anfangs 80 % und 86 % in der Spitze nur im mittleren Bereich, für 80Plus Bronze hat es bei 115VAC wohl nur knapp gereicht. Dementsprechend konservativ und eingestaubt ist die Kühlung. Die Regelung des Lüfters mag anfangs noch einem erträglichen Ergebnis entsprechen, mit höheren Lasten macht sich das Kugellager aber bemerkbar. Außerdem ist das Jersey nicht gerade günstig und einige Stecker könnten höher liegen. Wer auf eine beachtliche Stabilität wert legt und weniger auf aktuellste Technik, kann einen Blick riskieren. Gerade preislich wird man allerdings Alternativen finden.

Besser hat uns da schon das CoolerMaster SilentPro 700 W gefallen. Denn wenn ein Netzteil seinem Namen gerecht wird, dann ist es das SilentPro. Das interssante ist, dass es sich nicht nur unter geringer Last auf dem Niveau von Enermax und be quiet! etc. bewegt, sondern auch unter höchsten Beanspruchungen leise bleibt. Subjektiv wird es bei 110 % nämlich kaum lauter. Dafür wird die Abluft auch relativ warm im Verhältnis etwa zur 500 W Version. Klar, denn bei 700 W muss bei ähnlichem Wirkungsgrad und prozentual gleicher Last mehr Wärme abgeführt werden. Wirklich problematisch wurde die Situation aber in keinem Fall. Zumal 87 % Effizienz in der Spitze recht wenig Abwärme entstehen lassen und sich das Niveau zwischen 20-80 % Last recht konstant hält. Insbesondere ist auch die Regulation der wichtigen +12 V Schiene sehr "gut", +5 V fällt zunächst stark ab, pendelt sich aber wieder ein, während die + 3,3V Leitung eine bessere Regulation vertragen könnte. Der Leistungsfaktor könnte anfangs erheblich höher liegen, erreicht letzten Endes aber auch fast 0,99. Die Länge der Leitungen mit 40 cm ist nicht zufrieden stellend, daran zu arbeiten, obliegt dem Hersteller. Auch sollte man mehr als zwei PCIe Stecker bereitstellen, um sich von den kleineren Modellen absetzten zu können. Dafür fügen sich die flachen Leitungen sehr gut in das Gesamtkonzept ein. Stabilität und Lautstärke sprechen insgesamt für das Produkt und werden von 5 Jahren Garantie untermalt. Das Ergebnis kann sich also sehen lassen, wenn man noch etwas an den Anschlüssen arbeitet.

Weniger um die Anschlüsse muss man sich beim Cougar CM 700 W gedanken machen. Sehr gut hat uns die Länge des Hauptsteckers und die der CPU-Zusatzversorgung gefallen, wobei die PCIe Anschlüsse etwas höher als 50 cm liegen könnten. Einige der Leitungen sind nur "ausreichend" reguliert, nach wie vor aber in der Spezifikation. Ganz ohne DC-DC Technik schaffte das Netzteil bis über 88 % Wirkungsgrad in der Spitze und hält sich auch bei niedriger Last konstant hoch. Damit liegt es etwas über dem hier vertretenen Mittelfeld. Wieder mal ist die Ästhetik individuell und wurde auch bei den Ummantellungen der Leitungen konsequent umgesetzt. Die Lautstärke fällt adäquat aus und wird erst in höheren Lastbereichen unangenehm. Die hochwertigen Komponenten und die glasfaserverstärkte Epoxidharzplatine hinterlassen einen guten Eindruck. Wie bisher haben uns besonders die vielen Schrumpfschläuche, Sicherheitsabstände und Schutzfolien an den Seiten gefallen.

Auch das Seventeam P-AF 750 W, deren Eigenmarke wir nun zum ersten mal getestet haben, läuft sehr effizient und fällt mit 87 % Effizienz nur leicht hinter das Cougar zurück. Trotzdem könnte man dort eventuell noch etwas mehr rausholen. Im Gesamtüberblick ist das Netzteil ohne Kabelmanagement und mit schlichtem Schwarz ein eher konservatives Produkt, was uns sehr an die Seasonic S12 oder PC Power & Cooling Silencer erinnert. Auch wenn der Vergleich angesichts der Alleinstellungsmerkmale etwas hinken mag. Wuchtige Bauteile, recht breite Kühlblöcke und eine starke Kühlung tragen zu diesem Eindruck bei. In letzterem Fall hätte man unter geringer Last den Lüfter jedoch etwas stärker drosseln können. Ansonsten sind die zehn Kabelbinder im Lieferumfang angemessen, ein Kaltgerätekabel vermissen wir aber dennoch. Während +12 V um 4 % (bzw. 3% unter das Optimum) abfällt, sind die kleineren Schienen extrem konstant. Insgesamt braucht sich das Seventeam nicht hinter den anderen Probanden zu verstecken. Was die technische Qualität betrifft, macht es sogar vieles besser. Wieder mal ist ein Netzteil der alten Art auf dem Markt, dass keine abnehmbaren Stecker benötigt. Der Leistungsfaktor lag hier am höchsten und beeindruckte mit mehr als 0,99 bei 230 VAC/ 50Hz. Mehr Isolierungen durch Schutzfolien hätten dem Netzteil allerdings gut getan und die Ummantellung der Leitungsstränge sollte aus optischen Gründen ggf. intern beginnen.

Wer unseren Test zum Seasonic X-750 750 W bereits gelesen hat, wird sich fragen, warum wir es erneut antreten lassen. Mittlerweile ist das Netzteil verfügbar und da wir Seasonic und die oft verschobenen Produktlaunches kennen, haben wir abgewartet, wie sich der Preis einpendelt. Auch kurz nach dem Start liegt das Modell mit knapp 160 € schon unter der Preisempfehlung und kann dem bisherigen Netzteil mit der höchsten Effizienz Paroli bieten. Angesichts der Überlegungen und Umsetzungen ist der Unterschied zum S700 für die Kosten gerechtfertigt. Aufgerundet 93 % Effizienz bietet die X-Serie dank ZVS, verfügt dabei über hochwertige Feststoffkondensatoren und ein Zwei-Wege-Schaltregelgung sowie SMD. Wegen der niedrigen Ströme und der Kapazitätspräsenz sekundär verringert sich zudem die Brummspannung bei hoher Last. Außerdem dreht der Lüfter erst ab 20 %. Unter starker Beanspruchung hätte dieser angesichts der Verlustleistung zwar noch etwas leiser drehen können, insgesamt geht das Kühlkonzept jedoch auf. Die 5 Jahre Garantie wollen wir auch nicht unerwähnt lassen, im Bestfall wird man sie aber nie in Anspruch nehmen müssen. Mit hochwertigen Bauteilen, der "gut"en +12V Regulierung, einer leisen Kühlung und dem angemessenen Straßenpreis dank neuer Distributionspolitik verdient sich das Netzteil nicht nur wegen 80Plus Gold unsere Empfehlung. Wir haben lange über einen Award diskutiert und dass wir ihn nun vergeben, zeigt die respektable Leistung von Seasonic.

Wer es etwas günstiger haben möchte, macht mit den zuletzt genannten Netzteilen allerdings auch nichts falsch. Und wir geben zu bedenken, dass der verwendete Schwingkreis vor allem wegen des IC außergewöhnlich ist und dessen Hersteller Empfehlungen für umliegende Schaltkreise anbietet. Daher werden bald auch andere Produkte nachziehen und der Verdienst von Seasonic liegt damit nicht in der Erfindung, sondern in der Umsetzung des Konzepts. Es bleibt also weiterhin spannend, welche Techniken und bald erwarten und ob man diese genauso gut ausführen wird, wie Seasonic es uns gezeigt hat. Trotz allem bleibt das X-750 ein gutes Produkt mit Nachhaltigkeit, dessen Entwicklungsaufwand nicht zu unterschätzen ist.

Als Sieger des Vergleichtests erhält das Seasonic X-750 den Editors Choice Award!




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