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Mit dem Corsair Obsidian 800D feierte der US-Amerikanische Speicherspezialist 2009 auf der Computex in Taipeh sein Debüt im Gehäusebereich. Wir hatten im letzten Jahr dann die Gelegenheit am Schopf gepackt als eine der ersten Deutschen Redaktionen ein Presample testen zu dürfen. Jetzt neun Monate später erreichte unsere Redaktion das Nachfolgemodell, das Corsair Obsidian 700D, welches im März auf der Cebit 2010 den Besuchern präsentiert wurde. Wir bedanken uns recht Herzlich bei Alex von Corsair dafür. Auf den nächsten Seiten werden wir das 700D, welches im Übrigen auf dem Body des 800D basiert genauer unter die Lupe nehmen.

Vorab wie immer die technischen Daten.

[BREAK=Corsair Obsidian 700D- Technische Daten & Zubehör]

 Eckdaten und technische Details
ModelCC700DW
MaterialStahl, Aluminium
FarbeSchwarz
Maße (B x H x T)229 mm x 609 mm x 609 mm
FormfaktormATX, ATX, eATX
Anschlüsse4 x USB 2.0 / 1 x FireWire / Audio IN/OUT
Einbauschächte

5x 5,25 Zoll (extern)
6x 3,5 Zoll (intern)

Kühlung3 x 140 mm vorinstalliert, 4 x 120 optional
Erweiterungskarten7
Gewichtca. 16 kg
Preisca. 220,- Euro


Kommen wir zum Zubehör. Wie schon beim 800D ist jede Sorte Schrauben vorbildlich in einem wiederverschließbaren Tütchen untergebracht. Wir finden weiterhin einige Kabelbinder, einen Gummirahmen zur Entkopplung eines 120-mm Lüfters, einen Quick Start Guide, eine 4-Pin ATX Verlängerung für das Netzteil, sowie für Redaktionen einen Reviewers Guide vor.

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Kam unser Presample des 800D im letzten Jahr noch in einem neutralen Karton, so kommt das 700D im Hochglanzbedruckten Karton, welcher einige der Features des Obsidian schon verrät. Rein äußerlich hat der Karton die Reise allerdings nicht ganz so gut überstanden und sah schon deutlich ramponiert aus. Nachdem das 800D damals schon mit Schäden ankam, waren wir gespannt, was uns diesmal erwartete. Beim Öffnen stach uns dann auch gleich ins Auge, dass die schützende Styroporverpackung schon an mehreren Ecken gebrochen war. Nachdem wir das Gehäuse aus dem Karton befreit hatten konnten wir allerdings erst einmal keine Schäden feststellen, was sich im späteren Verlauf als Fehler erwies, doch dazu gleich mehr.

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[BREAK=Obsidian D700 - Äußerlichkeiten (1)]Entgegen unseren sonstigen Gewohnheiten beginnen wir diesmal mit dem Gehäuseboden, aus dem einfachen Grund, weil wir hier nämlich dann doch einen Schaden entdeckten, von dem wir nicht ganz sicher sind ob er nur auf den Transport zurückzuführen ist. Der Body des 700D basiert auf dem 800D und so haben wir hier ebenfalls einen nach hinten entnehmbaren auswaschbaren Staubfilter, der 2/3 der Gehäuseunterseite und der Luftdurchlässe für das Netzteil und Lüfter abdeckt. Als Füße dienen drei U-förmige Streben über die gesamte Breite. Eine dieser U-förmigen Streben, nämlich die zur Gehäuserückseite war lose und muss während des Transportes hin und hergerutscht sein, sodass die Pulverbeschichtung hier völlig zerkratzt war. Grund für den losen Fuß war eine fehlende Schraube welche vermutlich durch äußerlich einwirkende Kräfte abgeschert wurde. Seltsamerweise konnten wir allerdings keine Schraubenteile im Gewinde oder Karton wiederfinden.

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Auf dem Gehäusedeckel finden wir wabenförmige Lüftergitter und Platz, um optional bis zu drei 120-mm Lüfter einzubauen. Diese kümmern sich dann darum die erwärmte Luft aus dem Gehäuse zu saugen. Hier kann im innern auch ohne Probleme ein Radiator verbaut werden.

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Die Gehäuserückseite kennen wir schon vom Obsidian 800D. Im oberen Bereich rechts und links zwei Knöpfe. Drückt man diese hinein kann man die Seitenteile zur Seite hin aus der Führung entnehmen. Dazwischen liegen großflächige wabenförmige Luftdurchlässe, gefolgt von zwei Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung. Unterhalb der Schlauchdurchführungen sitzt ein 140-mm Lüfter. Das Netzteil wird auf dem Gehäuseboden eingebaut. Weitere Lüftdurchlässe befinden sich auf der linken Rückseite, hier verlaufen von oben nach unten wabenförmige Luftauslässe welche zum 3-Zonen-Kühlkonzept bei Corsair gehören.

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[BREAK=Obsidian D700 - Äußerlichkeiten (2)]Die abnehmbare Front besteht aus Kunststoff, der mit gebürstetem Aluminium verblendet wurde, was die Optik aufwertet. Im oberen Bereich sitzt der Power Schalter, darunter eine weiße HDD-LED. Rechts davon die schon vom 800D bekannte Klappe, hinter der staubgeschützt das I/O Panel platziert wurde. Auch hier hat sich zum 800D nichts geändert. Vier USB 2.0 Anschlüsse, ein Resetschalter, Audio-IN/OUT sowie FireWire. eSATA vermissen wir hier immer noch. Im weiteren Frontverlauf befinden sich fünf 5,25-Zoll Schächte für externe Laufwerke und das Ende der Front ziert ein das bekannte Corsair Logo.

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Die Frontblende kann man mit entsprechendem Kraftaufwand von unten her nach vorn abziehen. Abgesehen von der grundsoliden Verarbeitung findet sich hier aber nichts interessantes. Zum Vergleich wäre nur zu sagen, unterhalb der 5,25-Zoll Schächte hatte der 800D den von vorne zugänglichen HotSwap Käfig für vier 3,5-Zoll Laufwerke.

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Die Seitenteile sind diesmal schlicht gehalten, keine Fenster, Mesh oder sonstigen Unterbrechungen. Den meisten Lesern war das Seitenfenster beim 800D noch zu weit nach unten gezogen, so dass man einen freien Blick auf das Netzteil hatte. Diese Leser brauchen sich beim 700D hierüber keine Gedanken machen.

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[BREAK=Obsidian D700 - Inneres]Kommen wir zum Innenleben. Hier stechen uns natürlich erst einmal die schon bekannten großzügig dimensionierten Kabeldurchführungen ins Auge, weiterhin die riesige Klappe auf Höhe der CPU. Bei unserem Presample des Obsidian 800D war diese noch relativ klein, hier wurde damals noch großzügig nachgebessert. Geblieben ist das 3-Kammer-Kühlkonzept. In Kühlzone eins sitzt das Netzteil und saugt von unten Luft zur Eigenkühlung an. Kammer zwei sorgt für die Kühlung der 3,5-Zoll Laufwerke. Geändert hat sich hier der Einbau des Lüfters der die HDDs kühlt. Saß der Lüfter beim 800D noch seitlich vor dem Käfig, so sitzt er nun horizontal zwischen den Einbauplätzen. Der Lüfter saugt seine Luft durch die Kühlzone eins an, die Luft umströmt die Festplatten und wird hinter dem Mainboardträger wieder aus dem Gehäuse geblasen. Daher rühren auch die Luftdurchlässe welche wir auf der Gehäuserückseite links gesehen haben. Ebenfalls über die Kühlzone eins wird die dritte Kühlzone mit Frischluft versorgt. Eine Trennwand zwischen Zone eins und drei beherbergt einen der drei 140-mm-Lüfter. Hier finden wir weiterhin noch zwei Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung. So kann man zum Beispiel in der unteren Zone eine Wasserpumpe anbringen und diese problemlos verschlauchen.

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Die 5,25-Zoll-Laufwerke werden wie gehabt mit Schiebern fixiert. Neu ist nun der Bereich unterhalb der 5,25-Zoll-Einbauschächte. Statt dem HotSwap Käfig werden die Platten nun herkömmlich eingebaut. Im Fall des 700D hat man hier sechs Einbauplätze zur Verfügung. Aufgeteilt sind diese in zwei Käfige. Im ersten können vier Laufwerke vertikal verbaut werden, dann folgt der Lüfter zur Kühlung der Platten und danach noch ein Einbauplatz für zwei Laufwerke, die hier horizontal eingebaut werden. Der Lüfter sitzt auf einem extra Rahmen, ist entkoppelt und mit einer Rändelschraube gesichert. Zum Wechseln oder reinigen des Lüfters braucht man diese einfach nur entfernen und kann dann den ganzen Rahmen herausziehen. Alle Lüfter im Obsidian 700D verfügen über einen 3-Pin-Anschluß und können somit direkt an eine Lüftersteuerung oder an das Mainboard angeschlossen werden. Die Laufwerke werden, wie bei den meisten anderen Herstellern mittlerweile ebenfalls, in Kunststoffrahmen gesteckt. Hier sind sie entkoppelt und können somit problemlos ohne zu Schrauben gewechselt werden.

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Erweiterungskarten werden klassisch verschraubt, die im Prinzip sicherste Methode die Karten zu fixieren. Im Obsidian 700D dürfen diese eine maximale Länge von ca. 39cm haben. Hier hat also auch problemlos eine ATI Radeon HD 5970 mit fast 31 cm Länge Platz.

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[BREAK=Obsidian D700 - Einbau]Der Einbau ist wie schon beim Obsidian 800D dank der Masse an Platz auf den ersten Blick denkbar einfach. Großartig beachten braucht man hier nichts, erst recht nicht wie man am besten die Kabel verstaut. Die Mainboardabstandshalter sind dank der Beschriftung auf dem Träger schnell eingeschraubt. Für den Einbau der 5,25-Zoll-Laufwerke entfernen wir die 5,25-Zoll Blenden der Front und schieben die Laufwerke von vorn ins Gehäuse. Mit dem seitlichen Schieber werden sie anschließend fixiert. Die 3,5-Zoll-Laufwerke müssen nun auf die entkoppelten Kunststoffrahmen geschraubt werden und können dann seitlich in den gewünschten Einbauplatz geschoben werden.

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Nachdem das Netzteil eingebaut ist, geht es mit dem Verkabeln los. Was das verstecken von Kabeln betrifft, so sind die Obsidian Gehäuse wohl derzeit ungeschlagen auf dem Markt. Bislang ist uns noch kein Gehäuse untergekommen, wo das verkabeln soviel Spaß gemacht hat und danach noch so ordentlich wie folgt aussah. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und somit kommen wir zum Manko beim Einbau. Erfreut waren wir wie schon beim Obsidian 800D über die 4-Pin ATX Verlängerung aber schon beim 800D hatten wir eine fehlende Verlängerung für den 24-Pin Stecker bemängelt. Dies ist auch hier der Fall. Wir hatten uns nach dem Reinfall mit dem 800D inzwischen über den Onlinehandel selber eine gekauft, so dass der Einbau diesmal unproblematisch über die Bühne ging. Beim 800D damals hatten wir das Kabel noch quer durch das Gehäuse ziehen müssen und konnten infolgedessen das Seitenteil nicht mehr richtig verschließen. Hier sollte man sich vorm Kauf genau Gedanken machen wo das eigene Board den 24-Pin Stromanschluss platziert hat und bei Bedarf gleich eine Verlängerung dazu kaufen.

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[BREAK=Obsidian D700 - Temperaturmessungen]Nachdem schließlich alles verkabelt und angeschlossen war, ging es mit den Messungen los. Für die Temperatur- und Lautstärkemessungen verwenden wir lediglich die vom Werk aus eingebauten Lüfter, in diesem Fall also drei 140-mm Exemplare.

Hier erst mal das von uns verwendetet Testsystem:

Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Da viele Leser sich über die Flut an Daten in den Tabellen beschwert haben, haben wir diesmal neben der ausführlichen Tabelle auch kurz und prägnant das vielleicht wichtigste, die CPU Temperatur zusätzlich in einem Balkendiagramm kenntlich gemacht.


Idle Temperaturen

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Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

Temperaturen unter Last:

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[BREAK=Obsidian D700 - Fazit]
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Das Obsidian 700D ist in den ersten Preisvergleichen um die 220,- Euro gelistet und somit ein paar Euro günstiger wie das 800D. Der Preis ist schon recht happig für ein Gehäuse aus Stahl, wo lediglich die Front mit Aluminium verblendet wurde. Der Wettbewerb bietet in dieser Preisklasse Vollaluminium Gehäuse für das gleiche Geld. Was der Wettbewerb nicht bieten kann, ist dieses enorme Platzangebot des Obsidian 700D. Auch ein Anfänger schafft es hier ohne Probleme eine Wasserkühlung nebst Pumpe und Triple Radiator im Gehäuse unterzubringen, während man sich bei anderen Gehäusen hier genau Gedanken machen muss wie man wo Kabel und Schläuche verlegt, passt die Grafikkarte von den Abmessungen her, wo plaziere ich die Pumpe, wie verstecke ich meine Kabel. Das alles ist beim Obsidian 700D aufgrund des immensen Platzes und der zahlreichen Kabeldurchführungen, sowie ausreichend Platz hinter dem Mainboardträger kein Thema.

Das Zubehör ist ausreichend, neben der 4-Pin ATX Verlängerung für das Netzteil hätten wir uns aber noch gern eine Verlängerung für den 24-Pin Stromanschluss gewünscht. Die drei 140-mm-Lüfter kann man bedenkenlos als Silent bezeichnen. Wir haben für unsere Tests die Lüfter auf 12V laufen lassen und kein anderes Gehäuse hatte bisher leisere Lüfter auf 12V zu bieten.

Nicht ganz so überzeugen kann die Kühlung. Das System mit drei Kühlzonen überzeugt zwar und mit den Temperaturen braucht man sich im Vergleich nicht zu verstecken, hier hätten wir allerdings bessere Temperaturen erwartet, aber drei Lüfter sind anscheinend einfach zu wenig für dieses große Gehäuse. Fairerweise muss man aber auch die Zielgruppe betrachten, hier sind ganz klar die Modder angesprochen, die hier High End Komponenten und Wasserkühlungen verbauen. Bei einer Wasserkühlung relativieren sich die Temperaturen ganz schnell wieder.

Im Endeffekt entscheiden der persönliche Geschmack und der Geldbeutel, wir können das Obsidian 700D aber jedem Käufer bedenkenlos empfehlen.