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In den letzten Wochen gab es bei uns einiges zum in Kalifornien ansässigen Hersteller Antec. Neben dem COMPUTEX Taipei Design & Innovation Award, welchen man für das Antec Lanboy Air bekam, wurde die Dark Fleet Reihe neu vorgestellt. Weiterhin gab es auf Planet3DNow! die "Antec Abwrackprämien". Bevor wir sicherlich in den nächsten Wochen die neuen Gehäuse testen können, wollen wir uns zur Einstimmung ein etwas älteres Gehäuse von Antec ansehen, das Antec Nine Hundred Two, welches eine Weiterentwicklung des seinerzeit sehr beliebten Antec Nine Hundred darstellte. Ein 200-mm-Lüfter im Deckel und beleuchtete Lüfter zeigen ganz klar die Zielgruppe an, nämlich die Spieler. Ob das Gehäuse der Zielgruppe gerecht wird, werden wir versuchen auf den folgenden Seiten zu klären. Wir bedanken uns recht Herzlich bei Antec für das Bereitstellen des Testmusters. Vorab wie immer die technischen Daten: [BREAK=Antec Nine Hundred Two - Technische Details & Zubehör]



Eckdaten und technische Details
ModelAntec Nine Hundred Two
MaterialStahl
Farbe Schwarz
Maße (B x H x T) 213 x 480 x 500 mm (BxHxT)
FormatATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Anschlüsse2x USB 2.0, 1x eSATA, 1x je Audio IN / OUT
Einbauschächte9 Laufwerkeinschübe:
- Bis zu 9 x externe 5,25” Laufwerkeinschübe
- Bis zu 6 x interne 3,5” Laufwerkeinschübe
- 1 x externe 3,5” Laufwerkeinschubklammer
Kühlung1 x oben montierter 200-mm-TriCool™ Lüfter mit 3-Stufen-
Regelung und blauer LED-Beleuchtung
2 x frontseitiger 120-mm-Lüfter mit blauer LED-Beleuchtung
mit frontal montierten Steuerknöpfen
1 x rückseitiger 120-mm-TriCool™-Lüfter mit 3-Stufen-
Regelung und blauer LED-Beleuchtung

1 x seitliche Halterung für 120-mm-Lüfter (Optional)
1 x mittlere Halterung für 120-mm-Lüfter (Optional)
Erweiterungskarten8
Gewicht 11,5 kg
Preisca. 95,- Euro

Um es vor Transportschäden zu schützen, hat Antec den kompletten Karton mit Luftpolsterfolie umwickelt. Zusätzlich ist das Gehäuse durch dicke Schaumstoffmatten und Folie geschützt.

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Im Lieferumfang finden wir diverse Schrauben, einen Adapter für ein externes 3,5-Zoll-Laufwerk mit Lochblende, sowie einen Beipackzettel, der einen darüber aufklärt, dass Antec aus Umweltschutzgründen auf ein ausführliches Handbuch verzichtet hat. Dieses kann man unter www.antec.com/manuals herunterladen.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two- Äußerlichkeiten (1)]Die Front besteht rechts und links aus massiven, angerauten Kunststoffteilen. Dazwischen finden wir insgesamt neun 5,25-Zoll-Laufwerksblenden, wabenförmig gelocht. Hinter der obersten Blende befindet sich nichts, hinter den zwei darauffolgenden sitzen dicke Gummimatten, dessen Sinn sich uns nicht wirklich erschlossen hat. Hinter den anderen sechs Blenden entdecken wir zwei 120-mm-Lüfter, sowie Staubschutzfilter.

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Die sechste und die letzte Blende haben zusätzlich noch ein kleines Drehpotentiometer auf der rechten Seite. Damit lassen sich die zwei Lüfter in der Front stufenlos in einem Drehzahlbereich von 1.200/min bis 2.000/min regeln.

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An der Oberseite befindet sich leicht angeschrägt das I/O Panel. Links sitzt der Resetschalter, rechts der Powerschalter, beide mit einen sehr präzisem Druckpunkt. Dazwischen finden wir zwei USB 2.0 Anschlüsse, einen eSATA Anschluss, sowie eine kaum wahrnehmbare LED welche im laufenden Betrieb Festplattenaktivitäten mit einer blauen LED signalisiert. Die LED ist wirklich so klein, dass wir sie erst im laufenden Betrieb bemerkt haben. Gefallen hat uns hier besonders der eSATA Anschluss. Man muss bedenken, das Gehäuse ist schon ein Jahr auf dem Markt, selbst aktuelle Gehäuse lassen den Anschluss heute oft noch vermissen. Dann haben wir noch Audio In/Out Konnektoren. Wir wissen leider bis dato immer noch nicht, welcher Anschluss wofür gedacht ist, da die Anschlüsse weder beschriftet noch farblich gekennzeichnet sind, auch das Handbuch gibt hierüber keine Auskunft. Da hilft nur probieren.

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Auf der Gehäuserückseite finden wir im oberen Bereich drei Dipschalter. Mit dem linken lässt sich die Drehzahl des darunter sitzenden 120-mm-Lüfter im Bereich von 1.200, 1.600 und 2.000/min schalten. Die beiden Schalter auf der rechten Seite sind für den Lüfter im Deckel zuständig. Mit dem oberen kann man bei Bedarf die blaue Beleuchtung des Top Lüfters zuschalten, der untere regelt die Drehzahl des Lüfters im Bereich von 400, 600 und 800/min.

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Das Nine Hundred Two bietet acht Erweiterungssteckplätze und kann somit bis zu drei Grafikkarten in dreifacher SLI-Konfigurierung unterstützen, daneben die obligatorischen Durchlässe für eine Wasserkühlung. Das Netzteil findet seinen Einbauplatz auf dem Gehäuseboden. Der 120-mm-Lüfter auf der Rückseite sitzt unter einem festen Gitter welches sich nicht entfernen lässt.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two- Äußerlichkeiten (2)]Der Gehäusedeckel bietet im vorderen Bereich reichlich Ablageplatz für UBS-Sticks, Kulis oder optische Datenträger. Aufgelockert wird das ganze mit im zick-zack verlaufenden Streben. Im hinteren Bereich des Deckels haben wir den 200-mm-Lüfter mit blau zuschaltbarer Beleuchtung. Der Lüfter sitzt unter einem aufgesetzten fast runden wabenförmigen Lüftergitter, was optisch wirklich schick aussieht. Insgesamt wirkt die ganze Haptik des Antec Nine Hundred Two, obwohl nur aus Kunststoff und Stahl, sehr hochwertig.

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Für den sicheren Stand sorgen vier kleine, runde, schwarze Gummifüsse.

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Während das rechte Seitenteil clean ist, finden wir am linken Seitenteil zum einen ein Plexiglasfenster und zum anderen ein wabenförmiges Gitter welches mittig einen 120-mm-Lüfter aufnehmen kann. Um das innere vor Staub zu schützen hat man hier auch einen auswaschbaren Staubfilter integriert. Die Mischung aus Metallgitter und Kunststoffwindow ist unserer Meinung nach wirklich gelungen.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two- Innenleben (1)]Nachdem wir die Rändelschrauben gelöst haben, mit denen die Seitenteile befestigt sind, können wir diese entfernen. Das Innere ist wie die Hülle im modernen Stil in Schwarz gehalten. Der Mainboardträger hat einen riesigen Ausschnitt auf Höhe des CPU Sockels. Der Ausschnitt ist bedeutend größer, als bei den meisten anderen Gehäusen, die wir bislang im Test hatten. Außerdem hat der Mainboardträger noch drei große Ausschnitte, um dort Kabel hinter den Träger führen zu können. Im Bereich der Laufwerke auf der Rückseite ist reichlich Platz um dort Kabel zu verstauen. Wir finden auch zwei Kabelbinder.

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Die 5,25-Zoll-Laufwerke werden wie gewohnt vorn eingebaut. Im oberen Bereich haben zwei Laufwerke Platz. Diese müssen auf die althergebrachte Weise verschraubt werden.

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Darunter befinden sich zwei Käfige für die 3,5-Zoll-Laufwerke. Die Käfige sind mit Rändelschrauben befestigt und können von vorn aus dem Gehäuse gezogen werden. Jeder der zwei Käfige fasst drei Festplatten und hat vorn einen 120-mm-Lüfter zur Kühlung der Platten. Einer der Käfige hat weiterhin einen Aufsatz, um optional einen weiteren 120-mm-Lüfter zu installieren. Diesen Aufsatz muss man aber entfernen will man in dem Käfig Festplatten einbauen.

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Hier mal einer der beiden Käfige im Detail und zwar der mit dem Aufsatz für einen optionalen Lüfter. Die Frontblende ist nur gesteckt und kann problemlos entfernt werden will man zum Beispiel den Lüfter gegen ein anderes Model tauschen. Eine Besonderheit ist der auswaschbare Staubfilter, dieser kann ganz leicht nach oben herausgezogen werden. Von hinten der 4-Pin Anschluss für den Lüfter und der Aufsatz für einen weiteren Lüfter.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two- Innenleben (2)]Die Erweiterungskarten werden beim Antec Nine Hundred Two verschraubt. Mit acht Slotblenden stehen genügend Plätze für bis zu drei Grafikkarten zur Verfügung. Oberhalb der Karten sitzt ein 120-mm-Lüfter, neben den Slotblenden sind Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung vorhanden.

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Im Gehäusedeckel der riesige, neunflügelige, auf Wunsch beleuchtete 200-mm-Lüfter samt 4-Pin-Anschluss.

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Das Netzteil liegt auf dem Gehäuseboden auf vier dünnen Gummiplättchen. Massive Blöcke zum entkoppeln wie wir es von einigen anderen Herstellern kennen hat man sich bei Antec gespart.

Hier noch ein Blick auf die Innenseite der Seitentür, bevor wir uns dem Einbau widmen. Die Tür bietet Platz, um optional einen 120-mm-Lüfter dort einbauen zu können. Der Lüfter wird lediglich auf den Rahmen gesteckt und muss nicht verschraubt werden. Um das Gehäuse vor Staub zu schützen ist hier ebenfalls ein auswaschbarer Staubfilter vorhanden. Diesen kann man ganz einfach zur Seite hin entfernen.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two- Einbau]Beim Antec Nine Hundred Two darf wieder viel geschraubt werden. Nachdem wir das Mainboard auf den Träger geschraubt haben, einige Abstandshalter waren bereits vorinstalliert, ging es mit den 5,25-Zoll-Laufwerken weiter. Um die optischen Datenträger einbauen zu können, müssen erst die verschraubten Blenden entfernt werden, dann werden die Laufwerke von vorn ins Gehäuse geschoben und mit den beiliegenden Schrauben befestigt. Als nächstes folgten die 3,5-Zoll-Laufwerke. Hier wählten wir den unteren Schacht. Erst muss der Käfig mittels der Rändelschrauben gelöst werden, dann entfernten wir die Frontblende und schoben die Laufwerke ein. Um sie zu befestigen, liegen mehrere lange Schrauben bei. Dann wird die Blende mit dem Lüfter wieder davor gesetzt und der Käfig ins Gehäuse geschoben. Beim Verkabeln sollte man darauf achten, ausreichend Spiel für das Lüfterkabel zu lassen, damit man später auch noch den Käfig zum Reinigen der Luftfilter herausziehen kann ohne die komplette Verkabelung erst lösen zu müssen. Bleibt noch das Netzteil und die Grafikkarte. Beides wird verschraubt und dann ging es mit dem Verkabeln weiter. Für überflüssige Kabel ist ausreichend Platz hinter dem Mainboardträger und zwischen 5,25-Zoll-Schacht und Seitenteil. Da das Gehäuse von unten keine Möglichkeit hat frische Luft anzusaugen, bauten wir das Netzteil mit dem Lüfter in Richtung Grafikkarte ein. Fertig sah das ganze wie folgt aus.

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two - Temperaturmessungen] Wie immer kommen nur die ab Werk vorinstallierten Lüfter zum Einsatz, in diesem Fall also zwei 120- mm Lüfter in der Front, ein 120-mm-Lüfter auf der Rückseite und ein 200-mm-Lüfter auf dem Deckel.
Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:

Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

Idle-Temperaturen:

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Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

Temperaturen unter Last:

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[BREAK=Antec Nine Hundred Two - Fazit]
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Das Antec Nine Hundred Two hat uns, für ein mittlerweile ein Jahr altes Gehäuse, positiv überrascht. Das gesamte Gehäuse wirkt sehr hochwertig mit guter Haptik. Beim Einbau muss man zwar viel schrauben, aber alles passt optimal und ist durchweg leichtgängig. Hier hakt oder klappert nichts und auch die Spaltmaße passen. Die Temperaturen können sich sehen lassen. Wir haben unter Last in der Tabelle zwei Werte genommen, jeweils mit voll aufgedrehten Lüftern und dann mit den Lüftern auf kleinster Stufe. Bei voll aufgedrehten Lüftern hat man das Gefühl ein Orkan rauscht durchs Zimmer, aber die Temperaturen spielen in der Oberliga der bislang getesteten Gehäuse mit. Interessant wird, laufen die Lüfter auf der niedrigsten Stufe. Hier mischt man ebenfalls ganz vorne mit, wenn man dann aber mal die Lautstärke der Gehäuse betrachtet, welche besser abschneiden wie das Nine Hundred Two, dann sieht man, dass diese in den Messungen alle über dem Antec Gehäuse lagen. Das Nine Hundred Two bietet also reichlich Reserve auch an heißen Sommertagen oder in stickigen Hallen auf einer Lan-Party.

Nicht gefallen hat uns die Tatsache, dass nicht erkennbar ist, welcher Anschluss nun für Kopfhörer und welcher für Mikrofon ist, ebenso wie der verfügbare Platz im Innenraum. Hier stehen einem für Erweiterungskarten lediglich ca. 25 cm zur Verfügung, vorausgesetzt der Stromanschluß für die Grafikkarte sitzt auf der Seite. Damit bleiben High End Grafikkarten wie eine ATI HD5970 mit fast 31 cml Länge außen vor. Der Fairness halber muss man allerdings erwähnen, das diese Karte zum Release des Gehäuses noch gar nicht auf dem Markt war.

Alles in allem konnte das Antec Nine Hundred Two uns aber auf ganzer Linie überzeugen.

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