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In unserem heutigen Artikel möchten wir Euch das Silverstone Fortress FT02 Gehäuse in Limited Edition ein wenig näher vorstellen. Silverstone gehört mit zu den Top Gehäuse-Spezialisten wenn es um das Thema Aluminiumgehäuse geht. Mit dem FT02 hat Silverstone das schlichte elegante Design des Fortress FT01 mit dem Kühlkonzept des Silverstone Raven kombiniert, welches im Juni 2008 mit einem neuen Kühlkonzept aufwartete. Hier wurde gleich der ganze Innenraum um 90° gedreht, um sich den natürlichen physikalischen Effekt, dass warme Luft nach oben steigt, für die Gehäusekühlung zu nutze zu machen. Ob dieses Konzept aufgeht, werden wir auf den folgenden Seiten versuchen zu klären. Bedanken möchten wir uns an der Stelle bei Caseking, welche uns das Gehäuse zum Test zur Verfügung gestellt haben.

[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Technische Details & Zubehör]



Eckdaten und technische Details
ModelSilverstone Fortress FT 02 LE
MaterialAluminium / Stahl
FarbeSchwarz/Rot
Maße (B x H x T) 212 x 497 x 616 mm (BxHxT)
FormatATX, Micro-ATX, SSI CEB
Anschlüsse2x USB 2.0,
1x je Audio In/Out
Einbauschächte5x 5,25 Zoll (extern)
5x 3,5 Zoll (intern, davon 1x Hot-Swap)
1x 2,5 Zoll (intern)
Kühlung3x 180 mm (Boden, 18 / 27 dB(A), 700 / 1.000 U/Min)
1x 120 mm (Deckel, 19 dB(A), 1.200 U/Min)
Erweiterungskarten7
Gewicht 15 kg
Preisca. 224,90 Euro
BesonderheitenGehäusedämmung
Lüftersteuerung

Das Gehäuse kommt wie üblich sicher verpackt zu uns. Deshalb gehen wir darauf zukünftig nicht näher ein, es sei denn dies ist nicht der Fall und kommen gleich zum Lieferumfang. Hier finden wir fünf wiederverwendbare Kabelbinder, eine Einbauanleitung, Montagehalter für einen optionalen Radiator, Schrauben, eine SSD Halterung, 3-Pin zu 4-Pin Adapterkabel sowie ein Klettband zur Netzteilbefestigung.

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Äußerlichkeiten (1)]Front, Boden und Rückseite bestehen beim Fortress FT02 aus einem U-förmigen, gebogenen, 4,5-mm starken Stück Aluminium. Diesen Aufbau kennen wir noch vom Silverstone Temjin TJ07, welches in der Gunst der Käufer heute noch zu den beliebtesten Gehäusen aus dem Hause Silverstone zählt. Die Front ist hier nicht wie meist aus gebürstetem Aluminium sondern matt. Lediglich die fünf Blenden für die externen 5,25-Zoll-Laufwerke weisen das klassische Muster von gebürstetem Alumium auf. Ein Silverstone-Logo bildet den Abschluss der Front. Alles in allem also recht clean und elegant ohne Lufteinlässe oder Verschnörkelungen. Schön wären Blenden für die externen Laufwerke gewesen, denn selbst wenn man schwarze Laufwerke verwendet, wirkt die Front nicht mehr ganz so elegant, ganz zu schweigen von den typisch mausgrauen wie wir sie verwenden.

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Zwei Moosgummistreifen auf dem Gehäuseboden sorgen für die Rutschfestigkeit und dämmen dazu gleich noch eventuell auftretende Vibrationen. Die in dieser Preisklasse weit verbreiteten Hifi-Füße finden wir hier nicht vor.

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Das linke Seitenteil ist clean, im rechten ist ein großes Fenster aufgesetzt, das einen Blick ins Gehäuseinnere und den rot lackierten Innenraum gestattet. Weiterhin, im unteren Bereich, sehen wir, dass zwischen eigentlichem Gehäuseboden und dem Korpus zwei Zentimeter Platz sind. Dies ist Teil des Belüftungskonzepts.

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Auch die Gehäuserückseite wirkt sehr aufgeräumt. Hier befindet sich lediglich eine Lüfteröffnung, geschützt durch eine Abdeckklappe mit Staubfilter. Entfernt man die Abdeckklappe, kommt ebenfalls die rote Lackierung zum Vorschein. Hier saugt später das Netzteil die Frischluft ein. Im oberen Teil finden wir noch eine Kabeldurchführung. Was es damit auf sich hat, dazu kommen wir gleich.

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Äußerlichkeiten (2)]Die Gehäuseoberseite, oder vielleicht sollte man aufgrund des Gehäusekonzeptes beim Fortress FT02 mit einem um 90° gedreht eingebautem Mainboard eher von der Gehäuserückseite sprechen, hat im vorderen Teil den Power- und Resetschalter. Beide haben einen sehr angenehmen, klar definierten Druckpunkt. Zwischen ihnen finden sich zwei im Betrieb blau leuchtende Status LEDs. Rechts daneben unter einer Schiebeklappe versteckt finden wir zwei USB 2.0 Anschlüsse und Audio-In/Out Konnektoren. Diese Schiebeklappe ist leider nur aus Kunststoff und wirkt sehr billig. Eigentlich unverständlich, denn schon 2006 beim Temjin TJ07 hat Silverstone gezeigt wie man dies besser lösen kann. Warum dies nicht so übernommen wurde, bleibt uns ein Rätsel.

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Im weiten Verlauf der Oberseite folgt ein abnehmbarer Deckel mit eingesetztem Aluminium-Meshgitter. Darunter verbirgt sich die eigentliche Besonderheit des Fortress FT02.

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Entfernt man durch einen Ruck den Deckel, kommt der Teil zum Vorschein, der bei anderen Gehäusen die Rückseite bildet. Hier finden wir sieben Slotblenden für Erweiterungskarten. Rechts davon quadratische Luftdurchlässe. Darüber sitzt - unter einem abnehmbaren Lüftergitter - ein 120-mm-Lüfter, dessen sieben Rotorblätter von der Oberfläche her an einen Golfball erinnern. Weiterhin sitzen hier noch drei kleine Schalter, mit denen sich drei weitere Lüfter auf dem Gehäuseboden in der Drehzahl regulieren lassen. Auf der Stufe "Low" drehen die Lüfter mit 700/min, auf der Stufe High mit 1000/min. Den Abschluss bildet der Einbauplatz für das Netzteil und die bereits vorhin angesprochene Kabeldurchführung. Da sämtliche Kabel hier nach oben herausgehen, müssen diese natürlich in Richtung Gehäuserückseite verlegt werden.

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Innenleben (1)]Um die Seitenteile entfernen zu können, muss erst der Gehäusedeckel abgenommen werden. Hier sind die Seitenteile mit Rändelschrauben befestigt. Dann können sie nach oben hin abgezogen werden. Als erstes fällt uns beim Entfernen der Seitenteile die Gehäusedämmung auf. Diese ist zwar nicht so dick wie beispielsweise beim King-Mod.Service von Caseking, dennoch sollte damit eine gewisse Geräuschreduzierung gewährleistet sein.

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Der komplette Korpus im Inneren ist rot lackiert. Kontraste bilden die schwarzen Kunststoffteile und Lüfter. Das Mainboard wird hier nicht wie üblich auf der rechten Seite von vorne gesehen eingebaut, sondern auf der linken und ist wie bereits erwähnt um 90° gedreht. Im vorderen Teil ist Platz für bis zu fünf externe 5,25-Zoll-Laufwerke, wovon das erste verschraubt wird und die weiteren vier über einen Klappmechanismus fixiert werden. Die Fixierung ist aber nur auf einer Seite gegeben. Will man das Gehäuse transportieren, sollte man auf der anderen Seite zur Sicherheit noch Schrauben verwenden.

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Unter den 5,25-Zoll-Einbauplätzen folgt ein Käfig für die 3,5-Zoll-Laufwerke. Die Laufwerke werden hierfür auf Rahmen geschraubt und können von der Seite her in den Käfig geschoben werden. Eine Besonderheit stellt der erste Einbauplatz dar. Dieser besitzt bereits eine sogenannte Hot-Swap-Aufnahme ab Werk. Wer mehrere dieser Aufnahmen benötigt, muss hier allerdings zum Zubehörhandel greifen. Diese Hot-Swap-Module sind für 5,90 Euro einzeln erhältlich. Wirklich umständlich wird es, wenn man eine SSD verbauen will. Hier wird das Laufwerk auf den mitgelieferten Adapterrahmen verschraubt und dieser wird seitlich an den Einschub für die 5,25-Zoll-Laufwerke geschraubt. Da dies aber noch nicht umständlich genug ist, auch noch auf der linken Seite, so dass man - um die SSD wechseln zu können - den Gehäusedeckel und beide Seitenteile entfernen muss.

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Innenleben (2)]Für die Frischluftzufuhr sorgen gleich drei 180-mm-Lüfter auf dem Gehäuseboden. Sie saugen die kalte Luft von unten an und unterstützen somit den Kamineffekt, dass warme Luft nach oben steigt. Alle drei Lüfter sind mit zur Seite entfernbaren, auswaschbaren Staubfiltern ausgestattet, um die teure Hardware vor Schmutz zu schützen. Bei den Anschlusskabeln für die Lüfter hat Silverstone Liebe zum Detail bewiesen. Sowohl die Kabel der drei 180-mm-Lüfter auf dem Gehäuseboden, als auch das Kabel für den 120-mm-Lüfter im Deckel sind sauber in schwarz gesleevt.

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE- Einbau]Trotz des um 90° gedreht eingebauten Mainboards ist der Einbau nicht schwieriger oder einfacher als bei anderen Gehäusen. Dennoch gibt es einige Stolperstellen. Zuerst werden wie gewohnt die Mainboard-Halterungen auf den Träger geschraubt und danach folgt das Mainboard. Die Erweiterungskarten werden verschraubt. Rändelschrauben sind nicht vorgesehen, sodass zum Schraubendreher gegriffen werden muss. Für die Erweiterungskarten hat man 30 cm Platz. Eine ATI Radeon HD 5970 passt hier also nicht. Eine Besonderheit gibt es beim Einbau des Netzteils. Dieses ist zum einen wie gewohnt mit vier Schrauben befestigt. Weiterhin kommt jetzt das Klettband aus dem Zubehör zum Einsatz. Hiermit wird das Netzteil zusätzlich am Mainboardträger festgezurrt und zu guter Letzt wird noch eine kleine Plastikstütze, auf der das Netzteil aufliegt, verschraubt. Hier ist doch ein wenig mehr Aufwand beim Einbau angesagt. Das Netzteil kann wahlweise mit dem Lüfter zur Rückseite eingebaut werden - so wird frische Luft zur Kühlung des Netzteils angesaugt - oder man baut es mit dem Lüfter in Richtung Innenraum ein - so unterstützt das Netzteil die Kühlung im Gehäuse, indem warme Luft nach außen transportiert wird. Wir haben bei unserem Testsystem das Netzteil mit dem Lüfter nach innen eingebaut. Allerdings nicht wegen der Kühlung, sondern weil sonst schlichtweg die Kabel zu kurz gewesen wären, wenn man sie hinter dem Mainboardträger entlangführen will.

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Die 3,5-Zoll-Laufwerke werden in die entkoppelten Rahmen geschraubt und dann von der Seite in die Halterungen geschoben. Bei unserem Testmodel hielt der Verschluss nicht ganz sicher. Schon bei geringem Druck von hinten, der allein beim Verkabeln entstand, löste sich die Halterung und der Rahmen wurde wieder aus dem Käfig gedrückt. Hier mussten wir also recht vorsichtig zu Werke gehen, was nicht ganz einfach war, da durch die Gehäusedämmung nicht viel Spielraum zwischen Seitenteil und Korpus bleibt, um dort Kabel zu verlegen ohne dass die Anschlüsse unter Zugspannung sind.

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Als Stolperfalle entpuppten sich die 5,25-Zoll-Laufwerke. Im obersten Schacht konnten wir gar kein Laufwerk einbauen, da der Platz nicht ausreichend war. Im zweiten Einbauschacht von oben passte so eben eines unserer zwei Laufwerke, das andere wäre zu lang gewesen. Auch in den anderen Schächten hat man bei ATX-Boards unter Umständen Probleme mit den Mainboardanschlüssen. Bei unserem mATX Board gab es diesbezüglich logischerweise keine Einschränkung. Dies ist im Übrigen ein Problem, was auch Silverstone erkannt hat. In der Einbauanleitung gibt es eine extra Rubrik "component size limitations". Wir fassen aus der Rubrik einmal zusammen. Die maximale Kühlerhöhe darf 165 mm betragen, die Netzteillänge 230 mm und zu den 5,25-Zoll-Laufwerken schreibt Silverstone "Falls der 7. Erweiterungssteckplatz genutzt wird, liegt die maximale Tiefe eines optischen Laufwerks (einschließlich Anschlüssen) bei 193 mm. Falls der siebte Erweiterungssteckplatz nicht genutzt wird, können die oberen beiden 5,25-Zoll-Laufwerkseinschübe dennoch nur 180 mm tiefe optische Laufwerke aufnehmen; in den dritten, vierten und fünften 5,25-Zoll-Laufwerkseinschub passen jedoch problemlos auch optische Laufwerke mit einer Tiefe von bis zu 185 mm."

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Fertig eingebaut sah das ganze wie folgt aus:

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE - Temperaturmessungen]Wie immer kommen nur die ab Werk vorinstallierten Lüfter zum Einsatz, in diesem Fall also drei 180-mm Lüfter im Boden und ein 120-mm-Lüfter im Gehäusedeckel.
Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem: Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

Idle-Temperaturen:

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Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

Temperaturen unter Last:

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[BREAK=Silverstone Fortress FT02 LE - Fazit]

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Kommen wir zum Fazit. Das Silverstone FT02 LE stellt, was die Temperaturmessungen betrifft, die neue Referenz dar ohne dass die Lüfter hier großartig störend auffallen. Eine Tatsache, die wir nicht so ohne weiteres erwartet hätten. In der Lüfterstellung "High" machen sich die Lüfter zwar recht deutlich bemerkbar, aber in der Stellung "Low" sind sie sehr angenehm und kühlen immer noch deutlich besser, als die bislang getesteten Gehäuse. Das Konzept mit dem gedrehten Mainboard geht somit voll auf.

Auch Freunde von Wasserkühlungen kommen nicht zu kurz. Silverstone liefert gleich Adapterschienen mit, um einen Radiator direkt auf die Lüfter schrauben zu können. Optik und Verarbeitungsqualität sind auf erstklassigem Niveau und knüpfen an den Klassiker, das Temjin TJ07, an. Der rote Innenraum dieser limitierten Sonderversion ist "todschick", wobei dies natürlich Geschmackssache ist. Wem dies nicht gefällt, für den bleibt immer noch die schlicht schwarze oder silberne Version. Beide sind ohne Fenster für 189,90 EUR, mit Fenster für 199,90 EUR erhältlich. Gesleevte Kabel beweisen Liebe zum Detail und auswaschbare Staubfilter runden das Paket ab. Ein ausführliches Handbuch hilft beim Einbau und lässt keine Fragen offen.

Aber das Fortress FT02 LE hat auch einige nicht von der Hand zu weisende Schwachstellen. Da wäre die schlechte Erreichbarkeit der SSD, denn um an sie zu kommen, muss aufgrund der Bauweise nicht nur ein Seitenteil, sondern auch noch der Deckel entfernt werden. Weiterhin negativ ins Auge sticht die Plastikabdeckung für das I/O Panel im Deckel. Bei einem Preis von 224,- EUR hätte man dies sicherlich auch anders gestalten können, wie andere Modelle aus dem Haus Silverstone zeigen. Die Lüftersteuerung ist ebenfalls erst zu erreichen, wenn man den Deckel abnimmt. Wer mit diesen Schwachpunkten leben kann und wer die Abmessungen der Hardware beachtet die im Fortress FT02 eingebaut werden soll, für den ist das Gehäuse auf jeden Fall eine Empfehlung.

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