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    Lian Li X900 Gehäuse-Review

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    Wie jeder andere Hersteller nutzte auch Lian Li die Computex 2010 in Taipeh zur Vorstellung neuer Gehäuse. Eines davon war der in drei Farben erhältliche Midi-Tower TYR X900. Für unseren heutigen Test haben wir uns das schwarze Modell zukommen lassen. Weiterhin stehen noch silber und rot zur Auswahl. Mit USB 3.0, aufgesetztem Window, um die Hardware zu präsentieren, Zwei-Kammer-Kühlkonzept, sowie dem bekannt guten Namen buhlt man um die Gunst der kaufkräftigen Kunden. Die PC-X Modelle bilden gewissermaßen die Spitze der Lian Li Modelle. Mit knapp 400 EUR gehört das X900 zu den teuersten Modellen des taiwanesischen Herstellers. Ob der Preis gerechtfertigt ist, wollen wir versuchen auf den folgenden Seiten zu klären. Bedanken möchten wir uns an der Stelle bei Caseking und Lian Li, die uns das Gehäuse zur Verfügung gestellt haben.

    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Technische Details & Zubehör]

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    Das Gehäuse kommt wie üblich sicher verpackt. Deshalb gehen wir hierauf auch nicht gesondert ein, es sei denn dies ist nicht der Fall oder es handelt sich um eine besonders ausgefallene Verpackung. Wir kommen also gleich zum Lieferumfang. Hier finden wir neben dem üblichen Schraubensatz eine Kunststoffbox zur Aufbewahrung der Schrauben, eine Netzteil-Halteklammer, einen Piezo-Lautsprecher, USB 2.0/3.0 Adapter, sowie zwei gewinkelte SATA-Kabel.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Äußerlichkeiten (1)]Mit 60-cm Höhe und 38-cm Tiefe macht das X900 einen recht ungewohnten Eindruck. Der untere Teil der Front ist gelocht. Dort saugen gleich drei 120-mm-Lüfter, die im Betrieb blau leuchten, Frischluft an. Durch die Löcher erkennt man die dahinter befindlichen Staubfilter. Darüber finden wir drei 5,25-Zoll-Einschübe. Einer der Einschübe kann über einen 3,5 Zoll Adapter Diskettenlaufwerke oder einen Cardreader aufnehmen. Ein weiterer Einschub verfügt über eine Blende. Wer also kein schwarzes Laufwerk besitzt, sondern nur ein altes mausgraues, bewahrt somit die schöne Frontoptik. Durch Druck auf einen Auswurfknopf fährt der Laufwerksschlitten heraus. Die Front und der Deckel bestehen aus einem Stück Aluminium und können nicht entfernt werden.

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    Zwei kleine LEDs rechts neben den 5,25-Zoll-Einschüben signalisieren den Betriebszustand des Systems in blau, sowie Festplatten-Aktivitäten in rot.

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    Unter einer kleinen Klappe, sicher vor Staub geschützt, finden wird einen eSATA-, vier USB 3.0 Anschlüsse sowie die Audio-In/Out Konnektoren. Hier hat ursprünglich noch ein FireWire Anschluss gesessen, wie wir aus früheren Reviews anderer Seiten wissen. Man erkennt auch noch die Umrisse im Kunststoff. Rechts davon liegen der Power- und Resettaster. Beide sind ebenfalls aus Aluminium und verfügen über einen angenehmen Druckpunkt. Der Resettaster ist ein wenig kleiner, um ihn nicht aus Versehen zu betätigen. Ansonsten ist der Deckel "clean". Lüfter im Deckel finden wir hier glücklicherweise keine. Die würden zu so einem Gehäuse optisch auch nicht passen.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Äußerlichkeiten (2)]Während das rechte Seitenteil keine Besonderheiten zu bieten hat, wurde auf das linke Seitenteil ein relativ großes Fenster gesetzt. Für den sicheren Stand sorgen vier HiFi-Füße mit Moosgummiunterlage, die das Gehäuse auch gleichzeitig noch vom Boden entkoppeln. Ein Feature, das in dieser Preisklasse einfach ein Muss ist. Im hinteren Teil sitzt ein auswaschbarer Filter. Dieser schützt das Netzteil vor Staub und sonstigen Kleinteilen. Ein Manko ist sicherlich, dass man das Gehäuse - um den Filter zu reinigen - erst auf die Seite legen muss. Schöner wäre es gewesen, wenn man den Staubfilter nach hinten herausziehen könnte, wie es beispielsweise beim Corsair Obsidian der Fall ist.

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    Die Seitenteile lassen sich ganz einfach abnehmen, indem man die Rändelschraube löst und den Hebel nach hinten zieht. Dann kann man die Seitenteile nach rechts bzw. links wegklappen. Beim ersten mal muss man unter Umständen noch einen Schraubendreher benutzen, um die Rändelschraube zu lösen, da diese ab Werk recht fest sitzen. Die Schrauben bilden mit dem Verschluss eine Einheit, so können sie nicht aus Versehen verlegt werden.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Innenleben (1)]Nachdem die Seitenteile entfernt sind, präsentiert sich der Innenraum des X900. Dieser ist in zwei Zonen getrennt. Im oberen Teil finden die externen 5,25-Zoll-Laufwerke, sowie in einem herausnehmbaren Käfig bis zu vier 3,5-Zoll-Laufwerke ihren Platz. Im unteren Teil sitzt das Netzteil und ein weiterer Käfig für bis zu drei 3,5-Zoll-Laufwerke.

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    Die 5,25-Zoll-Laufwerke werden mit den mittlerweile bei allen neuen Lian Li Gehäusen eingesetzten Haltebügeln fixiert. Hierzu wird das Laufwerk einfach von vorne ins Gehäuse geschoben und dann der Hebel umgelegt. Die Befestigung erfolgt hierbei nur einseitig aber trotzdem fest. Ziemlich dicht dahinter sitzt der Käfig für die 3,5-Zoll-Laufwerke. Dieser ist mittig mit einer Rändelschraube fixiert und muss zum Einbau der Festplatten entnommen werden. Für die Kühlung der Platten sorgt ein 120-mm-Lüfter, der sich hinter dem Käfig befindet und die Luft quasi durch die Festplatten saugt.

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    Im unteren Teil in der Front sitzen drei 120-mm-Lüfter und sorgen für die Frischluftzufuhr. Damit sich kein Staub oder sonstige Kleinteile im Gehäuse sammeln, sind sie mit auswaschbaren Staubfiltern ausgestattet. Diese Staubfilter lassen sich allerdings nur mühsam reinigen. Da die Front sich beim X900 nicht abnehmen lässt, müssen erst die Lüfter entfernt werden um an die Staubfilter zu gelangen. Alle drei Lüfter sind auf einer Platte montiert, die mit drei Rändelschrauben befestigt ist. Erst wenn man diese Platte samt Lüftern entfernt, kommt man an die Staubfilter. Hinter den Lüftern sitzt auf dem Gehäuseboden der zweite Käfig für interne 3,5-Zoll-Laufwerke. Auch dieser Käfig ist nur mit einer Rändelschraube mittig befestigt und kann leicht entnommen werden.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Innenleben (2)]Das Netzteil ruht auf zwei Moosgummistreifen und wird - wie bei sämtlichen neuen Lian Li / Lancool Gehäusen - mit einem Haltebügel befestigt. Wem dies nicht gefällt, der kann das Netzteil natürlich auch klassisch verschrauben. Für das Netzteil stehen einem 190-mm in der Tiefe zur Verfügung. Will man größere Netzteile verwenden, muss der 3,5-Zoll-Laufwerkskäfig entfernt werden.

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    Bis zu sieben Erweiterungskarten werden mit dem bereits aus früheren Gehäusen bekannten Schnellverschlusssystem befestigt. Die Erweiterungskarten dürfen hierbei eine maximale Länge von 305-mm haben. Oberhalb der Schnellverschlüsse befindet sich der zweite Hecklüfter.

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    Auf dem Mainboardträger befindet sich, wie mittlerweile Standard, eine große Aussparung, um auch verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards wechseln zu können. Weiterhin hat man noch zwei Kabeldurchführungen, um nach dem Einbau die überflüssigen Kabel hinter dem Mainboardträger zu verstecken.

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    Neben dem obersten Lüfter hat Lian Li ein Anschlusspanel für die Lüftersteuerung platziert. Über ein Potentiometer auf der Rückseite des Gehäuses können alle fünf Lüfter stufenlos zwischen 7 V und 12 V geregelt werden. Auch wenn dies eine gute Idee ist, wäre es zum einen schöner gewesen die Lüftersteuerung an der Frontseite zu platzieren, und zum anderen die Front und Hecklüfter zu trennen.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Einbau]Kommen wir zum Einbau. Auf dem Mainboardträger sind bereits einige Abstandhalter vormontiert. Hier muss man nur noch überprüfen, ob diese an der richtigen Stelle sitzen, dann kann auch schon das Mainboard verschraubt werden. Danach erfolgte bei uns der Einbau des Netzteils. Wir verwendeten hierzu die beigelegte Klammer um das Netzteil zu befestigen. Damit sitzt es bombenfest. Zu beachten ist, dass man erst danach die Grafikkarte einbaut, sonst hat man nicht ausreichend Platz um die Klammer umzulegen. Als Einbauplatz für die 3,5-Zoll-Laufwerke wählten wir den unteren Käfig aus. Dies taten wir aus zwei Gründen: Einmal wegen der besseren Belüftung der Festplatten, da diese hier direkt im Luftstrom der Frontlüfter sitzen und zum zweiten, weil es mit dem oberen Käfig Probleme gab, zu denen wir gleich kommen.

    Die Festplatten können mit Rändelschrauben ohne Werkzeug im Käfig befestigt werden. Eine Gummiunterlegscheibe sorgt für die Entkopplung der Platten. Der Käfig sitzt um 90° verdreht zum Gehäuse. Viele Hersteller bauen die Festplattenkäfige um 90° versetzt ein um dem Anwender den Festplattenwechsel zu erleichtern. Gerade wenn dies schraubenlos geschieht eine feine Sache. Beim X900 liegt der Grund aber wohl eher an dem gewonnen Platz. Einfach wechseln kann man die Platten nämlich nicht wirklich, da man hier erst den ganzen Käfig ausbauen muss. Dies ist aber trotzdem schnell geschehen, da er nur mit einer Rändelschraube mittig befestigt ist.

    Kommen wir zu den 5,25-Zoll-Laufwerken und unserem Problem mit dem oberen 3,5-Zoll-Laufwerkskäfig. Da das X900 wie bereits erwähnt keine abnehmbare Frontblende hat, muss man erst den 3,5-Zoll-Käfig entfernen und kann dann von hinten die 5,25-Zoll-Blenden herausdrücken. Alles in allem also ein wenig umständlich. Hat man diese Hürde genommen, werden die 5,25-Zoll-Laufwerke von vorn ins Gehäuse geschoben und können verkabelt werden. Hier gab es dann unser bereits erwähntes Problem. Da wir immer noch IDE-Laufwerke einsetzen, war der Platz zwischen dem Festplattenkäfig und den Anschlüssen der optischen Datenträger schlichtweg zu klein, um den Käfig noch im Gehäuse zu befestigen. Mit SATA-Laufwerken und gewinkelten Kabeln wäre uns dies sicherlich nicht passiert. Nachdem aber alles verkabelt war und auch die Grafikkarte ihren Platz gefunden hat, bot sich uns folgendes Bild und wir konnten mit den Temperaturmessungen beginnen.

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Temperaturmessungen]Wie immer kommen nur die ab Werk vorinstallierten Lüfter zum Einsatz, in diesem Fall also drei 120-mm-Lüfter in der Front und zwei 120-mm-Lüfter im Heck.

    Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem:Nach Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

    Idle-Temperaturen:

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    Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

    Temperaturen unter Last:

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    [BREAK=Lian Li TYR X900 - Fazit]

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    Kommen wir zum Fazit. Mit dem X900 liefert Lian Li wie gewohnt ein sehr gutes und auch schickes Gehäuse ab. Wobei die Optik wie immer Geschmackssache ist. Scharfe Ecken oder Kanten finden wir keine vor, aber dies ist in der Preisklasse auch eine Selbstverständlichkeit. Mit seinen turmähnlichen Abmessungen hebt es sich optisch schon von den meisten anderen Gehäusen ab. Was die Tiefe betrifft, sollte es bei keinem Schreibtisch Probleme geben. Bei der Höhe sieht es etwas anders aus. Unter unser 72-cm hohes Möbelstück passte es jedenfalls. Hier konnten wir auch noch bequem den USB Stick von oben einstöpseln.

    Die blau beleuchteten Lüfter sind ebenfalls nicht unbedingt jedermanns Sache. Uns hat es gefallen, aber es ist schon ein gewagter Spagat zwischen Modding und klassisch elegant. Bei einem 100 EUR Gehäuse nimmt man den hin, aber wer fast 400 EUR für ein Gehäuse auf den Tisch legt, der könnte sich daran vielleicht stören. In den wenigsten Fällen wird so ein Gehäuse schließlich im Kinderzimmer eines 16-Jährigen stehen. Die Zielgruppe liegt hier wohl eher zwischen 25-35 und diese Gruppe steht nicht zwingend auf "Modding".

    Der Einbau der 5,25-Zoll-Laufwerke ist zwar umständlicher, als bei vielen anderen Gehäusen, da man erst den Festplattenkäfig ausbauen muss, um die Blenden entfernen zu können, aber als echten Kritikpunkt sehen wir dies nicht an, da man diesen Vorgang in der Regel nur einmal macht und nicht jede Woche. Der obere 3,5-Zoll-Festplattenkäfig bereitete da schon eher Probleme. Wir konnten ihn nicht verwenden, da es Platzprobleme mit den Anschlüssen der optischen ATAPI-Laufwerke gab. Abhilfe sollten hier aber optische Laufwerke mit SATA-Anschlüssen schaffen, schließlich gehört in so ein Gehäuse auch edle Hardware und nicht ein 08/15 Laufwerk mit veralteten IDE-Anschlüssen.

    Bei den Temperaturen im Idle-Zustand gehört das Lian Li X900 mit zu den Top 5 und auch unter Last behauptet es sich gut im Mittelfeld. "Nur im Mittelfeld?", fragt sich vielleicht der ein oder andere Leser. Das ist richtig was die Temperaturen betrifft. Gemessen an der Lautstärke gehört es aber selbst bei 12 V mit zu den besten Gehäusen. Als Manko müssen wir aber ganz klar die Lüftersteuerung sehen. Diese gehört einfach an die Frontseite und am besten getrennt nach vorderen und hinteren Lüftern. Falls technisch und von den Abmessungen her machbar, sollte man sich im Hause Lian Li mal Gedanken darüber machen, das Potentiometer anstelle des nicht vorhandenen FireWire Anschlusses unter der Abdeckung zu platzieren. Damit würde die Steuerung nicht direkt ins Auge stechen und wäre trotzdem gut erreichbar.

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  2. Die folgenden Benutzer sagen Danke zu Jörg Heptner für diesen nützlichen Beitrag:

    wush (24.11.2010)

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