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    Bitfenix Colossus - Ein neuer Stern am Gehäusehimmel?

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    Im April gründete sich ein neues Unternehmen, Bitfenix, und will zukünftig mit innovativen Ideen abseits des Controllingzwangs neue Akzente im Gehäusemarkt setzen. Hierzu hat sich Bitfenix-Entwickler der Coolermaster Storm Serie sowie ehemalige Abit-Mitarbeiter ins Boot geholt. Seit dem 20.09.2010 ist jetzt offiziell das erste Gehäuse von Bitfenix, das Colossus, verfügbar. Die ersten ausländischen Webseiten hatten bereits das Vergnügen das Colossus zu testen und waren voll des Lobes über die Innovationen, mit welchen Bitfenix aufwartet. Was es damit wirklich auf sich hat, wollen wir auf den folgenden Seiten selber sehen. Deshalb haben wir uns das Colossus kommen lassen, um es auf Herz und Nieren zu prüfen.

    Wir bedanken uns an der Stelle bei Caseking für die unkomplizierte Bereitstellung des Gehäuses.

    [BREAK=Bitfenix Colossus- Technische Details & Zubehör]

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    Das Gehäuse kommt wie üblich sicher verpackt. Deshalb gehen wir darauf zukünftig auch nicht mehr näher ein, es sei denn dies ist nicht der Fall oder es handelt sich um eine ausgefallene Verpackung. Wir kommen also gleich zum Lieferumfang. Hier finden sich diverse Kabelbinder, ein USB 2.0/3.0 Adapter, die üblichen Schrauben, Befestigungsmaterial für die Kabel sowie eine 3,5-Zoll-Blende für einen 5,25-Zoll-Einbauschacht, sowie zwei Kunststoffbänder. Diese dienen dazu schwere Grafikkarten mit dem Mainboard zu verbinden, um sie zu stabilisieren; ein System, das Bitfenix Lockdown nennt. Eine Einbauanleitung liegt leider nicht bei, dies ist aber bei Testmustern nicht unbedingt ungewöhnlich. Bei Bedarf kann eine Einbauanleitung auf der Webseite von Bitfenix herunter geladenwerden.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus - Äußerlichkeiten (1)] Wir haben für unseren Test die "Monolith Black"-Version des Colossus erhalten, es gibt auch noch eine weiße Variante namens "Glacier White". Schon nach dem Auspacken des Gehäuses sind wir erstaunt über die außergewöhnliche Haptik des Gehäuses. Dies wurde durch eine Bitfenix SofTouch Beschichtung erreicht, die sich ähnlich wie Gummi anfühlt. Die 5,25-Zoll-Laufwerke in der Front sind hinter einer Tür versteckt, welche sich wahlweise mit Anschlag links oder rechts montieren lässt. Der erste Pluspunkt. Nicht die Tür an sich, sondern die Tatsache, dass man flexibel bei der Wahl des Anschlags ist. Dies ist auch nicht bei allen Gehäusen so. Im oberen Teil sitzt das Bitfenix-Logo, darunter verlaufen fünf vertiefte Querstreifen.

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    Diese Vertiefungen setzen sich auf den Seitenteilen wellenförmig fort. Durch diese Vertiefungen ist - die Gamer wird es freuen - später wahlweise eine rote oder blaue Beleuchtung möglich. Aber damit nicht genug: die Beleuchtung lässt sich nach Belieben an-, aus- oder pulsierend schalten.

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    Öffnet man die Fronttür, dominiert Meshgitter. Im oberen Bereich sitzen bis zu fünf externe 5,25-Zoll-Laufwerke, eines davon kann mit der im Zubehör befindlichen Blende als 3,5-Zoll-Schacht benutzt werden. Im unteren Teil sitzt der 230-mm-Lüfter, der für die Frischluftzufuhr sorgt. Ringsum laufend befinden sich Vertiefungen für ein ausgeklügeltes externes Kabelmanagement wie wir es so auch noch nicht gesehen haben; doch dazu gleich mehr.

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    Ebenfalls im oberen Teil finden wir zwei Status-LEDs, sowie ein Schloss für ein Fach, welches sich im Gehäusedeckel befindet.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus - Äußerlichkeiten (2)]Im hinteren Teil des Gehäusedeckels unter einem Meshgitter sitzt der zweite 230-mm-Lüfter, welcher für den Abtransport der erwärmten Luft im Gehäuseinneren zuständig ist. Im vorderen Teil befindet sich ein verschließbares Aufbewahrungsfach.

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    Öffnet man das Fach, ist man erst einmal erstaunt über die Größe. Das Fach hat die Abmessungen einer DVD-Hülle und die Tiefe von drei übereinander liegenden DVD-Hüllen. Aber das ist nicht alles, in diesen Fach finden wir auch das I/O-Panel. Links sitzen zwei USB 2.0 Anschlüsse, die Audio Ein- und Ausgänge, in der Mitte zwei USB 3.0 Anschlüsse und rechts ein eSATA-Anschluss. Im vorderen Teil in silber von links nach rechts haben wir den Resettaster, den Powerschalter, eine PWM-Steuerung für die Lüfter, einen Taster für die Umschaltung von blauer auf rote Beleuchtung und einen weiteren Taster, der die Beleuchtung auf pulsierend schaltet oder sie abschaltet. Der Clou des externen Kabelmanagements ist nun, dass die Kabel der Maus oder eines Headsets, welche im Deckel angeschlossen werden können, über die Vertiefungen problemlos nach außen geführt werden. Schließt man jetzt das Fach noch ab, ist ein Diebstahl auf einer LAN-Party nicht mehr ohne weiteres möglich. Ebenfalls nicht mehr möglich ist auch das unbefugte Ein-oder Ausschalten des Rechners.

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    Für den sicheren Stand sorgen vier HiFi-Füße mit gummierter Unterlage, die das Gehäuse auch gleichzeitig noch vom Boden entkoppeln. Im hinteren Bereich sitzt ein auswaschbarer Staubfilter, der später dafür sorgt, dass das Netzteil nicht zum Staubsauger mutiert. Zum Reinigen kann der Staubfilter problemlos nach hinten entnommen werden. Man muss das Gehäuse also nicht erst auf die Seite legen. Das wäre auch zu viel verlangt, wiegt das Colossus doch leer schon 16 kg. Davor sitzt ein Lochgitter, hier kann man später einen weiteren Lüfter im Inneren einbauen. Auch dieser Einbauplatz verfügt über einen Staubfilter, allerdings muss man, um diesen zu reinigen, das Gehäuse öffnen.

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    Bleibt noch die Rückseite, bevor wir uns das Innenleben genauer anschauen. Im oberen Teil sitzen vier Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung, darunter mit wabenförmigen Löchern der Einbauplatz für einen optionalen 120-mm oder 140-mm-Lüfter. Acht gelochte PCI-Slots verdeutlichen, dass man an alles gedacht hat. Hier passen auch vier Grafikkarten mit Dual-Slot-Kühlung ins Gehäuse. Das Netzteil wird unten im Gehäuse verbaut. Die Seitenteile sind mit Rändelschrauben befestigt.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus - Innenleben (1)] Beim ersten Entfernen der Seitenteile kann man sich unter Umständen schon mal einen Fingernagel abbrechen. Die Seitenteile sind mit Rändelschrauben befestigt, bieten aber leider keine Aus- oder Einbuchtung, um sie besser fassen zu können. Nach dem Entfernen der Seitenteile schauen wir uns diese erst einmal genauer an. Auf den Seitenteilen ist von innen eine schwarze Abdeckung verschraubt. Diese dient dem Schutz der dahinter sitzenden Plexiglasplatte, welche das System der beleuchteten Seitenteile offenbart. Am oberen und unteren Teil der Plexiglasplatte finden wir auf jeder Seite sechs LEDs, welche die Platte gleichmäßig ausleuchten. Diese Platten sind auch der Grund für das hohe Gewicht des Colossus.

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    Der Mainboardträger verfügt über sieben ovale, gummiumrandete Kabeldurchführungen. Diese erinnern stark an das System in den "Corsair Obsidian"-Gehäusen. Die Kabel können nicht durchscheuern und lassen sich perfekt hinter dem Mainboardträger verstecken. Der Träger verfügt, wie mittlerweile üblich, über eine große Aussparung. So lassen sich verschraubbare Kühler ohne Ausbau des Mainboards wechseln. Weiterhin ist der Träger mit Buchstaben versehen, welche die Einbauposition der Abstandshalter, je nach verwendetem Mainboardformat markieren. Auf der Rückseite wurden alle Kabel sauber mit Kabelbinder verlegt.

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    In einem um 90° versetzten, entnehmbaren Einbaurahmen finden bis zu sieben 3,5-Zoll- oder 2,5-Zoll-Datenträger Platz. Die Einbaurahmen sind sehr instabil und bekommen erst durch den Einbau der Festplatten Stabilität. 3,5-Zoll-Laufwerke können schraubenlos installiert werden, 2,5-Zoll-Laufwerke müssen auf die Rahmen geschraubt werden. Für die Kühlung der Platten sorgt der 230-mm-Lüfter davor.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus- Innenleben (2)]Über dem Festplattenkäfig finden bis zu fünf externe 5,25-Zoll-Laufwerke ihren Platz. Die Laufwerke werden von vorne ins Gehäuse geschoben und schraubenlos befestigt, indem man einfach auf der Halterung einen Knopf mit Bitfenix-Logo eindrückt und nach hinten schiebt. Die Befestigung erfolgt auf beiden Gehäuseseiten. Auch dies ist erfreulich und nicht überall der Fall.

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    Im Deckel sitzt der zweite 230-mm-Lüfter mit Bitfenix-Logo. Der Lüfter kann über einen 3-Pin-Anschluss auch direkt am Gehäuse angeschlossen werden. Rechts davon befindet sich die sauber verdrahtete Verkabelung für das I/O Panel im Deckelfach.

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    Was die Befestigung der Erweiterungskarten betrifft, hat man bei Lian Li abgeschaut. Das Colossus setzt auf das gleiche System, allerdings hier aus Kunststoff und nicht wie bei Lian Li aus Metall. Insgesamt wirkt das System aber bei Bitfenix auch sehr robust und sicher. Wer aber aus Gewohnheit lieber seine Erweiterungskarten verschrauben möchte, kann das System entfernen. Oberhalb der PCI-Slots sitzt ein Einbauplatz für einen optionalen 120mm oder 140-mm-Lüfter.

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    Das Netzteil findet auf vier Gumminoppen seinen Platz auf dem Gehäuseboden. Davor ist ein Einbauplatz für einen optionalen erweiterbaren 140-mm-Lüfter, der ebenfalls mit einem Staubfilter geschützt ist.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus - Einbau]Kommen wir zum Einbau. Auf dem Mainboardträger sind bereits einige Abstandhalter vormontiert. Hier muss man nur noch überprüfen, ob die an der richtigen Stelle sitzen und gegebenenfalls noch einige einschrauben, dann kann auch schon das Mainboard darauf befestigt werden. Auch ausladende Kühler haben hier Platz, nach oben zum Lüfter im Deckel hatten wir immer noch genügend Spielraum. Danach bauten wir die 5,25-Zoll-Laufwerke ein. Hierzu muss nach Öffnen der Tür noch die Frontblende entfernt werden. Die Blende ist von innen mit Kunststoffnoppen befestigt die man zusammendrücken kann und dann die Blende nach vorn entnehmen kann. Dann müssen, falls man mehr als ein Laufwerk einbauen will, noch Metallblenden herausgebrochen werden. Eine Methode, die nicht unüblich ist, aber auch nicht mehr wirklich gern gesehen wird.

    Es folgt das Netzteil, welches einfach von hinten verschraubt wird und die Festplatten. Dann wollten wir die Grafikkarte einbauen und mussten feststellen, dass der bei Bitfenix verwendete Haltemechanismus bei weitem nicht so komfortabel ist wie der bei Lian Li. Es war uns nicht möglich unsere Grafikkarte sicher zu befestigen, also entfernten wir die Halterungen, welche mit vier Schrauben auf der Rückseite verschraubt sind, und verschraubten unsere Grafikkarte. Aber insgesamt geht der Einbau recht schnell von statten. Die Grafikkarte kann bis zu 305mm lang sein, das Netzteil bis zu 350mm. Dann geht es ans Verkabeln.

    Zwischen Mainboardträger und Seitenteil stehen einem auf der Rückseite sehr gute 3 cm Platz zur Verfügung und mit dem beiliegenden Befestigungsmaterial kann man hier auch dickere Kabel bequem verstecken, trotzdem empfehlen wir ein Netzteil mit Kabelmanagement. Bei einer normalen Seitentür verbiegt sich diese vielleicht, wenn man nicht sauber arbeitet. Beim Colossus sitzen in den Türen immerhin Glasplatten und falls man hier nicht sorgfältig vorgeht und unter Umständen ein wenig zuviel Druck ausübt, könnten diese brechen.

    Je nach Lage des 24-Pin-Mainboardanschlusses benötigt man eine Kabelverlängerung, sonst muss man das Kabel so wie wir quer durch das Gehäuse verlegen.

    Fertig verkabelt und angeschlossen schaut das Colossus wie folgt aus.

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    [BREAK=Bitfenix Colossus - Temperaturmessungen] Wie immer kommen nur die ab Werk vorinstallierten Lüfter zum Einsatz, in diesem Fall also zwei 230-mm, einer in der Front, einer im Heck.

    Hier erst mal das von uns verwendete Testsystem: Nach dem Einschalten des Systems warteten wir eine halbe Stunde, damit sich der Rechner im Idle-Modus akklimatisieren konnte. Danach nahmen wir die ersten Temperaturmessungen vor, welche mit HWMonitor sowie GPU-Z ausgelesen wurden. Diese sahen wie folgt aus:

    Idle-Temperaturen:

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    Dann starteten wir Prime95 und ließen es eine Stunde laufen, um den Rechner auf Temperatur zu bringen. Das Resultat sieht man in der nächsten Tabelle.

    Temperaturen unter Last:

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    [BREAK=Bitfenix Colossus- Fazit]

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    Das Debüt von Bitfenix mit dem Colossus kann man nur als ausgesprochen gelungen bezeichnen. Bislang hatten wir noch kein Stahlgehäuse mit einer derart außergewöhnlichen Haptik. Das Beleuchtungssystem ist derzeit wohl einzigartig, aber natürlich wie immer Geschmackssache. Bis zu sieben 3,5-Zoll-Laufwerke oder sogar 2,5-Zoll-Laufwerke garantieren für die nächste Zeit sicherlich ausreichend Speicherplatz. Mit eSATA und USB 3.0 Anschlüssen bleiben keine Wünsche offen und auch das Feature des externen Kabelmanagements ist momentan auch noch nirgends zu finden. Für das interne Kabelmanagement hat man ausreichend Platz zwischen Seitenteil und Mainboard gelassen sowie reichlich Befestigungsmaterial in Form von Kabelbindern und verklebbaren Kabelhaltern beigelegt. Bis zu sechs Lüfter können über die PWM-Lüftersteuerung geregelt werden, allerdings nicht einzeln, was noch das Non-Plus-Ultra wäre.

    Nicht so gut gefallen hat uns das Befestigungssystem der Erweiterungskarten. Hier hat man sich bei Lian Li viel abgeschaut, und das ganze robust umgesetzt aber die Feinmechanik hat leider nicht so ganz gepasst. Zumindest bei unserer Grafikkarte gab es Probleme mit der Befestigung, das hatten wir bei Lian Li bislang nicht. Aber zum Glück konnten wir die Halterungen problemlos abschrauben und die Grafikkarten wie gewohnt mit Schrauben befestigen.

    Auf LAN-Partys wird man mit dem Bitfenix Colossus sicher derzeit noch auffallen, vorausgesetzt man hat ordentlich gefrühstückt und bekommt das Gehäuse, was leer schon mit einem Gewicht von 16-kg zu Buche schlägt, auch unbeschädigt auf die Party. Dieses recht hohe Gewicht kommt durch das ausgeklügelte Beleuchtungssystem mit Plexiglasscheiben in den Türen zustande, die mittels LEDs ausgeleuchtet werden.

    Was die Temperaturmessungen betrifft, glänzt das Colossus im Idle-Zustand, unter Last könnten die Temperaturen besser sein, aber sicherlich zu Lasten der Lautstärke. Aber Bitfenix bietet zahlreiche Optionen für weitere Lüfter und verwendet man dann noch einen leistungsfähigeren Kühler, kann das Colossus nichts mehr aus der Ruhe bringen. Wir meinen, Bitfenix ist mit seinem Gehäuse bei einem Preis von knapp 160,- Euro ein echter Knüller gelungen und wir würden uns freuen zukünftig mehr von ihnen zu sehen. Abschließend bleibt nur zu sagen:

    Der Bitfenix Colossus erhält unseren Editors Choice Award!



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  2. Die folgenden Benutzer sagen Danke zu Jörg Heptner für diesen nützlichen Beitrag:

    depp1978 (15.08.2011)

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