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    AMD Phenom II X6 1100T

    AMD Phenom II X6 1100T - Titelbild


    Die Politik der kleinen Schritte ist bei AMD nicht neu. Im Laufe eines Produktzyklus werden innerhalb der Fertigung immer wieder kleine Verbesserungen vorgenommen, sodass Prozessoren bei gleichbleibender Thermal Design Power, kurz TDP, immer schneller takten.

    Der Hauptakteur des heutigen Artikels, AMDs Phenom II X6 1100T, stellt hierbei keine Ausnahme dar. Bei gleichbleibender TDP von 125 Watt taktet das neue Flaggschiff mit 3,3 GHz und ist somit 100 MHz schneller als sein Vorgänger 1090T. Auch mit aktiviertem Turbo CORE-Feature stehen mit 3,7 GHz Taktfrequenz genau 100 MHz mehr zu Buche als beim abgelösten Topmodell.

    Seit Vorstellung der X6-Prozessoren im April dieses Jahres hat AMD einige Thuban-Varianten vorgestellt, die allesamt die Produktpalette nach unten abrunden sollten. Nun gibt es (endlich?) die Ablösung des bisherigen Spitzenmodells, welches nach über sieben Monaten an vorderster Front in die zweite Reihe zurücktritt. Wir haben im heutigen Review daher beide Prozessoren gegeneinander antreten lassen und überprüft, ob der 1090T nun zum alten Eisen gehört oder nicht.

    Viel Vergnügen beim Lesen!
    [break=AMD Phenom II X6 1100T im Detail]
    Schauen wir uns zuerst unser Sample von AMD genauer an.

    Foto des Prozessors AMD Phenom II X6 1100T


    Hergestellt wurde unser Testsample in der 35. Kalenderwoche dieses Jahres.

    Foto des Prozessors AMD Phenom II X6 1100T


    An der Unterseite hat sich nichts geändert. Noch immer wird Sockel AM3 mit Pin-Kompatibilität zu Sockel AM2/AM2+ verwendet.

    CPU-Z CPU AMD Phenom II X6 1100T


    Das neue Topmodell taktet dank Multiplikator 16,5 mit 3,3 GHz und ist somit 100 MHz schneller als AMDs 1090T. Anwendungen, die von paralleler Verarbeitung profitieren, können sich also über 6x 100 MHz mehr Ressourcen freuen. Übertaktungswillige Nutzer bekommen zudem einen offenen Multiplikator spendiert.

    CPU-Z CPU AMD Phenom II X6 1100T


    Werden alle Stromsparmechanismen aktiviert, so taktet der Prozessor - wie seine Vorgänger auch - auf 800 MHz bei 1,225 Volt herunter.

    CPU-Z Cache AMD Phenom II X6 1100T


    Die Cache-Anbindung erfolgt identisch zu den bisher vorgestellen Sechskern-Prozessoren.

    CPU-Z Speicher AMD Phenom II X6 1100T DDR3-1333


    Nichts neues auch an der Speicher-Front: Es wird wieder DDR3-1333 unterstützt, auch bei Nutzung von zwei Speicherriegeln pro Kanal.

    P-States AMD Phenom II X6 1100T


    Der Blick auf die Power-States des neuen Thuban-Prozessors hält eine kleine Überraschung bereit. Anders als die bisherigen Modelle wird die nominelle Betriebsspannung mit 1,325 Volt angegeben und liegt somit um 0,025 Volt höher. Dies dürfte vor allem auf Kosten der Leistungsaufnahme gehen, wobei die TDP von 125 Watt noch eingehalten wird. AMD bietet beim 1100T also 100 MHz mehr Taktfrequenz bei erhöhter Betriebsspannung und bleibt dennoch innerhalb der 125 Watt-Klasse. Ein klares Zeichen für kleine Verbesserungen im Fertigungsprozess.

    Sonst gibt es keine Überraschungen. Die übrigen Betriebsspannungen (sowohl für die Kerne als auch für die integrierte Northbridge) sind identisch zum Vorgänger. Lediglich mit aktiviertem Turbo CORE-Feature zeigt sich die bereits erwähnte Abweichung von zusätzlichen 100 MHz.

    CPU-Z Latency AMD Phenom II X6 1100T


    Zum Schluss noch ein Blick auf die Cache-Latenzen des 1100T. Dass die Größe der dritten Cache-Stufe mit vier Megabyte falsch ausgelesen wird, sind wir mittlerweile gewöhnt.
    [break=Das Testsystem im Überblick]
    Hardware
    • Prozessoren:
      • AMD Phenom II X6 1100T
      • AMD Phenom II X6 1090T
    • Kühler: EK Water Blocks EK-Supreme HF Nickel
    • Mainboard: ASUS Crosshair IV Formula (BIOS 1203)
    • Arbeitsspeicher: 4x 2 GByte OCZ DDR3-1333 (8-8-8-24 2T bei 1,6 Volt)
    • Grafikkarte: EVGA GTX 580
    • Netzteil: Enermax Revolution85+ 625 Watt
    • Festplatten:
      • Intel X25-M (Betriebssystem)
      • Hitachi HDS722020ALA330 (SATA, 2 TByte, 7200 u/min)
    • Gehäuse: Antec P180 Midi-Tower
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Auf der Software-Seite sieht das Testsystem so aus:

    verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
    Windows 7 Ultimate
    64 Bit, aktueller Stand
    DirectX
    10, August-Update 2009
    Grafikkartentreiber
    ForceWare 262.99 WHQL
    Chipsatz-/Mainboardtreiber
    aktuelle Version des Herstellers
    Everest
    5.50, Build 2100
    WinRAR
    x64 3.93
    XMPEG
    5.03, Build 5.0.8.84
    XviD
    1.2.-127
    Avidemux
    2.5.2
    POV-Ray
    3.7, Beta 36 (64 Bit)
    Cinebench
    R10, 64 Bit
    Cinebench
    R11, 64 Bit
    Crysis
    Demo
    Crysis Benchmark Tool
    1.0.0.5
    UT3
    Demo
    UT3-Bench
    0.2.0.44
    Doom 3
    Demo
    FarCry 2
    v1.03
    FarCry 2 Benchmark Tool
    1.0.3.0
    3DMark Vantage
    Advanced, Build 1.0.2, ohne Feature Tests
    PCMark Vantage
    Advanced, Build 1.0.2
    BOINC
    6.10.58 (64 Bit)
    Prime95
    x64, 25.9 Build 4


    Unser Test-Parcours soll einen guten Querschnitt durch den Alltagsbetrieb eines PCs bilden. 32-Bit- und 64-Bit-Anwendungen sind vertreten, ältere Spiele wechseln sich mit neueren ab, Video-Encoding und Rendering sind vertreten und selbst Distributed Computing spielt eine Rolle. Das alles sind Anwendungen, die im Alltag auftreten können und zeigen so einen guten Querschnitt durch das Anforderungsprofil eines heutigen Prozessors.
    [break=Wer die Rechnung ohne den Wirt macht.]
    In der Vergangenheit haben wir bereits mehrfach getestet, wie sich AMDs Turbo CORE-Feature in der Praxis verhält. Bisher war diese Aussage relativ eindeutig: Lässt man dem BIOS sowie dem Betriebssystem freien Lauf, so bringt dieses Feature keine Vorteile. Ganz im Gegenteil: Viele Anwendung (z.B. Spiele) zeigen sogar eine negative Tendenz.

    Gemäß dieser Erkenntnisse wollten wir zum heutigen Review eigentlich auf Benchmarks mit aktiviertem Turbo CORE verzichten. Schließlich kannten wir die Ergebnisse schon. Oder doch nicht?!

    Wir wären nicht Planet 3DNow!, wenn wir nicht auf unseren Instinkt hören würden. Eine innere Stimme war der Meinung, auch beim 1100T mit und ohne Turbo zu testen. Gesagt, getan. Und ohne zuviel vorwegzunehmen: Turbo CORE bringt plötzlich in etlichen Anwendungen einen Vorteil. Natürlich stand sofort die Frage im Raum, ob dafür der 1100T selbst verantwortlich ist, oder aber das eigens für diesen Test geflashte, neue BIOS einen Vorteil bringt. Also hieß es, auch mit dem als Vergleichsobjekt dienenden 1090T sowohl mit als auch ohne Turbo CORE zu testen.

    Die Antwort, ob Prozessor oder BIOS für die positive Tendenz bei aktiviertem Turbo CORE verantwortlich ist, wird auf den nächsten Seiten beantwortet.
    [break=Everest Memory Benchmark, WinRAR]
    Everest


    Everest von Lavalys hat sich in letzter Zeit zu einem populären Benchmark entwickelt. Viele nutzen ihn, die Versionsabhängigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei SiSoft Sandra und auch bei uns im Forum lassen sich viele Vergleichswerte finden. Aus diesem Grund nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark von Everest, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und Kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 5.50 mit Build 2100 zum Einsatz.

    Everest


    Speicherdurchsatz: Lesen


    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Speicherlatenz


    Im synthetischen Speicherbandbreitentest von Everest lässt sich bereits erkennen, dass AMDs Neuling einen Tick schneller ist als sein Vorgänger. Aber mal ehrlich, überrascht das?


    WinRAR


    Auch bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein Ordner mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark gestartet. WinRAR reagiert äußerst feinfühlig auf Speicher-Latenzen und liegt mittlerweile in einer 64-Bit-Version vor, welche wir auch benutzen.

    WinRAR"


    WinRAR


    Auch bei WinRAR platziert sich der 1100T erwartungsgemäß knapp vor dem 1090T. Dank Turbo CORE kann jeweils noch ein Tick Geschwindigkeit zugelegt werden, wobei dies auch bei unseren vorangegangenen Tests so war.
    [break=XMPEG, Avidemux, H.264]
    XMPEG + XviD / Avidemux + h.264


    Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

    Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt zu finden. Während XMPEG mit dem zum Teststart aktuellen XviD-Codec 1.2.-127 kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

    XMPEG


    XMPEG + XviD


    Bei XMPEG bestätigt sich unsere Beobachtung des Artikels AMD Thuban - Die Dritte.... Turbo CORE bringt einen Performancevorteil mit sich. Dieser fällt so aus, dass ein 1090T mit Turbo einem 1100T ohne Turbo Paroli bietet. Nutzt auch der 1100T dieses Feature, so setzt er sich unangefochten an die Spitze.



    Avidemux


    Avidemux + H.264


    Während der parallelen Verarbeitung mittels H.264 bietet sich für den Turbo-Modus de facto keine Gelegenheit, sich in Szene zu setzen. Dementsprechend gibt es kaum Unterschiede zwischen den Benchmarks mit und ohne Turbo CORE und lediglich die Taktdifferenz beider CPUs kommt zum Tragen.


    Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes, mit H.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows-Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

    Perfmon


    CPU-Last Wiedergabe h.264-Video


    Gegenüber unseren letzten Tests fällt die Prozessorlast bei Wiedergabe eines H.264-Videos noch einmal deutlich geringer aus. Ob dies am neuen BIOS liegt oder an der neuen Grafikkarte, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Ungeachtet dessen bleibt unsere Erkenntnis die Gleiche: Mit aktiviertem Turbo CORE fällt die Prozessorlast etwas höher aus.
    [break=POV-Ray, Cinebench]
    POV-Ray


    Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

    Auf der einen Seite kommt POV-Ray im 64-Bit-Modus zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

    POV-Ray


    POV-Ray


    Bei POV-Ray gilt das gleiche Fazit wie für die Videobearbeitung mittels H.264-Codecs: Aufgrund der parallelen Auslastung der Prozessorkerne bietet sich keine Gelegenheit für den Turbo-Modus, um in Erscheinung zu treten. Auch hier schlägt sich lediglich die Taktdifferenz beider Prozessormodelle im Ergebnis nieder.


    Cinebench


    Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in der Version 10 sowie im neuen Release R11. Cinebench basiert auf der "Cinema 4D"-Software von Maxon und liegt in einer 64-Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen. Wir lassen den Benchmark hintereinander erst auf einem Prozessorkern, dann auf allen Kernen laufen und notieren die jeweiligen Ergebnisse sowie den Speedup-Faktor.

    Cinebench


    Cinebench R10 1 CPU


    Cinebench R10 x CPU


    Cinebench R10 Multiprocessor Speedup


    Im Cinebench R10 kommt Turbo CORE bei der Berechnung von nur einem Thread voll zur Geltung. Beide Prozessoren reagieren gleich und sind mit Turbo-Modus deutlich schneller als ohne, wobei letztendlich der jeweils um 100 MHz höhere Takt des 1100T ausschlaggebend für die Rangfolge ist. Bei der Berechnung auf allen Kernen relativiert sich dieses Bild wieder etwas, Turbo CORE bringt keine Vorteile mehr. Dementsprechend fällt der Faktor der Beschleunigung von einem Thread auf sechs Threads deutlich geringer aus als bei deaktiviertem Turbo-Feature.

    Cinebench R11


    Cinebench R11 zeigt sehr geringe Verschlechterungen im Ergebnis, wenn der Turbo-Modus aktiviert wird. Letztendlich heißt es aber auch in diesem Test 1100T vor 1090T.
    [break=Crysis, UT3]
    Crysis


    Crysis ist ein DirectX-10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

    Crysis


    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Im Crysis-Benchmark hatten wir in unserem letzten Thuban-Artikel gemischte Ergebnisse. Je nach Konstellation war Turbo CORE mal hilfreich und mal nicht. Unter den heutigen Testbedingungen ist dieses Feature in allen Auflösungen und mit beiden Prozessoren hilfreich. In den niedrigeren Auflösungen profitiert der neue 1100T etwas besser als der 1090T, letztendlich sind beide dank dynamischer Taktanpassung aber schneller als ohne Turbo.


    UT3


    Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - stattdessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkerne und ist somit ideal für einen Systemvergleich.

    UT3


    Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen von 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebaute Frame-Limiter deaktiviert.

    UT3 1280x1024


    UT3 1600x1200


    UT3 1920x1200


    Unreal Tournament zeigt sogar noch ein deutlicheres Bild. Während im letzten Review alle Konstellationen beim Aktivieren des Turbo-Features deutlich langsamer wurden, so werden die Ergebnisse heute besser bzw. werden nur noch minimal schlechter. Da dies auch beim 1090T so ist, können wir diesen Erfolg dem BIOS zuschreiben.
    [break=Doom 3, FarCry 2]
    Doom 3


    Doom 3 stellt unseren Vertreter der etwas älteren Spiele dar, was insgesamt zu einem guten Querschnitt durch die Spielewelt führt. Es wird mit "Ultra Details" getestet. Gewertet wird jeweils der zweite Durchlauf, da beim ersten Durchlauf starke Nachladeruckler auftreten und dadurch das Ergebnis verfälscht wird.

    Doom 3


    Doom 3 1024x768


    Doom 3 1280x1024


    Doom 3 1600x1200


    Turbo CORE bringt durchweg eine Performancesteigerung. Überraschend ist hingegen, dass die Steigerung in niedrigeren Auflösungen beim 1100T etwas größer ausfällt als beim 1090T.


    FarCry 2


    FarCry 2 hat ähnlich wie Unreal Tournament 3 den Ruf, eine gute Ressourcenauslastung zu besitzen. Das Spiel profitiert von Mehrkernprozessoren, bietet eine detailreiche Grafik sowie einen integrierten Benchmark und ist somit ideal für einen Prozessortest.


    FarCry 2


    FarCry 2 1280x1024


    FarCry 2 1600x1200


    FarCry 2 1920x1200


    FarCry 2 stellt bei den bisher erzielten Erkenntnissen keine Ausnahme dar. Auch hier bringt der aktivierte Turbo-Modus durchweg mehr Leistung. Letztendlich setzt sich aber auch hier die höhere Taktfrequenz des 1100T durch.
    [break=3DMark Vantage]
    3DMark Vantage


    Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause heftig umstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

    Futuremark bietet mit 3DMark Vantage ein Programm an, welches ausschließlich unter Windows Vista bzw. Windows 7 läuft. 3DMark Vantage lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen.

    3DMark Vantage Performance


    3DMark Vantage Performance


    3DMark Vantage Performance Gesamt


    Während 3DMark Vantage im letzten Thuban-Review noch an Geschwindigkeit verlor, als Turbo CORE ins Spiel kam, so hat sich dieses Bild mittlerweile um 180 Grad gedreht. Beide Prozessoren legen minimal zu, wenngleich die Differenz des 1100T etwas größer ausfällt.

    3DMark Vantage Performance CPU


    Die Ergebnisse der CPU-Tests fallen nicht ganz so eindeutig aus wie in den vorangegangenen Tests.
    [break=BOINC, Leistungsaufnahme]
    BOINC


    Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle BOINC-Version 6.10.58 in 64 Bit zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Die Ergebnisse des Whetstone-Tests decken sich mit den Erkenntnissen unserer bisherigen Thuban-Reviews. Turbo CORE sorgt für eine minimale Verschlechterung, die Taktrate ist nichtsdesto trotz entscheidend. 1100T vor 1090T.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Auch im Dhrystone-Test zeigt sich altes Verhalten. Auch heute bietet das Turbo-Feature einen kräftigen Schub, wobei dieser Schub beim 1100T noch signifikant höher ausfällt.


    Leistungsaufnahme


    Wie viel Watt benötigt der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems, jedoch ohne Monitor.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Obwohl alle sechs Prozessorkerne beim 1100T sowohl um 100 MHz höher takten und zusätzlich noch die Betriebsspannung um 0,025 Volt höher ausfällt, genehmigt sich unser Sample nur fünf Watt mehr aus der Steckdose. Ein relativ überraschendes Ergebnis, hier hätten wir eine größere Differenz erwartet.

    Leistungsaufnahme Idle ohne Cool'n'Quiet


    Im Idle-Betrieb scheinen die Verbesserungen in der Fertigung zu greifen. Trotz 100 MHz höherer Taktfrequenz und höherer Betriebsspannung steht eine minimal bessere Leistungsaufnahme beim 1100T zu Buche.

    Leistungsaufnahme Idle mit Cool'n'Quiet


    Werden alle Stromsparmechanismen aktiviert, so nehmen sich 1090T und 1100T nichts. Lediglich der 1090T benötigt zwei Watt mehr aus der Steckdose, wenn Turbo CORE ins Spiel kommt. Sonst herrscht grenzenlose Einigkeit.
    [break=Overclocking, Spannungsabsenkung]
    Für die Beurteilung der Übertaktbarkeit haben wir einmal mehr die gleichen Kriterien wie bei unserem 1090T angesetzt. Die Versorgungsspannung der CPU wurde im ersten Schritt auf 1,30 Volt VCore und 1,15 Volt VNB gesetzt (per Multimeter gemessen). Anschließend wurden sowohl der Kerntakt als auch der Takt der integrierten Northbridge solange erhöht, bis Fehler im 20-minütigen LinX-Test auftraten. Die zuletzt fehlerfrei durchlaufene Taktstufe diente als Basis für unsere Messungen. Im nächsten Schritt wurden die Spannungen auf 1,40 Volt Kern- und 1,25 Volt Northbridgespannung erhöht und die Taktraten weiter erhöht.

    Nach dem gleichen "Stabilitätsprinzip" gingen wir beim Austesten der minimalen Betriebsspannungen bei Standardtakt vor. Wurde unser LinX-Test ohne Fehler durchlaufen, so wurde die Betriebsspannung einen weiteren Schritt verringert - solange, bis während des Tests ein Fehler auftrat. Auch hier diente die zuletzt fehlerfrei durchlaufene Stufe als Basis für unsere Messwerte.

    AMD Phenom II X6 1100T - Leistungsaufnahme Overclocking Load


    AMD Phenom II X6 1100T - Leistungsaufnahme Overclocking Idle


    Unser 1100T-Sample von AMD zeigt sich trotz des bereits recht hohen Standardtaktes durchaus taktfreudig. Bei 1,30 Volt VCore und 1,15 Volt VNB werden die Taktraten unseres 1090T-Testmusters egalisiert bzw. leicht übertroffen. Besonders die integrierte Northbridge zeigt sich von ihrer besten Seite und überflügelt die Werte unseres 1090T. Erhöhen wir die Kernspannung auf 1,40 Volt und die Spannung der Northbridge auf 1,25 Volt, so wird auch hier der Wert des 1090T erreicht. Und auch hier übertrifft die Taktrate der integrierten Northbridge den Wert des bisherigen Topmodells.

    Beim Test der minimal benötigten Betriebsspannung bei Standardtakt zeigt sich ebenfalls ein recht erfreuliches Bild. Unser Testmuster benötigt statt der VID von 1,325 Volt effektiv 1,15 Volt, um unseren 20-minütigen LinX-Test zu bestehen. Die Spannung der integrierten Northbridge muss mit 1,09 Volt verhältnismäßig hoch sein, damit ein stabiler Betrieb möglich ist. Hier ist also wenig Sparpotenzial vorhanden, dafür kommen die Vorzüge beim Übertakten zum Vorschein.

    Insgesamt bietet AMD mit dem 1100T ein ordentliches Gesamtpaket an, wenn es ums Übertakten bzw. zum Stromsparen geht.
    [break=Fazit]
    AMD Phenom II X6 1100T - Titelbild


    Wir haben unseren heutigen Artikel mit der Frage begonnen, ob AMDs 1090T ab heute zum alten Eisen gehört oder nicht. Ursprünglich war diese Frage vor unseren Tests mit einem glasklaren "Nein" zu beantworten. Was sollten 100 MHz mehr Takt beim 1100T schon großartig ändern?

    Nun, im Grunde genommen lautet die Antwort auch nach unseren Tests "Nein", wenngleich wir wieder etwas schlauer sind. Die um 100 MHz höhere Taktfrequenz des 1100T ist eine Leistungssteigerung, die von einigen Anwendungen sehr deutlich honoriert wird. Aber auch das Turbo-Feature, welches dank neuem BIOS endlich ein Niveau erreicht hat, welches sich AMD wohl von Anfang an gewünscht hätte (vor allem in Spielen), bietet beim 1100T in einigen Anwendungen einen größeren Vorteil als beim 1090T.

    Ungeachtet dieser Tatsache zeigt sich, dass AMDs Politik der kleinen Schritte auch dieses Mal funktioniert hat. Mehr Takt, ein trotz höherer Betriebsspannung kaum höherer Verbrauch unter Last (im Idle-Betrieb Gleichstand zum Vorgänger) und gleiche (bezogen auf den Kertakt) bzw. leicht bessere (bezogen auf die integrierte Northbridge) Übertaktbarkeit zum Vorgänger zeigen, dass sich AMD hier ein bewährtes Handlungsmuster aufgebaut hat.

    Aus Leistungssicht sind sowohl der Neuling 1100T als auch sein Vorgänger 1090T uneingeschränkt zu empfehlen. Dank des mittlerweile verbesserten Turbo CORE-Features sogar mehr denn je - wobei hier einmal mehr auf das verwendete, neue BIOS hingewiesen werden muss. Letztendlich müssen es die Straßenpreise richten, welches Modell aus Preis-/Leistungssicht die Nase vorn hat. Die Tendenz geht hier jedoch eindeutig zum 1090T. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das neue Topmodell die schnellere Lösung ist.

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  2. Die folgenden 44 Benutzer sagen Danke zu MusicIsMyLife für diesen nützlichen Beitrag:

    1st Class AMD-Fan (07.12.2010), Abyss K3 IC (12.12.2010), Allfred (07.12.2010), Atlan78 (07.12.2010), Azhrarn (07.12.2010), Bartfratze (08.12.2010), Beerbelly (23.10.2011), btolksdorf (07.12.2010), Cashran (27.08.2011), Cr@zed^ (07.12.2010), dead111 (07.12.2010), depp1978 (08.12.2010), Der_Ventilator (07.12.2010), Dr@ (07.12.2010), erde-m (08.12.2010), Fränki´s Welle (07.12.2010), frumble (07.12.2010), Gruß Thomas! (10.12.2010), GX2Freak (20.12.2010), Haruspex (07.12.2010), heiko-soft (23.09.2011), heimbuec (07.12.2010), ICEMAN (07.12.2010), Kater Sylvester (07.12.2010), KGBerlin (07.12.2010), Kirschi (07.12.2010), Kona (07.12.2010), Madnimrod (07.12.2010), Makso (07.12.2010), mibo (07.12.2010), MrBad (07.12.2010), MrSchmelzer (07.12.2010), nazgul99 (08.12.2010), Nosliv (07.12.2010), RedBaron (07.12.2010), reddevil156 (17.12.2010), S.I. (07.12.2010), Scour (07.12.2010), Sefegiru (07.12.2010), thunderbuster (07.12.2010), Treverer (08.12.2010), Vollnoob85 (07.12.2010), WindHund (07.12.2010), [MTB]JackTheRipper (07.12.2010)

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