Preis: ca. 34 €
Maße (BxHxT): 12 cm / 16 cm / 12 cm
Gewicht: ca. 1040 g
Lüfter: 120 mm
Lüfterdrehzahl: 470-1900 1/min
Lüfteranschluss: 4-Pin PWM (mit angeschlossener Lüftersteuerung über Slotblende)
Beleuchtung: nein
Aufbau: Turmkühler
Sockel: 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, 775, 1156, 1155, 1366
Nebengeräusche: kaum hörbares Schleifen
Art der Lüfterbefestigung: Klammern für 120-mm-Lüfter
Einbau:
AMD: Verschraubung über Backplate, Mainboard-Ausbau nötig
Intel: Verschraubung über Backplate, Mainboard-Ausbau nötig
Zusätzliches Zubehör: Wärmeleitpaste in einer Tüte, Poti-Lüftersteuerung über Slotblende (nicht abnehmbar)
Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen:
Der Kühler wird über eine Backplate verschraubt, was in diesem Fall etwas umständlich von der Hand geht. Zuerst werden die richtigen Haltearme am Kühler verschraubt. Danach muss man die Backplate an der Rückseite des Boardes festhalten, den Kühler auf die CPU setzen und beides dann mittels Schrauben befestigen. Drei Arme wären bei diesem Vorhaben hilfreich. Einfacher geht es, wenn man den Kühler auf den Kopf stellt, das Board dann darauf legt und erst jetzt die Backplate verschraubt. Zumindest dann benötigt man nur zwei Hände. Alles in allem eine Prozedur, die man einfacher gestalten könnte.
Der Scythe Ninja 3 ist ein recht verspielter Kühler. Auf der Oberseite findet man ein Tribal und der unorthodoxe Kühlkörper sticht ebenfalls gleich ins Auge. An einen japanischen Meuchelmörder oder Spion erinnert der Kühler trotz seiner Namensgebung trotzdem nicht. Vielmehr erscheint der quadratische Kühlkörper so, als hätte man ihn zweimal mit der Axt überkreuz geteilt. Laut Scythe sollen diese Einschnitte für eine kontrollierte Verwirbelung der Luft sorgen, jedoch kam uns dies alles andere als plausibel vor und bewahrheitet sich auch im Test. Anstatt die Luft gerade durch den Kühler strömt und somit die gesamte Wärme aller Kühlfinnen aufnimmt, verlässt der Hauptteil der Abluft den Kühlkörper durch die Ausschnitte. Genau genommen durch die Ecken welche dem Lüfter gegenüber liegen. Dadurch bekommt der hintere, dreieckige Teil des Lüfters kaum noch einen Luftstrom ab. Bemerkbar macht sich dies auch deutlich, denn an diesem hinteren Teil tritt im Grunde keine Luft mehr aus. Trotz der acht U-förmigen Heatpipes wird hier schlichtweg Potential verschenkt. Auch einer passiven oder semipassiven Kühlung, wie man es von seinen Vorgängern gewohnt ist, kommen diese Ausschnitte nicht wirklich zu Gute. Scythe verzichtet beim Ninja 3 auch gänzlich auf eine Riffelung oder sonstige Techniken, um das Eindringen der Luft in den Kühlkörper zu erleichtern - etwas, dass auch der Lautstärke nicht zugutekommt. Trotzdem ist der Ninja 3 ein guter Krieger und bietet neben der guten Verarbeitung eben massig Heatpipes und eine große Kühlfläche. Der Boden des Ninja 3 ist etwas anspruchsvoller als bei anderen Scythe-Kühlern. Anstatt die Heatppes einfach auf einer Bodenplatte zu verlöten, werden diese hier übereinander gelagert und in einen Block gepackt.
Der Scythe-Slipstream-Lüfter ist identisch zu dem, welcher auch beim Yasya beiliegt. Dadurch bietet er die gleichen Eigenschaften, außer, dass er aufgrund der einfachen Finnenkonstruktion, etwas lauter agiert, trotz identischer Drehzahlen. Natürlich liegt das nicht direkt am Lüfter, sondern am Luftstrom, der auf die Wand des Kühlers trifft. Der Drehzahlbereich von 470-1900 1/min gibt dem Nutzer die Möglichkeit, jederzeit den für ihn passenden Drehzahlbereich zu nutzen, gleich ob er es leise oder einfach nur leistungsstark haben möchte. Die beiliegende Lüftersteuerung ist dabei hilfreich, kann aber auch störend wirken. Diese besteht aus einer Slotblende mit montiertem Drehpoti und ist nicht vom Lüfter abnehmbar. Man ist also gezwungen, die Lüftersteuerung zu verbauen und zu verwenden. Dabei kann man mit dieser Lüftersteuerung nur recht dezent die Drehzahlen ändern. Aber immerhin innerhalb aller Spannungen. Wer eine sehr gute Lüftersteuerung sein Eigen nennt, sei es über das Mainboard oder eben separat, wird diese Steuerung als störend empfinden, während alle anderen sich darüber freuen dürfen, dass sie ihrer eventuell bescheidenen PWM-Steuerung des Mainboards dezent nachhelfen können. Bei hohen Drehzahlen zeigt sich zudem der Nachteil, dass Scythe auf entkoppelte Lüfter verzichtet, denn hier treten Vibrationen auf. Sobald der Lüfter aber auf 1200 1/min oder weniger gedrosselt wird, fallen diese nahezu gänzlich weg und der Lüfter kann dann auch empfindliche Ohren zufriedenstellen. Im Gesamten betrachtet, ist der Lüfter sehr vielseitig, qualitativ gut und erfüllt absolut seinen Zweck.
Fazit
Der Ninja 3 hat es sehr schwer. Optisch interessant, verliert er gegen seine eigenen Brüder in nahezu allen Bereichen. Einmal ist er weder günstiger als der Mugen 2 oder Yasya, zum anderen ist er auch nicht besser als diese. Auch bei der Halterung kann der Ninja 3 nicht wirklich punkten. Die Verschraubung ist sehr umständlich und dürfte einige wenig versierte Anwender zur Weißglut treiben. Da nutzt auch der Vorteil nicht, dass der Lüfter an jeder Seite des Kühlers montiert werden kann. Weiterhin ist Scythe auch beim Zubehör des Ninja 3 sehr minimalistisch. Keine zusätzlichen Lüfterklammern und eine Wärmeleitpaste, welche in einem Tütchen daher kommt, sind etwas mau. Die Lüftersteuerung kann dies nur geringfügig glattbügeln, dürfte deren fester Anschluss an den Lüfter auch nicht jeden erfreuen. Gemessen an der Leistung ist der Ninja 3 jedoch ein sehr starker Kühler zu einem geringen Preis. Auch die Lautstärke ist mehr als nur gut, hängt aber auch wieder seinen Brüdern teils deutlich hinterher. Gäbe es den Scythe Yasya und Mugen 2 nicht, wäre der Scythe Ninja 3 ein sehr empfehlenswerter Kühler, da in seinem Preisbereich nur wenig echte Konkurrenz auf dem Markt zu finden ist. Aber bei der jetzigen Situation wirkt der Ninja 3 einfach deplatziert. In keiner Disziplin kann er dem Scythe Yasya oder Mugen 2 das Wasser reichen, auch wenn er sehr nahe dran ist. Die semipassiven Eigenschaften sind auch beim Mugen 2 einfach besser.
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