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    Corsair Graphite 600T - Corsairs erstes Midi-Tower-Gehäuse


    Im Jahr 2009 haben die Speicherspezialisten von Corsair angefangen, im Terrain der Gehäusehersteller zu wildern. Den Anfang machten die Amerikaner mit einem imposanten Big-Tower-Gehäuse, dem Obsidian 800D, den wir seinerzeit exklusiv als erste deutsche Webseite testen durften. Es folgte kurzfristig eine etwas abgespeckte Version in Form des Obsidian 700D und im vergangenen Jahr das erste Midi-Tower-Gehäuse: Das Gaming-Gehäuse Corsair Graphite 600T. Auf der Consumer Electronics Show 2011 wurde dann eine Special White Edition des 600T vorgestellt, welche wir in unserem heutigen Artikel etwas genauer unter die Lupe nehmen werden.

    Wir bedanken uns bei Corsair für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen viel Spaß beim Lesen.

    [BREAK=Testsystem]

    Für das Testsystem kommt eine AMD-Plattform mit folgenden Komponenten zum Einsatz:


    • CPU: AMD Phenom X4 9850 Black Edition mit 4 x 2,5 GHz und 125 W TDP

    • CPU-Kühler: Scythe Rasetsu oder bei kleineren Gehäusen der AMD-Boxed Kühler

    • Mainboard: ASRock A780FullHD - AMD 780G/SB700-Chipsatz, mATX

    • Arbeitsspeicher: 4 x 1024 MB Kingston (DDR2-800)

    • Grafikkarte: Gigabyte Radeon HD 6950 mit 2048 MB Grafikspeicher

    • Festplatte: 2 x Maxtor DiamondMax 10

    • Netzteile: Enermax Modu 82+

    Der Testparcours bedarf einiger Hilfsmittel und Programme:
    • Furmark v1.80 – Stabilitätstest für die Grafikkarte

    • Prime95 v25.11 - CPU-Testprogramm

    • AIDA64 Extreme Edition zur Auswertung sämtlicher Temperatursensoren

    Messgeräte: Voltcraft 329 Schalldruckmessgerät. Zum Aufheizen des Systems kommen Prime95 und FurMark gleichzeitig zum Einsatz. Hierbei wird eine Belastung der CPU und GPU erzielt, welche im normalen Alltagsbetrieb kaum vorzufinden ist. Ein Testlauf ist absolviert, wenn das System 30 Minuten der Belastung standhält. Vorzeitige Abbrüche werden selbstverständlich vermerkt und gehen mit den letzten Maximaltemperaturen in die Grafiken ein. Messungen im Idle-Zustand haben wir gestrichen, da diese bei den Stromsparmechanismen der Prozessoren zunehmend uninteressanter sind. Die Raumtemperatur beträgt hierbei 20 °C. Die erzielten Temperaturen der einzelnen Sensoren lesen wir mit dem Programm AIDA64 Extreme Edition aus. Hierfür hat uns der Hersteller freundlicherweise einige Lizenzen zur Verfügung gestellt.

    Bei den Messungen der Lautstärke haben wir uns entschieden zwei Messungen vorzunehmen. Die erste Messung, während das komplette System unter Last läuft, die zweite Messung, während lediglich die im Gehäuse verbauten Lüfter laufen. Der Grund dafür ist, eine bessere Vergleichbarkeit für den Leser zu gewährleisten. Die Lautstärke mit verbautem System wird bei jedem Leser unterschiedlich sein, je nachdem was für Komponenten man einbaut, die Lautstärke ohne eingebautes System wird jedoch bei jedem gleich sein. Die Lautstärke messen wir hierzu mit einem db(A)-Messgerät von drei Seiten mit einem Abstand von 30 cm.



    [BREAK=Technische Daten] Die Daten zum Corsair Graphite 600T entnehmen wir der Website des Herstellers:

    ModellnameCorsair Graphite 600T
    LaufwerkschächteExtern: 5.25" x 4
    Intern: 3.5" x 6 (2,5" kompatibel)
    Abmessungen

    265 x 507 x 592 mm ( Breite, Höhe, Tiefe)

    Material SECC Stahl, Kunststoff
    FormfaktorATX, mATX
    Front I/OUSB 3.0 x 1 / USB 2.0 x 4 / IEEE1394 x 1 / HD Audio
    Maximale Grafikkartenlänge350 mm mit HDD-Käfig, 470 mm ohne
    Lüfter:

    Front: 200 mm x 1 1000 min-1 (weiße LED)
    Deckel: 200 mm x 1 1000 min-1 (weiße LED) oder 2 x 120 mm statt 200 mm
    Seitenteil: 4 x 120 mm (optional)
    Rückseite: 1 x 120 mm

    Erweiterungsslots 8
    Gewicht12 kg
    Empfohlener Verkaufspreis ca. 145 Euro


    Der Lieferumfang des Corsair Graphite umfasst die auf dem Bild ersichtlichen Kleinteile.
    • Kurzanleitung

    • Montageschrauben

    • 8 Kabelbinder

    • wechselbares Meshseitenteil

    • 2 Schlüssel



    [BREAK=Äußeres – Teil 1]Die Front des Graphite 600T wirkt zwar bullig und massiv, aber durch die fließende Form, den schwarz-weißen Kontrast und die Anordnung der einzelnen Elemente durchaus auch elegant. Dominierender Bestandteil der Front ist das schwarze wabenförmige Meshgitter. Umrahmt wird es von weißem Kunststoff. Dann folgen eine Vertiefung von ca. 30 mm und ein schmaler Streifen, der in Hochglanzschwarz lackiert ist. Im oberen Teil befinden sich vier Slotblenden für die 5,25"-Laufwerke, darunter kommt eine etwas kleinere Blende, welche keine Funktion hat und im Abschluss ein riesiges Meshelement mit einem dezenten Corsair-Logo. Dieses große Meshelement kann entfernt werden, indem man einfach von oben dagegen drückt. Hat man dies getan, kommt ein Metallgitter zum Vorschein, das den dahinterliegenden 200-mm-Lüfter schützt. Dieser Lüfter sorgt für die Frischluftzufuhr und als weiteres Extra wird er im laufenden Betrieb von einer weißen LED beleuchtet. Die Meshelemente der Front sind im Übrigen alle mit Staubschutzmatten versehen, welche sich allerdings nicht so ohne weiteres entfernen lassen. Zum Reinigen muss man das ganze Element dann einfach unter fließendes Wasser halten.

    Das linke Seitenteil verfügt über ein großes Plexiglasfenster, das einen Blick auf die verbaute Hardware gestattet. Wer allerdings mehr auf den Sound blasender Lüfter steht, der kann dieses Fenster gegen ein Meshgitter, das gleich von Corsair beigepackt wurde, austauschen. Dieses Meshgitter kann dann zusätzlich mit vier 120-mm-Lüftern bestückt werden. Während schon bei den Obsidian-Gehäusen ein etwas anderer Mechanismus zum Öffnen der Seitenteile zum Tragen kam, hat man beim Graphite wieder etwas Neues. Beide Seitenteile verfügen im oberen Teil rechts und links über Schiebegriffe, die nach unten gedrückt werden, dann kann die Tür zur Seite entnommen werden. Die Türen erstrecken sich auch nicht über die komplette Breite, sondern haben abgerundete Ecken und lassen nach dem Öffnen sowohl vorn als auch hinten einen breiten Kunststoffrahmen stehen, mit dem das Chassis verkleidet ist. Unterhalb der ebenfalls in hochglanzschwarz lackierten Tür sieht man die Schiene, auf der das 600T steht. Das rechte Seitenteil ist bis auf die beiden Schiebegriffe zum Öffnen der Tür ohne weitere Besonderheiten. Das linke Seitenteil hat, bedingt durch das Fenster, ein wenig von seiner Verwindungssteifigkeit eingebüßt. Das rechte Seitenteil wirkt dagegen wesentlich stabiler.

    Die erwärmte Luft wird auf der Gehäuserückseite durch einen 120-mm-Lüfter wieder aus dem Gehäuse gesaugt. Unterhalb des Lüfters folgen acht Slotblenden mit Entlüftungslöchern für die Erweiterungskarten. Über den Effekt der Entlüftungslöcher bei Slotblenden lässt sich streiten, messbar sind die Werte wohl nicht, aber schaden können sie auch nicht. Eine der Slotblenden verfügt über einen größeren Ausschnitt, hier kann später die USB-3.0-Verlängerung vom Frontpanel nach außen geführt werden. Neben den Slotblenden befinden sich weiterhin zwei Kabeldurchführungen für eine externe Wasserkühlung.

    Das Netzteil wird beim 600T auf dem Gehäuseboden eingebaut und damit es nicht ungehindert Staub einsaugt, hat Corsair dem Graphite einen nach hinten herausziehbaren Staubfilter spendiert. Das Herausziehen ist ein wenig hakelig, da der Filter in einer sehr dünnen Schiene geführt wird, welche direkt in die Kunststoffverblendung integriert ist. Weiterhin ist es durch die geschwungene Form nicht so ohne weiteres möglich, den Staubfilter mit nur zwei Fingern herauszuziehen. Vielmehr muss man rechts und links außen anfassen, weil mittig zu wenig Platz ist, um mit dem Finger dort darunter greifen zu können.



    [BREAK=Äußeres – Teil 2]Für einen sicheren Stand sorgen zwei Kunststoffprofile, welche rechts und links angebracht sind. Diese beiden Profile sind in schwarzer Klavierlackoptik gehalten und zusätzlich mit Gummistreifen beklebt, um das Gehäuse vom Boden zu entkoppeln. Im hinteren Teil sieht man auf nachfolgendem Bild noch einmal schön, wie sich der Staubfilter unter dem Netzteil passgenau in das Gehäuse einfügt.

    Interessant wird es wieder beim Gehäusedeckel des 600T. Hier gibt es einige Besonderheiten. Im hinteren Teil befindet sich ein geschwungenes schwarzes Meshgitter, welches insgesamt ungefähr drei Viertel des Deckels einnimmt. Durch Druck auf das Ende klappt dieses Meshgitter hoch, also das gleiche Prinzip wie bei dem Gitter in der Frontblende. Zum Vorschein kommt ein Metallgitter, in dessen vorderen Bereich sich das Schlüsselloch zum Verschließen der Seitenteile befindet. Uns persönlich gefällt diese versteckte Stelle ganz gut, wobei dies natürlich Geschmackssache ist. An dem Metallgitter wurde von der Gehäuseinnenseite her ein 200-mm-Lüfter, der ebenfalls mit einer weißen LED im Betrieb beleuchtet ist, eingebaut. Wenn man diesen Lüfter ausbaut, kann hier ein 240-mm-Radiator von innen befestigt werden. Zur Kühlung werden dann auf dem Gitter zwei optionale 120-mm-Lüfter eingebaut. Um den großen Lüfter vom Gehäuse zu entkoppeln, wurden die Schrauben mit Gummiunterlegscheiben versehen. Dies mag zwar nicht die optimale Lösung darstellen, aber im Betrieb konnten wir keine störenden Vibrationen feststellen, von daher ist diese Lösung vollkommen ausreichend.


    Bleibt noch das Anschlusspanel übrig, bevor wir uns dem Innenleben widmen. Der Ein-/Ausschalter mit integrierter Status-LED sitzt im linken oberen Bereich, rechts davon der Resettaster. Beide verfügen über einen angenehmen Druckpunkt mit einem relativ lauten Klickgeräusch, ähnlich einer Maustaste, nur lauter, und wurden harmonisch in den Verlauf des Meshgitters integriert. Darunter befinden sich von links nach rechts gesehen eine Kopfhörerbuchse, vier USB-2.0-Anschlüsse, ein Drehregler, der bis zu vier Lüfter stufenlos im Bereich von ungefähr 7 V bis 12 V regelt, ein USB-3.0-Anschluss, ein FireWire-Anschluss sowie eine Status-LED, welche die Festplattenaktivitäten anzeigt. Das I/O-Panel ist leicht angeschrägt, was zur Folge hat, dass der 40 mm breite Drehregler für die Lüfter im vorderen Bereich 10 mm heraussteht, im hinteren dafür lediglich knapp 4 mm.



    [BREAK= Inneres]Nach dem Entfernen der Seitenteile präsentiert das Graphite 600T sein komplett in schwarz lackiertes Innenleben. Der Mainboardträger verfügt über eine riesige Aussparung von 200 mm x 145 mm zum Kühlerwechsel sowie insgesamt acht große gummierte Kabeldurchführungen, wie wir sie auch schon von den Obsidian-Gehäusen kennen. Corsair war im Übrigen der erste Hersteller, der mit solchen Kabeldurchführungen aufwarten konnte. Der Platz zwischen Mainboardträger und rechtem Seitenteil ist mit bis zu 40 mm Tiefe ausreichend, um hier auch dicke Kabelstränge zu verstecken.

    Rechts vorne sitzen zwei übereinanderliegende Käfige für 3,5"-Laufwerke, die in Kunststoffschubfächern ihren Platz finden. Die Festplatten sind um 90° versetzt und werden schraubenlos eingebaut. Für die Kühlung ist der davor installierte Lüfter zuständig. Falls der verfügbare Platz für Erweiterungskarten nicht ausreichen sollte, dann kann wahlweise ein oder gleich beide Käfige entfernt werden. Die Käfige sind nur mit Rändelschrauben befestigt und ein Käfig kann stattdessen auf dem Gehäuseboden neben dem eigentlich dafür vorgesehenen Einbauplatz befestigt werden. Dies bringt zusätzliche 120 mm in der Länge.

    Darüber finden, ebenfalls schraubenlos, vier 5,25"-Laufwerke Platz. Hierzu wird einfach von vorne das Laufwerk ins Gehäuse geschoben. Die Halterung ist so aufgebaut, dass durch das Laufwerk zwei Kunststoffnasen herausgedrückt werden, der ganze Mechanismus im vorderen Teil nach vorne klappt und dann zwei Metallstifte in die Schraubenlöcher einrasten. Will man das Laufwerk wieder entfernen, drückt man einfach auf den kleinen Hebel, die Metallstifte lösen sich wieder aus den Schraubenlöchern und das Laufwerk kann wieder nach vorne herausgeschoben werden.

    Das Netzteil wird auf dem Gehäuseboden eingebaut, allerdings wird es nicht wie üblich von hinten verschraubt, sondern mit einer Anschlagschiene von innen fixiert, die mit zwei Rändelschrauben gesichert ist. Einen praktischen Mehrwert, außer dass man keinen Schraubendreher braucht, stellt dies nicht unbedingt dar. Ganz im Gegenteil, unserer Meinung nach ist der Einbau sogar komplizierter als die übliche Verschraubung von hinten. Um das Netzteil einzubauen, platziert man es auf zwei Metallstegen und muss es dann zusätzlich noch mit einer Hand leicht anheben, damit man die Anschlagschiene darunterschieben kann. Das hat zur Folge, dass die Anschlagschiene relativ schnell verkratzt ist. Bei uns war dies schon nach dem zweiten Einbau der Fall. Alternativ kann man das Netzteil natürlich auch von hinten verschrauben, vorausgesetzt man hat die passenden Schrauben, diese liegen nämlich nicht bei. Eine Gummiunterlage auf den Metallstegen hätte dem Gehäuse im Übrigen auch gut zu Gesicht gestanden, diese haben wir nämlich vermisst, auch wenn sich die fehlende Entkopplung im laufenden Betrieb nicht bemerkbar machte. Dies zeigt allerdings auch, dass eine Entkopplung des Netzteils mit Gummi oder Schaumstoffstreifen teilweise überbewertet wird. Diese Entkopplungen bieten aber noch einen weiteren Vorteil. Das Netzteil wird nicht zerkratzt und der Gehäuseboden ebenfalls nicht. Dies ist beim Corsair Graphite 600T leider nicht der Fall. Bezüglich eventueller Vibrationen wegen der fehlenden Entkopplung können wir, wie gesagt, allerdings Entwarnung geben. Wir hatten bislang noch bei keinem Gehäuse damit Probleme, egal ob das Netzteil nun vom Gehäuse entkoppelt war oder nicht.

    Für die Gehäuseentlüftung ist ein schwarzer 120-mm-Lüfter auf der Rückseite zuständig, ebenso wie der bereits erwähnte riesige 200-mm-Lüfter im Deckel, der gegen einen Radiator ausgetauscht werden kann.

    Nachdem wir uns die inneren und äußeren Features angesehen haben, kommen wir zum Einbau der Hardware.

    [BREAK=Einbau]Auch beim Corsair Graphite 600T geht der Einbau der Hardware erwartungsgemäß zügig über die Bühne. Die Abstandshalter sind bereits vorinstalliert, hier muss gegebenenfalls nur mal einer umgesetzt werden. Mittig ist ein fester Stift als Zentrierhilfe befestigt. Also einfach das Mainboard auf die Abstandshalter legen und damit verschrauben. Es folgt das 5,25"-Laufwerk: Hierzu wird von innen die Blende des gewählten Einbauplatzes herausgedrückt und dann wird das Laufwerk von vorne ins Gehäuse geschoben, bis es einrastet.

    Die 3,5"-Laufwerke finden in den Schubfächern ihren Platz, hierzu werden die Kunststoffschubfächer einfach auseinandergedrückt und dann die Festplatte so im Fach platziert, dass die vier Metallstifte in die Schraubenlöcher gedrückt werden. Will man stattdessen 2,5"-Laufwerke einbauen, so werden diese mit den Schubfächern verschraubt. Die Fächer sind, obwohl sie nur aus Kunststoff und sehr flexibel sind, relativ stabil. Hier hatten wir schon Exemplare, welche ohne eingebaute Festplatte einfach nur im Käfig herumschlackerten.

    Es folgt die Grafikkarte. Für Erweiterungskarten stehen im T600 standardmäßig 350 mm an Platz zur Verfügung. Entfernt man einen oder beide Festplattenkäfige, vergrößert sich der Platz auf bis zu 470 mm. Über Platzmangel kann man sich hier also nicht beklagen. Nachfolgend ein Überblick über die Grafikkartenlänge einiger aktueller Karten:

    Zu guter Letzt kommt das Netzteil an die Reihe. Dieses wird wie bereits erwähnt am Boden installiert und nicht wie üblich mit Schrauben von hinten befestigt, sondern von innen mit einer Anschlagschiene passend fixiert. Danach werden nur noch die Kabel angeschlossen und so gut wie möglich zwischen Mainboardträger und rechtem Seitenteil versteckt. Dank der ausreichenden Tiefe von bis zu 40 mm und acht Kabeldurchführungen ist das problemlos möglich. Wie man auf nachfolgendem Bild im fertigen Zustand sieht, ist das Verlegen der Kabel bei Corsair ein Kinderspiel, dies war auch schon bei den zwei Obsidian-Gehäusen so. Lediglich der 24-Pin-Stecker muss bei uns quer durch das Gehäuse verlegt werden. Alternativ ist eine Verlängerung denkbar. Dies liegt aber am Mainbordlayout, die meisten Boards haben den Anschluss auf der rechten Seite und nicht wie unser Testboard oben links zwischen CPU-Sockel und I/O-Panel.

     



    [BREAK=Temperaturen und Lautstärke] Im ersten Schritt unserer Messungen haben wir uns wie angekündigt die Lautstärke nur mit den installierten Lüftern, also einem 200-mm-Modell in der Front, einem weiteren 200-mm-Lüfter im Deckel, sowie dem 120-mm-Lüfter auf der Rückseite, ohne weitere Hardware angeschaut. Der Hintergrundpegel im Raum war mit unserem Messgerät nicht mehr messbar. Nach dem Anlaufen der Lüfter haben wir folgende Werte gemessen:


    Danach erfolgte der Belastungstest. Hierzu liefen Prime95 und FurMark für eine halbe Stunde gleichzeitig. Vorab die Lautstärke, die wir dabei gemessen haben, danach die erzielten Temperaturen:

    Viel bringt viel, wie die Messungen zeigen. Die drei Lüfter machen sich unter Volllast lautstark bemerkbar und übernehmen, im negativen Sinn, die Führung in der Lautstärkeskala. Selbst auf niedrigster Einstellung sind sie immer noch lauter als die beiden Silent-Gehäuse mit 100% Einstellung der Lüfter. Die Werte orientieren sich in etwa an denen des Lancool First Knight K59, welches 1,5 db(A) unter dem Pegel des Corsair liegt und obendrein mit besseren Temperaturen aufwarten kann. Laufen die Lüfter auf niedriger Einstellung, liegt das Corsair 3 db(A) unter dem First Knight bei 4°C höherer Prozessortemperatur, welche mit 45°C allerdings vollkommen in Ordnung ist und keinen Grund zur Sorge aufkommen lässt.

    Die bisherigen Tabellen mit den Delta-T-Werten werden wir nachreichen, sobald wir wieder ein paar Messungen in unseren nächsten Reviews gesammelt haben. Hierbei wird es selbstverständlich eine Unterscheidung geben, je nachdem ob der Boxed-Kühler oder der Scythe Rasetsu verwendet wurden. Die Messwerte unserer alten Artikel mit dem alten Testsystem können hier nachgeschaut werden.


    [BREAK=Fazit]


    Tiefer, breiter, härter, das war das Erste, was uns zum Fazit des Corsair Graphite 600T einfiel. Das komplette Chassis wurde bis auf die Seitenteile ähnlich wie bei einem getunten Auto mit Kunststoff verkleidet. Das ist jetzt allerdings keinesfalls negativ zu verstehen, ganz im Gegenteil. Das 600T, gerade in Weiß, wirkt in Kombination mit den schwarzen hochglanzlackierten Elementen sehr edel. Der Kunststoff fühlt sich auch nicht billig oder klapperig an und ist passgenau verarbeitet. Wir würden uns öfter mal Hersteller wünschen, welche so mutig sind und auch weiße Gehäuse anbieten. Einige sind es ja erfreulicherweise schon.

    Vier USB-2.0-Anschlüsse sowie ein USB-3.0-Anschluss lassen keine Wünsche offen, auch wenn der USB-3.0-Anschluss immer noch durchgeschleift wird. Einzig der FireWire-Anschluss ist ein wenig fehl am Platz, hier wäre unserer Meinung nach ein eSATA-Anschluss besser gewesen. Das Bedienpanel ist großzügig ausgelegt und gut erreichbar. Ebenfalls zu gefallen weiß die Lüftersteuerung, auch wenn sie trotz relativ breitem Drehregler eine recht geringe Höhe hat. Der Einbau geht gewohnt einfach von der Hand und das Verstecken der überflüssigen Kabel ist bei kaum einem Gehäuse so einfach wie bei Corsair. Bis zu 40 mm Raum zwischen Mainboardträger und Seitenteil sind mehr als ausreichend, wenn man bedenkt, dass auf 60 mm Höhe schon komplette ITX-Systeme verbaut werden. Ein weiterer positiver Punkt: Es lässt sich leicht eine Wasserkühlung einbauen, da schon ein Einbauplatz für einen 240-mm-Radiator vorgesehen ist.

    Aber es gibt natürlich auch Kritikpunkte. Als Erstes ins Auge gestochen ist uns die Netzteilhalterung. Schon beim zweiten Einbau eines Netzteils hatten wir die ersten Lackabplatzer an der Anschlagschiene. Hier wäre es wesentlich sinnvoller, das Netzteil wie üblich mit Schrauben auf der Rückseite zu befestigen. Ebenso sollten die beiden Metallstege, auf denen das Netzteil liegt, mit Gummierung oder Schaumstoff versehen werden. Weniger wegen der Entkopplung als vielmehr, um unnötige Kratzer auf dem Lack zu vermeiden. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Staubfilter unter dem Netzteil. Der ist zwar passgenau in die Kunststoffverblendungen eingepasst, aber auch ein wenig hakelig zu entfernen, was aber bei weitem noch nicht so umständlich ist, wie immer erst das Gehäuse auf die Seite legen zu müssen.

    Das Haupteinsatzgebiet des Gehäuses wird wohl auch eher im Heimbereich zu finden sein. Zum einen sind 12 kg Leergewicht nicht gerade wenig, wenn man das Gehäuse zu einer LAN-Party schleppen will, zum anderen ist Weiß mit hochglanzlackierten schwarzen Elementen in unseren Augen zu empfindlich, um das Gehäuse durch die Gegend zu tragen oder zu fahren.

    Für das Corsair Graphite 600T White Edition wandern im Onlinehandel 145 Euro über die Ladentheke, die schwarze Version ist ungefähr 20 Euro günstiger. Wir finden, der Preis ist in Anbetracht des ansprechenden Design-Gehäuses und der gebotenen Features noch im angemessenen Rahmen.

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