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    Fusion-Notebook Samsung RV515 - Impressionen

    Dieser Text ist absichtlich nicht als Review im klassischen Sinne - also wie auf Planet 3DNow! üblich ein umfassender Test über zig Seiten - zu verstehen. Das vorliegende Samsung RV515 Notebook ist ein Kunden-Notebook, das ich nur ein paar Stunden während der Installation in Händen hielt. Dennoch möchte ich die P3D-Leser natürlich daran teilhaben lassen.


    Das Samsung RV515 ist ein 15,6" Notebook in der Preisregion von 400-450 EUR. Dafür bietet es quasi Vollausstattung: neben der AMD APU E-350 ein LED-Display mit der Auflösung 1366x768, 500 GB HDD, DVD-Brenner, Gigabit-LAN, WLAN, Bluetooth, HDMI, Cardreader, Webcam, 4 GB RAM. Mehr dazu unter dem Sammelthread Fusion: Brazos (Ontario & Zacate)


    Dennoch ist das Samsung RV515 kein Fusion-Notebook wie andere, denn Samsung verzichtet als derzeit einziger auf dem deutschen Markt auf das Key-Feature der AMD E-350 APU: die im Prozessor integrierte Grafikeinheit HD 6310M IGP. Stattdessen spendiert Samsung dem RV515 eine diskrete Grafikkarte mit eigenen 512 MB DDR3-RAM. Es handelt sich dabei um eine Radeon HD 6470M mit Codenamen "Seymour". Statt der 80 Unified Shader kommen hier 160 zum Einsatz, und der Memory-Controller der Zacate-APU muss die Bandbreite nicht mit der integrierten Grafikeinheit teilen. Weshalb genau Samsung der integrierten Grafik misstraut, ist nicht nachvollziebar, denn 160 vs. 80 Shader können auf einem Gerät, das niemals für Spiele missbraucht werden wird, ja nicht das Killer-Argument sein - zumal der Speicher laut GPU-Z auch nur mit 64 Bit angebunden ist. Und wieso sich der OpenCL-Support der diskreten Radeon HD 6470M trotz aktueller Treiber nicht aktivieren ließ (laut GPU-Z), bleibt ebenfalls im Dunkeln.


    Wie auch immer: das RV515 präsentiert sich als typisches Samsung-Notebook im positiven Sinn. Es ist extrem leise, gut verarbeitet, nichts klappert und es ist im Vergleich zu anderen 15" Notebooks subjektiv sehr leicht.

    Installiert ist - wie es sich für ein Notebook mit 4 GB RAM gehört - die 64-Bit Version von Windows 7 Home Premium, und typischerweise sind zahlreiche Anwendungen vorinstalliert. Nicht alle sind für ein Notebook aus dieser Klasse sinnvoll. So sorgt zum Beispiel der vorinstallierte MS SQL-Server dafür, dass der Windows Startsound erst 2 Minuten nach erreichen des Desktops erklingt. Auch das vorinstallierte Norton Internet Security drückt spürbar auf die Reaktionsschnelligkeit. Nachdem der ganze Ballast entsorgt wurde, gefiel das Fusion-Notebook mit ansprechend schnellen Reaktionszeiten. Unverständlicherweise wurde das Notebook - obwohl gerade erst auf den Markt gekommen - nicht mit IE9 (nutzt die GPU als Beschleuniger), sondern mit IE8 ausgeliefert. Auch Adobe Reader 9.1 wird bei Samsung schon seit gefühlt 100 Jahren in der englischen Version mit ausgeliefert. Hier muss der Anwender (oder der, der das System für den Anwender einrichtet), erst mal klar Schiff machen.[BREAK=Praxistest]Nach der Aktualisierung des Systems auf den neuesten Stand folgten natürlich einige Praxistests. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das System trotz seines niedrigen Preises sehr angenehm zu bedienen ist, gerade im vorgesehenen Einsatz-Bereich (Office und Internet). Das mitgelieferte Office 2010 - als Starter-Edition kostenlos - startet ansatzlos, und selbst aufwändige Webseiten mit zahlreichen Flash- und Java-Elementen zwingen das System nicht in die Knie.

    Dennoch dürfen von der AMD E-350 APU alias Zacate (zwei Bobcat-Kerne) keine Wunder erwartet werden. Hier kann nachgelesen werden, wie die APU aufgebaut ist und jedem muss klar sein, dass der Bobcat nicht auf Leistung, sondern auf niedrigen Stromverbrauch und günstige Herstellungskosten hin optimiert wurde.

    Trotzdem wollte ich natürlich wissen, wie sich der E-350 in einigen einschlägigen Benchmarks verhält, gerade weil er im Samsung RV515 seine Infrastruktur nicht mit der GPU teilen muss. Um den Vergleich zur inzwischen auch schon wieder steinalten K10-Architektur, die ja nichts anderes war als eine aufgebohrte K8-Architektur, die wieder nichts anders war, als ein aufgebohrte K7-Architektur - nachzulesen alles in unserem Phenom II Artikel - habe ich kurzerhand einen AMD Phenom II X6 auf 1600 MHz gedrosselt, 4 der 6 Kerne, sowie Turbo-Core abgeschaltet, um auf Augenhöhe mit einem 1,6 GHz Zacate zu stehen. Ein gedrosselter und halbierter Athlon II "Propus" hätte zwar (da kein L3-Cache) noch besser als Urmeter gepasst, aber wie gesagt: ich hatte das System nur ein paar Stunden, daher musste ich nehmen was zu kriegen war in der Kürze der Zeit.


    Seltsamerweise - obwohl der Zacate auf der Support-Liste der neuesten CPU-Z 1.57 Version steht - hat die Software einige Schwierigkeiten, den Prozessor korrekt zu erkennen. Kein Codename, keine TDP, kein Stepping, nichts. Selbst der Speichertakt wird falsch ausgelesen.


    Das kann HWInfo32 besser, wenngleich auch dieses Tool nicht perfekt ist. So wird in der Schnellübersicht verschwiegen, dass der AMD E-350 SSSE3 beherrscht. In der detaillierten Ansicht jedoch...


    ...wird der Befehlssatz korrekt erkannt. Und noch etwas sollte nicht unerwähnt bleiben, obwohl wir bereits darüber berichtet hatten: die neuen AMD-Prozessoren unterstützen kein 3DNow!, weder die Urversion des K6, noch die erweiterte Version des Athlon.

    Hier nun also ein paar Test-Screenshots:


    7-zip, links mit beiden Kernen, rechts mit nur einem Kern.


    Zum Vergleich der auf 1,6 GHz und 2 Kerne eingebremste AMD Phenom II X6, AMDs letzte K10-Ausbaustufe. Wie man sieht, ist der Zacate nicht einmal in der Nähe des Thuban, weder singlethreaded, noch mit beiden Kernen.


    Das gilt ebenso für Cinebench. Gerade hier enttäuscht das Abschneiden des Bobcat, da sich Cinebench nie viel aus Speicherbandbreite gemacht hat (der Zacate hat nur ein Single-Channel Speicher-Interface). Offenbar zeigen die Einsparungen am Dekoder, an den Pipelines und die erheblich verkleinerte FPU doch Wirkung. Überraschend hoch dagegen liegt der OpenGL-Wert der Radeon HD 6470M gegenüber der mit 400 Unified-Shadern und 128-Bit RAM deutlich potenteren Radeon HD 5570 im Phenom-System.


    Hier der Windows 7 Leistungsindex der Vollständigkeit halber. Auch hier ist die CPU der deutlich niedrigste Wert.


    Hier sehen wir Truecrypt im Einsatz, ganz links mit dem Zacate im Samsung RV515, in der Mitte mit dem simulierten 1,6 GHz X2 Thuban und ganz rechts ein voll im Saft stehender AMD Phenom II X6.


    Interessant vielleicht auch, dass das RV515 mit nur einem 4 GB DDR3-Modul ausgerüstet ist, pikanterweise nicht mit hauseigenen Samsung-Chips, sondern mit einem Modul von Nanya.

    Hier noch ein paar weitere unkommentierte Impressionen:


    Zusammenfassend
    Das Samsung RV515 Notebook hinterließ für sich einen überaus positiven Eindruck. Selbst unter Vollast lief das System quasi unhörbar und Office wie Internet liefen zuckelfrei und zügig - ganz im Gegensatz übrigens zu einem HP Sub-Notebook mit AMD Neo Prozessor vor einigen Wochen. Dieser kastrierte K8 mit nur einem Kern war völlig überfordert mit einem aktuellen Betriebssystem wie Windows Vista oder 7. Hier ist der E-350 von ganz anderer Qualität.

    Die Rechenleistung des E-350 dagegen ist erschreckend schwach und liegt nur knapp oberhalb eines bekannt flügellahmen Intel Dual-Core Atom Prozessors, der mit seiner In-Order Architektur noch extremer auf Stromsparen ausgelegt ist.

    Doch der Preis ist heiß bei den AMD Fusion Notebooks. Bereits unter 300 EUR geht es los mit Modellen ohne HDMI und mit nur 2 GB RAM - und ohne Windows 7. Das ist fair für das Gebotene, denn die klassischen Netbooks kosten auch nicht relevant weniger, bieten aber erheblich weniger (HD-fähige GPU, optisches Laufwerk).

    Insofern kann ich über das Samsung RV515 im Speziellen kaum Negatives berichten, solange man sich darauf besinnt, wozu es gedacht ist: Als günstige Office- und Internet-Maschine. Wer regelmäßig Videos encodet oder - diskrete Grafik hin oder her - spielen möchte (abseits von Facebook-Browser-Games), der ist hier völlig falsch.


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