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    AMDs 2011 APU-Notebookplattform "Sabine"


    Mit einiger Verspätung stellt AMD heute seine erste APU-Notebookplattform "Sabine" für das Mainstreamsegment vor, womit die neue Notebookplattform für "Back-to-School" in den USA gerade noch rechtzeitig für diesen Produktzyklus kommt. In diesem Zeitraum, kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahrs bzw. Semesters von Ende Juli bis Anfang September, stellen immer mehr Hersteller - auch hier in Deutschland - ihre neuen Notebooks vor. Nach Problemen mit der Ausbeute an funktionsfähigen 228 mm² "Llano"-Dies, die im 32nm-SOI-Prozess bei GlobalFoundries in Dresden gefertigt werden, sah sich AMD gezwungen, den Launch zu verschieben und stattdessen die kleineren APUs basierend auf dem "Ontario"-Die vorzuziehen. Die APUs der C- und E-Serie hatte das Unternehmen bereits auf der CES 2011 Anfang des Jahres vorgestellt.

    Wichtigster Bestandteil der neuen Notebookplattform ist die Accelerated Processing Unit (kurz APU), welche unter dem Codenamen "Llano" entwickelt wurde und zusammen mit dem Fusion Controller Hub sowie optional einer diskreten Grafikkarte der Radeon-HD-6000M-Serie die 2011 Mainstream-Notebookplattform bildet. AMD versteht darunter einen Prozessor, bei dem auf einem Die mehrere CPU-Kerne, eine Grafikeinheit samt Videoprozessor und die traditionelle Funktionalität der Chipsatz-Northbridge vereint sind. Daraus sollen sich zum einen Vorteile für die Energieeffizienz und Fertigungskosten ergeben und zum anderen die immense Rechenleistung pro Quadratmillimeter heutiger GPUs besser für die Beschleunigung von Anwendungen abseits von Computerspielen nutzbar machen. Diesem Konzept hat sich AMD voll und ganz für die Zukunft verschrieben, was sich auch in der Aufteilung der Transistoren-Budgets bemerkbar macht. Mehr als 40 % der Die-Fläche werden allein für die GPU, weitere knapp 40 % für die CPU-Kerne und ca. 20 % für die Northbridge genutzt.


    Insgesamt will AMD so ein Produkt erschaffen haben, was den Bedürfnissen der Kunden näher kommt. Hier sieht der kleinere x86-Riese als wichtigste Nutzungsfelder den Konsum von Videos, die Bearbeitung von Bildern und das Arbeiten mit Office-Paketen. Zumindest die OEMs ließen sich von den Vorteilen dieses Ansatzes überzeugen, sodass laut AMD mit 145 Design Wins ein neuer Rekord verbucht werden konnte.

    [BREAK=VISION 2.0]

    Letztmals hatten wir uns beim Start der Notebookplattformen "Danube" und "Nile" mit AMDs Vermarktungskonzept VISION beschäftigt, mit dem Systeme auf Basis von AMD-Komponenten nach Nutzungsprofilen klassifiziert werden. Dadurch wollte das Unternehmen die Kommunikation mit den Endverbrauchern vereinfachen, die sich zumeist weniger für die technischen Details der Produkte als für die mögliche Nutzung interessieren.

    Einhergehend mit dem Start der neuen Mainstream-Notebookplattform erfährt auch das Vermarktungskonzept ein paar Anpassungen, die auf den Erfahrungen der letzten Jahre basieren. Anhand eigener Studien und dem Feedback der Kunden musste AMD feststellen, dass nicht immer klar war, welche der VISION-Klasen die höherwertige ist. Die größten Probleme traten offenbar bei der Unterscheidung zwischen VISION-Premium und VISON-Ultimate auf, was passieren kann, wenn möglichst nur positiv belegte Namen genutzt werden sollen. Das hatte zur Folge, dass in einigen Märkten die Kunden VISION-Ultimate als die schwächere Klasse gegenüber den "Premiumprodukten" der Klasse VISION-Premium einschätzten. Daher werden künftig die Namen HD Internet, VISION, Premium, Ultimate und Black durch alphanumerische Kürzel ersetzt. Die Einstiegs-VISION-Klasse heißt damit künftig E2, wobei das E für "every day" oder "essential" stehen soll. Darauf folgen die VISION-Klassen A4, A6 und A8. Hierbei steht das A im Namen für "accelerated performance". Allerdings sollte man nicht den Fehler machen und einen Zusammenhang zwischen der Ziffer hinter dem Buchstaben und der Anzahl an CPU-Kernen vermuten. Höhere Zahlen sollen schlicht eine höhere Performance repräsentieren.


    Als positiver Nebeneffekt dieser Umbenennung und der daraus folgenden Notwendigkeit für neue VISION-Sticker (obere Zeile der obenstehenden Folie) kann verbucht werden, dass es dadurch seit der Einführung von VISION erstmals den Kunden möglich ist, anhand der Sticker die Produkte basierend auf der veralteten Notebookplattform von der aktuellen zu unterscheiden. Dies war bisher nicht möglich, obwohl AMD zum Start von VISION noch entsprechende Modifikatoren versprochen hatte. Allerdings bleibt es nicht beim Austausch der alten gegen die neu gestalteten VISION-Sticker. Entgegen der ursprünglichen Idee sich auf nur einen Sticker zu beschränken, womit die unsägliche Aufkleberschwemme von "Better by Design" beendet wurde, soll es künftig die Möglichkeit für einen zusätzlichen zweiten Sticker geben, mit dem marktspezifisch bestimmte Features hervorgehoben werden können. Dazu sind die Logos der unteren Zeile vorgesehen. Während der Durchschnittskunde wahrscheinlich noch mit "Quad-Core" am ehesten was anfangen kann, hört es bei Dual-Graphics aber sicherlich auf, was den Informationsgehalt der Zusatzsticker doch fragwürdig erscheinen lässt.


    Mit den neuen Produkten will AMD in erster Linie die Intel Core i3 von Intel attackieren. Dazu sollen die APUs der A4- und A6-Serie die Core i3 in die Zange nehmen.

    [BREAK=Llano-APU – "The Big Iron"]

    Nachdem die ersten APUs auf Basis des "Ontario"-Dies eher für den Low-Power-Markt gedacht waren und deren integrierte Grafikeinheit noch zu schwach ist, um für ein breites Anwendungsfeld genutzt werden zu können, soll sich dies mit dem "Big Iron" nun ändern.


    Dazu packt AMD zu den zwei oder vier x86-CPU-Kernen eine deutlich potentere DirectX-11-Grafikeinheit zusammen mit der UVD-Einheit auf den Die. Alle Komponenten sind über die von Grund auf neu entwickelte Northbridge mit dem Arbeitsspeicher verbunden, wobei alle die volle Bandbreite von 25,6 GB/s nutzen können. Dadurch sollen CPU und GPU schneller miteinander kommunizieren können, als dies über die PCIe-Schnittstelle der Fall wäre. In der aktuell größten Ausbaustufe stehen somit 61 + 355 GFLOPs (einfache Genauigkeit) an Rechenleistung bereit.


    Bei den CPU-Kernen setzt AMD noch nicht auf die neue "Bulldozer"-Architektur, sondern auf leicht überarbeitete und auf 32nm-Strukturbreiten portierte "Stars"-Kerne (Codename "Husky"). Dabei handelt es sich grundsätzlich noch immer um die altbekannte K10-Architektur (AMD Family 10h Processors), die das Unternehmen mit dem "Barcelona" eingeführt hatte. Allerdings wurde die 32nm-Version durch allerhand Tricks auf Stromsparen getrimmt. Dazu wurde das Netz zur Verteilung des Taktsignals neu konstruiert, wodurch auch das Clock Gating optimiert wurde, was das Abschalten einzelner ungenutzter Einheiten erlaubt. Außerdem können jetzt einzelne "Husky"-Kerne per Power Gating vollständig stromlos geschaltet werden. Abgerundet wird das Ganze durch das Digital APM Module, mit dessen Hilfe der Prozessor auf Basis der Auslastung der einzelnen Einheiten sehr genau die aktuelle Leistungsaufnahme berechnen können soll. Bei der Auswahl der Transistoren wurde zudem auf den Betrieb mit niedrigen Spannungen optimiert.


    Die letzte Ausbaustufe der K10-Architektur soll dank der Optimierungen am Kern und dem auf 1 MByte vergrößerten L2-Cache eine um 6 % höhere IPC erreichen, wobei hier höchst wahrscheinlich die L3-Cache-losen Athlon II ("Propus") zum Vergleich herangezogen wurden. Dazu hat AMD einer der drei Integer-Pipelines einen Hardware-Divider spendiert und die Instruction Control Unit kann jetzt 84 statt 72 macro-ops gleichzeitig verwalten, was den Durchsatz erhöhen soll. Hinzu kommen Optimierungen beim Prefetching, an den Caches und am TLB.


    Für zusätzliche Leistung auf Abruf sorgt die AMD Turbo Core Technologie, die das dynamische Übertakten einzelner CPU-Kerne erlaubt. AMD nennt in den Spezifikationen daher einen Basistakt und eine maximale Taktfrequenz. Leider ist AMD eher vage geblieben, was die konkrete Funktionsweise des Turbos betrifft. Offenbar liegt bei den Quad-Core-Modellen der Basistakt an, wenn alle Kerne ausgelastet sind. Werden hingegen nur zwei Kerne belastet, können diese automatisch mit 300 MHz übertaktet werden und bei Last auf nur einem Kern liegt der angegebene Maximaltakt an. Ob hier noch weitere Abstufungen möglich sind und auf welche Weise die Grafikeinheit genau berücksichtigt wird, ist noch unklar.


    Die integrierte Grafikeinheit basiert auf den aktuellen DirectX-11-GPUs von AMD. Zum Start stehen den APUs der A-Serie drei, vier oder fünf SIMD-Engines zur Verfügung. Dabei kommt noch das Design mit fünf Slots pro VLIW-Einheit zum Einsatz, was 80 Stream-Prozessoren pro SIMD-Engine entspricht. Die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheit ist damit unterhalb einer "Redwood"-GPU einzuordnen, die beispielsweise in den ATI Mobility Radeon HD 5700 und HD 5600 verbaut ist. Die "Redwood"-basierten diskreten Grafikkarten besitzen ebenfalls 400 Stream-Prozessoren, verfügen aber über ein eigenes Speicherinterface und entsprechenden Speicher. In der APU konkurriert die GPU allerdings mit den CPU-Kernen um die Speicherbandbreite und muss mit geringeren Taktraten auskommen. Auch hier will AMD an den Stromsparmechanismen gefeilt haben und sie gegenüber den diskreten Lösungen verbessert haben. Offenbar können einzelne Komponenten ebenfalls per Power Gating stromlos geschaltet werden.


    Für die effiziente Dekodierung von Videos verfügt die APU über den bekannten UVD-Block der dritten Generation, der die Video-Codecs H.264, MVC, VC-1, MPEG-2 oder DivX unterstützt. Zur Anbindung einer diskreten Grafikkarte stellt die APU ein PCIe-Interface mit 16 Lanes bereit, die im PCIe-1.0- oder PCIe-2.0-Modus betrieben werden können. Das Fusion Controller Hub wird ebenfalls per PCIe angebunden.


    In der folgenden Übersicht sind die Modelle der neuen A-Serie zusammengefasst, die zum Start angeboten werden. Auffällig sind dabei die doch eher gering ausgefallenen Taktraten sowohl für die CPU-Kerne als auch für die GPU. So liegen die Taktraten der CPU-Kerne von den APUs unterhalb denen der "Danube"-Plattform. Blieb die TDP-Klasse von 45 W bisher den Spitzenmodellen überlassen, fallen bereits die höher getakteten APU-Modelle in diese Klasse. Hier muss AMD offenbar dem recht groß dimensionierten GPU-Teil Tribut zollen. Weitere Varianten sollen bereits im dritten Quartal folgen.

    Llano-APU –


    [BREAK=Plattform]


    Zur "Sabine"-Notebookplattform gehört neben einer APU der A-Serie, das Fusion Controller Hub und optional eine diskrete Grafikkarte aus der AMD Radeon HD 6000M Serie. Das FCH "Hudson M2" bzw. "Hudson M3" stellt dabei den Referenztakt per integrierten Taktgenerator sowie weitere Anschlussmöglichkeiten bereit. Dazu gehören neben weiteren PCIe- und PCI-Links sowie USB 2.0 auch die modernen Standards SATA 6Gbps und im Falle des AMD A70M, was der Produktname für den "Hudson M3" ist, auch vier USB-3.0-Anschlüsse. Während die APU bereits zwei unabhängige digitale Display-Anschlüsse bereitstellt, die nach den Standards HDMI, DVI oder DisplayPort betrieben werden können, wird der analoge VGA-Anschluss über das FCH realisiert.


    Zum entscheidenden neuen Plattform-Feature hat AMD aber die Akkulaufzeit ernannt. Denn mit der neuen Notebookplattform will man nicht nur die Lücke zur Konkurrenz geschlossen haben, sondern diese gleich überholt haben. Das soll nicht nur für den Idle-Zustand sondern auch für grafikintensive Workloads gelten. Gegenüber der "Danube"-Plattform soll die Akkulaufzeit bei Einsatz eines 6-Zellen Li-Ion-Akkus mit einer Kapazität von 62,16 Wh im Idle um 3,5 auf über 10 Stunden anwachsen, was AMD als "All Day Battery Life" bezeichnet. Erreicht wird dies durch die Integration der Komponenten auf einem Die, was eine viel bessere Kontrolle über die Leistungsaufnahme erlaubt. So ersetzt die APU mit einer TDP von 35 oder 45 Watt eine CPU (25 bis 45 Watt TDP) und die Northbridge einer klassischen Chipsatzkonfiguration, was nochmals 10 bis 17 Watt im Falle der "Danube"-Plattform entspricht, die von der Kühllösung abzuführen sind. Darüber hinaus wird in vielen Fällen eine zusätzliche diskrete Grafiklösung unnötig, da die integrierte GPU bereits eine signifikant höhere Grafikleistung bietet als bisherige Lösungen und damit den Einsatz diskreter Einstiegslösungen unnötig macht, die die Leistungsaufnahme des Systems weiter erhöhen würden.


    Weitere Merkmale der Plattform, mit deren Hilfe gegenüber den Produkten der Konkurrenz gepunktet werden sollen, sind: AMD VISION Engine, Dual Graphics und die Beschleunigung von Anwendungen durch die Nutzung der integrierten GPU.


    [BREAK=AMD VISION Engine]

    Unter dem Marketingbegriff AMD VISION Engine fasst AMD sämtliche Technologien zusammen, die über die Grafikeinheit realisiert werden. Dazu gehört, neben der Darstellung von Computerspielen sowie die Entlastung der CPU-Kerne bei der Dekodierung von Videos durch die UVD-Einheit und sämtliche Video-Postprocessing-Effekte, auch die Fähigkeit die GPU für weitere Anwendungen abseits von Computerspielen zur Unterstützung der CPU-Kerne zu nutzen.


    Während es bei den GPU-beschleunigten Anwendungen derzeit noch eher mau aussieht, bietet das zum AMD VISION Engine Control Center umbenannte Catalyst Control Center bereits heute eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten für Postprocessing-Effekte zur Verbesserung der Video-Bildqualität, die über die "Radeon Cores" getauften Shader realisiert sind.


    [BREAK=Dual Graphics & PowerXpress]

    Mit "Dual Graphics" erhält ein altbekanntes Feature den dritten Marketingnamen. Ähnlich der CrossFire- und Hybrid-CrossFireX-Technologie erlaubt auch Dual Graphics die kombinierte Grafikleistung der APU und einer diskreten Grafikkarte zu nutzen, um dadurch höhere Bildraten in Computerspielen zu erreichen. Während also bei Notebooks auf Basis der Intel-Plattform die Grafikleistung der integrierte Grafikeinheit brach liegt, sobald eine diskrete Grafikkarte aktiviert wird, soll die APU mit der diskreten Grafikkarte zusammenarbeiten. Wie leistungsfähig solche Konfigurationen sind, muss sich aber erst noch zeigen, zumal auch Dual Graphics von den gleichen Problemen betroffen sein dürfte, unter denen alle Multi-GPU-Lösungen leiden. Dazu zählen die Notwendigkeit von entsprechenden CrossFire-Profilen für die verwendeten Computerspiele und das Phänomen der Mikroruckler.


    Für die zusammengeschalteten GPUs vergibt AMD einen neuen Namen, die wohl eine Einordnung der kombinierten Leistung in das allgemeine Namensschema für die diskreten Radeon-Grafikkarten erlauben soll. Wie das folgende Schema zeigt, ist dabei aber offenbar nur die Kombination mit den "Caicos"- und "Turks"-Notebook-Äquivalenten vorgesehen. Die jetzt bestätigten Namenskonstruktionen hatten sich bereits seit einiger Zeit in der Konfigurationsdatei des AMD System Monitors befunden (wir hatten berichtet).


    Als Nebeneffekt der engeren Bindung zwischen integrierter und diskreter GPU fällt das verbesserte PowerXpress ab, mit dem AMD endlich auch auf der eigenen Plattform das vollautomatische Umschalten ohne jegliches Flackern ermöglicht. So ist es beispielsweise möglich, das System so zu konfigurieren, das es, basierend auf Profilen, erkennt, welche GPU für eine Anwendung genutzt werden soll. Im mobilen Einsatz abseits einer Steckdose wird so die integrierte, energieeffizientere Grafikeinheit genutzt, während die diskrete deaktiviert ist und sobald ein Computerspiel gestartet wird, schaltet das System vom Nutzer praktisch unbemerkt die diskrete GPU hinzu. Es ist aber genauso weiterhin möglich, von Hand den Umschaltvorgang auszulösen. Allerdings obliegt auch zukünftig die konkrete Umsetzung den Notebookherstellern. AMD stellt lediglich die notwendigen Technologien bereit und unterstützt bei der Umsetzung. Interessierte Kunden sollten sich also über die konkrete Implementierung auf dem jeweiligen Notebook informieren.



    Das neue dynamische PowerXpress wird derzeit ausschließlich im Zusammenspiel mit den diskreten GPUs "Seymour" und "Whistler" aus der "Vancouver"-Familie unterstützt, denn nur die mobilen Gegenstücke von "Caicos" und "Turks" unterstützen aktuell den so genannten BACO-Modus. Dabei steht die Abkürzung BACO für Bus Alive Chip Off. Die GPU kann also bis auf das PCIe-Interface vollständig abgeschaltet werden. Nach derzeitigen Planungen sollen alle künftigen GPUs von AMD ebenfalls diesen Modus besitzen.


    [BREAK=Acceleration]

    Erst die Verwendung der integrierten Grafikeinheit für die Beschleunigung von Anwendungen außerhalb von Computerspielen rechtfertigt die Bezeichnung als Accelerated Processing Unit. Für diese als GPGPU-Computing bezeichneten Anwendungsfälle unterstützt AMD derzeit neben den üblichen Grafikschnittstellen OpenGL, DirectX, Direct2D und DirectWrite auch speziell für das GPGPU-Computing optimierte Industriestandards. Dazu zählt DirectCompute von Microsoft und das plattformunabhängige OpenCL. Die bisher verbreiteten GPU-beschleunigten Anwendungen basieren zumeist auf einer der genannten Grafikschnittstellen. Von der aktuellen Browsergeneration wird beispielsweise unter Windows 7 bzw. Vista reger Gebrauch von Direct2D, DirectWrite und Direct3D gemacht, um das Rendering zu beschleunigen. Selbiges gilt für das aktuelle Office Paket von Microsoft. Außerdem hatte Adobe eigentlich seinen Flash Player ab der Version 10.1 so optimiert, dass er die Grafikkarte nutzen kann, um die Dekodierung von in Flash eingebetteten Videos zu beschleunigen. Aktuell funktioniert dies allerdings auf YouTube nicht. Auch diverse Mediaplayer wie beispielsweise der VLC media player oder der Media Player Classic Home Cinema können die DXVA-Schnittstelle nutzen, um die Dekodierarbeit auf den Videoprozessor der GPU auszulagern. Für all diese Anwendungen reicht aktuell jedoch bereits die Leistung einer einfachen IGP.


    Darüber hinaus nutzen diverse Anbieter von Software zur Bearbeitung und Erstellung von Videos oder deren Transkodierung die GPU zur Beschleunigung. Bis jetzt konnten die GPUs hier zwar ihre geballte Rechenleistung gnadenlos ausspielen, aber im Endergebnis leider nicht die Qualität von CPU-kodierten Inhalten erreichen. Dieser doch immense Nachteil macht GPU-beschleunigtes Enkodieren bzw. Transkodieren für die meisten Anwender derzeit eher unattraktiv.


    Zum Start der "Llano"-APU stellen nach weitere Anbieter per OpenCL beschleunigte Anwendungen vor. Dazu zählen Sony Vegas Pro 10.0d, Viewdle Video Uploader, ViVu VuRoom und MotionDSP vReveal 3.0. Alles in allem befindet sich noch immer keine Killer-Applikation darunter, die Anwender für die APUs begeistern könnten, was AMD auch freimütig zugibt. Im Grunde liegt die Programmierung von Grafikkarten und heterogenen System, wie es die APUs sind, noch in den Kinderschuhen. Gerade die Software ist aber der entscheidende Punkt, der darüber entscheidet, wie erfolgreich AMDs APU-Strategie letztlich wirklich ist. Um hier weiter voran zu kommen, veranstaltet AMD dieses Jahr vom 14. bis 16. Juni den ersten AMD Fusion Developer Summit.


    Allerdings stellt AMD mit dem Start der "Llano"-APU erstmals eine erste OpenCL-Anwendung vor, aus der eine größere Anwendergruppe erstmals einen Vorteil ziehen kann. Einige werden es vielleicht bereits im aktuellen Catalyst Control Center entdeckt haben, was bisher aber noch ausgegraut war: die neue Option AMD Steady Video.


    Durch die Aktivierung von AMD Steady Video wird ein Filter zur Stabilisierung von verwackelten Videoaufnahmen zugeschaltet. Solches Material ist häufig in den einschlägigen Videoportalen vorzufinden. Was bisher eher als Filter aus Videobearbeitungs-Anwendungen bekannt ist, hat AMD per OpenCL als Echtzeitfilter realisiert. Allerdings kommen nur Besitzer eines "Llano"-basierten Systems in den Genuss der Bildstabilisierung!

    [BREAK=Hersteller-Benchmarks]

    An dieser Stelle würde eigentlich die Stunde der Wahrheit schlagen. Wir hätten gerne eigene Benchmarks präsentiert, allerdings war es uns trotz intensiver Bemühungen nicht möglich ein Sample zu beschaffen. Daher können wir vorerst nachfolgend nur mit den Hersteller-Benchmarks dienen, die aber mit der notwendigen Skepsis betrachten werden sollten.

    Ansonsten seien an dieser Stelle unsere beiden Artikeln zur Desktop-Plattform "Lynx" empfohlen, in denen wir die A-Serie APUs auf Herz und Nieren geprüft haben:











    [BREAK=Ausblick]

    Abschließend werfen wir noch einen kurzen Blick auf die aktualisierte Roadmap von AMD. Die Roadmaps für die Notebookplattformen im nächsten Jahr enthalten zunächst keine Neuerungen. Die "Llano"-APUs werden im nächsten Jahr durch "Trinity" ersetzt, womit erstmals die neue "Bulldozer"-Architektur auch für die Notebookplattform genutzt wird. Ansonsten verrät AMD nur, dass die integrierte GPU ebenfalls DircectX 11 unterstützen wird, was aber keine große Überraschung ist. Das Einstiegssegment soll 2012 durch "Krishna"-APUs mit bis zu vier überarbeiteten "Bobcat"-Kernen, kombiniert mit einer DirectX-11-GPU, bedient werden.


    Die aktualisierte Desktop-Roadmap ist da schon interessanter, denn AMD nennt für die High-End-Plattform für das Jahr 2012, die auf der CPU "Komodo" basiert, erstmals die Sockelinfrastruktur FMx. Dies hat zur Konsequenz, dass der Sockel AM3+ eine äußerst kurze Lebensdauer hat. Demnach lässt sich mutmaßen, dass in den Die von "Komodo" zwar keine GPU integriert wird, aber zumindest die klassische Funktionaliät einer Chipsatz-Northbridge komplett in die CPU integriert wird, sodass auch hier die FCHs genutzt werden können. Es bestünde also keine Notwendigkeit mehr für einen HyperTransport-Interconnect. Setzt AMD also ab 2012 auch im Servermakrt nicht mehr auf HyperTransport als Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den einzelnen CPUs und dem Chipsatz? Schließlich scheinen "Komodo" und der Nachfolger von der AMD Opteron 4200 Serie mit dem Codenamen "Sepang" den gleichen Die zu nutzen. Für den Mainstream ist weiterhin "Trinity" vorgesehen und für das Einstiegssegment sind im Desktopmarkt ebenfalls die "Krishna"-APUs vorgesehen.


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