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    Antec HCG 520W



    Vor einiger Zeit haben wir das ATX-Netzteil Antec HCG mit 750 W getestet. Heute wenden wir uns der etwas kleineren Version mit 520 W Leistung zu. Diese wurde mit einem 80Plus-Bronze-Zertifikat ausgezeichnet, verfügt über die gängigen Schutzmechanismen und setzt ausschließlich auf japanische Kondensatoren. Abnehmbare Anschlüsse hat der Proband nicht. Der 135-mm-Lüfter mit Wälzlager soll laut Angabe leise sein. Was letzten Endes hinter diesen durchschnittlichen Spezifikationen steckt, werden wir auf den folgenden Seiten näher erörtern. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen des Artikels!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Leistungsdaten]


    Im Lieferumfang enthalten sind die vier Schrauben zur Befestigung des PC-Netzteils im Gehäuse, ein 10-A-Kaltgerätekabel und ein schmales Benutzerhandbuch. Das zuletzt genannte enthält unter anderem die Beschreibung der Steckertypen und eine Installationsanleitung. Auch die eingangs erwähnten Produkteigenschaften werden dort nochmals beschrieben. Sonstige Extras, wie beispielsweise ein Aufkleber mit Herstellerlogo oder einige Kabelbinder sind nicht im Paket enthalten. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er diese Beigaben vermisst. Zur Inbetriebnahme sind sie nicht notwendig und der Hersteller kann das Geld auch sinnvoller investieren. Dafür kosten Kabelbinder sehr wenig und werden, wenn überhaupt, nur minimal im Endkundenpreis verrechnet.



    Wie alle HCG-Modelle setzt auch dieses auf eine mit 40 A belastbare +12-V-Schiene, wobei die größeren Modelle teilweise vier davon haben. Wenn diese Angaben korrekt sind, kann das Antec-Netzteil 480 W und damit fast die gesamte Nennleistung auf +12 V erbringen. +3,3 V und +5 V wurden mit je 25 A Belastbarkeit angegeben und können zusammen bis zu 130 W leisten. Die Standby-Schiene wurde mit 2.5 A spezifiziert. Auf dem Etikett sind alle Sicherheitszertifizierungen und RoHS angegeben. Mit der UL-Nummer darf das Netzteil auch in den USA verkauft werden. Die maximale Stromaufnahme aus dem Stromnetz beträgt 4 A.



    Der ADDA-Lüfter mit einem Durchmesser von 135 mm trägt die Modellnummer ADN512MB-A90. Dieser verfügt über neun sehr breitflächige Lüfterblätter. Die maximale Umdrehungszahl des Modells beträgt 2200/min. 37dBA sollen dabei erreicht werden. Weiterhin beträgt der Betriebsstrom 0,27 A. Wie üblich ist dieser mit zwei Pins angeschlossen und wird über die Spannung geregelt, obwohl Antec sogar die PWM-Steuerung in PC-Schaltnetzteilen patentiert hat. Die maximal mögliche Luftfördermenge beträgt 90,1 cfm.

    [break=Aussehen, Anschlüsse und Leitungslängen]




    Rot und Schwarz sind die dominierenden Farben bei der HCG-Serie. Im Gegensatz zum 750-W-Modell kommt allerdings keine rote Fläche um das kantige Lüftergitter zum Einsatz. Das Lüftergitter steht indes minimal hervor und trägt das Herstellerlogo in der Mitte. Die Oberfläche ist sehr kratzfest und die Seitenwände der oberen Gehäusehälfte sind recht dickwandig für ein Netzteil dieser Preisklasse. So robust wie das HCT 750 W wirkt unser heutiger Testkandidat aber nicht. Ein schmaler Netzschalter ist direkt neben der Steckerbuchse für das Kaltgerätekabel zu finden. Mit 160 mm ist die Bautiefe des Gerätes als moderat zu bezeichnen. An den beiden Seiten ist der Antec-Schriftzug auf rotem Untergrund zu sehen.



    Eine Kabelmuffe schützt die Leitungsstränge vor Reibungen. Der 24-pin-Strang wurde passend zum Gehäuse mit einem schwarz-roten Sleeve ausgestattet, während die anderen Leitungsstränge mit einer günstigeren Variante versehen wurden. Hier lassen sich noch die einzelnen Leitungen ausmachen. Da das Modell über relativ viele Peripherie-Anschlüsse verfügt, hätte sich hier ggf. schon Kabelmanagement gelohnt. Das würde sich naturgemäß im Preis äußern, wäre aber zumindest technisch kein Problem, da der ODM Seasonic über ein entsprechendes Angebot verfügt.

    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    24-pin (55 cm) 4+4-pin (60 cm) 2x 6/8-pin (50, 65 cm) 3x SATA (55, 70, 85 cm)
    - - - 3x SATA (55, 70, 85 cm)
    - - - 3x HDD (55, 70, 85 cm)
    - - - 3x HDD, 1x FDD (55, 70, 85, 100 cm)


    Mit 55 bzw. 60 cm sind sowohl der 24-pin- als auch der 4+4-pin-Stecker in großen Gehäusen problemlos anschließbar. Die beiden 6/8-pin-PCIe-Anschlüsse teilen sich einen gemeinsamen Leitungsquerschnitt. Das HCG 520 W hat insgesamt vier Peripherie-Leitungsstränge. Zwei davon beherbergen je drei SATA-Stecker auf gleicher Länge. Hier wäre eine asynchrone Aufteilung sinnvoll, da sich mehrere Festplatten und Laufwerke logischerweise nie auf derselben Höhe in den Einschüben verbauen lassen. Auch über einen FDD-Anschluss verfügt das Modell. Dieser wurde bei 100 cm Länge an einem der HDD-Leitungsstränge angebracht. Die Steckerkonfiguration lässt sich abschließend als durchschnittlich beschreiben. Das Modell verfügt über mehr Stecker als das Antec EarthWatts EA-500D.

    [break=Elektronik und Design]


    Das Schaltznetzteil basiert auf dem 80Plus-Bronze-Design der S12II-Serie von Seasonic. Die Kühlkörper fallen deutlich schmaler aus als noch beim älteren S12II 500 W. Sie wurden in ihre Form gestanzt und nicht mehr zurechtgebogen. Damit ist die Kühlfläche kleiner, aber der Lüfter kann Kleinstbauteile auf dem PCB etwas besser erreichen. Gerade im Sekundärschaltkreis behindern die vielen Leitungen allerdings den Luftstrom und damit die Kühlung der Komponenten darunter. Die schmale Leiterplatte hätte vermutlich auch in ein 14-cm-Gehäuse gepasst. Hier aber wurde für Antec eigenes Gehäuse eingesetzt, dass wohl aus ästhetischen Gründen etwas andere Abmessungen hat. Dementsprechend sind aber auch die Sicherheitsabstände zu den Gehäuseseiten ausreichend, weshalb auf eine zusätzliche Folie zur Isolierung verzichtet werden konnte. Diese ist nur an der unteren Seite des PCBs und am Leistungsfaktor-Vorregler zu finden.



    Hinter dem Netzanschluss befindet sich ein kleineres PCB, dass Teile der EMI-Filterung enthält. Dort sind vier Y- und ein X-Kondensator vorzufinden. Hinzu kommt eine kleine Gleichtaktdrossel. Phasen- und Neutralleiter wurden um einen Ferritkern gewickelt. Anschließend folgen auf der Hauptplatine eine Längs- und zwei Gleichtaktdrosseln. Dort befinden sich auch zwei weitere Y- und ein X-Kondensator. Der MOV als passiver Überspannungsschutz ist (elektronisch betrachtet) direkt hinter der Feinsicherung zu finden. Die Gleichrichterbrücke GBU1006 wurde an einem eigenen Kühlkörper befestigt. Beim Primärkondensator handelt es sich um einen Nippon-Chemicon mit 400 V und 85 °C.



    Der PS223 ist ein IC mit diversen Sicherheitsfunktionen wie OCP für +3,3 V, +5 V und +12 V. Für diese Schienen existiert auch ein Überspannungs- und Unterspannungsschutz. Auch gegen Kurzschlüsse ist das ATX-Netzteil abgesichert. im Sekundärschaltkreis werden ausschließlich japanische Elektrolykondensatoren von Nippon-Chemicon verwendet. An allen Leitungen sind Schrumpfschläuche zu finden. Stabkerndrosseln nehmen die Schaltfrequenz heraus, die sich am Ausgang als Spannungsspitze äußern und damit die ripple-&-noise-Werte deutlich erhöhen würde. Die schwerere der beiden Speicherdrosseln hätte man mit einer Schutzfolie isolieren können, da sie sehr nah an den beiden Gleichrichterdioden sitzt.

    [break=Messungen]
    Belastung* Schalldruckpegel +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC
    ---------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    10 % 17 dBA +2.42 % (7 mV) +1.80 % (5 mV) +1.92 % (9 mV) 79 % / 0.918
    20 % 18 dBA +2.12 % (8 mV) +1.40 % (6 mV) +1.75 % (11 mV) 85 % / 0.942
    50 % 20 dBA +1.21 % (10 mV) +0.60 % (8 mV) +1.50 % (12 mV) 87 % / 0.960
    80 % 28 dBA +0.61 % (11 mV) -0.20 % (9 mV) +0.42 % (20 mV) 86 % / 0.975
    100 % 30 dBA +-0 % (13 mV) -1.40 % (10 mV) +0.33 % (35 mV) 85 % / 0.989
    110 % 32 dBA -0.61 % (16 mV) -1.80 % (11 mV) +0.17 % (38 mV) 83 % / 0.991
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Schienen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an.


    Die Restwelligkeit und Rauschspannung ist auf allen Schienen als gering zu bezeichnen. Auf dem +5-V-Ouput werden fast durchgängig einstellige mV-Werte erreicht. Auch +12 V liegt deutlich unter dem Limit von 120 mV gemäß ATX-Spezifikation. Dort fällt auch bei Volllast nur eine sehr geringe Spannung ab. +5 V und +3,3 V sind aber ebenfalls sehr gut reguliert. Der Leistungsfaktor liegt bereits bei 10 % Last über 0,900, was für 230 VAC ein gutes Ergebnis ist. Allerdings haben wir durchaus schon effizientere 80Plus-Bronze-Netzteile gesehen. Der Wirkungsgrad liegt bei geringer Last unter 80 % und auch das Ergebnis bei 50 % ist eher durchschnittlich. Die Lautstärke des Netzteils ist bis einschließlich 20 % Last als sehr leise zu bezeichnen. Ab 80 % Last dreht der Lüfter stark auf und ist deutlich hörbar. Dann sind auch Nebengeräusche von den Drosseln zu hören, wobei die Geräuschentwicklung insgesamt erträglich bleibt. Wer das Gerät mit weniger als 80 % Last betreibt, kann dieses durchaus auch bei empfindlichen Ohren einsetzen.

    [break=Fazit]


    Das Antec HCG mit 520 W Leistung ist ein moderat leises PC-Netzteil mit einer ausgezeichneten Spannungsqualität. Die Spannungsregulation ist zufriedenstellend. Die Angabe, dass ausschließlich japanische Kondensatoren verwendet werden, ist korrekt. Die Anzahl der Stecker ist zufriedenstellend, wobei Kabelmanagement hier bereits Sinn machen würde. Das 80Plus Bronze Zertifikat ist gerechtfertigt. Zumindest bei 230 V liegen die Messwerte deutlich über den Anforderungen für diese Auszeichnung.

    Antec nutzt die Elektronik des Herstellers Seasonic, ohne sie in wesentlichen Punkten zu modifizieren. Das müssen sie auch nicht, da der Mix aus japanischen Kondensatoren, einer gut ausgebauten EMI-Filterung und einem kugelgelagerten 135-mm-Lüfter mit Sicherheit kein schlechter ist. Apropos Sicherheit. Mit dem PS223 IC und ausreichend Abstand zu den Seitenwänden beugt Antec eventuellen Kurzschlüssen und anderen Fehlerfällen vor. Die ältere Plattform mit günstigen Transistoren und den Shottky-Dioden statt einer Synchrongleichrichtung mit aktuellsten MOSFETs reicht immer noch aus, um ein effizientes Gerät zu bauen. Zumindest in dem Bereich, wo Antec aktuell mit der HCG-Serie agiert. Die Speicherdrossel für +12 V, +5 V und -12 V sollte allerdings noch mit einer Schutzfolie von den Gleichrichterdioden isoliert werden.

    Wie unsere Messungen zeigen, ist besonders die Restwelligkeit auf allen Schienen weitaus geringer als vom ATX-Design-Guide gefordert. Auf +12 V werden knapp 40 mV bei Überlast erreicht, während +3,3 V kaum die 10-mV-Marke überschreitet. In der Spitze erreicht das Netzteil immerhin 87 % Wirkungsgrad. Allerdings ist das Ergebnis von nur 79 % bei 10 % Last nicht so gut wie bei anderen 80Plus-Bronze-Netzteilen. Der Leistungsfaktor ist dafür gemessen am 230-V-Netz relativ hoch. Auch die Spannungsregulation funktioniert - alle Spannungen befinden sich eindeutig innerhalb der ATX-Spezifikation, auch wenn +3,3 V mit 2,42 % über dem Sollwert etwas hoch startet.

    Antec verteilt seine Peripherie-Stecker auf vier Leitungsstränge. Zwei davon sind mit je drei SATA-Steckern ausgestattet, während an den anderen beiden sechs Molex- und ein Floppy-Anschluss zu finden sind. Mit 55 bzw. 60 cm sind der 24-pin- als auch der 4+4-pin-Strang sehr lang. Leider teilen sich die beiden PCIe-Stecker einen gemeinsamen Leitungsquerschnitt. Dafür dürfte die Länge von bis zu 65 cm in keinem größeren Gehäuse ein Problem sein. In kleineren HTPCs wiederum würde man ein derartiges Netzteil kaum einsetzen. Hier wären kürzere Leitungslängen gefragt. Der Sleeve ist besonders an den 24-pin-Leitungen hochwertig, während die restlichen Leitungsstränge mit einer günstigeren Variante umhüllt wurden. Insgesamt entspricht die Steckerkonfiguration dem, was wir bei einem PC-Netzteil mit etwa 500 W auch erwarten würden.

    Aktuell kostet das Antec HCG mit 520 W etwa 58 EUR. Wenn wir das Angebot mit den Preisen anderer 80Plus-Bronze-Netzteile vergleichen, bewegt sich der Antec-Proband im Mittelfeld. Das Cougar PowerX 550 W etwa ist bei ähnlichen Eigenschaften teurer. Der ODM von Antec verkauft ein baugleiches Modell ebenfalls teurer. Es existieren auch günstigere Produkte wie das FSP Blue Storm Bronze ab 56 EUR. Diese sind aber etwas schlechter ausgestattet. Der aktuelle Preis des Antec HCG 520 W ist damit sehr zufriedenstellend. Wer also Seasonic-Qualität für wenig Geld erwerben möchte, kann hier zugreifen. Letztlich müssen wir aber anmerken, dass dem Netzteil ein modulares Steckersystem sehr gut getan hätte. Die Anzahl und Länge der Leitungsstränge macht es in einigen Systemen geradezu erforderlich.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:52 Uhr)

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