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    SilverStone Strider Plus SST-ST50F-P 500W



    SilverStone fällt vor allem durch seine PC-Gehäuse auf, wozu beispielsweise die verschiedenen Versionen des Modells Raven gehören. Diese machen sich den Kamineffekt für die Kühlung zu Nutze. Doch auch bei Schaltnetzteilen ist SilverStone sehr aktiv und gut aufgestellt. Heute testen wir das SilverStone Strider Plus mit 500 W, das für einen relativ geringen Preis (siehe Preisvergleich) ein vollmodulares Steckersystem bietet. Ob diese Produkteigenschaft notwendig ist, muss jeder selbst entscheiden. In jedem Fall sind ausnahmslos modulare Anschlüsse eher selten. Wie es mit der Elektronik und den Messungen während des Lasttests aussieht, zeigen wir auf den folgenden Seiten. Wir bedanken uns bei SilverStone für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Dem Paket werden neben dem Netzteil selbst ein 10-A-Kaltgerätekabel, die Schrauben zur Befestigung im PC-Gehäuse, mehrere Arten von Kabelbindern und ein sehr ausführliches Benutzerhandbuch beigelegt. Letzteres enthält eine vorbildliche Bebilderung und Beschreibung der Stecker bzw. Installation, die deutsche Übersetzung des Textes könnte aber etwas besser sein. Zu den Produkteigenschaften gehört laut Herstellerangabe die +12-V-Single-Rail. Außerdem sei das Netzteil fähig, 24 Stunden am Tag bei 40 °C Umgebungstemperatur zu arbeiten. Hinzu kommt das 80Plus-Bronze-Zertifikat. Nicht zuletzt ist das Netzteil mit 14 cm sehr kompakt und lässt sich wegen der modularen Anschlüsse leicht einbauen.



    +3,3 V und +5 V sind maximal mit 20 A bzw. 24 A belastbar. Zusammen können diese Ausgänge 120 W leisten. Eine derartige Angabe fehlt bei der +12-V-Schiene, weshalb wir uns bei der Last am Maximalwert orientieren, der einer Leistung von 408 W entspricht. Der zuletzt genannte Ausgang kann insgesamt mit 34 A belastet werden. Die UL-Nummer (eine Art Zertifizierungsnummer in den USA, welche die Herkunft eindeutig beschreibt) E190414 zeigt, dass FSP der OEM für dieses Netzteil ist.



    Der Yate-Loon-Lüfter mit der Modellnummer D12BH-12 (M-GP1) und 120 mm Durchmesser verfügt über ein Kugellager und sieben Lüfterblätter. Er wird wie üblich über die Spannung geregelt und zieht 0,30 A bei einer Spannung von +5-12 V. Die Drehzahl beträgt bei +12 V 2300/min. Die subjektive Lautstärke des Lüfters und natürlich auch die der Elektronik betrachten wir später.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]




    Das Netzteilgehäuse ist matt schwarz und die Bautiefe beträgt wie erwähnt 14 cm. Vor allem die blauen Lüftergitter sind ein Blickfang, während das Lüftergitter klassisch geformt und ebenfalls schwarz ist. Die Entlüftungslöcher sind wie so oft wabenförmig. Ein Netzschalter an der Unterseite des Netzeingangs fehlt. Daher kann das Netzteil nur mittels einer Steckdosenleiste mit Netzschalter vom Netz getrennt werden. Die modularen Steckerbuchsen stehen leicht hervor, sonst wäre die angegebene Bautiefe sogar etwas geringer.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 4+4-pin (ca. 55 cm) 1x 6/8-pin, 1x 6-pin (ca. 55 , 70 cm) 3x SATA (ca. 50, 65, 80 cm)
    - - - 3x SATA (ca. 50, 65, 80 cm)
    - - - 3x HDD, 1x FDD (ca. 50, 66, 80, 95 cm)
    - - - -


    Die modularen Steckerbuchsen lassen sich farblich und auch wegen der Beschriftung einfach trennen. Die Anzahl der HDD-Stecker ist gering. Sie sind alle an einem Strang mit dem FDD-Anschluss befestigt. Zu kritisieren ist auch, dass sich beide PCIe-Stecker einen gemeinsamen Leitungsstrang teilen müssen. Dafür wurden genügend SATA-Anschlüsse installiert. Zudem ist die Länge der Mainboardanschlüsse mit 55 cm sehr zufriedenstellend. Die Peripherie-Leitungen sind 80-95 cm lang. Der Sleeve ist eine sehr günstige Variante. Darunter lassen sich immer noch die einzelnen Leitungen erkennen.

    [break=Elektronik]


    Das Netzteil stammt vom Hersteller FSP und erinnert entfernt an das be quiet! Pure Power L7 mit 530 W, das allerdings nicht über Kabelmanagement verfügt. Das Modell setzt auf drei schmale, in ihre Form gestanzte Kühlkörper. Diverse Folien schützen vor Kurzschlüssen. Üblicherweise sind vor den Entlüftungslöchern ein paar Zentimeter Freiraum, hier jedoch füllt das PCB die Gehäuse-Fläche fast vollständig aus. Wie die meisten aktuellen Netzteile setzt sich das Strider Plus aus einer aktiven Leistungsfaktorkorrektur und einem Flusswandler mit einigen Filterstufen davor und danach zusammen.



    Die EMI-Filterung setzt sich aus vier Y-Kondensatoren, zwei Gleichtakt- und einer Längsdrossel und zwei X-Kondensatoren zusammen. Der X-Kondensator hinter der Netzeingangsbuchse wurde mit Klebstoff und einem Kabelbinder befestigt. Die Anschlüsse des Phasen- und des Neutralleiters wurden nicht mit Schrumpfschläuchen versehen. Ein MOV als passiver Überspannungsschutz wurde ebenfalls nicht installiert.



    Im Leistungsfaktor-Vorregler ist das PCB mit dem PWM/PFC-IC abgeschirmt. Die schwere PFC-Drossel wurde mit einer Folie isoliert und ausreichend Klebstoff befestigt. Auch diese wurde mit einer Kupferfolie abgeschirmt. Die schwarze Leitung verbindet diese mit der Masse. Außerdem wurde die Gleichrichterbrücke GBU1506 an einen der größeren Kühlkörper geschraubt. Der Primärkondensator stammt von CapXon.



    Im Sekundärschaltkreis befindet sich die Lüftersteuerung auf einem separaten PCB, das wiederum an den Kühlkörper montiert wurde. Die Elkos stammen von OST und Teapo. Die beiden großen Ausgangsdrosseln sind typisch für ein Netzteil dieser Art. Die kleinere speichert die Energie des Ausgangs +3,3 V zwischen. Der IC WT7527 von Weltrend verfügt über alle gängigen Schutzmechanismen.

    [break=Messungen]
    Belastung Schalldruckpegel +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC
    ---------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    10 % 20 dBA +2,73 % (4 mV) +2,20 % (7 mV) +0,92 % (9 mV) 78,96 % / 0.822
    20 % 20 dBA +2,12 % (8 mV) +1,80 % V (11 mV) +1,01 % (18 mV) 84,18 % / 0.940
    50 % 20 dBA +0,91 % (12 mV) +1,80 % (14 mV) +0,42 % (35 mV) 86,94 % / 0.970
    80 % 26 dBA -0,91 % (16 mV) +1,20 % (15 mV) -1,08 % (43 mV) 86,21 % / 0.978
    100 % 30 dBA -1,81 % (19 mV) +1,20 % (18 mV) -1,25 % (58 mV) 84,72 % / 0.986
    110 % 32 dBA -2,42 % (22 mV) +1,00 % (20 mV) -1,58 % (63 mV) 83,30 % / 0.988
    Crossload 1 - +1,51 % +2,40 % -3,25 % 85,26 %
    Crossload 2 - +2,73 % -5,20 % +9,83 % 77,38 %
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Schienen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und +5 V bei 1 A, 12 V beim angegebenen Maximalwert 34 A. Crossload 2: 3,3 V bei dem Maximalwert 24 A, 5 V bei dem Maximalwert 20 A und 12 V bei 1 A.


    Das Netzteil kann die angegebene Nennleistung und sogar noch etwas mehr erbringen. Die Restwelligkeit und Rauschspannung ist an allen Ausgängen gering. Besonders auf +3,3 V und +5 V werden weniger als 0,44 % erreicht. Der Wirkungsgrad liegt zumindest bei einer Eingangsspannung von 230 V deutlich über den notwendigen Werten für 80Plus Bronze. Selbst wenn man für das 115-V-Netz noch 1-2 % abzieht, wird das versprochene Effizienz-Niveau erreicht. Nur die Messwerte bei 10 % Last sind recht niedrig. Der Leistungsfaktor liegt bei maximal 0.988. Unter Last ist das Netzteil deutlich hörbar. Neben einem Rauschen ab 50 % kommt ein leises Klackern des Lüfters hinzu. Dafür waren keinerlei Nebengeräusche von der Elektronik zu vernehmen. Während des Crossloadtests 2 befanden sich +5 V und +12 V außerhalb der ATX-Spezifikation. Hierbei sind +5 V bzw. +3,3 V voll und +12 V nur schwach belastet. Dabei wurde +5 V stark angehoben, wobei dennoch eine zu hohe Spannung abfiel. Über die Stellgröße im gemeinsamen Regelkreis ist daher auch +12 V angehoben worden, obwohl eine Anpassung nicht nötig gewesen wäre. Das allerdings ist kein Problem, welches ausschließlich SilverStone betrifft. Die hier gezeigte Reaktion auf verschiedene Lasten hat mit dem Aufbau zu tun, wie er bei den meisten Netzteilen verwendet wird. Der eingeführte Crossloadtest wird in Zukunft vor allem zeigen, warum viele 80Plus-Gold Netzteile auch abgesehen vom Wirkungsgrad besser sind.

    [break=Fazit]


    Das SilverStone Strider Plus mit 500 W Leistung ist ein durchschnittlich gutes Netzteil mit vollmodularem Steckersystem. Die Anzahl der Stecker und deren Verteilung auf die Leitungsstränge sind noch zu überarbeiten. Während des Lasttests ist die Regelung der Ausgangsspannungen ausreichend. Der Wirkungsgrad entspricht den Erwartungen in vollem Umfang. Die Verarbeitung und der Lieferumfang sind sehr zufriedenstellend.

    Das Netzteil setzt auf ein bekanntes Layout von FSP, was man auch nicht verheimlichen müsste. Bereits in der Pure-Power-Serie hat sich die Elektronik bewährt. Allerdings ist das Gerät auch kein hochwertiges. Es entspricht dem, was wir schon in vielen anderen Modellen gesehen haben. Die EMI-Filterung ist gut ausgebaut und die Isolierungen größtenteils ausreichend. Einen Varistor im Eingangsbereich vermissen wir jedoch. Die Anschlüsse sollten darüber hinaus mit Schrumpfschläuchen versehen werden, zumindest einige davon. Der Sicherheitsabstand ist hier von entscheidender Bedeutung.

    Wie unser Test zeigt, kann das Netzteil die Nennleistung ohne Probleme bereitstellen. Der Wirkungsgrad könnte bei 10 % allerdings etwas höher sein. Die Spannungsregulation beim Crossload-Test 2 ist nicht unproblematisch, allerdings ein typisches Problem für diese Art von Spannungswandlern. Die Restwelligkeit und Rauschspannung ist stets gering. Das trifft leider nicht auf die Lautstärke zu. Der Leistungsfaktor ist bei allen Lasten hoch.

    Der Lieferumfang des Netzteils ist durchaus beachtlich. Mit zahlreichen Kabelbindern und einem bebilderten Benutzerhandbuch würde man eher in höheren Preisklassen rechnen. Dafür sollten mehr als drei HDD-Stecker zur Grundausstattung gehören. Sechs SATA-Anschlüsse sind dagegen zufriedenstellend. Mit 55 cm sind der 4+4-pin- und der 24-pin-Anschluss sehr lang. Die beiden 6/8-pin-Stecker sollten auf zwei Stränge aufgeteilt werden. Der Sleeve könnte ebenfalls hochwertiger sein, das ist jedoch eine Geschmacksfrage und qualitativ nicht von Nachteil.

    Für aktuell 58 EUR ist das SilverStone Strider Plus das mit Abstand günstigste vollmodulare Netzteil. Für 1-2 EUR mehr wäre das Rasurbo RAPM 550 W zu nennen. Wer 50 W mehr Nennleistung benötigt, ist dort sicherlich gut aufgehoben. Zur Konkurrenz zählt außerdem das beliebte und noch dazu sehr günstige OCZ ModXStream Pro 500 W. Allerdings müssen wir die Ausstattung und den Lieferumfang berücksichtigen, der das SilverStone Strider Plus mit 500 W zu einem attraktiven Angebot macht.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:47 Uhr)

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