Technische Daten:Preis: UVP ca. 55€ (steht noch nicht genau fest)
Maße (BxHxT): 13,7 cm / 11,2 cm / 15,1 cm
Gewicht: ca. 540 g
Lüfter: 120 mm
Lüfterdrehzahl: 800-1800/min
Lüfteranschluss: 4-Pin
Beleuchtung: Nein
Aufbau: Top-Blow-Kühler
Sockel: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, 775, 1156, 1155, 1366
Nebengeräusche: Dezentes Klackern
Art der Lüfterbefestigung: Klammern für 120-mm-Lüfter
Einbau:AMD: Verschraubung über Backplate, Mainboard-Ausbau nötig
Intel: Verschraubung über Backplate, Mainboard-Ausbau nötig
Zusätzliches Zubehör: Wärmeleitpaste in einer Spritze, Werkzeug
Besonderheiten beim Einbau auf AMD-Systemen:
Enermax legt eine neuartige Halterung bei, die auf den ersten Blick verwirrend wirkt. Ein Blick in die Anleitung zeigt aber schnell, dass der Einbau nicht schwierig sein kann. Zuerst werden an den Klammern die Verschraubungen befestigt, welche man am Ende mit der Backplate verschraubt, danach werden ein langer und ein kurzer Haltearm auf den Kühlerboden gesteckt und miteinander verschraubt. Mit vier Unterlegscheiben wird der Kühler nun auf das Board gesetzt und von hinten mit einfachen Muttern am Board verschraubt. Die Bilder der Anleitung hätten etwas größer ausfallen können, jedoch ist der Einbau recht einfach und sollte jedem gelingen.
Enermax geht kein Risiko bei seinem ersten Top-Blow-Kühler ein und präsentiert eine typische Variante dieser Spezies. Auf den zweiten Blick stechen allerdings doch ein paar Dinge ins Auge. Der Kühlkörper ist ein wenig versetzt zum Kühlerboden. Hier hat man die Möglichkeit, entweder Platz für sehr hohe Rams zu schaffen und den ausladenden Teil in die Richtung des Hecks auszurichten, oder man verwendet nicht ganz so hohe Rams und lässt den Kühler über die ersten beiden Rambänke hängen. Letzteres macht aber wenig Sinn wenn eine sehr hitzköpfige CPU unter dem Kühler steckt, da man dann eher die Rams aufheizt statt zu kühlen. Des Weiteren hat man auf der Oberseite eine starke Riffelung angebracht, welche den Luftstrom optimieren soll. Dieser Bereich ist auch dezent abgesenkt, womit man dem toten Winkel unter der Lüfternabe entgegenwirken möchte. In dieser Senke baut sich der Luftdruck auf um sich dann möglichst gleichmäßig zu verteilen und zwischen die Kühlfinnen zu strömen. Trotzdem ist der Bereich unter der Lüfternabe nur wenig belüftet, was bei diesem Kühler zu einem Problem führt. Das Problem sind die beiden wichtigsten Heatpipes, welche mittig auf der CPU angebracht sind und direkt unterhalb der Lüfternabe verlaufen. Zum einen ist dies ein eher schlecht gekühlter Bereich und zudem müssen sich diese Heatpipes die gleiche Kühlfläche teilen. Ein Manko, dass sich auch auf unsere Testergebnisse niederschlägt. Eigentlich ist dies unverständlich, denn die jeweils zweite Heatpipe führt in den optimal gekühlten Bereich, welcher sich mittig zwischen Lüfternabe und Lüfterrahmen befindet. Hier müsste man die jeweiligen Heatpipes einfach nur tauschen. Die letzten beiden Heatpipes werden ganz nach außen geführt, was auch nicht anders zu bewerkstelligen ist. Alles in allem eine etwas unverständliche Heatpipeführung, die man klar verbessern könnte. Auch nicht ganz gelungen sind die Ränder des Kühlers. Durch die direkte Anpassung an einen 120-mm-Lüfter und der entsprechenden Halterung, bleibt die obere Hälfte des Kühlers offen. Bei höheren Drehzahlen wird hier viel Luft raus geblasen und damit verschenkt man Kühlleistung. Dass der untere Teil durch eine Falzung komplett geschlossen ist, wirkt hier ausnahmsweise schon fast kontraproduktiv, denn die äußeren Heatpipes sind auf gleicher Höhe eingebracht. Dadurch entsteht ein Hindernis, das weiter dazu beiträgt, dass die Luft im oberen Bereich seitlich heraus gedrückt wird. Hätte man hier die Falzung weg gelassen, würden seitlich Verwirbelungen entstehen, die mehr zur Kühlung beigetragen hätten. An der gesamten Verarbeitung gibt es allerdings nichts zu meckern. Der Kühler ist stabil und verbiegen lassen sich nur die erste und letzte Kühlfinne, was aber konstruktionsbedingt bei keinem Kühler zu vermeiden ist. Der Boden des Kühlers ist derart blank und eben, dass die Frau Gemahlin diesen als Schminkspiegel verwenden könnte.
Enermax packt als Lüfter den beliebten T.B. Silence Lüfter bei, natürlich in der PWM-Version. Mit 800-1800/min bietet er einen breiten Drehzahlbereich und kann von Silent bis kraftvoll jedes Spektrum gut abdecken. Leider macht der Kühler einen Strich durch seine Silent-Fähigkeit, denn schon bei 125-W-TDP muss der Lüfter hörbar hoch drehen. Die Konstruktion des Kühlkörpers kommt ihm dabei nicht zugute. Die seitlich ausströmende Luft schneidet sich an der Falzung, was zu hörbaren Geräuschen führt und die benötigten höheren Drehzahlen behindern den Lüfter in seiner eigentlich guten Fähigkeit leise zu agieren. Um den leichten Vibrationen bei höheren Drehzahlen entgegen zu wirken, liegt der Lüfter auf vier kleinen Gummipolstern, die eine weitere Übertragung der Vibrationen weitestgehend verhindert. Insgesamt hinterlässt der Lüfter für sich einen sehr guten Eindruck und man sucht derartige Lüfter bei vielen anderen Kühlern eher vergeblich.
Fazit
So ganz Rund ist der Enermax T60 nicht geworden. Man merkt ihm an, dass Enermax an einigen Punkten die Erfahrung fehlt, wirklich optimale Kühler zu bauen. So verliert er gegen einen günstigeren Scythe Rasetsu in nahezu allen Bereichen und selbst der Deepcool Fiend Shark, welchen wir als zu teuer betitelt haben, kann er nicht schlagen. Zwar stimmen die Qualität und auch die Halterung ist, trotz vieler Einzelteile, gut gelungen, aber wirklich überzeugen kann der Enermax T60 leider nicht. Er ist einfach zu teuer, bei hoher Leistungsabfrage zu laut und das trotz hervorragendem Lüfter dessen Qualitäten eigentlich im Silent-Bereich liegen. Für einen deutlich geringeren Preis, wäre er sicherlich kein Fehlkauf, denn bis 89-W-TDP agiert er durchaus leise und ist damit für Intel-Nutzer die nicht übertakten, ein guter Kühler, für mehr reicht es aber leider nicht. Zwar dreht er auch bei 125-W-TDP nicht so weit auf, dass man genervt neben dem Rechner sitzt, jedoch gibt es doch noch einige Alternativen, die das besser können und günstiger sind. Jedoch ist die Auswahl bei Top-Blow-Kühlern im mittleren Leistungsbereich sehr klein geworden, zumal ein Scythe Rasetsu EOL geschickt worden ist und andere Modelle einfach schwächer sind. Zusammengefasst muss man hier leider sagen, dass Enermax sein Ziel leicht verfehlt hat. Aber aus Fehlern kann man lernen und das Enermax durchaus in der Lage ist gute Kühler zu entwickeln, sieht man am Enermax T40.
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