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    Cougar A660 660W



    Cougar hat neben vielen anderen Serien auch die A-Baureihe verbessert. Die Änderungen betreffen hauptsächlich das Äußere und einige weitere Details, um etwa die Lautstärke zu verringern. Damit möchte sich Cougar stärker von der Konkurrenz unterscheiden. Nach wie vor gehört die A-Serie aber eher zu den günstigeren Produkten, weshalb wir heute einen Blick auf die Qualität werfen möchten. Hier haben wir das A660 erhalten, welches neben dem A560 und dem A760 zu den kompletten neuen Modellen gehört. Diese werden laut Cougar exklusiv an Alternate verkauft, sind aber auch bereits bei anderen Fachhändlern gelistet. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesem Testmuster um ein "pre-production sample" handelt. Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Lesen und bedanken uns bei Cougar für die Bereitstellung des Testmusters!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Neben dem Netzteil selbst, das normalerweise durch Knallfolie geschützt ist, wird dem Paket ein 10-A-Kaltgerätekabel von King Cord beigelegt. Außerdem sind die vier Schrauben zur Befestigung des Netzteils im Gehäuse und ein dünnes Benutzerhandbuch im Lieferumfang enthalten. Letzteres bietet nur die nötigsten Informationen. Immerhin ist die Übersetzung der Texte recht gut gelungen. Zu den Produkteigenschaften zählen laut Cougar das 80Plus-Bronze-Zertifikat, die umfangreichen Schutzfunktionen und die Verwendung von japanischen Kondensatoren. Weiterhin gewährt Cougar seinen Kunden 3 Jahre Garantie und bestätigt, dass dieses Modell bereits ErP-konform ist.



    Mit 576 W wird ein Großteil der Leistung auf den beiden +12-V-Ausgängen bereitgestellt, die mit 30 bzw. 22 A belastbar sind. +5 V und +3,3 V mit 15 bzw. 24 A können zusammen 130 W leisten. +5VSB ist mit 3 A relativ stark ausgelegt. Wie das Etikett zeigt, wurde dieses frühe Muster im Juni diesen Jahres hergestellt. Die UL-Zertifizierungsnummer E199442 zeigt, dass dieses Netzteil, wie könnte es anders sein, bei HEC hergestellt wurde.



    Der verbaute Lüfter stammt diesmal von Silentmatic, auch wenn er hier das Thermaltake-Logo trägt. In der finalen Version ist das selbstverständlich nicht mehr so. Wie üblich setzt Cougar dann auf Young-Lin-Lüfter. Warum hier ein anderes Modell gewählt wurde, ist uns unklar. Daher verzichten wir auch auf objektive Lautstärketests und geben lediglich eine vorläufige und subjektive Beurteilung der Lautstärke an. Die Produktnummer des Lüfters lautet in diesem Fall TT-1225A. Update: Hier nun die finale Version des Lüfters, die den Modellen aus den Vorgängern entspricht.

    [break=Anschlüsse und Aussehen]




    Nach wie vor ist das Netzteilgehäuse lediglich 14 cm tief, was selbst für ein Netzteil ohne modulares Steckersystem in dieser Leistungsklasse ungewöhnlich ist. Das Aussehen hat sich gegenüber der älteren Serie stark verändert. Beispielsweise kommen nun einige Belüftungslöcher statt des klassischen Lüftergitters zum Einsatz. Die Übergänge an den Ecken dieser Löcher wurden gut verarbeitet. Die breiteren Freiräume dürften zudem weniger Nebengeräusche erzeugen. An einer Seite wurde ein Cougar-Schriftzug eingestanzt. Der Lack ist etwas robuster als beim Vorgänger. Darüber hinaus scheinen die Gehäusewände geringfügig dicker zu sein. Leider ist der Sleeve nach wie vor eine recht günstige Variante.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 55 cm) 1x 8-pin, 1x 4+4-pin (ca. 55, 80 cm) 1x 6/8-pin (ca. 55 cm) 2x SATA, 2x HDD (ca. 50, 65, 80, 95 cm)
    - - 2x 6-pin (ca. 55, 70 cm) 2x SATA, 1x HDD (ca. 50, 65, 80 cm)
    - - - 2x SATA, 1x HDD, 1x FDD (ca. 50, 65, 80 cm)
    - - - -
    - - - -


    Das A660 bietet gleich zwei CPU-Stecker an einem Strang, einer der beiden liegt sogar bei einer Länge von 80 cm. Zudem teilen sich zwei 6-pin-Stecker einen gemeinsamen Leitungsquerschnitt. Für ein 660-W-Netzteil wäre noch ein vierter PCIe-Stecker mit 6/8 Pins wünschenswert gewesen. Die sechs SATA-Anschlüsse teilen sich gleichmäßig auf. Man hätte sie sicherlich auch auf unterschiedliche Längen verteilen können, da logischerweise nie mehr als ein Laufwerk pro Einschub verbaut wird und die verbleibenden Stecker vielleicht an einer anderen Stelle benötigt werden. Mit vier HDD-Anschlüssen ist das Cougar-Netzteil unterdurchschnittlich ausgestattet. Sechs Stück wären bereits bei 550-650 W Standard. Ein FDD-Stecker wurde fest installiert.

    [break=Elektronik und Layout]


    Die Form der Kühlkörper erinnert zunächst stark an die G-Serie, da diese dort ebenfalls das Cougar-Logo tragen und etwas anders geformt sind als die gestanzte Variante (auf dem Bild in schwarzer Farbe). Im Vergleich zum Cougar A450 fällt vor allem die zusätzliche Platine hinter dem Eingangsbereich und die deutlich größere PFC-Drossel auf. Selbstverständlich sind die meisten der passiven Bauteile größer, da dieses Netzteil mehr leisten muss. In den Details machen sich einige Unterschiede bemerkbar, die wir gleich noch näher erläutern werden. Sämtliche PCBs bestehen aus mit Epoxidharz beschichtetem Hartpapier, wie es bei günstigen PC-Netzteilen üblich ist. Zahlreiche Schutzfolien sind an den notwendigen Stellen zu finden. Der Primär- und der Sekundärschaltkreis sind mit einem Abstand von mindestens 7 mm zwischen den Trafo-Anschlüssen getrennt. Das übertrifft die Mindestanforderungen laut VDE.



    Insgesamt wirken vier Y-Kondensatoren, zwei X-Kondensatoren, zwei Gleichtaktdrosseln und eine Längsdrossel Störungen aus dem Netz und in das Netz entgegen. Ein MOV und ein Thermistor sind ebenfalls vorzufinden. Der Phasen- und der Neutralleiter wurden durch einen Ferritkern geführt. Da der Sicherheitsabstand zum Sekundärschaltkreis großzügig ausfällt, kommt an der Platine hinter der Netzeingangsbuchse keine Isolierung zum Einsatz. Die Längsdrossel mit Eisenpulverkern wurde mit einem Schrumpfschlauch ausgestattet. Wir können nur vermuten, dass diese den Störgeräuschen entgegenwirken soll, die bei Magnetostriktion oder hohen Belastungen nahe der Sättigung von solchen Drosseln ausgehen. In den dahinterliegenden Schaltkreisen kämen auch noch die Regler als Störursache hinzu, wenn diese zum Schwingen neigen. Auch dadurch kommt es im Kernmaterial und an den Wicklungen zu mechanischen Schwingungen im hörbaren Bereich.



    Eingangsseitig ist der Leistungsfaktor-Vorregler mit einer Gleichrichterbrücke (GBJ1506) und einem Entstörkondensator beschaltet. Ein IC mit der Bezeichnung FAN4800IN regelt die Schaltzeit der MOSFETs. Letztere sind am Anschluss der Abflusselektrode durchgehend mit Ferritperlen besetzt worden, was ebenfalls zur Entstörung beiträgt. Genauer gesagt wirken sie parasitären Kapazitäten mit einem hohen Blindwiderstand entgegen. Cougar beugt also bereits an möglichen Störquellen vor. Beim Primärkondensator handelt es sich um einen Nippon-Chemicon SMQ mit 390 Mikrofarad.



    Sekundärseitig kommt an +12 V eine Schaltung aus vier Shottky-Dioden (30C60CT) zum Einsatz. Damit können sowohl die positiven als auch die negativen Halbwellen gleichgerichtet werden. Eine Alternative wäre die Mittelanzapfung am Haupttrafo gewesen. Das bietet sich bei Doppeldioden auch an. Der Trafo verfügt über zwei 2,5-V-Wicklungen. 5 V wird hier aufsummiert. Zwei Gleichrichterdioden in Reihe folgen. Wie üblich ist +3,3 V eigens über einen Magnetverstärker regelbar. +12 V und +5 V werden dagegen beide über den PWM-IC angehoben oder gesenkt, was sich bei unseren Crossload-Tests negativ bemerkbar machen dürfte.

    Der Kühlkörper im Sekundärschaltkreis wurde mit der großen Massefläche auf der Rückseite verbunden. Dementsprechend wird die Störabstrahlung gering ausfallen. Allerdings sitzen die Wärmeleitfolien an den Gleichrichterdioden (ausgelegt für das TO-247-Halbleitergehäuse) teils etwas schief. So kann im schlimmsten Fall eine Spannung an der Massefläche anliegen, die Störströme vor sich hertreibt. Immerhin sorgen SMD-Widerstände zwischen Masse und den jeweiligen Betriebsspannungen für etwas Entstörung. Eine Schraube zur Befestigung des PCBs ist dort ebenfalls zu finden. Die Massefläche hat daher Erdpotential, um Störströme abzuleiten.

    [break=Messungen]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC
    ---------------- ------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    5 % leises Lüfterrauschen +1,21 % (17 mV) +1,00 % (5 mV) +0,67 % (18 mV) 71,94 % / 0.790
    10 % leises Lüfterrauschen +0,76 % (18 mV) +0,70 % (7 mV) +0,63 % (21 mV) 80,52 % / 0.810
    20 % leises Lüfterrauschen +0,45 % (20 mV) +0,25 % (9 mV) +0,40 % (24 mV) 85,62 % / 0.928
    50 % Lüfterrauschen/ leichtes Zirpen -1,21 % (32 mV) -1,06 % (22 mV) -0,25 % (30 mV) 87,39 % / 0.962
    80 % Lüfterrauschen/ leichtes Zirpen -1,42 % (43 mV) -2,40 % (31 mV) -1,13 % (42 mV) 86,74 % / 0.973
    100 % Lüfterrauschen/ Zirpen -1,52 % (40 mV) -3,30 % (32 mV) -0,92 % (44 mV) 85,82 % / 0.978
    110 % Lüfterrauschen/ Zirpen -2.21 % (42 mV) -3,20 % (33 mV) +0,75 % (45 mV) 82,41% / 0.966
    Crossload 1 - -0,61 % +2,00 % -3,42 % -
    Crossload 2 - -0,30 % -5,40 % +4,17 % -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim angegebenen Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim angegebenen Maximalwert und 12 V bei 1 A.


    Wie unser Test zeigt, kann das Cougar A660 mehr als 660 W leisten, zumindest kurzzeitig während der Testphase. Vor allem am +5-V-Ausgang fällt unter hoher Last und während des Crossload-Tests 2 eine hohe Spannung ab. +12 V befindet sich in letzterem Szenario noch innerhalb der Spezifikation. Gleiches gilt für die Restwelligkeit und Rauschspannung, die bei allen Ausgängen zufriedenstellende Werte erreicht. Bereits bei 10 % Last liegt der Wirkungsgrad deutlich über 80 %. In der Spitze werden bis zu 87,39 % erreicht. Wie erwähnt beschränken wir uns bei der Lautstärke auf eine subjektive Einschätzung, da das Lüftermodell noch nicht final ist. In der Theorie gibt es dann einige Abweichungen, in der Praxis lassen sich zumindest das Regelverhalten des Netzteils und die Nebengeräusche der Elektronik beurteilen.

    [break=Fazit]


    Das Cougar A660 mit 660 W ist ein preiswertes PC-Netzteil, das die versprochenen Eigenschaften erfüllt und durchschnittliche Werte im Lasttest aufzeigt. Die Crossload-Tests verlaufen vergleichsweise unproblematisch und der Wirkungsgrad entspricht zumindest bei 230 V dem 80Plus-Bronze-Zertifikat. Die Lautstärke ist noch nicht abschließend zu beurteilen.


    Beim Aufschrauben des Netzteils fällt auf, dass lediglich der Primärkondensator aus Japan stammt. Das ist gemäß der Herstellerangabe zumindest missverständlich. Zahlreiche Schutzmechanismen und Komponenten zur Entstörung wurden installiert, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Das günstige Platinenmaterial ist dem Preis geschuldet. Es wird sehr viel Wert auf Isolierungen und angemessene Sicherheitsabstände gelegt. Unsere frühe Version war innen noch etwas dreckig und ein paar der Schrumpfschläuche sitzen nicht richtig. Das mag sich jedoch mit der nun verfügbaren Version geändert haben. Die Kühlkörper und die meisten Bauteile sind logischerweise etwas größer als bei dem von uns zuvor getesteten 450-W-Modell der A-Serie.

    Das A660 hat keinerlei Probleme mit Überlast. 45 mV ist der Höchstwert an Restwelligkeit und Rauschspannungen, den wir an einem der Ausgänge messen konnten. Maximal 25 mV ist das Grundrauschen in der Ausgangsspannung groß, die restlichen 20 mV setzen sich aus kleineren Spannungsspitzen zusammen, die allerdings nicht länger als ein paar Mikrosekunden andauern. Mit über 87 % Wirkungsgrad ist das A660 so effizient wie erwartet. Bereits ab 10 % Last werden zufriedenstellende Werte erreicht. Die Spannungen werden gut reguliert, allerdings fällt besonders auf +5 V eine hohe Spannung ab, wenn man 100-110 % Last und den 2. Crossloadtest betrachtet. Der Leistungsfaktor entspricht dem, was wir von einem Netzteil mit aktiver Leistungsfaktorkorrektur erwarten. Der Proband ist in dieser Hinsicht nicht besser oder schlechter als die anderen Angebote.

    Im Lieferumfang sind wie üblich die notwendigen Utensilien zur Installation des Netzteils und ein dünnes Benutzerhandbuch enthalten. Vier HDD-Anschlüsse sind etwas mager, während die SATA-Stecker schlecht auf die Leitungsstränge verteilt wurden. Bemerkenswert ist der sehr lange Strang mit zwei 8-pin-Steckern für die CPU-Versorgung. Der 24-pin-Strang ist 55 cm lang und liegt damit im guten Durchschnitt. Das trifft auch auf alle anderen Anschlussleitungen zu. Vier PCIe-Stecker wären allerdings sinnvoll gewesen, da diese Eigenschaften mittlerweile Standard bei Netzteilen mit 550-600 W ist. Daher sollte ein 660-W-Gerät erst recht damit ausgestattet sein. Insgesamt zeigen sich also einige kleinere Mängel, aber auch einige Vorzüge, die das A660 bei der Ausstattung mit sich bringt. Der Sleeve könnte allerdings verbessert werden, fiel aber wohl dem Kostendruck zum Opfer. Das allerdings ist auch eine Geschmacksfrage

    Wie wir bereits festgestellt haben, unterscheidet sich das Netzteil bei der Elektronik und den Messungen kaum von anderen in dieser Preisklasse. Durchschnittliche Werte werden erreicht. Daher kommt es letzten Endes auf den Preis und die Steckerkonfiguration an. Mit aktuell 71 EUR kann das Cougar A660 als preiswert bezeichnet werden. Leider ist die Konkurrenz in diesem Bereich stark - und vor allem auch günstig. Das Antec HCG mit 620 W ist ein vergleichbares Angebot mit drei PCIe-Steckern, das deutlich günstiger verkauft wird. Das OCZ ZS 650 W bietet deutlich mehr SATA-, aber noch weniger PCIe-Anschlüsse. Ähnlich günstig ist das Rasurbo RAPM 650 W, welches vier PCIe-Stecker bereitstellt und keinesfalls schlechter ist. Es lassen sich noch weitere Beispiele finden, wenn man in den Preisvergleich schaut. Momentan ist es daher schwierig, das A660 zu empfehlen. Was wir mit Sicherheit empfehlen können, ist, Preissenkungen abzuwarten.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:45 Uhr)

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