Das Enermax Platimax mit 750 W ist ein äußerst effizientes und teures Netzteil. Es lassen sich keine wesentlichen Nachteile durch die angepasste Technik feststellen. Die Steckerkonfiguration ist zufriedenstellend. Sowohl die Komponentenwahl als auch das Netzteilgehäuse sind hochwertig. Für Enthusiasten, denen auch ein kleiner Vorsprung genügt, ist das Netzteil geeignet.
Im Inneren verwendet Enermax das modifizierte Modu87+-Design mit besseren Halbleitern. Das PCB-Material und die Elkos sind gewohnt hochwertig. Der Resonanzwandler wird ausgangsseitig mit einer Zweiweggleichrichtung aus MOSFETs ergänzt, was die Schaltverluste minimiert bzw. den Spannungsabfall an Shottky-Dioden ausgleicht. Markant sind kleinere Veränderungen wie der Tiefsetzsteller für -12 V und die etwas zusammengesparte EMI-Filterung. Bereits zu Anfang haben wir festgestellt, dass +3,3 V und +5 V nicht sehr leistungsstark sind. Das ist aber nicht unbedingt von Nachteil. Wie immer kommt es auf das System an. Ein moderner PC bezieht den Großteil des Stromes über den +12-V-Ausgang. Wichtiger ist daher nicht die Quantität, sondern die Qualität der kleineren Ausgänge. Über +3,3 V werden empfindliche Logikgatter auf dem Mainboard versorgt. Daher ist auch der Spannungsabfall unter Last vernachlässigbar bzw. hat einfach mit der Dimensionierung zu tun. Entscheidender ist die geringe Restwelligkeit und Rauschspannung.
Während des Lasttests fällt +3,3 V auf maximal -3.63 % ab, +5 V insgesamt um bis zu 3,8 Prozentpunkte (auf -2,60 %). Bereits bei 10 % Last erreicht das Platimax 86,93 % Wirkungsgrad, ein beachtlicher Wert. Der Leistungsfaktor ist ebenfalls sehr hoch. Niedrig ist dagegen die Restwelligkeit auf sämtlichen Ausgangsspannungen. +3,3 V schließt mit 0,9 % Restwelligkeit noch am schlechtesten ab. Enermax lässt sich kaum durch die Crossload-Tests beeindrucken. Die Spannungen befinden sich stets nahe ihres Idealwertes. Wenn man +5 V und +3,3 V nicht zu stark mit seinem PC auslastet, könnte man sogar von makellosen Ergebnissen sprechen. In jedem Fall ist die Geräuschentwicklung makellos. Enermax hat mit den geringen Drehzahlen nicht zu viel versprochen. Abgesehen vom hörbaren Lüfter unter Volllast fallen weder der Lüfter, noch die Elektronik, negativ auf.
Was die Ausstattung betrifft, orientiert sich Enermax an dem, was auch andere Hersteller bieten. Vier 6/8-pin-PCIe-Stecker und 16 Peripherieanschlüsse sind in dieser Leistungsklasse guter Durchschnitt. Außerdem bietet das Platimax einen 4+4-pin- als auch einen 8-pin-Stecker für die CPU-Versorgung. Darüber hinaus ist der bunte Sleeve als hochwertig zu bezeichnen. Der Lieferumfang fällt zufriedenstellend aus. Neben den zur Installation notwendigen Utensilien sind ein Benutzerhandbuch, der "CordGuard"-Bügel und ein Enermax-Aufkleber enthalten. Bei den größeren Modellen erhält man sogar einen Gehäuselüfter. Ein derartiges Spektrum an Extras dürfte sonst noch kein Hersteller geboten haben.
Die größte Konkurrenz für das
173 EUR teure Netzteil dürfte das
Modu87+ mit 700 W sein. Dieses unterscheidet sich nach unseren Recherchen nicht grundlegend vom neuen Spitzenmodell und kann für knapp 30 EUR weniger erworben werden. Allerdings können bei Netzteilen schon kleine Details den Unterschied machen. Preiswert ist das Platimax 750 W auf jeden Fall, günstig leider nicht. Allerdings ist zu beachten, dass die einzige direkte Alternative von
SuperFlower stammt. Dieser Gegenentwurf ist ebenfalls günstiger als das Enermax Platimax. Allerdings fehlen dort nach unseren Informationen OCP, ein MOV und vergleichbare Garantieleistungen. Noch dazu bietet das Golden King Platinum (möglicherweise der ungeeignetste Name aller Zeiten) weniger Anschlüsse. Daher würden wir Enthusiasten raten, das Platimax mit 750 W zu kaufen. Alle anderen, denen 1-2 Prozentpunkte an Wirkungsgrad weniger nicht wichtig erscheinen, dürften auch mit einem günstigeren Enermax-Produkt zufrieden sein.
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