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    AMD FX - Die Zweite...

    Titelbild zum AMD FX - Codename Bulldozer


    Am 12. Oktober dieses Jahres stellte AMD die langersehnte Neuerung im Prozessor-Segment vor: Die FX-Prozessoren, basierend auf der Bulldozer-Architektur. An den neuen CPUs scheiden sich die Geister. Die Einen finden ihn einen großartigen Schritt nach vorn, da sein Konzept neu und in die Zukunft gerichtet ist und sich bei Verwendung der richten Software jede Konkurrenz fürchten muss. Die Anderen hingegen empfinden ihn als langsam, an der aktuellen Situation vorbeientwickelt und einen Schritt zurück. Auch im Fazit unseres Launch-Reviews fiel es uns nicht leicht, ein paar abschließende Sätze zum ersten Auftritt der neuen Technik-Generation zu finden.

    So erging es auch den meisten anderen Redaktionen, die zum Start der ersten komplett neuen CPU-Architektur seit dem K7 einen entsprechenden Artikel online brachten. In den jeweiligen Kommentaren traten fast überall Befürworter genauso wie Gegner des Stück Siliziums auf, wobei die Gegner gefühlsmäßig in der Überzahl waren bzw. sind. Interessant daran: Die Kommentare vieler Review-Seiten brachten eine Unmenge an neuen potentiellen Chip-Designern für AMD hervor. Denn mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit konnte man lesen, dass der geneigte User es doch von vornherein gewusst hätte, AMD schon immer auf das falsche Pferd gesetzt hätte, ein Shrink des Thuban auf 32 Nanometer doch viel besser gewesen wäre und vor allem alle Entscheidungen von AMD beim FX-Design falsch gewesen wären.

    Nun ja, viele Aspekte am neuen AMD FX passen in der Tat nicht so recht ins Bild. Allen voran die für einen Prozessor in 32 nm-Fertigung zu hohe Leistungsaufnahme spielt hier eine große Rolle, aber auch der Ansatz des Cluster-Based-Multi-Threading, kurz CMT, hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Wohl und Weh dieser Prozessorgeneration.

    Nach dem Launch am 12. Oktober haben wir uns verschiedene Reviews angesehen, viele Kommentare gelesen und natürlich weitere Tests durchgeführt, deren Ergebnisse wir in das heutige Review einfließen ließen.

    Viel Vergnügen beim Lesen!
    [break=Neue Hardware]
    Einer der am Häufigsten genannten Kritikpunkte am Bulldozer-Launch war die exklusive Verwendung des ASUS-Crosshair-V-Formula-Mainboards aus AMDs FX-Pressekit, welches auch wir für unseren Testparcours verwendeten. Zwar war auch ein Performance-Vergleich des FX-8150 auf einer AM3-Platine von Gigabyte geplant, bis dato fehlt uns jedoch ein FX-kompatibles BIOS für das Mainboard, sodass wir - wie fast alle Redaktionen - zum Crosshair V griffen. Schnell hieß es aber in den Kommentaren, dass dieses Mainboard den Bulldozer in vielen Anwendungen einbremsen würde und das von fast allen verwendete Board so zum schlechten Einstand beigetragen hätte. Besonders die Leistungsaufnahme lastete so mancher Leser dem Board an.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Gigabyte war so freundlich, uns mit dem 990FX-Flaggschiff auszustatten. Wenige Tage nach dem Launch überbrachte uns der Postbote ein Gigabyte GA-990FXA-UD7, welches wir durch den absolut identischen Testparcours schickten.

    Gigabyte GA-990FXA-UD7


    Um es vorweg zu nehmen: In der Tat gab es Anwendungsbeispiele, wo mit dem Gigabyte etwas bessere Ergebnisse zu Buche gestanden hätten - allerdings gab es diese Unterschiede auch in der anderen Richtung. Insgesamt zeichnet sich mit der neuen Platine zwar ein etwas anderes Bild, für eine Änderung der Rangordnung genügt dies aber nicht. Mehr dazu auf den kommenden Seiten.

    Bereits in unserem Launch-Review haben wir zwei Speicherriegel aus dem Hause G.Skill verwendet. Mehr unfreiwillig als geplant setzten wir diese Riegel ein, die uns wenige Tage zuvor erreicht hatten. Während der Tests hatten wir jedoch keine Zeit, um uns mit weiteren Aspekten der Speicherbestückung bei AMDs neuen CPUs zu befassen, was wir heute nachholen wollen.

    G.Skill Ripjaws


    G.Skill Ripjaws


    G.Skill Ripjaws


    Zwar lässt sich mit der richtigen Speicherbestückung noch ein wenig Performance herausholen, Wunder darf man jedoch nicht erwarten. Nichts desto trotz haben wir uns verschiedene Konfigurationen in puncto Speichertakt und Speichertimings sowie deren Performance angeschaut.
    [break=Die Testsysteme im Überblick]
    Sockel AM3+
    • Prozessor: AMD FX-8150
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboards:
      • ASUS Crosshair V Formula (BIOS 9905)
      • Gigabyte GA-990FXA-UD7 (BIOS F6)
    • Arbeitsspeicher: 2x 4 GByte G.Skill RipjawsX DR3-1866 (9-10-9-28 2T)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel AM3
    • Prozessoren:
      • AMD Phenom II X6 1100T
      • AMD Phenom II X4 965 BE
      • AMD Phenom II X3 720 BE
      • AMD Phenom II X2 565 BE
      • AMD Phenom II X4 840
      • AMD Athlon II X3 645
      • AMD Athlon II X2 265
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Gigabyte GA-890FXA-UD5
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1333 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel 1366
    • Prozessoren:
      • Intel Core i7 975 Extreme Edition
      • Intel Core i7 990 Extreme Edition
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Intel DX58SO2
    • Arbeitsspeicher: 3x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1066 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Sockel 1155
    • Prozessor: Intel Core i7 2600K
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: Intel DP67BG
    • Arbeitsspeicher: 4x 4 GByte Corsair Vengeance DDR3-1333 (9-9-9-24 2T, 1,50 Volt)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table
    • Energiemessgerät: Voltcraft Energy Monitor 3000


    Bei der Speicherbestückung versuchen wir, alle Systeme mit der gleichen Speichermenge zu betreiben, gleichzeitig aber keine Engstellen in Form zu geringer Kapazität entstehen zu lassen. Daher wurden 4-Gigabyte-DIMMs verwendet, was auf dem Sockel AM3 und dem Sockel 1155 in 4x 4 Gigabyte resultierte. Dem Sockel 1366 musste aufgrund des Triple-Channel-Speicherinterfaces ein Riegel gestrichen werden, die Speichermenge von 12 GByte sollte das Bild jedoch nicht verzerren. Bei der Taktung der Speicherriegel halten wir uns an die Vorgaben der CPU-Hersteller zu den jeweiligen Speichercontrollern, wobei wir jeweils die schnellste spezifizierte Geschwindigkeit einstellen, auch wenn diese ggf. bei Vollbestückung verringert werden müsste.

    Leider funktionierte diese Herangehensweise beim Sockel AM3+ nicht. DDR3-1866 wird für die FX-CPUs spezifiziert, jedoch nur bei Verwendung von einem Riegel pro Speicherkanal. Und bei Vollbestückung erkannte das System nur drei der vier verbauten Riegel. Daher entschlossen wir uns kurzerhand für die Verwendung alternativen RAMs von G.Skill und halbierten die Speichermenge gegenüber der AM3-Konfiguration

    Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

    verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
    Windows 7 Ultimate
    64 Bit, Service Pack 1
    DirectX
    11
    Grafikkartentreiber
    Catalyst 11.5 / 11.10
    Prime95
    26.6, 64 Bit
    AIDA64
    1.70.1400
    AIDA64
    1.85.1649 Beta
    (für Bulldozer)
    WinRAR
    4.00, 64 Bit
    XMPEG
    5.03, Build 5.0.8.84
    XviD
    1.2.-127
    Avidemux
    2.5.4
    POV-Ray
    3.7, RC3 (64 Bit)
    Cinebench
    R11, 64 Bit
    Crysis
    Demo
    Crysis Benchmark Tool
    1.0.0.5
    UT3
    Demo
    UT3-Bench
    0.2.0.35
    Far Cry 2
    V 1.00
    Far Cry 2 Benchmark-Tool
    1.0.0.1
    Alien vs. Predator Benchmark-Tool
    1.0.0.0
    3DMark 11
    Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
    PCMark 7
    Advanced, Build 1.0.4
    LinX
    v0.6.4.0
    Windows Media Player
    12.0.7601.17514
    BOINC Manager
    6.10.60, 64 Bit


    Um die Performance zwischen ASUS Crosshair V Formula und Gigabyte GA-990FXA-UD7 miteinander zu vergleichen, haben wir auf die exakt gleiche Software-Umgebung wie bei unserem Launch-Review zurückgegriffen - inklusive des bereits angestaubt wirkenden Catalyst 11.5. Als wir mit diesen Testreihen fertig waren, haben wir jedoch einen aktuellen Catalyst-Treiber, in unserem Falle Catalyst 11.10, installiert.
    [break=AIDA64]
    AIDA64 ist der Nachfolger vom Tool "Everest", welches viele kennen werden. Auch wir haben für unsere Artikel auf die Benchmark-Suite zurückgegriffen, weshalb wir keine Sekunde gezögert haben, mit dem Thronfolger AIDA64 weiter zu arbeiten. Für unsere Mainboard-Tests nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und Kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommen die Programmversionen 1.70.1400 (AM3, Intel) bzw. 1.85.1649 (AM3+) zum Einsatz.

    An dieser Stelle möchten wir uns noch beim Programmierer von AIDA64 bedanken. Für die verschiedenen Testsysteme in der Redaktion, die für allerlei Hardware-Artikel herhalten müssen, hat man uns eine umfangreiche Extreme-Engineer-Lizenz zur Verfügung gestellt, mit der wir vollumfänglichen Zugriff auf die integrierten Benchmark-Suiten und Diagnose-Funktionen haben. So geht keine Information verloren. Danke dafür!

    AIDA64


    Speicherdurchsatz: Lesen


    Beide Mainboards platzieren sich Seite an Seite, mit leichtem Vorteil für das 990FXA-UD7 von Gigabyte.

    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Erneut direkte Nachbarschaft beider Hauptplatinen, dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge.

    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Einen Hauch mehr Leistung bietet das UD7 in diesem Test.

    Speicherlatenz


    Auch hier ist die Gigabyte-Hauptplatine einen Tick flotter unterwegs.

    CPU Queen


    Nuancen trennen UD7 und Crosshair V auch in diesem Test.

    CPU PhotoWorxx


    Im PhotoWorxx-Teil-Test haben wir erstmal ein etwas differenzierteres Bild. Während das ASUS-Mainboard bei aktiviertem Turbo-Modus langsamer agiert, kann die Gigabyte-Platine etwas zulegen und sich somit vor das Crosshair V setzen.

    Bei diesem Test vermuteten wir beim Launch ein Eingreifen des Power-Monitors, was zu einer Absenkung der Taktrate führte und in der trotz Turbo-Modus geringeren Performance resultierte. Diese Frage konnte bisher noch nicht geklärt werden, weder in Zusammenarbeit mit ASUS noch mit AMD selbst. Fakt ist jedoch, dass das Gigabyte GA-990FXA-UD7 dieses Problem hier nicht hat und sich deshalb in Szene setzen kann. Für eine neue Rangordnung im Vergleich zur CPU-Konkurrenz reicht es für Bulldozer aber dennoch nicht.

    CPU Zlib


    Einmal mehr gibt es einen hauchdünnen Vorteil für das Flaggschiff von Gigabyte.

    [break=AIDA64 Fortsetzung, WinRAR]
    CPU AES


    Bei der AES-Verschlüsselung agiert das Crosshair V rund vier Prozentpunkte schneller als das UD7. Dennoch bleibt der Bulldozer trotz neuem Board noch vor der versammelten Intel-Konkurrenz.

    CPU Hash


    Hier ist wieder das Gigabyte-Board in Front, wenn auch nur äußerst knapp.

    FPU VP8


    Im VP8-Teil-Test können beide Hauptplatinen mit aktiviertem Turbo-Modus zulegen. Das Gigabyte-Board hingegen legt deutlicher zu, weshalb es sich insgesamt vor das ASUS setzt. Für eine neue Rangordnung der Prozessoren genügt es aber auch hier nicht.

    FPU Julia


    Ein nahezu identisches Bild sehen wir beim Julia-Teil-Test.

    FPU Mandel


    Und noch einmal: Auch im Mandel-Test zeigt sich das bereits geschilderte Bild.

    FPU SinJulia


    Der abschließende FPU-Test "SinJulia" bestätigt ein weiteres Mal unsere Beobachtungen. Damit lässt sich abschließend zur AIDA64-Test-Suite sagen, dass alle FPU-Tests ohne Turbo-Modus zugunsten des ASUS Crosshair V Formula ausfallen. Wird der Turbo aktiviert, setzt sich jeweils das Gigabyte GA-990FXA-UD7 in Szene.



    Bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

    WinRAR"


    WinRAR


    Das Flaggschiff 990FXA-UD7 von Gigabyte kann gegenüber dem Crosshair V von ASUS noch einen Tick zulegen. Ohne Turbo-Modus steht ein Unterschied von rund dreieinhalb Prozent zu Buche, mit aktiviertem Turbo sind beide Platinen de facto gleich schnell.
    [break=XMPEG, Avidemux, H.264]
    Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können - schwer, dabei einen Querschnitt abzubilden.

    Wir haben mit der Wahl von XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec sowie Avidemux in Verbindung mit dem H.264-Codec versucht, diesen Querschnitt abzubilden. Während XMPEG mit dem aktuellen XviD-Codec kaum mehr als einen Prozessorkern beansprucht, nutzt Avidemux dank H.264-Codec jede zur Verfügung stehende Ressource. In beiden Fällen wandeln wir je ein Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

    XMPEG


    XMPEG + XviD


    Direkte Nachbarschaft auch beim XMPEG-Test. Zwar fallen die Unterschiede sehr gering aus, das UD7 ist jedoch einen Hauch flotter.



    Avidemux


    Avidemux + H.264


    Während das Crosshair V minimal bei aktiviertem Turbo einbüßt, legt das UD7 minimal zu. Eine Änderung der Prozessor-Rangordnung gibt es aber erneut nicht.



    Da das Encodieren eines Videos einen Aspekt darstellt, das Abspielen eines Videos hingegen einen völlig anderen, spielen wir ein vorgefertigtes, mit H.264-Codec erstelltes Video im Windows Media Player ab und messen mittels der Windows Leistungsanzeige die auftretende Prozessorlast.

    Perfmon


    CPU-Last Wiedergabe H.264-Video


    Ohne Turbo-Modus agieren beide Platinen gleich. Aktiviert man hingegen den Turbo-Modus, so hat das UD7 zu kämpfen. Es reiht sich dann ziemlich weit hinten ein und kann lediglich zwei Athlon-II-Derivate hinter sich lassen.
    [break=POV-Ray, Cinebench]
    Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Für diesen Bereich nutzen wir 2 Programme, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

    Auf der einen Seite kommt POV-Ray zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Raytracer-Programm, welches im Benchmark-Modus eine vorgefertigte 3D-Szene berechnet. Gemessen wird die dafür benötigte Zeit.

    POV-Ray


    POV-Ray


    Einmal mehr gibt es nahezu identische Ergebnisse beider Mainboards. Und einmal mehr ändert sich nichts an der Rangordnung der Prozessoren.



    Auf der anderen Seite nutzen wir das bekannte Renderprogramm Cinebench in den Versionen R10 und R11. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt jeweils in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen.

    Cinebench


    Cinebench 10 1 CPU


    Die Erkenntnisse aus den FPU-Tests von AIDA64 wiederholen sich in der Single-CPU-Berechnung von Cinebench R10. Auch hier liegt das ASUS-Board vor der Gigabyte-Platine, solange der Turbo-Modus deaktiviert ist. Bei aktiviertem Turbo-Modus setzt sich das Gigabyte-Brett dann leicht von seinem Widersacher ab.

    Cinebench 10 x CPU


    Auch in der Berechnung auf allen zur Verfügung stehenden Ressourcen bietet sich ein identisches Bild.

    Cinebench 10 Speedup


    Da das UD7 von Gigabyte mit aktiviertem Turbo-Modus stärker zulegt als das Crosshair V, muss der Speedup-Faktor natürlich geringer ausfallen, wenn der Turbo gezündet wird. Ohne Turbo weist das GA-990FXA-UD7 sogar einen neuen Bestwert in dieser Disziplin auf.



    Cinebench 11


    Auch im neuesten Ableger der Maxon-Software zeigt sich das gleiche Bild.
    [break=Crysis, UT3]
    Crysis ist ein DirectX-10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

    Crysis


    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Während das Crosshair V in der niedrigsten von uns genutzten Auflösung noch die Nase vorn hat, wenn der Turbo-Modus aktiv ist, so hat es in allen anderen Auflösungen das Nachsehen - egal ob Turbo oder nicht. Aber auch hier ändert sich nichts für die Rangordnung der Prozessoren untereinander.



    Unreal Tournament bzw. dessen Game-Engine ist ein Beispiel für gute Systemausnutzung. Hier spielt die Grafikleistung eine weniger gewichtige Rolle - statt dessen skaliert das Spiel mit der Anzahl der Prozessorkerne und ist somit ideal für einen CPU-Leistungsvergleich.

    UT3


    Findige Programmierer haben ein kleines, kostenloses Tool namens "UT3-Bench" geschrieben, welches wir für unsere Benchmarks nutzen. Auch hier nutzen wir die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 und lassen den Benchmark mit der Map vCTF-Suspense_fly jeweils 60 Sekunden laufen. Vor den Durchläufen wird jedoch noch der von Haus aus eingebaute Frame-Limiter deaktiviert.

    UT3 1280x1024


    In der niedrigsten von uns genutzen Auflösung kann sich das UD7 einmal mehr knapp vor das Crosshair V setzen.

    UT3 1600x1200


    In 1600x1200 ändert sich das Bild ziemlich deutlich. Das UD7 zündet den Turbo und kann sich mit knapp 10 Prozent Vorsprung vor das Crosshair V setzen. Ohne Turbo hingegen muss es sich knapp hinter die ASUS-Platine setzen.

    Der Unterschied im Turbo-Modus wirkt enorm groß, weshalb wir anfangs einen Messfehler vermuteten. Doch weitere Messungen brachten stets Ergebnisse in diesem Rahmen hervor. Dadurch kann sich Bulldozer in dieser Auflösung um zwei Plätze gegenüber der hauseigenen Konkurrenz verbessern.

    UT3 1920x1200


    Auch in der höchsten von uns genutzten Auflösung wiederholt sich dieses Bild, wenngleich der Unterschied von ASUS und Gigabyte mit aktiviertem Turbo deutlich niedriger ausfällt. Aber auch hier kann sich Bulldozer mit neuem Board um einen Platz verbessern.
    [break=Far Cry 2, Alien vs. Predator]
    Far Cry 2 hat ähnlich wie Unreal Tournament 3 den Ruf, eine gute Ressourcenauslastung zu besitzen. Das Spiel profitiert von Mehrkernprozessoren, bietet eine detailreiche Grafik sowie einen integrierten Benchmark und ist somit ideal für einen CPU-Leistungsvergleich. Erneut kommen die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200 zum Einsatz.

    Far Cry 2


    Far Cry 2 1280x1024


    Far Cry 2 1600x1200


    Far Cry 2 1920x1200


    Far Cry 2 ist in niedriger Auflösung keine Paradedisziplin für die Gigabyte-Platine. In 1280x1024 muss sie sich dem Crosshair V verhältnismäßig deutlich geschlagen geben. In 1600x1200 sind beide Mainboards wieder dicht besammen, mit leichtem Vorteil für das Crosshair V. In der höchsten von uns genutzten Auflösung hingegen kann sich das UD7 in Szene setzen und zieht davon. Soweit, dass mit aktiviertem Turbo ein neuer Bestwert unter den AMD-Prozessoren zu Buche steht. Die Intel-Konkurrenz ist aber nach wie vor meilenweit entfernt.



    Mit dem Stand-Alone-Benchmark Alien vs. Predator, welcher auf Segas gleichnamigem Ego-Shooter basiert, haben wir den ersten DirectX-11-Test in unserem Portfolio. Die Benchmark-Durchläufe konfigurieren wir mit Hilfe einer grafischen Oberfläche, die von einem Nutzer des Xtremesystems.com-Forums programmiert wurde. Die Bildqualität wird dabei auf "High" gesetzt, die Kantenglättung wird deaktiviert. Nacheinander werden die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200 getestet.

    Alien vs. Predator


    Alien vs. Predator 1280x1024


    Alien vs. Predator 1600x1200


    Alien vs. Predator 1920x1200


    In Alien vs. Predator dreht sich das Bild um. Während das Crosshair V sowohl mit als auch ohne Turbo im oberen Teil des Diagramms wiederfindet, ist das beim Gigabyte nur der Fall, wenn Turbo deaktiviert ist. Mit aktiviertem Turbo verliert das UD7 leicht und muss sich relativ weit hinten einordnen. Allerdings reden wir hier über Unterschiede von weniger als zwei Prozent, was das Bild relativiert.
    [break=3DMark 11, PCMark 7]
    Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause nicht ganz unumstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

    Futuremark bietet mit 3DMark 11 bzw. PCMark 7 zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows 7 laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark 11 lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund der GPU-Limitierung nicht sinnvoll).

    3DMark 11 Performance


    3DMark 11 Performance Gesamt


    Während beide Platinen ohne Turbo-Modus de facto gleich schnell arbeiten, legt das Crosshair V mit Turbo zu - das UD7 lässt um einige Punkte nach.

    3DMark 11 Performance Physik/CPU


    Im Physik-Test zeigen sich einmal mehr Ergebnisse in direkter Nachbarschaft.


    Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Computation- sowie die System Storage Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

    Da während der Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Partition tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 15 GByte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschungen können dadurch nicht auftreten.

    PCMark 7


    PCMark 7 Gesamt


    Das Gesamtergebnis vom PCMark 7 hält ein bekanntes Bild bereit. Ohne Turbo liegt das ASUS-Brett vorn, mit Turbo die Gigabyte-Platine. Dadurch kann sich das 990FXA-UD7 das zweitschnellste Ergebnis unter den AMD-Prozessoren sichern, Intel ist außer Reichweite.

    PCMark 7 Entertainment-Suite


    In der Entertainment-Suite rücken beide Mainboards wieder dicht zusammen.

    PCMark 7 Computation-Suite


    Auch in der Computation-Suite kann sich das UD7 vor das Crosshair V setzen.
    [break=BOINC, LinX]
    Viele Forenmitglieder von Planet 3DNow! betreiben Distributed Computing als Hobby und stellen dabei die nicht benötigte Rechenzeit ihres Computers der Wissenschaft zur Verfügung. Planet 3DNow! rangiert dank der vielen fleißigen Mitglieder unter den Top 10-Teams weltweit - kein Wunder also, dass wir einen Distributed Computing-Benchmark in unser Prozessor-Review eingebaut haben. Es kommt die zum Zeitpunkt des Tests aktuelle BOINC-Version 6.10.60 in 64 Bit zum Einsatz, deren integrierter Benchmark genutzt wird. Der Benchmark errechnet jeweils die Leistungsfähigkeit eines Prozessorkerns.

     BOINC floating point MIPS (Whetstone) - pro Kern


    Erneut sehen wir ein Gigabyte GA-990FXA-UD7, welches ohne Turbo minimal langsamer ist als das Crosshair V, mit Turbo aber minimal flotter ist. Minimal ist hier wörtlich zu nehmen, trennen beide Probanden doch nur ein floating point MIPS - knapper geht es nicht mehr.

     BOINC integer MIPS (Dhrystone) - pro Kern


    Im Dhrystone-Test hat das ASUS sowohl mit als auch ohne Turbo die Nase vorn.


    LinX ist die grafische Oberfläche für den Linpack-Benchmark, der zur Geschwindigkeitsmessung von Intel-Prozessoren entwickelt wurde. Doch Linpack bzw. LinX funktioniert nicht nur mit Intel-Hardware, auch AMDs Prozessoren können damit gestresst werden, weshalb sich LinX zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Prime95 als Stabilitätstest vor allem für übertaktete CPUs entwickelt hat. Wir nutzen die Version 0.6.4 von LinX in der 64-Bit-Variante.

     LinX


    Wie bereits in unserem Launch-Review verdeutlicht, taktet das ASUS Crosshair V Formula auf 3,3 GHz unter Last zurück, wenn der Turbo-Modus aktiviert wird. Ohne Turbo liegt die volle Taktrate von 3,6 GHz auf allen Kernen an. Das Gigabyte GA-990FXA-UD7 hat in diesem Test ein ähnliches Problem. Es taktet unseren Prozessor ebenfalls auf 3,3 GHz herunter, jedoch ist es irrelevant, ob der Turbo-Modus aktiviert ist oder nicht.
    [break=Leistungsaufnahme]
    Wieviel Watt verbraucht der aktuelle PC? Die Antwort auf diese Frage darf natürlich nicht fehlen. Aus diesem Grund messen wir die Leistungsaufnahme in bestimmten Szenarien mittels des Voltcraft Energy Monitor 3000. Dabei messen wir die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems (aber ohne Monitor).

    Leistungsaufnahme LinX 64 Bit


    Obwohl von vielen Usern propagiert, macht das UD7 von Gigabyte in Sachen Leistungsaufnahme nichts besser. Obwohl beide Platinen bei aktiviertem Turbo-Modus die CPU auf 3,3 GHz heruntertakten, benötigt das UD7 satte 14 Watt mehr aus der Steckdose als die Konkurrenz von ASUS.

    Leistungsaufnahme Prime95 64 Bit


    Bei Prime95 findet keine Taktraten-Verringerung statt und so zeigt sich das Bild in vollem Ausmaß: Die Leistungsaufnahme verschlechtert sich um weitere 11 Watt (ohne Turbo-Modus) bzw. 12 Watt (mit Turbo-Modus), sodass nur noch das Schlusslicht im Diagramm bleibt.

    Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet


    Im Idle sieht die Leistungsaufnahme wieder deutlich besser aus. Hier sieht man zudem eines sehr schön: Gigabyte scheint die C-States des Prozessors deutlich besser zu nutzen, was in einer wesentlich geringeren Leistungsaufnahme bei aktiviertem Turbo-Modus resultiert. Denn:

    Leistungsaufnahme mit Cool'n'Quiet


    Aktiviert man auch noch Cool'n'Quiet, so gibt es beim Gigabyte keine Absenkung mehr gegenüber der Leistungsaufnahme ohne Cool'n'Quiet. ASUS kann noch einige Watt einsparen und steht letztendlich wieder vor Gigabyte.

    Als Fazit des Mainboard-Vergleichs können wir festhalten, dass die von einigen Usern kolportierte Schuld von ASUS am negativen Tenor in den Buldozer-Reviews völlig haltlos ist. Zwar kann sich das Gigabyte GA-990FXA-UD7 in vielen Tests leicht vor das ASUS Crosshair V Formula setzen, dies jedoch meist nur, wenn der Turbo-Modus aktiv ist. Ohne Turbo behält das Crosshair V meist die Oberhand. Trotz unterschiedlicher Performance reicht es nur in sehr wenigen Fällen dafür, dass eine Änderung der CPU-Rangordnung eintritt. Und dann geht es auch nur um die Rangfolge im AMD-Lager, Intel ist in den entsprechenden Disziplinen nach wie vor das Maß der Dinge.
    [break=Skalierung Speichertakt]
    Kommen wir nun zu den Aspekten, für deren Tests zum Launch des FX keine ausreichende Zeit mehr vorhanden war. Kleckern statt Klotzen heißt beim Bulldozer die Devise: Bei allen vor Bulldozer erhältlichen AMD-Prozessoren stand offiziell maximal DDR3-1333 auf der Habenseite, bei vielen Modellen (bzw. bei Vollbestückung) sogar nur DDR3-1066. Dagegen wird beim FX DDR3-1600 bei Vollbestückung und sogar DDR3-1866 bei Bestückung mit einem Speichermodul pro Kanal spezifiziert - solche Werte sind bei AMD absolutes Neuland. Doch damit nicht genug: Als OC-Konfiguration stehen je nach Mainboard DDR3-2133 bzw. sogar DDR3-2400 zur Verfügung. Letzteres dürfte in der Praxis kaum bis gar nicht zu beobachten sein, wohingegen DDR3-2133 durchaus in freier Wildbahn vorkommt.

    In der Vergangenheit gab es bei den Speichercontrollern der AMD-Prozessoren oft das Problem, hohe Speichertakte stabil betreiben zu können. Mit Deneb waren zwar Werte knapp über 900 MHz bzw. DDR3-1800 möglich, es bedurfte dafür jedoch einiges an Aufwand für die optimalen BIOS-Einstellungen. Thuban hob diese Latte weiter an, sodass die 1-GHz-Schallmauer geknackt werden konnte, einfach war aber auch dies bei weitem nicht. Mit Bulldozer scheint AMD aber einen Prozessor mit verhältnismäßig gutem Speichercontroller angefertigt zu haben. Verhältnismäßig deshalb, weil wir bei Vollbestückung mit vier Speicherriegeln tatsächlich nur DDR3-1600 nutzen konnten - bei mehr Takt hatten wir plötzlich nur noch 12 statt 16 Gigabyte RAM - ein Speicherriegel wurde nicht mehr erkannt. Mit zwei Speicherriegeln hingegen scheint Bulldozer ein echter Speicherliebling zu sein. Denn unser Kit von G.Skill konnte absolut problemlos mit den spezifizierten Einstellungen von DDR3-2133 mit Timings von 9-11-10 bei 1,65 Volt betrieben werden - und dies, obwohl dieser Speicher für den Betrieb auf Intel-Plattformen optimiert ist. Bisher nahezu undenkbar.

    Wir haben dies zum Anlass genommen, um AMDs FX-8150 bei fixierter Taktrate von 3,6 GHz mit DDR3-1333, DDR3-1600, DDR3-1866 und DDR3-2133 durch einen Teil unseres Benchmark-Parcours zu schicken. Zum Schluss dieser Testreihe haben wir noch die integrierte Northbridge um 200 MHz übertaktet (dort ist immerhin der Speichercontroller beheimatet), um deren Einfluss auf die Performance bei DDR3-2133 zu überprüfen.

    Speichertakt - WinRAR


    WinRAR ist ein Paradebeispiel dafür, wie Speichertakt in Performance umgesetzt wird. Zwischen DDR3-1333 und DDR3-2133 liegt ein deutlicher Leistungsunterschied von rund 14 Prozent. Dagegen fällt die Differenz, für welche die höher getaktete Northbridge verantwortlich zeichnet, verschwindend gering aus.

    Speichertakt - XMPEG


    XMPEG zeigt sich nahezu unbeeindruckt vom höheren Speichertakt. Hier bringen die 200 MHz mehr Northbridgetakt einen größeren Vorteil als 400 MHz mehr Speichertakt.

    Speichertakt - Cinebench R11


    Cinebench zeigt keinerlei Reaktion auf eine veränderte Speicherkonfiguration. Die Unterschiede fallen mit weniger als einem Prozent Differenz so gering aus, dass Messungenauigkeiten größeren Einfluss haben können.

    Speichertakt - Crysis 1280x1024


    Speichertakt - Crysis 1600x1200


    Speichertakt - Crysis 1920x1200


    Die Unterschiede beim Crysis-Benchmark fallen ebenfalls gering aus. Während die letzten beiden Plätze fest für DDR3-1333 und DDR3-1600 gebucht sind, wechseln sich DDR3-1866, DDR3-2133 sowie DDR3-2133 mit erhöhtem Northbridgetakt auflösungsabhängig auf den ersten drei Plätzen ab. Auch hier können Messungenauigkeiten größere Differenzen hervorrufen.
    [break=Skalierung Speichertakt - Fortsetzung]
    Speichertakt - AvP 1280x1024


    Speichertakt - AvP 1600x1200


    Speichertakt - AvP 1920x1200


    Noch geringer fallen die Unterschiede in Alien vs. Predator aus. Keine Konfiguration kann sich in Szene setzen, wenngleich auflösungsübergreifend DDR3-2133 in Front liegt. Aber was ist schon eine Rangfolge, bei der vom besten zum schlechtesten Ergebnis weniger als ein Frame pro Sekunde Unterschied herrscht.

    Speichertakt - Far Cry 2 1280x1024


    Speichertakt - Far Cry 2 1600x1200


    Speichertakt - Far Cry 2 1920x1200


    Einmal mehr fallen die Differenzen gering aus - lediglich DDR3-1333 hat eindeutig das Nachsehen. Zudem scheint bei Far Cry 2 ein erhöhter Northbridgetakt nicht verkehrt zu sein.

    Speichertakt - 3DMark 11 Performance - Gesamt


    Eine eindeutige Rangfolge sehen wir im Gesamtergebnis vom 3DMark 11. Trotz äußerst knapper Unterschiede bringt jede Erhöhung des Speichertaktes einen minimalen Vorteil gegenüber der langsameren Einstellung.

    Speichertakt - 3DMark 11 Performance Physik


    Auch im Physik-Test zeigt sich diese Reihenfolge. Überrascht waren wir vom verhältnismäßig großen Unterschied von knapp sieben Prozent.
    [break=Skalierung Speichertimings]
    G.Skills Speicherkit bietet neben einer hohen Taktrate auch noch einiges an Potenzial zur Verringerung der Timings. Wir haben deshalb überprüft, welchen Einfluss verschiedene Speichertimings bei DDR3-1600 auf die Leistung des FX-8150 haben. Erneut haben wir die Taktrate bei 3,6 GHz fixiert.

    Speichertimings - WinRAR


    Wieder einmal reagiert WinRAR sehr linear auf Veränderungen der Speichertimings. Dieses Mal stehen jedoch nur knapp drei Prozent Mehrleistung zu Buche.

    Speichertimings - XMPEG


    Bei XMPEG vermischt sich das Feld bereits, da wir es hier mit Differenzen im Bereich der Messungenauigkeiten zu tun haben.

    Speichertimings - Cinebench R11


    Gleiches gilt für Cinebench. Weniger als ein Prozent Leistungsunterschied sind zwischen 8-9-8 und 10-11-10 festzustellen.

    Speichertimings - Crysis 1280x1024


    Speichertimings - Crysis 1600x1200


    Speichertimings - Crysis 1920x1200


    Mit 8-9-8 "gewinnt" auflösungsübergreifend die auf dem Papier schnellste Timing-Kombination. Aber von spürbaren Unterschieden können wir bei weitem nicht sprechen, selbst messbar sind diese kaum.
    [break=Skalierung Speichertimings - Fortsetzung]
    Speichertimings - AvP 1280x1024


    Speichertimings - AvP 1600x1200


    Speichertimings - AvP 1920x1200


    Auch bei Alien vs. Predator steht 8-9-8 in jeder Auflösung vorn. Aber einmal mehr gilt: Messungenauigkeiten können größer ausfallen.

    Speichertimings - Far Cry 2 1280x1024


    Speichertimings - Far Cry 2 1600x1200


    Speichertimings - Far Cry 2 1920x1200


    Far Cry 2 zeichnet ein ähnliches Bild wie die vorangegangenen Tests. Lediglich 10-11-10 in 1280x1024 fällt hier aus der Reihe, wofür wir keine Erklärung haben. Jedoch sprechen wir auch hier von einer geringen Differenz, rund drei Prozent Leistung fehlen hier zum nächstschnelleren Wert.

    Speichertimings - 3DMark 11 Performance - Gesamt


    Ebenfalls kaum Unterschiede sind im 3DMark 11 zu verzeichnen. 8-9-8 ist aber auch hier die Topmarke.

    Speichertimings - 3DMark 11 Performance Physik


    Zum Abschluss noch einmal eine perfekte Reihenfolge (gemessen an der Performance auf dem Papier). Dennoch stehen auch hier weniger als ein Prozent Differenz von Platz 1 bis Platz 4 zu Buche.
    [break=Module und Threads]
    Wie wir bereits beim Launch ausführlich erläutert haben, vermarktet AMD die FX-Prozessoren als Vier-, Sechs- bzw. Acht-Kern-Prozessoren, obwohl sich jeweils zwei Kerne Teile der Hardware teilen müssen. Es handelt sich aus technischer Sicht also eher um Zwei-, Drei- bzw. Vier-Kern-CPUs mit einem Intels Hyperthreading ähnlichen Ansatz der Multithreading-Technologie. Was passiert aber in Sachen Performance, wenn statt acht nur vier Threads arbeiten, diese aber auf die volle Hardware eines jeden Moduls zugreifen können? Dieser Frage sind wir in diesem Artikel-Teil nachgegangen, indem wir zwei Module mit vier Threads sowie vier Module mit vier Threads gegeneinander antreten ließen.

    Da es Situationen gibt, in denen mal die eine, mal die andere Konfiguration schneller ist, haben wir zur besseren Vergleichsmöglichkeit noch den Default-Wert eines FX-8150 ohne Turbo-Modus (3,6 GHz, vier Module, acht Threads, DDR3-1866) eingefügt und farblich hervorgehoben. Um zusätzlich zu verdeutlichen, wieviel Taktvor- bzw. -nachteil entstehen kann, wenn Module bzw. Threads deaktiviert werden, haben wir Ergebnisse zweier Konfigurationen aufgenommen, die Mithilfe einer Übertaktung auf 4,4 GHz CPU- bzw. 2,4 GHz Northbridge-Takt entstanden sind. Dabei handelt es sich einmal um die volle Ausbaustufe des Prozessors (gekennzeichnet mit "DDR3-2133 (9-11-10), 4.400 MHz / 2.400 MHz") sowie eine Konfiguration mit vier Threads verteilt auf alle vier Module (gekennzeichnet mit "DDR3-2133, 4M / 4 T / 4,4 GHz / 2,4 GHz").

    Module/Cores - WinRAR


    WinRAR reagiert gut auf Speichertakt, die CPU ist jedoch noch wichtiger. Auch die Parallelisierung funktioniert auf dem Bulldozer gut, weshalb ein auf vier Threads auf vier Modulen beschnittener CPU selbst mit 4,4 GHz nicht genügt, um die Standardkonfiguration mit acht Threads auf vier Modulen zu schlagen. Mit nur knapp über vier Prozent unterschied zwischen vier Threads auf zwei Modulen gegenüber vier Threads auf vier Modulen steht zudem eine sehr geringe Differenz zu Buche. Das Bulldozer-Konzept geht hier sehr gut auf.

    Module/Cores - XMPEG


    XMPEG war bereits in unserem Launch-Review keine Paradedisziplin für den FX. Halbiert man die Ressourcen (zwei Module, vier Threads), verschlechtert sich das Bild nur unwesentlich gegenüber dem Normalzustand (weniger als drei Prozent Verlust). Konfiguriert man Bulldozer jedoch mit vier Threads auf vier Modulen, so steht ein Performance-Gewinn von rund sechs Prozent auf der Habenseite. Der Vorteil vergrößert sich sogar noch, wenn ein höherer CPU-, Northbridge- und Speichertakt ins Spiel kommt. Bei 4,4 GHz Prozessortakt sprechen wir nun von etwas über sieben Prozent. XMPEG ist also eine Anwendung, bei der das Bulldozer-Konzept (derzeit) nicht so recht aufgeht. Abhilfe könnte hier der bereits angekündigte Scheduler-Patch für Windows 7 sein, der mit dem Modul-Konzept des Bulldozers besser zurechtkommen soll.

    Module/Cores - Cinebench R11


    Beim stark auf Parallelisierung ausgelegten Cinebench bleibt den "beschnittenen" Konfigurationen klar das Nachsehen gegenüber dem Bulldozer im Normalzustand - selbst mit auf 4,4 GHz übertakteten vier Threads auf vier Modulen. Interessant ist zudem der relativ deutliche Unterschied zwischen vier Threads auf zwei Modulen gegenüber vier Threads auf vier Modulen. Rund 19 Prozent mehr leisten die Threads, wenn sie sich die Ressourcen eines Moduls nicht mit einem weiteren Thread teilen müssen.

    Module/Cores - Crysis 1280x1024


    Module/Cores - Crysis 1600x1200


    Module/Cores - Crysis 1920x1200


    Crysis zeichnet ein recht deutliches Bild. Auch hier ist ein Bulldozer, welcher künstlich auf vier Threads auf vier Modulen eingebremst wird, flotter unterwegs als ein 8-Kern-FX. Lediglich vier Threads auf zwei Modulen, also eine Halbierung der Rechenleistung, ist langsamer als ein FX-8150 in voller Ausbaustufe.

    Die Unterschiede der Konfigurationen sind zweifellos vorhanden, nehmen mit zunehmender Auflösung hingegen ab. Insgesamt fallen die Unterschiede aber so aus, dass keine gravierende Änderung in der CPU-Rangliste stattfinden würde.
    [break=Module und Threads - Fortsetzung]
    Module/Cores - AvP 1280x1024


    Module/Cores - AvP 1600x1200


    Module/Cores - AvP 1920x1200


    Alien vs. Predator zeigt einmal mehr, wie "egal" diesem Spiel der CPU-Unterbau ist. Ob übertaktet oder nicht, Standardeinstellungen oder nicht - alles egal. Im Gegenteil: Auflösungsübergreifend kann sich die Konfiguration von vier Threads auf zwei Modulen, also quasi ein FX-4xxx, an die Spitze setzen. Aber einmal mehr müssen wir das Bild relativieren, da wir es erneut mit weniger als einem Prozent Differenz zu tun haben.

    Module/Cores - Far Cry 2 1280x1024


    Module/Cores - Far Cry 2 1600x1200


    Module/Cores - Far Cry 2 1920x1200


    Far Cry 2 ist wiederum ein anderes Kaliber. Die Reihenfolge fällt identisch zu der in Crysis aus, die Unterschiede sind hingegen größer. Ein auf vier Threads mit vier Modulen beschnittener Bulldozer kann je nach Auflösung schonmal 10 Prozent schneller sein als sein Kollege mit nur zwei aktiven Modulen. Ähnlich große Differenzen gibt es auch beim übertakteten Zustand zu beobachten.

    Module/Cores - 3DMark 11 Performance - Gesamt


    Im 3DMark 11 findet, zumindest im CPU-Test, eine starke Parallelisierung statt. Demnach hat der mit acht Threads bestückte Bulldozer die Nase gegenüber seinen beschnittenen Kollegen vorn, selbst wenn diese mit 4,4 GHz antreten. Aber auch hier zeigt sich ein Vorteil von vier Threads auf vier Modulen gegenüber nur zwei aktiven Modulen.

    Module/Cores - 3DMark 11 Performance Physik


    Der Physik-Test ist ausschlaggebend für die Differenzen im Gesamtergebnis, da er sehr deutliche Unterschiede im Teilergebnis in das Gesamtergebnis einfließen lässt.
    [break=Gesamtübersicht]
    Um sich ein Gesamtbild der Ergebnisse der letzten drei Test-Szenarien (Speichertakt, Speichertimings, Core-/Modul-Konfiguration) machen zu können, haben wir die einzelnen Ergebnisse in ein Diagramm pro Test gebannt. So ist gut erkennbar, in welchem Test welche Konfiguration die Nase vorn hat - oder eben nicht. Die Diagramme werden wir dabei nicht noch einmal kommentieren, sie dienen lediglich der Vergleichbarkeit der Konfigurationen untereinander.

    Gesamtübersicht - WinRAR


    Gesamtübersicht - XMPEG


    Gesamtübersicht - Cinebench R11


    Gesamtübersicht - Crysis 1280x1024


    Gesamtübersicht - Crysis 1600x1200


    Gesamtübersicht - Crysis 1920x1200

    [break=Gesamtübersicht - Fortsetzung]
    Gesamtübersicht - AvP 1280x1024


    Gesamtübersicht - AvP 1600x1200


    Gesamtübersicht - AvP 1920x1200


    Gesamtübersicht - Far Cry 2 1280x1024


    Gesamtübersicht - Far Cry 2 1600x1200


    Gesamtübersicht - Far Cry 2 1920x1200


    Gesamtübersicht - 3DMark 11 Performance - Gesamt


    Gesamtübersicht - 3DMark 11 Performance Physik

    [break=Overclocking]
    In unserem Launch-Review von AMDs Bulldozer konnten wir das Thema übertakten leider nur sehr kurz behandeln. Es fehlte schlichtweg an Zeit. Nichts desto trotz konnten wir mit 4,4 GHz bei etwa 1,27 Volt ein hervorragendes Ergebnis einfahren, was sich beim Vergleich der OC-Ergebnisse anderer Reviews ein ums andere Mal bestätigte. Zwar brachten es andere Review-Seiten auf teilweise höhere Taktraten, benötigten dafür aber auch deutlich höhere Versorgungsspannungen als wir. Also hatten wir ziemlich viel richtig gemacht - wäre da nicht der Schönheitsfehler, dass wir unser Bulldozer-Sample nicht mit 1,3 Volt oder mehr betreiben konnten, da in diesen Fällen das System unter Belastung einfach abschaltete. Für eine Diagnose war vor dem 12. Oktober aber keine Zeit mehr, weshalb wir uns das Thema nach dem Launch noch einmal angeschaut haben.

    Fehlersuche

    Bevor wir uns um höhere Taktraten bemühen konnten, musste natürlich geklärt werden, warum unser System nach rund acht Minuten Last via LinX immer abschaltete. Wir vermuteten zuerst ein zu schwaches Netzteil, da Bulldozer eine relativ hohe Leistungsaufnahme hat und unser Seasonic-Netzteil nicht mehr das neueste Modell ist. Doch auch der Wechsel zu einem Enermax Revolution85+ 1050 Watt brachte keine Besserung. Nächster Schritt: Nochmals ein neues BIOS, anderer RAM und einige veränderte Einstellungen im BIOS - erneut kein Erfolg.

    Die Ursache für unser Problem fanden wir heraus, als wir neben LinX noch die Hardwareüberwachung von AIDA64 mitliefen lassen. Diese aktualisierte aufgrund der hohen CPU-Last zwar nur sporadisch, brachte uns dann aber doch zum gewünschten Ergebnis. Denn während sich die Temperatur unseres Probanden bei etwas über 70 Grad einpendelte (bei 1,30 Volt und 4,4 GHz, gekühlt mit Luftkühlung), so machte sie im fraglichen Zeitraum noch einmal einen ordentlichen Satz nach oben. Das letzte, was wir auf dem Monitor sahen, war ein Wert von 88 Grad Celsius - danach schaltete sich das System ab. Hier hatte schlichtweg die Vorgabe von 90 Grad für einen Sicherheits-Shutdown im BIOS des ASUS Crosshair V Formula gegriffen.

    Und weiter?

    Bereits beim Launch hatten wir festgestellt, dass auf die Temperatur-Dioden des Bulldozer kein Verlass ist, da wir deutlich zu niedrige Temperaturen angezeigt bekommen hatten (unter Raumtemperatur). Das beobachtete Szenario konnte nun bedeuten, dass wir es auch beim Temperatur-Sprung mit einem Auslesefehler (Bug) zu tun hatten. Es konnte aber auch bedeuten, dass unser Bulldozer-Sample in Wirklichkeit noch heißer war. Um das auszutesten, griffen wir auf das Liquid Cooling Kit zurück, welches AMD am Tag vor dem Bulldozer-Launch geschickt hatte:

    Foto des Liquid Cooling Kits


    Schnell war der Luftkühler demontiert und die Wasserkühlung installiert. Als erstes testeten wir mit den selben Einstellungen, die den letzten Shutdown verursacht hatten. Resultat: Der 25-minütige LinX-Test wurde ohne Komplikationen bestanden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass unser Bulldozer-Sample wirklich extrem heiß und das System korrekt abgeschaltet wurde. Ungewollt haben wir so einen Schutzmechanismus der ASUS-Platine getestet und können dessen Funktion bestätigen. :)

    Doch wir wollten mehr. Nach einigen Zwischenschritten gelang uns abschließend das folgende Ergebnis:

    Overclocking-Ergebnis Bulldozer
    (ein Klick auf den Screenshot öffnet eine größere Version)


    4,74 GHz CPU-Takt, gepaart mit 2,42 GHz Northbridge- und 1,07 GHz Speichertakt stehen zu Buche - und das bei gerade einmal 1,37 Volt. Mehr als ordentlich! Die beiden verbauten Lüfter der Wasserkühlung liefen dafür aber auf voller Drehzahl, was einen unangenehmen Geräuschpegel zur Folge hatte. Dennoch sollte das Ergebnis in der Praxis mit einer halbwegs gut ausgestatteten Wasserkühlung nachvollziehbar sein. Denn: Während der Belastung stieg die Wassertemperatur der All-In-One-Lösung um 10 Grad an - eine Steigerung, die bei einer ausreichend dimensionierten Wasserkühlung in der Praxis nicht auftritt. Das von uns erzielte Ergebnis warf jedoch neue Fragen auf.
    [break=OC-Ergebnisse anderer Redaktionen]
    Andere Online-Redaktionen haben in ihren Launch-Reviews teilweise OC-Ergebnisse veröffentlicht, die meist zwar etwas höher ausfielen als unser Takt, dafür wurde jedoch in der Regel eine deutlich höhere Spannung genutzt (bis zu 1,5 Volt). Oft wurde dafür sogar noch ein Luftkühler genutzt, weshalb wir uns die Frage stellten, warum keine andere Redaktion ähnliche Shutdown-Probleme hatte wie wir. Zwar berichteten die Kollegen von Computerbase ebenfalls von Shutdowns, aber eben erst bei 1,5 Volt. Merkwürdig.

    In den Tagen nach AMDs FX-Launch durchstöberten wir einige andere Reviews, begutachteten Forenbeiträge und sondierten die Lage rund um die neuen Prozessoren. Dabei fiel uns ein Diagramm im Xtremesystems-Forum vom User "The_Stilt" auf. The_Stilt ist im OC-Bereich kein unbeschriebenes Blatt. Er durchbrach als Erster die Marke von 100 Prozent Übertaktung einer CPU und etwas später sogar die 200-Prozent-Marke. Er scheint aktuell für einen Mainboard-Hersteller zu arbeiten (unsere Vermutungen gehen Richtung ASUS) und stellt im Xtremesystems-Forum diverse fehlerbereinigte Beta-BIOSe für AM3+-Mainboards zur Verfügung.

    Leistungsaufnahme by The_Stilt
    (Quelle: Xtremesystems-Forum, The_Stilt)


    The_Stilt hat mehrere Bulldozer-CPUs mit unterschiedlichen VIDs (Voltage Identification) getestet und deren Leistungsaufnahmen miteinander verglichen. Obwohl im Diagramm keine Angaben zur System-Konfiguration gemacht werden, so hat uns The_Stilt auf unsere Nachfrage hin bestätigt, dass es bis auf die verwendeten CPUs keine Unterschiede im System gab. Jeder einzelne Prozessor wurde mit identischen Rahmenbedingungen betrieben, lediglich die VID war unterschiedlich. Ein besonderer Dank geht hier an den Skandinavier, dass wir seine Aufstellung freundlicherweise verwenden dürfen.

    Das Diagramm zeigt dabei eines: Je niedriger die Standard-Betriebsspannung eines getesteten Bulldozer-Prozessors, desto höher die Leistungsaufnahme. Im Normalfall ist dies aber genau anders herum. Für ein solches Verhalten kann es daher nur eine Ursache geben: Leckströme. Das sind ungewollte Ströme zwischen Transistoren, die in keiner Rechenleistung resultieren, jedoch sowohl die Leistungsaufnahme als letztendlich auch die Temperatur nach oben treiben. Unser Bulldozer-Sample ist seitens der Standard-Spannung ganz links im Diagramm einzuordnen.

    Wir haben also eine CPU, die eine niedrige Betriebsspannung hat, aufgrund hoher Leckströme aber eine hohe Leistungsaufnahme sowie eine hohe Temperatur aufweist. Da die Leistungsaufnahme eines Prozessors linear mit der Taktrate und quadratisch mit der Betriebsspannung steigt, kann sich der im Diagramm gezeigte Unterschied beim Übertakten mit hohen Spannungen schnell vervielfachen (bei identischen Spannungen) - oder aber relativieren (bei stark unterschiedlichen Spannungen). Vermutlich haben die Kollegen von Computerbase also ein Prozessor-Sample erhalten, welches eine relativ hohe VID besitzt und deshalb kritische Bereiche in puncto Systemabschaltung erst bei deutlich höheren Spannungen erreicht, als wir das mit unserem Sample tun.

    Für Übertaktungsvorhaben lassen sich letztendlich zwei Erkenntnisse ableiten:

    1. Die benutzte Prozessorspannung für ein Ergebnis X ist nicht allein ein Indiz dafür, ob sich ein Prozessor gut oder schlecht übertaktet. Die genutzte Spannung muss beim Bulldozer immer mit der Standard-Betriebsspannung verglichen werden.

    2. AMDs Bulldozer kann im übertakteten Zustand sehr heiß werden. Eine gute Kühlung ist also sehr wichtig. Aber auch die Infrastruktur sollte ausreichend dimensioniert sein. Denn in unserer 4,74-GHz-Einstellung konnten wir unter Last mittels LinX eine Leistungsaufnahme von knapp 410 Watt an der Steckdose ablesen - und das ohne Belastung der Grafikkarte!

    Um interessante Erkenntnisse im OC-Bereich des AMD Bulldozer reicher, möchten wir in Bezug auf das gezeigte Diagramm von The_Stilt noch einmal erwähnen, dass alle FX-Prozessoren unabhängig ihrer VID das Limit ihrer jeweiligen TDP-Klasse nicht überschreiten.
    [break=Fazit]
    Titelbild zum AMD FX - Codename Bulldozer


    Zwei Monate Bulldozer liegen hinter uns. Zwei Monate, in denen wir weitere Erkenntnisse rund um die neue Architektur der AMD-CPUs erlangen konnten, welche letztendlich zu diesem Artikel geführt haben.

    Die User, die nach dem FX-Launch der Meinung waren, das von fast allen Redaktionen verwendete ASUS-Mainboard (ASUS Crosshair V Formula) sei mit Schuld am holprigen Architektur-Start, müssen wir enttäuschen. Das von uns zum Vergleich herangezogene Gigabyte GA-990FXA-UD7 macht zwar in der Tat vieles anders, es kann sich jedoch meist nur dann richtig in Szene setzen, wenn der Turbo-Modus aktiviert wird. Ohne Turbo ist es oft sogar einen Hauch langsamer. Insgesamt ergeben sich durch das Gigabyte-Board kaum Veränderungen in der Rangordnung der getesteten CPUs. Und wenn doch, dann tauschen ein oder zwei hauseigene Konkurrenzprodukte den Platz mit Bulldozer. Die Intel-Pendants bleiben davon unberührt.

    Bei unseren Tests mit unterschiedlichen Speichertakten, Speichertimings und Core-/Modul-Konfigurationen konnten wir zudem eine sehr wichtige Erkenntnis erlangen: Es gibt keine "Idealeinstellung" für unseren FX-8150. Je nach Anwendung hilft mal ein hoher Speichertakt, mal ein auf vier Threads auf vier Modulen kastrierter Prozessor und mal hilft sogar die Halbierung der Ressourcen (zwei Module, vier Threads). Grob lässt sich sagen, dass ein hoher Speichertakt durchaus das eine oder andere Prozent an Leistung generieren kann, Speichertimings dagegen keinen nennenswerten Einfluss auf die Performance ausüben. Selbst eine Takterhöhung der integrierten Northbridge erscheint als nicht sinnvoll, da sich der Mehrtakt kaum bemerkbar macht.

    Wer viel spielt, der kann - sofern das verwendete Mainboard dies unterstützt - über die vorübergehende Beschneidung der CPU auf ein Thread pro Modul nachdenken. Denn bei Spielen zeigt sich meist ein deutlicher Vorteil gegenüber einem Modul mit zwei Threads. Aber auch auch hier gilt: Nicht überall ist diese Lösung schneller. Jeder User sollte testen, ob sein Lieblingstitel auch wirklich davon profitiert.

    Abschließend können wir auch ein sehr positives Übertaktungsergebnis vermelden. 4,74 GHz, gepaart mit 2,42 GHz Northbridgetakt und DDR3-2150 stehen mit dem von AMD gelieferten Liquid Kooling Kit zu Buche - stabil durch 85 Minuten LinX 64 Bit bei 1,37 Volt. Ein sehr guter Wert, der nur durch die exorbitante Leistungsaufnahme des Gesamtsystems von knapp 410 Watt getrübt wird - wie gesagt, ohne Belastung der Grafikkarte.

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