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    Enermax MaxRevo 1350W



    Nach dem Test des Revolution85+ mit 1050 W ist das MaxRevo mit 1350 W das zweite leistungsstarke High-End-Netzteil von Enermax, das wir ausgiebig testen. Die MaxRevo- bzw. Platimax-Serien basieren teilweise auf derselben Platine, weshalb das heutige Review durchaus einen Gesamteindruck über das aktuelle Portfolio von Enermax vermittelt. Das Modell, welches wir heute vorstellen, wurde mit dem 80Plus-Gold-Zertifikat ausgezeichnet und setzt auf ein vollmodulares Steckersystem. Darüber hinaus verwendet Enermax wie mittlerweile üblich einen hauseigenen Lüfter. Ob das teure Produkt unseren Erwartungen entspricht, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Wir bedanken uns bei Enermax für die Bereitstellung des Testmusters und wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen!

    Preisvergleich

    [break=Lieferumfang, Lüfter und Nennleistung]


    Der Lieferumfang zählt zweifelsohne zu den umfangreichsten, die uns bisher vorlagen. Neben einem 10-A-Kaltgerätekabel und den Schrauben als notwendige Beigaben für die Installation sind diverse Extras im Paket vorzufinden. Dazu gehören die beiden verschiedenfarbigen Taschen, die dazugehörigen modularen Anschlussleitungen, ein Enermax-Logo und -Gehäuselüfter, der Halterungsbügel für das Kaltgerätekabel ("CordGuard"), diverse Enermax-Kabelbinder, ein Benutzerhandbuch und ein Infoblatt mit der detaillierten Beschreibung sämtlicher Anschlussbuchsen. Nicht zuletzt ist die bebilderte und ausführliche Auslegung des Benutzerhandbuchs als Vorteil zu nennen. In der Beurteilung der Gesamtausstattung wird sich diese Eigenschaft sehr positiv bemerkbar machen.



    Das MaxRevo-Netzteil verfügt über sechs +12-V-Ausgänge, die mit je 30 A belastbar sind und beinahe 1350 W leisten. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass davon bis zu 140 W für +3,3 V und +5 V benötigt werden, welche mit je 25 A spezifiziert sind. In unserem Netz liegt die maximale Stromaufnahme bei 6,5 A, weshalb das beigelegte Kaltgerätekabel ausreichend dimensioniert wurde. Für das amerikanische Stromnetz ist ein 16-A-Modell vorgesehen. Neben der aktuellsten ATX-Spezifikation entspricht das Modell auch den EPS12V-Anforderungen.



    Wie zuvor beschrieben werden die Enermax-Netzteile von einem hauseigenen Lüfter gekühlt, der auf das intern entwickelte Twister-Lager setzt. In diesem Fall verfügt das Modell ED142512S-DA über sieben transparente Lüfterblätter und benötigt 0,3 A. Markant ist die Luftleitfolie, welche noch etwas breitflächiger ausfällt als bei den kleineren Platimax-Netzteilen. Inwieweit sich das positiv auf den Luftstrom auswirkt, ist schwierig zu beantworten. Der Hintergedanke ist hierbei stets derselbe: Mit der Luftleitfolie sollen Luftverwirbelungen am Auslass vermieden werden, die aufgrund der abzuführenden Luft und der Frischluft in diesem Bereich entstehen. Faktisch wird dadurch aber auch die Kühlfläche deutlich verkleinert. Die Luft strömt dann zwar an der Luftleitfolie entlang in das Netzteil, der Luftdruck fällt aber sozusagen an ihr ab.

    [break=Aussehen und Anschlüsse]




    Mit den pfeilartigen Vertiefungen an den Seiten und der mit Pulver beschichteten Oberfläche wirkt das MaxRevo-Gehäuse genauso hochwertig wie die Revolution85+-Serie. Dabei wurden der Schriftzug und der Bereich um das klassische Lüftergitter farblich etwas abgehoben. Darüber hinaus ist über der Netzeingangsbuchse das Enermax-Logo zu sehen. Die wabenförmigen Belüftungslöcher fallen verhältnismäßig klein aus. Besonders auffällig ist das vollmodulare Stecker-Panel mit seinen schwarzen (Peripherie, Mainboard) und roten (PCIe, CPU) Steckerbuchsen. Wie auf dem letzten Bild zu sehen ist, stehen diese leicht hervor.



    Main CPU PCIe Peripherie
    --------------------------- --------------------------- --------------------------- ----------------------------------------------
    1x 24-pin (ca. 65 cm) 1x 8-pin (ca. 65 cm) 2x 6/8-pin (ca. 45, 50 cm) 4x SATA (ca. 45, 60, 75, 90 cm)
    - 1x 8-pin, 1x 4-pin (ca. 60, 65 cm) 2x 6/8-pin (ca. 45, 50 cm)[/B] 4x SATA (ca. 45, 60, 75, 90 cm)
    - - 2x 6/8-pin (ca. 45, 50 cm) 4x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75, 90, 105 cm)
    - - 2x 6/8-pin (ca. 45, 50 cm) 4x HDD, 1x FDD (ca. 45, 60, 75, 90, 105 cm)
    - - - 2x SATA, 2x HDD (ca. 45, 60, 75, 90 cm)


    Mit drei CPU-Anschlüssen, acht 6/8-pin-PCIe-Steckern und 14x SATA ist das MaxRevo selbst für ein 1350-W-Netzteil recht stattlich ausgestattet. Es ist hinzuzufügen, dass das ähnlich starke Revolution85+ mit 1250 W sogar über 16 SATA-Stecker verfügt, dafür allerdings auf einige HDD-Anschlüsse verzichtet. In der Summe steht das MaxRevo bei der Peripherie etwas besser da. Auch die Abstände zwischen den Steckern sind nun etwas größer, was die Leitungsstränge insgesamt verlängert. Ob 90 cm lange Peripherie- und 65 cm lange Mainboardanschlüsse wirklich notwendig sind, hängt maßgeblich vom verwendeten Gehäuse ab. In jedem Fall ist das uns vorliegende Modell für Big-Tower geeignet.

    [break=Elektronik/Technik]


    Enermax setzt wie vielfach erwähnt auf eine Vollbrückenschaltung, auf die wir gleich noch näher eingehen werden. Zur Spannungsübersetzung wird ein Flusswandler verwendet. Wie es in diesem Leistungsbereich zu erwarten war, beinhaltet die Schalttopologie eine Synchrongleichrichtung auf der Sekundärseite. Gleichrichterdioden als Vollbrückenschaltung sind oft zu unwirtschaftlich, um dem 80Plus-Gold-Zertifikat entsprechen zu können. Dafür ist die Durchlassspannung an den einzelnen Dioden zu hoch. Vor den modularen Anschlussbuchsen werden +3,3 V, +5 V und 12 V mit negativem Potential über Tiefsetzsteller erzeugt. Letztere sind auf einem PCB zu finden, das von der Platine für die Stecker samt Sicherheits-IC getrennt angeschlossen wurde. Generell sind zahlreiche Fragmente des Leistungsteils auf separaten Leiterplatten integriert. Enermax führt einzelne Leiterbahnen damit nicht nur auf verschiedenen Ebenen, sondern bestmöglich getrennt von einem potenziellen Störherd. Der Materialaufwand ist beachtlich.



    Hinter dem Netzeingang ist ein Yunpen-Netzfilter installiert, der für einen Betriebsstrom von 15 A ausgelegt ist. Die beiden Leiter führen von dort aus zu einem Netzschalter. Nachfolgend sind auf der Hauptplatine ein MOV, zwei Gleichtaktdrosseln, eine Längsdrossel mit grün-blauem Eisenpulverkern und ein X-Kondensator in Reihe geschaltet. Die Schmelzsicherung wurde in Erwartung eines sehr hohen Stroms entsprechend dimensioniert. Im Vorregler befinden sich die Enschaltstrombegrenzung aus einem Thermistor und dem Relais, der ersteren während der Abkühlphase bei einem erneuten Einschalten des Netzteils überbrückt. Beide Y-Kondensatoren (auf beiden Bildern unter dem Schutzleiter) erfüllen eine Schutzfunktion. Sie sind kein Bestandteil der EMI-Filterung. Die Nähe der offenen Anschlüsse zu den Kopfstücken der Siebelkos im Zwischenkreis ist allerdings nicht optimal. Im Normalfall sollte aber nichts passieren, da die Stelle nicht von Gegenständen überbrückt werden kann. Die Luftleitfolie blockiert jedwede Schraubenart und Büroklammern, die über das Lüftergitter in das Netzteil gelangen könnten. Auch dass die Isolierung schmilzt, ist im Regelfall nicht zu erwarten. Trotzdem wäre eine großflächige Trennung der Anschlussleitung zum Zwischenkreis zu bevorzugen.



    Das PCB auf der linken Seite beinhaltet den entsprechenden PFC-Controller. Dieser führt den Strom im kontinuierlichen Stromfluss-Modus durch die PFC-Drossel und unterscheidet sich nicht wesentlich von den Typen in günstigeren Schaltnetzteilen. Links daneben (nicht im Bild) sitzt der PWM-IC. Gemäß dem Aufbau müssen die beiden Halbbrückenpaare zeitversetzt und einzeln jeweils als High- bzw. Low-Side-Transistoren angesteuert werden, was einen erheblichen Schaltungsaufwand bedeutet. Noch dazu müssen die MOSFETs im Sekundärschaltkreis getaktet werden. Der UCC28950 übernimmt diese Funktionen und kann die Vollbrücke bei Nullspannung schalten, wobei hier die parasitären Kapazitäten und die Streuinduktivität des Trafos den Schwingkreis bilden. Pin 17 und Pin 18 steuern die MOSFETs sekundärseitig an, sind hier aber zunächst an einen zweiten IC angeschlossen. Die Leiterbahnen für die Ansteuerung und Treiberschaltung (die 20 mA werden hier verstärkt) im Primärschaltkreis und Sekundärschaltkreis werden in der mehrlagigen Hauptplatine auf verschiedenen Ebenen geführt.

    Wie auf dem Bild zu erkennen ist, sind die beiden Transistoren für die Leistungsfaktorkorrektur (FQA24N50) im großen T0-247-Gehäuse ausgeführt. Über dessen Kühlfahne wird eine breite Kühlfläche geschaffen. Trotz des hohen Wirkungsgrades wird gerade im Vorregler noch Verlustleistung umgesetzt. Hier sind 200 mOhm Einschaltwiderstand offenbar ausreichend. Daher können große Halbleitergehäuse und große Kühlkörper als eine gute Entscheidung bezeichnet werden. Der Gate-Anschluss wurde mit Ferritperlen besetzt. Häufig sind gemeinsam genutzte Leiterabschnitte im Regler eine Störquelle und ausgerechnet das PFC-PCB ist nur einseitig bestückt.



    Ein weiterer Kritikpunkt im Design ist die Position der Glättungskondensatoren. Über die Ausgangsdrosseln werden diese mit aufgeheizt. Außerdem sitzen sie direkt unter den Tiefsetzstellern. Allerdings ist hinzuzufügen, dass durch die kurzen Anschlusswege die Leitungen entfallen, welche die Elkos häufig unter sich begraben. Dennoch hätte man hier mit etwas mehr Abstand eine bessere Kühlung schaffen können. Die minimal längeren Leiterbahnen dürften sich in der EMV kaum bemerkbar machen. Teilweise wurden auch die MOSFET-Anschlüsse mit zu viel Lot benetzt. Ansonsten ist die Lötqualität kaum zu bemängeln. Sowohl +3,3 V, als auch +5 V werden über einen PWM-IC geregelt. Die Transistoren dort werden über die Leiterbahnen und die daran angeschlossene Kühlkörper gekühlt. Bei den verwendeten Feststoffkondensatoren ist auf die äquivalente Serieninduktivität zu achten, da der Controller (mit externen Beschaltung) auch über 200 KHz takten kann. Andere Hersteller verwenden hier auch bereits eine HF-Litze für die Speicherdrosseln. Bei Enermax scheint der Frequenzbereich offensichtlich als unproblematisch betrachtet zu werden. Das allerdings können wir nicht überprüfen.



    Wie Enermax richtig aufzeigt, schalten die meisten Netzteile mit "Double Forward", also zwei parallel geschalteten Transistoren. Diese können nur während der limitierten und über das Tastverhältnis definierten Einschaltzeit einen relativ hohen Strom übertragen. Für höhere Leistungen kommt die Halbbrücke in Frage. Eine Halbbrücke besteht aus zwei Transistoren in Serie, wobei der Strom am Mittelpunkt zwischen den beiden Komponenten angezapft wird. Das erfordert eine komplexere Ansteuerung, da die beiden Modelle zwar zeitgleich schalten, aber der Last vor- bzw. nachgeschaltet sind. Der High-Side-Transistor ist dahingehend problematisch, dass das Bezugspotenzial durch die Last (in dem Fall ist die Primärwicklung des Trafos der Verbraucher) angehoben wird. Der Low-Side-Transistor hat seinen Bezugspunkt nach wie vor auf der echten Masse. Die beiden Transistoren müssen also unterschiedlich angesteuert werden. Zwei dieser Halbbrücken bilden nun eine Vollbrücke. Die beiden Halbbrücken schalten in variabler Phasenlage, wechseln sich also ab und können den Trafo beinahe jederzeit mit positiven und negativen Strömen speisen. Eine Ausschaltzeit wie beim Einflusswandler existiert faktisch nicht, auch wenn es einen Moment gibt, in dem kein Transistor leitet und der Strom auf die Inversdioden kommutiert. Der obere, leicht schemenhafte dargestellte Hystereseverlauf verdeutlicht die volle Ausnutzung des Trafos. Enermax kann den Trafokern deutlich verkleinern, ohne dass die Flussdichte limitieren würde und der Betriebsstrom den Trafo in die Sättigung treibt.

    In der Grafik von Enermax wird darüber hinaus verdeutlicht, wie kurz und breit (kurz niederohmig) die Verbindungspfade zum Stecker-PCB hin ausgelegt sind. Hier fällt bei hohen Ausgangsströmen eine geringere Spannung ab, als an langen Anschlussleitungen. Auch andere Hersteller wie Seasonic oder Great Wall haben dahingehend Lösungen präsentiert und verzichten (wenn auch in geringerem Umfang) auf das Leitungs-Gewirr. Jedoch ist zu beachten, dass die Ausgangsspannung keinesfalls "sauberer", also von Störungen befreit wird. Es handelt sich einfach um Anschlüsse mit geringerem Widerstand. Zweifelsohne dürfte aber auch die Restwelligkeit kein Problem sein, wie die folgenden Messungen belegen werden.

    [break=Messungen]
    Belastung* Lautstärke +3,3 V (ripple & noise) +5 V (ripple & noise) +12 V (ripple & noise) Wirkungsgrad/PFC
    ---------------- --------------------------------- ------------------------ ------------------------ ------------------------ ------------------------
    5 % leises Lüfterrauschen +4,76 % (4 mV) +2,00 % (4 mV) +1,92 % (8 mV) 78,23 % / 0.877
    10 % leises Lüfterrauschen +4,50 % (5 mV) +1,80 % (9 mV) +1,83 % (9 mV) 86,54 % / 0.925
    20 % leises Lüfterrauschen +4,15 % (6 mV) +1,64 % (9 mV) +1,67 % (10 mV) 90,12 % / 0.979
    50 % leises Lüfterrauschen +2,54 % (7 mV) +0,40 % (10 mV) +0,41 % (11 mV) 91,80 % / 0.994
    80 % Lüfterrauschen +0,88 % (7 mV) -0,68 % (10 mV) -1,08 % (17 mV) 90,46 % / 0.996
    100 % starkes Lüfterrauschen / leichtes Fiepen +0,88 % (11 mV) -1,56 % (15 mV) -1,25 % (20 mV) 88,47 % / 0.997
    110 % starkes Lüfterrauschen / leichtes Fiepen -0,61 % (12 mV) -1,56 % (16 mV) -1,28 % (20 mV) 87,71 % / 0.998
    Crossload 1 - +4,20 % +1,60 % +0,66 % -
    Crossload 2 - +3,94 % +1,40 % +1,75 % -
    * gemäß ATX-Spezifikation unter Berücksichtigung der angegebenen Lasttabelle des Herstellers. Bei den +12-V-Ausgängen geben wir die mit der schlechtesten Regulation (bzw. höchsten Restwelligkeits-Messung) an. Crossload 1: 3,3 V und 5 V bei 1 A, 12 V beim angegebenen Maximalwert. Crossload 2: 3,3 V und 5 V beim angegebenen Maximalwert und 12 V bei 1 A.


    Das Platinendesign hat sich offenbar bewährt, da nahezu keine Störgeräusche bei allen Lasten zu vernehmen sind. Es kommt also nicht zur Magnetostriktion aufgrund benachbarter Induktivitäten an den Drosseln oder den typischen Geräuschen, wenn die Speicherdrosseln unterdimensioniert sind. Es ist allerdings zu vermerken, dass bei +3,3 V bei geringer Last eine hohe Spannung liegt, auch wenn sich diese noch innerhalb der ATX-Spezifikation befindet. Selbst während der beiden Crossload-Tests bleibt +3,3 V konstant hoch. Generell scheint sich das Netzteil aber nicht durch diese Stresssituation beeindrucken zu lassen. Mit bis zu 92 % Wirkungsgrad ist das MaxRevo tatsächlich sehr effizient, auch der Leistungsfaktor ist stets sehr hoch. Die Unterschiede zu den Platimax können als verschwindend gering bezeichnet werden. Hervorragend ist die geringe Restwelligkeit und Rauschspannung bei allen Ausgangsspannungen.

    [break=Fazit]


    Das Enermax MaxRevo mit 1350 W ist ein sehr teures und gleichermaßen gutes Schaltnetzteil. Das Platinendesign gefällt uns ausgezeichnet, auch wenn die PFC-Regelstufe mehrlagig ausgeführt werden könnte. Im Lasttest lies sich das 80Plus-Gold-Zertifikat bestätigen. Die Restwelligkeit und Rauschspannung ist gering. Die Spannung auf +3,3 V sollte bei geringer Last abgesenkt werden. Der Lieferumfang beeindruckt in jeder Hinsicht.

    Enermax verwendet bei seinen MaxRevo-Netzteilen eine bekannte Schalttopologie, die für Leistungen über 1000 W geeignet ist und dank ZVS bzw. SR kaum zu Leistungsverlusten an den Transistoren führt. Die Kondensatoren sind, wie von Enermax versprochen, ausschließlich aus Japan. Sekundärseitig wurden etwa sehr kleine Elkos aus der ZLK-Serie von Rubycon verwendet. Markant ist die Hauptplatine, die aus mehreren Ebenen besteht. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches für ein Netzteil dieser Art. Allerdings werden weitere Komponenten aus dem Leistungsteil auch noch auf eigene Leiterplatten verlegt, was die elektromagnetischen Störungen noch weiter verringern dürfte. Enermax nutzt den vorhandenen Platz optimal aus und trennt die Schaltkreise entsprechend. Die EMI-Filterung ist gemäß den Erwartungen gut bestückt worden. Der PS238 sichert alle Ausgänge des Netzteils ab.

    Wie der Test zeigte, werden bis zu 92 % Wirkungsgrad in der Spitze erreicht. Bereits bei 10 % Last ist der Wirkungsgrad sehr hoch und konkurriert mit den Platimax-Modellen. Auch der Leistungsfaktor liegt bereits bei moderater Belastung über 0,990. Bemerkenswert ist allerdings die geringe Restwelligkeit, welche selbst auf +12 V höchstens zweistellige Beträge erreicht. Bei den kleineren Betriebsspannungen schneidet +5 V mit 0,32 % Restwelligkeit noch am schlechtesten ab. Zu kritisieren ist lediglich die Spannungsregulation von +3,3 V. Hier sind mitunter Abweichungen von über 4 % zu verzeichnen, die sich allerdings noch innerhalb der ATX-Spezifikation befinden (5 %). Abschließend ist die Lautstärke als moderat zu bezeichnen.

    Zur Ausstattung gehören 5 Jahre Garantie und Support, der seit Seite 2 mehrmals gelobte Lieferumfang samt vorbildlichem Benutzerhandbuch und die zahlreichen Anschlüsse. Zwar verfügt das Revolution85+ 1250 W über zwei SATA-Anschlüsse mehr, muss dafür aber auf einige HDD-Stecker verzichten. Außerdem sollten 12 SATA-Stecker selbst in dieser Leistungsklasse mehr als ausreichend sein. Zudem sind die Leitungsstränge mit 65 cm (Hauptanschlüsse) bzw. 90 cm (Peripherie) sehr lang und ganz klar für BigTower ausgelegt. Weiterhin kommen die acht 6/8-pin-PCIe-Stecker als Vorteil hinzu. Damit sollte sich wirklich jedes gängige System versorgen lassen. Das vollmodulare Steckersystem dürfte vielen Lesern gefallen, das ist aber eine Geschmacksfrage. In jedem Fall kann sich das MaxRevo von seinen direkten Vorgängern abheben, die ihrerseits schon gut ausgestattet sind.

    Für Enermax war es ein großes Wagnis, im High-End-Bereich eine 80Plus-Gold-Serie zu veröffentlichen, nachdem bereits die Modu/Pro87+ dieses Niveau erreichten. Darüber hinaus wurde kurz danach die Platimax-Baureihe veröffentlicht. Etwas zögerlich weist Enermax auf seiner Verpackung darauf hin, dass dem Netzteil lediglich 1 % für das Platinum-Zertifikat fehle. Unserer Meinung nach ist die Differenz der beiden Auszeichnungen ohnehin minimal und auch sonst muss sich das MaxRevo mit 1350 W keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken. Die Qualität des Modells kann nicht von 80Plus abhängig gemacht werden, da das Netzteil darüber hinaus sehr viel zu bieten hat. Das keinesfalls günstigere Seasonic Platinum mit 1000 W bietet etwas weniger Leistung und deutlich weniger an Lieferumfang. Welches Modell besser ist, können wir allerdings (noch) nicht beurteilen, da diese Betrachtung zu oberflächlich ist. Auch das Thermaltake ToughPower XT 1475 W können wir aktuell nur unzureichend vergleichen. Die direkte Konkurrenz setzt sich vor allem aus dem Antec HCP 1200 W und dem Corsair AX 1200 W zusammen. Beide Geräte sind etwas günstiger. Zudem punktet Corsair bei den Peripherie-Steckern und Antec bietet dieselbe Anzahl an PCIe-Anschlüssen. Corsair verbaut einen eher günstigen Lüfter. Insgesamt würden wir die Modelle dennoch als gleichwertig ansehen. Wer mehr als 1200 W Leistung benötigt, wird mit der MaxRevo-Serie zufrieden sein. Die Qualität ist kaum zu steigern, der Lieferumfang bislang unerreicht. Letzteres dürfte Enermax auch kaum streitig gemacht werden. Das MaxRevo mit 1350 W ist ein monumentales Produkt, wenn auch nicht das einzige.

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    Geändert von Nero24. (17.08.2013 um 21:41 Uhr)

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