Ergebnis 1 bis 1 von 1
  1. Beitrag #1
    Themenstarter
    Redaktion
    Redaktion
    Avatar von heikosch
    • Mein System
      Notebook
      Modell: ASUS U36JC
      Prozessor: Intel Core i5 480M
      Mainboard: ASUS U36JC
      Arbeitsspeicher: 8 GB
      Grafikkarte: GeForce G310M
      Display: Samsung T220HD (1680x1050)
      Festplatte(n): Kingston SSDNow V+ 100 96GB
      Optische Laufwerke: LG CH10LS20 BluRay
      Soundkarte: onboard
      Betriebssystem(e): Windows 7 HP 64bit
      Browser: Mozilla Firefox

    Registriert seit
    06.02.2008
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    4.227
    Danke
    14
    Gedankt 1.992 Mal für 350 Themen
    Blog-Einträge
    7

    AM3-Barebone - Shuttle SA76R4

    Shuttle SA76R4

    Shuttles Mini-PCs waren zu Zeiten von AMDs Athlon XP und Athlon 64 in aller Munde. Mit den Jahren ist es ruhig geworden um die kleinen Gehäuse beziehungsweise Barebones. Das Design ist nahezu gleichgeblieben, das Innenraumkonzept ebenso. Inzwischen findet sich aber nur noch ein Modell im Portfolio, das AMD-Prozessoren aufnimmt. Aber wer nun vielleicht die Hoffnung hat, eine APU oder aktuellste AM3+-Prozessoren verbauen zu können, wird leider etwas enttäuscht. Shuttle setzt auf den etwas betagten AMD-760G-Chipsatz und verlötet zusätzlich einen USB-3.0-Controller. Dafür lockt das SA76R4 mit einem günstigen Preis. Wir werden in diesem Test etliche Punkte ansprechen müssen. Das Gehäuse mit dem Netzteil muss genauso wie das verwendete Mainboard betrachtet werden. Die Shuttle-Kühleinheit, die auf den klangvollen Namen I.C.E. hört, wird ebenfalls eine Rolle spielen. Viel Spaß auf den folgenden Seiten!

    Wir möchten uns bei Shuttle für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Samples bedanken.

    Preisvergleich

    [BREAK=Testsystem]
    Für unseren heutigen Test nutzen wir folgende Komponenten:

    • Prozessor: AMD Athlon II X2 240e mit 2 x 2,8 GHz
    • Mainboard: SAPPHIRE IPC-AM3DD785G
    • dedizierte Grafiklösung: SAPPHIRE Radeon HD 5570 LP
    • Arbeitsspeicher: 2 x 2 GB DDR3-1333 (Kingston KVR1333D3N9/2G)
    • Festplatte: 2,5“ – Fujitsu MHZ2250BH G2 mit 250 GB und 2,5" - ADATA S510 120 GB
    • optisches Laufwerk: LG LG CH10LS20
    • externes Festplattengehäuse - Conrad ME-SU3-25S
    Planet 3DNow! testet mit Hardware von getgoods.de

    Für die Messung der Leistungsaufnahme kamen das integrierte Netzteil des Shuttle SA76R4 sowie ein Xilence XP250.SFX zum Einsatz.

    Folgende Software wurde für diesen Test genutzt:
    • Windows 7 Professional 64bit
    • DirectX-Version: 11
    • Grafikkartentreiber: AMD Catalyst 11.12
    • Prime95 26., build 3 (64bit)
    • HD Tune 2.55
    • RightMark Audio Analyzer RMAA 6.2.3
    • POVray v3.7 beta 39
    • Cinebench R10 64bit
    • Futuremark 3DMark 06 v1.2.0
    • Futuremark PCMark Vantage v1.0.2.0
    • FurMark v1.8.2
    • specviewperf 11.0
    • Company of Heroes Gold-Edition


    [BREAK=Technische Daten]
    Die technischen Daten des Shuttle SA76R4 entnehmen wir der entsprechenden Produktseite des Herstellers:
    • Gehäuse
      Schwarzes Aluminium-Gehäuse mit Acryl-Frontblende
      Eigenes Design durch Einlegen eines Fotos hinter die Acrylplatte
      Laufwerksschächte: 1 x 5,25" (extern), 2 x 3,5" (intern)
      Abmessungen: 32,5 x 21,5 x 19 cm (LBH) = 13,3 Liter
      Gewicht: 3,2 kg netto / 5,0 kg brutto
    • Mainboard / Chipsatz
      Shuttle FA76 V3.0, Shuttle Form Factor, spezielles Design für XPC SA76R4
      Chipsatz: AMD 760G (Northbridge) + SB710 (Southbridge)
      Mit Feststoffelektrolytkondensatoren (Solid Capacitors) - diese Kondensatoren sind hitzebeständiger und langlebiger
    • BIOS
      AMI BIOS, SPI-Interface, 32MBit Flash-ROM
      Unterstützt PnP, ACPI 3.0, Hardware-Überwachung
      Unterstützt Booten vom externem Flashspeicher über USB
    • Netzteil
      250 Watt Mini-Netzteil
      Eingangsspannungsbereich: 100-240V,
      Anschlüsse: 20-pol ATX, 4-pol ATX12V
      Weitere Anschlüsse: 4x SATA, 1x Grafikkarte (4-pol.), 2x Molex, 1x Floppy
      Active PFC (aktive Leistungsfaktor-Korrektur)
    • Prozessor-Unterstützung
      Unterstützt AMD Prozessoren mit AM3 Sockel:
      AMD Phenom II und Athlon II Prozessoren (45nm-Prozess)
      2,6 GHz HyperTransport V3.0 Technologie mit x16 Up/Down Links
      Verlustleistung (TDP) = max. 95W
      Detailierte Informationen über kompatible Prozessoren finden Sie in der Support-Liste.
    • Prozessor-Kühlung
      Shuttle I.C.E. (Integrated Cooling Engine)
      I.C.E. Heatpipe Kühl-Technologie mit linear geregeltem 9,2cm Lüfter
      SilentX-Technologie für eine effizientere und leisere Kühlung
    • Speicher-Unterstützung
      4 x 240 Pin DIMM-Steckplätze
      Unterstützt DDR3-1066/1333 SDRAM Speicher (PC3-8500/10600)
      Unterstützt Dual-Channel-Modus
      Unterstützt maximal 4 GB per Steckplatz, Gesamtkapazität maximal 16 GB
    • Integrierte Grafikfunktion **)
      Integrierter Grafikbeschleuniger ATI Radeon 3000
      Unterstützt DirectX 10.0, Shader Model 4.0, OpenGL 2.0
      Shared Memory max. 512MB
      Zwei Video-Ausgänge: DVI-D und D-Sub (VGA)
      Unterstützt DVI-D mit max. 1920x1200 Auflösung (bei 60Hz Single-Link)
      Unterstützt RGB mit max. 2048 x 1536 Auflösung (bei 85Hz)
      Unterstützt HDMI (ohne Ton) mit optionalem Adapter
    • Steckplätze **)
      1x PCI-Express X16 v2.0 Steckplatz (PEG, nur für Grafikkarten)
      1x PCI-Express X1 v1.1 Steckplatz
      1x Mini-PCI-Express X1 v1.1 Steckplatz (für eine optionale WLAN-Erweiterung)
      Es werden Dual-Slot Grafikkarten mit doppelter Slotbreite unterstützt, in diesem Fall kann der zweite PCI-Express-Steckplatz allerdings nicht belegt werden.
    • HD Audio
      Audio Codec: IDT 92HD89C, 5.1-Kanal
      Drei analoge 3,5mm Audio-Anschlüsse auf der Rückseite:
      1) Line-out Front (Kopfhörer)
      2) Line-out Hinten
      3) Line-out Mitte
      Auf der Vorderseite: Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang (Line-out)
    • Gigabit-Netzwerk
      Realtek RTL 8111E Ethernet Netzwerk-Controller
      PCI-Express Schnittstelle
      Konform zu IEEE 802.3u 1000Base-T
      Unterstützt 10 / 100 / 1.000 MBit/s Operation
      Unterstützt Wake-on-LAN (WOL)
    • Anschlüsse Laufwerke
      4x Serial ATA rev. 2.0 mit max. 3 Gbit/s (onboard)
      Unterstützt Raid Modus 0 und 1 (Win XP, Win 7 x86, Win 7 64bit)
      2x SATA Laufwerkskabel mitgeliefert
    • Anschlüsse und Buttons Vorderseite
      Mikrofon-Eingang
      Kopfhörer-Ausgang
      2x USB 2.0
      Ein/Aus-Button
      Betriebsanzeige (Blaue LED)
      Aktivitätsanzeige für Festplatte (Gelbe LED)
    • Anschlüsse Rückseite
      DVI-D **) unterstützt HDMI mit optionalem Adapter
      D-Sub/VGA **)
      6x USB 2.0
      2x USB 3.0
      GigaBit LAN (RJ45)
      Audio Line-out (3,5 mm)
      Audio Line-in (3,5 mm)
      Mikrofon-Eingang (3,5 mm)
      Clear CMOS Button
      optional: Serielle RS232 Schnittstelle (Zubehör: "H-RS232")
    • Weitere Anschlüsse onboard
      4x USB 2.0 (zwei 2x5 Pins - einer belegt durch Front Panel)
      1x RS232, serielle Schnittstelle (2x5 Pins)
      2x Lüfter-Anschlüsse (4 Pins)
      Audio AUX-Eingang
      S/PDIF Digital Audio Ausgang (3 Pins)
      Low Pin Count (LPC) Schnittstelle für klassische I/O-Ports
    • Mitgeliefertes Zubehör
      Mehrsprachiges XPC Installations-Handbuch
      32/64-Bit Treiber-DVD
      2x SATA Laufwerkskabel
      230V-Netzkabel
      Schrauben
      Wärmeleitpaste
    • Optionales Zubehör
      Backpanel-Adapter für eine serielle RS232 Schnittstelle (H-RS232)
      Wireless LAN Modul 802.11n (Mini-PCIe-Karte)
      300W Netzteil, 80Plus Bronze (PC61J)
      500W Netzteil, 80Plus Bronze (PC63J)
    • Zertifikate / Konformität:
      EMI: FCC, CE, BSMI, C-Tick
      Sicherheit: CB, BSMI, ETL
      Sonstige: Windows 7 Premium Logo, RoHS, Eup Lot6, Energy Star
    • Konformität
      Dieses Gerät wird als informationstechnische Einrichtung (ITE) der Klasse B eingestuft und ist hauptsächlich für den Betrieb im Wohn- und Bürobereich vorgesehen. Durch das CE-Zeichen wird die Konformität mit den folgenden EU-Richtlinien bestätigt:
      (1) EMV-Richtlinie 89/336/EWG Elektromagnetische Verträglichkeit
      (2) Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen


    Shuttle SA76R4


    [BREAK= Äußeres]
    Shuttle SA76R4

    Schon zu Beginn dieses Artikels haben wir uns kurz zum Design des Shuttle XPC geäußert. Das Äußere unterscheidet sich nur minimal von dem Bekannten. Vor allem wenn man den für Shuttle-Verhältnisse günstigen Preis betrachtet, sind kleinere Abstriche nötig. Das Grundgerüst besteht weiterhin aus Aluminium. Der Deckel ist gebürstet mit mattem bis seidig glänzendem Finish.

    Shuttle SA76R4

    Höherpreisige Modelle des Herstellers bieten eine Front mit Aluminium-Applikationen. Für das SA76R4 kommt nur Kunststoff zum Einsatz. Der Eindruck ist trotzdem positiv. Die Mischung aus glatten, hochglänzenden und matten Flächen sorgt für genügend Pepp, um nicht langweilig auszusehen, bleibt aber dezent. Hinter der durch Schrauben gesicherten Plexiglas-Platte kann auf Wunsch ein Bild/Foto platziert werden. Aus früheren Jahren kennen wir noch die große Palette an Modding-Möglichkeiten für die Shuttle-Barebones. Davon war in letzter Zeit nicht mehr viel zu sehen und im Hinblick auf die Konkurrenz ist das eine neue Idee.
    Im unteren Bereich platziert Shuttle zwei USB-2.0-Buchsen und die beiden Audio-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Dass in diesem Fall kein USB-3.0-Port an der Front zu finden ist, wird womöglich ein weiterer Kompromiss zugunsten des Preises sein.

    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4

    Über den Deckel hatten wir eingangs dieses Kapitels schon einmal kurz gesprochen. Die Aluminium-Haube besitzt auf beiden Seiten Lüftungsöffnungen. Wie wir später sehen werden, ist das SA76R4 nur mit einem Lüfter ausgestattet, der für die nötige Ventilation im Inneren sorgt. Somit müssen diese Öffnungen die nötige Frischluft durchlassen können. Zusätzlich wird dies nötig, wenn eine Grafikkarte mit höheren TDP-Werten (Maß für die Abwärme) verbaut wird.

    Shuttle SA76R4

    Rückseitig sehen wir, dass der Deckel mithilfe von drei Rändelschrauben fixiert ist. Linksseitig können wir oberhalb einer dieser Schrauben eine Öffnung für ein Kensington-Lock vorfinden. Damit lässt sich das Gehäuse im Wunschfall optional sichern. Daneben sind Öffnungen für Anschlüsse vorgesehen, aber nicht belegt. Einmal handelt es sich dabei um einen optionalen COM-Port, zum anderen wäre ein optischer Ausgang möglich. Über den verfügt das SA76R4 im Auslieferungszustand nicht.
    Mittig fällt die große Wabengitteröffnung für den Luftauslass auf. Wabengitter sorgen für weniger Luftverwirbelungen, das Betriebsgeräusch sinkt im Normalfall. Die zweite größere Öffnung ist für die Abluft des verbauten Netzteils zuständig. Beim letzten Shuttle-Barebone für AMD-Systeme, dem SN78SH7, war das Netzteil etwas weiter unten verbaut. Welche Vorteile die neue Position hat, werden wir uns später noch einmal kurz vor Augen führen.
    Auf der rechten Seite bleiben nun schlussendlich nur noch die beiden Erweiterungskartenslots übrig. Von außen recht unspektakulär, hat sich auch in diesem Punkt etwas zur Vorgängergeneration getan, wahrscheinlich zur Freude interessierter Kunden.

    [BREAK=Inneres]
    Nach dem Öffnen des Gehäuses fällt unser Blick natürlich zuerst auf das Mainboard, das aber erst später Thema unserer Betrachtungen werden wird. Abseits dessen ergibt sich das Bild eines geräumigen Gehäuses. Das ist auch nötig, denkt man an nur den im hinteren Bereich aktiven Lüfter, der die gesamte Ventilation übernimmt.

    Shuttle SA76R4

    Von links sehen wir den Laufwerksträger für zwei 3,5“-Festplatten und ein 5,25“-Laufwerk. Dieser lässt sich zur leichteren Installation der Komponenten ausbauen, denn so ist auch der Zugriff auf das Mainboard einfacher. Vor allem wenn wir an die Installation des Prozessors denken, braucht man Platz. Der Shuttle-Kühler wird verschraubt und somit ist jeder Zentimeter nach oben nützlich.
    Der Laufwerksträger verfügt über keine Möglichkeit zur Entkopplung. Damit können die Vibrationen verbauter Laufwerke direkt auf das Chassis übertragen werden. Wie sich das in Verbindung mit unserer Test-Festplatte äußert, werden wir an gegebener Stelle noch einmal aufgreifen.

    Shuttle SA76R4

    Gegenüberliegend platziert Shuttle das Netzteil direkt unter dem Deckel. Dieses verfügt offiziell nicht über eine 80-Plus-Zertifizierung. Mit den Verbrauchswerten werden wir uns später noch einmal beschäftigen. An dieser Stelle möchten wir nur erwähnen, dass ein Austausch aufgrund des Formfaktors durchaus kompliziert werden kann. Shuttle bietet andere Netzteile an, die Auswahl ist aber beschränkt. Hinzu kommt, dass der Flex-ATX-Standard zwar ähnliche Abmaße bietet, jedoch das Belüftungskonzept verschieden sein kann. Das Netzteil ist und bleibt ein Streitthema, sobald sich der geneigte Käufer mit der Netzteilfrage beschäftigt.
    Positiv anzumerken ist, dass die höhere Position des Netzteils für ein deutliches Plus in Bezug auf den Bedienungskomfort sorgt. Der bereits angesprochene Shuttle SN78SH7 konnte im Zusammenspiel mit hohen RAM-Modulen Probleme machen.

    Am Rande möchten wir einen interessanten Fakt anfügen. Bei der Demontage des Mainboard fallen uns Montagepunkte auf, die mit einem „I“ für ITX bzw. mITX gekennzeichnet sind. Das lässt uns kurzerhand unser SAPPHIRE AM3DD785G zücken und siehe da, es passt. Die Mainboardblende lässt sich ebenso austauschen und damit steht bei einem Defekt die Möglichkeit offen, das Gehäuse wiederzuverwenden. Die I.C.E.-Kühleinheit lässt sich dann aber nicht mehr verwenden. Die Position des Sockels macht in diesem Fall einen Strich durch die Rechnung.

    Shuttle SA76R4


    [BREAK=Die I.C.E.-Kühleinheit]
    Shuttle SA76R4

    Im Folgenden wollen wir einmal einen kurzen Blick auf die Kühleinheit des Shuttle SA76R4 werfen. In diesem Punkt hat sich seit geraumer Zeit anscheinend nicht viel getan. Je nach TDP-Einordnung kommen lediglich unterschiedliche Varianten des Kühlers zum Einsatz. Bei einer CPU mit maximal 125 W Abwärme kommen vier Heatpipes zum Einsatz. Das SA76R4 ist, noch einmal durch einen Aufkleber illustriert, auf maximal 95 W TDP limitiert. Die Zahl der Heatpipes sinkt auf drei.

    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4
    (Links: Kühlkörper SA76R4, Mitte: Boden SA76R4, Rechts: Boden SN78SH7)

    Wenn wir uns die beiden Kühleinheiten im direkten Vergleich ansehen, fällt auch auf, dass Shuttle die Bodenplatte aus Kupfer flächenmäßig vergrößert hat. Auf eine besonders glatte Fläche wird verzichtet. An dieser lässt sich aber auch nicht ein Pauschalurteil über die Kühlleistung ableiten. Die schlussendliche verfügbare Kühlfläche hat sich nicht verändert. Weiterhin kommen relativ schmale Finnen zum Einsatz. Dass dieser Kühler die CPU im Zaum halten kann, ist teilweise schwer zu glauben. Vor allem im Hinblick auf die höchste TDP-Klasse bis 95 Watt wird dieses Thema interessant.

    Shuttle SA76R4

    Im SA76R4 wird der Kühler verschraubt. Für den nötigen Anpressdruck sorgen im Prinzip vier Federn, die an den Schrauben befestigt sind.

    Shuttle SA76R4

    Schlussendlich fällt unser Blick auf den Lüfter, den Shuttle verbaut. Wie schon beim Shuttle SN78SH7 paart der Hersteller die Kühleinheit mit dem Modell AD0912UX-A7BGL von ADDA. Der Lüfter ist sowohl temperatur- als auch drehzahlgeregelt. Bei Letzterem ist hinzuzufügen, dass Shuttle auf die Regelung per Pulsweitenmodulation (PWM) setzt.

    [BREAK=Das Mainboard – Layout]
    Shuttle SA76R4

    Herzstück des Shuttle SA76R4 ist selbstverständlich das Mainboard. Es setzt auf den hauseigenen SFF (Shuttle Form Factor). Die Dichte der Bauteile hält sich in Grenzen. Zuallererst sind die passiven Kühlkörper hervorzuheben. Der letzte AMD-Barebone SN78SH7 verfügte noch über einen kleinen 40-mm-Lüfter auf dem Chipsatz. Der Lautstärke war dies nicht gerade zuträglich. Unter dem höheren Kühlkörper versteckt sich die Northbridge von AMDs 760G-Chipsatz. Der Begriff Northbridge trifft im Grunde genommen nicht mehr wirklich zu, wird aber noch gerne verwendet. Der Speichercontroller befindet sich seit dem Athlon 64 im Prozessor selbst. Der Hypertransport ersetzt das Bus-System. Die Northbridge des AMD 760G beherbergt die PCI-Express-Lanes und die integrierte Grafikeinheit. 22 Lanes der Revision 2.0 ermöglichen die volle Anbindung des PCIe-x16-2.0-Slots und des USB-3.0-Controllers. Hinzu kommen vier PCIe-1.1-Lanes.

    Shuttle SA76R4

    Eine Lane wird durch den PCIe-x1-Slot verwendet, ein weiterer durch den Mini-PCI-Express-Slot. Letzterer bietet die Möglichkeit, eine WLAN-Karte aus dem mobilen Bereich zu verwenden. Eine weitere Lane wird durch den Netzwerkcontroller belegt.
    Die Southbridge in Form der SB710 verfügt über die Fähigkeit, maximal 12 USB-2.0-Ports, 2 USB-1.1-Ports sowie sechs SATA-3Gb/s-Anschlüsse zu bedienen. Darüber hinaus integriert AMD einen High-Definition-Audio-Controller in die SB710, aber auch die Advanced Clock Calibration (ACC).

    Solange wir noch von Kühlkörpern sprechen, ist es erwähnenswert, dass Shuttle beim Mainboard des SA76R4 auf einen Kühlkörper für die Spannungswandler im oberen Bereich setzt.
    Die größere Fläche im Gegensatz zu mITX-Mainboards kommt zum Beispiel der Speicherbestückung zugute. Vier DDR3-Slots sind vorhanden. Die farbliche Markierung kennzeichnet jeweils zusammengehörende Steckplätze für den Dual-Channel-Betrieb.

    Shuttle SA76R4

    Die beiden PCI-Express-Slots sind im Gegensatz zum „Vorgänger“ SN78SH7 komfortabler angeordnet. Die Verbreitungsrate von Grafikkarten, die zwei Slots an Platz benötigen (Dual Slot), ist sehr hoch. Single-Slot-Grafikkarten sind inzwischen rar geworden, wenn es sich um spieletaugliche Modelle handeln soll. Mit der Radeon HD 7750 stellt AMD seit kurzem ein interessantes Modell bereit, deren Leistung pro Watt neue Maßstäbe setzt. Genügt dem Kunden eine Grafikkarte mit Single-Slot-Kühlung, so steht noch ein PCI-Express-x1-Slot wie oben bereits erwähnt zur Verfügung. Inzwischen finden sich viele Erweiterungskarten aus dem Multimedia-Bereich mit dieser Schnittstelle.
    Rechts darüber sehen wir vier SATA-Ports. Links neben dem Kühlkörper der Northbridge positioniert Shuttle zwei Lüfteranschlüsse. Beide sind vierpolig ausgeführt und bieten Pulsweitenmodulation (PWM). Einer ist durch den CPU-Lüfter belegt.

    [BREAK=BIOS]
    Die BIOS-Einstellungen des Shuttle SA76R4 sind nur auf die nötigsten Punkte begrenzt. Wir lassen die Bilder für sich sprechen.

    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4
    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4
    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4
    Shuttle SA76R4 Shuttle SA76R4


    [BREAK=Onboard-Sound-Signal]
    Rightmarks Audio Analyzer dient uns wie schon so oft als Anhaltspunkt, wie es um die Qualität der verbauten Audio-Lösung bestellt ist. Doch sehen wir uns einmal an, welche Ergebnisse wir erreicht haben:


    Wie wir unschwer erkennen können, bietet die im Shuttle SA76R4 integrierte Audio-Lösung im Gesamtergebnis keinen wirklichen Mehrwert gegenüber Konkurrenzprodukten. In diesem Fall haben wir noch einmal Messwerte zuvor getesteter Mainboards mit einer aufgelöteten AMD-E-350-APU hinzugefügt. Wenn wir die einzelnen Punkt jedoch betrachten, wirkt die Leistung konstanter.

    Eine ausführliche Erklärung der in der Messung verwendeten Begriffe findet der Interessierte bei unserer Partner-Site Hard Tecs 4U.

    [BREAK=HD Tune – SATA (HDD)]
    HD Tune in der Version 2.55 ist kostenlos erhältlich und wird oftmals als grober Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit eines Massenspeichers zu Rate gezogen. Wir nutzen es in unserem Fall sowohl für die Messung der SATA- als auch USB-Geschwindigkeit. Bevor wir uns aber die Ergebnisse der externen Speicherlösung ansehen, kommt die interne Festplatte zum Zuge:


    Mit unserer Testfestplatte lässt sich im Vergleich zu unserem SAPPHIRE-Mainboard kein nennenswerter Unterschied feststellen. Die Transferraten unterscheiden sich im Mittel nur um 0,1 MB/s, was durchaus im Rahmen einer Messungenauigkeit liegt.
    Mit 59,3 MB/s in der Spitze stößt unsere Testfestplatte an ihre Grenzen, weshalb wir folgend auf eine SSD zurückgreifen werden.

    [BREAK=HD Tune – SATA (SSD)]
    Unsere ADATA S510 ist bereits für den neuesten SATA-Standard mit einer Bandbreite von 6 Gb/s gedacht. Sowohl der 760G- als auch der 785G-Chipsatz mit der Southbridge vom Typ SB710 sind aber auf 3 Gb/s beschränkt. Damit haben wir aber auch den Vorteil, dass die SSD in keinem Fall limitiert.


    Das Shuttle SA76R4 muss in diesem Test etwas zurückstecken.

    [BREAK=HD Tune – USB 2.0 und 3.0 (HDD)]
    Im Folgenden wollen wir uns einmal vor Augen führen, wie die Mainboards mit einer externen Festplatte zurechtkommen. Zuerst vergleichen wir, wie das Ganze mit einer herkömmlichen Festplatte aussieht.



    Unter Nutzung von USB 2.0 kann sich das im Shuttle SA76R4 verbaute Mainboard wieder nicht gegen das SAPPHIRE-Mainboard durchsetzen.

    Da das SAPPHIRE IPC-AM3DD785G kein USB 3.0 unterstützt, nutzen wir in diesem Fall unsere zuletzt getesteten Mainboards auf Basis von AMDs APU der E-Serie als Vergleichsbasis. Der ASMedia-Chip bietet die gleichen maximalen Transferraten und muss sich nur beim Mittelwert leicht geschlagen geben. Die verbaute Festplatte kommt in diesem Fall an ihre Grenzen.

    [BREAK=HD Tune – USB 3.0 (SSD)]
    Wie schon im SATA-Test muss auch wieder unsere SSD zeigen, wie leistungsfähig der verlötete ASMedia-Controller ist.


    Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Im Falle des ASUS E45M1-M PRO konstatierten wir, dass die Kombination von ASMedia-Brückencontroller im Gehäuse der externen Festplatte und eine zugehörige Lösung auf dem Mainboard für hohe Werte gut geeignet sind. Nun sieht es so aus, dass sich das Shuttle SA76R4 zwischen den beiden Vergleichsobjekten platziert.

    [BREAK=Benchmark – 3DMark 06]
    Futuremark bietet mit seinem Benchmark 3DMark immer wieder eine gern herangezogene Software an und wird oft als Messlatte für die Spieleleistung eines PCs angesehen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass der 3DMark 06 inzwischen nicht mehr aktuell ist, da er noch die DirectX-9-Generation ansprach. Jedoch kommen in Büro- und Wohnzimmer-PCs immer wieder integrierte Grafikeinheiten zum Einsatz, deren Leistungsfähigkeit nicht für aktuelle Spiele in den höchsten Detaileinstellungen ausreicht, aber für das eine oder andere kleine Spiel. Ebenso feiern auch ältere Spiele hin und wieder ihr Comeback.


    Im CPU-Benchmark des 3DMark 06 kann das Shuttle SA76R4 einen kleinen Vorsprung aufzeigen. Bei grafiklastigen Tests hingegen ist die iGPU des SAPPHIRE-Mainboards stets voraus. Doch wie kommt es, dass die Grafikeinheit des 760G-Chipsatzes so schlecht dasteht? Die Unterschiede finden sich im Chiptakt und im Bereich des Vorhandenseins eines sogenannten Sideport-Speichers sowie einer potenziell höheren Speicherbandbreite zugunsten der beim SAPPHIRE IPC-AM3DD785G zum Einsatz kommenden AMD Radeon HD 4200. Damit können wir schon jetzt feststellen, dass das SAPPHIRE in GPU-lastigen Anwendungen die HD-3000-Lösung des Shuttle SA76R4 hinter sich lassen kann.

    [BREAK=Benchmark – PCMark Vantage]
    Neben dem 3DMark vertreibt Futuremark noch einen zweiten Benchmark, PCMark. Dieser testet das System nicht nur auf seine Leistung im Hinblick auf grafisch aufwändige Anwendungen, sondern bewertet ein breites Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten. Dabei wird nahezu jede Komponente belastet und so ergibt sich eine doch recht beachtliche Liste, welche wir erst einmal so zeigen möchten:


    Wie schon im 3DMark 06 zu sehen war, sind die Unterschiede bei den Grafikeinheiten positiv für das SAPPHIRE-Mainboard. Trotzdem muss sich das Shuttle-Mainboard keinesfalls verstecken und kann in zwei Kategorien auch einen kleinen Vorsprung verbuchen.

    [BREAK=Benchmark – specviewperf]
    Wie schon zur Einführung der APU haben wir uns auch dieses Mal die Leistungsfähigkeit der Mainboards bei Profi-Anwendungen angesehen. CATIA, Solidworks und ProEngineer sind in diesem Fall bekannte Vertreter der CAD-Anwendungen und Maya zum Beispiel aus dem 3D-Modelling-Bereich. Die Leistung der Testkandidaten ist immer von den Treibern abhängig. Sowohl AMD als auch NVIDIA bieten spezielle Treiber für diese Anwendungen an, welche nur in Verbindung mit einer passenden Grafikkarte des Profi-Segments funktionieren. Die Consumer-Karten sind meist für ein entspanntes Arbeiten zu langsam, doch für eine schnelle Kundenpräsentation reicht es aus.


    Der Abschnitt für Pro/ENGINEER zeigt, wie hauchdünn der Unterschied sein kann, wenn die Anwendung nicht von der höheren Speicherbandbreite für die integrierte Grafikeinheit profitiert.

    [BREAK=Benchmark – Cinebench R10 64 bit]
    Cinebench ist der zu MAXONs Cinema 4D passende Benchmark, wie man schon leicht am Namen erkennen kann. Es ist ähnlich wie Autodesks Maya variabel für viele Bereiche einsetzbar. Es reicht von der reinen Modellage eines Objekts bis hin zur Animation ganzer Filme. Dabei ist sowohl die CPU von entscheidender Bedeutung als auch die GPU mit ihrer OpenGL-Leistung.


    Der CPU-Benchmark zeigt wieder, wie gering der Unterschied zwischen unseren beiden Kontrahenten sein kann. Im Multithreading-Abschnitt haben wir einen prozentualen Unterschied von 0,6%.


    Der OpenGL-Benchmark fällt wieder zugunsten des SAPPHIRE aus.

    [BREAK=Benchmark – POVray v3.7 beta 39]
    POVray ist ähnlich wie Cinebench ein Test, der einzig auf die Prozessorleistung abzielt. Raytracing, übersetzt „Strahlenverfolgung“, ist bis jetzt das einzige Verfahren, das qualitativ hochwertige Renderings ermöglicht. Dabei werden Lichtstrahlen stufenweise verfolgt und mit genauen Parametern an allen Oberflächen gebrochen. Somit lassen sich im Vergleich schönere Bilder als mit den herkömmlichen Render-Verfahren erstellen, wie man sie zum Beispiel von aktuellen Computerspielen gewohnt ist. NVIDIA zeigte zwar bereits lauffähige Demos mit Raytracing mittels CUDA, sodass auch eventuell eine breitere Masse Zugang zu dieser Technik bekommt, aber den Durchbruch im Consumer-Segment hat diese Technik noch nicht erfahren. Schlussendlich zählt in diesem Test also die Anzahl der Bildpunkte, die pro Sekunde berechnet werden können. Bei Full-HD-Auflösung haben wir über zwei Millionen Bildpunkte pro Bild. Um eine optisch flüssige Wiedergabe zu erreichen, benötigt man zum Beispiel bei Spielen, wenn wir diesen Anwendungsfall nehmen, die dreißigfache Menge an Bildpunkten. Um diese doch riesige Anzahl an gerenderten Bildpunkten zu erreichen, benötigt man viel Rechenleistung und CPUs werden dies in naher Zukunft nicht bewältigen können, weshalb der Ansatz NVIDIAs durchaus interessant war. Langer Rede kurzer Sinn, kommen wir zu den Messergebnissen des Raytracers:


    Wie schon beim CPU-Benchmark von Cinebench ist das SAPPHIRE um 0,6 % schneller.

    [BREAK=Spiel – Company of Heroes]
    Das nun schon fast fünf Jahre alte Spiel Company of Heroes von Relic Entertainment bietet mit seinem integrierten Benchmark gute Voraussetzungen, um die Performance in einer realen Anwendung zu betrachten. Das Echtzeit-Strategie-Spiel war eines der ersten Spiele, das durch einen Patch in den Genuss von DirectX 10 kam. Wir haben den Benchmark mit mehreren Auflösungen und mit zwei unterschiedlichen Einstellungen getestet.


    Bei niedrigen Auflösungen sieht man, dass die reine Grafikleistung auf einem Level liegt. Mit steigender Auflösung nehmen auch die Bandbreitenanforderungen zu, sodass das SAPPHIRE mit dem Sideport-Speicher vorne liegt.

    [BREAK=Leistungsaufnahme]
    Die Leistungsaufnahme eines Systems wird bei steigenden Energiepreisen und auch im Hinblick auf die Kühlung interessant. Jedes verbrauchte Watt wird größtenteils in Abwärme umgesetzt. Ebenso versucht die Europäische Union mit der ErP-/EuP-Richtlinie die Leistungsaufnahme im ausgeschalteten Zustand unter bestimmte Regelungen zu stellen. So sollen im Normalfall alle elektronischen Geräte nach aktuellem Stand einen Wert von maximal einem Watt im ausgeschalteten Zustand erreichen, während dieser Wert folgend Schritt für Schritt weiter reduziert wird. Neben dem Mainboard muss auch das Netzteil dafür geeignet sein, um diese Vorgabe zu erfüllen.

    Für die Messung der Leistungsaufnahme kommt ein Voltcraft Energy Check 3000 zum Einsatz. In diesem Abschnitt haben wir verschiedene Kombinationen getestet. Jedes Mainboard wurde mit unserem Referenznetzteil von Xilence gemessen und folgend das Gesamtprodukt von Shuttle beleuchtet. Leichte Abweichungen können wir nicht unterbinden, sie ergeben sich durch die unterschiedliche Kühllösungen und somit thermische Bedingungen.

    Welche Werte wir für das System erreicht haben, wollen wir uns nun einmal vor Augen führen.


    Ohne eine zusätzlich verbaute Grafikkarte schlägt sich das Mainboard des Shuttle SA76R4 respektabel. Obwohl der Hersteller einen USB-3.0-Controller verbaut, liegt der Verbrauch nur im Leerlauf über dem des SAPPHIRE IPC-AM3DD785G. Das Shuttle-Netzteil weist im Niedriglastbereich eine höhere Verlustleistung gegenüber unserer Referenz auf und sorgt für einen Mehrverbrauch von 11 bis 28 %. Der letzte AMD-basierte Shuttle-Barebone (SN78SH7) bot ein 80Plus-zertifiziertes Netzteil. Das aktuelle SA76R4 kann nur durch die optional erhältlichen Netzteile zu weniger Stromdurst überredet werden.


    Mit einer zusätzlichen Grafikkarte fallen die Unterschiede geringer aus. 3 bis 4 % Mehrverbrauch sind aber immer noch messbar. Das bedeutet, dass das Netzteil mit steigender Auslastung durchaus brauchbare Wirkungsgrade erreichen kann.

    [BREAK=Overclocking und Undervolting]
    Dieses Kapitel fällt im Normalfall immer recht spärlich in unseren Tests aus, da wir nur Ansätze liefern können. Systeme, die vielleicht stundenlang einen Stresstest mit Prime 95 oder ähnlichen Tools bewältigen, können trotzdem im Alltagsbetrieb abstürzen.

    Das Thema Overclocking, sprich die Erhöhung des Basistaktes oder eines Multiplikators, sorgt für mehr Leistung, aber auch für ein Erlöschen der Herstellergarantie. Das Shuttle SA76R4 lässt uns in diesem Kapitel etwas im Stich. Im BIOS finden sich lediglich Optionen zur Anpassung des Speichertaktes und in Ansätzen für die Timings des Arbeitsspeichers. Hinzu kommen zwei Werte für die Spannungsregulierung von Speicher und Northbridge. Somit ließen sich nur über schnelleren Arbeitsspeicher Leistungzuwächse erreichen sowie Speichermodule mit höherer Standardspannung betreiben.


    Overclocking soll für höchste Leistung sorgen, Undervolting für den niedrigsten Verbrauch. K10Stat als Softwarelösung unterstützt uns bei diesem Vorhaben. Das Shuttle SA76R4 bietet leider keine Möglichkeit, die exakte Spannung auszulesen. Bekannte Tools wie CPU-Z oder Coretemp zeigen uns nur den anvisierten Wert an. Somit kann das obenstehende Ergebnis mit 1,075 V nur so präsentiert werden. Obwohl uns also eine wahre Aussage über die Spannungswerte fehlt, schlägt die Verbrauchseinsparung sichtbar zu Buche. In unserem Testlauf sinkt die CPU-Temperatur damit zwar nur um 3°C, dafür sinkt aber auch die durchschnittliche Lüfterdrehzahl von 1350 auf 1050 U/min. Neben der geringeren Leistungsaufnahme nimmt dementsprechend also auch die Lautstärke ab.

    [BREAK=Lautstärke]
    Die Lautstärke ist wie bei jedem System nicht zu unterschätzenden. Nervende Nebengeräusche können nur allzu schnell zu frustrierenden Stunden vor dem PC führen. Gerade Shuttle möchte bei diesem Thema sehr viel Wert darauf gelegt haben. Doch sehen wir uns einmal das SA76R4 im Vergleich zu unseren bereits getesteten Gehäusen einmal etwas genauer an.


    In nahezu allen Bereichen kann es die potenzielle Konkurrenz übertrumpfen, wenn wir bedenken, dass wir in diesem Fall die Lüftersteuerung nutzen. Vor allem aber von der Oberseite ausgehend fällt ein Schwachpunkt auf. Das leichte Aluminium-Profil bietet keinen hohen Dämmwert. Hinzu kommt der verbaute Lüfter. Durch die Kombination von Temperatur- und Drehzahlregelung ergibt sich ein teils störendes Laufverhalten. Der Lüfter regelt mitunter innerhalb weniger Sekunden mehrmals die Drehzahl im Bereich zwischen 1315 und 1433 U/min, sobald die Innenraumtemperatur schwankt.
    Interessant ist, dass die Lüfterdrehzahl beim Start des Belastungstests um ca. 100 U/min absinkt. Beenden wir alle Stresstest, steigt die Drehzahl um ca. 150 U/min an und schaltet kurze Zeit darauf wieder herunter. Letzteres lässt sich durch einen Entlüftungsvorgang erklären. Die warme Luft soll so schnell wie möglich das Gehäuse verlassen.

    [BREAK=Fazit]
    Shuttle SA76R4

    Shuttles SA76R4 setzt als einziger AMD-basierter Barebone im Portfolio auf die letzte Prozessorengeneration. Hinzu kommt, dass der AMD-760G-Chipsatz auch nur Mittelklasse ist. Und doch kann das Shuttle-Modell durchaus überzeugen, vor allem in Hinsicht auf das Verhältnis von Preis und Leistung ist es einen Blick wert.

    In CPU-Benchmarks liegt das SA76R4 in direkter Schlagdistanz zu unserer Vergleichsbasis, der Unterschied bewegt sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich, wobei die Reihenfolge auch variiert – in der Gesamtheit also Gleichstand. Damit zeigt sich, dass sich die Chipsätze eher in den Features denn der Leistung unterscheiden.
    Obwohl die integrierte Grafikeinheit in Form der Radeon HD 3000 von einer geringen Speicherbandbreite ausgebremst wird, dürften das die meisten Anwender nicht sonderlich bemerken. Bei Multimedia-Anwendungen könnte der Unterschied aufgrund einer fehlenden UVD-Einheit auffallen und Spieler greifen sowieso zu einer zusätzlichen Grafikkarte. In diesem Punkt hat Shuttle auch das Layout gegenüber dem letzten AMD-basierten Barebone überarbeitet, sodass auch Dual-Slot-Modelle möglich werden. Bei der Konnektivität ist der SA76R4 teils auf dem neuesten Stand der Technik und unterstützt auch USB 3.0. Die Geschwindigkeit ist aber eher mittelmäßig einzuordnen und platziert sich zwischen unseren beiden Vergleichsprodukten in diesem Fall. Uns fehlt nur ein HDMI-Ausgang, der neben den Bildinformationen auch den dazugehörigen Ton überträgt und ein zusätzliches Kabel wegfallen lassen würde.

    Das Gehäuse des SA76R4 bietet die altbekannte Verarbeitungsqualität. Der Aluminium-Deckel sorgt für einen höherwertigen Eindruck. Die Front muss zugunsten eines besseren Preis-Leistungsverhältnisses auf Aluminium verzichten und kann trotzdem überzeugen. Durch die Verwendung einer großflächigen Plexiglas-Scheibe umgeht man staubanfällige Hochglanzflächen, wie sie momentan gerne zum Einsatz kommen und bietet eine Gestaltungsmöglichkeit, durch die sich Shuttle-Barebones immer wieder herausstellten. Hinter der Scheibe lässt sich ein Foto platzieren.
    Leider bietet die Front keinen Zugang zu einem USB-3.0-Anschluss, was wir neben der Vibrationsanfälligkeit des Deckels als kleine Makel anführen können.

    Die I.C.E.-Kühleinheit bietet ausreichende Reserven zur Kühlung der CPU. Nur der Lüfter dürfte vielen Anwendern Sorgen bereiten. Neben der Drehzahlregelung bietet das Modell einen Temperaturfühler, um die Gehäuseinnentemperatur zu beachten. Durch leichte Schwankungen ändert sich die Drehzahl ständig und damit auch der Schallpegel, was für ein unruhiges Laufverhalten führen kann.

    Das Netzteil des Shuttle SA76R4 verfügt über keine 80Plus-Zertifizierung. Bei niedriger Auslastung fällt der Wirkungsgrad, erreicht in der Spitze aber fast das Niveau unserer Referenz in Form des Xilence XP250.SFX.

    Artikel im Forum kommentieren...
    Weitere Artikel...

  2. Die folgenden 16 Benutzer sagen Danke zu heikosch für diesen nützlichen Beitrag:

    C4rp3di3m (20.02.2012), Crashtest (20.02.2012), DEFENDER (20.02.2012), Dr4go (21.02.2012), ICEMAN (20.02.2012), Krümel (20.02.2012), Makso (23.02.2012), mapim (20.02.2012), Meran (26.02.2012), MrBad (20.02.2012), ren (21.02.2012), Sagi T 754 (20.02.2012), Sefegiru (20.02.2012), silverboobs (20.02.2012), Sje8607 (21.02.2012), yasu (20.02.2012)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Single Sign On provided by vBSSO