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    AMD Memory Entertainment Edition

    Titelbild zum Artikel AMD Memory Entertainment Edition


    Als Mitte 2011 erste Bilder von Speichermodulen mit AMD-Aufkleber im Internet auftauchten, wurde von Lesern häufig die Sinnhaftigkeit hinterfragt. Nicht ganz ohne Grund, denn erst im Januar 2011 kündigte OCZ an, sich aus dem Arbeitsspeicher-Markt zurückzuziehen. Und wenn sich selbst solch gestandene Größen im RAM-Segment zurückziehen, dann ist eine kritische Hinterfragung von AMDs Vorstoß durchaus berechtigt.

    Ende Januar dieses Jahres informierte AMD per Pressemitteilung, dass fortan Speicher unter dem AMD-Label gekauft werden kann. Gleichzeitig teilte man den geneigten Kunden mit, warum man überhaupt diesen Schritt gegangen ist:

    "AMD has been supplying and validating memory for AMD Radeon graphics cards for several years. Based on this experience, adding system memory to our product line was a clear opportunity for us. This move provides our partners and end-users with a trusted brand synonymous with quality -- we can help ensure performance and reliability with AMD Memory."

    Aufgrund der Erfahrung beim Einsatz von Speicher im Grafikkartensegment möchte AMD Qualität aus einer Hand liefern. Vor einiger Zeit erhielten wir von AMD ein Speicherkit mit insgesamt acht Gigabyte Kapazität der Entertainment Edition. Auf den nächsten Seiten werden wir uns anschauen, was dieser Speicher zu leisten im Stande ist.

    Viel Vergnügen beim Lesen!
    [break=AMDs Einstand im Speichergeschäft]
    Einige Community-Mitglieder (sei es in unserem Forum oder auf anderen Webseiten) haben bei AMDs Ankündigung, fortan im Speichersegment mitmischen zu wollen, den Kopf geschüttelt. Diese Reaktion kann man vor dem Hintergrund der verfallenen Speicherpreise durchaus nachvollziehen. Selbst OCZ, einst einer der größten DRAM-Verkäufer, hat im Januar 2011 bekannt gegeben, sich aus diesem Geschäft zurückzuziehen. Niedrige Preise und dadurch geringe Margen locken im Normalfall niemanden hinter dem Ofen vor.

    Was AMD macht, ist ein einfacher, aber handfester Schachzug: Man bietet eine Komponente mehr an, die man "aus einer Hand" verkaufen kann. Hersteller von Komplettsystem können fortan die CPU, den Chipsatz, die GPU und jetzt auch noch den RAM von AMD beziehen. Die wichtigsten Komponenten können also das gleiche Label tragen, was besonders im OEM-Bereich gut ankommen dürfte. Denn man kann davon ausgehen, dass Produkte eines Herstellers auch aufeinander abgestimmt sind und somit ohne Probleme gemeinsam eingesetzt werden können. Aufwendige Kompatibilitäts- und Validierungstests können so auf ein Minimum reduziert werden, was letztendlich Kosten spart.

    Für den Endkunden gilt dieses Argument natürlich ebenso. Statt sich im Dschungel aus Speicherriegeln verschiedenster Variationen zu bewegen, kann im Zweifelsfall zum kompatiblen RAM vom Prozessor-Hersteller des Vertrauens gegriffen werden. Durch den Kauf entsprechender Riegel mit dem AMD-Label könnte sich zudem die Anzahl der Problem-Threads in einschlägigen Foren verringern, wo blindlings irgendein Speicher gekauft wurde, der hinterher Kompatibilitäs- bzw. Stabilitätsprobleme hat.

    Dieser psychologische Vorteil von AMD erscheint uns nicht unbedeutend, weshalb wir uns vorstellen können, dass das Unternehmen aus Sunnyvale damit durchaus Erfolg haben wird - und das trotz des harten Preiskampfes im RAM-Segment. Natürlich kann dies nur eintreten, wenn auch die Produkte stimmen.

    Die von uns getestete Entertainment Edition von AMD stellt dabei die Einstiegsklasse dar. Gemäß der offiziellen Produktseite gibt es AMD Memory in drei verschiedenen Ausführungen:
    • Entertainment Edition
      • Designed for cost-conscious "white box" users and system integrators
      • Meets industry standards specifications
      • Tested to help ensure quality and reliability
    • Performance Edition
      • Fast and reliable
      • Great choice for home entertainment platforms and HD/3D movie playback
      • Video and music editing
      • Ideal for entry-level gamers
    • Radeon Edition
      • Hand-selected high quality memory parts
      • Superior performance to succeed in critical gaming missions
      • Ultra-fast and highly reliable - designed to eliminate drop outs and delays
      • Great choice for the enthusiast video gamer
      • AMD OverDrive™ Software for unprecedented control

    Die drei Versionen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Timings und ihrer Taktrate, wobei die Produktseite recht magere Informationen preisgibt. So taktet die Entertainment Edition ab DDR3-1333, die Performance Edition ebenfalls ab DDR3-1333 und die Radeon Edition ab DDR3-1866. Bei den Timings spricht man bei der Performance und der Radeon Edition von "Enhanced Latency" und bleibt genaue Angaben schuldig. Insgesamt sieht es fast so aus, als sei die Produktseite noch überhaupt nicht fertig oder man testet das Potential der Speicherriegel beim Kunden aus, um später endgültige Spezifikationen zu benennen. Ziemlich merkwürdig. Wir haben diesbezüglich bei AMD nachgefragt und konnten folgende, konkrete Zahlen in Erfahrung bringen:

    Entertainment Edition
    • erhältlich als DDR3-1333 mit Timings von 9-9-9 bei 1,5 Volt
    • erhältlich als DDR3-1600 mit Timings von 9-9-9 bei 1,5 Volt

    Performance Edition
    • erhältlich als DDR3-1333 mit Timings von 8-8-8 bei 1,5 Volt
    • erhältlich als DDR3-1600 mit Timings von 8-9-8 bei 1,5 bis 1,65 Volt

    Zur Radeon Edition konnten bisher keine Angaben gemacht werden. Auch ist unklar, warum es zu der Unterscheidung der Spannungen bei der Performance Edition mit DDR3-1600 kommt. Wir vermuten den Einsatz unterschiedlicher Speicherchips, bestätigt wurde dies bisher noch nicht. Wir hoffen, diese Information noch erlangen zu können.

    Doch genug der Theorie, wenden wir uns nun den harten Fakten zu.
    [break=Das Speicherkit]
    Beginnen wir mit ein paar Bildern des Corpus Delicti, der Entertainment Edition von AMD.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Geliefert wird das Speicherkit in einem schwarzen Pappkarton, welcher in unserem Fall beim Transport etwas gelitten hat.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Auf der Rückseite findet sich ein kleiner Text, welcher die Vorzüge von AMD Memory hervorheben soll. Ein Manual oder ähnliches wird nicht mitgeliefert, ist jedoch auch nicht von Nöten.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Im Karton befindet sich eine Blisterverpackung, in der wiederum die beiden Speicherriegel residieren. Ironischerweise ist in dieser Verpackung noch ein weiterer Platz für einen RAM-Riegel vorgesehen. Drei identische Speicherriegel machen aber nur bei Intels Sockel 1366 mit Triple-Channel-Speicherinterface Sinn. Ein erstes Anzeichen dafür, dass der Speicher zwar unter dem AMD-Label vertrieben wird, die Herstellung aber durch eine andere Firma erfolgt - welche mit wenig Aufwand viele plattformabhängige Speicherkits verpackt und daher Kompromisse eingeht. Einen Einfluss auf das vorliegende Speicherkit hat diese Tatsache natürlich nicht.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Beide Speicherriegel sind mit Heatspreadern versehen, welche die identische Höhe wie die Platine der Riegel selbst aufweisen. Dadurch sind Konflikte mit großvolumigen Prozessorkühlern nahezu ausgeschlossen.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Auf dem Sticker sehen wir erstmals den Hersteller des Speichers: Patriot. Unsere Riegel sind bis DDR3-1600 mit Timings von 9-9-9-24 bei 1,50 Volt spezifiziert.

    Foto AMD Memory Entertainment Edition


    Beide Speicherriegel in trauter Zweisamkeit. Die Optik ist verhältnismäßig schlicht, wobei AMD eine Farbkombination aus rot, schwarz und weiß wählt. Genau diese Farbkombination kommt häufig bei Modding-interessierten Benutzern vor und ganz nebenbei passt sie auch sehr gut zu unserem Testsystem: Einem ASUS Crosshair V Formula und einer Radeon HD 6970 - beide in rot/schwarz gehalten.

    SPD AMD Memory Entertainment Edition


    Obwohl für 9-9-9-24 spezifiziert, wird im SPD (Serial Presence Detect) eine tRAS von 28 programmiert. Da tRAS (oder auch Min RAS Active Time) keine große Bedeutung für die Performance von Speicherriegeln hat, haben wir fortan mit der SPD-Vorgabe von 28 gearbeitet.

    SPD AMD Memory Entertainment Edition


    CPU-Z bestätigt die Werte aus dem BIOS. Timings von 9-9-9-28 werden automatisch gesetzt - der Benutzer muss nichts für den (beinahe) spezifikationsgerechten Betrieb tun. Als Hersteller wird AMD im SPD hinterlegt.

    SPD AMD Memory Entertainment Edition


    Auch in AIDA64 wird die SPD-Programmierung bestätigt. Da das verwendete ASUS Crosshair V Formula auch die Speicherspannung korrekt setzt, ist unsererseits keinerlei Eingriff notwendig, um die Standardeinstellungen zu nutzen.
    [break=Das Testsystem im Überblick]
    Hardware
    • Prozessor: AMD FX-8150
    • Kühler: Noctua NH-C14
    • Mainboard: ASUS Crosshair V Formula (BIOS 1102)
    • Arbeitsspeicher: 2x 4 GByte AMD Memory Entertainment Edition (DDR3-1600, 9-9-9-28 2T)
    • Grafikkarte: ASUS Radeon HD 6970
    • Netzteil: Seasonic S12-650
    • Festplatte: Seagate ST3250410AS (SATA, 7.200/min)
    • Gehäuse: DIMASTECH Bench-Table


    Auf der Software-Seite sieht das System so aus:

    verwendete Software / TreiberVersion / Bemerkungen
    Windows 7 Ultimate
    64 Bit, Service Pack 1
    DirectX
    11
    Grafikkartentreiber
    Catalyst 12.1 Preview
    Prime95
    26.6, 64 Bit
    AIDA64
    2.00.1770 Beta
    WinRAR
    4.01, 64 Bit
    XMPEG
    5.03, Build 5.0.8.84
    XViD
    1.3.1
    Cinebench
    R11.5, 64 Bit
    Crysis
    Demo
    Crysis Benchmark Tool
    1.0.0.5
    Far Cry 2
    V 1.00
    Far Cry 2 Benchmark-Tool
    1.0.0.1
    3DMark 11
    Advanced, Build 1.0.1, ohne Feature Tests
    PCMark 7
    Advanced, Build 1.0.4
    LinX
    v0.6.4.0

    [break=Erzielte Speichertakte / -timings]
    Nachdem die korrekte Installation des Systems sichergestellt und die Programmierung des SPD gesichtet war, legten wir mit der Überprüfung der Stabilität los. Dabei ließen wir, ähnlich wie bei unseren Mainboard-Tests, 3DMark11 mit einer Auflösung von 1600x1200 und zweifacher Kantenglättung in einer Endlosschleife laufen. Gleichzeitig lief LinX in 64 Bit mit der maximalen Speicher-Einstellung ("All"). Beide Programme lasten unser System - und damit den Speicher - nahezu komplett aus. Dieses Szenario ließen wir über Nacht laufen und konnten keinerlei Probleme feststellen.

    Nachdem die Stabilität geklärt war, begannen wir mit dem Austesten der maximalen Speichertakte. Um eine Einstellung als stabil zu erklären, mussten jeweils etwa zwei Stunden Prime95 und etwa zwei Stunden LinX, beides in 64 Bit, fehlerfrei bestanden werden. Erst dann gingen wir einen Schritt weiter und erhöhten den Takt oder verringerten die Speichertimings. Herausgekommen sind folgende Werte:

    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
    (ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version)


    Bei 1,50 Volt Betriebsspannung konnten wir die Timings auf 8-9-8 verringern. Weder 7-9-7 noch 8-8-8 funktionierten, weshalb wir eine erhöhte Speicherspannung von 1,65 Volt ausprobierten - ohne Erfolg. Wer also straffe Timings möchte, der scheint bei der von uns getesteten AMD Entertainment Edition falsch zu sein - zumindest bei der Variante mit DDR3-1600. Dennoch sind 8-9-8 bei nur 1,50 Volt ein ordentliches Ergebnis.

    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
    (ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version)


    Mit den Standardeinstellungen (also Timings von 9-9-9 bei 1,50 Volt) erzielten wir eine Taktrate von 879 MHz - oder DDR3-1758. Immerhin knapp 10 Prozent Taktreserve bedeuten ein gutes Endergebnis.

    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
    (ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version)


    Selbst mit der Verlangsamung der Timings auf 9-10-9 konnten wir keine weitere Takterhöhung bei 1,50 Volt mehr erzielen. Wir setzten deshalb die Speicherspannung auf 1,65 Volt fest und testeten erneut: Und siehe da, diese beiden Eingriffe eröffneten uns satte 109 MHz mehr Taktpotenzial. Doch auch da war noch nicht Schluss.

    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
    (ein Klick auf den Screenshot öffnet eine vergrößerte Version)


    Die weitere Verlangsamung der Timings auf 10-11-10 erzeugte noch einmal zusätzliche 71,5 MHz Taktspielraum und wir konnten somit relativ locker die 1-GHz-Marke überwinden. Die Betonung liegt dabei auf "relativ". Denn obwohl der Takt nach einer lockeren Überwindung der Gigahertz-Marke aussieht, war der Weg dorthin nicht ganz einfach. Wir konnten ohne Probleme ins Windows booten und arbeiten, unsere Prime- bzw. LinX-Tests brachen aber nach spätestens 80 Minuten mit einem Fehler ab (auch bei niedrigeren Taktraten). Wir testeten verschiedene Einstellungen und konnten letztendlich den Wert von 1.059,5 MHz stabilisieren. Dafür war der Wechsel der Speicherlots notwendig (von den grauen Slots in die roten), die Verringerung der VDimm auf 1,6375 Volt und letztendlich die Entschärfung des Timings "WRITE to READ Delay" von 3 auf 4. All das zusammen brachte das zusätzliche Quäntchen Stabilität.

    Für einige User dürfte auch das Ergebnis interessant sein, welches wir beim Austesten der minimalen Betriebsspannung bei Standardeinstellungen (DDR3-1600 mit 9-9-9) erzielt haben. Denn mit eingestellten 1,2875 Volt, was in realen 1,316 Volt resultierte (gemessen per Multimeter), können wir eine deutliche Verringerung verzeichnen
    [break=Vorwort zu den Benchmarks]
    Um einige der Speicher-Taktraten zu erreichen, war die Veränderung von anderen Parametern, die CPU betreffend, notwendig. So ließen sich bestimmte Werte nur mit abweichendem Prozessor- und/oder Northbridge-Takt erzielen. Auf dieser Seite sind die Einstellungen aufgelistet, die wir für unsere Benchmarks verwendet haben. Die jeweils verwendeten Taktraten wurden zudem neben dem Speichertakt und den -timings mit in die Diagramme aufgenommen.

    Hier ein Überblick über die Einstellungen, bei denen es keine entsprechenden Standard-Kombinationen im BIOS gab/gibt:

    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
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    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
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    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
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    2x4 GByte AMD Memory Entertainment Edition
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    Und nun auf zu den Benchmark-Ergebnissen!
    [break=AIDA64, WinRAR]
    AIDA64 ist der Nachfolger des Tools "Everest", welches viele kennen werden. Auch wir haben für unsere Artikel auf die Benchmark-Suite zurückgegriffen, weshalb wir keine Sekunde gezögert haben, mit dem Thronfolger AIDA64 weiter zu arbeiten. Für unsere Tests nutzen wir den integrierten Memory-Benchmark, um den Speicherdurchsatz beim Lesen, Schreiben und Kopieren sowie die Speicherlatenz zu messen. Dabei kommt die Programmversion 2.00.1770 Beta zum Einsatz.

    An dieser Stelle möchten wir uns noch beim Programmierer von AIDA64 bedanken. Für die verschiedenen Testsysteme in der Redaktion, die für allerlei Hardware-Artikel herhalten müssen, hat man uns eine umfangreiche Extreme-Engineer-Lizenz zur Verfügung gestellt, mit der wir vollumfänglichen Zugriff auf die integrierten Benchmark-Suiten und Diagnose-Funktionen haben. So geht keine Information verloren. Danke dafür!

    Vorschaubild AIDA64


    Speicherdurchsatz: Lesen


    Die beiden Konfigurationen mit DDR3-1600 bei 200 MHz Referenztakt bilden das Ende des Ergebnisdiagramms. Die höchste Taktrate steht wie erwartet an erster Position.

    Speicherdurchsatz: Schreiben


    Interessant fällt die Reihenfolge im Schreib-Test von AIDA aus. Die beiden Standard-Taktraten von DDR3-1600, unter Verwendung des Referenztaktes von 200 MHz, liegen deutlich in Front. Ein Zeichen dafür, dass durch das Verändern von Multiplikatoren, dem Referenztakt und den Timings Dinge passieren, die sich negativ auf die Schreibleistung des Speichers auswirken können. Mit DDR3-1600 bei einem Verhältnis von 1:4 zwischen Referenz- und Speichertakt scheint ein ideales Verhältnis von Speichertakt, Timings und CPU-Taktraten zu bestehen. Im Übrigen konnten wir dieses Phänomen bereits beim Test der G.Skill RipjawsZ DDR3-1866 beobachten. Es handelt sich hierbei also nicht um ein Phänomen des getesteten Speichers, sondern vielmehr um ein Phänomen des Speichercontrollers bzw. der Plattform.

    Speicherdurchsatz: Kopieren


    Die Kopierleistung unterliegt den gleichen "Gesetzmäßigkeiten". Auch hier liegt offenbar ein ideales Verhältnis vor, wenn DDR3-1600 bei gleichzeitig 200 MHz Referenztakt zum Einsatz kommt.

    Speicherlatenz


    Selbst die Speicherlatenz zeigt die Standardeinstellungen im vorderen Bereich. Nur der höchste von uns erzielte Speichertakt kann sich so richtig in Szene setzen, die restlichen Ergebnisse fallen sehr gleichmäßig aus.



    Bei WinRAR wird immer auf gleichem Weg getestet: Es wird ein ca. 4,5 Gigabyte großes RAR-Archiv mit gemischtem Inhalt geöffnet und anschließend der integrierte Benchmark laufen gelassen.

    Vorschaubild WinRAR


    WinRAR


    WinRAR zeigt eine für uns perfekte Reihenfolge. Je höher der Takt und je straffer die Timings, desto schneller arbeitet WinRAR. Dies ist auch dann der Fall, wenn ein paar MHz CPU- und/oder Northbridge-Takt fehlen.
    [break=XMPEG, Cinebench]
    Wenn es um Video-Encoding bzw. -Decoding geht, so gibt es unzählige Variationen und Ausgestaltungen von Software. Viele Programme und noch mehr Codecs lassen dem Enduser die Qual der Wahl. Dabei ist die Nutzung der Ressourcen genauso vielfältig wie die Software selbst: Einige Programme bzw. Codecs können maximal einen Prozessorkern ansprechen, andere wiederum nehmen alles, was sie an Leistung bekommen können. Wir haben uns für XMPEG in Verbindung mit dem XviD-Codec entschieden. Diese Software-Kombination rangiert bei der Ressourcenauslastung zwischen den genannten Extremen. Wir wandeln ein MPEG-Referenz-Video um und messen dabei die benötigte Zeit.

    Vorschaubild xmpeg


    XMPEG + XviD


    XMPEG reagiert nahezu unbeeindruckt auf Veränderungen am Arbeitsspeicher. Viel ausschlaggebender ist bei diesem Test der Prozessortakt, denn genau nach dem reihen sich die Ergebnisse ein.


    Auch der Punkt Rendering darf in unserem Parcours nicht fehlen. Wir nutzen das bekannte Renderprogramm Cinebench in der Version R11.5. Cinebench basiert auf der Cinema 4D-Software von Maxon und liegt in einer 64 Bit-Version vor, welche wir natürlich nutzen.

    Vorschaubild Cinebench R11.5


    Cinebench 11.5


    In erster Linie zählt bei Cinebench die Prozessorfrequenz. Da ist es kein Wunder, wenn unsere Einstellung mit der höchsten Speicher-Taktrate, aufgrund von Defiziten beim CPU-Takt, nur auf dem letzten Platz rangiert. Allerdings scheint dieser Benchmark auch von einem möglichst hohen Speichertakt bei gleichzeitig straffen Timings zu profitieren. Wobei es hier nur um Nuancen geht, in denen sich einzelne Ergebnisse voneinander unterscheiden.
    [break=Crysis, Far Cry 2]
    Crysis ist ein DirectX-10-Spiel, welches einen integrierten CPU-Benchmark in 64 Bit bietet. Wir lassen diesen Benchmark mit Hilfe des kostenlosen "Crysis Benchmark-Tools" hintereinander in den Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 sowie 1920x1200 jeweils mit dem Detail-Level "High" laufen.

    Vorschaubild Crysis


    Crysis 1280x1024


    Crysis 1600x1200


    Crysis 1920x1200


    Auflösungsübergreifend steht bei Crysis die Konfiguration ganz vorn, die über den höchsten CPU- und den höchsten Northbridgetakt verfügt. Dies scheint hier deutlich wichtiger zu sein als ein sehr hoch getakteter RAM bzw. sehr straffe Timings. Allerdings fallen die Unterschiede mit maximal einem Bild pro Sekunde Differenz vom ersten bis zum letzten Ergebnis sehr gering aus.



    Far Cry 2 hat den Ruf, eine gute Ressourcenauslastung zu besitzen. Das Spiel profitiert von Mehrkernprozessoren, bietet eine detailreiche Grafik sowie einen integrierten Benchmark und ist somit ideal für einen Leistungsvergleich. Erneut kommen die Auflösungen 1280x1024, 1600x1200 und 1920x1200 zum Einsatz.

    Vorschaubild Far Cry 2


    Far Cry 2 1280x1024


    Far Cry 2 1600x1200


    Far Cry 2 1920x1200


    Ein recht interessantes Bild zeigt sich im Far-Cry-2-Benchmark. Bei der kleinsten von uns verwendeten Auflösung belegt der höchste Speichertakt auch Platz 1, muss in höheren Auflösungen hingegen abreißen lassen. Genau andersherum sieht es bei den beiden Konfigurationen mit Speichereinstellung 1:4 (DDR3-1600) aus. Während sich beide in den niedrigeren Auflösungen geschlagen geben müssen, drehen sie den Spieß in der höchsten Auflösung um und führen das Feld an.
    [break=3DMark 11, PCMark 7]
    Zum Abschluss unseres Benchmark-Parcours statten wir Futuremark noch einen Besuch ab. Obwohl die Benchmarks aus diesem Hause nicht ganz unumstritten sind (wir berichteten), gehören sie noch immer zu den beliebtesten Vergleichsmöglichkeiten.

    Futuremark bietet mit 3DMark 11 bzw. PCMark 7 zwei Programme an, die ausschließlich unter Windows 7 laufen. PCMark liegt zudem in einer 64 Bit-Version vor, welche wir nutzen. 3DMark 11 lassen wir im vorgefertigten Performance-Preset laufen (High- bzw. Extreme-Preset sind aufgrund der GPU-Limitierung nicht sinnvoll).

    Vorschaubild 3DMark11


    3DMark 11 Performance Gesamt


    Bei nur 11 Punkten Differenz vom langsamsten zum schnellsten Ergebnis kann man eigentlich kaum von einer ernsthaften Rangordnung sprechen. Aber: Dem Spitzenergebnis fehlen immerhin 50 MHz CPU- und 12 MHz Northbridgetakt gegenüber dem zweitplatzierten Ergebnis, was die knappen Unterschiede etwas relativiert.

    3DMark 11 Performance Physik/CPU


    Im Physik-Test macht sich der fehlende Prozessortakt jedoch so stark bemerkbar, dass es für den schnellsten RAM-Takt nur für Platz 2 reicht. Die Reihenfolge der Plätze 3 bis 5 fällt identisch zum Gesamtergebnis aus.



    Der PCMark bietet verschiedene Suiten, die unterschiedliche Bereiche des PCs testen. Wir nutzen neben dem Standard-Durchlauf noch zusätzlich die Computation-Suite und können somit ein detailliertes Ergebnis erzielen.

    Da während der Festplatten-Tests Daten auf die Festplatte geschrieben bzw. von der Festplatte gelesen werden, ist eine fragmentierte Partition tödlich für ein nachvollziehbares Resultat. Aus diesem Grund spendieren wir PCMark eine eigene 15 GByte große Partition, die bei jedem System vor der Installation von PCMark formatiert und nach der Installation defragmentiert wird. Verfälschende Einflüsse werden dadurch minimiert.

    Vorschaubild PCMark 7


    PCMark 7 Gesamt


    Im Gesamtergebnis von PCMark 7 geht es noch einmal sehr eng zu. Interessant ist auch hier zu sehen, dass beide Einstellungen mit Speicherverhältnis 1:4 (DDR3-1600) hauchdünn in Front liegen. Einmal mehr scheint sich der deutlich höhere Schreibdurchsatz des Speichers bemerkbar zu machen.

    PCMark 7 Computation-Suite


    In der Computation-Suite von PCMark 7 dominiert wieder der höchste Prozessortakt. Allerdings hilft auch ein erhöhter Speichertakt, da sich die Konfiguration mit DDR3-2119 nicht mit dem letzten Platz zufrieden geben muss (wenn auch äußerst knapp).

    Insgesamt zeigt uns der Benchmark-Teil dieses Artikels, dass je nach Speicherkonfiguration - und damit einhergehend Abweichungen beim Prozessor- bzw. Northbridgetakt - mal ein Vorteil und mal ein Nachteil generiert wird. Die Unterschiede fallen in der Regel jedoch so gering aus, dass es den persönlichen Vorlieben obliegt, welche Einstellung man wählt. Selbst mit den Standardeinstellungen fährt man offensichtlich nicht schlecht.
    [break=Fazit]
    Titelbild zum Artikel AMD Memory Entertainment Edition


    AMD hat mit der Einführung von AMD Memory einen unerwarteten Schritt getan, welcher weniger aus wirtschaftlicher als aus marketingtechnischer Sicht sinnvoll erscheint. Auf diesem Geschäftszweig kann AMD die Erfahrungen nutzen, welche man beim Einsatz von Speicherchips und deren Validierung auf Grafikkarten gesammelt hat. Gleichzeitig kann man Partnern, besonders OEMs, eine weitere Systemkomponente "aus einer Hand" bieten. Neben der CPU, dem Chipsatz und der Grafikkarte kann nun auch der Speicher von AMD geliefert werden, was ein nicht zu unterschätzendes Argument ist.

    Abgesehen von der Entscheidung, AMD Memory einzuführen, wird mit der Entertainment Edition ein solides Produkt geliefert. So erfüllen die von uns getesteten Speicherriegel vollends unsere Erwartungen - bzw. übertreffen diese sogar. Die Stabilität stimmt und aufgrund der relativ konservativen Spezifikation von "nur" DDR3-1600 fällt das prozentuale OC-Ergebnis deutlich aus: 32 Prozent mehr Takt sind mit Anpassung der Timings auf 10-11-10 und 1,64 Volt VDimm möglich - zumindest mit unseren Testexemplaren. Auch der stabile Betrieb bei lediglich 1,31 Volt VDimm stellt ein ordentliches Ergebnis dar.

    Wenn wir davon ausgehen, dass die Leistung bei allen anderen Riegeln im Endkundenhandel annähernd identisch ausfällt, dann können wir AMD einen gelungenen Einstand im Speicherbusiness bescheinigen. Für 8 GByte der Entertainment Edition mit DDR3-1600 zahlt man derzeit knapp 40 Euro, was einen durchschnittlichen Preis bedeutet. Für diesen Preis kann sich die Leistung jedoch sehen lassen und wir können die Speicherriegel ruhigen Gewissens empfehlen.

    Wir haben deshalb über die Vergabe unseres Editors Choice Award nachgedacht. Die Leistung der uns vorliegenden Speicherriegel hätte die Vergabe gerechtfertigt. Letztendlich haben wir uns aber dagegen entschieden, denn wir können ausschließlich für die DDR3-1600-Version der Entertainment Edition sprechen, ein Award würde aber sehr wahrscheinlich auch auf die kleinste Variante mit DDR3-1333 "zurückfallen". Da wir diese nicht getestet haben, können wir keine generelle Aussage treffen.

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